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TOP 100 REZENSENTam 16. November 2013
Was sollte der Autor machen? Alle Welt hat doch von ihm erwartet, dass er nach seinem megaerfolgreichen "Hundertjährigen" mit dem neuen Buch mindestens genauso gut ist, sich am besten nochmals übertrifft. Und das hat er auch versucht, vielleicht sogar geschafft. Schließlich lässt er seine Hauptheldin Nombeko per Zufall ins südafrikanische Atomwaffenprogramm stolpern, schickt sie dann mit Hilfe des Mossad-Geheimdienstes nach Schweden und lässt sie schließlich am ganz großen Weltenrad drehen. Mehr geht fast nicht. Seiner Heldin gönnt er dabei kaum eine Atempause - und dem Leser damit auch nicht. Es wird also nie langweilig - ständig bekommt man neue, skurrile Wendungen aufgetischt. Aber irgendwann stellt sich auch eine gewisse Art von "Reizüberflutung" ein - bei mir zumindest. Dem Plot geistig zu folgen, erfordert auch Anstrengung. Beim nächsten Roman wird sich der Autor etwas grundlegend Anderes ausdenken, und das Erzähltempo dabei drosseln müssen. Sonst hetzt er sich, sein Buch und die Leser womöglich noch zu Tode!

Jetzt mal zur Sprache, zum Erzählstil. Hier liegt aus meiner Sicht die große Stärke von Jonasson. Wer seine Fähigkeit mit Sprache umzugehen, witzig und unterhaltsam zu schreiben, schon beim "Hundertjährigen" schätzen gelernt hat, der wird auch bei dem neuen Buch nicht enttäuscht. Er kann es einfach. Ihm gelingt es, alle seine Figuren (bis in die Nebenfiguren hinein) glaubwürdig zu zeichnen und beim Leser Sympathie für sie zu erwecken. Das erreicht er mit einer Sprache, die unbekümmert, ja schon fast kindlich klingt. Und auch die Art, wie er seine Geschichte erzählt, hat schon etwas kindlich- naives. Manche Wendung im Roman wirkt vielleicht etwas an den Haaren herbeigezogen - aber gerade das macht andererseits die Geschichte irgendwie unberechenbar, spannend und gibt ihr eine Portion fröhlicher Anarchie. Fast könnte einem hier das Lied von Jonassons berühmter "Landsfrau" Pippi Langstrumpf in den Sinn kommen: "Ich mache mir die Welt, wie sie mir gefällt". Mit ihrer frechen, unbekümmerten Art erinnert mich die Heldin Nombeko auch irgendwie an Pippi Langstrumpf.

Hat das Buch einen literarischen Anspruch? Der Autor hat in einem Interview ja selbst erklärt: sein Roman soll vor allem eines: unterhalten. Und das tut er auch. Aber eben nicht mehr, wie ich finde. Gegen das Nichtvorhandensein von tieferer Bedeutung wäre an sich auch nichts einzuwenden. Aber der Autor wählt für seinen Plot eben teilweise Konstellationen (rassistische Gerichtsurteile, atomare Rüstung) oder auch Orte, die schon an die ernsten Dinge dieser Welt erinnern. Etwa wenn er seinen Roman im größten Slum Südafrikas beginnen lässt, oder wenn wenn er ganz beiläufig erwähnt, dass die Hauptheldin Nombeko ihren Vater nie kennengelernt hat und ihre Mutter starb, als sie zehn war. Das ist nun mal traurig und passt irgendwie nicht so recht zu einem unbeschwerten Unterhaltungsroman.

FAZIT
Der neue Roman ist sicher nicht schlechter als sein Vorgänger. Aber vielleicht ist jetzt doch schon eine Art Gewöhnungseffekt eingetreten an die durchaus grandiose Art Jonassons, den Leser mit ständig neuen Einfällen zu verblüffen. Es ist wie bei einem Zaubertrick, den man zum zweiten Mal sieht: mag er auch noch so genial sein - beim zweiten Mal hat man sich schon daran gewöhnt, dass das Auto von der Bühne verschwindet... Vielleicht kann man den Zauber des ersten Mals auch gar nicht vollständig reproduzieren - obwohl sich Jonasson sehr darum bemüht. Gleichwohl ist es aber natürlich wieder ein spannender Unterhaltungsroman geworden, der weit über dem Durchschnitt seines Genres liegt. Man hat das Bedürfnis (die Sucht) immer weiter zu lesen, auch wenn die Geschichten noch so weit hergeholt erscheinen - oder vielleicht gerade deswegen....
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am 16. August 2014
„Die statistische Wahrscheinlichkeit, dass eine Analphabetin im Soweto der Siebzigerjahre aufwächst und eines Tages mit dem schwedischen König und dem Ministerpräsidenten des Landes in einem Lieferwagen sitzt, liegt bei eins zu fünfundvierzig Milliarden siebenhundertsechsundsechzig Millionen zweihundertzwölftausendachthundertzehn.
Und zwar nach den Berechnungen eben dieser Analphabetin.“

Statistisch gesehen hätte die junge Nombeko vermutlich nicht mal die Chance gehabt, jemals aus ihrem Armutsviertel herauszukommen, in dem sie schon als Fünfjährige anfangen muss, täglich mit dem Schleppen und Leeren von Latrinentonnen Geld fürs Überleben zu verdienen. An einen Schulbesuch ist nicht zu denken, aber Nombeko ist mit einer überdurchschnittlichen Intelligenz und einer angeborenen Gabe, die ihr die kompliziertesten mathematischen Zusammenhänge so leicht erscheinen lässt, wie anderen Menschen nur das Addieren im Zahlenraum von 1-10, ausgestattet.

Die Geschichte, wie sie es schafft, nicht nur den Latrinentonnen den Rücken kehren zu können, sondern mit einer Mischung aus Glück, Verstand, Wagemut und hin und wieder auch Skrupellosigkeit zu einigem Reichtum zu kommen und sich in höchsten politischen und Adelskreisen zu bewegen, ist absolut skurril. Dazu kommen einige sehr ungewöhnliche Charaktere, viele prominente und bekannte Namen und eine Anhäufung wirklich abstruser Zufälle, die nicht immer positiv sind und Nombeko auf ihrem Weg einige Steine in den Weg legen. Entschuldigung, ich meinte nicht Steine, sondern Atombomben…;)

Ich habe mich wirklich gut unterhalten gefühlt. Das Buch war witzig und brachte wieder eine tolle Kombination aus Absurditäten und Weltgeschichte. Die Respektlosigkeit, mit der die „Putzfrau“ jeglichen Staatsoberhäuptern begegnet und immer noch ein bisschen schlauer ist als der beste Geheimdienst, ist erfrischend. Und die Tatsache, dass sie das Ganze nicht nur überlebt, sondern letztlich als Siegerin daraus hervorgeht, ist zwar völlig unrealistisch, aber mal ehrlich: Wenn es sowas gäbe, das wäre schon schön!

Man muss skandinavische Romane mögen, das ist klar. Aber wer schon immer mal lesen wollte, wie ein Mossad-Agent versuchen muss, Shimon Peres zu erklären, wieso er zehn Kilo Antilopenfleisch statt einer Atombombe erhalten hat, sollte sich dieses Buch nicht entgehen lassen.:D
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am 5. November 2014
Ich habe vor wenigen Wochen erst den Hundertjährigen gehört und von daher konnte ich gewissen Wiederholungen und Dejavu-Effekten bei dem neuen Werk nicht entgehen. Aber im Grunde ist es genau wie bei dem Hundertjährigen-Hörbuch gelaufen - am Anfang wollte ich direkt wieder aussteigen (dieses Mal durchaus auch wegen der Sprecherin und eben dem Gefühl "Nur ein Abklatsch des Erfolgsbuchs", aber ich hab wegen mangelnder Alternativen auf meinen Autofahrten (das dummschwätzige Radio geht im Auto gar nicht mehr und meine Musik-CDs habe ich auch über) das Hörbauch laufen lassen. Und wie ein schleichendes Gift hat es auch das Werk geschafft zu hypnotisieren und in den Bann zu ziehen, wie ich es selten bei Hörbüchern oder auch Büchern erlebe. Klar - die Handlung ist unglaubwürdig, konstruiert und ein bisschen am Hunderjährigen vom Konzept angelegt. Dazu verlieren manche Wiederholungen wie die ständige Bezeichnung "Zornige Junge" irgendwann den Reiz. Aber so what? Das Teil ist einfach unglaublich unterhaltsam. Mehr will ich nicht bei einer Autofahrt haben. Dass es keine anspruchsvolle Literatur ist, was manche behaupten. Ist mir vollkommen egal. Solange ich keine Soaps oder Shows bei privaten Fernsehsendern schaue, darf ich mir etwas leichere Unterhaltung sicher leisten (das sollte das Werk hier aber nicht annähernd in die Nähe des Nicht-Niveaus von RTL, VOX und Co rücken).
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TOP 1000 REZENSENTam 17. November 2013
Leider bin ich hin und her gerissen.

Wenn ich "Die Analphabetin, die rechnen konnte" als ersten Roman von Jonas Jonasson gelesen hätte, würde ich wahrscheinlich eine euphorische Rezension schreiben. Ohne Zweifel: das Buch ist gut, die Geschichte ist originell, der Autor hat viel zu sagen und reflektiert vieles in interessanten Bildern. Allerdings ist die Geschichte vom Titel begonnen ein Spiegel seines ersten Überraschungserfolges "Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand". Aus Mann wird Frau, aus alt wird jung und die Geschichte spielt jetzt in Afrika. Hier wirkt der Schwede, der aus Absurdität Geld macht. Nein, das ist übertrieben und dem Roman und Autor nicht angemessen. Aber nun etwas zum Inhalt.

Nombeko Mayeki, die junge Heldin, wächst in einem südafrikanischen Slum auf. Sie wird Waise, wird in einen Unfall verwickelt, aus dem sie (obwohl unschuldig) als Schuldige heraustritt und fortan als Putzfrau eines Atomwaffentechnikers arbeiten muss. Sie ist sehr klug und kann übermäßig gut rechnen. Die Geschichte entwickelt sich wie der Vorgängerroman absurd weiter, sie schmuggelt ungewöhnliche Dinge, kommt in Kontakt mit dem schwedischen König und vieles mehr. Im Detail will ich da nicht weiter darauf eingehen, der Roman und der Fortgang der Geschichte lebt von diesen skurrilen Einfällen. Ein Beispiel möchte ich allerdings nicht auslassen: mir haben besonders gut die drei chinesischen Schwestern gefallen, die beruflich Hunde töten. Das setzt sich später noch verrückter fort. Jonas Jonasson schreibt toll, er hat einen beiläufigen, harmlosen Erzählstil, der im extremen Kontrast zu den Absurditäten der Handlung steht. Genau das hatte mir im Vorgängerbuch auch schon so sehr gefallen. Dabei bezieht er sich auch oft oft die aktuelle Geschichte, Politik und Gesellschaftsstrukturen. Hinter dem geschickt geschriebenen Witz liegt also eine ernste und reflektierte Aktualität, die durchaus lesenswert ist.

Leider finde ich nur absolut schade, dass das Konzept fast identisch aus dem vorherigen Erfolgsbuch kopiert ist. Ich traue dem Autor weit mehr zu und frage mich, ob der Verlag nicht auf dieses Muster gedrängt hat. Wenn es so wäre, ist das schade. Da ist sicher mehr Potential. Aus dem Grunde bin ich enttäuscht. Eine Bewertung ist daher schwierig.

Grundsätzlich kann ich den Roman jedem sehr empfehlen, der sich von dieser Art Geschichten angezogen fühlt. Auch wer das vorige Buch gerne gelesen hat und nicht enttäuscht über das gleiche Konzept ist, wird Freude an dem Buch haben. Ansonsten hoffe ich auf etwas mehr Mut beim nächsten Roman von Herrn Jonasson.
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am 7. April 2014
Die mehr als reiche Fantasie von Herrn Jonasson stöst bei mir ein bisschen auf Ablehnung. Ein wenig sollte die Realität, also das diese Geschichte auch halbwegs möglich wäre, nicht ganz außer acht gelassen werden. Es scheint unrealistische Stories finden mehr Leser.
Doch Herr Jonasson ist mit Dan Brown, Michael Ende, Tolkien, in bester Gesellschaft.
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am 25. Februar 2016
Ich mag hier gar nicht auf die Geschichte also solche eingehen, die findet Freunde oder eben auch nicht. Dem einen gefällt sie als Neuauflage des "Hundertjährigen" dem anderen sagt die Absurdität der Geschichte eben nicht mehr zu.
Ich möchte hier nur auf das Hörbuch eingehen und im speziellen auf die Stimme von Frau Thalbach. Ich mag es so zusammenfassen: wer sich jemals vorstellen möchte, wie sich eine näselnde, alte Holzdiele anhört, die ein Buch vorliest, dem sei dieses Hörbuch ans Herz gelegt. Bitte das nicht als Kritik an Frau Thalbach auffassen, ihre Stimme ist wie sie ist, aber das farblose schnarren ihrer Erzählung war für mich kaum auszuhalten. Sie bemüht sich Charaktere stimmlich zu unterscheiden, bringt aber nur eine andere Art des Sprechens zustande. Ich konnte irgendwann nicht glauben, dass das niemandem auffällt, der Hörbuchsprecher castet. Ich fand es unerträglich.
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am 18. Januar 2014
Habe mich bei der Lektüre dieses Buchs köstlich amüsiert. Was der Hauptperson im Laufe der Geschichte alles passiert! Unglaublich - sie kommt quasi durch die ganze Welt, und trifft mit historisch-relevanten Persönlichkeiten zusammen, und ist ganz nahe bei den Hebeln der Macht. Eine herrlich verrückte Lektüre.
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am 13. Dezember 2014
Der Einstieg in "Die Analphabetin" fiel mir deutlich schwerer als beim Vorgängerroman (Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand). Ich hatte beim Lesen häufig das Gefühl, das hier das Erfolgsschema des Vorhängers mehr oder weniger kopiert und modifiziert wurde - auch wenn Setting und Geschichte sich natürlich deutlich unterscheiden.
Die "Analphabetin" ist kein schlechtes Buch, der Schreibstil ist flüssig und bisweilen sehr amüsant - die Geschichte jedoch wirkt für mich oftmals zu 'bemüht'.
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am 24. April 2016
Die kleine Nombeko muss schon als 5-jährige schwere Eimer voller menschlicher Exkremente im Soweto schleppen, denn so etwas wie eine funktionierende Kanalisation gibt es in der Townshipsiedlung nicht. Nombeko ist ein cleveres Mädchen, das vielleicht nicht lesen kann, dafür aber besser rechnen, als jeder Taschenrechner. Schnell steigt das Mädchen in der Hierarchie der Exkrementenbeseitigung auf und wird die rechte Hand des Chefs. Als dieser abgesetzt wird, übernimmt sie diesen Posten. Tatsächlich gelingt es ihr, die wenigen Geldern, die ihr zur Verfügung stehen, zu verwalten und dennoch sind ihre Tage gezählt. Als Nombeko genügend Geld zusammen hat, will sie ihr Glück in der großen Stadt versuchen.

Doch kaum dort angekommen, wird sie von einem betrunkenen Ingenieur angefahren. Anstatt sie vor Gericht Schmerzensgeld zugesprochen bekommt, muss sie jahrelang beim Ingenieur arbeiten, um die Schäden an seinem Wagen abzubezahlen. Nombeko scheint einfach kein Glück zu haben - zumindest nicht, wenn es darum geht, ihre eigenen Träume zu verwirklichen. Beim Ingenieur lernt sie drei chinesische Schwestern kennen, die ihren Nutzen aus der Arbeit beim Ingenieur ziehen.

Nachdem der Ingenieur, der mit dem Bau von einer Atombombe beauftragt wurde, bei der Regierung in Ungnade fällt, gelingt Nombeko schlussendlich die Flucht nach Schweden. Dort angekommen gelingt es ihr durch einen Trick, das Asylheim zu verlassen und unterzutauchen. Final trifft sie in Schweden auf Holger und dessen Zwillingsbruder Holger. Als wäre das nicht schon verwirrend genug, gibt es da noch eine Kleinigkeit, die Nombeko mit im Gepäck hat - eine Atombombe, die es nicht geben dürfte ...

Die Analphabetin und die Atombombe! Der Plot wurde herrlich skurril und abwechslungsreich erarbeitet. Besonders schön fand ich, wie unvorhersehbar der Plot erarbeitet war. Das einzige, was für mich von Anfang an feststand, ist, dass mich die Reise nach Schweden führen würde - vom Rest habe ich mich einfach überraschen lassen. Die Figuren wurden facettenreich erarbeitet. Besonders ans Herz gewachsen ist mir der (intelligente) Holger, der einfach nur sein Herz auf dem rechten Fleck hat, jedoch leider in seinem Leben auch immer nicht so vorankommt, wie es ihm zustünde, da er wiederholt die Fehler seines Zwillingsbruders Holger ausbügeln muss. Den Schreibstil empfand ich sehr angenehm zu lesen, sodass ich abschließend sagen kann, dass mir das Buch schöne Lesestunden bereitet hat.
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am 23. Juni 2014
Jonassons neues Buch wurde bereits bei der Veröffentlichung als ein Abklatsch seines ersten genannt. Trotzdem - oder gerade deswegen - war ich wieder positiv überrascht, wie toll seine geistigen Zufallsphantasien und Verdrehungen von historischen Ereignissen doch wieder funktionieren.

Das arme Mädchen aus den Slums, das eigentlich geboren wurde um irgendwann dort auch zu sterben, arbeitet sich durch eine Reihe von unglaublichen Zufällen dorthin, wo sie nie hätte sein sollen. Das gibt einen kurzweiligen Lesestoff, weil man sich doch immer fragen muss, wie sie aus den diversen Sackgassen herausfinden wird und was die kleinen Nebenhandlungen (z.B. die Chinesischen Arbeitskolleginnen) später für enorme Auswirkungen auf ihr Leben haben werden. Doch dann kommt leider viel zu früh der Punkt, wo sie eben dort angelangt ist. In diesem Fall - Achtung, Spoiler - in Schweden. Und vorbei ist es auch mit der Kurzweile, denn ab hier zieht sich das Buch durch die immer gleichen Wiederholungen der immer gleichen Klischees und des immer gleichen Problems, das ab dort ihr Leben bestimmt.

Man hat fast den Eindruck, der Autor "schindet" ab der Mitte des Buches nur mehr Seiten. Auch werden die charmanten kleinen "unmöglichen" Zufälle der ersten Hälfte, die man auch als erwachsener Leser schmunzelnd zur Bildung der Geschichte akzeptiert, nun zu maßlosen Übertreibungen, die einfach jeden über einem Lesealter von 12 Jahren in seinem Intellekt beleidigen... Nun - ca. 20 Seiten vor Ende des Buchs - habe ich es zur Seite gelegt, weil die Spannung einfach schon vor ca. 100 Seiten verloren ging und mich das Ende gar nicht mehr interessiert. Wirklich schade, da der Anfang so vielversprechend war...
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