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4,1 von 5 Sternen
Rollerball
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27 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 19. Juli 2002
So ganz selten im Leben, wohl nicht öfter als höchstens 20 oder 30 mal, gibt es Filme, nach deren Anschauen einem der Mund offensteht und man den Rest des Tages gedanklich mit fast nichts anderem mehr beschäftigt ist als mit dem Gesehenen. So ein Film ist ROLLERBALL. Er faszinierte 1975, und er fasziniert noch heute mit ungebrochener Kraft. Angesichts des über alle Maßen hinaus jämmerlichen und lächerlichen Remakes und der eher mittelmäßigen Kurzgeschichte von William Harrison, die als Literaturvorlage diente, gewinnt die Erstverfilmung von ROLLERBALL sogar noch Kraft hinzu. Sein Thema ist nicht nur vordergründig ein die Massen begeisternder Sport, bei dem Tote und Schwerverletzte an der Tagesordnung sind, sondern das erschütternde Bild einer Gesellschaft, die durch pervertierten Konsum einerseits und extreme Gefühlsarmut andererseits ein dekadentes Stadium erreicht hat, das dem der Spektatoren des römischen Circus Maximus durchaus ebenbürtig ist.
James Caan (ALIEN NATION, COUNTDOWN START ZUM MOND) brilliert hier als Jonathan E, und er gibt mit Ausnahme von Patrick Mc Goohan aus NUMMER 6 (THE PRISONER) den wohl unnachgiebigsten und erfolgreichsten Verfechter der ureigensten Grundrechte des Menschen, seine Freiheit Dinge zu tun oder sein zu lassen, ohne dazu notwendigerweise stets Erklärungen mitliefern zu müssen, ab. Sein ebenso entschlossener Gegenspieler in ROLLERBALL ist John Houseman, gemeinsam mit Orson Welles der Mitbegründer des legendären Mercury Theater On The Air, der hier als hinter den Kulissen agierender, dafür jedoch keineswegs ungefährlicher Weltkonzernmanager Bartholomew in einer grandiosen Spätrolle seines schauspielerisches Schaffens zu sehen ist.
Es gibt Leute, die berechtigterweise der Auffassung sind, es seien fast immer genau die Falschen gewesen, die ROLLERBALL angeschaut hätten. Viele intellektuellere Science Fiction Fans schauten den Fim nicht an, weil sie ihn fälschlicherweise für ein hirnarmes Spektakel hielten. Den Actionfreaks war ROLLERBALL zu langatmig, da nur ein kleiner Teil des Films von insgesamt 3 Kämpfen dominiert wird; der Rest ist ein dennoch keineswegs langweiliges unerbittliches Hinschauen auf eine Welt, die materieller Not enthoben nichts weiter mehr zu tun hat als vor Dekadenz auf Parties auch schon mal einige Bäume unter dem Gejohle der Sensationshungrigen in Flammen aufgehen zu lassen. Der sinnlose Konsum, von den Industriebossen einiger Megakonzerne auf die Spitze getrieben, hat paradoxerweise eine Welt hervorgebracht, in der der Kommunismus sich schließlich doch durchgesetzt hat. Alle sind gleichermaßen betäubt, alle sind gleich doof, und daraus resultiert, daß (fast) alle auch gleich lenkbar sind. Joanthan E, der mit seiner perfekten Gabe, Rollerball zu spielen so ein bisschen zu einem futuristischen Kozure Okami auf Rollschuhen geworden ist, entwicklt zum Unbehagen der im Hintergrund die Fäden ziehenden mächtigen Wirtschaftsbosse eine zu große Anhängerschaft und dadurch unerwünschtes Charisma. Er soll verschwinden, in der Arena sterben, aber das ist dann doch nicht so leicht wie es sich anhört. Die Regeln oder besser die Regellosigkeiten werden von Spiel zu Spiel mörderischer, wobei aber nur wenige erkennen, daß dies alles nur dazu dient, um ein Volksidol zu demontieren. Das allerdings entpuppt sich als aus einem Material geschmiedet, das sich nicht formen lässt. Am Ende verlässt Jonathan E als Einziger aufrecht stehend die Arena, wo er doch eigentlich der Einzige war, auf dessen Fall es den Mächtigen wirklich ankam. Warum er überhaupt Rollerball spielt, diese Frage wird im Film nicht direkt angesteuert. Daraufhin angesprochen lässt sich aber gut das zitieren, was Louis Jordan in DAS DING AUS DEM SUMPF sagte: "Talent tut was es kann; Genie tut was es muss." So ist es auch hier.
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13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 18. Februar 2004
...bis wir etwas ähliches wie eine Rollerball-Meisterschaft auf RTL2 miterleben dürfen. Und eine Frage des Geldes natürlich...
>DIE STORY<
...genau wie im Film "Rollerball". In diesem haben die internationalen Grosskonzerne endlich offen die Macht übernommen und die Erde unter sich augeteilt. Autor William Harrison beschreibt eine Gesellschaft im Griff der allmächtigen "Corporations", in der Krieg abgeschafft ist und jeder sein Auskommen hat - allerdings nur solange er die ihm zugewiesene Rolle akzeptiert. Falls nicht, bestraft die Corporation erbarmungslos. Dies bekommt auch Jonathan (James Caan) zu spüren, bislang eine Art "Schumi" der Rollerball-Liga. Der von den Corporations erfundene "Sport" Rollerball soll die Emotionen und Aggression der Massen in kontrollierbaren Bahnen halten und Nachdenken verhindern - ein temporeicher und ziehmlich rüder Mannschaftssport, der nicht von ungefähr einige Ähnlichkeit mit Profi-Eishockey hat.
Indem Jonathan ein "grosszügiges Angebot" zur Pensionierung ablehnt, wird er zum Feind der Corporation - und soll sterben. Hierfür beginnt die Corporation die Rollerball-Regeln nach und nach zu änder, bis hin zu "wer überlebt, hat gewonnen"!
>DER FILM<
Erstaunlich - "Rollerball" wurde zum grössten Teil in Deutschland gedreht! Allerdings nur wegen der Kulissen (BMW Tower, Olympia Basketball Halle), andere deutsche Einflüssee gibt es - zum Glück - nicht. Immerhin ist der Streifen 1975 gedreht, was man ihm auch anmerkt. Hier ist noch alles Hand- bzw Knochenarbeit. Das Stuntteam hat sein Geld hart verdienen müssen - hoffentlich hat's für die Arztkosten gereicht.
Schauspiel und Regie liefern solide Arbeit ab, im Sinne progressiven US Kinos der 70ger, fast schon mit einem Hauch französchem Akzent. Trotz der Sozialkritik predigt der Film nicht und hat kaum Längen - nur die von der Produktionsgesellschaft vorgeschriebenen Liebesszenen.
>FAZIT<
Jeder ernsthaft an SF Literatur und Film interessierte muss diesen Kult-Klassiker eigentlich in seiner Sammlung haben. Am besten jedoch in der Special Edition, ungeschnitten und mit ausgezeichneten Infos zur Produktion.
Die DVD ist technisch ok - sie kann halt nur wiedergeben was 1975 aufgezeichnet wurde, und das tut sie. Die 5.1 Überarbeitung der Special Edition ist hier für mich eher Spielerei als Leistungsmerkmal.
Viel Spass damit,
Euer Beatminister
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 22. März 2013
Obwohl der Film eindeutig ins Genre Action gehört, merkt man ihm seine fast 40 Jahre an. Doch diese langen Kameraeinstellungen auf die Gesichter der Hauptakteure, die ruhige Erzählweise tun dem Film gut. In seinen besten Momenten ist er ein Zeitgenosse von The man who fell on earth, der wohl im selben Jahr entstand. Regisseur Norman Jewison sagt, daß ihn vor allem die Verrohung des Sports in den frühen Siebzigern zu dem Filmstoff geführt habe. Andererseits meinten anschließend auch viele Kritiker, daß der Film seinerseits die Gewalt eher verherrlichen als verdammen würde. Tatsächlich wird die Roheit des Rollerball-Spiels als selbstverständlich präsentiert. Die Moral der Geschichte ist eine uramerikanische: Das herausragende Individuum ist von einer egalitären, anonymen Struktur gefährdet und will - als Einzelner und in einem nie in Frage gestellten brutalen Spiel - weiterkämpfen. Das Ende des Films feiert den einsamen Helden, der über eine Kampfbahn von Toten (?) und Verletzten rollt und den Ball zum Sieg einwirft. Verzicht darauf, ihn einzuwerfen - das wär's gewesen ...!
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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 12. März 2002
Beim durchforsten des Internetzes habe ich - wenn überhaupt - nur negatives über das anstehende Remake von John (Die Hard) McTiernan gelesen. Die Original DVD bietet ein super Bild, interessante Hintergrundinfos und einen Film, der spannend bis zum Schluss ist. Lohnt sich auf jeden Fall. Ein Kultfilm...
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 3. Dezember 2003
In einer nicht allzu fernen Zukunft gibt es keine Nationen mehr: Die Welt wird regiert durch sogenannte Corporations, Megakonzerne, die die Bevölkerung mit Lebensnotwendigem und Luxus versorgen. Niemand leidet Not, es gibt keine Kriege, doch die Kehrseite der Medaille ist der Verlust jeder Individualität und Selbstbestimmung. Drogen und vor allem das brutale Spiel "Rollerball" sorgen dafür, dass keine revolutionären Gedanken aufkommen. Uneingeschränkter "Rollerball"-Weltstar ist Jonathan E. (James Caan). Dessen zunehmende Popularität bedroht den Machtanspruch der Corporations, die ihn lieber heute als morgen "aus dem Spiel" nehmen würden.
Recht brutaler Film von Norman Jewison aus dem Jahr 1975 mit der beängstigenden Vision einer schönen neuen Welt. Eine Welt, in der die Menschen satt, zufrieden und apathisch auf ihr Menschsein verzichtet haben.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 16. August 2013
So hat man sich Anfang der 1970er die nähere Zukunft vorgestellt: die Nationalstaaten sind bankrott und haben sich aufgelöst. Einige Konzerne haben die Weltherrschaft übernommen. Jeder Konzern ist für gewisse Lebensbereiche zuständig und ist in einer Metropole beheimatet. Huston liefert die Energie, New York ist für das Transportwesen zuständig. Die Konzernchefs bilden ein Direktorium und entscheiden in Videokonferenzen über das Schicksal der Menschheit. Kriege und Krankheiten gehören der Vergangenheit an, genauso wie sämtliche uns bekannte Sportarten. Zur Erquickung der Massen haben sich die Multis einen neuen Event ausgedacht: Rollerball

Obwohl beim Rollerball Verletzte und Tote keine Seltenheit sind, hat sich doch über die Saisonen ein Athlet mit Sonderstatus herauskristalisiert: Jonathan E. (James Caan) der Kapitän von Huston.

Der Film ist sehr gut, wenn man schon einige Jahre auf dem Buckel hat. Junge Zuseher werden den Streifen wohl fad finden, so wie ich es früher tat. Die Grundüberlegungen sind wohl richtig, nur haben der Autor und der Regisseur die Fortschritte der Computer- und der Fernsehtechnik unterschätzt. Auch die Auswahl der wichtigen Städte (Huston, Madrid, Tokoyo, New York, Chicago, Genf, Washington, etc.) ist ein Kind der damaligen Zeit. Heute spielt die Musik in Asien, ein radikaler Klimawandel könnte aber das heutige Canada und Sibirien an die Spitze der Nahrungskette bringen.

Genießen Sie den Film und stellen Sie sich bei jedem dargestellten Konzern die Variante vor, die aktuell möglich und wahrscheinlich wäre. Na wer da nicht ins Grübeln kommmt...
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 13. Januar 2004
Rollerball spielt in der Zukunft. Wirtschaftskonzerne lenken die Geschicke der Menschen. Um die Agressionen zwischen den Völkern zu steuern, wird ein internationales Spiel eingeführt: Rollerball. Es gibt keine Regeln und wie moderne Gladiatoren versucht jeder Spieler nur das Spiel zu überleben.
Der derzeitige Held des Spiels soll abtreten, da er zu populär geworden ist und bereits international verehrt wird. Dieser weigert sich und nimmt den Kampf gegen den bestimmenden Wirtschaftskonzern auf. Ein böses Zukunftszenario, wo nur noch Wirtschaftsinteressen dominieren. Der Einzelene zählt nichts.
Nach seiner Entstehung vor allem wegen seiner neuartigen Gewaltszenen kritisiert.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Norman Jewisons "Rollerball" aus dem Jahr 1975 spielt in einer nahenden Zukunft, in der es keine Regierungen mehr gibt. An diese Stelle der Machtausübung sind nun Konzerne gerückt, die über die Menschen herrschen und das Sagen haben.
Jeder Konzern kontrolliert eine Stadt. Auf der ganzen Welt wird eine Sportart gefeiert, die sich Rollerball nennt. Dieses Spiel ist eine Mischung aus Football, Hockey, Motorradrennen und Roller Derby und wird mit brutalen Mitteln und ohne Rücksicht auf menschliche Opfer gespielt.
Es kommt damit den Gladiatorenkämpfen der Antike gleich, der Unterschied besteht darin, dass es aber beim Rollerball keine Helden und damit auch keine Idole gibt, mit denen sich der Zuschauer identifizieren könnte, was zählt ist ausschliesslich der Teamgeist und der Sieg durch den Zusammenhalt der Mannschaft.
Die Spiele finden in Halle statt, zwei Konzerne bzw. Städte treten gegeneinander an. Die Mannschaft muss die schwere Metallkugel, die ins Spielfeld geschleudert wird, in einen Trichter befödern. Die Gegenmannschaft muss das gleiche tun, aber es gilt auch den Gegner am Treffer zu hindern.
Beim Spiel Houston gegen Madrid (es geht um den Einzug ins Halbfinale) trumpft einmal mehr der inzwischen zum Starspieler mutierte Jonathan E. (James Caan) auf, er als Captain der Mannschaft lässt sich nach dem Sieg in der Kabine feiern.
Auch der Houstoner Konzernchef Bartholomew (John Houseman) gratuliert zu dem großen Erfolg. Trotzdem wünscht er sich in einer Unterredung mit Jonathan, die am Tag danach stattfindet, dass dieser mit sofortiger Wirkung seine Rücktritt als Rollerballspieler bekannt machen soll.
Dieser Wunsch, der eigentlich angesichts der Macht des Konzerns, eher ein Zwang ist, macht Jonathan zuerst mal sprachlos, wer will ihn loswerden ? Und das gerade jetzt, wo das Halbfinalspiel in Tokio stattfindet und diese Mannschaft geradezu den legendären Ruf als Killer haben...
Eine gute Science Fiction Story, der gegen Ende ein bisschen die Puste ausgeht, aber in der Gesamtheit eine gute Qualität aufweist.
Dabei sind auch gute Einzelsequenzen zu vermerken, sehr eindrücklich ist das Abfackern der Bäume während einer Party. Hier manifestiert sich geradezu ein destruktives Abbild dieser Gesellschaftsform, die menschliche Befürfnisse wider der Natur einschränken wollen zum Wohle des Konzerns.
An diesen Stelle hat der Film eine Orwellsche Kraft, sehr bemerkenswert auch die Darstellung von Charakterdarsteller John Houseman, der in der Rolle des subtil agierenden Machtmenschen brilliert und einen würdigen Bösewicht abgibt.
Die Actionsequenzen sind auf einem guten Niveau, vorausgesetzt man vermisst auch die Abwesenheit heutiger CGI-Actioneinlagen nicht.
Thematisch verwandt mit "Rollerball" sind auch Science Fiction Werke wie "Soylent Green", aber auch "1984".
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 12. Januar 2012
Zunächst einmal ist dieser Film mit dem katastrophalen Remake in keinster Weise vergleichbar. Remakes im Allgemeinen haben ja die traurige Tendenz, einen ursprünglich guten Film zu verschlimmbessern. Auch hier ist das keine Ausnahme, sondern der schlagende Beweis dieses bedauerlichen Umstands!

Der Film selber greift sehr gelungen das Thema der gesellschaftlichen Übersättigung und moralischen Verrohung einer kompromiss- und gnadenlosen Konsumgesellschaft auf, in der Individualität, Menschenwürde und persönliche Freiheit zugunsten des altrömischen Prinzips "Brot und Spiele" rigoros aufgegeben worden sind. Auf Rollschuhen und mit Motorrädern muss eine Stahlkugel in einen Korb geworfen werden - das ist alles. Den Reiz macht dabei der Umstand aus, dass die Spieler nach Herzenslust aufeinander einprügeln dürfen und Tote und Verletzte nicht nur einkalkuliert, sondern explizit gewollt werden.
Die dumpfe Masse wird durch einen brutalen Sport bei Laune gehalten, ihre Lust auf Blut und Gewalt auf unterster moralischer Schwelle befriedigt und jede kritische Hinterfragung oder auch nur allzugroßes Nachdenken über Politik und Gesellschaft im Gebrüll der Fans und dem Dröhnen der Motorräder erstickt. Als die Hauptfigur durch ihr sportliches Talent mehr und mehr aus der uniformen Einheitsmasse heraussticht und zum Schluss Superhelden-Status erreicht, wird durch die grauen Emminenzen im Hintergrund die Jagd freigegeben. "Der Spieler darf nicht wichtiger werden als das Spiel".

Ein Thema von insgesamt durchaus aktueller Brisanz, wenn man sich "Volksbelustigungen" ansieht, wo sich mehr oder (eher!) weniger bekannte Personen freiwillig in einer gestellten Situation in ein Urwald-Lager begeben, um dort Insekten zu essen oder durch Maden zu kriechen - Voyeurismus, Perversion und menschliche Gier nach Ekel in Reinkultur.

Der Film hat einige Längen zwischen den spannenden und packend inszenierten Wettkampfszenen. Diese Längen dienen jedoch hervorragend dazu, ein detailliertes Bild der zukünftigen Wegwerf-Gesellschaft zu zeichnen, in der der Film spielt. Besonders sehenswert die dekadente Party oder der Besuch der Hauptfigur in einer Bibliothek.

Fazit: Ein spannender Film, der ausnahmsweise mal keine hohle oder hochtrabende Message propagiert, sondern wirklich Aussagekraft besitz. Dies alles eingebettet in spannende und dramatische Actionszenen, die keineswegs einen Vergleich zu heutigen Filmen scheuen müssen - insbesondere unter dem Aspekt beachtlich, dass der Film über 30 Jahre alt ist. Rundum sehenswert.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 5. September 2013
Der Film ist mega-spitze, da alles perfekt übereinstimmt. Die Inszenierung ist furios, spektakulär und spannend - teilweise von einer beklemmenden Intensität - mitten ins Geschehen - getragen. Die Darsteller sind allesamt topbesetzt, das Drehbuch ist durchaus von einer entsprechenden Glaubwürdigkeit, die Locations sind perfekt in Einklang zur Story.
All das macht einen guten (Science-Fiction)- Actionthriller aus, von der Machart her absolut klasse.

Noch besser jedoch sind die gesellschaftlichen und sozialkritischen Aspekte des Films. Die Machtmechanismen der Leute, denen Geld über alles steht und die von Macht nur zusehr besessen sind, dass der Mensch in seiner Leistung nicht gewürdigt wird, da dieser niemals in eine Position kommen darf, in der er mehr zu sagen hat und somit die Macht dieser Leute einzudämmen droht, letztlich unter Umständen am längeren Hebel ist. Sehr gut einbezogen.
Und klar, es geht auch um die Macht der Medien, um Einschaltquoten, darum dem Publikum das gefundene Fressen zu geben - moralisch mehr als fragwürdig, jedoch entsprechend realistisch der Massen des Volkes betreffend.
Sozusagen die Sensationsgier der Massen, die Schäden billigend in Kauf nehmen, sei es auch die Gesundheit oder das Leben eines Menschen, um visuell eindrucksvoll, brisant, bildgewaltig, explosiv -wie auch immer- unterhalten und mitgerissen zu werden. Ein provokativer, sehr guter Ansatz.

Auch daher top.

Auf das Remake kann man getrost verzichten. Schaut euch lieber den hier an!
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