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5.0 von 5 Sternen Lehnhoff Inszenierung "in den Räumen der Angst", 13. Oktober 2013
Von 
Hans-Georg Seidel "opera" (Düsseldorf) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: DEBUSSY: Pelléas et Mélisande (Aalto-Musiktheater Essen, 2012) (DVD)
Nikolaus Lehnhoff sieht als verbindendes Handlungselement, eine aus seelischen(psychischen) Verletzungen der Vergangenheit resultierende Angstfixierung als Zentralaspekt. Er inszeniert den Pelleas als mythisches Trauerspiel.
Ort dieser Angst ist zentral das Schloß Allemonde, das Symbol für einen seelischen Innenraum. Alle Personen sind Handelnde aus ihrem Unterbewußtsein.
Diesen Räumen der Angst verleiht die Bühne einen plastisch, architektonisch symbolischen Ausdruck in Kombination mit einer subtilen Lichtdramaturgie.
Gekoppelt wird dies, mit einer konkreten Personenführung. Mythisch, mystisch, unkonkrete Räume werden mit konkreter Darstellung gefüllt.

Singschauspielerisch insgesamt sehr überzeugend umgesetzt.

Michaela Selinger ist eine hervorragende Melisande mit einem nicht ganz so silbrig fädrigen Sopran, aber mehr Fundament kommt der Rolle im Kontrast zur Musik zugute, jedenfalls aus meiner Perspektive, da ich stimmfarbliche Kontrastierung zur Musik als wesentlich bei dem Werk sehe.
Pelleas ist der überzeugende Jacques Imbrailo.
Goloud ist Vincent Le Texier, Arkel wird von Wolfgang Schöne gesungen. Doris Soffel ist Genevieve. Alles überzeugende Besetzungen hinsichtlich ihrer stimmfarblichen Präsenz ohne allerdings den Idealfall darzustellen, der natürlich ein reines Subjektivum ist.

Stefan Soltesz dirigiert subtil farbstark, setzt aber auch Akzente.

Eine Aufführung, die insgesamt überzeugt und zudem von der Aufnahme insofern adäquat ist, als die Stimmen nicht wie heute des Öfteren, primär am Kopf der Sänger mikrofoniert werden. Dies führt bei Opernstimmen zu einer Timbre, das nicht dem Geschehen im Opernraum entspricht, wo die Stimme immer das Ergebnis von Stimme im Raum ist. Im Gegensatz zu Sängern in der Pop-Musik, wo das zwingend ist, halte ich diese Art der Aufnahmemikrofonierung für kontraproduktiv, obwohl aus praktischen Erwägungen durchgeführt.
Sie nimmt Stimmen gerade die stimmfarbliche Magie, die sie in akustischer Interaktion mit dem Opernraum entfalten. Zudem steht diese Form der live Ton Aufnahme in oft zu krassem Gegensatz zu dem, was das Opernpublikum im Opernhaus hört.
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DEBUSSY: Pelléas et Mélisande (Aalto-Musiktheater Essen, 2012)
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