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25 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein umwerfender Film in umwerfender Bearbeitung
So muss Film-Restaurierung sein - ein Klassiker des Deutschen Films kommt mit hervorragend aufpoliertem Bild und einer neuen, aber beispielhaft gut abgestimmten Filmmusik auf die Silberscheibe.
An Bild- und Tonqualität, den Extras und dem Gesamteindruck gibt es absolut nichts auszusetzen - beim ersten Öffnen und Abspielen macht die Edition Lust auf mehr...
Veröffentlicht am 29. Mai 2005 von Gereon Stein

versus
5 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Zwischentitel nur in Englisch
Kritik bezieht sich auf diese DVD-Ausgabe und nicht auf den Film an sich, der natürlich ein Klassiker ist.
Ein deutscher Film und die Zwischentitel sind nur auf Englisch vorhanden. Technisch wäre das kein Mehraufwand die Originaltitel mit reinzunehmen.
Ein Film sollte stets die Originalsprache auch zur Auswahl stellen!
Veröffentlicht am 9. Januar 2008 von roberthaeusler


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25 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein umwerfender Film in umwerfender Bearbeitung, 29. Mai 2005
Von 
Gereon Stein (Bottrop) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
So muss Film-Restaurierung sein - ein Klassiker des Deutschen Films kommt mit hervorragend aufpoliertem Bild und einer neuen, aber beispielhaft gut abgestimmten Filmmusik auf die Silberscheibe.
An Bild- und Tonqualität, den Extras und dem Gesamteindruck gibt es absolut nichts auszusetzen - beim ersten Öffnen und Abspielen macht die Edition Lust auf mehr dieser Klassiker. Die düstere Stimmung, das Ambiente, die Handlung sind aus heutiger Sicht z.T. nur noch schwer nachvollziehbar - zuviel hat sich in den mehr als 80 Jahren seit Entstehung des Films verändert. Die Faszination des Themas und der Filmkunst Fritz Langs ist geblieben. Die Verquickung "moderner" Filmelemente mit den Ausdrucksmethoden des Stummfilms ist absolut gelungen - mitunter hat der Film geradezu "James-Bond-haftes" an sich (wenn z.B. die Aktenmappe aus dem fahrenden D-Zug in ein wie zufällig unter einer Brücke kreuzendes Auto geworfen wird - und perfekt auf dem Rücksitz landet).
Die Bildqualität ist sogar so gut geworden, dass man an einigen Stellen die Papp-Kulissen der Stadtszenen nachzittern sieht, wenn sich einer der Akteure an der Hauswand abgestützt hat - sicherlich Details, die man nicht gesehen haben muss, die aber belegen, wie uraltes Filmmaterial perfekt aufpoliert werden kann, ohne dass es gleich elektronisch verfremdet wirkt. Sogar das obligatorische "Haar vor der Kameralinse" wurde im Gegensatz zu Verschleißspuren im Filmmaterial eben gerade nicht herausgerechnet - was der Regisseur nach dem Schnitt im Film haben wollte, ist - soweit realistisch - komplett noch da. Was der Zahn der Zeit getan hat, ist - soweit technisch möglich - komplett verschwunden. Wirklich beeindruckend!
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37 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Klassiker auf Klasse-DVD, 19. Mai 2004
Ein "Bild der Zeit", darum war es Fritz Lang mit diesem monumentalen Superverbrecherfilm zu tun. Die chaotischen Zustände der Weimarer Republik, die Eindrücke des 1. Weltkriegs, der mit seinen maschinellen Massentötungen die Wertewelt gründlich erschüttert hatte, die Umwälzungen der Moderne - in der Gesellschaft herrschte, gelinde gesagt, "Desorientierung". Hier bettete Lang seinen Dr. Mabuse ein, eine graue Eminenz, die aus dem Hintergrund Fäden zieht und das Chaos heraufbeschwört, nicht um seinen Lebensunterhalt zu finanzieren, sondern rein aus Machtgewinn und Lust. Ein Meister der Charade, der jede äußerliche Erscheinung annehmen, sich in jedes Milieu einspeisen und dort von innen heraus wirken kann. Dr. Mabuse war die Personifikation der Ursache der sozialen Umstände zum Zeitpunkt der Entstehung des Films. Mit diesem Film geling Fritz Lang ein Meisterwerk des Genrefilms, das sicher unterschiedlichste filmische Verfahren aufgreift und eine knallige, mondäne Geschichte spektakulär erzählt: Selbst heute noch weiß der Film zu beeindrucken.
Transit Film hat ihm eine tolle DVD auf den Leib geschneidert. Der Film wurde aufwändig restauriert und erstrahlt in zuvor nicht gekannter Bildqualität. Ein paar Altersspuren sind natürlich noch immer zu sehen, doch einem Film dieses Alters steht das gut an, zumal das Bild erfreulich scharf und ausgewogen im Kontrast erscheint: Selbst kleinste Details in den Texturen sind noch gut zu erkennen. Die Originalmusik konnte leider nicht rekonstruiert werden: Sie gilt als verloren. Die neue Musik von Aljoscha Zimmermann aber ist rundum gelungen und unterstreicht den Film kongenial: Natürlich erklingt die Aufnahme dynamisch, satt und rauschfrei. Mehrere Dokus erläutern geschichtliche Kontexte, den Autor Norbert Jacques (der die dem Film zugrunde liegende Romanreihe verfasst hatte) und die Kompositionen des neuen Soundtracks. Selbstverständlich kommt auch diese Edition wieder in einem schön gestaltetem Pappschuber mit Digipack und Beiheft.
Fazit: Ganz klare Empfehlung! Hier wurde eine Scheibe für die Ewigkeit geschaffen!
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18 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein moderner film, dank moderner Technik, 26. August 2004
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Sicherlich habe ich diesen Film irgendwann einmal im Fernsehen gesehen. Aber was mittlerweile mit moderner Abtast- und Restaurationstechnik möglich ist, ist wirklich erstaunlich. Die Bilder bekommen eine räumliche Tiefe, die ich einem Film diesen alters nie zugetraut hätte, die räumlichen Kompositionen haben eine ganz neue Qualität und man sieht diesen Film fast so, wie einen modernen, nur ohne gesprochene Worte.
Vielen Dank für diese DVD, auch das Bonusmaterial ist sehr aufschlußreich. Ich hoffe auf weitere schöne alte Deutsche Filme.
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22 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wirklich ein "Bild der Zeit", 13. September 2005
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Diese erste Verfilmung der Geschichte des Dr. Mabuse ist bis heute schamlos unbeachtet geblieben. Fritz Lang ist mit diesem Film sicherlich in jeder Hinsicht ein unsterblicher Film gelungen, der sich qualitativ nicht hinter „M“, oder „Metropolis“ zu verstecken braucht. Trotzdem sieht man seine Mabuse-Filme bestenfalls in speziellen Kreisen bzw. in Vorlesungen über das Deutsche Kino der Zwanziger Jahre.
Der Film ist mit Sicherheit das, was man als das „Opus Magnum“ eines Künstlers bezeichnet: Er erzählt eine gigantisch ausgelegte, komplizierte Geschichte über ein kriminelles Meisterhirn, das in der Weimarer Republik mit immer neuen Anschlägen Regierung und die Bevölkerung verunsichert.
Es ist verblüffend, wie es dem Regisseur gelingt, den Zustand der totalen Verunsicherung einzufangen, der damals in Berlin geherrscht haben muss; schon in den ersten Minuten wird Langs Parabell auf den aufsteigenden Nationalsozialismus erkennbar, da sich vor allem verzweifelte Arbeitslose dem geheimnisvollen Dr. Mabuse unterstellen und in der Hoffnung auf finanzielle Beteiligung Verbrechen für ihn begehen.
Man kann sich vorstellen, dass der Film zur damaligen Zeit für Diskussionen gesorgt hat, da hier die großen Probleme der Weimarer Republik als Ergebnis einer großangelegten Verschwörung interpretiert werden.
So bewirkt Dr. Mabuse beispielsweise in einer der beeindruckendsten Szenen durch gefälschte Aktien den Zusammenbruch der Börse und die damit einhergehende Geldentwertung. Auch das Finale des Films ist eine unmittelbare Anlehnung an den Hitlerputsch von 1923.
Diese Doppel-DVD gibt dem Film endlich die Würdigung, die er verdient. Die Schärfe des Bildes ist beachtlich und auch der nachgespielte Klavier-Soundtrack lässt einen schon beim Menü aufhorchen. Als einziges Extra neben einer Bildergallerie gibt es eine einstündige Dokumentation über die verschiedenen Verarbeitungen des Mabuse-Stoffes. Auf einen Audio-Kommentar hat man, im Gegensatz zu „Metropolis“, verzichtet.
Ich habe nur ein einziges Problem mit diesem Film, aber es ist gravierend: Zwar ist der Film visionär, bildgewaltig und reich an Kulissen. Aber er ist auch viereinhalb Stunden lang.
Wir haben Glück, dass der zweiteilige Film auch auf zwei DVDs gepresst wurde, denn so kann man ihn immerhin an zwei Abenden ansehen. Das zähe Schneckentempo der Handlung bleibt trotzdem ein Problem. Anfangs fiebert man noch gespannt mit, was Mabuse wohl als nächstes unternehmen wird, aber irgendwann wünscht man sich doch ein bisschen mehr Dynamik. Zu der Zeit als der Zuschauer sich schon einiges erschliessen kann, tappen die Polizisten bei Fritz Lang noch eine sehr lange Zeit im Dunkeln.
So muss sich dieser Film leider doch einen Abzug gefallen lassen; er ist mit Sicherheit ein Meilenstein und kann sogar als erster „Film-Noir“ gewertet werden, jedoch ist die Länge eines Films immer eine Dienstleistung am Zuschauer. Und wenn ein Film um mindestens eine Dreiviertelstunde gekürzt werden könnte, kann man darüber einfach nicht hinwegsehen.
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16 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Kürzer als die Rekonstruktion von 1996, 23. Oktober 2006
Die Qualität und filmhistorische Bedeutung von Fritz Langs "Dr. Mabuse, der Spieler" stehen außer Frage. Daher beschränke ich mich auf eine Bewertung dieser Fassung. Den Restauratoren der Friedrich Wilhelm Murnau Stiftung ist hier Erstaunliches gelungen! Die Bildqualität des 1921/22 gedrehten Films ist exzellent, sowohl was Schärfe und Detailgenauigkeit als auch was den Kontrastumfang betrifft. Helligkeitsschwankungen (Flimmereffekt) sind nahezu beseitigt, Beschädigungen des Bildes treten nur noch sehr marginal auf. Eine Augenweide für Cineasten. Umso unverständlicher für mich: Weshalb ist diese technisch äußerst sorgfältig restaurierte Fassung 26 Minuten (!) kürzer als die 1996 vom ZDF angefertigte Rekonstruktion? Im Einzelnen: Teil I 156 gegenüber 171 Minuten, Teil II 115 gegenüber 126 Minuten. Die Laufzeiten der ZDF-Fassung beziehen sich auf die Fernsehausstrahlung auf 3sat vor einigen Jahren. Bei einer Überprüfung habe ich festgestellt, dass bereits bei der zweiten Sequenz des Films (Zug-Sequenz) die ersten beiden Einstellungen in der neuen Fassung fehlen; stattdessen wird sie durch eine andere sehr kurze Einstellung eingeleitet. Technisch ist die neue Rekonstruktion der von 1996 aber eindeutig überlegen. Auch die Musik von Aljoscha Zimmermann gefällt mir besser als die von Michael Obst der 96er Fassung.

Die Menüs der DVDs sind ungewöhnlich gut gestaltet, eine informative Dokumentation ergänzt den Film. Empfehlenswert für wirklich Interessierte: die dreibändige Ausgabe der Mabuse-Romane von Norbert Jacques, die sehr viel Hintergrundmaterial enthält, auch zu den Filmen.

Einen Stern Abzug einzig und allein wegen der unverständlichen Kürzung!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen einfach nur hervorragend, 12. Juli 2009
Von 
B. Beitter "bandit600n" (kleines germanisches Dorf am großen Fluss in Rhl.-Pf.) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Kurz und knapp:
Fritz Lang ist bzw. war ein Meister seines Fachs. Manchmal habe ich das Gefühl daß Alfred Hitchcock einiges bei ihm abgeschaut hat. Bildqualität ist hervorragend über die Geschicht braucht man sich gar nicht zu streiten. Hier geht es nicht um den "verrückten" Mabuse aus den Filmen der 60er Jahre sondern wirklich um ein Sittenbild der Zeit nach dem ersten Weltkrieg. Manipulation von Menschen die Macht des Geldes.
Im Prinzip ist dieser Film heute noch so aktuell wie damals.
Wer ein Fable für Klassiker hat sollte sich dies nicht entgehen lassen.
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16 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Toller Film, aber laaaang..., 6. Oktober 2005
Ich liebe Stummfilme. Man muss bestimmt eine besondere Affektion und Affinität zu diesem 'Genre' haben um sich die Alten Schinken anzusehen, z.B. um hier nachvollziehen zu können dass eine Frau wie Cara Carozza mit ihrer überkrausen Dauerwelle und der mittlerweile etwas lächerlichen anmutenden erotischen Tanznummer im Folies Bergère die Männerwelt zu lüsternen Blicken und Ovationen hinreisst. Kontinuität wurde in den frühen Jahren des Films noch nicht grossgeschrieben, so kann es durchaus vorkommen dass in verschiedenen Einstellungen ein Hut einmal auf- und einmal abgesetzt ist, dass Türen sich zweimal hintereinander schliessen. Darüber muss man hinwegzusehen bereit sein.
Der Film ist natürlich insgesamt ein Meisterwerk, doch wer anfangs hofft das Tempo würde sich nach einer Einleitungsphase noch steigern, der wird enttäuscht. Zu sehr ziehen sich die zugegeben ausdrucksstarken Bilder auf Dauer in die Länge.
Trotzdem, Dr. Mabuse ist ein inspiriertes und grossartiges Werk das an Aktualität nie verlieren wird, denn Geschichte wiederholt sich ja bekanntlich.
Die neu komponierte Musik ist grossartig abgestimmt und glänzend instrumentiert, Gott sei Dank hat man davon abgesehen die musikalische Begleitung nur mit Piano oder gar einer Wurlitzer zu spielen, viereinhalb Stunden nur Klaviergeklimpere oder dumpfen Orgelsound hätte ich wohl kaum überstanden.
Jetzt bleibt zu hoffen dass bald Das Indische Grabmal und Der Müde Tod (meiner Meinung nach Lang's zweitbester Film, nach Metropolis) veröffentlicht werden.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Lang. Sehr lang., 3. März 2014
Von 
Tristram Shandy - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 500 REZENSENT)   
Aber auch gewaltig, faszinierend und an manchen Stellen sogar überwältigend. So läßt sich Fritz Langs monumentaler Kriminalfilm „Dr. Mabuse, der Spieler“, der im Jahre 1922 in zwei Teilen – Teil 1 im April, Teil 2 im Mai – uraufgeführt wurde, kurz und knapp charakterisieren.

Zu Beginn der Handlung werden wir Zeuge der gewissenlosen Manipulationen des Erzschurken Mabuse (Rudolf Klein-Rogge), der sich auf eine Bande von Verbrechern stützen kann, die durch Furcht und auch eigene Gewissenlosigkeit dazu gebracht werden, jede seiner Schandtaten zu unterstützen. So manipuliert Mabuse die Börsenkurse und gefährdet dabei die Beziehungen zwischen Staaten, er betreibt Geldfälschung im großen Stil und macht die legalen wie illegalen Spielsalons unsicher, in denen er mittels der Kraft der Hypnose gutsituierte Damen und Herren dazu bringt, ihr Hab und Gut an ihn zu verlieren. Mabuse ist dabei der Mann ohne Gesicht, denn stets pflegt er in einer Verkleidung an die Öffentlichkeit zu gehen – mal ist er ein wohlsituierter Herr, dann ein scheinbar harmloser alter Mann, oder ein betrunkener Arbeiter, oder ein einarmiger Illusionist, oder ein jüdischer Trödler … die Liste ist schier endlos. Allen schlägt er ein Schnippchen, doch der Staatsanwalt von Welk (Bernhard Goetzke), ein entschlossener Ermittler, wird ihm nach und nach immer gefährlicher und setzt die Mabuse hörige Tänzerin Cara Carozza (Aud Egede-Nissen) unter Druck. Mabuse ficht dies nicht an, denn er hat sich längst in den Kopf gesetzt, die Gräfin Told (Gertrude Welcker) zu seiner neuen Geliebten zu machen, deren kraftlosen Ehemann (Alfred Abel) er mittels Hypnose in den Selbstmord treibt, und auch dem Staatsanwalt hat er schon seinen baldigen Tod vorherbestimmt.

Was da in viereinhalb Stunden erzählt wird über die mannigfaltigen Verbrechen eines bösen Genies und die unermüdliche Ermittlungsarbeit seines entschlossenen Widersachers vermag selbst heute noch zu fesseln, wenngleich dieses Epos auch unbestreitbar seine Längen hat. So geleitet uns der Film von einer Spielhölle und einem Nachtclub in den nächsten, wir sehen zu, wie in dunklen Seitengassen Morde begangen werden, und es schaudert uns ob der Leere in der morbide und kalt eingerichteten Residenz des Grafen Told. Insgesamt spiegelt „Dr. Mabuse, der Spieler“ schon mit seinen Örtlichkeiten, der unendlichen Kette von schalen Vergnügungen und Sensationen – man denke nur an die spiritistische Sitzung – den leeren Hedonismus und die Verunsicherung wider, die die deutsche Gesellschaft, die Berliner jedenfalls, nach dem Ersten Weltkrieg befallen hatte. Besonders in der Gräfin Told wird diese Desorientierung deutlich: Verheiratet mit einem nichtssagenden Schwächling, giert es sie nach Abwechslung, Unterhaltung und Nervenkitzel, und so sucht sie inkognito die illegalen Spielhöllen auf, nicht etwa, um selbst ihr Geld zu riskieren, sondern um sich an der Erregung, der Verzweiflung und den überbordenden Emotionen der anderen Spieler zu laben und aus ihnen stellvertretend Befriedigung zu ziehen. Auch die Teilnahme an einer Geisterbeschwörung geschieht wohl aus dieser eitlen Leere heraus und nicht etwa, weil sie wirklich an derlei Scharlatanerie glaubte. Erst als sie von Welk als Lockvogel eingesetzt wird, um die Carozza zum Sprechen zu bringen, sieht sie ausgerechnet in dieser Verbrecherin und ihrer Hörigkeit gegenüber Mabuse ein Zeichen dessen, was sie für wahre Liebe hält, und ist so beeindruckt, daß sie sich weigert, weiterhin mit Welk zusammenzuarbeiten.

Vergnügungssucht und schnelle Sensationen haben die Seelen der Menschen hier so abgestumpft, daß ausgerechnet psychisch krankhafte emotionale Abhängigkeit für wahres Gefühl gehalten wird. Dr. Mabuse ist sich seiner Macht gegenüber der Carozza durchaus bewußt, und an einer Stelle gesteht er der Gräfin denn auch ganz offen, daß es für ihn nur das Spiel mit Menschen und ihren Schicksalen gebe. So scheint er seine Schurkereien denn auch weniger aus Gier heraus zu begehen, sondern vielmehr aus Freude an dem Chaos, das er verursacht, und an der Macht, die er gegenüber seinen nichtsahnenden Opfern ausüben kann.

Dr. Mabuse wird von vielen gern als der Prototyp Hitlers angesehen, doch Fritz Lang selbst erklärte, daß er – zumindest mit dem 1922 erschienenen Stummfilm – keinesfalls eine Parabel auf den Nationalsozialismus im Sinn gehabt habe. [1] Das mag ein wenig schwer zu glauben sein, denn immerhin bezeichnet sich Mabuse, der immer mehr dem Größenwahn verfällt, in einer Szene kurz vor seiner Niederlage selbstbewußt als Staat im Staate, und auch seine Fähigkeit, sich seine Opfer durch Hypnose gefügig zu machen, erinnert an den „Trommler“ Hitler, der schon früh sein Talent entdeckte, mittels seiner Reden seine Zuhörer in seinen Bann zu schlagen. Gleichzeitig mag man sich natürlich fragen, ob Lang 1921 und 1922 Hitler wirklich schon eine solche Bedeutung hätte beimessen können, daß er ihn zur Vorlage für seinen Dr. Mabuse hätte machen wollen. Das Chaos, die Orientierungslosigkeit, der vergnügungssüchtige Zynismus, die das großstädtische Leben nach der Kriegsniederlage prägten – dort, wo nicht das nackte Elend vorherrschte –, all diesem wird in „Dr. Mabuse, der Spieler“ ein kongeniales, in seiner Intensität mitunter anstrengendes Denkmal gesetzt. Doch einen Hitler dürften hier eher die Nachgeborenen erkennen. So ist denn dieser viereinhalbstündige Film [2] ein beeindruckendes Zeitdokument.

Allerdings ist er teilweise auch eine Herausforderung an die Geduld des Zuschauers, denn nicht immer schreitet die Handlung so schnell voran, wie es notwendig wäre, und manchmal wird auch zu viel erklärt. Zudem wundert man sich bisweilen über die fehlende Auffassungsgabe des Staatsanwalts, der einige Hinweise und Zusammenhänge eigentlich früher hätte erkennen müssen. Auch ein wenig gewöhnungsbedürftig ist das Chargieren einiger Schauspielerinnen, die sich noch nicht auf die für die mittlere und spätere Stummfilmzeit charakteristische Fähigkeit, Emotionen subtil und differenziert auszudrücken, verstanden: Wenn eine Carozza oder eine Gräfin Told traurig, unglücklich oder gerührt ist, dann muß sie sich in die abscheulichsten Posen werfen, den Kopf nach oben reißen, die Hände ausstrecken und sich untröstlich auf das nächstbeste Möbelstück werfen. All dies sind Kapriolen, die man sonst nur bei Opernsängerinnen findet, die aber im Zusammenhang mit einer Oper – dem Inbegriff des sinnlosen Bombasts und der gnadenlosen Affektiertheit – angesichts all der anderen Lästigkeiten, allem voran dem schrillen Gekreische, nicht sonderlich auffallen.

Dennoch bleibt „Dr. Mabuse, der Spieler“ ein faszinierender Film, der durch eine Reihe brillanter Szenen – man denke nur an das Duell zwischen Mabuse und von Welk am Spieltisch, an den furiosen Anfang, an die Illusion des einarmigen Hypnotiseurs und an das Ende, das Mabuse im Wahnsinn versinken sieht – jedem im Gedächtnis bleiben wird, der ihn einmal gesehen hat.

Emfehlenswert ist die Version der Murnau-Stiftung auch wegen der von Aljoscha Zimmermann komponierten Begleitmusik.

[1] Bezüge zum Nationalsozialismus lassen sich hingegen in der 1932 erschienenen Fortsetzung des Stoffes „Das Testament des Dr. Mabuse“ erkennen.

[2] Die von der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung rekonstruierte Fassung dauert insgesamt 270 Minuten, doch scheint es noch eine etwa zwanzig Minuten längere Fassung zu geben.
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5 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Zwischentitel nur in Englisch, 9. Januar 2008
Kritik bezieht sich auf diese DVD-Ausgabe und nicht auf den Film an sich, der natürlich ein Klassiker ist.
Ein deutscher Film und die Zwischentitel sind nur auf Englisch vorhanden. Technisch wäre das kein Mehraufwand die Originaltitel mit reinzunehmen.
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