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Kundenrezensionen

3,5 von 5 Sternen13
3,5 von 5 Sternen
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...spaltete einst wie heute die Geister. Wie nicht wenige Filme des Wiener Meisterregisseurs, der anno dazumal (1947 war's genau) nach seiner Flucht aus Nazi-Deutschland (trotz oder wegen Topangeboten und Schmeicheleien eines gewissen Herrn Goebbels) bereits seit über einem Jahrzehnt in Hollywood sesshaft war und sich dort auch einen Namen gemacht hatte (was er aber aufgrund seiner in Deutschland geschaffenen Meisterwerke ohnehin nicht hätte tun müssen), wurde auch SECRET BEYOND THE DOOR von der Kritik nahezu vernichtet. Die Folge: Der Film konnte nur einen Bruchteil seines Budgets (nach heutigen Maßstäben eigentlich lächerlich 1,5 Mio. Dollar) wieder einspielen, kam in vielen Ländern gar nicht (z.B. Deutschland) oder nur stark gekürzt und verspätet (z.B. 1950 in Österreich) in die Kinos. Offenbar reichte das vollends aus, um den Film beinahe gänzlich ins Land des Vergessens zu katapultieren - erst 1970 (!) wurde der Film erstmals auch in Deutschland ausgestrahlt (gekürzt versteht sich), dann gar erst 36 Jahre später (2006 nämlich) wieder...

Für alle Technikfreaks gleich mal vorne weg: Bild und Ton sind absolut in Ordnung und erfüllen alle Standards tadellos. Dass man zwischendurch immer wieder mit der englischen Originaltonspur Vorlieb nehmen muss, ist der Tatsache des unsäglichen Schnittwahns von einst geschuldet. Gott sei Dank - muss man sagen - bekommt man hier den gesamten Film zu sehen. Eigentlich ist es im Nachhinein gesehen nicht verwunderlich, dass dem Streifen im deutschen Sprachraum einst kein großer Erfolg beschieden war - nahezu ein Viertel der Gesamtspielzeit fiele bei der gekürzten (oder eigentlich eher verstümmelten) Fassung weg. Eins noch: Die DVD-Plastikhülle ist in einem ansehnlichen Pappschuber untergebracht, außerdem befindet sich ein aufschlussreiches Booklet in der Hülle, das Filmfreunde (und Fritz-Lang-Freunde im Speziellen) mit allen nötigen Fakten versorgt. Soweit, so gut...

DAS GEHEIMNIS HINTER DER TÜR ist ein außergewöhnlicher, einmaliger Fritz-Lang-Film, der schon alleine aufgrund dieser Tatsache den Weg ins heimelige DVD-Regal finden sollte.
Inszeniert ist eigentlich alles großartig, auch die Schauspieler vermögen allesamt zu überzeugen, alleine der Plot ist stellenweise holprig, was sich aber einfach daraus ergibt, dass Lang hier den unmöglichen Versuch wagte, unterschwellige Gedanken (also das Unterbewusstsein) einer Person (nämlich der männl. Hauptfigur Mark) und freud'sche Theorien via Kamera anschaulich zu visualisieren, wobei quasi parallel dazu dennoch die Gedanken der beiden Hauptfiguren in Form von Off-Stimmen den Zusehern näher gebracht werden.... So einfach ist etwas kompliziert!

Aber kommen wir zuerst einmal zum Plot: Die aus gutem Hause stammende Celia (gespielt von Joan Bennett) macht Bekanntschaft mit Mark (Michael Redgrave) und heiratet diesen binnen kürzester Zeit. Schon bald kommt ihr einiges am neuen Göttergatten seltsam vor. Er distanziert sich recht bald, wirkt kühl, unnahbar und wird phasenweise leicht jähzornig. Mit von der Partie sind neben den beiden Hauptprotagonisten noch Caroline (Anne Revere) - Marks Schwester und Haushälterin - sowie die myteriös in Erscheinung tretende Miss Robey (Barbara O`Neil), die als Marks Sekretärin fungiert. Und nicht zuletzt ist da noch Marks Sohn aus erster Ehe, von dem Celia bis zur Ankunft in Marks Zuhause gar nichts gewusst hat, ebenso wenig wie von dessen verstorbener Ehefrau (so ist das halt, wenn man quasi blind heiratet).
Jedenfalls scheint sich Mark immer mehr von seiner Frischvermählten zu entfremden, wohingegen diese hartnäckig und geduldig versucht an ihren Mann heranzukommen. Schließlich spielt auch noch Marks ausgefallenes Hobby (er ist übrigens Architekt) eine ausgewogene Rolle: Er sammelt Zimmer, so wie andere Menschen beispielsweise Briefmarken. Das Besondere an diesen Zimmern ist, dass sie alle originalgetreu im seit Generationen befindlichen Riesenwohnsitz wiederaufgebaut wurden und dass es sich (6 sind's genau an der Zahl) dabei um Räume handelt, in denen einst Morde begangen worden waren (eines der Highlights des Films ist sicher die Führung geladener Gäste durch sämtliche Räume, begleitet von Marks ausführlichen und gänsehauterregenden Erläuterungen zum darin Geschehenen). Dann ist da noch ein mysteriöser 7. Raum, der aber abgeschlossen ist und der unter keinen Umständen betreten werden darf. Eine einfache und andererseits dennoch umständliche (im Bezug zum Medium Film halt) Metapher für Marks innigste, unterschwelligste Gedanken, die nichts Gutes verheißen...
Da ich Ihnen, liebe Leser, den Spaß an der Freude nicht verderben möchte, werde ich hier einen Punkt machen.

Für Neugierige (Achtung SPOILER-Alarm) führe ich aber noch etwas weiter aus: Celia lässt nicht locker, betritt später gar den Raum und findet sich in einer Kopie ihres aktuellen Zimmers (im Haus) wieder, was sie darauf schließen lässt, bald Opfer eines heimtückischen Mordanschlags zu werden... Doch die entschlossene Frau bleibt, zwingt ihren Mann im Gespräch alte, längst vergessene schmerzliche Erinnerungen revue passieren zu lassen und befreit ihn so letztlich von seiner zwanghaften Mordvorstellung... (Grandios ist dazu noch im Vorfeld jene Szene, in der Mark in Gedanken sich selbst anklagt und seinem Ebenbild den Grund für den Mord (den er dann letzlich ja doch nicht begeht) erkären muss - das ist wirklich GROSSES Kino, bei dem Langs Genie mal kräftig aufblitzen kann!)
Schließlich gibt es noch ein kleines Hollywood-Finish, als das Haus in Flammen aufgeht (die eifersüchtige Miss Robey hat hier gezündelt) und Mark seine Angebetete und sich gerade noch aus dem Inferno retten kann... Dann: Ende gut, alles gut!

Es ist tatsächlich schwierig, diesem Film mittels Worten gerecht werden zu wollen. Hierbei von einer Art Freud-Hitchcock-Melange zu sprechen, die insgesamt aufgrund schierer Nichtverfilmbarkeit leider verunglückt ist, reicht bei weitem nicht aus, um das auszudrücken, was sprichwörtlich HINTER diesem Schwarzweißklassiker steckt. In der Tat habe ich bislang (und ich schaue regelmäßig und gerne ältere Filme ähnlichen Formats) noch nichts Vergleichbares gesehen. Es mag sein, dass Lang hier stellenweise Anlehnungen an den Master of Suspense erkennen lässt, dennoch ist SECRET BEYOND THE DOOR durch und druch ein Fritz-Lang-Film - trotz (oder gerade wegen) seiner Eigenheiten und (mitunter auch) Schwächen.
Ich kann mich erinnern, den Film vor einigen Jahren (jetzt weiß ich ja, dass das nur 2006 (Zweitausstrahlungstermin (!) im deutschen Fernsehen) gewesen sein kann!) mal im TV "erwischt" zu haben, ausgerechnet als ich gerade in einer intensiven Fritz-Lang-Phase war - ich war seinen Filmen gerade über einen Freund via DVD-Boxen (sehr empfehlenswert und hier auf amazon immer noch erhältlich - siehe ggf. bei Interesse auch gerne meine Rezis dazu) begegnet, darunter Klassiker wie "Das Testament des Dr. Mabuse", "Metropolis", "M" oder aber auch "Frau im Mond" u.a. (allesamt Meisterwerke, die seinerzeit noch in Deutschland entstanden sind). Jedenfalls war ich von DAS GEHEIMNIS HINTER DER TÜR sehr angetan und wollte ihn mir deshalb auch unbedingt auf DVD zulegenen, was sich aber als gar nicht so einfach herausstellte, da der Streifen schlichtweg nirgendwo zu bekommen war.

Heute, also Jahre später, führe ich mir diesen Klassiker abermals zu Gemüte und habe offengestanden eher gemischte Gefühle. Zum einen ist SECRET BEYOND THE DOOR - wie zuvor bereits angesprochen - schon aufgrund seiner Einzigartigkeit etwas ganz Besonderes. Hinzu kommen noch die überaus interessante, vielversprechende Story und die durchwegs guten Schauspieler. Auch atmosphärisch vermag der Film zu überzeugen (aber das konnte Lang meines Erachtens halt wie kein anderer), nicht zu vergessen sind auch einige witzige Dialoge zwischen den beiden Frischvermählten (ziemlich am Beginn) bzw. jene, wo Celia's Freundin (Edith Potter, gespielt von einer großartigen Natalie Schafer) mal kurz (und intensiv) zu Wort kommt und sich dabei kein Blatt vor den Mund nimmt... Insgesamt sehr viele günstige Zutaten also.

Dennoch fehlt dem Streifen am Ende etwas! Irgendwie bleibt nach dem Schauen (also bei mir aus heutiger Sicht) das Gefühl zurück, etwas nicht gänzlich Ausgegorenes, ja fast schon Unfertiges gesehen zu haben. Mir (ist aber nur meine Meinung) kommt es gar ein wenig so vor, als hätte sich Lang (der ja Filme normalerweise von Anfang bis Ende mitbearbeitet hat, also in den gesamten Entstehungsprozess miteingebunden war) höchstambitioniert einem eigentlich unverfilmbaren Stoff angenommen, an dem er im Laufe der Zeit - als sich wohl auch herausstellte, dass man das Ganze nicht zu einem gänzlich runden Ende bringen könnte - aber nach und nach das Interesse verlor. Wahrscheinlich tue ich dem Filmmeister damit unrecht, aber irgendwie gelingt es mir nicht diesen Gedanken völlig aus meinem (Unter-)Bewusstsein zu verbannen... Was für ein unbeabsichtigt schlüssiges Rezi-Ende ;)

Fazit: Die Kritiker und Zuseher (die aber wohl überfordert waren bzw. nur mit verstümmeltem Material Vorlieb nehmen mussten) von einst lagen gewaltig daneben, als sie Langs ungewöhnlichen filmischen Ausflug auf Dr. Freuds Couch (in einem übertragenen Sinne freilich) besserwisserisch oder es eben nicht besser wissend verrissen bzw. ignorierten. Tatsächlich ist DAS GEHEIMNIS HINTER DER TÜR mitunter Fritz Langs außergewöhnlichster Film, der sich weder (direkt wenigstens) mit Maßstäben a la Hitchcock messen lässt (weil eben doch zu andersartig), noch ganz mit den eigenen frühen Glanzlichtern des Wiener Meisterregisseurs mithalten kann. Dafür stehen sich die komplexen (und eigentlich unmöglichen) filmisch-psychologischen Erzählebenen letztlich zu sehr im Weg. Dennoch wird jeder, der das hier gesehen hat, sehr schnell begreifen, dass SECRET BEYOND THE DOOR einer der bemerkenswertesten Filme aller Zeiten ist - und wohl auch bleiben wird!
Die klassischen Noir-Geschichten (ich denke da jetzt konkret an THE BIG HEAT z.B.) der Marke "Lang" sind mir dann letzten Endes aber dennoch lieber, seine frühen Filmjuwelen eigentlich auch, einige Stummfilme (METROPOLIS z.B. od. aber auch SPIONE) miteingeschlossen.

Kurzum: Macht 4 Sterne aus meiner Sicht, wobei 5 dem Film wohl auch gerecht würden. Wer alleine der hineingesetzten Originalszenen (mit Untertiteln) wegen ernsthaft nur einen Stern vergibt (wie bitte sonst hätte man das lösen sollen??), der sollte das in einer Art Technik-Sonderkategorie tun (könnte man sowas vielleicht mal einführen, liebes Amazon-Team!?).
Gerecht wird man dem Film in Worten wohl ohnehin nie werden...

Also: ++++
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am 17. April 2014
1945 hatte Fritz Lang zusammen mit der Schauspielerin Joan Bennett und deren Ehemann Walter Wanger die «Diana Productions» gegründet. Mehr Freiheiten hatte er so beim Drehen und er konnte sich an ein so ungewöhnliches Projekt wie «Das Geheimnis hinter der Tür» wagen. Inspirieren ließ sich der Exil-Wiener dabei unübersehbar von den Hitchcock-Filmen «Rebecca» (1940) und «Spellbound» (1945).

Wie bei «Rebecca» geht es um eine Ehe, in der sich Misstrauen und Unsicherheit bei der zweiten Frau eine undurchsichtigen Mannes breit machen und die Handlung spielt auch hier großteils in einem weitläufigen Landhaus. Mit «Spellbound» wiederum verbindet «Das Geheimnis hinter der Tür» die – freilich ziemlich hanebüchene – Auseinandersetzung mit Sigmund Freuds Lehre vom Unterbewussten.

Mit dem Voice-over Celias (Joan Bennett) und dem Blick auf einen Teich, auf dem ein Papierschiff schwimmt, setzt der Film ein. Eingeführt wird damit schon das Motiv von der zwar glatten Oberfläche, unter der aber Untiefen lauern. Kurz spricht Celia die Hochzeit in einer alten Kirche an, gibt dann aber zunächst in einer Rückblende Einblick in die Vorgeschichte: Hals über Kopf hat sie sich in Mexiko in den Architekten Mark (Michael Redgrave) verliebt.

Böses lässt hier schon der Umstand ahnen, dass sie sich während eines Kampfes kennenlernen, dass sich der erste Blickkontakt beinahe zeitgleich mit einem Messerwurf in Richtung Celia ergibt. Überraschend für einen Film der 1940er Jahre darf Celia im Voice-over feststellen, dass sie drei Tage lang 24 Stunden miteinander verbrachten. Richtig kennt sie diesen Mark zwar nicht, dennoch heiratet sie ihn kurz darauf.

Wieder bereitet das Voice-over Celias darauf vor, dass schon die Flitterwochen in Mexiko nicht unbeschwert waren, stärker werden ihre Verunsicherung und ihre Ängste aber erst, als sie im bei New York gelegenen Landhaus Marks ankommt. Erst jetzt erfährt sie, dass ihr Mann schon verheiratet war, dass seine erste Frau starb und er Vater eines zehnjährigen Jungen ist. Dass Mark einige Zimmer, mit dem Mobiliar von Räumen ausstattete, in denen Morde an Frauen begangen wurden, und ein Zimmer verschlossen hält, steigert Celias Unsicherheit und Misstrauen. Doch weil sie spürt, dass ihr Mann wohl an einem lange zurückliegenden Trauma leidet, will sie ihn nicht im Stich lassen.

Wie in allen Filmen Langs spielt auch hier die Architektur eine große Rolle. Die langen Gänge wirken wie Tunnel in die menschliche Psyche, die verschlossenen Türen verweisen auf das Unterbewusste.

Als Meister der Schwarzweißfotografie erweist sich hier wieder einmal Stanley Cortez, der auch bei Orson Welles' «The Magnificent Ambersons» (1941) und Charles Laughtons «The Night of the Hunter» (1955) für die Kameraarbeit verantwortlich zeichnete. Souverän arbeitet er mit Licht und Schatten, mit Nebelschwaden in einer nächtlichen Szene in einem Wald oder Schattenspiel bei einer alptraumhaft imaginierten Gerichtsverhandlung.

Wenn hier vom zwanghaften töten Müssen die Rede ist, weckt «Das Geheimnis hinter der Tür» unweigerlich und eindringlich die Erinnerung an Peter Lorre in Langs Meisterwerk «M» (1930). Wie diesen Kindermörder zeichnet Lang Mark als Getriebenen, als einen bei dem in der Kindheit Mutterliebe in Mutter- und später Frauenhass umschlug. In seinem Gefühl von Frauen beherrscht zu werden, kann man durchaus auch einen Reflex auf die US-Nachkriegsgesellschaft sehen, in der die Frauen durch ihre Arbeit an der Heimatfront gegenüber den Männern nach dem Krieg eine gestärkte Position hatten und bei den Männdern Minderwertigkeitskomplexe auslösen konnten.

Realität und Traum, äußere Welt und Seelenleben gehen in diesem ziemlich ungewöhnlichen Film ununterscheidbar ineinander über. Blumen sind hier ganz stark mit Erinnerungen verbunden und auch das brennende Haus am Schluss steht symbolhaft für eine innere Reinigung.

In Deutschland ist «Das Geheimnis hinter der Tür», der bei seiner Premiere in den USA bei Presse und Publikum durchfiel, nie in die Kinos gekommen. Erst 1970 wurde er vom WDR in einer gekürzten Version gezeigt. Die von Filmjuwelen herausgegebene DVD bietet die originale Fassung, wobei die 21 gekürzten Minuten in der deutschen Version englisch gesprochen und mit Untertitel versehen und damit klar zu identifizieren sind. Die Extras beschränken sich auf den deutschen Vorspann, sowie nochmals eine Zusammenstellung der in Deutschland geschnittenen Szenen sowie ein informatives Booklet von Roland Mörchen.
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Das Geheimnis hinter der Tür

Mit dem Namen Fritz Lang (1890-1976) verbindet man unweigerlich großes Kino. Filme wie "Metropolis" (1927) oder auch "M - Eine Stadt sucht einen Mörder" (1931) stehen als Zeugnis für die Einzigartigkeit dieses Visionärs der Filmgeschichte. Mit dem nun hier durch das Label der Filmjuwelen auf DVD an den Start gebrachten Film "Das Geheimnis hinter der Tür" kommt ein nicht unumstrittener, aber allemal sehenswerter Film zur gelungenen Veröffentlichung.

Das besondere an der Veröffentlichung dieses im Jahr 1948 in einer "Diana Productions" und unter dem Originaltitel "Secret Beyond the Door" fertiggestellten Film ist, dass er von der vorliegenden DVD in seiner ungekürzten Schnittfassung zu erleben ist. Bedenkt man, dass es nach der Kinopremiere in den USA im Dezember 1947 /Januar 1948 bis zum 09. November 1970 dauern sollte, dass der Film auch in Deutschland zu sehen war, ist es schön, dass es ihn nun endlich von der hier verlegten DVD zu haben gibt. Der in Deutschland nur im Fernsehen gezeigte und nicht in die Kinos gekommene Film wurde für die TV-Erst-Ausstrahlung um mehr als zwanzig Minuten gekürzt. Es sollte dann noch einmal sechsunddreißig Jahre dauern, bis der Film endlich im November 2006 erstmals auch vor deutschem TV-Publikum ungekürzt, so wie er auch auf der nun hier vorliegenden DVD zu finden ist, gezeigt wurde.

Das Drehbuch zum Film schrieb Silvia Richards unter Verwendung einer Vorlage von Rufus King. Mir persönlich gefällt die in Richtung eines Krimi-Psychodramas gehende Geschichte des Filmes und dessen unheilvolle Stimmung. Kameramann Stanley Cortez gelang es, mit seinen Bildern und deren Spiel von Licht und Schatten, wabernden Nebelschwaden und den gewählten Aufnahmeperspektiven eine spannungsgeladene Atmosphäre und einzigartige, über Strecken extrem beklemmende, Szenerie aufzubauen.

Der Regisseur orientierte sich in seiner Inszenierung und dem Stil der Verfilmung an dem legendären Alfred Hitchcock. So fallen bei dem von der DVD zu erlebenden Film nicht zu übersehende Gemeinsamkeiten zu Hitchcock-Klassikern wie "Rebecca" oder auch "Spellbound" auf.

Joan Bennett spielt in dem Film die weibliche Hauptrolle der adretten und vermögenden "Celia". Auf einer Reise lernt sie den Architekten "Mark" (Michael Redgrave) kennen. Zu Beginn hängt der ganze Himmel buchstäblich voller Geigen und die beiden können gar nicht schnell genug heiraten. Aber schon bald nach der Trauung kommen "Celia" erste Zweifel.

Diese mehren sich, als sie in das Haus von "Mark" einzieht und erst dort erfährt, dass ihr Mann schon einmal verheiratet war und sogar schon einen halbwüchsigen Sohn hat. Die rätselhafte Sekretärin "Miss Robey" (Barbara O Neil) und eine sehr ungewöhnliche Sammelleidenschaft von "Mark" tragen auch nicht mit dazu bei, "Celias" Bedenken zu zerstreuen.

Die eine DVD der Veröffentlichung findet ihren Platz in einem einfachen Klarsicht-Amaray-Case. Dieses steckt zur Aufbewahrung in einem in Hochglanzoptik gefertigten, stabilen Pappschuber ohne FSK-Flatschen und fügt sich gelungen in die bisherige Gestaltung der veröffentlichten "Film- und Fernsehjuwelen" ein. Laut Cover hat der Film eine Laufzeit von ca. 94 Minuten. Das Schwarz-Weiß-Bild von der DVD präsentiert sich im Format 4:3 (1,37:1) und bietet für eine vor inzwischen mehr als sieben Jahrzehnten auf Film gebannte Produktion ein qualitativ wirklich gut erhaltenes und rundum stimmig wirkendes Bild an.

Die mit einigen animierten Filmszenen und im Hintergrund zu hörender Musik gestalteten DVD-Menüs sind übersichtlich und gut bedienbar. Über die Anwahl des Menüpunkts "Film Starten" beginnt die Wiedergabe des Streifens. Den Zugriff auf eine mit kleinen Vorschaufenstern gestaltete zwölfteilige Szenenanwahl bietet der Menüpunkt "Kapitel" an. Neben dem "Deutschen Vorspann" können unter "Entfallene Szenen" die mehr als zwanzig für die deutsche TV-Erstausstrahlung entfernten Filmminuten, unter den Extras angesehen werden. Trailer zu einigen weiteren veröffentlichten Titeln sind die letzten Extras von der DVD.

Dem Cover liegt ein bebildertes, zwanzigseitiges Booklet bei. Neben zwei Textbeiträgen mit den Titeln "Tor ins Verderben - Hinter den Kulissen" und "Mann ohne Gesicht -Zum Film" werden noch einige der Darsteller vorgestellt. Hinweise auf weitere durch das Label der "Filmjuwelen" veröffentlichte "Highlights" schließen das Booklet inhaltlich.

Tonbewertung:

Die DVD bietet neben der deutschen Synchronfassung zum Film auch einen englischen Ton an. Beide sind im Format Dolby digital 2.0 auf der DVD zu finden. Die Verständlichkeit aller Darsteller ist beinahe durchweg sehr gut und entspricht dem wohl damals technisch Machbaren.

Da bei der hier vorliegenden Veröffentlichung der Film ungekürzt zu erleben ist, kommt auch bei der gewählten Wiedergabe mit deutschem Ton ab und an der englische Ton zu Gehör. Das liegt daran, dass die damals für die deutsche TV-Ausstrahlung entfernten mehr als zwanzig Minuten nicht deutsch synchronisiert wurden. Daher sind diese dann von der DVD mit englischem Ton, versehen mit deutschen Untertiteln, zu erleben. Untertitel für den gesamten Film können nicht gezeigt werden.

Gesamteindruck:

Für mich persönlich ist der hier vom Label der "Filmjuwelen" auf DVD an den Start gebrachte Film ein echte Entdeckung. Besonderen Wert erhält die Veröffentlichung durch den Umstand, dass hier die ungekürzte Langfassung des Films von der DVD zu erleben ist. Da nehme ich auch gerne die besonders zu Beginn des Öfteren zu hörenden Wechsel in der Sprache und die deshalb zu sehenden Untertitel in Kauf. Im Gegenzug sieht man dafür einen Film, der mit seiner besonderen Stimmung und in seiner Geschichte die menschlichen Tiefen auslotenden Story fasziniert.
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TOP 1000 REZENSENTam 16. Februar 2014
Dieser Film von 1948 ist ungekürzt, er hat vor allem in der ersten Hälfte viele Szenen mit Untertiteln, ungefähr alle drei Minuten.
Immer, wenn man sich gerade wieder auf die tolle Rosemarie Fendel als Synchronstimme von Joan Bennett freuen darf, kommt das Original durch. Die rauchige Stimme der seligen Fendel passt wunderbar zu Joan.

Celia erzählt aus dem Off, wie es anfangs in "Rebecca" auch die zweite Mrs. de Winter tat.

Beide Filme haben eine gewisse Ähnlichkeit, kennen die frischgebackenen Ehefrauen im Grunde ihre Männer doch gar nicht.
Gravierender Unterschied: Wie schon in der anderen Zusammenarbeit mit Fritz Lang, "Gefährliche Begegnung" ( mit
Edward G. Robinson ), ist Joan Bennett hier sehr selbstbewusst und gar nicht ängstlich, wie man gerade in den Mexico- Szenen sieht.
Joan Fontaine dagegen in "Rebecca" war das zaghafte Lämmchen.

Michael Redgrave ist beunruhigend gut, seine Stimmungswechsel gefallen mir zum Beispiel viel besser als beim ungemütlichen Maxim de Winter, der von Laurence Olivier gespielt wurde.

Kennen tut man den Vater von Vanessa unter anderem aus einem anderen Grusel, nämlich dem genialen "Traum ohne Ende" von 1945 und einem anderen subtilen Horrorstreifen, nämlich "Schloss des Schreckens" mit Deborah Kerr im Jahre 1961.

Celia wird nach ihrer Ankunft in Levender Falls noch vieles herausfinden. Ihr Mann ist wirklich eine ziemlich interessante Type.

Es gibt eine Gemeinsamkeit zum bereits erwähnten Film "Gefährliche Begegnung":

Nichts ist notwendigerweise, was es zu sein scheint. Die Spannung wird den ganzen Film über gehalten.
Von Fritz Lang, der ja "Metropolis" gemacht hat, erwarte ich Experimente mit Beleuchtung. Er enttäuscht nicht.
Licht und Schatten haben ihr eine große Wirkung.
Der Soundtrack kam mir bekannt vor, wie von einem anderen Film entliehen. Kann das sein ? Egal, sie passte und war immerhin von Miklos Rosza.

Die DVD selbst ist wieder einmal, jedenfalls für mich, ein großer Wurf des Labels "Filmjuwelen".
Es gibt ein umfangreiches Booklet, welches die Hintergründe zur Entstehung des Films beleuchtet, Kurzbiografien der wichtigsten Darsteller und viele Szenenfotos.

Fazit: Für mich genial. Kamera, Musik, Darsteller ( allen voran Redgrave und Bennett ), alles vom Feinsten.
Wer die Bennett nur aus "Vater der Braut" kennt, wird überrascht sein. Hier ist sie stark, und das muss sie auch sein, bei dem Mann.
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am 15. September 2014
Produktrezi zu : Das Geheimnis hinter der Tür (Filmjuwelen)

Liebe Fans des Schwarz-Weiß-Film, nicht zuletzt auch das überwiegend positive Echo meiner werten Vorrezensenten war für mich mit ausschlaggebend für die Order dieses Filmartikels, denn Fritz Langs Werke & hierbei insb. dessen wunderbare Stummfilm-Klassiker & auch die beiden wirkich sehenswerten Schwarzweiß-Mabuse-Filme 'Das Testament des Dr. Mabuse ( D 1933 )' sowie 'Die 1000 Augen des Dr. Mabuse ( D/F/I 1960 )', welche ich ebenfalls auf DVD in meinem Filmregal weiss, haben mir damals schon ebenso gut gefallen als auch heute noch & stets bestens unterhalten.

Nachfolgend gebe ich Euch bei Interesse an dieser Walter-Wanger-Filmproduktion auch mal ein Paar wissenswerte Infos im Bezug auf die Ausstaffierung dieser Filmbox insgesamt inkl. mit beigefügter Ablichtungen zur Veranschaulichung & ich beurteile meine erworbenen Media-Artikel immer nur als Gesamtpaket.
Das Filmwerk als solches bewerte ich stets gesondert !

► SECRET BEYOUND THE DOOR ( USA 1948 ) ★★★★

Die junge Celia aka Joan Bennett stürzt sich übereilt in das Abenteuer Ehe. Ihr Gatte Mark alias Michael Redgrave ( u. a. auch Protagonist in dem brillanten Agatha-Christie-Klassiker 'Eine Dame verschwindet - Alfred Hitchcock' ) scheint in seinem Hause allerdings allem Anschein nach ein bizarres Geheimnis zu hüten & auch ihre Schwägerin tritt ihr gegenüber undurchdringlich auf.
Die dort durchlebten Ereignisse bringt Celia dem Betrachter dieses Werkes via Offstimme näher & m. E. ist „ Das Geheimnis hinter der Tür “ auch vielmehr eine seichte Liebesromanze anstatt packender Thriller geschweige denn ein Kriminalfilm.
Insgesamt fehlt es diesem Drama m. E. einwenig an Pep & ganz im Allgemeinen betrachtet wird diese Geschichte auch recht be­tu­lich abgehandelt, denn mit der Zeit wirkt das Ganze dann doch schon einwenig langatmig & zudem bleibt auch der Spannungsbogen über weite Strecken seicht.
Doch gibt es unter uns ja auch mit Sicherheit noch die Filmfreunde der etwas ge­ruh­sameren Fernsehunterhaltung & genau für diese widerum kann dieser an einem durchaus düster anmutenden Schauplatz gedrehte Film noir genau das Richtige sein. Naja ...
Neben den beiden bereits anfangs schon erwähnten Hauptdarstellern wirkten hierin u. a. noch die Akteure Anne Revere sowie Paul Cavanagh & Barbara O'Neil mit.
Das Drehbuch nach einer Vorlage vom Schriftsteller Rufus King schrieb Silvia Richards & für die stimmige Filmmusik sorgte der gebürtige Ungar & Komponist Miklós Rózsa.
Die Gesamtlaufzeit beträgt lt. Player exakt 94:53 Min. sowie reine 94:09 Spielminuten ohne Abspann.

Meine Filmwertung ⋙ 6,5 von 10 Punkte

► ZUR AUSSTATTUNG : Die DVD mit FSK ab 12 J.

Zu Händen bekommt man einen schmucken Hochglanzschuber aus robusten Karton ohne FSK-Flatschen mit ansprechend gestaltetem Frontcover.
Rückseitig wurde dieses Cover sowohl mit Filmausschnittmotiven als auch mit einer Inhaltsangabe zur Story sowie mit techn. Angaben zur DVD & mit einer Aufführung über die Filmschaffenden versehen.
Das Frontcover des darin enthaltenen, stabilen Amaray-Keep-Case entspricht dem des Schubers enthält leider kein Wendecover. Auf der Rückseite mit einem Porträt der beiden Hauptakteure Joan Bennett / Michael Redgrave.
Ein interessanter Gimmick wäre zudem noch die Tatsache, dass das vom Hausherren A. zu dieser DVD-Box mit eingestellte Motiv auf dieser Produktseite diesen Film noch als Krimi auf der Stirnseite des Schubers ausweist, mein zugestellter Artikel hingegen tatsächlich mit dem Filmgenre Psychothriller ( Foto № 2 ) bedruckt wurde.

TONSPUREN : Im Originalton Englisch sowie in Deutsch & beide in Dolby Digital 2.0 Mono als auch mit exakt gleicher Laufzeit
Der Film auf dieser DVD liegt uncut vor. Um diesen auch in der deutschen Sprachfassung über die volle Laufzeit erleben zu können liegen somit die für die dt. Fernsehfassung nie nachsynronisierten Filmszenzenen ( ca. 22 Min. ) hier im Originalton Englisch vor. Jedoch mit einem ( jedoch leider viel zu kurz eingeblendeten ) deutschen Unteritel versehen & dieser ist bei Bedarf via +/- Funktion auf der Funke auch ausblendbar.
Die Tonqualität ist allgemein gut & auch die dt. Synchro empfand ich als überaus angenehm passend ausgesucht, denn so lieh bspw. die bekannte dt. Schauspielerin Rosemarie Fendel der Amerikanerin Joan Bennett ihre Stimme & Protagonist Michael Redgrave wurde vom dt. Akteur Klaus Kindler, welcher u. a. mit seiner markanten dt. Stimmlage auch schon die Stars Steve McQueen, Jean-Paul Belmondo sowie Alain Delon & Dirty-Harry-Darsteller Clint Eastwood ins Deutsche übersetzt hat, synchrongesprochen.
SCHLECHT ≫ Leider ohne eine reguläre Untertiteloption
● PUNKTABZUG ( halber Stern )
Denn dieser sollte bei solch klassischen Werken dann doch schon generell auf Disc mit vorhanden sein & zwar insb. für Hörgeschädigte sowie auch für den betagteren Filmfreund ganz allgemein.

FORMAT : Original 4:3 - 1,37:1 ( Vollbild ) in s/w
Im Bezug auf die Darbietung gibt's nicht wirklich was dran auszusetzen. Kleinere Mankos wie eine mitunter schon mal leichte Unschärfe sowie auch gelegentliche Lichtblitze sind zwar wahrnehmbar, jedoch nicht wirklich störend & gerade in Hinsicht auf die annähernd 70 Lenze, welche dieser Filmstreifen schon auf dem Buckel hat, wird einem hier m. E. eine insgesamt durchaus zufriedenstellende Bildqualität geboten.

LABEL : Filmjuwelen / AL!VE
PRODUKTION : Walter Wanger & Regisseur Fritz Lang für Universal International
PRODUKTIONSJAHR : 1947
GENRE : Thriller / Drama
SUBGENRE : Film Noir

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SPECIAL FEATURES
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+ Ein informationsreiches Booklet mit Biografien & mit anschaulichen Motiven in s/w auf 20 Seiten
+ Entfallene Szenen mit dt. UT ( 21:29 Min. )
+ Deutscher Vorspann
+ Eine diverse Trailershow zu anderen Filmjuwelen
+ Ein separates Kapitelmenü von 1 bis 8
sowie mit einem überschaubaren Hauptmenü
Beide Menüs sind animiert & mit einem Soundtrack versehen ( siehe hierzu die Fotos № 5 & № 6 ).

► FAZIT

Dieser Film noir aus den Endvierzigern ist de facto kein schlechtes Werk, wenngleich er mich persönlich auch nicht vollends erreichen konnte. Alles in allem ein recht unterhaltsamer Schwarz-Weiß-Film & auch im Hinblick auf die einem hier gebotene Filmqualität bzgl. Bild + Ton kann der Interessierte hier nicht viel falsch machen.
Allerdings mit noch vielen in Englisch geführten Dialogen in der dt. Tonfassung & wer zudem auf einen durchgängigen dt. UT angewiesen ist, derjenige sucht diesen hier leider auch vergeblich.

Mit nostalgischen Grüßen,
Der Dirk

5,5 von 10 Punkte für den Gesamteindruck
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TOP 1000 REZENSENTam 27. März 2014
"Geheimnis hinter der Tür" aus dem Jahr 1948 war der Versuch von Fritz Lang einen "Hitchcock" Film zu drehen, trotzdem floppte der Film an der Kinokasse. Sehr stark geprägt ist der Film Noir mit Psychoanteilen von den Filmen "Rebecca", "Verdacht" und "Ich kämpfe um dich". Wenn man den ganzen Film gesehen hat, wirkt er sogar beinahe wie ein heimliches "Rebecca" Remake, denn...Miss Danvers lässt grüßen...im Finale wird dann noch das riesige Haus abgefackelt. Die wohlhabende New Yorkerin Celia Barrett (Joan Bennett) hat einen Trauerfall in der Familie. Ihr älterer Bruder Rick (Paul Cavanagh) starb aufgrund einer schweren Krankheit. Um auf andere Gedanken zu kommen, reist sie in den Urlaub nach Mexico. Dort lernt sie den Zeitschriftenverleger Mark Lamphere (Michael Redgrave) kennen, es ist Liebe und Faszination auf den ersten Blick. Überstürzt heiratet sie ihn, obwohl sie mit Bob Dwight (James Seay) einen netten Verehrer hatte. Doch sehr schnell merkt Celia, dass mit ihrem Gatten etwas nicht stimmt. In der Flitterwochen reist er überstürzt ab, nur weil sie sich den Scherz erlaubte die Türe zum Schlafzimmer zuzuschließen. Doch ein versöhnliches Telegramm erreicht sie und dort teilt ihr Mark mit, dass er sie auf dem Familienanwesen in Lavender Falls, Neu England erwartet. Am Bahnhof wird sie von Marks Schwester Caroline (Anne Revere) abgeholt. Von ihr erfährt die ahnungslose Celia, dass die erste Frau ist verstorben. Ausserdem wohnt Marks Privatsekretärin Miss Robey (Barbara O'Neill) in einem der vielen Zimmern des Hauses. Mark selbst kommt erst ein paar Tage später an. Doch das Wiedersehen am Bahnhof läuft auch sehr komisch ab. Es wirkt so, als würde der verliebte Mark von einer Sekunde auf die andere etwas unterdrücken und in eine extrem morbide Stimmung zu verfallen. Ebenso morbide erscheint seine Todesfixierung, denn Marks Hobby ist es in seinem Haus historische Zimmer detailgetreu einzurichten, in denen nachweislich Morde begangen wurden. Ein Zimmer ist für alle Tabu: Das Zimmer Nr. 7. Verbirgt sich darin ein Geheimnis ?
Im Laufe des Films keimt in der liebenden Ehefrau immer mehr der Verdacht auf, dass Marks gespaltene Persönlichkeit zu schrecklichen Dingen fähig sein könnte. Aber sie schwor doch am Traualtar "In guten wie in schlechten Zeiten", so versucht sie ihrem Mann zu helfen und die angeschlagene Ehe zu retten. Diesen Vorsatz zelebriert die mutige Heldin bis zum Finale und darüberhinaus - was wenig logisch erscheint. Aber auch Hitchcock hat sich manchmal wenig um die Logik gekümmert bzw. so stark mit Suspence inszeniert, dass der Zuschauer schon gar keine Zeit und Lust hatte, sich um eine Logik zu scheren. Und in den besten Momenten von "Geheimnis hinter der Tür" gelingt dies Lang ebenso. Der Film wurde erst 1970 dem deutschen Publikum zugänglich, doch diese Fernsehfassung wurde um 24 Minuten gekürzt...warum auch immer. Dank der DVD von "Filmjuwelen" ist der Film nun ungekürzt zugänglich. Diese eingefügten Szenen sind nicht synchronisiert, aber mit deutschen Untertiteln versehen. In den 40ern waren ja diese psychoanalytischen Suspence-Thrillerdramen sehr beliebt, natürlich auch Sigmund Freunds Traumdeutung. Sehr gut gelungen ist auf alle Fälle der visuelle Stil und die Darstellung der inneren Seelenzustände sämtlicher Protagonisten. Ein edel fotografierter Klassiker, der zwar nicht zu Langs Meisterwerken gehört, aber dennoch den Fan von Filmklassikern begeistern kann.
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Nach längerer Zeit landete mit Das Geheimnis hinter der Tür mal wieder ein „Film noir“ in meinem Player. Dieser stammt aus dem Jahre 1948, die Regie übernahm Fritz Lang. Der Film lieft erstmals in den USA im Kino, in Deutschland mussten die Fans leider auf den großen Leinwandauftritt verzichten. Dafür kam er am 9. November 1970 ins deutsche Fernsehen – leider um 24 Minuten geschnitten. Der Sin der Film ging dabei völlig verloren, Das Geheimnis hinter dem Fenster bekam durchweg schlechte Kritiken. Erst als der Streifen im Jahre 2006 in ungekürzter Fassung im Fernsehen zu sehen war, wurde er such richtig verstanden. Celia hat Bedenken, reist aber ihrerseits nach Neuengland zu seinem Familienanwesen um dort auf ihn zu warten.

Als die wohlhabende New Yorkerin Celia Barrett im Urlaub den charmanten Zeitschriftenverleger Mark Lamphere kennen und lieben lernt, glaubt sie sich am Ziel ihrer Träume. Obwohl sie sich gar nicht richtig kennen, heiraten die Beiden noch im Urlaub. Überraschenderweise erklärt Mark am Hochzeitstag, dass er zurück nach New York müsse. Dort wird sie von Marks Schwester Caroline empfangen. Von dieser erfährt sie, dass Mark schon einmal verheiratet war einen Sohn hat. Und auch dass seine unter mysteriösen Umständen gestorben ist. War Mark ihr Mörder? Und soll Celia sein nächstes Opfer Werde? Und was ist mit dem Zimmer das immer verschlossen ist?

Das Geheimnis hinter der Tür ist sicherlich kein Film für die breite Masse, denn hierbei handelt es sich nicht um eine seichte Hollywoodproduktion, sondern um einen anspruchsvolleren Film. Dennoch wird das ausgesuchte Publikum hier sicherlich seine Freude haben. Im Übrigen wollte Fritz Lang - wie er nach der Fertigstellung des Streifens in einem Interview zugab – versuchen, mit diesem Film an die Erfolge von Alfred Hitchcock anknüpfen. Von daher ist es nicht verwunderlich, dass einige Passagen im Film doch sehr Hitchcocks „Rebecca“ und „Berüchtigt“ gleichen. Leider schaffte es der Film nicht, er wurde sogar zu einem finanziellen Verlust für Fritz Langes Produktionsfirma. Dennoch kann man sich den Film gut ansehen, wobei man sich auf den Streifen konzentrieren sollte um den Inhalt zu verstehen.
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am 20. Februar 2014
1947 arbeiteten Fritz Lang und Joan Bennett zum vierten (und letzten) Male zusammen. Produziert von Bennetts Mann Walter Wenger spielt Bennett die Hauptrolle in einem romantischen Mystery-Film. Die junge Celia Barrett (Joan Bennett) verbringt nach dem Tod ihres geliebten Bruders Rick (Paul Cavanagh), eine Weile mit ihrer Freundin Edith (Natalie Schafer) in Mexiko, um Abstand zu gewinnen. Zu Hause erwartet sie Bob Dwight - eine gemeinsame Zukunft mit ihm scheint nicht ausgeschlossen. Da trifft sie aber auf den faszinierenden Mark Lamphere (Michael Redgrave), den sie, nachdem sie "drei Tage 24 Stunden pro Tag" miteinander verbracht haben (sollten es da den Zensoren nicht in den Ohren geklungen haben?), überstürzt heiratet. Doch dem Liebesrausch folgt die Ernüchterung, als ihr Mann nach einer harmlosen Neckerei (sie verschließt ihre Tür vor ihm) plötzlich aufgrund eines angeblichen Geschäftstermins abreist. Umso erleichterter ist sie, als sie seine Nachricht erhält, sich mit ihm auf seinem Familiensitz in Levender Falls zu treffen. Jedoch anstatt seiner trifft sie dort zunächst nur seine Schwester Caroline (Anne Revere), die vermeintlich verunstaltete Miss Robey (Barbara O`Neal) und seinen zwölfjährigen Sohn David, der ein sehr angespanntes Verhältnis zu seinem Vater hat. Marks Ankunft zu Hause führt zu weiteren Irritationen. Der Architekt, der mit Vorliebe "felicitous rooms" sammelt, scheint von der Ausstrahlung der von ihm rekonstruierten Räume fasziniert zu sein, es sind Räume, in denen Morde aus Leidenschaft begangen wurden. Nur einen Raum darf niemand betreten, auch Celia nicht. Der Wunsch, ihrem anscheinend verwirrten Mann zu helfen, führt Celia dazu, sich Zugang zu verschaffen - mit erschreckendem Resultat. Sollte Mark womöglich für den Tod seiner ersten Frau verantwortlich sein? Hm, Freud meets Blaubart, oder was?

Geradezu atemberaubend schön ist die Anfangssequenz, in der Celia aus dem Off über die Bedeutung von Träumen philosophiert, während die Kamera (Stanley Cortez) in einer Miniaturlandschaft ein Boot (Glück) und Narzissen (Gefahr) einfängt. Geradezu schicksalhaft ist Celias erste Begegnung mit Mark, er steht in einer Menge und sie weiß, dass sie beobachtet wird. Mit Humor wird dann ihre erste richtige Begegnung gezeigt, bei der Celia ihrer etwas begriffsstutzigen Freundin Edith etwas grob zu erkennen gibt, dass sie mit Mark allein sein will. Nicht selten dienen solche humorigen Einlagen dazu, den deutlich düsteren Teil der Erzählung zu betonen. Nicht zu übersehen ist der Film stark von Hitchcocks "Rebecca" beeinflusst, wenngleich man einräumen muss, dass der Zuschauer der eleganten Joan Bennett die verängstigte junge Frau weniger abnimmt als Joan Fontaine, dazu wurde Bennett schon als zu (welt-)erfahren eingeführt (dunkel lackierte Fingernägel, Zigarettenrauch). Aber auch Parallelen zu Hitchcocks "Ich kämpfe um Dich" sind zu erkennen, zumal auch hier Miklós Rózsa die Musik komponiert hat.
In der bildlichen Darstellung von Ängsten und Emotionen ist der Film einfach hinreißend. Wie oft muss Celia in dunklen Gängen spazieren gehen, schaut sie sich als Zeichen der Vergewisserung im Spiegel an. Manche Türen scheinen verzerrt zu sein (ich war mitunter an die Darstellung in "Das Cabinet des Dr. Caligari" erinnert), Türen lassen sich nicht öffnen. Nebel umhüllt Marks Geheimnis, ein Feuer als Reinigung der Beziehung, darf ebenso wenig fehlen. Sollte eine der Frauen in die Rolle der Mrs. Danvers geschlüpft sein?
Für mich sehr augenfällig korrespondieren hier zwei sehr unterschiedliche Geschwisterkonstellationen. Während Celia ein sehr herzliches Verhältnis zu ihrem älteren Bruder hat (ein Freund hält Celia aus Unkenntnis für dessen Freundin) und sie durch seinen Tod vorübergehend an Halt verliert (was sie durch die überstürzte Hochzeit mit Mark auszugleichen versucht), scheint Marks Verhältnis zu seiner älteren Schwester Caroline belastet zu sein, so als sei die Geschwisterkonstellation eine weitere Variation seines Verhältnisses zu seiner Mutter. Ich weiß nicht, ob diese Problematik so in der Vorlage (Rufus King) angelegt war, ich finde es schade, dass dieser Aspekt nicht deutlicher herausgearbeitet wurde.
Beklemmend sind die Szenen im verborgenen Zimmer, weit entfernt von plakativem Horror ist schon der Anblick der zugemauerten Fenster (das Zimmer hat ja innerhalb des Hauses nur einen Zugang) ein Schock, so wie Marks Probleme nicht ans Tageslicht dürfen, er innerlich zugemauert ist. Besonders kafkaesk ist Marks Tagtraum, in dem er sich vor Gericht verantworten muss und der Zuschauer nicht weiß, ob das ihm zur Last gelegte Verbrechen wirklich stattgefunden hat oder nicht. In gewisser Weise hat Celia eine etwas masochistische Ader. Liebe ist für sie absolut, Vernunftgründen gegenüber ist sie nicht ganz aufgeschlossen. Den Tod nähme sie eher billigend in Kauf als sich von Mark, zu trennen. Dabei ist ja gar nicht mal eine eventuelle Schuld in der Vergangenheit das Problem, sondern die desolate Stimmung Marks. Wäre er nicht doch zu einem Mord fähig? Oder kann man einen Menschen dadurch töten, dass man ihm die Liebe verweigert? Während in vielen anderen Noirs eine zwielichtige Frau Angstlustgefühle beim Mann auslöst, ist es hier andersrum. Einmal verschwindet Celia im Nebel und der Zuschauer muss sich einige Szenen lang darüber Gedanken machen, was aus ihr wohl geworden ist.
Der gelegentliche Einwand, das Verhalten Celias sei nicht immer rational oder gar "schwachsinnig", übersieht den Charakter dieser Leidenschaft, einer lupenreinen Amour fou. Truffaut hat es in seinem wunderbaren "Geheimnis der falschen Braut" auf den Punkt gebracht: "Wie schön Du bist. Ich sehe Dich an und es ist wie ein Schmerz. ... Eine Freude und ein Schmerz.". Die Geschichte eines potentiellen Liebestodes gibt es auch in der literarischen Vorlage zu Hitchcocks "Verdacht", die in der Verfilmung leider für einen vollkommenen Gaga-Plot geopfert wurde. In diesem Sinne ist Langs Film stimmiger. Die Attraktivität Bennetts und Redgraves tun ihr übriges, den Zuschauer zu fesseln. Dass allerdings auch James Mason im Gespräch für die männliche Hauptrolle war, lässt mich aufseufzen. Das hätte ja noch traumhafter werden können. Allerdings spielten Mason und Bennett zwei Jahre später zusammen in dem vollkommen unterschätzten Thriller The Reckless Moment [UK Import] von Max Ophüls.

Erklärt wird Marks Verhalten anhand einer traumatischen Erfahrung in seiner Kindheit, die Auflösung ist allerdings ähnlich holzschnittartig geraten wie in "Ich kämpfe um Dich" oder Litvaks "Die Schlangengrube". Freud war in Hollywood gerade sehr in Mode, aber allzu differenziert wurden seine Thesen im Hinblick auf den Massengeschmack nicht dargestellt. Die Masken im Treppenaufgang scheinen auch Unheil zu bedeuten, die wären einem guten Feng Shui- Berater so sicherlich nicht durchgegangen.
Unterstützt von Rózsas traumhafter Musik sehen wir hier eine poetische Version eines an sich fatalistischen Films. Es ist schwierig dem Film ganz gerecht zu werden. Wer in erster Linie die (alb-)traumhafte Atmosphäre zu schätzen weiß, ist hier sehr gut bedient, wer guten Charakterzeichnungen oder dramaturgisch nachvollziehbaren Handlungsabläufen den Vorzug gibt, würde eher für vier Sterne plädieren. Der relative finanzielle Misserfolg des Films führte zum Kollaps von "Diana Productions", hatte aber etwas Gutes: Seinen nächsten Film inszenierte Lang mit einem weitaus geringerem Budget, eine wahre Explosion neuer Kreativität, sein Meisterwerk House by the River.

Zur Ausstattung: Es liegt der Film sowohl in der deutschen Synchro als auch der Originalfassung vor, wobei von den 95 Minuten allein 22 im Original mit zuschaltbaren deutschen Untertiteln vorliegen (weiß auf weiß teilweise nur schwer entzifferbar). Warum allerdings, obwohl die Synchro relativ spät entstanden ist (wohl für die Fernsehauswertung 1970), nur ein Teil eingedeutscht wurde, ist mir rätselhaft, da gerade die aufschlussreichen Szenen, in denen sich Celia und Mark kennen lernen, nicht synchronisiert wurden. Die nicht synchronisierten Teile können während des Films mit der Skip-Taste übersprungen werden. Als "Extra" können diese Szenen auch ohne die Synchronfassung abgerufen werden (irreführender Titel "entfallene Szenen"). Bennett und Redgrave werden von Rosemarie Fendel und Klaus Kindler (hat u.a. Eastwood und Belmondo seine Stimme geliehen) gesprochen. Rózsas Musik ist teilweise nicht in der deutschen Fassung zu hören. Manchmal gibt es keine, manchmal eine andere Musik zu hören. Untertitel liegen ausschließlich für die nicht synchronisierten Teile vor. Neben einem Schuber (mit einer Bennett nur begrenzt ähnlich sehenden Frau) gibt es ein Booklet zum Film. Für den, der bereits die hervorragende Edition von Exposure Cinema besitzt und nicht unbedingt die deutsche Fassung braucht, ist diese Ausgabe nicht so prickelnd.

Fazit: Die Kindergartenpsychologie am besten ausblenden, ein wunderbar fotografierter Mystery-Film über eine vollkommen entgrenzte Liebe.
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am 12. Oktober 2014
Gute Story aber extrem nerviges Vergnügen auf DVD. Fast jede zweite Szene geht in den OmU über und man veiert im Laufe des Geschehens das Interesse. Sehr schade, zumal tu synchronisierten Teile niemals als Film gezeigt werden dürften - sie würden keinen Sinn ergeben. Aber sind wir dankbar für jeden Klassiker der auf DVD erscheint.
11 Kommentar|2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 4. Juni 2015
die deutsche tonspur ist in der ersten hälfte weitgehend englisch mit etwas schlecht sichbaren deutschen untertiteln
leider wurde der film früher sehr gekürzt und diese (meist wichtigen ) stellen gibts jetzt eben nur mit untertitel .
wen das nicht stört sollte diesen ganz tollen film kaufen . .
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