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am 22. Januar 2009
Um ehrlich zu sein: Nach "GoldenEye" mit einem reichlich farblosen Pierce Brosnan und ärgerlichen Platitüden konnte es nur besser kommen.

Und es kam besser:
Hier sollte Brosnan in die Rolle finden. Hier wurde ein neuer Bond geboren.

Keine Nachahmung eines Roger Moore aus "Octopussy"- und "Im Angesicht des Todes"-Zeiten mehr; nein, jetzt sollte Bond, der Selbstsicher-Lockere, kommen.
Der Streifen selbst startet mit einem Paukenschlag: Bond cruist durch einen "Vorspann", wie es in der Serie seit "Moonraker" keinen mehr gegeben hatte (und bislang auch nicht mehr geben sollte): präzise choreografiert, engagiert geschnitten (aber keineswegs derart "hysterisch" à la Einstiegsszene von "Ein Quantum Trost"), macht dieses kleine Meisterwerk Lust auf Mehr. Und bereits hier wird deutlich, wie Brosnan die Rolle nun anlegen sollte: viril, lakonisch, aber gleichzeitig leger und, ja: cool. Diese Mischung sollte der Reihe guttun.

Der Film an sich hat für mich keine großen Schwächen:
Sicherlich hätte man aus dem Grundthema etwas mehr machen können, das Ergebnis ist aber deutlich auf der Habenseite. Die Inszenierung ist konzise. Längen gibt es keine, im Gegenteil: spannend bis zum Schluss.

Darsteller: Passt. Die Rollen sind durchwegs mit Profis besetzt (wenngleich Jonathan Pryce wohl nicht zu den Größten der Gegenspieler wie etwa Gert Fröbe oder Telly Savalas zu zählen sein wird). Michelle Yeoh spielt sich selbst im besten Sinne, auch Teri Hatcher überzeugt.

Und: endlich wieder ein "richtiges" Bond-Car. Ein BMW 7, ausgestattet mit allem, was erwachsenen Kindern Freude macht. Die Car-Chase-Szenen zählen demnach zu den unterhaltsamsten Stellen des Streifens.

Ein großer Pluspunkt ist die Musik: David Arnold, hier erstmals zugange und zwischenzeitig zum Fixcomposer arriviert, macht seine Sache ausgezeichnet. Dem Grundthema von Monty Norman wird neues Leben eingehaucht: Gleichsam Sinfonisches gekoppelt mit elekronischen Beats - Interessant!

Insgesamt: Einer der besten der Reihe, für mich der beste Brosnan-Bond.
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Seit meinem Kinobesuch 1997, habe ich den Streifen nicht mehr gesehen - bis jetzt. Auf seltsame Weise hatte der Film einen negativen Nachgeschmack hinterlassen - bis jetzt.
Heute, gute 10 Jahre und 3 weitere Bond-Abenteuer später, habe ich "Der Morgen stirbt nie" zum 2. Mal gesehen UND ich muss meine Meinung revidieren!
Pierce Brosnan ist im Nachhinein gesehen weit besser (also: souveräner, abgeklärter) gewesen, als ich ihn in Erinnerung hatte. Ich finde, dass die Zeit FÜR Herrn Brosnan läuft. Je länger er sich im 007-Ruhestand befindet, umso mehr scheinen seine, auf den ersten Blick verkannten, Bond-Züge zum Vorschein zu kommen!
Ich gehe sogar so weit und behaupte, dass Brosnan-Bond-Streifen von Mal zu Mal besser werden. Vieles, was dem Zuseher bei Bond-Streifen selbstverdtändlich erscheint, nämlich die lockere, aber gleichermaßen ernste Darstellung des berühmtesten Kino-Geheimagenten der Welt, machte Pierce Brosnan mit einem derartigen Selbstverständnis, dass er (lässt man den etwas verunglückten "Stirb an einem anderen Tag" weg) sich gefahrenlos mit einem mittelmäßigen Sean Connery oder Roger Moore durchwegs messen kann. Und das möchte ich unmissverständlich als Lob verstanden wissen!

Die Story an sich, naja, sie ist nicht gänzlich überzeugend, aber immerhin ist es eine unverkennbare Bond-Geschichte:
Ein Medienzar möchte China und Großbritannien gegeneinander ausspielen, um den 3. Weltkrieg zu inszenieren (und die aktuellsten Berichte parat zu haben). Die schauspielerische Leistung der Bösewichte liegt alles in allem eher nur im mittelmäßigem Bereich.
Was die beiden Bond-Girls anbelangt, so kann man einmal von einer sehr gelungenen Wahl (Teri Hatcher) und einmal(einmal mehr) von Mittelmaß (Michelle Yeoh) sprechen.

Ansonsten ist alles "Bond". Zugegebenermaßen ein sehr actionreicher, beinahe schon specialeffectüberladener, aber doch...
Humor und Ernsthaftigkeit halten sich einigermaßen im Gleichgewicht, wobei in "Der Morgen stirbt nie" eher die Ernsthaftigkeit überwiegt, was ich persönlich aber als angenehm aufgenommen habe.
Auch alle (alt)bekannten Gesichter sind dabei: Q, M, Moneypenny,...
Grundsätzlich fehlt es hier an nichts. Die 110 Millionen Dollar wurden nicht umsonst in diesen Streifen gesteckt. Vermutlich wäre "Der Morgen stirbt nie", hätte man mehr Augenmerk auf die Story gelegt, eher schlechter als besser geworden. Insgesamt fehlt den meisten Darstellern nämlich die nötige Qualität (eben abgesehen von Brosnan und Hatcher, die ihre Sache wirklich gut machen), um aus wenig viel zu machen. So gesehen ist es lobenswert, dass man aus viel viel gemacht hat!

Fazit: Ein "echter", ein würdiger, gefälliger, explosiver, abwechlungsreicher Bond; deshalb auch 4 Sterne!!
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am 23. Dezember 2009
Hallo Leute,

also ich kann mich meinem Vorredner nicht wirklich anschließen. Für mich
ist Pierce Brosnan als James Bond wirklich toll und sogar besser als der
"neue" Daniel Craig. Pierce Brosnan hatte in allen Teilen viel mehr Charme
und Witz. Natürlich ist die James-Bond-Reihe nicht immer ganz so realistisch wie
andere Agententhriller aber ein Fan der Reihe steht doch genau auf sowas,
denk ich mal (:

Gerade in letzter Zeit habe ich mir viele Pierce Brosnan "Bond"-Filme im
Free-TV angesehen und muss sagen dass sie eindeutig mehr Story als vergleichsweise
"Ein Quantum Trost" haben. Für mich sind die neuen Bond-Teile mit Daniel Craig
sicherlich auch sehenswert aber eigentlich nur mehr einsame Prügelei und Action,
kein Charme und dieser gewisse britische Humor wie ihn Pierce Brosnan für mich
verkörpert.

Allerdings ist das ja geschmackssache und das muss man einfach jeden selbst überlassen.
Jedenfalls kann ich alle Bond-Filme mit Pierce Brosnan sehr empfehlen, für Bond-Fanatiker
sind sie sowieso ein Muss, und sind auch eine gute Alternative zum neuen Bond weil sie
auch noch nicht soooo alt sind (:
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am 15. September 2013
...und einen Hubschrauber in Saigon. So aufdringlich war die Produktplatzierung selten (IMDB: "The first movie in film history to have its entire budget be covered in product placement campaigns").

Der smarte Brosnan wird verschenkt, weil er fast durchgehend zu soldatisch-martialisch spielen muss, der Charme und die Nonchalance aus Golden Eye (1995) kommen nicht zum Tragen. Vielleicht übersteht man die endlosen Schwermetallduschen aber nicht anders, nur: warum kann ER kein Chinesisch lesen? Der verrückte Verleger und sein Nazi-Sicherheitsgetüm erscheinen lächerlich, sie haben nicht das Format von Mads Mikkelsen. Relativ schwache Dialoge in der deutschen Fassung. Zu viele nicht wirklich eindrucksvolle rotierende Schaltwände, zu viele Prügeleien in Gebäuden und Schiffen, zu wenige Außenaufnahmen in weitem Gelände. Die CGI wirkt wie CGI.

In der ersten Hälfte aber ein sehr attraktiv visuell geprägter Film, nicht zuletzt mit dem Raketenflug durch verschneite Berge, dann auch schöne Bilder aus Thailand (einstehend für Saigon und Ha-Long-Bay).
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VINE-PRODUKTTESTERam 4. Juli 2013
"Der Morgen stirbt nie" ist nun auch schon wieder 16 Jahre alt. In Anbetracht dessen ist die Bild- und Tonqualität nahezu makellos. Die Tonspur ist noch einmal besonders hervor zu heben. Die Blu-ray-Veröffentlichung ist der DVD jedenfalls vorzuziehen. Wie alle Bond-Blu-rays dieser Reihe bietet auch "Der Morgen stirbt nie" eine ganze Reihe interessanter Extras.
Der Film selbst gefällt mir hervorragend, ist er doch mein Lieblings-Bondfilm mit Pierce Brosnan, aber das ist einfach Geschmackssache. Vielleicht liegt es an der ganz klassich linearen Erzählweise, die mich persönlich an frühere Bonds erinnert. Schon allein die Pre-Title-Sequenz ist ganz hervorragend und temporeich. Und so geht es weiter bis zum spannenden Finale.
Fazit: In jeder Hinsicht ein prima Kauf.
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am 15. April 2016
Insgesamt der gelungenste Bondfilm mit Pierce Brosnan, sowohl was die Story anbelangt als auch im Hinblick auf die Actionelemente. Ganz besonders ist die Szene im Hamburger Parkhaus hervorzuheben - das Grinsen von Brosnan, als er mit der Fernbedienung auf dem Rücksitz die kurz zuvor zerstochenen Reifen seines BMW wieder aufblasen lässt, ist unbezahlbar. Eine der klassischsten und witzigsten Bondszenen überhaupt!
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am 11. Januar 2011
Ich habe mir diese Ultimate Edition gekauft und es hat sich gelohnt:
Bessere Bildqualität, toller Film und natürlich mein Lieblingsschauspieler ;-)

Aber im Ernst. Natürlich sind Bond-Filme nicht immer ganz logisch und nachvollziehbar,
doch dies ist ein typischer Pierce Brosnan Film. Der charmante und witzige Bond, wie
üblich mit seinen Gadgets wie dem fernstgesteuertem BMW 750 (eigentlich ein BMW 740),
dem Handy-Alleskönner und Bond-Girl, das diesmal Michelle Yeoh ist.

Der Film ist echt gut, nachvollziehbare Story, gute Schauspieler, Spezialeffekte ohne Ende
(man glaubt kaum, dass der Film schon 14 jahre alt ist) und natürlich die üblichen Sprüche
und Eigenheiten. Der Film ist aber eher für Fans der Reihe, außerdem ist er meiner Meinung
nach besser als die heutigen James Bond Filme (z.B Quantum of Solace), das ist aber wie
schon gesagt Geschmacksache. Wer die alten Filme und die nicht mehr ganz aktuellen mag/mochte,
der wird diesen Film und das Zusatzmaterial, auf das ich hier eigentlich mehr hätte eingehen
sollen mögen.

Fazit: Nur zu empfehlen, besonders für Fans der Reihe. Klar, manches ist wenig realistisch,
aber in welchem Film heutzutage ist das denn nicht?

4,5/5 Sternen
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am 29. Januar 2003
Man wird sich immer streiten, ob die Bond-Filme mit Pierce Brosnan die Klasse früherer Bond-Abenteuer besitzen. Sogar ich als eingefleischter James Bond Fan (und Roger Moore als Favorit), finde die neuen Bond Filme diskussionswürdig. Fehlt hier der Flair und Charme der "alten" Bonds, oder ist in der heutigen Zeit James Bond nicht anders zu verkaufen? Mir fehlt einfach das Bond-typische, das die früheren Filme so charismatisch machten.
Doch zweifellos ist "Der Morgen stirbt nie" ein ausgezeichneter Film, mit sehr guten Schauspielern und einer excellenten Action.
Der Film zündet wahrlich ein reines Feuerwerk ab, das in Bond Filmen in so einer Fülle noch nie dagewesen war.
Wer einen kurzweiligen Film mit viel Action sucht sollte hier zugreifen.
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TOP 1000 REZENSENTam 21. Januar 2012
Über die Story des Films muss man wohl nicht viel sagen: Ein größenwahnsinniger Medienmogul will Großbritannien und China mit fingierten Angriffen gegeneinander ausspielen, so den dritten Weltkrieg anzetteln und natürlich selbst exklusiv Bilder und Berichte dazu liefern. Denn Mediengigant Elliot Carver wartet nicht einfach ab was passiert und berichtet dann, sondern diktiert die Schlagzeilen von morgen schon heute selbst und sorgt für entsprechende Ereignisse. Bond muss natürlich verhindern, dass es zu dem entscheidenen Angriff kommt und so ein Krieg ausgelöst wird.
Ein super Bond-Film der Extraklasse mit einem gut gelaunten Pierce Brosnan.
Der Film ansich hat fünf Sterne verdient, doch leider blieb der Film beim Anschauen an zwei Stellen hängen, sodass man ein Stückchen vorspulen musste, damit es weiter ging (sowohl beim Abspielen über einen PC, als auch beim DVD-Player). Daher der Stern Abzug. So etwas sollte eigentlich nicht sein. Ansonsten aber super Bild- und Tonqualität. Klare Kaufempfehlung.
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TOP 1000 REZENSENTam 8. Januar 2016
Nach Pierce Brosnans gelungenem James Bond Einstand in "Golden Eye" durfte er auch im 18. offiziellen Bond Abenteuer erneut den Superhelden verkörpern. "Der Morgen stirbt nie" entstand 1997 unter der Regie von Roger Spottiswoode (Monster im Nachtexpress, Under Fire, Mörderischer Vorsprung). Der Titelsong "Tommorrow never dies" von Sheryl Crow wurde zum Hit und konnte sogar eine Golden Globe Nominierung erreichen. Der Film selbst spielte 346 Millionen Dollar weltweit ein, damit war er nur geringfügig schwächer als der Vorgänger. In Deutschland gabs auch die Goldene Leinwand für mehr als 3 Millionen Kinobesucher. Dabei waren die Bewertungen für den Film aber insgesamt etwas kritischer. Man sah einen gewissen Rückschritt nach "Goldeneye", der insgesamt so wirkte, als würde er der Reihe einen neuen Stil verpassen. In "Der Morgen stirbt nie" war vieles wieder sehr altbekannt. Wenn man "Goldeneye" vielleicht als den spannendsten Film der Brosnan Phase ansehen kann und "Stirb an einem anderen Tag" den überzeichnetsten mit parodistischen Elementen, dann ist "Der Morgen stirbt nie" der fernöstlichste der vier Filme.

Dies liegt sicherlich nicht nur an Michelle Yeoh, der sehr dominant agierenden Bondgespielin, sondern der ganze Film macht deutlich eine Verbeugung vor dem actionbeladenen Hongkong-Kino der 90er Jahre. Auch die Bösen haben sich verändert: Sie sind nicht mehr nur die Welteroberer, die die Supermächte gegeneinander ausspielen, sondern sie sind auf ihr Image als moralische Weltinstanz bedacht. Der britische Medienmogul Elliot Carver (Jonathan Pryce) sieht sich vor allem als Herrscher der Informationen. Mithilfe seines riesigen Medien-Imperiums will er die Macht durch von ihm manipulierte Massen erreichen. Dies klappt dann, wenn er ein Monopol auf die Nachrichten dieser Welt hat. Natürlich will er auch die führenden Nationen in einem von ihm forcierten Krieg aufeinanderhetzen. In einem ersten Schritt versenkt er - im Schutz seines Steath-Schiffs - eine Fregatte der britischen Marine. Den Verdacht hat er dabei geschickt auf die Chinesen gelenkt und berichtet auch exklusiv in seinen Nachrichten von dem drohenden Krieg. Natürlich hat er damit Erfolg. Aber dennoch verhalten sich Briten und Chinesen noch vorsichtig, denn vor dem Krieg lässt man noch die besten Agenten ermitteln. Für die Briten wird von M (Judi Dench) natürlich Bond (Pierce Brosnan) ins Rennen geschickt, die Chinesen setzen auf die Fähigkeiten von Wai Lin (Michelle Yeoh). Die treffen sich dann auch zum ersten Mal persönlich in Carvers neuem Medienzentrum in Hamburg. Dabei sieht Bond auch seine Verflossene Freudin Paris (Teri Hatcher) wieder, von der er sich vor einigen Jahren mit den Worten "went to the Store" verabschiedete und sich seither nicht mehr blicken ließ. Inzwischen ist die hübsche Lady mit Carver verheiratet, doch bei Bond wird sie wieder schwach. Ein Fehler, wie sich herausstellen sollte, denn der irrsinnige Gatte bestraft Ehebruch mit dem Tod. Zu den Bösen gehören ausserdem der Cyber-Terrorist Gupta (Ricky Jay) und einmal mehr der große, blonde deutsche Hüne (Götz Otto), der in "Der Morgen stirbt nie" auf dem Namen "Stamper" hört...

Zu den Highlights von "Der Morgen stirbt nie" zählt auch der BMW 750il mit Raketen, selbst-aufpumpenden Reifen, Reifentöter zum Abwerfen auf die Verfolger, erweiterter Diebstahlsicherung durch heimtückische Elektroschock-Elektroden an den Türgriffen oder Tränengas-Düsen sowie eine extrastarke Titan-Panzerung. Die spektakulärste Szene des Films ist aber wohl Bonds Flucht - gemeinsam weil angekettet mit Wai Lin - auf einem Motorrad durch die Straßen und über den Dächern von Saigon. Als Kameramann wurde Robert Elswitt (Last Exit Reno, There will be blood, Good Night and good luckI verpflchtet. Mit weniger als 2 Stunden Laufzeit ist "Der Morgen stirbt nie" für einen Bond Film eher kurz und knackig. Die düsteren Anflüge, die noch bei "Golden Eye" zu spüren waren, sind hier ganz außen vor gelassen. Was der Film an Tiefe vermissen lässt, macht er durch die nahezu ununterbrochene Action wieder wett. Im ausgedehnten Finale an Bord des Stealth-Bootes wird das wahrhaft sündhaft teure Setting komplett in seine Einzelteile zerlegt, aber Hauptsache dem sehr unsympathischen Schurken wird endlich das Handwerk gelegt. Vielleicht einer der rasantesten und auch krawalligsten Bond Abenteuer aller Zeiten. Der Medienmogul und Schurke, dargestellt von Jonathan Pryce, führt nicht nur enthemmte Monologe über seine irrwitzigen Monopolideen, sondern wird von seinem Darsteller beinahe schon als grelle Karikatur angelegt. Natürlich bräuchte er für seine Macht nicht auch noch die Anzettelung eines Krieges, es würde ja die gezielte Manipulation durch sein Medienmonopol reichen. Aber ohne das Säbelrasseln der Weltmächte wäre der Superschurke in einem Bondfilm dramaturgisch nur halb so viel wert, daher die phantasievollen Auswüchse der Drehbuchautoren. Mit der toughen Michelle Yeoh kommt auch ein Novum ins Spiel, denn bis zum Schluß widersteht die Chinesin dem Anbaggern von Bond. Erst unter Wasser, kurz vor dem Ertrinken, kommt es zu einer Rettung und damit auch zu einem ersten Filmkuss. Reichlich spät für den Frauenhelden.
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