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100 von 106 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen "Ich wollte immer, dass Du frei bist!"
Theon(Michael Lonsdale), Bürger von Alexandria und Vater der Philosophin und Mathematikerin Hypatia(Rache Weisz), kann seiner Tochter diesen frommen Wunsch zwar sagen...realisieren kann er ihn jedoch nicht. Zu aufgewühlt und gefährlich ist die Lage im Alexandria Ende des 4.Jahrhunderts nach Christi. Viele Bewohner Alexandrias sind Heiden, dazu kommen Juden...
Veröffentlicht am 12. August 2010 von Thomas Knackstedt

versus
2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Interessante Historie mittelmäßig inszeniert
Produkt: DVD (1 Stück) / Qualität gut / Herausgeber: Universal Pictures Germany GmbH / ASIN: B003BY0S8G
Filmtitel: Agora - Die Säulen des Himmels.
Herstellungsland: Spanien. Premiere: 2009
Mit: Rachel Weisz, Max Minghella, Oscar Isaac u. A. Regie: Alejandro Amenabar
Bild: gut / Farbe / Breitbild. Sprache: englisch. Synchronisation:...
Veröffentlicht am 6. November 2011 von Mladen Kosar


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100 von 106 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen "Ich wollte immer, dass Du frei bist!", 12. August 2010
Rezension bezieht sich auf: Agora - Die Säulen des Himmels (DVD)
Theon(Michael Lonsdale), Bürger von Alexandria und Vater der Philosophin und Mathematikerin Hypatia(Rache Weisz), kann seiner Tochter diesen frommen Wunsch zwar sagen...realisieren kann er ihn jedoch nicht. Zu aufgewühlt und gefährlich ist die Lage im Alexandria Ende des 4.Jahrhunderts nach Christi. Viele Bewohner Alexandrias sind Heiden, dazu kommen Juden und Christen. Vor allem das Christentum ist die aufstrebende Macht. Untereinander sind sich die verschiedenen Religionsanhänger feindlich gesonnen.

Auf die Frage ob sie an Gott glaube, sagt Hypatia: "Ich glaube an die Philosophie." Das sorgt für Ärger in der Stadt. Schließlich ist Hypatia eine enge Beraterin des Präfekten Orestes(Oscar Isaac), der die Stadt im Namen Roms führt. Orestes war früher Hypatias Schüler, ist selbst Christ und begehrt die schöne, intelligente Frau noch immer. Aber nicht nur er ist in Hypatia verliebt. Auch ihr früherer Sklave Davus(Max Minghella), der sich den Parabolani, einer militanten, christlichen Vereinigung anschließt, liebt Hypatia.
So kommt es, wie es kommen muss. Während Hypatia sich Gedanken über den Lauf der Gestirne macht, eskaliert die Lage in Alexandria. Die Christen übernehmen die Macht, die Heiden und Juden müssen um ihr Leben fürchten. Steinigungen und wahllose Morde sind an der Tagesordnung. In diesem Wirrwarr um Macht und Religion versuchen Orestes und Davus Hypatia zu schützen. Ein Vorhaben, das unmöglich erscheint...

Alejandro Amenabar muss klar gewesen sein: Das gibt Ärger! In seinem Film über das Leben der historischen Figur Hypatia von Alexandria hat er sich teils an die Geschichte gehalten, sich hier und da aber auch ein paar künstlerische Freiheiten genehmigt. Und...man mag es kaum glauben...auch über 1600 Jahre später sorgt das noch immer für Unmut und Kritik von Seiten religiöser Vereinigungen. Von den Ansichten, die Kritiker und Rezensenten zum Inhalt des Films abgeben, ganz zu schweigen. Dabei zeigt Amenabar doch genau das: Egal, wer was wie tut oder sagt, am Ende läuft es auf die eine Frage hinaus: Gehörst Du zu uns oder nicht? Getreu nach dem Motto "Und willst Du nicht mein Bruder sein..." folgt dann der zweite Akt des "Spektakels". Die Autenthizität von Amenabars Filmstoff ist fraglich. Allerdings kam es dem Regisseur darauf wohl auch nicht an. Er zeigt, dass am Ende, egal ob Heiden, Juden oder Christen, keine der Religionen in Alexandria ohne Blut an den eigenen Händen "davon kam". Hat sich seitdem Entscheidendes geändert? Die Beantwortung dieser Frage kann man getrost jedem Zuschauer Agoras selbst überlassen.

Auf jeden Fall durfte Amenabar in Kulissen und Kostümen schwelgen. -Agora- ist seit langem mal wieder ein Monumentalfilm, bei dem Heere von Statisten eingesetzt wurden, ohne all zu große Videotechnik einzubauen. Dafür hagelte es reichlich Filmpreise. Auch die Kameraarbeit wurde, meiner Ansicht nach zurecht, ausgezeichnet. Die Besetzungsliste ist erstklassig. Rachel Weisz brilliert als Hypatia. Max Minghella und Oscar Isaac stehen ihr in nichts nach.

Die meisten Kritiken erhielt -Agora- aus dem Grund, dass unser Christentum bei dieser Geschichte nicht besonders gut wegkommt. Wenn sie mich fragen...ja...das stimmt. Wer allerdings genau hinschaut und hinhört, der erkennt, dass Amenabar gleichermaßen keine Religionsgemeinschaft Alexandrias ungeschoren davonkommen lässt. Vor allem zeigt er, dass es keine Götter und Weltanschauungen, sondern Menschen sind, die Religionen für ihre Zwecke nutzen.

Wer sich einen "modernen" Monumentalfilm mit jeder Menge Inhalt und der Garantie zum Nachdenken anschauen möchte, dem kann ich -Agora- ausdrücklich empfehlen. Wer eher auf Unterhaltung, Action, Herzschmerz und Mainstream steht, der sollte den Film lieber nicht in den Player befördern. Entscheiden kann das natürlich nur einer: Nämlich Sie!
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75 von 84 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Großartig, 10. September 2010
Rezension bezieht sich auf: Agora - Die Säulen des Himmels (DVD)
Hier wurde schon genug zum Film geschrieben, daher verzichte ich auf eine Inhaltsangabe.
Einige andere meinen zB "amerikanischer Müll" (hallo, es ist ein spanischer Film!) oder meckern über ungenaue historische Details.
Nun ist über die Lebensgeschichte der Hypatia (dank der Vernichtung vieler Schriften durch die Christen) relativ wenig bekannt, daher sei dem Drehbuchschreiber etwas literarische Freiheit gegönnt.
Die grundlegenden Details stimmen jedoch. Hypatia war die letzte Hüterin der Bibliothek von Alexandria, sowie eine berühmte Philosphin und Wissenschaftlerin. Von fanatischen Christen wurde sie schließlich öffentlich bei lebendigem Leib gehäutet und auf dem Scheiterhaufen verbrannt (das war dann für die Verfilmung wohl zu krass, daher erfährt sie hier ein recht "gnädiges" Ende).
Das dieser Film vielen Christen unangenehm aufstößt ist klar - sind die Frühchristen hier doch als ungebildete, gewalttätige Fanatiker dargestellt - etwa wie man sich heute die Taliban und Hardcoreislamisten vorstellt. Das mag nicht schmeichelhaft sein, aber an der Historie und den Progromen und Ausschreitungen, die im Namen Christi begangen wurden, ist nun mal nicht zu rütteln.
Auf jeden Fall ein sehr spannender, intelligenter und auch ans Herz gehender Film.
Das Ansehen kann ich nur empfehlen.
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wie sich eine kollektive Weltanschauung Schritt für Schritt durchsetzt, 27. März 2010
Von 
Thorwald Franke (Frankfurt am Main) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Agora - Die Säulen des Himmels (DVD)
Der Film "Agora" ist gut, sehr gut sogar - verstörend gut. Er zeigt, wie eine kollektive Weltanschauung X - in diesem Fall das Christentum - sich in einer Gesellschaft Zug um Zug durchsetzt, und andere kollektive Weltanschauungen Y oder Z - in diesem Fall Serapis-Kult und Judentum - dabei schrittweise an Boden verlieren. Nebenbei kommen Freidenker, die mit den bisherigen kollektiven Weltanschauungen ein Arrangement gefunden hatten, unter die Räder, weil sie ein solches Arrangement mit der neuen kollektiven Weltanschauung eben noch nicht gefunden haben.

Der Film zeigt sehr gut, dass guter Wille allein nicht genügt, um widerstreitende kollektive Weltanschauungen zu befrieden. Denn die Dinge schaukeln sich hoch und haben eine Dynamik, die nicht beherschbar ist. Es nützt nichts, auf die Vereinfacher und Hetzer zu schimpfen - sie sind nun einmal immer da, man muss sie mitdenken, sonst hat man kein volles Bild der Wirklichkeit. Man sieht, wie auch vernünftige Menschen auf allen Seiten - auch wenn sie Macht haben - gegen die Neigung zur Dummheit, die in jeder kollektiven Weltanschauung angelegt ist, nichts ausrichten können.

Das Dumme an der Dummheit ist, dass man sie vollkommen gleichberechtigt mit der Realität behandeln muss, wenn sie nur gesellschaftliche Macht hat. Man muss mit ihr verhandeln. "Seit wann gibt es in Alexandria so viele Christen?" lautet einer der Schlüsselsätze im Film. Dass in den Verfassungstexten einer Gesellschaft irgend etwas kodifiziert ist, spielt dann keine Rolle mehr - das wird alles gnadenlos Bestandteil der Verhandlungsmasse, wenn die Gewichte in der Gesellschaft sich verschieben.

Und dann gibt es noch die Möglichkeit, mit den Wölfen zu heulen, nur lauter. Im Film scheitert dieser Weg, weil der Protagonist nicht laut genug "mit den Wölfen heulte" (der Moment, wo Orestes sich nicht niederkniet).

Natürlich denkt man bei all dem an das derzeitige Erstarken von Formen des Islams, die fern von der Vernunft sind (womit gesagt sein soll, dass der Islam auch vernünftig sein kann). Man kann die Sache aber auch tiefer hängen. Welcher Politiker z.B. könnte es sich leisten, Kohlendioxid als Verursacher des Klimawandels anzuzweifeln? Wer könnte es wagen, gegen das gedankenlose Multikulti und den Softsozialismus in der Gesellschaft anzugehen? Usw. usf.

Auch dies: Noch nie jedenfalls habe ich das Christentum so hinterfragt gesehen. Die meisten von uns sind ja mit einem "lieben" Bild von Christentum aufgewachsen, und auch wenn wir alle es längst hinterfragt haben: So krass wie in diesem Film hat man es noch nie gesehen, und der Eindruck ist gerade auch deshalb so stark, weil der Film nicht übertreibt, sondern glaubwürdig bleibt: Auch wenn die wahre Story um Hypatia nicht exakt genau so gewesen ist, so kann man sich dennoch nur zu gut vorstellen, dass das Christentum diese üble Rolle auf diese Weise spielen kann und auch oft genug gespielt hat. "Halleluja" statt "Allahu akbar" - das kann man sich nur zu gut vorstellen.

Der Film war fast zu perfekt. Sogar die Aussprache von "Agora" war richtig. Die meisten sagen ja "Agoora", aber es heißt natürlich "Agoraa" :-)
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Frauenfilm nach einer berühmten Legende, 1. April 2014
Rezension bezieht sich auf: Agora - Die Säulen des Himmels (Amazon Instant Video)
Der Film "Die Säulen des Himmels" inszeniert die Geschichte der Philosophin, Lehrerin und Astronomin Hypoteia.Über die leider nur wenig überliefert ist, in wirklichen Leben aber wohl beliebt, aber auch eine perverse Zynikerin gewesen sein könnte. Es wurde aber eine typisch-moderne, feministische Charaktere, die einer positiven Heldin entspricht, für Hypoteia gewählt, ähnlich einer Tatortkommissarin.
Negative weibliche Rollen fehlen, positive männliche Charaktere dagegen sind eigentlich nicht vorhanden, deshalb ein typischer Frauenfilm. Ob sie wirklich die in den Film gezeigten wissenschaftlichen Erkenntnisse erreichte, ist reine Spekulation, eher unwahrscheinlich, da diese Erkenntnisse dann sicherlich bewahrt worden wären. Auf der anderen Seite läßt der historische Stoff sehr viel Freiraum, der vom Drehbuchautor in einer spannenden-unterhaltsamen Art und Weise umgesetzt wurde.
Die historische Rahmenhandlung gelingt sehr gut, ist aber für Christen, die an die Kirche glauben, nicht empfehlenswert. Hier gibt es Jesus Christus mit der Axt: Christen zerstören hier Kulturgut, morden und schmähen Andersgläubige, vergewaltigen und verbrennen Menschen.
Ich würde den Film Freunden des Frauenfilms auf alle Fälle wärmstens empfehln und Fans des Historischen Films als sehenswert beschreiben.
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13 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zu wenig beachtet, 11. November 2010
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Historisch inakkurat, melodramatisch, cineastisch: Ja bitteschön, wer intelligente, anspruchsvolle Unterhaltung verachtet, soll die Encyclopedia Britannica lesen, oder gleich das Telefonbuch.
Dieser Film eignet sich in künstlerischer Freiheit einen Stoff an, der seit Jahrhunderten die Menschen fasziniert, engagiert und mitreißt. Der religiös motivierte Mord an der bedeutenden Wissenschaftlerin Hypatia ist eine der dunkelsten Episoden des frühen Christentums (leider verlief er nicht annähernd so "human" wie im Film, und Hypatia war bereits über 60), und in die Debatte um die Zusammenhänge haben sich die bedeutendsten Philosophen und Historiker eingemischt. Schön, dass diese herausragende Frauengestalt nun einem breiten Publikum nahegebracht wird - oder würde, wenn der Film auch außerhalb Spaniens ein wenig mehr Beachtung gefunden hätte. Ganz großer Applaus für die schauspielerische Leistung von Rachel Weisz.
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9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein interessanter Film über das Recht auf Selbstbestimmung!, 2. Februar 2011
Von 
V. Dahmen "Wer zu lesen versteht, besitzt den... (Meist in meiner eigenen Welt....) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Agora - Die Säulen des Himmels (DVD)
Zum Inhalt wurde bereits genug gesagt.

Der Film ist ein wunderbaren Portrait über das junge Christentum. Es geht nicht darum, eine Religion schlecht zu machen, nur darum, eine gewisse Arroganz neuen, jungen Religionen gegenüber abzubauen.
Zu Beginn des Christentums blühte eine kulturelle Hochzeit, danach kam der "Rückfall" ins Mittelalter mit Unterdrückungen und Terror.

Rachel Weisz überzeugt als etwas schrullige, auf ein bestimmtes Ziel fizierte junge Frau, die nur ihren eigenen Weg gehen will. Dies wird ihr versagt, weil sie sich weigert, sich der aktuellen Mehrheit anzuschließen.

Wirkliche Aktion kommt nicht auf, aber darum geht es in diesem Film auch nicht. Wer etwas Stoff zum Nachdenken will, sollte zuschlagen!
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26 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Übergang von der Spätantike zum frühen Mittelalter am Beispiel Alexandrias, 10. Oktober 2010
Ein großartiger Historienfilm, der sehr um Realitätsnähe bemüht ist und den Übergang von der Spätantike zum frühen Mittelalter am Beispiel der Stadt Alexandria aufzeigt, die damals zum römischen Reich gehörte. Wer diesen Film gesehen hat, versteht, warum das Mittelalter auch als die dunklen/finsteren Jahrhunderte bezeichnet werden.
Das im Computer generierte antike Alexandria ist atemberaubend, ebenso wie die "Kamerafahrten", die manchmal von einem Straßenzug Alexandrias bis in den Weltraum führen. Die Bildqualität der Bluray lässt keine Wünsche offen. Der Film zeigt, wie sich das frühe, jedoch in römischen Reich bereits privilegierte Christentum allmählich ausbreitet und die antiken Religionen sowie das Judentum verdrängt. Da die älteren Religionen nicht ganz freiwillig zurückwichen, enthält der Film ein gerüttelt Maß an Gewalt. Am Ende des Films hat sich das Christentum in Alexandria schließlich durchgesetzt und ist zur dominierenden Religion geworden. Ein Triumph, auf den viele finstere Jahrhunderte folgten...
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29 von 37 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die Fundamente des Menschen, 21. April 2010
Rezension bezieht sich auf: Agora - Die Säulen des Himmels (DVD)
Zuerst sollte sich ein jeder, der in Erwägung ziehen sollte diesen Film anzusehen, darüber im Klaren sein, dass keineswegs bombastische Schlachtgetümmel nur darauf warten bestaunt zu werden. Rachel Weisz stellt schon auf Filmplaketen fest, dass andere Richtungen eingeschlagen werden.
Der Bibliotheksbrand von Alexandria ist die Blaupause für den Plot, angereichert vor allem durch die Personenkonstellationen rund um Hypatia von ebenda und den Konfklikten zwischen heidnischen, christlichen und jüdischen Weltanschauungen, denn die Christen bilden im 4.Jh.n.Chr. noch eine im Aufbruch begriffende Religionsgemeinschaft auf dem Weg zur Weltanschauung und punkten mit den Lehren Christi vor allem bei der unterpriviligierten Bevölkerung. Dieser Streit wird in diesem Film recht interessant in Szene gesetzt, hat diesbezüglich zwar keine innovativen Neuerungen parat, stellt aber die Diskrepanz zwischen Wissenschaft und Glaube von damals und heute in erschreckende Ähnlichkeiten.
Vom Bildmaterial her gibt es kaum Mängel anzuführen, vor allem die Kamerafahrten aus dem Orbit zum Ort und zurück kreieren ein ganz eigenes Bewusstsein beim Zuschauer. Und auch die szenische Gestaltung versetzt regelrecht in alte Zeiten Alexandrias.
Ein Wehrmutstropfen ist allerdings eine teils gedehnte Ausarbeitung von Hypatia Männerbeziehungen, darüber kann man angesichts des restlichen Materials mit Zeit und Geduld hinwegsehen, vor allem da, auch bei einigen Nichtbeachtungen von historischen Begebenheiten (welcher Film hat diese nicht?), eine Schlussfolgerung unausweichlich bleibt: jedwede Religion hat ihre Grausamkeiten!

Alles in allem: Sehenswert und weitaus besser als Alexander, Troja und Konsorten.
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16 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Leichen pflastern den Weg des Christentums, 30. September 2010
Rezension bezieht sich auf: Agora - Die Säulen des Himmels (DVD)
Dieser Film ist eine visuelle Demonstration gegen religiösen Fundamentalismus und hat das Potential radikale evangelikale Christen auf die Palme zu bringen (siehe einige Kommentare auf positive Rezensionen).

Alejandro Amenábar zeigt in diesem Historienepos, welche Sprengkraft fanatischer Gottesglaube besitzt und zu welchen Grausamkeiten dieser fähig ist: eine aus Mönchen bestehende religiöse Splittergruppe, entwickelt sich im Jahr 391 in Alexandria zum brutalen militärischen Arm der Christen. Juden und Heiden werden schonungslos im Namen Gottes bekämpft, die alexandrinische Bibliothek gestürmt und wertvolle Schriften gedankenlos und für die Menschheit unwiederbringlich zerstört.

Mit diesen gewalttätigen Filmsequenzen artikuliert Amenábar eine harte Kritik an den monotheistischen Religionen. Einerseits weist er ihnen eine Hauptschuld am Untergang der spätantiken Hochkultur zu, andrerseits macht er sie auch verantwortlich dem wissenschaftlichen Fortschritt entgegenzustehen. Diesem nach Macht und Einfluss strebenden Christentum mit seinen emotionalen und in Gewalt mündenden Ausbrüchen steht eine starke Frau gegenüber, Hypatia, mit ihrem klarem Bekenntnis zur Wissenschaft und ihren rational nachvollziehbaren Argumenten (von Rachel Weisz glaubwürdig und klischeefrei gespielt).

Ein Film der alles hat, was ein Historienepos braucht um Herz und Verstand anzusprechen: spektakuläre Bilder, große Emotionen, psychologisches Feingefühl und eine Liebe zur aufklärerischen Vernunft, die nicht nur vorgetäuscht, sondern tief empfunden und mit Entschiedenheit gegen alle Anfechtungen eines fanatischen Glaubens verteidigt wird.

Mein Fazit:
Selten habe ich ein Historiendrama gesehen, das so aktuell und brisant ist wie Agora. Hoffentlich findet Amenábars mutige Religionskritik auch über Spaniens Grenzen hinaus Beachtung.
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16 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Keine Action, philosophische Ansätze und ein untypischer Storyverlauf, 6. September 2010
Film:
Ich muss ehrlich zugeben, dass ich von diesem Film mehr als positiv überrascht wurde. Ich hatte eine 08/15 Geschichte über Liebe, Heroik und politischen Überlebenskampf erwartet. Das dieser Film aber Glaubens-, Weltanschauungs- und philosophische Fragen aufgreift hätte ich nicht erwartet.
Actionsfans ganz klar, bitte nicht kaufen, kein Film für euch.
Weiterhin war ich von der Stimmung der damaligen Zeit gefesselt diese wird einem durch drastische Bilder unheilvoll nahe gebraucht, ob geschichtlich korrekt oder nicht sei dahingestellt.

Fazit der Film weiß zu fesseln und erfrischt durch seine untypische Story, unheilvolle Grundstimmung und philosophischen Ansätze. Er beleuchtet im Ansatz den Konflikt verschiedener Weltanschauungen ohne zu tief zu gehen. Das visuelle Sahnehäubchen des Films sind die großartigen Kamerafahrten über Alexandria oder die Aufnahmen aus dem All, die die Probleme der Bewohner sehr klein erscheinen lassen, aber dennoch eigentlicher Dreh- und Angelpunkt dieser Konflikte sind.

Einziges Manko ist, dass die philosophischen Ansätze und Konflikte in der Weltanschauung nicht weiter ausgeführt und beleuchtet werden, der Film bleibt somit etwas oberflächlich, regt aber dennoch zum nachdenken an.

Blu-Ray:
Hier ist mir nichts Negatives an der Bildqualität aufgefallen, man sollte guten Gewissens zugreifen können.
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Agora - Die Säulen des Himmels
Agora - Die Säulen des Himmels von Alejandro Amenábar
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