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Kundenrezensionen

58
4,6 von 5 Sternen
Goethe: Kunstwerk des Lebens
Format: Hörbuch-DownloadÄndern
Preis:37,19 €
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10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
...ist die große Stunde des Konformismus" (15) schreibt Rüdiger Safranskis gleich auf der ersten Seite seiner Biographie über den wohl deutschesten aller deutschen Dichter. Unsere heutige Gegenwart ist vernetzter als jemals zuvor. Jeder kann mit jedem über alles und nichts kommunizieren; der Zugang zu Filmen, Büchern und Musik, mitsamt mal mehr mal weniger qualifizierten Kommentaren zu eben diesen, ist grenzenlos. Kann ein solches Zeitalter der ultimativen Verfügbarkeit von Informationen überhaupt noch einen Menschen von solcher Schöpfungskraft und solch einer Masse von Produkten hervorbringen? Auch Goethe, so Safranski, sei immer interessierter Beobachter und Teilnehmer des politischen und kulturellen Lebens seiner Zeit gewesen. Doch viel wichtiger: "Er machte es sich zum Grundsatz, nur so viel Welt in sich aufzunehmen, wie er auch verarbeiten konnte [...]. Er konnte auch wunderbar ignorieren" (ebd.). Diese Kunst des Ignorierens, im Zeitalter des penetranten Dauerinputs eigentlich wichtiger denn je, scheint heute jedoch nur noch von wenigen beherrscht zu werden. Rüdiger Safranskis neues Buch "Goethe ' Kunstwerk des Lebens" ist eine glänzend recherchierte und hervorragend geschriebene Darstellung dieses deutschen Genius' als Mensch seiner Zeit in all seinen verschiedenen Rollen.

Safranski beschreibt das Leben des hochbegabten Sprosses einer wohlhabenden Frankfurter Juristenfamilie, der bereits zu Schulzeiten mit zahlreichen Gedichten seinen Freundeskreis beglückte, dann zum Studium nach Leipzig und Straßburg ging, dort seine vielen Liebeleien wiederum in Gedichten verarbeitete und reflektierte und später dann als Intimus des Herzogs von Weimar Karriere zu machen, ohne dabei viel arbeiten zu müssen. Safranski nähert sich dabei den entscheidenden Ereignissen im Leben Goethes anhand der von ihm zu dieser Zeit verfassten Schriften. Dabei gelingt ihm ein Einblick in das Gesamtwerk Goethes, wobei er es schafft, die zentralen Aspekte eines Werkes auf den Punkt zu bringen, ohne dabei allzu sehr zu vereinfachen oder ins platitüdenhafte abzudriften. Zudem gelingt dem Buch mit der Beschreibung von Goethes Leben und Werken sowie der Rezeption und Diskussion um eben diese eine lebhafte Rekonstruktion des politischen, literarischen und philosophischen Panoramas vom Deutschland des späten 18. und frühen 19. Jahrhunderts. Die Auswirkungen des Sturm und Drang, Goethes Freundschaft mit Schiller sowie die Revolutionskriege und Goethes persönliche Bekanntschaft mit Napoleon sind nur einige Aspekte, die Safranski hier aufgreift.

Goethe als Nonkonformist, der selten jemanden nach dem Mund sprach, aber auch von Hause aus die Unabhängigkeit besaß, dies für sein Auskommen nie nötig gehabt zu haben; Goethe der Charmeur, der ständig flirtete, aber wohl erst während seines Italien-Aufenthaltes das erste Mal mit einer Frau schlief; es sind auch diese Widersprüche, die die bis heute andauernde Faszination für diesen wohl letzten Universalgelehrten ausmachen, dem Safranski hier ein Denkmal setzt, welches wohl auf Jahre das Standardwerk über Goethe bleiben wird.
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38 von 41 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 8. Oktober 2013
Die facettenreiche Biographie Goethe - Kunstwerk des Lebens" von Safranski ist spannend und lehrreich zugleich. Besonders hervorheben möchte ich drei von Safranski besonders gut dargestellte, für das Verständnis Goethes und seiner Zeit aufschlußreiche Charakterisierungen, nämlich die Farbentheorie Goethes, Goethes Plotinkritik und Goethes Kontakte zum Philosophen Fichte.

a) Goethe setzte sich dafür ein, daß Fichte eine Professur für Philosophie in Jena erhielt. Die Darstellung der idealistischen Philosophie Fichtes als Weiterenwicklung der Moralphilosophie Kants mit Safranskis treffender Beschreibung des zum Idealismus konträren Materialismus als "Selbstverdinglichung" des Menschen ist meisterhaft einschließlich der Erklärung des späteren Atheismus-Vorwurfs gegen Fichte wegen seiner alleinigen Ableitung der Religion aus der Moral (Kant!) ohne Raum für Monotheismus. Safranskis Charakterisierung Fichtes als erster Politkommissar" der Geschichte wegen seiner geplanten Reden an die Soldaten der Befreiungskriege gegen Napoleon ist besonders originell und treffend.

b) Die Erläuterung der Goetheschen Platon-Plotin-Kritik durch Safranski ist ebenfalls überzeugend und klar: Goethes Einwände gegen die platonische Vorstellung, die konkrete Wirklichkeit sei stets Manifestation einer allgemeinen Idee und sei deshalb immer ein "Abstieg" wird mit dem Gegenargument Goethes, daß auch aus konkret Gegebenem eine Evolution hin zu höheren Stufen zu beobachten sei, nachvollziehbar kritisiert.

c)Die Beschreibung der Farbenlehre Goethes, der sich selbst als Naturforscher verstand und sich mit seiner Farbenlehre explizit gegen Newton positionierte (was schon damals auf allgemeine Ablehnung gestoßen ist), ist ebenfalls gut zu lesen und klar. Safranski gelingt es, den Goetheschen Gedanken, eine Farbe zeige sich in Bezug auf weißes Licht stets als Intensitätsverlust, bedingt durch das Auftreffen des Lichts auf einen Gegenstand, nachvollziehbar darzustellen (in der Praxis ergibt die Überlagerung der Farben des Farbkreises in der Tat nicht "weiß", sondern "grau"). Safranski zeigt nun auf, daß Goethe der unmittelbaren Anschauung der Natur (ohne Hilfsmittel wie Mikroskop, Fernrohr etc.) den Vorzug vor mathematisch-physikalischen Abstraktionen gibt. Dies ist im Zeitalter der absolut unanschaulichen Quantenphysik natürlich besonders irritierend.

Ich kann diese vorzügliche Biographie, die die Geschichte und die geistigen und geistlichen Strömungen der Goethezeit lebendig werden läßt, nur empfehlen.

Gerhard Mall
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158 von 181 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Den allgemeinen Jubel über dieses Buch kann ich nicht teilen. Rundum gediegen wird das Lebens- und Werkpensum abgearbeitet, und wer noch nie eine Goethe-Biographie gelesen hat, wird detailliert und zuverlässig informiert.

Ich habe jedoch schon die eine oder andere Goethe-Biographie gelesen (unter anderem den zweibändigen Conrady, der die Werke besser vorstellt). Deshalb drängt sich mir der Eindruck auf, dass Safranski nicht nur wenig Neues beizutragen hat (bessere Kenner werden wahrscheinlich sagen: gar nichts Neues). Schlimmer noch, er findet auch keine Erzählweise, die einen das gut dokumentierte und fast restlos erschlossene Goethe-Leben noch einmal mit Spannung lesen ließe.

Er erzählt alles brav der Reihe nach herunter, als hätte es nicht schon mindestens ein Dutzend Standardbiographien gegeben. Ich habe deshalb nach einer Weile nur noch kursorisch gelesen und selten etwas gefunden, wo sich mein Interesse festgehakt hätte, wie z.B. das kontextreiche Kapitel über die „Wahlverwandtschaften“ oder die ein wenig zerknirschten Ausführungen über die "Rosskur des Prosaischen" in den "Wanderjahren".

Lauter richtige, abgewogene Urteile, man kann immerzu mit dem Kopf nicken. Wacker das Wohlbekannte. Aber ganz ohne Witz und Esprit, ohne Hader und Enthusiasmus. „Kunstwerk des Lebens“ – die Grundidee ist ja nun auch ein alter Hut. Seit je wird Goethe nicht nur wegen seiner Werke, sondern als menschliches Gesamtkunstwerk gepriesen.

Dass es auch anders geht, hat Karlheinz Schulz mit seiner Reclam-Biographie aus dem Jahr 1999 bewiesen: Leben und Werk und dazu den zweihundertjährigen Goethe-Diskurs mit seinen Kontroversen, Stilisierungen, Fragwürdigkeiten. Geistreich von der ersten bis zur letzten Seite, das Goethe-Phänomen lustvoll auseinandergenommen, aber doch nicht das (oft ziemlich dunkle) Genie und die Meisterschaft Goethes in Frage gestellt. Dieses streitbare, in manchen Momenten sicher auch anfechtbare Buch hat das Temperament, das ich bei Safranski vermisse.

Warum hat Safranski sein Buch überhaupt geschrieben? „Es gibt viele Goethe-Biographien, aber noch keine von mir“, soll er gesagt haben. Ich fürchte, das ist die Wahrheit.

Immerhin: ein ausgesprochen schön ausgestattetes Buch, mit Leineneinband und Fadenheftung. Für den verglasten Bildungsbürgerbücherschrank. Ich ziehe meinen eselsohrigen Reclam-Schulz vor.
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60 von 69 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 4. September 2013
Beginnen wir mit den Äußerlichkeiten: Unter dem Schutzumschlag verbirgt sich ein in grünes Leinen (?) gebundenes, gewichtiges Buch, das in die Hand zu nehmen eine Freude ist. Die damit verbundene Anmutung von Ohrensessel, Kaminfeuer und einem guten Glas Rotwein ist womöglich gewollt und mir im fortgeschrittenen Lebensalter gar nicht mal unsympathisch. Der Eindruck des "Wohltemperierten" und Behaglichen vermittelt sich auch über Safranskis Sprache und ist natürlich Geschmacksache - wie auch das nach den Regeln der alten Rechtschreibung benutzte ß, das ich wie einen alten, schon verloren geglaubten Bekannten begrüßt habe.

Obwohl ich mich schon mehrere Jahre mit Goethe beschäftige, habe ich noch einiges lernen können aus dieser Biographie. Über Faust II und Wilhelm Meisters Wanderjahre vor allem, aber auch über die Dramen, die mir bisher nur dem Namen nach bekannt waren. Manchmal wehte mich bei der Lektüre allerdings eine Kühle an, die denn doch befremdet. Wenn es um die Schwester Cornelia und ihr tragisches Schicksal geht beispielsweise. Das gehaltvolle Buch von Sigrid Damm über sie findet sich zwar im Literaturverzeichnis, scheint aber ansonsten recht spurlos an Herrn Safranski vorbeigegangen zu sein. Aber das sind Kleinigkeiten, die am positiven Gesamteindruck nichts oder kaum etwas ändern. Ich werde das Buch mit Sicherheit noch ein zweites, vielleicht sogar ein drittes Mal lesen. Es gibt nicht viele Bücher von denen ich das sagen kann.
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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 21. Oktober 2013
Bücher über Goethe füllen ganze Bibliotheken. Doch dem Werk von Rüdiger Safranski gebürt darin einen Ehrenplatz. Goeteh als Mensch, trotz seiner Genialität, ist verständlich, ohne Schnörkel und einer Erhebung aufs Podest, dargestellt. Aber eben nicht nur seine Lichtgestalt, sondern auch seine menschlichen, nichtsdestotrotz auch unangenehmen Charakterzüge finden ihren Platz. Und genau das ist es, was dies Biografie so angenehm aus andern hervorragen lässt.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 20. März 2014
Ein wunderbares Buch; ich lese jeden Tag etwa zehn Seiten, rein zum Vergnügen. Bin jetzt knapp über der Hälfte, habe also noch eine Reihe schöner Lesetage vor mir… Auch wenn man die Werke und die Lebensgeschichte Goethes einigermaßen kennt, hier findet man alles noch einmal schön zusammengestellt und aufeinander bezogen: den zeitgeschichtlichen Hintergrund, die handelnden Personen, die geistigen Auseinandersetzungen, die ökonomische Realität, den absoluten Gestaltungswillen, der Werk und Leben verbindet.
Safranski ist der beste Philosophie-Erklärer, den ich kenne. Beim Lesen – auch seiner anderen Bücher (vor allem seiner Bücher über Schopenhauer, Heidegger und Nietzsche) – drängt sich mir immer eine Bitte auf: Lieber Herr Safranski, bitte schreiben Sie ein Buch über Immanuel Kant! Sie sind der einzige, der das so kann, dass man’s versteht. Vielleicht würde mir dann auch klar, was es mit den synthetischen Urteilen a priori auf sich hat und warum diese Frage damals so wichtig war! Ein Buch von Ihnen über Kant wäre ein absoluter Gewinn! Ich warte darauf.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 2. September 2014
Vor dieser Goethe Biographie hat Safrankski die Bücher »Schiller: Oder die Erfindung des Deutschen Idealismus« und »Goethe und Schiller Geschichte einer Freundschaft« geschrieben. Schiller scheint er zu lieben, während er für Goethe eher Respekt hat. Am besten ist die ganze Goethe-Biographie jedenfalls in der Periode in der Schiller in Goethes Leben ist. Liegt vielleicht auch daran, dass der Autor dazu am meisten sagen kann oder daran, dass er dazu am liebsten etwas sagen wollte. Der Rest des Buches ist eine wirklich gute Goethe Biographie, die sich in meinen Augen in erster Linie an Leute richtet, die noch keine gelesen haben. Das Buch ist eigentlich für jeden, der verstehen will, was dieser Goethe war, dieser Typ an dem heute noch kein Abiturient in Deutschland vorbeikommt. Wer mit dieser Frage an das Buch herantritt kann kaum enttäuscht werden, naja vielleicht doch, weil er oder sie sich durch mehr als 750 Seiten beißen muss. Das hätte man kürzer schreiben können, vielleicht müssen. Ich habe hier eine Version von »Dichtung und Wahrheit« liegen, auch eine Goethe-Biographie von einem deutlich eitleren Autor und selbst dieser kam mit weniger als 752 Seiten aus. Sonst ist das Buch (also der Safranski) etwas witzlos, da hätte man mehr Pepp reinbringen können. Es ist sachlich, streckenweise vielleicht zu lehrerhaft um wirklich Spaß zu machen. Das hätte man etwas mutiger schreiben können, der Stoff liesse es jedenfalls zu. Der Aufbau ist chronologisch, der Leser folgt Goethe von dessen Kindheit in sein hohes Alter. Da Goethe ständig neue (Neben-)jobs hat, der Autor dieser Biographie aber Literaturwissenschaftler ist und sich in erster Linie für Goethes Texte und nur in zweiter Linie für die Person interessiert, leidet der Leser auf etlichen Nebenkriegsschauplätzen. Man hätte die Literatur etwas stärker in den Hintergrund rücken müssen oder aber die Biographie thematisch strukturieren, um dieses Dilemma aufzulösen. Hat Safranski aber nicht und deswegen gibt es keine fünf Sterne.

+ Detailreiche, verständliche und ansprechend geschriebene Biographie.
+ Bewusster Verzicht darauf sich in den unendlich vielen Interpretationen zu verlaufen, die es zu Goethe gibt
+ Besonders stark ist der Abschnitt mit Schiller.
+ Ohne Vorwissen lesbarer Einstieg in Goethes Schaffen.

– Mit 752 Seiten zu lang, ein härterer Editor hätte das Buch auf 600 Seiten gekürzt ein wirklich harter Hund auf 500.
– Der chronologische Aufbau ist für das Lebenswerk Goethes vielleicht nicht die optimale Erzählstruktur.
– Dem Buch fehlt ein wenig der Schalk, den Goethe zweifelsohne im Nacken sitzen hatte.
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12 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 25. September 2013
Einleitend muß ich sagen,daß ich im Besitz fast aller Goethe betreffenden deutschsprachigen Bücher bin, natürlich auch die Biographien von Friedenthal,Boyle,Conradi etc. Die Überraschung ist nun Safranskis Buch,eigentlich ist es keine reine Biographie und ersetzt auch keinesfalls die anderen. Aber Safranski, wie der Buchtitel schon aussagt,beleuchtet Goethes Leben und Lebensauffassung(en)im Kontext zu seiner Umwelt,seinen Werken (die Zitate kursiv gedruckt im Text),den Personen, die eine Rolle in seinem Leben gespielt haben,von einer neuen, nicht zu kopflastigen, sondern eben dem Leben gewidmeten Seite.
Und das ist meiner Meinung nach so gekonnt,daß das Lesen Spaß macht und manches neu verstehen läßt.
Allerdings sollte man schon mit Goethe vetraut sein und auch eine andere Biographie ,am besten Friedenthal, gelesen haben. Dann aber ist dieses Buch ein Gewinn und ein großes Vergnügen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Schon wieder eine Goethe-Biografie? Nach den hunderten, die es schon gibt?

Andererseits: "Iphigenie" wird ja auch immer neu inszeniert, selbst wenn jedes einzelne Wort hundertmal gesprochen, hundertmal von Germanisten umgedreht wurde. Und gerade wer den Faust auswendig kennt, dürfte sich jedesmal von Neuem interessieren, wenn er wieder auf die Bühne gebracht wird und wie.

So spricht nichts gegen Neuinszenierungen von Goethes Leben. Wie Safranski herausarbeitet, hielt Goethe von den Philosophen nicht viel und von der Religion noch weniger, umso mehr aber vom Leben. Seines hat an Buntheit fast alle seiner Werke (in denen sich Großartiges ebenso wie ziemlich Missratenes findet) übertroffen. Und jedes Zeitalter, jeder gescheite Biograph gewinnt ihm etwas Neues, etwas Eigenes ab: "Wer vieles bringt, wird manchem etwas bringen". Goethe hat vieles gebracht, und daher auch vielen etwas, vor allem sich selbst, und Safranski legt eine spannende Neuinszenierung davon auf die Bretter.

Und einen lustigen Druckfehler gibt es auch, auf S. 419: "Die Kraniche des Abakus". Oder hat sich da jemand einen Scherz erlaubt?
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 30. September 2013
Ich habe schon mehrere Bücher von Rüdiger Safranski gelesen und liebe seine klare Sprache. Ich habe auch viele Bücher über Goethe, angefangen von der Friedental -Biographie bis zu Romanen über (Walser) Briefwechseln, und die Orginalwerke gelesen, gerade deshalb macht es Spaß eine neue Sichtweise , neue Zusammenfassungen, neue Schwerpunkte zu entdecken. Ich bin noch nicht bis zum Ende des umfänglichen Werkes gediehen, aber mir macht es nach wie vor Spaß darin zu lesen.
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