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am 15. September 2010
Enthält Spoiler!

New York, 1941: Barton Fink (John Turturro) ist Schriftsteller und hat am Broadway durch sein Stück große Anerkennung erhalten. Prompt bekommt er ein Angebot von Capitol Pictures, die ihn als Autor unter Vertag nehmen wollen. Sein Agent will ihn davon überzeugen auf das Angebot einzugehen und an einer Bar führen die beiden ein Gespräch, das eine ganz klare Vorraussicht ist auf das, was Barton in Hollywood erwarten wird. Nach anfänglichem Zögern willigt Barton ein und geht nach Hollywood.
Um den Kontakt zum "kleinen Mann" nicht zu verlieren, der Barton angeblich so wichtig ist, lässt er sich in der Absteige "Earle" nieder. Er macht die Bekanntschaft mit Charlie Meadows (John Goodman), der im Zimmer nebenan wohnt, und bald ist Charlie bei ihm regelmäßiger Besucher und wird zu Bartons Bezugsperson.
Zudem lernt Barton den Studioboss Lipnick (Michael Lerner) und später den Autor Bill Mayhews (John Mahoney) und dessen Sekretärin Audrey (Judy Davis) kennen. Diese bittet er später um Hilfe beim Schreiben, da er eine Schreibblockade hat und sich von ihr Tipps erhofft. Dabei kommen sie sich näher und schlafen miteinader. Doch als er am nächsten Morgen aufwacht, liegt sie tot neben ihm. In seiner Verzweiflung bittet er Charlie um Hilfe. Der hilft ihm auch, doch muss er danach für einige Tage weg, was Barton aus der Bahn zu werfen droht. Dann kommen auch noch zwei antisemitische Polizisten vorbei und eröffnen ihm, dass Charlie ein Mörder sei, wobei sie Bartons Angaben über Charlie offenbar nicht zu glauben geneigt sind.

Den Coens gelingt es in "Barton Fink" meisterlich, eine bestimmte Atmosphäre zu erzeugen. Von Anfang an wird eine gewisse Unbehaglichkeit vermittelt und es ist fast unerträglich, wie erdrückt man sich in diesem Hotel fühlt. Das Klingeln nach dem Hotelier hält unangenehm lange an. Anschießend durchschreitet Barton einen unnatürlich langen Flur, dessen Wandfarbe sich mit der Teppichfarbe beißt. Vor diesem hintergrund strahlen die, zu einem späteren Zeitpunkt, von anderen Bewohnern in Reih und Glied vor die Türen gestellten Schuh eine Ordnung aus, die nicht Sicherheit, sondern Unsicherheit vermittelt, ob Barton sich dem anpassen kann.
Auch der erste Auftritt von Chet (Steve Buscemi), dem Hotelier, ist sehr symbolisch, so kommt er aus dem Keller und erscheint aus einer Art Falltür im Boden, als käme er direkt aus der Hölle. Das Hotel könnte man auch als Vorort der Hölle begreifen oder sogar als Hölle selbst, denn mit diesem Bild wird im Laufe des Films noch öfter gespielt. Des weiteren ist der Name Chet sicher nicht willkürlich gewählt, denn er sieht aus und hört sich verdächtig nach "chat" an. Quatschen tun fast alle Figuren die wir in diesem Film kennenlernen werden, ohne Ende.
Bartons Zimmer ist genauso ernüchternd wie der Rest des Hotels, mit Wasserflecken an der Decke, quietschendem Bett und abfallender Tapete. Letztere ist ein Leitmotiv des Films, dient als schlechtes Omen und verdeutlicht, dass alles nur bröckelige Fassade ist. Als Barton ein wenig später zu schreiben versucht, filmt die Kamera eine Nahaufnahme dessen, was er tippt. Es ist das Wort "audible", zu deutsch "hörbar/vernehmbar", und wer die Coens kennt, der weiß, dass dieses Wort etwas zu bedeuten hat. Vor allem die Geräusche sind es, die uns und Barton das Leben schwer, wenn nicht sogar zur Hölle, machen. Das Klingeln und das Quietschen waren nur der Anfang. Was folgt sind u.a. noch das Summen einer Mücke und nervige Geräusche aus den Nachbarzimmern. All das würde einen auf Dauer in den Wahnsinn treiben, und dieses unangenehme Gefühl ist für uns Zuschauer spürbar, insbesondere hörbar und wird uns den ganzen Film über nicht mehr loslassen.
Einzig ein kleines Bild an der Wand, auf dem eine Frau am Strand sitzt, macht die Wohnung etwas schöner, und der Kamera gelingt es, dieses Bild immer wieder einzufangen. Oft betrachtet es Barton und hört plötzlich das Meer rauschen. Es übertönt für den Moment die anderen Geräusche, und es scheint, als versuchte Barton in dieses Bild zu fliehen. Es ist schon sehr makaber, dass ein solches Bild im Zimmer hängt, denn es passt so überhaupt nicht zum Ambiente. Es strahlt Ruhe aus und Weite und es ist hell, das genaue Gegenteil eben von dem Ort, an dem Barton sich gerade befindet.
Charlie dagegen passt in dieses Hotel wie der Teppich in die Wohnung des Dude; ungepflegt, verschwitzt und laut wie er ist, bekommt man bei ihm das selbe unangenehme Gefühl, dass man auch beim Hotel bekommt. Aber Barton freundet sich mit ihm an, und sie führen einige Gespräche in seinem Zimmer. Allerdings wird deutlich, dass Barton nicht in der Lage ist, Charlie zuzuhören. Zwei oder drei Mal setzt Charlie an: "Ich könnte dir Geschichten erzählen...", und jedes Mal unterbricht ihn Barton. Bartons Bedürfnis, seine Gedanken auszusprechen ist zu groß. Damit unterläuft er jedoch seine vorherigen Aussagen. Er sagte, er mache Theater für den kleinen Mann und deshalb wolle er nah bei diesem sein, doch er kennt den kleinen Mann gar nicht (mehr) und will sich die Probleme des kleinen Mannes (Charlie) auch nicht anhören.
Immer wenn das passiert, weicht für einen kurzen Augenblick das Lächeln von Charlies Gesicht und dem Zuschauer wird klar, dass ihm diese Unterbrechungen nicht gefallen und er sich sehr zusammenreißen muss. Goodman gelingt es vortrefflich, allein durch Mimik auszudrücken, was seiner Figur im Kopf herumgehen mag. A propos Kopf, immer wieder lässt Charlie, wenn er denn mal zu Wort kommt, Sprüche fallen, die mit Köpfen zutun haben, beispielsweise: "Verlier nicht deinen Kopf." Er sagt auch gerne mal: "Ich verkaufe Seelenfrieden." Erst im Nachhinein wird dem Zuschauer klar, dass jeder einzelne dieser Sprüche mit gutem Grund eingebaut wurde, denn Charlie entpuppt sich später als psychopathischer Killer, der seinen Opfern die Köpfe anschneidet und meint, sie eigentlich damit zu erlösen. Das Verlieren des Kopfes meint aber nicht nur, dass jemandem wirklich der Kopf abgetrennt wird, sondern auch, dass jemand verrückt werden kann. Charlie ist das schon passiert, diese Hölle von Stadt und Hotel haben ihn durchdrehen lassen, er ist eine Ausgeburt der Hölle. Aber auch Barton droht verrückt zu werden durch den Druck, die Schreibblockade, die Selbstzweifel und all die anderen Probleme.
Und so wie das Hotel höllisch ist, ist auch Hollywood selbst die Hölle.
Auffällig ist, dass alle Szenen außerhalb der Hotelräume sehr hell und freundlich wirken. Damit soll verdeutlicht werden, dass Hollywoods wahres, hässliches Gesicht sich hinter einer Mauer aus Zuckerguss verbirgt, während das Hotel die Abgründe unverhohlen zeigt und eben auch hören lässt. Vor allem Mr. Lipnick, der Studioboss von Capitol Pictures, ist mir im Gedächtnis geblieben, denn er schmiert Barton die ganze Zeit Honig ums Maul und ist sich nicht zu schade ihm sogar die Schuhe zu küssen, damit der sich fühlt wie der König der Welt. Er erwartet Großes von Barton, mit anderen Worten, er erhofft sich eine Menge Geld, und so lange er der Meinung ist, dass Barton ihm das bieten kann, wird er einen auf kriecherischen Schleimbolzen machen. Doch auch er hat das Problem, dass er zu viel redet ohne zuzuhören, denn er ist ein selbstverliebter Egoist. Was Barton zu sagen hat, ist ihm egal, er lässt ihn kaum zu Wort kommen.
Barton lernt auch Bill Mayhew und dessen persönliche Sekretärin kennen. Anfangs ist er ist ein großer Bewunderer Mayhews, doch bald muss er erkennen, dass der nur noch ein kranker Alkoholiker ist, von Hollywood auf den Müll geworfen. Mit dieser Figur wird uns ein möglicher Zukunfts-Barton vorgestellt.
Aber neben all dieser Tragik gelingt es den Coens auch immer mal wieder, ihren verschrobenen Humor einzubauen, z.B. wenn Charlie Audreys Leiche hinaus trägt und mit ihrem Kopf gegen einen Schrank stößt (und wieder ist es der Kopf!) oder wenn einer der beiden Polizisten ihn zu seinem Verhältnis zu Charlie fragt: "Habt ihr was krankes sexuelles?" und er entrüstet antwortet: "Was sexuelles? Er ist ein Mann, wir haben gerungen!"

Mit "Barton Fink" halten die Coens Hollywood den Spiegel vor und entlarven es als höllisches Monster, das dich im einen Moment noch mit Handkuss begrüßt und dich im nächsten mit Füßen tritt. Aber auch das Thema Kreativität wird behandelt und spielt eine große Rolle. Zum einen ist es mit Barton und seinem kreativen Geist Thema im Film, doch auch der Film selbst strotzt vor Kreativität. Damit setzen sich die Coens auf zwei Ebenen damit auseinander.
Es ist unglaublich, wie gut es ihnen gelingt durch Ton, Kameraführung und Schauspiel eine düstere, unheilvolle Atmosphäre einzufangen, die den Zuschauer mit einer solchen Intensität packt, dass der nicht weiß, wie ihm geschieht. Vor allem der Detailreichtum ist bei diesem Film besonders hervorzuheben. Man könnte Tage damit verbringen, alle möglichen Interpretationsmöglichkeiten durchzugehen, und trotzdem wird man nie wissen, was die Coens sich wirklich alles gedacht haben.
Und wer außer den Coen-Brüdern könnte es sich erlauben, einfach ein Hotel in Brand zu stecken, ohne den Zuschauer aufzuklären, ob dies nun eine Halluzination, ein Traum, die Realität oder lediglich für die Zuschauer, nicht jedoch für die Figuren sichtbar ist. Wie Barton dann durch den brennenden Flur geht, könnte man es als Gang durch die Hölle verstehen.
Es scheint sogar so zu sein, dass Barton und Charlie am Ende ein und dieselbe Person sind, da Charlie, als er die beiden Polizisten tötet, schreit: "Ich zeige euch den kreativen Geist!" (besonders mit dem englischen "mind" wieder mal im Kopf verortet), was eigentlich eher von Barton kommen müsste. Außerdem sagt Charlie "Heil Hitler" bevor, er schießt, aber das die beiden Antisemiten sind, kann doch eigentlich nur Barton wissen. Aber das ist eben auch nur einer von vielen Deutungs- und Erklärungsversuchen, der keinen Anspruch auf Richtigkeit hat.
Auch das Ende lässt viel Raum für Interpretationen, wie Barton da sitzt, am Strand mit diesem Päckchen, dass Charlie ihm gegeben hat, vor ihm eine Frau, so wie auf dem Bild. Man könnte denken, er hat seinen Frieden gefunden, doch dann, fällt plötzlich noch eine Möwe vom Himmel und der Verdacht drängt sich auf, dass er verrückt geworden und doch nicht alles in Ordnung ist.
Aber es ist doch so: "Die Wahrheit ist eine Nutte, die bei näherer Betrachtung nicht standhält!"

Mit diesem Film haben die Coens ein Meisterwerk geschaffen, an dem sich Film- und vor allem Coen-Fans nicht satt sehen werden können. Allerdings ist das eigene Mitdenken gefragt, denn die Coens halten nichts davon, sich und ihre Filme zu erklären.
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am 30. August 2007
Ich kenne von den Coenbrüdern "O Brother, Where Art Thou?, Hudsucker, The Big Lebowski und Miller's Crossing.

Ich find diese Filme unglaublich gut. Sie begeisternten mich immer wieder durch geniale Kameraeinstellungen, traumhafte Farben und eine gut durchdachte und auch fordernde, hintergründige Handlung.

Ich habe mir gerade eben Barton Fink angesehen und weiß nicht so recht....
Der Sound ist super (bis auf die ungewohnte, deutsche Stimme von John Turturro) und die Bilder/Kamerafahrten sind beeindruckend.

Leider hat mir die Story selbst, nein eher die Aufmachung der Story nicht gefallen. Die Storry war eigentlich super, diese beklemmende und bedrückende Stimmung war unglaublich, aber irgendwie hätten die Coenbrüder alles doch etwas mehr aufklären können. Ich mag es wenn Filme im ungewissen enden, Fragen aufwerfen und zum Nachdenken anregen, aber irgendwie war mir das hier zuviel.

SPOILER

Mir kam es so vor als hätte Mr. Fink nach dem bemerken der Leiche den verstand verloren und der Rest ist ein Traum. Der Studienchef plötzlich beim Militär? Der nette (unglaublichbegabte Schauspieler, ich würde sagen er spielt hier die Rolle seines Lebens) Charlie ein Shotgunkiller? Diese merkwürdige und doch geniale Tanz-Szene? Obwohl, die hat mir doch sehr gut gefallen, unglaublich witzig. Aber was ist nun in der Kiste? Eigentlich, denke ich, will ich das garnicht wissen. Je mehr ich über diesen Film Nachdenke und schreibe :) desto besser finde ich ihn. Es ist aufjedenfall keine DVD-Abend-Film wie Big Lebowski aber man muss ja nicht alles auf einen Film reduzieren.

Jetzt hat sich meine Meinung über den Film wärend dieser Rezension um 180 Grad gedreht. Da haben es die Coen-Brüder mal wieder geschaft mich zum Grübeln zu bringen und das war auch wohl ihre Absicht.

Keine leichte Kost die sich aber langsam entfaltet und einen angenehmen Geschmak im Abgang hat :)
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am 12. Februar 2007
Immer wieder gern gesehen und gehört. Gehört? Ja, denn hier sitzt jedes Geräusch. Bedrohliche Stille war noch nie so hörbar. Jeder Luftzug, jedes Knarren und Knacken, so perfekt eingesetzt, das die Ohren Geisel werden,

und erst wieder nach dem Abspann die Freiheit erhalten. Optisch das gleiche. Die Farben, wie ein verschwitztes Unterhemd, baumeln

sie einem bedrohlich vor den Augen. Man glaubt, die Hitze zu spüren, alles riechen zu können. Dann Turturro. Seine Frisur, fast schon eine Hommage an "Eraserhead", seine Tragik, einer Figur eines Kafka-Romans ähnelnd. Feiner Humor, stetiges Unbehagen und ein Spannungsbogen, der im richtigen Moment, laut wie ein trockener Ast bricht. Genial. Das Schlussbild "berauscht" und wirkt wie das Standbild eines unangenehmen Traumes. Sollte man gesehen haben.
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am 9. Februar 2014
oder, wie das Beispiel des unseligen Protagonisten dieses Meisterwerks der Coen-Brüder zeigt: zum Alptraum
Was den Inhalt dieses Films angeht, so dürfte dieser inzwischen so geläufig sein, daß ich mich hier kurz fassen kann. Ich möchte hier vorallem die Gedanken vorstellen, die mir beim wiederholten Anschauen dieses bemerkenswerten Streifens in den Sinn gekommen sind.
Der junge New Yorker Barton Fink hat seinen ersten ganz großen Erfolg mit einem seiner Bühnenstücke errungen und bekommt nun das Angebot, in Los Angeles, der Stadt der Traumfabrik Hollywood, mit seiner Kunst das große Geld zu machen, ein ebenso verführerisches wie auch für ihn als Künstler gefährliches Angebot, wie Barton Fink alsbald spüren wird. Während er als junger Künstler mit idealistischem Sendungsbewußtsein durch seine Werke die gesellschaftliche Welt verändern will, ist Hollywood, personifiziert durch den abgründig überzeichneten Lipnik,nur daran interessiert, literarisch geformte Klischees zu erhalten, um sie möglichst gewinnbringend vermarkten zu können. Das 'Barton Fink-Gefühl', das Lipnik von ihm erwartet, kann, wie er selbst am Ende des Films sagt, jeder der zwanzig bei ihm unter Vertrag stehenden Autoren liefern. Fink ist, wie jeder andere Autor von Capitol Pictures, eine austauschbare Maschine geworden, die gemäß Vertrag zu liefern hat, was von ihr gefordert wird.
Insofern ist dieser Film auch als eine Satire über die Möglichkeit oder besser gesagt Unmöglichkeit von Kunst und Künstlertum in der modernen kapitalistischen Welt verstehbar. Schon der Ausdruck 'Traumfabrik', mit dem Hollywood oft charakterisiert wird, ist hierfür bezeichnend. Ein fabrizierter, hergestellter Traum ist das Gegenteil von dem, was er eigentlich sein sollte, nämlich eine Vision des gelungenen Lebens von der Stange und zu reinen Vermarktungszwecken. Versteht man Kunst als Möglichkeit, mit den Mitteln der Phantasie Weisen humanen Lebens auszubuchstabieren und auf ihre Realisierbarkeit hin zu befragen, dann verkehren die Traumfabriken das Motiv zur Kunst in sein Gegenteil.
Doch die Vielschichtigkeit dieses Films kann nicht auf eine Formel allein reduziert werden. Fink ist bei allem Idealismus, den er ausdrückt, auch eine zutiefst gebrochene Figur. Dabei kann man mit seiner innersten Motivation durchaus sympathisieren. Was er versucht, ist nichts geringeres als an den Ursprung von vielleicht jeder Form von Kunst wiederum anzuknüpfen. Anstatt sich in lebensfernen Experimenten zu erschöpfen, soll Kunst, oder im Falle von Fink, das Theater, das alltägliche Leben der normalen Menschen darstellen. Sie muß in die Mitte des gelebten Lebens zurückgeführt werden, um aus ihm und von ihm ihre Substanz zu erhalten. Vielleicht war diese Form der Kunst im alten Griechenland zur Zeit seiner bedeutenden Tragiker Realität. Während dieser Festspiele feierten sich die Bürger der griechischen Polis selbst.
Doch Fink ist in allem das genaue Gegenteil, von dem, was er zu sein behauptet. In seinem Stück, ganz zu Beginn des Films, sagt er es ironischerweise selbst. Er läuft mit geschlossenen Augen durch sein Leben, sieht manisch geradezu nur sich und seine selbstgewählte messianische Mission. Seine Kreativität ist abstrakt, steril. Ihr fehlt der Bezug zur Welt, durch den sie erst zu ihrem Spiegel werden kann. Also fehlt ihm gerade das, was ihn allererst zu einem wahren Künstler machen würde.

ACHTUNG SPOILER
Sein Zimmernachbar Charly, der sich im letzten Abschnitt des Films als der psychotische Massenmörder Karl Mund, genannt Mörder-Mund herausstellt, sagt es selbst: "Du bist ein Tourist mit Schreibmaschine, doch ich lebe hier." Charly dagegen ist, wie er von sich sagt, der 'wahre kreative Geist', weil er die Not der in sich verrammelten und an sich selbst verzweifelnden Seelen der Figuren dieses Films erkennt und ihnen helfen will, freilich auf seine ganz eigene Art. Der Seelenfrieden, den er bringt, ist der Frieden des Todes, die Ruhe des anorganischen Zustandes, dessen Eintritt er vor der Lebenszeit seiner Opfer herbeiführt. Gerade an dieser Stelle zeigt sich für mich die makabre Abgründigkeit dieses Films. Nicht die Kunst, nicht die sozialrevolutionäre Veränderung der Verhältnisse schafft den Ausweg für die Menschen, sondern nurmehr ihre Vernichtung. Neben vielem anderen ist dieser Film auch eine Parabel über die Sehnsucht nach Freiheit und die Ohnmacht, sie zu erreichen. Alle Figuren, die uns in dieser Geschichte begegnen, sind in sich selbst gefangen, selbst Charly, obwohl er ein Bewußtsein der allgemeinen Unfreiheit hat, ist ein Getriebener, der nicht anders handeln kann, als er es tut. SPOILER ENDE
Doch mit dieser nihilistisch anmutenden Konsequenz hat es allein nicht sein Bewenden. Der Film selbst, also ein Kunstwerk, ist es, der uns diese Ausweglosigkeit zeigt. Gerade der schwarze Humor, der besonders dieses Werk der Coen-Brüder so unverwechselbar macht, ist ein Moment von Freiheit. Die Darstellung einer durch und durch entfremdeten, unwirklich gewordenen Welt kann nur in dieser dichten, traumartigen Intensität künstlerisch dargestellt werden. Allein das Hotel, in dem Fink absteigt, ist die räumliche Manifestation eines seelischen Zustandes: Der Portier, der wie aus dem höllenartigen Abgrund selbst emporsteigt, der Lift'boy', der in seiner leichenhaften Statik wie ein Verwandter Charons, des Fährmanns der Unterwelt wirkt, sie alle manifestieren eine Welt, die nurmehr die Negation wahrhaften menschlichen Lebens verkörpert. Solange aber Kunst diese Entfremdung verbildlicht, sie 'verzerrt bis zur Kenntlichkeit'(Adorno), ist die Möglichkeit für humane Freiheit nicht gänzlich verschlossen. Darin sehe ich bei aller Konsequenz, die diesen modernen Film noir auszeichnet, einen bescheidenen Silberstreif Hoffnung.
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am 6. März 2014
Barton Fink ist ein genialer "kleiner böser Film" der begnadeten Cohen-Brüder der mit einfachen, psychologischen und kunstvollen Mitteln zugleich eine Horrorstory erzählt, eine abgehobene pseudo-sozialistische intellektuelle Elite verspottet und eine zynische Hollywood-Kritik anbringt. Für jeden Handelsreisenden (aber auch sonst jeden Cineasten) ein Muss!!
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TOP 500 REZENSENTam 14. September 2007
Hier brillieren zwei sehr gute Schauspieler, die diesen Film einfach nur unschlagbar gut machen: John Turturro als der idealistische Drehbuchautor Barton Fink, der seine liebe Not hat ein Manuskript über ein Ringerfilm zu schreiben (wo er doch nichts über das Ringen weiß und mit einer Schreibblockade kämpft) und John Goodman in der Rolle des Hotelzimmernachbarn Charlie Meadows, den man charakterlich als hart aber herzlich beschreiben könnte. "Könnte" ... denn hinter Charlie steckt mehr, als man vermutet ;-)
Was ich an diesem Film faszinierend finde ist die gleichbleibende bedrückende Stimmung, die sich durch den ganzen Film zieht ohne das man zum Schluss deprimiert den Fernseher anschaut. Ganz im Gegenteil, der Film beweist Humor, Tiefe und Beklemmung in allen Schattierungen. Und er will den Zuschauer bewusst irritieren.
Übrigens lohnt es sich auch durchaus den Barton Fink im englischen Original zu schauen. Persönlich fand ich die Originalstimmen unterhaltsamer als die deutsche Syncro, aber das ist ja wie immer Geschmackssache :-) Als Extrahappen kann man sich auf der DVD noch nicht veröffentlichte Szenen anschauen und eine Fotogalerie durchforsten.

Insgesamt gesehen: Wer Barton Fink nicht kennt, hat etwas verpasst.
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am 26. September 2004
Genialer Geniestreich und meiner Meinung nach der Beste Film der Coen-Brüder. Die DVD würde ich allerdings nur eingeschränkt empfehlen. Die Qualität ist sehr gut, da gibt's nichts zu mäkeln, auch die Zusatzfeatures sind ok, obwohl nicht gerade viel, auch liegt kein Booklet bei, was ich mir doch schon gewünscht hätte, zumindest 'ne Übersicht der Kapitel, doch größte Entäuschung sind die komplett neuen Synchronstimmen sämtlicher Darsteller und entsprechen nicht denen der originalen deutschen Kinofassung, somit ist für mich das Barton Fink-Gefühl doch sehr gestört, da ich den Kinofilm mehrere male gesehen habe und mich an die deutschen Synchronstimmen von John Goodman, Steve Buscemi,John Turturro (dessen Synchronstimme auf DVD echt erbärmlich, ja lächerlich wirkt)doch sehr gewöhnt habe, und somit ist Barton Fink auf DVD für mich nicht mehr das was er mal war, das was Barton Fink einmal ausmachte, das Flair, die Surreale Stimmung, all das wird meiner Meinung nach durch die neue Synchronisation arg gestört. Bin sehr entäuscht und frage mich warum man den Fehler beging neue Synchronstimmen zu vergeben. Also, werde ich mich mit der englischen Fassung auf DVD begnügen und schauen das ich im Fernsehen nocheinmal Barton Fink aufnehmen kann, in der deutschen Kinofassung, die war genial.
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TOP 1000 REZENSENTam 12. September 2010
Das Script zu "Barton Fink" (1991), dem in seiner Bedeutungsvielfalt bislang wohl dunkelsten Film der Coens, entstand im Jahre 1989 innerhalb kürzester Zeit, als Joel und Ethan Coen mit ihren Schwierigkeiten kämpften, die verschiedenen Handlungsstränge von "Miller's Crossing" zu einem in sich geschlossenen Ganzen zu verknüpfen. So geht es in diesem Film denn auch nicht zufällig um Kreativität, ihre Antriebsfedern, ihre Grenzen und ihre mehr oder minder wohlgeratenen Kinder.

Der New Yorker Bühnenschriftsteller Barton Fink (John Turturro) nimmt nach dem überragenden Erfolg seines avantgardistischen Bühnenstücks "Bare, Ruined Choirs" auf Drängen seines Agenten das Angebot der Hollywooder Produktionsfirma Capitol Pictures an, ein Drehbuch für einen Film zu schreiben. Er reist nach Kalifornien, wo er von Jack Lipnick (Michael Lerner), dem neurotischen Chef von Capitol Pictures, überschwenglich empfangen wird und den Auftrag bekommt, zunächst einmal einen Catcherfilm für Wallace Beery auszuarbeiten. In seinem Hotel, dem heruntergekommenen, den morbiden Geist längst vergangener Tage atmenden "Earle", bezieht Barton ein bescheidenes Zimmer, setzt sich an die Schreibmaschine und ... bekommt nichts zu Papier. Eine Schreibblockade, der Alptraum eines jeden Künstlers. Schon bald nehmen die unangenehmen Details seiner Umgebung Bartons Aufmerksamkeit mehr und mehr in Anspruch, wie die unter der allgegenwärtigen Hitze und Feuchtigkeit abblätternden Tapeten, nächtliches Mückengeschwirr und ein Bild - das einzige Schmuckstück in dem tristen Zimmer -, das den Rücken einer am Strand sitzenden Bikinischönheit zeigt, die versonnen aufs Meer blickt. Barton macht auch die Bekanntschaft seines Zimmernachbarn Charlie Meadows (John Goodman), eines Versicherungsvertreters, aus dessen Zimmer seltsame Geräusche dringen, der aber ein netter Kerl zu sein scheint - ein Vertreter des "einfachen Mannes", jener edlen Gattung Mensch, die Kristallisationspunkt des künstlerischen Schaffens Barton Finks ist. In der Umgebung der Filmstudios lernt Fink außerdem den gefeierten Autor W.P. Mayhew (John Mahoney) kennen, den die Coens stark an William Faulkner angelehnt haben, sowie seine Sekretärin und Geliebte Audrey Taylor (Judy Davis). Als Barton in seiner Verzweiflung Audrey bittet, ihm beim Entwurf seines Filmexposés zu helfen, erfährt er von ihr, daß der völlig dem Alkohol verfallene Mayhew seit Jahren nichts mehr zu Papier gebracht hat und daß seine letzten Werke eigentlich aus Audreys Feder stammen. Audrey versucht, den über diese Nachricht völlig verstörten jungen Mann zu beruhigen, und die beiden landen schließlich im Bett.

(Ab jetzt kommen Spoiler!)

Am nächsten Morgen jedoch erwacht Barton neben einer entsetzlich zugerichteten Frauenleiche, und in seiner Verzweiflung wendet er sich an Charlie, der ihm hilft, die Leiche zu beseitigen. Doch damit hat das Unheil gerade erst begonnen, denn schon bald stehen die beiden sehr unfreundlichen Detectives Deutsch und Mastrionotti in der Hotellobby und konfrontieren Barton mit einigen sehr unangenehmen Neuigkeiten ...

Die Coens selbst haben gesagt, daß sie, als sie das Drehbuch zu "Barton Fink" schrieben, nicht eine bestimmte Lesart vor Augen gehabt hätten, die all die verschiedenen Symbole und Charaktere in einen komplexen Sinnzusammenhang integriere, und die Zahl der Interpretationen, zu denen "Barton Fink" Anlaß gegeben hat, ist denn auch Legion. Sicher scheint zu sein, daß sich der Film zentral mit dem Thema der Kreativität befaßt, die für Barton nach eigenem Bekunden aus innerem Schmerz und tiefem Leid geboren wird, während der weltgewandte Mayhew beteuert, er schreibe Geschichten aus der Lust am Erfinden, aus Spaß an der Sache heraus - nur hat Mayhew ironischerweise seit längerem gar nichts mehr selbst geschrieben. Hinzu kommt der Aspekt, daß ein Künstler nicht nur der eigenen Kunst, sondern auch dem eigenen Magen verpflichtet ist, daß er also auf die eine oder andere Weise auch Kapital aus seiner Kunst schlagen muß. Mayhew verachtet Hollywood zwar zutiefst, doch verschmäht er es nicht, Treatments für Catcherfilme zu verfassen;* Barton hingegen mußte von seinem Agenten im Hinblick auf das zu erwartende Geld erst dazu überredet werden, für Hollywood zu schreiben, träumt er doch lieber davon, sich der Entwicklung des Theaters zu widmen.

Doch Barton leidet unter seinen hohen Ansprüchen an sich selbst, und so gerät er in eine innere Hölle, für die das Hotel Earle steht, das vielmehr als psychologischer, denn als geographischer Ort zu sehen ist. In meiner persönlichen Interpretation, die sicherlich ihre Löcher hat, würde ich sogar so weit gehen zu sagen, daß sowohl Charlie Meadows als auch die beiden Detektive, Deutsch und Mastrionotti, Ausgeburten von Bartons Phantasie sind - doch ist mir klar, daß eine solche These auf irgendeinem ihrer zahlreichen Beine lahmen wird. Meadows steht meiner Meinung nach für die Wurzeln Bartons, der - dies wird deutlich, wenn er von seiner Familie spricht - aus bescheidenen Verhältnissen kommt, sich aber durch seinen Habitus als Intellektueller immer mehr von seinen Ursprüngen entfernt hat, was insofern bedauerlich ist als er ja eigentlich den "einfachen Mann" zum Mittelpunkt seines Schaffens machen will. So geht er auch gar nicht auf Charlie ein, als der ihm versichert, "I could tell you stories to curl your hair, but it looks like you've already heard them", sondern doziert lieber über Kunst und Dramentheorie. Charlie zuzuhören, hätte Barton sicherlich einige Probleme erspart. Daß Charlie trotz allem voller destruktiver Energie und gefährlicher Aggression steckt, wird durch die unerträgliche Hitze und Feuchtigkeit des Hotel Earle schon am Anfang deutlich - parallel dazu läßt eine eitrige Entzündung stets ein Sekret aus Charlies Ohr laufen, und der gute Mann ist ständig mit schweißdurchtränktem Hemd unterwegs. Hier gibt es also viel unterdrückte Hitze, und daß es um die Macht des Unterbewußtseins geht, wird auch deutlich, wenn etwa Tapeten abblättern, während einer Bettszene die Kamera durch den Abfluß des Waschbeckens in die tiefsten Tiefen des Hotels kriecht, der Portier Chet (Steve Buscemi) am Anfang des Filmes aus einer geheimnisvollen Kellerluke ans Tageslicht steigt, oder wenn Barton zwar manchmal hört, was in Charlies Zimmer vor sich geht, das Innere dieses Raumes aber niemals zu Gesicht bekommt.

Gemeinhin wird das Hotel als Symbol für Charlies Geisteszustand gelesen, zumal dieser am Ende im Hinblick auf die Ödnis des Ortes sagt: "You're just a tourist with a typewriter, Barton; I live here." Doch scheint das Hotel auch Bartons inneren Zustand widerzuspiegeln, denn aufgrund der Hitze kann er die Anwesenheit Charlies spüren, und als er sich bei seiner Ankunft im Gästebuch einträgt, scheint er seine Seele zu verkaufen, als er die Frage Chets, ob er ein Dauergast oder auf der Durchreise sei, mit den Worten beantwortet: "I'll be here a long time. Indefinitely." Vor diesem Hintergrund mutet der Werbeslogan des Earle, "A Day or a Lifetime" denn auch wie eine unterschwellige Drohung an. Darüber hinaus besteht zwischen Barton und Charlie eine enge Verbindung, wird Barton doch nicht müde zu betonen, daß er außer seinem Nachbarn keinen Freund in der Stadt habe. So reagiert der Schriftsteller auch sehr beunruhigt, als Charlie ihm sagt, er müsse für einige Zeit verreisen - wobei er allerdings hinzufügt, daß er nicht lange fortbleiben werde. In einer anderen Szene sagt Charlie, er könne seinen Kopf nicht gegen einen anderen eintauschen - ein Vorausdeuten seiner Geisteskrankheit -, doch trifft dies auch auf Barton zu: Das Treatment zum Wallace-Beery-Film muß aus seinem Kopf kommen, doch leider ist dieser Kopf im Augenblick blockiert. Es sind viele kleine Details, die den Zuschauer in der Annahme bestärken können, Barton und Charlie seien zwei Seiten derselben Persönlichkeit und das Hotel bilde beider Geisteszustand ab.

Auch die zwei Detectives könnten Bartons Phantasie entsprungen sein. Ihre Namen deuten auf zwei der Länder hin, gegen die die USA am Ende des Films im Krieg stehen werden. Zudem fallen die beiden Polizisten durch ihr extrem bedrohliches, unverhohlen antisemitisches Verhalten auf, mit dem sie Barton zusetzen. Die Detectives treten aber nur im Hotel - der Metapher für Barton-Charlies Unterbewußtsein - auf, könnten also die Angst eines Menschen jüdischer Herkunft vor antisemitischen Anfeindungen widerspiegeln. Bezeichnenderweise ist Barton kurz zuvor in einem Gespräch mit Lipnick Zeuge eines Ausbruchs judenfeindlicher Vorurteile geworden, der zwar Lipnicks Privatsekretär galt, durch die Art der Kameraführung aber so inszeniert ist, daß der Zuschauer - in Bartons Perspektive befangen - die Invektiven zunächst auf Barton bezieht.

Aus all dem oben von mir verzapften Senf läßt sich leicht ersehen, daß "Barton Fink" sicherlich der dunkelste Film der Coens ist, dessen unzählige Details - viele, wie das geheimnisvolle Paket und das Bild, habe ich gar nicht näher betrachtet - seine Zuschauer wohl zu den unterschiedlichsten Deutungen gelangen läßt. Um dies zu veranschaulichen, habe ich meine Deutung in aller Knappheit skizziert. Neben seiner Tiefe ist "Barton Fink" aber auch ein Beispiel für den typischen Coen-Humor, etwa in der Szene, in der Barton mit Mayhew und Audrey picknickt, oder ganz besonders immer dann, wenn Lipnick auftaucht, ein launenhafter, dauerexaltierter Egozentriker, der mich ein wenig an den meist nur von hinten sichtbaren Mr. Steinbrenner aus "Seinfeld" erinnert.

Freunde des plotzentrierten, actiongeladenen Films wird "Barton Fink" allerdings weniger begeistern können, auch wenn es am Ende noch einmal heiß hergeht. Doch wer sich mit dem Stil der Coens anfreunden kann, wird diesen Film sicher sehr zu schätzen wissen.

* William Faulkner verfaßte ebenfalls Drehbücher für Filme, darunter auch für Projekte von Howard Hawks, mit dessen Sekretärin Faulkner eine nähere Bekanntschaft einging. Dies sind nur einige Parallelen zwischen Faulkner und Mayhew, den die Coens im Film übrigens an einem Drehbuch mit dem Namen "Slave Ship" schreiben lassen, einem tatsächlichen Film mit Wallace Beery aus dem Jahre 1937 - basierend auf einem Drehbuch von William Faulkner.
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am 30. März 2003
Als ich das erste mal Barton Fink sah, ging es mir wie nachdem ersten mal, dass ich Big Lebowski sah: Rein vom optischen erfreute mich der Film, doch fand ich die Handlung ein wenig träge. Die steht jedoch auch bei beiden Filmen im Hintergrund. Genial wird der Film durch die Glanzleistungen der Darsteller, vorallem John Goodman, durch die vielen verrückten Kamerafahrten, dem vielen versteckten Humor und dem tollen Ende. Leuten die eine große Story erwarten kann ich den Film nicht empfehlen, doch alle Coen-Fans erwartet ein weiteres Glanzstück.
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TOP 500 REZENSENTam 4. Januar 2016
1941/New York: Theater-Autor Barton Fink hat einen Überraschungserfolg am Broadway was ihm die Türen nach Hollywood öffnet.
Nun ist es leider so das Barton alles andere als ein typischer Hollywood-Schreiber ist und mit all den Gepflogenheiten und Charakteren dort nicht viel anfangen kann.
Zudem ereilt ihn eine Schreibblockade als er ein Drehbuch zu einem Catcher-Film schreiben soll.
Zurückgezogen in einem heruntergekommenen Hotel ringt er nach Ideen als er den grobschlächtigen Charlie Meadows kennen lernt.
Ein Mann aus dem Volk.....und das sind die Menschen die Barton am liebsten zu Papier bringt.
Nutzt aber erstmal nichts denn der Termin zu Abgabe des Drehbuchs rückt näher.
Gut das er die Sekretärin eines Star-Schriftstellers kennen lernt die ihm unter die Arme greifen will.
Nach einer Amourösen Nacht beginnt für Barton allerdings der Albtraum.

Diese bitterböse Abrechnung mit Hollywood aus dem Jahr 1991 ist ein beeindruckendes Frühwerk der Coen-Brüder die hier wieder Regie und Drehbuch in die Hand nahmen.
Ähnlichkeiten zu bereits verstorbenen Personen sind natürlich völlig unbeabsichtigt. ;-)
Der Film jedenfalls besticht wie bei den Coen's üblich durch tolle aber lakonische Dialoge, durch eine perfekte Atmosphäre und viel schwarzem Humor.
Was natürlich auch nicht fehlen darf sind die skurrilen Charaktere die stets am Rande des Wahnsinns agieren.
Vor allem der "Lift-Boy" hat einen Platz im Olymp der fertigsten Charaktere aller Zeiten verdient. :-D

Ein tolle Dramödie.....
Mit dabei sind u.a.: John Turturro, John Goodman, Judy Davis, Michael Lerner, Steve Buscemi, Tony Shalhoub, John Mahoney und Jon Polito.
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