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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen eine wunderbare Geschichte...
Georg ist 84 und lebt mit allem Komfort inklusive zweier Hausangestellter in einem goßen Anwesen auf dem Land. Er fühlt sich dem Tode nahe und lädt seine vier erwachsenen Enkel für fünf Wochen im Sommer zu sich ein, nicht ohne den Hinweis, dass jeder, der der Einladung nicht Folge leistet, enterbt wird. So motiviert erscheinen alle vier bei ihrem...
Vor 6 Monaten von Tetraeder veröffentlicht

versus
5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Skurril, verstaubt
Nein, ich hätte nicht gern so einen Opa gehabt. Ich hatte einen ganz lieben Opa samt Oma und ganz liebe, gut erzogene Eltern. Meine Kinder habe ich gefragt: sie haben gelacht und meinten: Mama, alles OK, sie fühlen sich gut erzogen :-)

Das was dieser Herr dort zelebriert, ist keine Erziehung sondern Dressur. Aber die Frage ist ja, wer denkt sich heute...
Vor 17 Monaten von gabrielle arnault veröffentlicht


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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen eine wunderbare Geschichte..., 23. April 2014
Von 
Tetraeder (Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 50 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Seiner Exzellenz Erben (Kindle Edition)
Georg ist 84 und lebt mit allem Komfort inklusive zweier Hausangestellter in einem goßen Anwesen auf dem Land. Er fühlt sich dem Tode nahe und lädt seine vier erwachsenen Enkel für fünf Wochen im Sommer zu sich ein, nicht ohne den Hinweis, dass jeder, der der Einladung nicht Folge leistet, enterbt wird. So motiviert erscheinen alle vier bei ihrem Opa, der mit ihnen vor seinem Tod noch einmal eine harmonischen Sommer verleben möchte. Zwei Sachen haben die Enkel alle gemeinsam: sie können sich untereinander nicht besonders gut leiden und sie möchten erben! Aber Georg macht es ihnen wahrlich nicht leicht...

Das ist eine wirklich herrliche Geschichte, die uns die Autorin Vera Jürgens hier präsentiert. Sie ist locker und unterhaltsam geschrieben und als Leser ist man gleich mittendrin in einer Geschichte, in der es im Wesentlichen um menschliche Schwächen geht. Die Charaktere der Geschichte werden mit viel Geschick entwickelt und man lernt sie, ihre Schwächen und Motive in ihrer ganzen Bandbreite kennen und verstehen.

Es ist sehr interessant zu verfolgen, wie weit die vier Enkel sich zu verbiegen bereit sind, um ja das avisierte Erbe nicht zu gefährden und wie sie sich unter diesem Druck entwickeln. Das macht die Geschichte sehr lesenswert und auf ihre eigene Art auch spannend. Das Ende ist übrigens etwas überraschend. Insgesamt ist mir diese Geschichter 5 Sterne und eine Leseempfehlung wert.
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Verschwende deine Zeit nicht damit, dir deine Träume nicht zu erfüllen..., 17. Dezember 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Seiner Exzellenz Erben (Kindle Edition)
Ein kurzweiliges Lesevergnügen über vier mit ihrer Lebenssituation unzufriedenen Twens, die aber alle nichts dafür tun, etwas an ihrer Unzufriedenheit zu ändern. Fremdbestimmt leben sie ihre Leben einfach weiter, bis ihr vermögender Großvater sie zu einem 5-wöchigen Sommerurlaub zu sich "einlädt" - einer Einladung, der sie alle mehr oder weniger unfreiwillig folgen, zumal die vier sich untereinander keineswegs gut verstehen und keinen Wert darauf legen, die Zeit miteinander oder bei ihrem zu verbringen, dessen liebstes Freizeitvergnügen darin zu bestehen scheint, langweilige Geschichten aus seinem Leben zu erzählen.

Der Urlaub wird für alle vier zum Wendepunkt ihres Lebens - warum und wie wird hier nicht verraten - eins jedoch: ich hätte auch gerne so einen Opa gehabt!
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Großartiges Buch, 12. Februar 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Seiner Exzellenz Erben (Kindle Edition)
Einen solchen Großvater hätte ich auch gerne gehabt. Liebe, Menschlichkeit und Zusammenhalt ist wichtiger als Geld: Diese Weisheit muß Georg seinen 4 frustrierten und ziellos lebenden Enkeln erst mal beibringen. Dieses tut er mit sehr viel Herz und mit einem ganz besonderen Gefühl.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kampf ums Erbe, 22. April 2014
Rezension bezieht sich auf: Seiner Exzellenz Erben (Kindle Edition)
Georg läd seine Enkel für die Sommerferien bei sich ein.
Wer nicht kommt, aus der Reihe tanzt oder früher abreisen will, ist raus und erbt nichts.
Für die 4 Enkel scheint es sehr verlockend und das Geld in greifbarer Nähe.
Georg ist von dem Benehmen und der Lebenseinstellung enttäuscht und versucht, die Kinder auf die richtige Bahn zu bringen, was mit der Nikotionentwöhnung eines Enkels anfängt und nicht aufhört. Ab und an sorgt er für Abwechslung durch Besuch, Ausflüge und kleine Zugeständnisse, zuvor muss aber alles so perfekt ablaufen, wie er es wünscht - der Tagesplan muss eingehalten werden und jeder muss seine Aufgaben zufriedenstellend erfüllen.
Ein sehr unterhaltsames Buch mit einem Ende, wie man es schon vermutet ... ;-)
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Hauptsache, ihr seid mit eurer Wahl glücklich ..., 7. Mai 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Seiner Exzellenz Erben (Kindle Edition)
Eine nette Geschichte um Georg Riemann und seine Enkel Tanja, Tobias, Sophie und Fabian. Die Vier folgen seiner Einladung, fünf Wochen im Sommer bei ihm zu verbringen. Widerwillig, denn als sie in dem kleinen Ort in der großen Villa ankommen, haben sie nur das erhoffte Erbe von ihrem Großvater im Kopf. Der Alte versucht seinen Enkeln während ihres Aufenthalts allerlei Lehren zu erteilen und dazu lässt er sich einiges einfallen. Am Ende schafft er es, dass sich in den Erbschleichern die erhabene Menschlichkeit einschleicht.

Die Story ist lesenswert.

Was ich aber zu bemängeln habe, ist das Lektorat. Wenn die Autorin dafür Geld bezahlt hat, tut es mir aufrichtig leid. Bei Nutzung eines Schreib- und Korrekturservices dürften eigentlich keine so häufigen Rechtschreib-, Satzzeichen- und Formulierungsfehler auftreten.
Ein guter Lektor hätte auch den fehlenden Spannungsbogen zu Anfang des Subplots bemängelt. Diesen Aspekt erwähne ich, weil der Roman dadurch einiges an Potential verloren hat. Und das finde ich schade. Auch die ständigen Wiederholungen während der Bespiegelungen des Innenlebens der Figuren sind unnötig. Dafür fehlt es ihnen an Tiefe, denn Gedanken allein vermitteln diese nicht.

Eigentlich tendiere ich deshalb eher zu drei Sternen ...
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gute Story - leider mit Klischees, 29. März 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Seiner Exzellenz Erben (Kindle Edition)
Die Story ist sehr interessant - Wo liegt der Sinn des Lebens? Welche Rolle spielt Verantwortung für sich und andere? Was bedeutet Mut zur Selbstverwirklichung in einer "fremdbestimmten Welt" für die heutigen Generation?
Welchen Stellenwert haben Anteilnahme an den Sorgen anderer in einer erfolgsorientierten, von Kommerz regierten Gesellschaft?
Kann man mit Geld Glück kaufen?
Die Autorin zeigt, wie unterschiedlich diese Fragen von verschiedenen Generationen beantwortet werden, und wie sich Wertevorstellungen verändert haben.
Der "verseuchten Jugend" wird eine Zwangsquarantäne verordnet, mit der Aussicht, am Ende "belohnt" zu werden.
Isoliert von jener Welt der Oberflächlichkeit und einem Überangebot für "kaufbares Glück auf Zeit" werden 4 Teenager gezwungen, sich mit sich und ihren Wertevorstellungen zu beschäftigen.
Mehr oder weniger pädagogisch wird diese Veranstaltung durch den kauzigen Großvater moderiert.
Wie gesagt: interessante Thematik und die Story ist nett konstruiert.
Um es vorwegzunehmen - das Buch ist sehr unterhaltsam und liest sich flüssig.
Leider hat Vera Jürgens aber den Ehrgeiz gehabt, möglichst viele Klischees im Generationskonflikt zu bedienen, so dass einige Szenen etwas naiv wirken. Peinlich wird diese Klischeebedienung in der Darstellung der Eltern von Tobias.
Daher gibt es ein wenig Abzug für ein Buch, das ich auf jeden Fall empfehle zu lesen.
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5.0 von 5 Sternen Tolles Buch, 25. März 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Seiner Exzellenz Erben (Kindle Edition)
Georg lädt über den Sommer seine 4 Enkel zu sich ein. Diese sehen nur das ihnen zustehende Erbe, um ihren Lebensstil zu erhalten und verbessern. Darüber hinaus scheinen sie die wichtigsten Werte im Leben nicht zu schätzen. Dies versucht Georg seinen Enkeln in 5 Wochen auf seine Art und Weise wieder näher zu bringen. Gut und humorvoll geschrieben, mit einem doch überraschendem Ende.
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5.0 von 5 Sternen Vier Erben..., 25. März 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Seiner Exzellenz Erben (Kindle Edition)
Habs in kurzer Zeit verschlungen:-). Schöne Geschichte, wunderbar geschrieben:-) .Man hat die fünf Hauptfiguren deutlich vor Augen. Empfehle es unbedingt weiter:-) .
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4.0 von 5 Sternen Schöne Geschichte um einen exzentrischen Großvater, 15. September 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Seiner Exzellenz Erben (Kindle Edition)
Georg Riemann ist 84 Jahre alt und lebt auf einem großen, luxuriösen Anwesen mit Personal. Da er an einer Herzschwäche leidet und glaubt, nicht mehr allzu lange zu leben, lädt er seine vier Enkelkinder im jungen Erwachsenenalter auf einen 5wöchigen Urlaub zu sich ein. Damit auch alle dieser "Einladung" folgen, macht er klar, dass diejenigen, die nicht kommen, auch nichts von seinem Vermögen erben werden. Ein weiterer Haken an der Sache: schon in ihrer Kindheit und Jugend haben die Enkel sich nicht sonderlich gut verstanden, um es harmlos auszudrücken. Aber wenn das Geld ruft, wer wird da schon nicht antworten?

Die Geschichte ist flüssig geschrieben und hat mich gut und spannend unterhalten, man landet mit den ersten Seiten bereits mitten im Geschehen. Schön beschrieben ist der kauzige exzentrische Großvater, mit dem man zwischenzeitlich auch Mitleid bekommen kann - bei den bei ihm eintreffenden, zum Teil doch sehr verkorksten und geldgierigen Enkeln. Erschreckend ist die Berechnung, die die Enkel an den Tag legen, um den Großvater davon (auch mit Lügen) zu überzeugen, dass sie seines Erbes würdig sind - und leider nur allzu realitätsnah. Witzig und wirksam dagegen sind die von ihm erdachten Erziehungsmaßnahmen, die dann auch bewirken, dass sich wieder ein familiäres Verhältnis zwischen den einzelnen Personen entwickelt. Ich habe mich gut unterhalten gefühlt - auch wenn ich das Ende gar nicht so überraschend fand. Lesens- und empfehlenswert!
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5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Skurril, verstaubt, 30. Mai 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Seiner Exzellenz Erben (Kindle Edition)
Nein, ich hätte nicht gern so einen Opa gehabt. Ich hatte einen ganz lieben Opa samt Oma und ganz liebe, gut erzogene Eltern. Meine Kinder habe ich gefragt: sie haben gelacht und meinten: Mama, alles OK, sie fühlen sich gut erzogen :-)

Das was dieser Herr dort zelebriert, ist keine Erziehung sondern Dressur. Aber die Frage ist ja, wer denkt sich heute so etwas aus? Ich vermute, die Autorin ist altersgemäß eher beim Opa einzuordnen, eine andere Erklärung gibt es für mich nicht.

Bei misratenen Enkeln braucht es also nur 5 Wochen Einfluß vom Opa, und siehe da, die Enkelkinder "sind in der Spur". Bei "Enkelkindern" hab ich immer baumkletternde Kinder vor meinem geistigen Auge - man hätte sie auch einfach Enkel nennen können. Sie haben doch alle entweder Abi und studieren oder stehen im Beruf, sind also mindestens über 18 und im wahlfähigen Alter. Hier handelt es sich um Erwachsene. Keinesfalls um Kinderlein.

Opa droht ihnen mit Enterbung, wenn sie nicht 5 Wochen ohne moderne Hilfsmittel (TV+PC - pfui) und ohne Hausangestellte bei ihm die Sommerferien verbringen. Natürlich zeigt keiner dem Alten den Vogel, nein, die Gier treibt sie hin in dieses Haus, in dem die Mädchen natürlich kochen müssen und die Jungs die Pferdeäppel entsorgen sollen. Abends ertönt Marschmusik, um mal richtig zu feiern kommt das gute Geschirr auf den Tisch. Auch auf ordentlichen Haarschnitt wird Wert gelegt.

Obwohl Opa die 4 nach seiner Pfeife hüpfen läßt und ärgert und man mal endlich auf entsprechende Reaktionen der angeblich so unerzogenen Enkelkinder hofft, findet Tobias den Opa nur witzig. Sinngemäß: " ...Er empfindet keinen Hass auf ihn, vielleicht weil er den ganzen Tag im neu eingerichteten Musikraum samt vom Opa aktuell finanzierten Schlagzeug spielen darf?..." Tolle Erziehungsmethode, der Opa finanziert natürlich fix den sehnlichsten Wunsch des Enkels nach dem Instrument. Dafür läßt das Enkelkind prompt das Medizinstudium sausen. Genau das schätzen wir Eltern an den Großeltern, was Papa und Mama verbieten, das erlaubt der Opa.

Übrigens Eltern: Wenn Opa so genau weiß, wie Enkel zu erziehen sind, warum sind seine eigenen Kinder so schlecht geraten? Denn anscheinend hat er doch total versagt. Seine Erziehungsmethoden haben die Langzeitprüfung nicht bestanden!
Aber bei den Enkelkindern greift Opa jetzt durch.

Kriegsgeneration: Wenn man am Boden liegt, ist es naheliegend aufzustehen, aufzubauen, sich was zu schaffen. Wenn ich nichts habe, kann ich auch nicht den Fehler machen, etwas herunter zu wirtschaften.

Nachkriegsgeneration: Was macht man, wenn die Eltern einen mit goldenen Löffeln füttern? Alles bieten, was zu bieten ist, jeden Stein aus dem Weg räumen, denn "die Kinder sollen es ja besser haben". Da liegt der Fehler dieser Kriegsgeneration, sie hätten maßhalten sollen und nicht Kinder auf Daunen zu betten, auch wenn man sich die Daunen irgendwann wieder leisten konnte. Irgendwas an der Erziehung hat diese Generation doch wohl falsch gemacht?

Nein, Opas Erziehungsmittel ist der Kommandoton: Tanja hol die Tabletten, Tobias bring den Plattenspieler weg, Fabian hol Wodka und Sophie kocht Tee. So geht das den ganzen Tag. Frühstück macht natürlich Sophie. Wehe, wenn nicht alle gemeinsam und ordentlich gekleidet pünktlich erscheinen. Grauenhaft. Wer denkt sich so etwas aus? Fehlt nur noch die Kontrolle, ob alle die Hände gewaschen haben und die Fingernägel sauber sind. Solche Befehle führen also ans Ziel: so wird ein ordentlicher Mensch daraus.

Zum piepen die Bettgeschichte: Nachdem sich Sophie viele Gedanken ums Nachthemd gemacht hat, entscheidet sie sich - ohne:
"...Sophie lag nackt unter ihrer Decke. Sie hörte leise Schritte näherkommen und spürte ihr Herz höher schlagen. Die Tür ging langsam auf. ... Er ließ seinen Bademantel fallen und zog die Decke zur Seite."
Bademantel! Eventuell noch blau-rot gestreift und aus Frottee? Das macht doch Lust. Aber soll es das?

Danach schreibt sie ihm: "... ich spreche von der Liebe und zwar von dieser einzigartigen, reinen Sorte, die man nur dann finden kann, wenn man vorher sein Herz verloren hat..." Oh mann!

Die Autorin bedauert anscheinend auch, dass "heutzutage" keine Briefe mehr geschrieben werden.(Stimmt nicht, es gibt mittlerweile E-mails- hallo- wach!) Das erledigt in diesem Werk das Pärchen, das - ich nehme an spaßeshalber, das kann doch nicht ernst gemeint sein - einen regen Briefverkehr nach alter Sitte mit Verstecken in der Schublade zelebriert. Nervend der geschraubte Stil mit Mademoiselle hin und Monsieur her.
Auch gibt sich die Autorin literaturgewandt. Der Opa verlangt am Ende der 5 Wochen eine schriftliche Zusammenfassung von jedem, angelehnt an den Schreibstil von Dostojewski.
So stellt sich wohl manch Ü80jähriger das vor, Ausnahmen wird es geben: sitzend an der Stirnseite des Tisches, als taktgebendes Oberhaupt. Und alle lauschen gebannt auf die kommenden Ansagen. Gottlob sind diese Zeiten vorbei.

Ja dieses Buch hat mich berührt. Mich geärgert, sehr sogar.
Kommandoton, Widerspruchsfreier Gehorsam, Unterordnen ohne Sinn - diese Dressuren, Erziehungsmethoden genannt, sind wir doch froh, endlich hinter uns gelassen zu haben. Den kleinen (!)Menschen als vollwertigen Partner zu akzeptieren, der mit sanfter Hand geleitet werden will, unter Zuhilfenahme fester Regeln, die miteinander besprochen und erklärt werden, das ist der richtige Weg. Drill und unzeitgemäße, verstaubte Anstandsregeln wecken nur Oposition. Heute wird nachgefragt, warum und wieso. Und das ist gut so.

Unrealistisch, in 5 Wochen Erwachsene zu anderen Menschen zu machen. Angeblich waren diese "Enkelkinder" früher bei ihm in den Ferien. Warum hat er da nicht schon gegengesteuert? Mitgefühl, Mitleid, Anteilnahme, Zusammengehörigkeitsgefühl sind Werte, die man im Kleinkindalter vermittelt.

Ich danke meinem Opa, dass er so war wie er war. Ohne Kommandoton. Einfach ein lieber Opa. Und nicht so wie dieser Opa. Dostojewski.
Unmöglich und realitätsfern.
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Seiner Exzellenz Erben von Vera Jürgens
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