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4.0 von 5 Sternen De Stecke herus
Viele viele Bap Fans wünschen sich das schon lange, eine große Unplugged Retrospektive der Band. Bis jetzt gab es ja nur einzelne Unplugged Auftritte, über die Jahre verstreut und meist ohne große Vorankündigung vor einem kleinen Publikum eingespielt. Jetzt ist es soweit, Niedecken hat den Bogen weit gespannt und Songs aus allen BAP Phasen neu...
Vor 14 Monaten von ROTT veröffentlicht

versus
67 von 83 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Och joo...
Sitze hier und hab die Cds nun zum dritten mal durch.
Es wird nicht besser.
Es ist ja löblich seiner großen Liebe ein Denkmal setzen zu wollen und sicherlich auch rührend -
aber mir sind soeben die Ohren eingeschlafen.
Als Hardcore-Niedeckenfan habe ich mir alles angetan, was Wolfgang über die gefühlten Jahrhunderte von sich...
Vor 14 Monaten von UMS veröffentlicht


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67 von 83 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Och joo..., 13. September 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Sitze hier und hab die Cds nun zum dritten mal durch.
Es wird nicht besser.
Es ist ja löblich seiner großen Liebe ein Denkmal setzen zu wollen und sicherlich auch rührend -
aber mir sind soeben die Ohren eingeschlafen.
Als Hardcore-Niedeckenfan habe ich mir alles angetan, was Wolfgang über die gefühlten Jahrhunderte von sich sang -
aber das geht gar nicht. Die alten Songs sind hier um Längen schlechter vorgetragen als die alten Versionen.
"Paar Daach fröher" hat im Original so viel Melodie und Liebe, hier hört es sich an, als wenn ein Pfarrer seine Predigt übt:
Monotoner Sprechgesang und alles Schöne am Song wird ohne Höhen und Tiefen nieder monologt.
Die neuen Lieder haben keine Melodie, keinen Rhythmus, keinerlei Pepp. Auch ruhige Songs können sich ins Ohr schleichen.
Da schleicht gar nichts. Es hat so gut wie nichts einen Wiedererkennungswert. Einzig "Alles wat ich zo jährn wör" rappelt sich am Schluss nochmal zu etwas Leben auf.
Wer Depressionen hat sollte diese Scheibe meiden.
Liebe und Verliebtheit können und sollen ja durchaus gefühlsdurchflutet in Texten von statten gehen.
Aber sie sollten noch nicht im Koma liegen! Wer liebt, ist doch noch aktiv am Leben!
Dass dies keine Rockplatte wird, war klar -aber das muss jetzt auch gar nicht sein.
Ich hoffe schwer, Herr Niedecken, da kommt noch mal was nach, bevor wir alle zusammen zu alt sind!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen De Stecke herus, 13. September 2013
Von 
ROTT - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 100 REZENSENT)   
Viele viele Bap Fans wünschen sich das schon lange, eine große Unplugged Retrospektive der Band. Bis jetzt gab es ja nur einzelne Unplugged Auftritte, über die Jahre verstreut und meist ohne große Vorankündigung vor einem kleinen Publikum eingespielt. Jetzt ist es soweit, Niedecken hat den Bogen weit gespannt und Songs aus allen BAP Phasen neu eingespielt, zusammengehalten wird diese Auswahl thematisch, alle Songs drehen sich um seine Frau. Eingespielt hat das Ganze eine sehr prominente Band, mit solchen Gitarristen wie Larry Campbell und Julian Dawson, mit dem Niedecken schon lange gerne zusammenarbeitet und der ja auch schon viele Bap Konzerte begleitete, im Vorprogramm und als Gastmusiker, sowie der auch schon bekannten Anne de Wolff (Geige) und Rhani Krija (Percussion).

Die Neuinterpretationen sind zum Teil sehr eigenständig, was im Original noch aufgekratzt meist Rock und Blues war, bekommt mit der veränderten akustischen Instrumentierung einen natürlich einen ruhigeren Einschlag, sehr im Folk geerdet. Die Instrumentierung ist klasse, und man merkt den Mitwirkenden an, dass sie nicht erst seit gestern Musik machen. Auch wirken natürlich einige der Texte, aus dem Kontext der damaligen Alben herausgerissen, in diesem Licht ganz anders. Entsprechend ist die Stimmung getragen und entspannt. Natürlich kann man Niedecken vorwerfen, eine ruhige Kugel schieben zu wollen. Natürlich kann man bemängeln, dass er es nur anderen gleich tut. Aber letztendlich ist das alles nur Geplänkel. Niedecken hat niemanden mehr etwas zu beweisen, dieses Album wird seinen Weg eh nur zu Fans finden. Und die wissen in der Regel recht gut und vorab, ob sie sich die Zeit nehmen, um (endlich ;-) Bap Unplugged zu erfahren oder eben nicht.

Und dann heißt es eigentlich nur noch schnell Karten für die Tour 2014 zu sichern.
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7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Tiefenentspannt, 6. Dezember 2013
Rezension bezieht sich auf: Zosamme Alt (Audio CD)
Ich gebe zu, ich bin kein BAP-Fan. Zwar sind mir die bekanntesten Titel geläufig, aber auf großes Interesse ist die Band bei mir nie gestoßen. Daher habe ich das neueste Solo-Werk von Band-Boss Niedecken auch erst einmal nicht beachtet. Durch einen TV-Auftritt bin ich jedoch auf dieses Album neugierig geworden und habe mir es in aller Ruhe (kann man wortwörtlich nehmen) angehört.

Kurz gesagt: Ich wurde äußerst positiv überrascht und bin regelrecht begeistert von dieser Platte. Ruhige akustische Folk- und Country-Nummern, vor allem getragen von der Gitarre. Spärlich kommen Orgel, Pedal Steel, Violinen und Piano zum Einsatz. Manche mögen dies langweilig finden, gerade wenn man den eher kräftigen Sound von BAP gewohnt ist. Mir gefällt gerade dieses Zurückhaltende, Lässige in den Liedern. Bevorzugt in der dunklen Jahreszeit schafft dieses Album eine ganz besondere Atmosphäre.

Auch die Stimme Niedeckens passt hervorragend zu diesen Songs. Ob sie alters- oder schlaganfallbedingt etwas brüchiger klingt, als gewohnt, kann ich nicht beurteilen. Die Art des Vortrags passt kongenial zu den Songs. "Rääts Un Links Vum Bahndamm" und "Nöher Zo Mir" lauten meine Anspieltipps. Lediglich die englischsprachigen Dylan-Cover (auf der Deluxe-Version) sind ein wenig fehl am Platz.
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5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Liebe: kitschfrei und unpathetisch, 13. September 2013
Von 
Christian Günther - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 100 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Wenn einer wie Wolfgang Niedecken anfängt seine Gefühle zu bündeln und ein ganzes Album konzentriert mit Liebesliedern füllt, dann ist dahinter ein Motiv zu vermuten. Und Wahrhaftigkeit auch, denn Niedecken ist nicht der Typ, der einen Lovesongs-Sampler auf den Markt wirft, weil man damit ohne viel Mühe eine paar Euro extra machen kann.

Zur Geschichte des Albums gehört zweifellos der 2. November 2011 - ohne den Gott sei Dank überlebten und wie es scheint auch weitgehend ohne größere erkennbare Folgeschäden überstandenen Schlaganfall hier nun weiter groß zu thematisieren - der die Titelauswahl, das zentrale Thema des Albums vorgab: Tina Niedecken. Und ganz ehrlich: Das war auch mal fällig.

Ein Unplugged-Album steht ja seit mindestens 1999 auf dem Zettel, was "Tonfilm" hätte eigentlich werden sollen. Doch da nach der "Comics & Pin ups - Tour" im Sommer'99 mit Major Heuser und Effendi Büchel gleich zwei zentrale Figuren recht kurzfristig die Firma BAP verließen, wollte Niedecken mit teilerneurter Besetzung nicht gleich völlig laid back starten und "Tonfilm" bekam doch etwas Strom ab. Immer wieder kamen andere zeitintensive Projekte dazwischen, bis zur Zäsur.

Mag sein, dass erst das Bewusstsein, dass es künftig ein Datum in der eigenen Biographie gibt, an dem das Leben hätte auch seinen Schlusspunkt setzten können, die Prioritäten wieder in die richtige Reihenfolge bringt. Mag auch sein, dass für Niedecken über all die Jahre, die er mit der Idee eines in Woodstock eingespielten reinen Unplugged-Albums schwanger ging, immer klar war, dass er dafür die bis dato entstandenen Tina-Lieder auswählt. Spekulation. Er hat es getan und es war eine verdammt gute Wahl. Denn erst so wird bewusst, dass die (beinah) chronologisch nach Entstehen aufgefädelten Lieder immer zu den heimlichen Favoriten eines jeden Albums der letzten 25 Jahre gehörten. Es sind nicht die Lieder, die mit Erscheinen eines jeden neuen Albums lang und breit besprochen wurden, andere waren sicher thematisch origineller, wieder andere musikalisch auffälliger, Singleauskopplungen waren diese Songs auch bis auf wenige Ausnahmen nicht und offiziell verbuchte man sie meist unter: Ah ja, das Quoten-Liebeslied des neuen BAP-Albums, Herr Niedecken und seine Fee passen offenbar wie Topf und Deckel, immer noch, Glückwunsch.
Insgeheim aber kam man nicht umhin fasziniert festzustellen: der macht das verdammt gut. Über Liebeslieder kann man wunderbar ausrutschen und wenn sie dann auch noch sehr persönlich werden, droht oft akute Fremdschamgefahr. Nicht bei Niedecken, er taugt nicht für süße Schwüre á la "Ich liebe Dich von morgens bis abends und nachts ganz besonders und ich bin jeden Tag 24 Stunden damit beschäftigt darüber nachzudenken, was ich tun kann, dass du milde lächelnd glücklich bist und wenn ich doch mal schlafe, dann träume ich immer nur von dir..."

In den Texten seiner Liebeslieder ist immer auch Alltag, kein Lametta, kein Kitsch. Die Sprache unpathetisch und klar. Wie in meinem Favoriten (generell und besonders in der neuen Version hier) "Waat ens jraad" (ursprünglich auf dem 2011er Album "Halv su wild"): "Warte mal, eh du dich umdrehst... Ich möchte tausend Lieder schreiben, die du allesamt verdienst. Doch besser nicht übertreiben, nachher glaubst du mir gar keins. Mädchen, du bist für mich alles, mehr als ich mir je erhofft. Lass mich bloß nicht irgendwann fallen. Ja, ich liebe dich. Jetzt schlaf."

Vierzehn Liebeslieder, entstanden zwischen 1987 und 2013, und keines der zwölf Unplugged-Remakes ist im Arrangement auch nur in der Nähe der originalen Version. Selbst jene nicht, die schon in ihrer Erstfassung recht stromlos und ruhig daher kamen. Einst kräftige, dynamische Nummern wie "Rääts un links vum Bahndamm" oder "Nöher zu mir" sind komplett gewandelt und definieren sich noch einmal völlig neu.
Das ganze Album ist wie aus einem Guss, klingt ganz und gar tiefenentspannt, kommt ohne jedes Schlagwerk oder Percussion aus und überlässt den erlesenen Musikern allen Raum sich zu entfalten. Feinste akustische Klänge, jeder Ton liebevoll platziert, voller Fokus auf die Texte und Niedeckens unbemühte Stimme. Wobei unbemüht hier kein uneingeschränktes Lob ist. In einigen Passagen nölt Niedecken schon fast etwas zu sehr, streift die richtige Tonlage etwas sehr knapp. Wohl nicht zuletzt, um jedem Pathos den Garaus zu machen. Das gelingt und ist in der Summe auch gut so.
Ganz besonders wird das Klangbild, wenn Steve Elson bei einigen Songs sein gut abgehangenes Saxophon mit einstreut - traumhaft, spröde, verraucht und garantiert kitschfrei!

"Zosamme alt" ist ein Album zum genau Zuhören, zum Gefühle zulassen und vielleicht auch zum ein wenig Reflektieren über Sinn und Unsinn des eigenen Seins und Tuns. Wer rocken will oder tobende Gesellschaftskritik wie in "Widderlich" oder "Kristallnaach" erwartet, sollte die Platte auslassen (aber sie deshalb nicht schlecht reden!). "Zosamme alt" ist nicht einfach nur unplugged, im Sinne von: nur unter Verwendung von Instrumenten, die auch ohne Stecker spielbar sind. Es ist vor allem entschleunigt, erzählt die Geschichte zweier Menschen. Schon allein deshalb ist es sinnvoll, dass es kein BAP-Album wurde, sondern Niedecken auf dem Cover steht.

Die Deluxe-Edition lohnt schon allein der edlen Aufmachung im Hardcover-Buch mit 44seitigem reich bebilderten Booklet wegen. Und natürlich wegen der zweiten CD (25 min Spielzeit) mit vier weiteren Songs, die den roten faden des Albums durchschnitten hätten und einem sechs Minuten Ausschnitt aus einer Autobiographie-Lesung Niedeckens, natürlich des Kapitels "Love at first sight": die erste Begegnung der schönen Blonden und des zu dem Zeitpunkt gerade nicht ganz nüchternen Halbwilden Mittdreißigers in Begleitung seiner vollwilden Kapelle auf einem Flughafen...
Lob auch für die Vinyl-Edition, die als Doppel-LP neben allen 14 Titeln des Albums auf der D-Seite auch die fünf Bonusstücke der zweiten CD enthält.
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46 von 65 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Weckt mich ..., 13. September 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Zosamme alt (MP3-Download)
... auf, wenn ihr was von den Stones spielt." - Das hat Gerd Köster mal bei einem frühen Konzert von PHBD erzählt und sich zum Schlaf auf der Bühne ausgestreckt. Ähnliche Gefühle überkommen mich, wenn ich diese CD höre. Alles fließt gemächlich, zäh, bleiern und man wird unweigerlich müde. Die CD eignet sich somit bestens in Krankenhäusern bei Operationen zur Vorbereitung der Anästhesie. Ich habe mir glücklicherweise nur die "normale" Ausgabe des MP3-Downloads (heute für 5 EUR) gekauft, denn ob die Geschichten von dem Hannomag und einem Blick auf den Rhein sowie zwei misslungene Dylan-Covers den Aufpreis zur Deluxe-Version rechtfertigen, wage ich zu bezweifeln.

Die Arrangements der bekannten Songs reißen mich nicht vom Hocker. Das sage ich als BAP-Fan seit 1982, der Wolfgang mit wechselnder Begleitung schon mehrere Dutzend Male live gesehen hat und auch das ein oder andere private Wort mit ihm wechseln durfte. Aber man merkt nun schon, dass er alt wird. Der Sturz von der Palme fordert seinen Tribut, da hilft auch der gesündeste Lebensstil nichts, den uns Wolfgang seit dem in jedem Interview stolz präsentiert.

Es ist natürlich erfreulich, dass er nicht wie Jagger und Co auf der Bühne herumhampelt, als hätte er gestern erst Schulabschlussball gefeiert. Aber das hier, das ist mir zu langweilig. Wie man auch im Alter Qualität abliefern kann, haben "Tempest" und "Psychodelic Pill" eindrücklich gezeigt. Da kann dieses Album leider nicht mithalten.

Im Hause Niedecken ist aber nicht nur der Stecker eruss gezogen worden, sondern offensichtlich die Power gänzlich weg. Die BAP-unnplugged-Tour spare ich mir daher besser auch - ich sehe schon alle Besucher mit stumpfen Blick aus den Konzerten kommen, tief versunken im Zombie-Schlaf. "Nä, Kind, mer weede nie zosamme alt."

Deshalb, Wolfgang: Ausschlafen, aufwachen ... und dann wieder reinhauen. Der Leverkusener kann das doch auch. Nimm Dir ein Beispiel an den Men in Trouble.

Was mir sonst noch so zu der Platte einfällt?

"Ahl Diva, egozentrisch, eitel, komplimentesüchtig,
selvsverlieb, jraad su, als ob du't wirklich nüüdisch hätts."

Hast Du aber nicht.
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4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Niedecken meldet sich mit einem äußerst gelungenem Album zurück!, 22. Oktober 2013
Von 
Bernd Floyd "Kinkdyolf" (Westfalen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Wolfgang Niedeckens neues Soloalbum hat bislang sehr unterschiedliche Reaktionen bei den Amazon-Rezensionen hervorgerufen. Die negativen Kritiken haben aus der Sicht der Verfasser sicherlich ihre Berechtigung. Denn über Musik als eine Ausdrucksform der Kunst kann und soll man streiten.
Mir gefällt das Album jedenfalls ausgesprochen gut. Die ruhige Stimmung des Albums passt ungemein schön in diese gemütliche, herbstliche Jahreszeit.
Ruhige Alben hat auch der unglaubliche Bruce Springsteen mit "Nebraska" und "The Ghost Of Tom Joad" hervorgebracht. Die Aufnahmen dieses Meisters wurden damals auch unter Springsteen Fans recht kontrovers aufgenommen. Heute haben diese Alben ihren Platz in der Springsteen Diskographie gefunden.
Wolfgang Niedeckens "Zosamme alt" ist einfach grandios. In seiner bisherigen Musikerkarriere war er des Öfteren bereit, mal etwas Anderes als "BAP-Musik" hervorzubringen. Hier nenne ich die Alben "Wolfgang Niedecken & Die WDR Big Band Köln" und "Unfassbar Vill Rään (A Hard Rain's A Gonna Fall)". Ich höre gerne BAP, ich höre auch gerne Niedeckens Solosachen und besitze reichlich Alben von ihm und der Band. Deshalb glaube ich, dass ich mir, als "alter Westfale", durchaus ein Bild von Niedeckens Musik machen kann.
Einzelne Songs möchte ich hier nicht näher besprechen. Die meisten der Songs sind ja sowieso schon von anderen Veröffentlichungen bekannt. Aber einige der Interpretationen gefallen mir unglaublich toll. Hierzu zähle ich, und dies sind zugleich meine Anspieltipps, die nachfolgend aufgeführten Songs: "Zosamme alt", "Griefbar noh", "Paar Daach fröher" und "Ich wünsch mir, du wöhrs he". Nach mehrmaligen Hördurchgängen ist "Jedanke em Treibsand" mein Lieblingssong.

Zudem möchte ich auch auf die sehr guten Mitstreiter, die Wolfgang Niedecken bei seinem neuen Output begleiten, hinweisen. Besonders hervorheben möchte ich hier Niedeckens Freund Julian Dawson. Dieser hat, wie aus Niedeckens Vorworten zur CD hervorgeht, einen Anstoß zu dem Projekt gegeben.
Auch möchte ich lobend die sehr schöne und qualitativ gute Aufmachung der "Limited Deluxe Edition" erwähnen. In einem stabilen Cover in Buchaufmachung wird eine Doppel-CD angeboten. Auf der CD 2 befindet sich zunächst ein ca. 6 Minuten langer Auszug aus der Autobiografie "Für ne Moment", live aus dem Münchener Lustspielhaus aus dem Jahre 2012. Es folgen weitere vier Songs, wie die schönen akustischen Fassungen von "Maat et joot" und "Souvenirs". Die CD endet mit zwei Bob Dylan Songs ("When I Paint My Masterpiece" und "All I Really Wanna Do"), die teilweise auf Englisch vorgetragen werden.

Insgesamt ist "Zosamme Alt" ein richtig tolles Album geworden. Es ist von Vorteil, wenn man bereit ist, Niedecken als Solokünstler anzunehmen, dem wieder einmal tolle Musiker zur Seite stehen. Auch sollte man offen für alternative Interpretationen von BAP und Niedecken Songs sein. Deshalb kann ich nicht jedem das Album empfehlen. Wer aber für diese ruhigen Präsentationen offen ist, der wird seine Freude an "Zosamme Alt" haben. Ich schließe mich deshalb gerne denjenigen an, die dieses Werk mit fünf Sternen bewertet haben.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein recht schönes "Alterswerk"!, 22. November 2013
Von 
Mathias Pack (Nuembrecht) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Zosamme Alt (Audio CD)
Wolfgang Niedecken ist zurück, als Solokünstler, mit interessanten Begleitmusikern, die hier viele mehr oder weniger bekannte BAP-Stücke in vollkommen neuen, akustischen Arrangements erscheinen lassen.
Für die Aufnahmen zu diesem Album hat sich der 62-jährige Musiker, nach seinem in 2011 relativ glimpflich überstandenen Schlaganfall, einen Traum erfüllt und ausschließlich ganz persönliche Songs ausgewählt, die der Mutter seiner zwei Töchter gewidmet sind.
Ihr Name ist Tina Niedecken und sie ist die Ehefrau mit der er seit 1994 verheiratet ist, mit der er zusammen alt geworden ist und auch gemeinsam mit ihr ihn die von ihm so viel zitierte Zielgerade zum "Zugabenteil" abbiegen möchte.
Aufgenommen wurde Ende 2012 in einer zum Studio umgebauten alten Kirche in Woodstock/New York.
Produziert von Niedeckens Freund, dem britische Singer/Songwriter Julian Dawson; abgemischt in den legendären, von Jimi Hendrix gegründeten, "Electric Lady Studios" in Manhattan.
Entstanden sind allesamt sehr persönliche Lieder aus den gut zwanzig letzten Jahren.
Auf dem Silberling macht allerdings der wunderschöne Titelsong "Zosamme alt" als eine Art Prolog den Anfang, den Wolfgang Niedecken erst im Sommer 2012 bei einem Türkeiurlaub geschrieben hat.
Darauf folgen dann jedoch alle Songs in chronologischer Reihenfolge, z.B. das allererste für Tina geschriebene und damals noch streng geheime Lied "Rääts un links vum Bahndamm".
Dieser Song hat zwar schon mehr als zwei Jahrzehnte auf dem Buckel, ist aber immer noch, schlicht und ergreifend, einfach nur schön.
In diesem Sinne schließen sich dann in durchgängig präsenter kölscher Mundart gesungen weitere zwölf Nummern an; bei allen steht die akustische Gitarre als Instrument im Mittelpunkt.
Jede Liebeserklärung, jeder Song hat seinen ganz eigenen Charme und strahlt eine besondere Intensität und Intimität aus.
Mal groovt es sehr entspannt, mal klingt es melancholisch verträumt.
Viele Lieder klingen zwar ungewohnt (wenn man die Original-BAP-Versionen kennt) und brauchen deswegen zum Teil auch ein wenig Zeit, um zu gefallen.
Bei den meisten Stücken ist mir das nach mehrfachem Anhören auch gelungen, bei einigen wenigen nicht so ganz.
Insgesamt ein recht schönes "Alterswerk", wenn man es denn jetzt schon so bezeichnen darf ...!?
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6 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen In der Ruhe liegt die Kraft, 16. September 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Die Songs von BAP unplugged zu erleben war mir schon immer ein großes Bedürfnis. Leider wurde das bis jetzt nie richtig umgesetzt. Der erste Versuch, bei dem dies gewagt werden sollte, endete in dem etwas halbherzigen "Tonfilm"-Album, das weder rein unplugged noch richtig rockig daherkam. Das Unplugged-Album der Pandorareihe kam dem schon näher, enthielt aber nur neues Material.

Nun endlich hat Herr Niedekcen sich aufgemacht und eine Reihe von Songs, die alle seiner Frau gewidmet sind, in einem Tonstudio in Woodstock, New York, mit einer exquisiten kleinen Truppe an Mitmusikern neu aufgenommen. Ein paar Gitarren, ein bißchen Baß, Saxophon, Piano - kein Schlagzeug. Letzteres war wohl auch einer der Gründe dafür, daß das Album als Solowerk eingespielt und nicht als Bandprojekt verwirklicht wurde. Alle alten Songs erscheinen nun pur und ohne Schnörkel. Einige Songs gewinnen durch dieses Entkleinden von Überflüssigem deutlich. Z.B. Griefbar noh, das mir im Original nur durchschnittlich gefallen hat, oder auch Magdalena (eigentlich im Original schon unplugged). Bei anderen muß man sich erst reinhören, z.B. Rääts uns links vom Bahndamm - auf dem vorletzten Live-Album wiederentdeckter Abrocker, der hier wirklich sehr eingebremst wird.

Daß Niedecken kein zweiter Caruso ist, sollte hinlänglich bekannt sein - aber seine Art die Songs vorzutragen hat etwas, was vielen anderen heute fehlt: Seele und - bedingt durch das Konzept - Gefühl.

Besonders ansprechend aufgemacht ist das Booklet der Deluxe-Ausgabe. Sehr stilvoll. Zusätzlich gibt es noch einige Songs extra - die Version von Maat et joot ist auch sehr gelungen - der alten Reggae-Variante war ich ohnehin schon ein bißchen überdrüssig geworden. Den kurzen Auszug aus der "Für 'ne Moment"-Lesung hätte ich dagegen nicht unbedingt gebraucht (werde mir aber bei Gelegenheit endlich mal die Hörbuchvariante des Werkes antun, nachdem ich das Buch bereits vor über einem Jahr gelesen habe).

Ich freue mich schon auf die Konzertreihe mit BAP im Frühjahr 2014, zumal zu erwarten ist, daß auch die ruhigen Arragements noch einige Anpassungen erfahren werden, wenn sie von der Band live dargeboten werden.
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12 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Das Weltbild wankt, 16. September 2013
Seit 30 Jahren hör' ich mir alles von Herrn Niedecken an und kauf' fleißig alle Scheibchen.
Viele seiner Songs haben mich durch mehr als mein halbes Leben begleitet.
Dass sich die wilden BAP-Zeiten mit Ruhigerem abwechselten ist durchaus als interessant zu werten.
Dieses neueste Werk läuft nun schon den ganzen Tag, teilweise im Hintergrund, teilweise versuche ich verzweifelt mich darauf zu
konzentrieren... es rinnt mir aus den Fingern, blutet mir aus den Ohren.
Ich kann es nicht glauben und will die Hoffnung nicht aufgeben.
Ich höre nicht, was er mir sagen will, ich versteh' es einfach nicht.
(..und damit mein' ich nicht die Texte, als alter BAP-Fan ist man in diesem Dialekt nach so langer Zeit
zu Hause). Ich versteh die Musik nicht.
Es bleibt absolut nichts hängen - keinerlei Wiedererkennung.
Bei bekannten Songs möchte ich schreien: WARUM wurde wiedergekäut und dann so schlecht?
Wo sind die Melodien, wo ist der Rhythmus hin?
Dass WN kein Tenor ist und gerne mal auf ähnlichen Noten längere Zeit rumsingt, ist bekannt.
Aber da sind ja manchmal überhaupt keine erkennbaren Melodien mehr, nur noch Genuschel, Genöle, Gegrummel...
Ich bin schwer enttäuscht. Dass sein großes Vorbild Dylan auch nicht singen kann, tun nichts zur Sache.
Dessen Songs sind Ohrwürmer und graben sich ins Gehirn, egal wie der Meister knarzt.
Hier versucht mein Hirn sich verzweifelt an Tönen festzukrallen und rutscht immer wieder ab.
Ich komm' mir vor wie früher in der Schule beim Unterricht eines schlechten Lehrers:
Auch bei einem interessanten Thema (die Liebeserklärungen an die Gattin sind wo so eines):
Ich will zuhören, ich will verstehen und knall' dann mit dem Kopf auf die Tischplatte, weil ich eingeschlafen bin.
Ruhige Lieder hatte ich erwartet. Ich hatte aber überhaupt irgend etwas erwartet. Das ist nichts.
Noch eine Runde, dann geb' ich auf, schieb' die CDs mit dem schönen Büchle ganz hinten ins Regal und vergess sie dann dort.
Schade...Langeweile wäre das falsche Wort. Ich bin müde...so müde...Gähn.
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5.0 von 5 Sternen Eenfach juut, 13. September 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
auch wenn man als Nordlicht nicht alles sofort versteht, lohnt es sich doch, dieses Album zu genießen. Ich höre es oft und gern (immer wieder und immer noch)
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