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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Anders, ganz anders als erwartet
Bereits bei den ersten Klängen des Intros von Satyricons selbstbetitelter 2013er Platte, "Voice Of Shadows", spürt man förmlich, wie selbsternannte Szene-Polizisten beginnen, ihre Messer zu wetzen. Denn was hier nach den ersten Drumkicks zu hören ist, klingt alles andere als norwegisch bzw. "trve". Eine bedächtige, dennoch mächtige...
Vor 10 Monaten von Stefan T. veröffentlicht

versus
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Einiges neu und doch beim Alten.
Schon vor der Pause, die nach der "The Age Of Nero" Tour folgte, kündigte Satyr an, dass SATYRICON an ihrem Stil feilen werden und damit auch einige Leute verschrecken könnten.
Gesagt getan, der Tapetenwechsel hat stattgefunden.

Was mir das Intro sagen will (außer unterbewusst das Mitsummen von "When The Saints Go Marching In"), weiß...
Vor 8 Monaten von Sascha veröffentlicht


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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Anders, ganz anders als erwartet, 6. September 2013
Von 
Stefan T. (Wien) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Satyricon (Audio CD)
Bereits bei den ersten Klängen des Intros von Satyricons selbstbetitelter 2013er Platte, "Voice Of Shadows", spürt man förmlich, wie selbsternannte Szene-Polizisten beginnen, ihre Messer zu wetzen. Denn was hier nach den ersten Drumkicks zu hören ist, klingt alles andere als norwegisch bzw. "trve". Eine bedächtige, dennoch mächtige Gitarrenmelodie, die eher an den Orient denken lässt. Man glaubt kaum, dass man hier wirklich eine Platte von Satyricon aufgelegt hat. Ist aber so, wie spätestens beim ersten Gesangseinsatz von "Trog Og Kraft" zu hören ist. Hier strapaziert eindeutig Meister Satyr seine Stimmbänder, darüber kann auch die Melodie nicht hinweg täuschen, die das Intro geschickt wieder aufnimmt. Dadurch wird eine dichte, sehr düstere Atmosphäre geschaffen, die man so von Satyricon schon länger nicht mehr gehört hat. Noch dazu ist das Stück ausgesprochen abwechslungsreich, gegen Ende gibt es sogar ein kurzes akustisches Zwischenspiel zu hören. Insgesamt ein ausgesprochen starker Einstieg in dieses Album, der jeden Hörer, der kein neues "Nemesis Divina" erwartet, regelrecht gefangen nimmt. Ein Gefühl, das – zumindest bei mir – über die gesamte Spielzeit aufrecht bleibt. Wobei nicht verhehlt werden soll, dass man gelegentlich überrascht aufhorcht, doch dazu weiter unten.

Diese …ähem… "gute" Gefühl bleibt auch beim für die neuere Satyricon-Ausrichtung typischen "Our World, It Rumbles Tonight". Ein schneller Track im Stile von "Now, Diabolical" – speziell das MG-Riffing muss man gehört haben, aber auch die Leadgitarre weiß zu überzeugen. Dazu gibt es den üblichen Knurr-Keif-Gesang von Satyr, an dem ich persönlich nichts auszusetzen finde. In eine ähnliche Kerbe haut auch das eine Spur düsterere "Nocturnal Flare", das vor allem im Gitarrenbereich mit vielen Details aufwartet, die man beim ersten Hören schwer erfasst, die letztlich aber verantwortlich für die außergewöhnlich unheilvolle, drückende Atmosphäre sind. Einziger Wermutstropfen: Dieser Song hätte ruhig eine Minute kürzer sein können… So richtig Gas geben Satyricon bei "Walker Upon The Wind" – durchaus überraschend, mit so einem wütenden Ausbruch inklusive Doublebass-Gewitter und flirrenden Gitarren hätte man bei den Veteranen kaum noch gerechnet. Gefällt! Ihrer eigenen Vergangenheit besinnen sich Satyricon auf diesem Album speziell auch im dafür perfekt betitelten "Ageless Northern Spirit". Ein handelsüblicher Black Metal-Song, der sich anfühlt, als wäre er speziell für die kalte Heimat der Band geschrieben worden. Gar nicht übel, auch wenn man ähnliches von dieser Band schon besser gehört hat.

Die genannten Songs sind großteils gut und können – zumindest zum Teil – durchaus im Satyricon-Kontext eingeordnet werden. Anders sieht es mit dem Rest des Materials aus. "Nekrohaven" ist das kürzeste Stück auf "Satyricon". Ein eher brachialer Track, manche könnten sich am teilweise elektronisch verzerrten Gesang von Satyr stören. Sind vermutlich die gleichen, die sich auf der anderen Seite mehr Abwechslung wünschen… Interessanter als das Gekrächze ist aber ohnehin die Musik, die hier einen sehr starken Black n' Roll-Einschlag aufweist. Orientiert sich stark in Richtung Kvelertak, was auf einer Satyricon-Scheibe natürlich gewöhnungsbedürftig klingt. Ich persönlich sehe es als rumplige Hommage und finde den Song gut.

Im Gegensatz dazu ist "The Infinity Of Time And Space" mit 7:48 Minuten der längste Song auf "Satyricon" und eine noch größere Überraschung. Wenn hier plötzlich Sprechgesang auf dem Programm steht und das Ganze nach dem auch anno 2013 immer noch sehr beliebten "Okkult-Rock" klingt, ist man zunächst ausgesprochen verdutzt. Interessant ist allerdings, dass Satyricon mit diesem staubtrockenen Stück einige der Bands dieses Genres hinter sich lassen. "The Infinity Of Time And Space" ist tatsächlich ein Song, wie geschaffen für große Lautstärke und das Hören auf Vinyl. Majestätisch und gleichzeitig lässig rockend – man glaubt kaum, dass hier Satyr und Frost am Werk sind, wenn der Gesang und die eingestreuten Black Metal-Parts nicht wären, würde ich spontan an Acts wie Graveyard denken. "Natt" ist schließlich der passende, düster-unheimliche Ausklang von "Satyricon". Geisterhaftes Geflüster und eine hypnotische Melodie lassen ein intensives Album ausklingen und hinterlassen in diesem Fall ein Gefühl, wie bei einem Filmabspann. Und das passt ja eigentlich auch ganz gut zu der Achterbahnfahrt, die "Satyricon" als Album im Endeffekt ist.

Bleibt noch "Phoenix" zu erwähnen – der Song, an dem sich die Geister am meisten scheiden werden. Nein, das ist kein Black Metal – auch wenn das Stück durchaus so beginnt. Hmm… eine gewisse Ähnlichkeit zu "The Infinity Of Time And Space" ist hier auszumachen, wird durch den Gastgesang von Sivert Høyem (Madrugada) allerdings auf die Spitze getrieben. Das hat schon fast etwas von – keine Ahnung. Ghost? Muse? The Doors? Ich kann es nicht genau einordnen. Es ist jedenfalls ein Stück, wie es auf einer Satyricon-Scheibe noch nie vorgekommen ist. Und: Es ist ein verdammter Hit, den man nicht mehr aus dem Kopf bekommt. Der einzige wirkliche Hit auf dieser insgesamt sehr düsteren und wenig eingängigen Scheibe. Was man damit anfangen soll, muss jeder für sich entscheiden. Mir persönlich gefällt es ausgezeichnet – wäre aber wohl am Ende der Scheibe besser aufgehoben gewesen. Aber solche Konventionen und Überlegungen, wie man es allen recht machen kann, waren ja noch nie etwas für Satyricon, die sich schon vor langer Zeit davon befreit haben, es der "trve"-Fraktion (deren Gesichter ich beim Hören von "Phoenix" übrigens für mein Leben gern sehen würde…) recht machen zu wollen.

Fazit: Mit dieser Scheibe haben Satyricon mit Sicherheit nicht die beste Platte ihrer bisherigen Karriere geschaffen. Aber eine derartige Steigerung gegenüber dem noch auf dem mittelprächtigen "The Age Of Nero" zelebrierten, mittlerweile ausgereizten Stil hätte ich nicht erwartet. "Satyricon" ist meiner Ansicht nach eines der düstersten und gleichzeitig abwechslungsreichsten und mutigsten Alben der Norweger. Unerwartet? Ja! Unerwartet gut? Ebenfalls: Ja! "Phoenix" hin, Black Metal her. Mir gefällt es sogar so gut, dass ich die Höchstwertung springen lasse.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine Klasse für sich., 11. September 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ich verfolge Satyricons Schaffen seit nunmehr fünfzehn Jahren, und ich habe sie immer dafür geliebt, daß sie sich einen Dreck um das scheren, was Andere sagen, daß sie einfach machen, was sie wollen. Für mich macht dieses Selbstbewußtsein einen Großteil ihres Reizes aus. Dadurch, daß sie ihren Horizont erweiterten, erweiterten sie auch meinen.

Ob das noch Black Metal ist? Keine Ahnung. Wen interessiert's? Ich weiß nur, daß ich "Satyricon" für ihr bislang stärkstes Album halte. Es hat mich gepackt, von der ersten Note an. Die Stimmung, die die Herren kreieren, ist einzigartig. Sie beweisen wieder einmal: Sie sind definitiv mit die Besten ihres Fachs. Und "Phoenix" (mit der Stimme des wunderbaren Sivert Høyem) ist - meiner Meinung nach - ein absoluter Höhepunkt auf dem Album, nicht trotz, sondern gerade wegen des Klargesangs.

"Stillstand ist Rückschritt und der erste Schritt zum Grab." Also: Lauscher auf, Schubladen zu, Horizont erweitern und eines der besten Metal-Alben seit langem genießen!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Schwierig. Spannung im Leerlauf., 18. September 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Um es vorweg zu sagen: meine verhaltene Begeisterung für diese Platte beruht nicht darauf, dass Satyricon keinen "trve svper kvlt" Black Metal (mehr) spielen, sondern darauf, dass ich von einer der tonangebenden, visionärsten Bands der Szene schlicht mehr neue Impulse erwartet hätte. Und ein Album, bei dem man sich nicht im Clockwork Orange Style dazu zwingen muss, am Ball zu bleiben.

Los geht es mit dem instrumentalen Intro "Voice of Shadows", das mich bereits beim zweiten Mal an "When the Saits go marching in" (in Moll) erinnerte und aufgrund dieser unfreiwilligen Komik ab sofort geskippt werden muss.

Der eigentliche Opener "Tro og Kraft" begeistert hingegen mit fies kriechenden Riffs, Satyrs Signature-Voice und grollenden Drums, die Unheil verkünden gleich einem aufziehenden Gewitter. Mit der Nummer beweist Satyr eindrucksvoll, dass Black Metal nicht schnell sein muss, um evil zu sein. Und Norwegisch ist eh die geilste Sprache für diese Musikrichtung - so wie Spanisch für Death Metal und HipHop (hört mal Asesino, Brujeria oder Psycho Realm).

Weiter geht es mit dem eingängigsten und vielleicht auch besten Titel der CD: "Our World, It Rumbles Tonight". Auch wieder langsam und zäh - hier löst sich die aufgebaute Spannung allerdings auch in einen hymnischen Refrain auf. So könnte es gerne weiter gehen.

Tut es aber nicht. Ähnlich wie bei Alice In Chains (Dinasaurs) hat man mit zwei Ausnahmen das Gefühl, immer und immer wieder den gleichen Song zu hören. Zähe Riffs, gleichbleibendes Keif-Genuschel, 64/tel Doublebass unter nem 80 bpm Beat.

Eine weitere herausstechende Nummer ist Phoenix, auf der sich Satyr eines Gastsängers bedient. Die Nummer oszilliert irgendwo zwischen Doom und Goth Rock und ist - obwohl vielleicht völlig deplaziert - eigentlich ziemlich cool. Jedenfalls ein geglückteres Experiment als "Destructos" auf dem letzen Morbid Angel... aah, lassen wir das.

Bei Walker of the Wind gibts sogar zum ersten und einzigen Mal Blastbeats. Allerdings reissen diese die Nummer auch nicht aus ihrer Mittelmässigkeit, zumal die Nummer gegen Ende wieder im Doublebass unter Schleichgitarren-Sumpf absäuft.

Necrohaven bedient die Leute, denen K.I.N.G. bzw. dessen erste Inkarnation (Fuel for Hatred) immer noch nicht gereicht hat. Jaja, wieder AC/DC meets Punk.

Ageless Northern Spirit gefällt durch seine Dynamik und shpärischen Abgang. Ist de facto aber auch nur eine Variante von "The Pentagram Burns".

Der vermeintliche epische Longtrack am Ende lässt sich ganz gut an, der Wechsel zwischen Enslaved - The Watcher Tremolopicking Teilen und verschlepptem Tempo gefällt. Leider kann der Titel trotz aller Redundanz nicht die hypnotische Wirkung eines To The Mountains oder gar Black Lava entfalten.

Natt ist ein schöner Walzer zum Abgang und ähnlich belanglos wie das Intro. Die Keys erinnern etwas an das Nebenprojekt Wongraven, es kommt jedoch leider nicht diese kauzig schräge Stimmung auf.

Naja, die drei Remixes sind ganz nett, ob man sie wirklich braucht kann ich gegenwärtig noch nicht beurteilen, da ich sie noch nicht 1:1 mit den Albumversionen auf meinen Nahfeldmonitoren gehört habe.

Ok, ein Satyricon Album, das zum ersten Mal seit... ÜBERHAUPT nicht obergeil ist. Das ist verzeihlich, wenn auch die lange Wartezeit vertan scheint. Vor allem ist die Käfighaltung von Frost eine der schlimmsten Animal-Crimes ever. Wenn ich mir reinziehe, was der so drauf hat (vergl. das Rebel Extravaganza Album (z.B. Supersonic Journey) oder dem Cover "INRI at 251 bpm"), dann tut es ganz schön weh, ihn so spielen hören zu müssen.

Bezeichnend auch, dass der eitle Fant Sigurd im DigiBooklet nur Fotos von sich reingenommen hat.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen 5 lange Jahre..., 7. September 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
...musste man auf dieses Werk warten. Aber: das Warten hat sich gelohnt!

Satyricon gehen den Weg der Weiterentwicklung ihres Stils seit dem Volcano-Album weiter. Fans der Alben bis zu Nemesis Devina werden sich wohl auch mit dem neuen, selbstbetitelten Album nicht anfreunden können. Doch diejenigen, die auch die Phase seit 2002 (Volcano) mögen, werden mit "Satyricon" ein prägendes Hörerlebnis haben. Ich zumindest teile die Ansicht von Mastermind Sigurd „Satyr“ Wongraven, dass das neue Opus ein "Grower" ist. Es wächst wirklich mir jedem Hören, und ist auf keinen Fall ein Album zum "schnellen Hören". Eingeleitet von einem sehr doomigen Intro geht es gleich in den ersten Song "Tro og Kraft" über. Auch hier ist die Handbremse eher angezogen. Düster und eher getragen geht es auch mit "Our world, it rumbles tonight" weiter. Für mich eines der Highlights auf diesem Album, ein echter Live-Song. In "Nocturnal Flare" sind dann im Mittelteil neben einem Chor doch sehr an die 80er Jahre erinnernden Gitarren-Solizu hören. Mit "Phoenix" folgt dann ein sehr experimenteller Song. Klargesang vom ehemaligen Sänger der norwegischen Indie-Rocker Madrugada. Klingt sehr gewöhnungsbedürftig, hat aber irgendwie auch was... Mit "Nekrohaven" hat man dann auch einen "Hit"der Marke "K.I.N.G" geschrieben, dürfte auch wieder ein typischer Live-Song werden. Nach "Ageless Northern Spirit" folgt für mich der beste Song: "The Infinity Of Time And Space". Episch, dynamisch, sehr atmosphärisch... Sehr gut finde ich die Laut-Leise-Dynamik in diesem Song. Ein wahres Meisterwerk! Das Album klingt dann mit dem ruhigen Stück "Natt"aus, und entlässt den Hörer nach knapp 45 Minuten wieder in die Realität.

Abschließend kann man Satyricon zu diesem Album nur gratulieren. Es ist düster, mit einem melancholischen Unterton und passt perfekt zu der nahenden Jahreszeit. Es ist sicherlich kein klassischer Black Metal mehr, wie auf den ersten beiden Alben dargeboten. Doch es ist definitiv Metal, und definitiv Satyricon! 5 Sterne dafür...

Anspieltipps: 1. Our world, it rumbles tonight 2. Nekrohaven 3. The Infinity Of Time And Space
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Großer Schritt, den nicht alle mitgehen werden wollen., 4. April 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Nach den Ansagen im Vorfeld und der Selbstbetitelung des Albums erwartete ich mir eine starke Weiterentwicklung und ein starkes Album. Also gleich mal vorbestellt.

Am Tag des Erscheinens war die CD noch nicht da, aber via Autorip habe ich am Arbeitsplatz reingehört. Was ich so nebenbei aus dem 7€ Headset herausgehört habe hat mich erst mal enttäuscht.

Als die CD dann kam, beschloss ich mich mehr einzuhören, manche Alben brauchen eben mehrere Durchläufe um damit warm zu werden. Und man sollte sie auch nicht mit dem letzten Mist von Equipment hören. Und wirklich: je mehr ich das Album hörte um so mehr kippte ich in die Musik.

Vor allem hervorzuheben sind für mich:
Trog og Kraft - Abwechslungsreiche Melodien und Akkustik-Passage
Phoenix - am Anfang ein Schock, aber das herausragendste Stück der CD und mein Favorit. Satyricon goes Nick Cave mit Muse-Anleihen. Mutig und voll aufgegangen!
Walker upon the Wind - Ode an Fans der älteren Tage/Musik von Satyricon
Nekrohaven - zusamment mit Phoenix mein persönliches Highlight. Das Riff treibt ab Sekunde ein ordentlich an, der verzerrte Gesang passt perfekt und der Refrain lädt live zum mitschreien ein!
The Infinity of Space und Time - Riffs und entrückte Akkustikpassagen samt gesprochener Texte wechseln sich ab. Spannend und abwechslungsreich. Wenn man Schubladen und Unterschubladen aufmachen möchte dann kann man das Wort Post Black Metal in den Mund nehmen.
Natt - ruhiger Instrumentaltrack, den man am Besten bei einem Glas Wongraven auf sich wirken lassen sollte. ;)

Alles in allem ein heterogenes Album in dem Fans jeder Schaffensphase den einen oder anderen Track finden werden, der ihnen gefällt. Das mag polarisieren, ich persönlich finde es gut.

Einen Stern Abzug gibts dafür, dass sich die hauptsächlich in Midempo gehaltenen Refrains zu sehr ähneln, was imo auch auf 'The Age of Nero' schon so war.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Einiges neu und doch beim Alten., 4. November 2013
Von 
Sascha "metalnews.de" (Bruchsal, Baden-Württemberg) - Alle meine Rezensionen ansehen
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Schon vor der Pause, die nach der "The Age Of Nero" Tour folgte, kündigte Satyr an, dass SATYRICON an ihrem Stil feilen werden und damit auch einige Leute verschrecken könnten.
Gesagt getan, der Tapetenwechsel hat stattgefunden.

Was mir das Intro sagen will (außer unterbewusst das Mitsummen von "When The Saints Go Marching In"), weiß ich nicht, jedenfalls staunt man bei "Tro og Kraft" nicht schlecht: Einfache Rock'N'Roll Drums und minimalistische Gitarren leitzen den Song ein, nur um dann mit einem Double-Bass Gewitter, der nicht minder giftigen Stimme von Satyr und einem klassischen Black Metal Riff abgefangen zu werden. Das Ganze eher im Midtempound ungefähr tausend mal "böser" als das Material ab "now, Diabolical". DAS, meine Damen und Herren, ist Black Metal!

Die Ablöse "Our World, It Rumbles Tonight" hingegen hätte auch auf dem Vorgänger-Album stehen können und bietet keinerlei Highlights (außer vielleicht dem Chorgestützen Refrain).

"Nocturnal Flame" startet mit einem zu Tro Og Kraft ähnlichen Riff, um dann in rockig psychedelische Bereiche vorzudringen, bis der Song zum Midtempo-Banger wird. Erwähnenswert ist auch hier der Break-Part mit einem atmosphärischen und minimalistischen Solo. Auch hier fällt wieder auf, wie erdig die Produktion und böse die Atmosphäre ist. Diese "Kälte" habe ich seit der "Volcano" vermisst.

"Phoenix" war schon beim Prelistening DIE Überraschung. Eingeleitet von klirrend schwarzmetallischen Gitarren, wandelt er sich zu einem (im Prinzip) "poppigeren" Song und wartet mit grandiosem Gastgesang auf. Wer da von Gothic-Rock oder HIM-Vergleichen redet, hat echt nichts verstanden. Der Song passt wunderbar ins Albenkonzept, die Stimme fesselt, das Arrangement und auch die Spoken Words-Passagen von Satyr ergeben ein Albenhighlight.

Ein wenig Alibihaft dagegen wirkt "Walker Upon The Wind". Blastbeats und erhöhtees Midtempo prägen den Song, ohne irgendwelche Wiedererkennungswerte durchsickern zu lassen.

"Nekrohaven" und "Ageless Northern Spirit" hätten ebenso auf dem Vorgänger stehen können, ohne irgendwelche deutlichen Akzente zu setzen.

"The Infinity Of Time And Space" begeistert durch leichte BURZUM-Referenzen, mit sehr deutlichem SATYRICON Stempel.

Das Album klingt mit "Natt" aus.

Insgesamt haben wir ein gelungenes Album vorliegen, das allerdings noch hin und wieder mit der jüngeren und gnadenlos ausgelutschten Vergangenheit der direkten Vorgänger liebäugelt. Ich hätte mir mehr Konsequenz gewunschen.

Ein wenig mehr Doom, merh Atmosphäre und auch frisches Blut prägen das Album, abgesehen von drei Tracks, die so nicht ins neue Konzept passen wollen/müssen. Gebt dem Album ruhig eine Chance.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schwarze Liebe auf den zweiten Blick, 10. September 2013
Der Vergleich drängt sich irgendwie auf: Nachdem Watain bereits Mitte August mit "The Wild Hunt" ein schwarzmetallisches Meisterwerk veröffentlich haben, kommt jetzt mit mit dem schlicht "Satyricon" betitelten achten Studioalbum der gleichnamigen Band ein weiteres Norwegisches Black-Metal-Opus in direkter Konkurrenz auf den Markt. Und tatsächlich gibt es Parallelen.

Fünf Jahre, in denen Mastermind Satyr sich unter anderem dem Weinbau widmete, haben sich Satyricon seit dem eher enttäuschend mittelmäßigen "The Age Of Nero" dafür Zeit gelassen und das Album vollmundig mit den Worten "Wir haben bisher noch keine Platte gemacht, die den Geist der Band derart einfängt. Sie verlangt dem Hörer viel ab, aber er wird es lieben. Die Platte wird mit jedem Mal Hören besser und deshalb wird sie alle Zeiten überdauern" angekündigt.

Kann die CD diesem hohen Anspruch gerecht werden? Jedenfalls nicht beim ersten Durchhören, da wirkt "Satyricon" eher unspektakulär, doch dann wächst und wuchert das Album, Songs saugen sich im Gehörgang fest.

Vier Schläge der Basstrommel leiten das Album ein. Insgesamt fallen das vor allem in der ersten Hälfte reduzierte Tempo und doomige Riffs auf, so dass das Album weniger aggressiv als seine Vorgänger wirkt. Der Spannungsbogen ist ähnlich aufgebaut wie bei Watain (dort als erster Track das dramatische "Night Vision"): Das getragene, instrumentale Intro "Voice Of Shadows", in dem Frost am Schlagzeug die gesamte Palette seines spielerischen Könnens von Doppelbass bis jazzigen Beats präsentiert, geht über in das düstere, in Norwegischer Sprache gehaltene "Tro Og Kraft" (Glaube und Macht), in dem Satyr mit nihilistischem Groll seine satanische Stimme erhebt. Auch das sich anschließende "Our World, It Rumbles Tonight" gewinnt seine Bösartigkeit trotz Doublebass-Gewitter eher durch Atmosphäre als durch Härte. Das groovende "Nocturnal Flare" besticht durch ein dominates Guitarrenriff sowie eine fast verträumte Songstruktur. Erst nach der - wie bei Watain - in der Mitte stehenden, durch den Klargesang von Gastsänger Sivert Høyem gekennzeichneten poppigen Ballade "Phoenix", welche sich am weitesten von typischen Black-Metal-Klängen entfernt, wäre da nicht das immer wieder erklingende düstere Grollen des Doppelbass im Hintergrund, kommt mit "Walker Upon The Wind" Hektik samt Blastbeats auf, welche durch den klassichen Nackenbrecher "Nekrohaven" noch getoppt wird. Auch "Ageless Northern Spirit", das eine schräge Ode an die Nordische Heimat ist, besticht durch Härte und Tempo. Mit "The Infinity Of Time And Space" wird die Schlagzahl wieder reduziert, um in das folkige "Natt" überzuleiten, welches das Album abschließt. (Die Bonustracks sind eher verzichtbare Remixes.)

Das Album brilliert durch doomige, atmosphärische Guitarrensounds und nicht zuletzt das durchgängig überzeugende, facettenreiche Spiel des Drummers Frost, der zahlreiche, verspielte Akzente setzt. Vor allem der bei der Produktion auf jegliche Kompression und elektronische Effekte verzichende, lebendige und dynamische Klang ist hervorzuheben.

Als Fazit bleibt für mich, dass Satyricon ihre Schaffenspause kreativ genutzt haben, um ein beeindruckendes Album zu produziert, das den Hörer überrascht und fordert und - ähnlich wie bei Watains "The Wild Hunt" - mit mehrmaligem Hören gewinnt. Satyricon sind auf ihrem aktuellen Longplayer sicherlich weniger hart und aggressiv als Watain, aber nicht weniger progressiv. Ein auf seine Essenz reduzierter, trotz Mainstream-Tauglichkeit zutiefst böser Black Metal klingt so. Wer immer nur einen Aufguss von "Nemesis Divina" erwartet, wird vielleicht enttäuscht sein, aber eine Band sollte sich auch künstlerisch weiterentwickeln dürfen.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die Revolution hat begonnen, 22. September 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Satyricon (Audio CD)
Eine strahlende Morgensonne kämpft sich durch die Finsternis des Waldes. Ganz scheint es ihr nicht zu gelingen, ein chimärenhafter Hellene versteckt sich noch im Halbschatten und scheint verunsichert ob der strahlenden Wärme, die sein düsteres Reich herausfordert. Das Cover der neuen Satyricon-Platte stellt für mich das gelungenste und spannendste seit Rebel Extravaganza dar. Es stellt einen Kontrast dar und fordert sogar ein bisschen die Imaginationskraft des Betrachters heraus. Anders als die plump plakativen Cover der letzten drei Werke, die mit ihren grießgrämig dreinblickenden Protagonisten wenig mehr ausdrückten als: Reiz mich nicht, ich bin genauso böse, wie ich aussehe!

Zur Musik:
Satyr hatte vor längerem angekündigt ein neues Kapitel in der Bandgeschichte aufzuschlagen. Ich war über die Ankündigung sehr erfreut, zumal mich "TAoN" nur mäßig überzeugt hatte. Das Album war irendwie schnell entdeckt und offenbarte nach mehrmaligem Hören wenig neue Details. der Tiefpunkt der Platte war "Last man standing", den ich seither konsequent skippe. Einen dermaßen lustlosen Song hätte ich der Band bis dato nicht zugetraut.
Ist es der Band mit „Satyricon“ gelungen den Blackmetal zu revolutionieren (Aussage von Satyr)?
Auf "Satyricon" sind großartige Songs vertreten. "Trog og Kraft", "Our world,..." , "Wakler upon the Wind", Ageless northerin spirit", "the infinity of..." sind verdammt gute Stücke, wie ich sie von dieser Band hören will. Und im Grunde ist die Atmosphäre auch typisch "satyresk" geblieben – ein Mix aus Epik, Düsternis und räudigem Groove.
Der Eindruck, der sich bei mir nach mehrmaligem Hören dann aber einschleicht ist der einer vorsichtigen Öffnung hin zu mehr Dur-Harmonien, bzw. zu einer positiveren Grundstimmung (ich spreche jetzt nicht von den Lyrics). Das ist nicht bei jedem Song so, doch das Gesamtbild hinterlässt diesen Eindruck bei mir. Die leidige Misanthropie-Attitüde, die fest in die Szene einzementiert ist, die auch auf den vergangenen Alben noch zu spüren war, ist auf "Satyricon" m. E. etwas Neuem gewichen (oder zumindest hat sich etwas dazugesellt). Das ist für mich die bemerkenswerteste Neuerung der Platte. NAtürlich ist das eher ein Bauchgefühl und wird nicht von jedem so empfunden. Mir gefällt dieser Impuls auf jeden Fall. Das Image der bösen Jungs, das im Black Metal weiterhin bis zum Erbrechen kopiert wird, nehme ich ohnehin kaum noch einer Band ab - mit Ausnahme vielleicht von Mayhem.
Aber zurück zum Thema: Ich teile das Album mittlerweile unwillkürlich in zwei Hälften - Teil I bis einschließlich "Nocturnal Flare". Teil II ab "Walker upon the wind" bis "Natt". Der Grund ist, wie ihr euch denken könnt, Song Nummer fünf: "Phoenix". Dieser Song will sich bei mir einfach nicht in den Flow der Platte einfügen. Das Lied ist geil, es hat unglaublich eingängige Hooks, dafür muss man die Band loben. Gleichzeitig setzt es sich total vom restlichen Liedgut ab, weshalb es, besser an den Schluss der Platte gepasst hätte - quasi als alternativer Rausschmeiser. Trotz seiner verträumten, melancholischen Grundstimmung beginnt das Lied ironischerweise mit der düstersten Melodie der gesamten Platte.
Insgesamt finde ich das Album seltsam heterogen, wie noch kein anderes Satyricon-Album zuvor. Ein Rezensent auf metalnews.de beschrieb seinen Eindruck treffend als den einer "Compilation". Dem kann ich nur zustimmen. Mir kommt es vor, als wollte Satyr zu viel auf einmal und hat sich leider etwas verfranzt bei der Songauswahl.

Zu den einzelnen Songs:
"Trog og Kraft" hat angehm warme Harmonien, wie man sie von den Jungs noch nicht gehört hat.
„Our World…“ zeichnet sich durch einen traumhaften Chorus aus.
„Nocturnal Flare“ besticht durch seine treibenden Strophenparts.
„Walker upon the wind“ ist ein Blastgewitter mit dissonanten Harmonien im Chorus.
„Necrohaven“ bedient die bekannte Rockattitüde im Stil von „K.I.N.G.“ oder „Wolfpack“. Nicht schlecht, aber nicht hervorstechend.
„Ageless northern spirit“ ist aggressiv mit progressiv anmutenden Gitarren während der Strophe und düster-epischem Chorus.
„The infinity of…“ ist zu Beginn betörend episch, sowie in den Strophenparts (das synkopische Schlagzeugspiel ist hervorragend), die Spokenwords-Passagen fügen sich dynamisch in den Song ein – ganz anders der Break, welcher zum Chorus führt „Hunter, Warrior…“ – die Strophe verliert dadurch jedes Mal ihren Drive. Ein anderer rezensent schrieb: Die Epik von „Black Lava“ oder „To the mountains“ wird nicht erreicht. Dem schließe ich mich an. Trotzdem ein mächtiger Song.

Letztlich hat Satyr eine Platte mit acht bravourösen Songs kreiert, lediglich die Zusammenstellung ist nicht optimal. Mir gefällt die Grundstimmung, aber es klingt trotzdem nicht wie aus einem Guss.
Bleibt die Hoffnung, dass der Mann für das nächste Album seine Ideen etwas fokussierter und dynamischer zusammenfügt. Wenn er sich nicht wieder fünf Jahre Zeit nimmt braucht er auch nicht 10000 Ideen auf einmal verarbeiten.
Die Revolution ist angestoßen, nun gilt es sie in eine geeignete Richtung zu lenken.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen New Wave of true Black Metal, 15. September 2013
Wer hat schon erwartet, dass Satyr und Frost, als Stil-Ikonen des Black Metals, den musikalischem Stillstand, dem kreativen Fortschritt vorziehen würden? Vermutlich nur wenige Fans. Doch unter dem Deckmantel des "Fortschritts", versteckt sich bei so manch anderer Band oft die Altersmüdigkeit, oder entflohene Muse. Glücklicherweise bedienen sich die beiden Herren auch 2013 keiner falsch verwendeten Synonyme und legen ihr selbstbetiteltes neues Album vor.
Die Abkehr vom minimalistischen, schlecht produzierten Ur-Black Metal-Stil, der für viele Fans als "True" gilt, vollzogen Satyricon bereits zu Anfang ihrer Karriere, denn Frontmann und Bandchef Sigur Wongraven, alias "Satyr", scherte sich auch in jungen Jahren recht wenig, den primitiven Weg zu folgen, indem er 1993 auf dem Debut-Album "Dark Medieval Times" eher Szeneuntypische Instrumente verwendete. Bereits auf dem zweiten Album, welches ein Jahr später unter dem Titel "The Shadowthrone" veröffentlicht wurde, war vergleichsweise mit anderen Szene-Bands geradezu glasklar produziert. Mit dem araischen, perfekt gespielten Album "Nemesis Divina" übertrafen die Musiker schließlich so einige Erwartungen, gewannen neue Fans und festigten ihr Bedeutung im extremem Musikbereich, bevor das Folgealbum "Rebel Extravaganza", ganz dem Titel entsprechend, polarisert und Meinungen teilt, wie kaum eine andere Scheibe in diesem Genre. Die einen finden es zu elektronisch und verstehen nicht, wie Satyricon den Black Metal mit diesem Stil auf eine neue, höhere Ebene bringen wollen, während andere die brutale Gewalt, in neuen Soundgewändern feiern.

Setzt man sich also mit dem musikalischen Werdegangs von Satyricon von 1993-1999 ernsthaft auseinander, versteht man Satyricon als Band mit visionären Musikern, die zu keinem Zeitpunkt den Eindruck entstehen lassen wollten, sie gäben sich mit einem fest definierten Stil zufrieden, der auf jedem neuen Album seine Kredibilität mit Wiederholungen verteidigt. Ebenso wenig lässt es sich bestreiten, dass Satyricon mit dem 2002er-Album "Volcano" einen Weg eingeschlugen, der ihrem neu definierten Black Metal Sound mit Rock- und Doomeinflüssen, ein Fundament legte, auf dem sie in den Folgejahren Stand hielten.
Mit "Now, Diabolical" wurde die Geschwindigkeit erneut gedrosselt, bevor "Age of Nero" entgültig Satyricons neu geborenen Stil perfektionierte.

Dass die peinlichste, deutsche Metalzeitschrift Deutschlands, namens "Metal Hammer" zu Satyricons neusten Outputs eine kritische Meinung vertitt, war so klar, wie dass der alte Waltschrat "Gunnar Sauermann" sich seine Pommes mit einem umgedrehten Kruzifix aufspießt, um "Real" zu wirken. Mit der Bomberjacke auf den Buckel gebunden und Fliegenfänger vom Gesicht hängend, fühlt sich heute scheinbar jeder Dorfrocker dazu fähig, qualifizierte Urteile abzugeben. Gunnar jedenfalls äußerte, aus Satyricon sei eine "Pseudo-Black-Pop-Band" geworden.

Satyricon sind entgegen allen neuen Einflüssen das, was sie seit Anbeginn ihrer Karriere waren: Furchtlose Visionäre und über die Konkurenz erhabene Künstler. Wie auch "Burzum", erfinden sie sich mit jedem Release neu und zeigen keine Schwächen, wie beispielsweise Darkthrone, die erst einmal einige misslungene Realeases brauchten, um mit "The Underground Resistenz", wieder den richtigen Weg einzuschlagen.

"Satyricon" im Digipak schafft es inklusive der 3 Bonus Remixe auf 67 Minuten düstere Unterhaltung. Bereits der Opener "Voice of Shadows" erzeugt dem Hörer ein Gefühl der Erhabenheit, wie es Satyricon ständig und andere Bands im Glücksfall tun. Die Brust bläht sich automatisch vor Stolz auf und in Folge von "Tro og Kraft", möchte man auf die Straße marschieren und in die Menge schreien: KAUFT EUCH DAS NEUE ALBUM VON SATYRICON! Und wenn irgendeiner es wagt zu antworten: "Hää? Die sind doch nicht real...", dann wollte man ihn zusammenrollen wie eine Tapetenrolle und ihn durch die Wolkendecke, an den Vögeln vorbei und direkt in die Sonne hineinwerfen!

"Our World, it rumbles tonight" erzeugt mit den gewohnt, genial verwobenen Doomparts eine Gänsehaut, die nicht vergehen möchte - besonders wenn man seine Aufmerksamkeit auf Frosts Drumspiel richtet, das wie ein Hubschrauber im Landeanflug klingt.

"Nokturnal Flare" gewinnt an Geschwindigkeit und als einziger, meiner Meinung nach, als nicht gerade Black Metal-artiger Song, der etwas von deutschen 90er Darkwave/Gothic Flair vermittelt, überrascht "Phonix". Gesungen wird er von Sivert Høyem, seines Zeichens Frontmann der norwegischen Independent Band "Madrugada".

Aber Buchstaben erzeugen an dieser Stelle keine Klänge. Jeden einzelnen Song mit Worten zu beschreiben, macht keinen Sinn. Wer sich von Satyricons Qualitäten überzeugen will, wird Probehören müssen.

5 Sterne
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2.0 von 5 Sternen Oh when the saints..., 11. Februar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Nachdem mir der Vorgänger "Age of Nero" sehr gut gefallen hat, hab ich mir die Scheibe hier zugelegt.

Ich fasse mich mal kurz:

Das Intro ist ein Rip-Off von "Oh when the saints..." Soweit, so unnötig. Das Album hat durchaus schöne Songs (deshalb 2 Sterne, ein Totalausfall ist es nicht), allerdings warne ich eindrücklich davor das Teil im Auto einzulegen. Man steht permanent vor einem Sekundenschlaf.

Auf der anderen Seite kann man das Album für Menschen mit Einschlafstörung durchaus empfehlen. So schön und sanft sind die Songs dieses Albums. Ich schlaf meistens schon vor dem Albumhöhrpunkt "Phoenix" ein.

Da ich Satyrs Stimme und die verspielten Melodien von "Age of Nero" mag (Naja, ich hab Satyricon mal anno 2000 als Vorband von Pantera gesehen), werde ich mir demnächst mal ein paar Frühwerke zu Gemüte führen. Ich vermute mal das ist Satyricons persönliches "Black Album".
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