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31 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gut lesbare Biographie Goethes und seiner Zeit
Die facettenreiche Biographie Goethe - Kunstwerk des Lebens" von Safranski ist spannend und lehrreich zugleich. Besonders hervorheben möchte ich drei von Safranski besonders gut dargestellte, für das Verständnis Goethes und seiner Zeit aufschlußreiche Charakterisierungen, nämlich die Farbentheorie Goethes, Goethes Plotinkritik und Goethes...
Vor 11 Monaten von Gerhard Mall, Darmstadt veröffentlicht

versus
143 von 166 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen WACKER DAS WOHLBEKANNTE
Den allgemeinen Jubel über dieses Buch kann ich nicht teilen. Rundum gediegen wird das Lebens- und Werkpensum abgearbeitet, und wer noch nie eine Goethe-Biographie gelesen hat, wird detailliert und zuverlässig informiert.

Ich habe jedoch schon die eine oder andere Goethe-Biographie gelesen (unter anderem den zweibändigen Conrady, der die Werke...
Vor 12 Monaten von Bücher-Bartleby veröffentlicht


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31 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gut lesbare Biographie Goethes und seiner Zeit, 8. Oktober 2013
Die facettenreiche Biographie Goethe - Kunstwerk des Lebens" von Safranski ist spannend und lehrreich zugleich. Besonders hervorheben möchte ich drei von Safranski besonders gut dargestellte, für das Verständnis Goethes und seiner Zeit aufschlußreiche Charakterisierungen, nämlich die Farbentheorie Goethes, Goethes Plotinkritik und Goethes Kontakte zum Philosophen Fichte.

a) Goethe setzte sich dafür ein, daß Fichte eine Professur für Philosophie in Jena erhielt. Die Darstellung der idealistischen Philosophie Fichtes als Weiterenwicklung der Moralphilosophie Kants mit Safranskis treffender Beschreibung des zum Idealismus konträren Materialismus als "Selbstverdinglichung" des Menschen ist meisterhaft einschließlich der Erklärung des späteren Atheismus-Vorwurfs gegen Fichte wegen seiner alleinigen Ableitung der Religion aus der Moral (Kant!) ohne Raum für Monotheismus. Safranskis Charakterisierung Fichtes als erster Politkommissar" der Geschichte wegen seiner geplanten Reden an die Soldaten der Befreiungskriege gegen Napoleon ist besonders originell und treffend.

b) Die Erläuterung der Goetheschen Platon-Plotin-Kritik durch Safranski ist ebenfalls überzeugend und klar: Goethes Einwände gegen die platonische Vorstellung, die konkrete Wirklichkeit sei stets Manifestation einer allgemeinen Idee und sei deshalb immer ein "Abstieg" wird mit dem Gegenargument Goethes, daß auch aus konkret Gegebenem eine Evolution hin zu höheren Stufen zu beobachten sei, nachvollziehbar kritisiert.

c)Die Beschreibung der Farbenlehre Goethes, der sich selbst als Naturforscher verstand und sich mit seiner Farbenlehre explizit gegen Newton positionierte (was schon damals auf allgemeine Ablehnung gestoßen ist), ist ebenfalls gut zu lesen und klar. Safranski gelingt es, den Goetheschen Gedanken, eine Farbe zeige sich in Bezug auf weißes Licht stets als Intensitätsverlust, bedingt durch das Auftreffen des Lichts auf einen Gegenstand, nachvollziehbar darzustellen (in der Praxis ergibt die Überlagerung der Farben des Farbkreises in der Tat nicht "weiß", sondern "grau"). Safranski zeigt nun auf, daß Goethe der unmittelbaren Anschauung der Natur (ohne Hilfsmittel wie Mikroskop, Fernrohr etc.) den Vorzug vor mathematisch-physikalischen Abstraktionen gibt. Dies ist im Zeitalter der absolut unanschaulichen Quantenphysik natürlich besonders irritierend.

Ich kann diese vorzügliche Biographie, die die Geschichte und die geistigen und geistlichen Strömungen der Goethezeit lebendig werden läßt, nur empfehlen.

Gerhard Mall
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143 von 166 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen WACKER DAS WOHLBEKANNTE, 31. August 2013
Von 
Den allgemeinen Jubel über dieses Buch kann ich nicht teilen. Rundum gediegen wird das Lebens- und Werkpensum abgearbeitet, und wer noch nie eine Goethe-Biographie gelesen hat, wird detailliert und zuverlässig informiert.

Ich habe jedoch schon die eine oder andere Goethe-Biographie gelesen (unter anderem den zweibändigen Conrady, der die Werke besser vorstellt). Deshalb drängt sich mir der Eindruck auf, dass Safranski nicht nur wenig Neues beizutragen hat (bessere Kenner werden wahrscheinlich sagen: gar nichts Neues). Schlimmer noch, er findet auch keine Erzählweise, die einen das gut dokumentierte und fast restlos erschlossene Goethe-Leben noch einmal mit Spannung lesen ließe.

Er erzählt alles brav der Reihe nach herunter, als hätte es nicht schon mindestens ein Dutzend Standardbiographien gegeben. Ich habe deshalb nach einer Weile nur noch kursorisch gelesen und selten etwas gefunden, wo sich mein Interesse festgehakt hätte, wie z.B. das kontextreiche Kapitel über die „Wahlverwandtschaften“ oder die ein wenig zerknirschten Ausführungen über die "Rosskur des Prosaischen" in den "Wanderjahren".

Lauter richtige, abgewogene Urteile, man kann immerzu mit dem Kopf nicken. Wacker das Wohlbekannte. Aber ganz ohne Witz und Esprit, ohne Hader und Enthusiasmus. „Kunstwerk des Lebens“ – die Grundidee ist ja nun auch ein alter Hut. Seit je wird Goethe nicht nur wegen seiner Werke, sondern als menschliches Gesamtkunstwerk gepriesen.

Dass es auch anders geht, hat Karlheinz Schulz mit seiner Reclam-Biographie aus dem Jahr 1999 bewiesen: Leben und Werk und dazu den zweihundertjährigen Goethe-Diskurs mit seinen Kontroversen, Stilisierungen, Fragwürdigkeiten. Geistreich von der ersten bis zur letzten Seite, das Goethe-Phänomen lustvoll auseinandergenommen, aber doch nicht das (oft ziemlich dunkle) Genie und die Meisterschaft Goethes in Frage gestellt. Dieses streitbare, in manchen Momenten sicher auch anfechtbare Buch hat das Temperament, das ich bei Safranski vermisse.

Warum hat Safranski sein Buch überhaupt geschrieben? „Es gibt viele Goethe-Biographien, aber noch keine von mir“, soll er gesagt haben. Ich fürchte, das ist die Wahrheit.

Immerhin: ein ausgesprochen schön ausgestattetes Buch, mit Leineneinband und Fadenheftung. Für den verglasten Bildungsbürgerbücherschrank. Ich ziehe meinen eselsohrigen Reclam-Schulz vor.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hohe Erwartung übertroffen, 8. November 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Besonders gut gefällt mir Safransky's Konsequenz beim Festhalten an seinem im Untertitel angekündigten Zugang zur dominanten Persönlichkeit Goethes. Dieser Zugang erhellt auch sein Schaffen und die teilweise ja sattsam bekannten Teile der Biografie. Wohl kann nie eine Biografie die "ganze Wahrheit" alleingültig verkörpern, obwohl diese Erwartungen schwer zu verhindern sind. Diese aber enthält eine sehr wichtigen roten Faden in Goethes Leben, der vielleicht schon bekannte Fakten und Vorkenntnisse sehr gut zu ordnen imstande ist.
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58 von 67 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Es lohnt sich, 4. September 2013
Beginnen wir mit den Äußerlichkeiten: Unter dem Schutzumschlag verbirgt sich ein in grünes Leinen (?) gebundenes, gewichtiges Buch, das in die Hand zu nehmen eine Freude ist. Die damit verbundene Anmutung von Ohrensessel, Kaminfeuer und einem guten Glas Rotwein ist womöglich gewollt und mir im fortgeschrittenen Lebensalter gar nicht mal unsympathisch. Der Eindruck des "Wohltemperierten" und Behaglichen vermittelt sich auch über Safranskis Sprache und ist natürlich Geschmacksache - wie auch das nach den Regeln der alten Rechtschreibung benutzte ß, das ich wie einen alten, schon verloren geglaubten Bekannten begrüßt habe.

Obwohl ich mich schon mehrere Jahre mit Goethe beschäftige, habe ich noch einiges lernen können aus dieser Biographie. Über Faust II und Wilhelm Meisters Wanderjahre vor allem, aber auch über die Dramen, die mir bisher nur dem Namen nach bekannt waren. Manchmal wehte mich bei der Lektüre allerdings eine Kühle an, die denn doch befremdet. Wenn es um die Schwester Cornelia und ihr tragisches Schicksal geht beispielsweise. Das gehaltvolle Buch von Sigrid Damm über sie findet sich zwar im Literaturverzeichnis, scheint aber ansonsten recht spurlos an Herrn Safranski vorbeigegangen zu sein. Aber das sind Kleinigkeiten, die am positiven Gesamteindruck nichts oder kaum etwas ändern. Ich werde das Buch mit Sicherheit noch ein zweites, vielleicht sogar ein drittes Mal lesen. Es gibt nicht viele Bücher von denen ich das sagen kann.
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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Mensch Goethe, 21. Oktober 2013
Bücher über Goethe füllen ganze Bibliotheken. Doch dem Werk von Rüdiger Safranski gebürt darin einen Ehrenplatz. Goeteh als Mensch, trotz seiner Genialität, ist verständlich, ohne Schnörkel und einer Erhebung aufs Podest, dargestellt. Aber eben nicht nur seine Lichtgestalt, sondern auch seine menschlichen, nichtsdestotrotz auch unangenehmen Charakterzüge finden ihren Platz. Und genau das ist es, was dies Biografie so angenehm aus andern hervorragen lässt.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein wunderbares Buch, 20. März 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ein wunderbares Buch; ich lese jeden Tag etwa zehn Seiten, rein zum Vergnügen. Bin jetzt knapp über der Hälfte, habe also noch eine Reihe schöner Lesetage vor mir… Auch wenn man die Werke und die Lebensgeschichte Goethes einigermaßen kennt, hier findet man alles noch einmal schön zusammengestellt und aufeinander bezogen: den zeitgeschichtlichen Hintergrund, die handelnden Personen, die geistigen Auseinandersetzungen, die ökonomische Realität, den absoluten Gestaltungswillen, der Werk und Leben verbindet.
Safranski ist der beste Philosophie-Erklärer, den ich kenne. Beim Lesen – auch seiner anderen Bücher (vor allem seiner Bücher über Schopenhauer, Heidegger und Nietzsche) – drängt sich mir immer eine Bitte auf: Lieber Herr Safranski, bitte schreiben Sie ein Buch über Immanuel Kant! Sie sind der einzige, der das so kann, dass man’s versteht. Vielleicht würde mir dann auch klar, was es mit den synthetischen Urteilen a priori auf sich hat und warum diese Frage damals so wichtig war! Ein Buch von Ihnen über Kant wäre ein absoluter Gewinn! Ich warte darauf.
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ZUm xten Mal Goethe und immer wieder ein Gewinn, 30. September 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ich habe schon mehrere Bücher von Rüdiger Safranski gelesen und liebe seine klare Sprache. Ich habe auch viele Bücher über Goethe, angefangen von der Friedental -Biographie bis zu Romanen über (Walser) Briefwechseln, und die Orginalwerke gelesen, gerade deshalb macht es Spaß eine neue Sichtweise , neue Zusammenfassungen, neue Schwerpunkte zu entdecken. Ich bin noch nicht bis zum Ende des umfänglichen Werkes gediehen, aber mir macht es nach wie vor Spaß darin zu lesen.
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11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Überraschung !, 25. September 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Einleitend muß ich sagen,daß ich im Besitz fast aller Goethe betreffenden deutschsprachigen Bücher bin, natürlich auch die Biographien von Friedenthal,Boyle,Conradi etc. Die Überraschung ist nun Safranskis Buch,eigentlich ist es keine reine Biographie und ersetzt auch keinesfalls die anderen. Aber Safranski, wie der Buchtitel schon aussagt,beleuchtet Goethes Leben und Lebensauffassung(en)im Kontext zu seiner Umwelt,seinen Werken (die Zitate kursiv gedruckt im Text),den Personen, die eine Rolle in seinem Leben gespielt haben,von einer neuen, nicht zu kopflastigen, sondern eben dem Leben gewidmeten Seite.
Und das ist meiner Meinung nach so gekonnt,daß das Lesen Spaß macht und manches neu verstehen läßt.
Allerdings sollte man schon mit Goethe vetraut sein und auch eine andere Biographie ,am besten Friedenthal, gelesen haben. Dann aber ist dieses Buch ein Gewinn und ein großes Vergnügen.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine Goethe-Biografie für das 21. Jahrhundert, 3. Oktober 2013
Die Goethe-Biografie von Rüdiger Safranski ist eine Darstellung, die das Wesentliche dem Leser in unserer Zeit bietet.

Das stattliche Buch ist ein dunkelgrüner Pappband, leider nicht in Leinen, der 2013 in München im renomierten Carl-Hanser-Verlag erschienen ist. Einen Schuber besitzt der Band mit Schutzumschlag bedauerlicherweise nicht.

Vom Umfang her dürfte in erster Linie der Vergleich mit der Monografie von Richard
Friedenthal (London) erlaubt sein, die damals zunächst mit Erfolg als Fortsetzungs-Werk in der Tageszeitung "Die Welt" und dann ab 1963 mit vielen Auflagen im Piper-Verlag München erschien.

Auf mich, als Leser, wirkt das neue Buch von Rüdiger Safranski in erster Linie, da es gut strukturiert ist und in einer klar verständlichen Sprache abgefaßt wurde. So wird die Lektüre, auch der bekannten Höhepunkte, zum Lese-Erlebnis und selbst inhaltlich hebt sich das Hanser-Buch von älteren Monografien spürbar ab, da Safranski die diverse neue Goethe-Literatur der letzten Jahrzehnte entsprechend berücksichtigte.

Vielleicht hält die kommende Buch-Messe bereits eine wohlfeile Taschenbuch-Edition bereit, obwohl ich sicherlich bei der gediegenen Hanser-Ausgabe bleiben werde.

Ein weiteres Feld wäre eine entsprechende GROSSDRUCK-Ausgabe für sehschwache und ältere Leser ...
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Die Vernetzung aller mit allen..., 17. April 2014
Von 
Michael Dienstbier "Privatrezensent ohne fina... (Bochum) - Alle meine Rezensionen ansehen
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...ist die große Stunde des Konformismus" (15) schreibt Rüdiger Safranskis gleich auf der ersten Seite seiner Biographie über den wohl deutschesten aller deutschen Dichter. Unsere heutige Gegenwart ist vernetzter, als jemals zuvor. Jeder kann mit jedem über alles und nichts kommunizieren; der Zugang zu Filmen, Büchern und Musik, mitsamt mal mehr mal weniger qualifizierten Kommentaren zu eben diesen, ist grenzenlos. Kann ein solches Zeitalter der ultimativen Verfügbarkeit von Informationen überhaupt noch einen Menschen von solcher Schöpfungskraft und solch einer Masse von Produkten hervorbringen? Auch Goethe, so Safranski, sei immer interessierter Beobachter und Teilnehmer des politischen und kulturellen Lebens seiner Zeit gewesen. Doch viel wichtiger: "Er machte es sich zum Grundsatz, nur so viel Welt in sich aufzunehmen, wie er auch verarbeiten konnte [...]. Er konnte auch wunderbar ignorieren" (ebd.). Diese Kunst des Ignorierens, im Zeitalter des penetranten Dauerinputs eigentlich wichtiger denn je, scheint heute jedoch nur noch von wenigen beherrscht zu werden. Rüdiger Safranskis neues Buch "Goethe – Kunstwerk des Lebens" ist eine glänzend recherchierte und hervorragend geschriebene Darstellung dieses deutschen Genius' als Mensch seiner Zeit in all seinen verschiedenen Rollen.

Safranski beschreibt das Leben des hochbegabten Sprosses einer wohlhabenden Frankfurter Juristenfamilie, der bereits zu Schulzeiten mit zahlreichen Gedichten seinen Freundeskreis beglückt, dann zum Studium nach Leipzig und Straßburg ging, dort seine vielen Liebeleien wiederum in Gedichten verarbeitet und reflektierte und später dann als Intimus des Herzogs von Weimar Karriere zu machen, ohne dabei viel arbeiten zu müssen. Safranski nähert sich dabei den entscheidenden Ereignissen im Leben Goethes anhand der von ihm zu dieser Zeit verfassten Schriften. Dabei gelingt ihm ein Einblick in das Gesamtwerk Goethes, wobei er es schafft, die zentralen Aspekte eines Werkes auf den Punkt zu bringen, ohne dabei allzu sehr zu vereinfachen oder ins platitüdenhafte abzudriften. Zudem gelingt dem Buch mit der Beschreibung von Goethes Leben und Werken sowie der Rezeption und Diskussion um eben diese eine lebhafte Rekonstruktion des politischen, literarischen und philosophischen Panoramas vom Deutschland des späten 18. und frühen 19. Jahrhunderts. Die Auswirkungen des Sturm und Drang, Goethes Freundschaft mit Schiller sowie die Revolutionskriege und Goethes persönliche Bekanntschaft mit Napoleon sind nur einige Aspekte, die Safranski hier aufgreift.

Goethe als Nonkonformist, der selten jemanden nach dem Mund sprach, aber auch von Hause aus die Unabhängigkeit besaß, dies für sein Auskommen nie nötig gehabt zu haben; Goethe der Charmeur, der ständig flirtete, aber wohl erst während seines Italien-Aufenthaltes das erste Mal mit einer Frau schlief; es sind auch diese Widersprüche, die die bis heute andauernde Faszination für diesen wohl letzten Universalgelehrten ausmachen, dem Safranski hier ein Denkmal setzt, welches wohl auf Jahre das Standardwerk über Goethe bleiben wird.
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