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Kundenrezensionen

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am 26. Juni 2012
Lange hat es gedauert: Vor rund 90 Jahren war die Uraufführung der "Nibelungen" von Fritz Lang. Vor etwa 20 Jahren wurde der Film erstmals durch das Filmmuseum München restauriert; danach gab es die einzige, längst vergriffene VHS-Ausgabe in Deutschland. Seit fast 10 Jahren sind englische und spanische DVD-Ausgaben auf dem Markt, welche der Stummfilmliebhaber aus obskuren Online-Shops oder als überteuerte Importware beziehen musste. Vor zwei Jahren schon fand die Premiere der zweiten restaurierten Fassung in Berlin statt. Und nun feiert dieses absolute Meisterwerk des deutschen Stummfilms der 1920er Jahre endlich, endlich, endlich DVD-Premiere in Deutschland. Still und leise und bescheiden in der SZ-Edition, aber zu einem hervorragenden Preis-Leistungsverhältnis.

Einige Worte zur DVD selbst, insbesondere im Unterschied zu den bisherigen DVD-Importversionen (siehe "Los Nibelungos") die auf der alten, vom Filmmuseum München restaurierten Version basieren: Man bekommt den Film hier auf zwei DVDs, ohne Extras, ohne Bonusmaterial, dafür in einer wirklich guten Qualität. Insgesamt gibt es hier ein ruhigeres, klareres Bild mit viel weniger Laufschrammen und Unschärfen. Die neue (alte) Viragierung des Films mag authentisch sein, ich finde sie zumindest gewöhnungsbedürftig, aber ich habe wohl die alte schwarz-weiße DVD-Version zu oft gesehen. Die Tonqualität mit der Originalmusik von Huppertz (eingespielt vom HR-Symphionieorchester) ist absolut hervorragend. Was mich etwas irritiert hat ist die unterschiedliche Lauflänge im Vergleich zu "Los Nibelungos". In dieser SZ-Edition ist der erste Teil 5 Minuten länger, der zweite aber ganze 22 Minuten kürzer. Bei einem Direktvergleich hat sich dann gezeigt: Die neue Restaurierung verwendet teils ganz andere Negative, die offensichtlich mit einer anderen Kamera aus einer anderen Perspektive gedreht wurden (meist besser, mehr Nahaufnahmen, also wohl das UFA-typische Verfahren mit mindestens zwei Kameras, um ein Exportnegativ zu bekommen). Diese Sequenzen unterscheiden sich hüben wie drüben um wenige Sekunden auch in der Länge. Neu dabei ist das wiederentdeckte und ergänzte (nur wenige Sekunden lange) eigentliche Ende des zweiten Teils (Kriemhilds Rache), welches Kriemhilds Tod zeigt.

Insgesamt würde ich sagen: Wer eine Importversion wie "Los Nibelungos" besitzt und liebt, wird mit dieser Ausgabe nur einen geringen Mehrwert bekommen. Denn viel stärker als das Bild sind die Bilder dieses Films, die Geschichte. Die Stärke dieser Ausgabe ist der neu eingespielte Original-Soundtrack. Aber der wahre Fritz-Lang-Fan wird wohl trotzdem zugreifen, keine Frage, erst recht bei diesem Schnäppchenpreis. Bleibt nur die eine Frage: Warum kommt dieser Film erst jetzt als DVD in Deutschland auf den Markt, während er in andern Ländern seit fast 10 Jahren in der erstrestaurierten Fassung erhältlich ist? Darauf ist mir die Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung als Rechteinhaberin bis heute eine Antwort schuldig geblieben.
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TOP 1000 REZENSENTam 3. Juli 2015
Fritz Langs Film "Die Nibelungen" entstand in den Jahren 1923 und 1924. Der Film gilt als eine der aufwendigsten Monumentalverfilmungen der Weimarer Dekade und besticht vor allem durch seine stilistische Geschlossenheit, durch sehr innovative Tricktechniken und effektivster Lichtgebung. Der opulente Film besteht aus den beiden Teilen "Siegfried" (144 Minuten) und "Krimhilds Rache" (125 Minuten). Das Drehbuch wurde von Langs damaliger Ehefrau Thea von Harbou verfasst, die neben Leni Riefenstahl sicherlich die bedeutendste Filmemacherin des frühen deutschen Films war. Harbou wählte bewusst die nordische Sage gegenüber der populären Wagneroper.

Obwohl die Macher mit "Die Nibelungen" ein erfolgreiches Export- und Prestigeobjekt "deutscher Kultur" im Sinne hatten, tat ihnen Lang nicht den Gefallen ein offensichtlich nationalistisches Heldendenkmal zu schaffen, sondern sein Film ist ein durchweg düsteres Fresko mit einem sich schicksalhaft vollziehenden Untergang und Verfall. Nicht Liebe und Treue sind die Triebfedern der Figuren, sondern sie werden von Hass und Rache getrieben. In den europäischen Metropolen lief der erste Teil wochenlang vor ausverkauften Häusern, die Kritiken waren geradezu euphorisch. Der zweite Teil hatte es da etwas schwerer. Er ist auch stärker von einer destruktiven Energie getragen.

Beide Teile sind in jeweils sieben Gesänge unterteilt. Im ersten Teil, der etwas märchenhafter ist hat der blonde und starke Recke Siegfried (Paul Richter) das Schmiedehandwerk erlernt und wird von seinem Meister Mime (Georg John) auf die Reise des Lebens geschickt, da der Schüler den Lehrer überflügelt hat und dieser ihm nun nichts mehr lernen kann. Siegfried hört von einem Knecht, der die Schönheit von Kriemhild (Margarete Schön), Schwester des Burgunderkönigs Gunther (Theodor Loos) beschreibt. Er entschließt sich spontan nach Worms zu ziehen und die schönen Frau für sich zu gewinnen. Sein Meister Mime lockt ihn aber absichtlich in die Richtung, wo ein riesiger Lindwurm sein Unwesen treibt. Unterwegs erschlägt er diesen gefährlichen, großen Drachen an einem Fluß und badet anschließend in seinem Blut, woraufhin er unverwundbar wird. Nur eine Stelle an seinem Rücken bleibt ungeschützt, da es von einem Lindenblatt bedeckt wird. Es folgt Siegfrieds Begegnung mit dem heimtückischen Zwergenkönig Alberich (ebenfalls Georg John), der ihn zunächst mit seiner Tarnkappe auf dem Kopf angreift. Doch Siegfried kann ihn besiegen. Als Preis für Alberichs Leben bekommt der Drachentöter von ihm die Tarnkappe und den Nibelungenhort sowie das unbesiegbare Schwert Balmung geschenkt. Nun versucht der Zwergenkönig ein zweites Mal, Siegfried zu überlisten. Der blonde Held tötet Alberich, woraufhin alle übrigen Zwerge versteinern. In Worms wird er von den König Gunther, seinen Brüdern Gernot (Hans Karl Müller) und Giselher (Erwin Biswanger) freundlich aufgenommen, obwohl Hagen von Tronje ((Hans Adalbert Schlettow), der dunkle Ritter und rechte Hand des Königs eher die Empfehlung gab, den Besucher gar nicht zu empfangen. Das Herz von Kriemhild erobert er im Sturm, aber um sie heiraten zu können, muss Siegfried Gunter zuerst noch bei dessen Vorhaben helfen, die starke und unnahbare Brunhild (Hanna Ralph), Königin von Island zu gewinnen.

Diese gitl als unbesiegbar und es kann nur der ihr Gemahl werden, der sie in den drei Disziplinen Steinwerfen, im Weitsprung und im Speerwerfen besiegen kann. Dem Verlierer winkt der Tod. Bisher war noch keiner siegreich und auch Gunther wäre verloren, wenn da nicht Siegfried wäre, der unsichtbar unter der Tarnkappe den Sieg für Gunther davonträgt. Brunhilde kann ihre Niederlage nicht fassen. Es folgt die Blutbrüderschaft von Siegfried und Gunther, die Doppelhochzeit in Worms und ein weiteres Eingreifen von Siegfried in Tarnkappe, da er Brunhild in der Hochzeitsnacht für seinen Freund Gunther bändigen muss. Bald bahnt sich aber Verrat an, den das Geheimnis wird gelüftet. Siegfried stirbt durch eine List und durch Hagens Speer tödlich getroffen. Kriemhild löst sich von ihren Brüdern und schwört den Mördern ihres Mannes bitterliche Rache. Doch erst nach Jahren des Wartens - und als Ehefrau des Hunnenkönigs Etzel (Rudolf Klein-Rogge) ist es ihr möglich die Täter zur Rechenschaft zu ziehen...

Mit den 'Nibelungen' komponierte auch der vielseitig begabte Gottfried Huppertz seine erste Filmmusik. Mit fünf Stunden Musik für sinfonisches Orchester hatte er eine große Herausforderung zu meistern. Zunächst hatte er gezögert, den Auftrag anzunehmen. Er fürchtete, dass seine Musik nie unabhängig von Richard Wagner wahrgenommen würde. Huppertz gelang aber ein wuchtiger Sound, der die Geschichte suggestiv vergrößert. Mit über vier Jahren war die Arbeit an den 'Nibelungen' das bislang umfangreichste Restaurierungsprojekt der Murnau-Stiftung. Dafür wurden von Montevideo bis Moskau Filmmaterialien zusammengetragen. Erst mit dieser Restaurierung wurde es möglich, das Meisterwerk in Licht und Schatten in einer fotografischen Qualität zu zeigen, die die ästhetischen und visuellen Leistungen des Films wieder nahe bringt.

Die in schwarz-weiß hergestellten Kopien wurden in einem Farbbad gefärbt, wodurch alle transparenten Teile farbig erscheinen. Die erhaltenen Verleihkopien sind in einem orangen Farbton gefärbt. Nur Kriemhilds Falkentraum, eine Animation, für die Walther Ruttmann beauftragt wurde, ist die Färbung heller und anders. Der in Scherenschnitt-Technik inszenierte Traum ist eine ästhetische Besonderheit des Films. Anhand von zwei schwarzen Adlern, die einen weißen Falken attackieren, wird Kriemhilds Vision von Siegfrieds Tod dargestellt.

Der Film ist ein großes Epos, das zu Zeiten des Dritten Reiches von den Nazionalsozialisten für deren Zwecke vereinahmt wurde. Geblieben ist ein Film, der wohl in der stärksten Phase des deutschen Films entstanden ist und der nur wenige Jahre vor seinem 100. Geburtstag so gut wie nie zuvor aussah. Lang gelang es durch diese riesigen Bauten, die die Leinwand beherrschen, die Menschen seiner Geschichte - obwohl alle überlebensgroß mit Legendenbildung - als Verlorene darzustellen, die einem unerbittlichen Schicksal ausgeliefert sind, von einer Macht angeordnet, die viel größer ist als der Mensch. Die beiden Teile unterscheiden sich vom Stil her sogar erheblich voneinander. Während der erste statisch und monumental erscheint mit vielen schönen Bildern, ist Teil 2 um ein vielfaches chaotischer, aber auch dynamischer. 1966 wagte Artur Brauner ein Remake des Stoffes, das von Harald Reinl verfilmt wurde. Auch diese volsnahe Version - beinahe schon in enger Verwandtschaft mit den Karl May Filmerfolgen der 60er und mit Hammerwerfer Uwe Beyer in der Hauptrolle des Siegfrieds wurde im Kino ein großer Erfolg. Er kann sich aber qualitativ mit dem großen Fritz Lang Meisterwerk nicht messen.
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am 4. Januar 2014
Der Film ist ohne jeden Zweifel einer der wichtigsten deutschen Filmklassiker. Die vierjährigen Restaurierungsarbeiten waren mit Kosten in Höhe von 750.000 € die teuersten in der Geschichte der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung. Was man dort geleistet hat kann sich sehen lassen. Die vorliegende Fassung ist von der Vollständigkeit und der Bildqualität her allen anderen zuvor erschienenen deutlich überlegen.

Wieso also nur 3 Sterne?
Weil man fast 6 Stunden Filmmaterial (281 min. für den Hauptfilm plus 70 min. Doku) auf EINE Blu-ray Disc presst. Da "Die Nibelungen" als Zweiteiler konzipiert wurde, drängt sich eine Zwei-Disc-Fassung förmlich auf. So ist der Film auch in Großbritannien und den USA erschienen, auf ZWEI Discs aufgeteilt und dazu noch ein Jahr früher!
Die GB-Fassung von Eureka glänzt zudem mit einem tollen Cover und einem 56-seitigen Booklet.
Dass die deutsche Fassung keinerlei Mehrwert bietet (bei Metropolis waren zumindest mehr Extras dabei), sondern im Gegenteil, eine deutlich geringere Datenrate, ist traurig und absolut unverständlich.
Ohne direkten Vergleich fällt dem Durchschnittsgucker wahrscheinlich nichts Negatives auf, in der direkten Gegenüberstellung sieht man aber, wie bei der deutschen Blu-ray Details und Schärfe verloren gehen. Es fehlt einfach der "letzte Knack" in der Durchzeichnung.
"1-Disc-Sparversion" und "Prestigeprojekt" passen für mich überhaupt nicht zusammen. Da muss man sich nicht wundern, wenn auch deutsche Filmfans zu ausländischen Veröffentlichungen greifen und erst gar nicht mehr warten, bis die Murnau-Stiftung und Universal endlich mit monatelanger Verspätung in die Gänge kommen.

Die Doppel-Disc aus GB hat die originalen deutschen Zwischentitel, optionale Untertitel und die sehenswerte Dokumentation "Das Erbe der Nibelungen" liegt dort ebenfalls im deutschen Originalton vor. Wer verstärkt Wert auf die Bildqualität legt, kann also dort unbesorgt zugreifen.
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am 3. November 2012
Man kann von Fritz Lang halten was man möchte, aber seine Version der Nibelungen ist UNSCHLAGBAR (Shame on you, Benno Fürmann xD - Wie kann man es nur wagen so einen grottigen Abklatsch zu inszenieren?). Mit einer bombastischen Länge von etwas mehr als 4 1/2 Stunden erzählt uns Lang die Geschichte um Verrat, Intrige, Liebe, Magie und Macht, die so alt wie die Menschheit selbst zu sein scheint. Für die damalige Zeit wunderbare Effekte, gegen die so manche Hollywood-Produktionen einknicken, was die Wirkung angeht (und in den 20ern gab es keine digitalen Wischi-Waschi-Effekte, sondern: Eine Kamera!)und gerade die Kameraarbeit ist herrlich! Hut ab dafür
Für alle Cineasten und die, die es noch werden wollen nur zu empfehlen!
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TOP 500 REZENSENTam 20. Februar 2014
So langsam wird auch in Deutschland die eigene Filmgeschichte aufgearbeitet und Klassiker in angemessener Form auf DVD und Blu-ray veröffentlicht. Zu danken ist hierfür nicht nur den diversen Film-Museen und der Murnau-Stiftung sondern auch dem TV-Senders arte. Dort lief aktuell gerade eine restaurierte Fassung von Robert Wienes Stummfilm-Klassiker “Das Kabinett des Dr. Caligari“ (1924) und dort wurde 2011 erstmals eine sorgsam restaurierte viereinhalbstündige Fassung von Fritz Langs Zweiteiler “Die Nibelungen“ gezeigt, die zwei Jahre später endlich auch auf Blu-ray veröffentlicht wurde.

Sehr kompliziert bei der Rekonstruktion des Filmes gestaltete sich die Suche nach verschollen geglaubten Filmszenen in internationalen Archiven sowie die Auswahl der optimalen Szenen, da die einzelnen Sequenzen seinerzeitgleichzeitig mit mehreren Kameras sowie in unterschiedlichen Versionen aufgenommen wurden. Sehr erfreulich ist auch, dass die Partituren von Gottfried Huppertz’ Filmmusik gefunden wurden und der Soundtrack vom Frankfurt Radio Symphony Orchester neu eingespielt wurde. Wer mehr dazu wissen möchte, dem sei die auf dieser Blu-ray enthaltene 68-minütige Dokumentation “Das Erbe der Nibelungen“ empfohlen, die ebenfalls 2011 auf arte ausgestrahlt wurde. Hier ist auch zu erfahren, wie mit Fritz Langs “Die Nibelungen“ im Dritten Reich, in der BRD und in der DDR umgegangen wurde. Weitere Infos sind außerden noch im 12-seitigen Booklet zu finden.

Zeitgleich mit dem Stummfilm-Klassiker erschien bei Universum Film auch noch eine Blu-ray mit dem “Die Nibelungen“-Zweiteiler, der 1966 und 1967 unter den Titeln "Siegfried von Xanten" und “Kriemhilds Rache“ in die Kinos kam. Ursprünglich war hier ebenfalls Fritz Lang für die Regie vorgesehen, die dann jedoch beim "Winnetou"-Regisseurs Harald Reinl landete.
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am 5. Oktober 2012
Erst einmal bedanke ich mich bei Amazon für den ERSTKLASSIGEN Vorbestellservice bei dieser DVD. Heute kam der Film an. SPITZENKLASSE!
Absolut sehenswert. Diese Fassung wurde laut Wikipedia doch erst 2010 fertiggestellt???

[...]

...Am 29. Mai 1933 gelangte eine gekürzte Tonfilmfassung des 1. Teils unter dem Titel Siegfrieds Tod zur Aufführung. Diese wurde von Franz B. Biermann bearbeitet und Theodor Loos fungierte als Sprecher.

Die erste Restaurierung (beide Teile) durch das Filmmuseum München wurde in den 1980er Jahren fertig gestellt. Die Originalmusik von Gottfried Huppertz wurde aus diesem Anlass vom Münchner Rundfunkorchester unter der Leitung von Berndt Heller eingespielt. Eine DVD-Edition des Films ist bislang nur im Ausland erschienen. Es gibt spanische, englische, französische und US-amerikanische Veröffentlichungen.

Die zweite Restaurierung durch die Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung wurde nach vierjähriger Arbeit im Jahr 2010 abgeschlossen. Mit 750.000 Euro handelte es sich um das bislang umfangreichste und teuerste Restaurierungsprojekt der Stiftung. Dabei konnten erstmals Kameranegative sowie zahlreiche Kopien aus insgesamt 17 Ländern verwendet werden. Am 12. und 13. März 2010 wurde eine teilrestaurierte Version erstmals gezeigt. Das hr-Sinfonieorchester unter Leitung von Frank Strobel begleitete die Aufführung unter Verwendung der von Marco Jovic rekonstruierten und neu herausgegebenen Filmmusik nach dem Original von Gottfried Huppertz. Die vollständig restaurierte Neufassung Die Nibelungen (1924/2010) feierte am 27. April 2010 in der Deutschen Oper Berlin ihre Premiere. Die Restaurierung der Murnau-Stiftung unterscheidet sich von der Münchner Fassung durch die orangefarbene Viragierung, einzelne Einstellungen, wie der Tod Kriemhilds, konnten wieder eingefügt werden. Dank der zahlreichen Originalmaterialien ist die Bildqualität deutlich besser. Im Gegensatz zu Metropolis (1927/2010) setzte man nicht auf digitale Technik, sondern eine traditionelle fotochemische Restaurierung. Auch die Einfärbung erfolgte im Originalverfahren der Stummfilmzeit. Eine DVD-Veröffentlichung soll folgen. Beide Teile der zweiten Restaurierung wurden erstmals am 3. Oktober 2011 auf arte im Fernsehen gezeigt...

Wieso schreibt da jemand 10 Jahre?

Jedenfalls ein absoluter Klassiker und ein wertvolles Stück deutscher Filmgeschichte! KAUFTIPP!!!
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am 22. Dezember 2013
Bild:
Als „Die Nibelungen“ 1924 erstmals aufgeführt wurde, muss das Publikum wohl ähnlich gestaunt haben, wie heute bei einer Vorführung von „Der Hobbit“ und Co. Denn das, was das Regie-Genie Fritz Lang hier in knapp vier Stunden und zwei Teilen bot, war für die damalige Zeit ein filmisch-technisches Meisterwerk ohne Gleichen. Die Trickeffekte, die natürlich heutzutage nur noch ein Schmunzeln bei den meisten Zuschauern hervorrufen können, waren das absolute Non plus Ultra, die schauspielerischen Leistungen grandios, wenngleich natürlich mit ziemlich viel Pathos und auch das aufwendige Bühnenbild zeigte, dass Lang keine Kosten und Mühen scheute, um seinen Ideen Taten folgen zu lassen. Neben dem drei Jahre nach „Die Nibelungen“ erschienene „Metropolis“ sind „Die Nibelungen“ DAS Meisterwerk des Regisseurs schlechthin und bilden einen Meilenstein deutscher Filmkunst.

Dass auch 90 Jahre nach der Uraufführung der Film nichts von seinem Zauber verloren hat, liegt aber auch an der unglaublich tollen Restauration des Materials, welches aus unterschiedlichen Quellen und Ländern stammt. Wie beim 2011 veröffentlichten „Metropolis“, das nahezu vollständig auf Blu-ray vorliegt, haben sich auch hier die Verantwortlichen bei Universum Film und der Friedrich Wilhelm Murnau Stiftung extrem viel Mühe bei der Neuabtastung des Materials gegeben. Das Ergebnis kann sich sehen lassen! Noch nie erstrahlten die beiden Filmteile in derartiger Klarheit. Die schwarz-weiß und orangefarbenen (bis auf eine lavendelfarbene Szene) Nuancen kommen noch deutlicher zum Vorschein, als zuvor, das Bildflackern wurde auf ein mögliches Minimum reduziert, Filmkorn, Bildrauschen und Bildverschmutzungen so weit es ging eliminiert und insgesamt somit ein recht ruhiges, stabiles und klares Bild erzeugt. Auch die aufwendigen Lichteffekte kommen nun viel besser zur Geltung. Interessant zu erwähnen ist, dass man bei der Restaurierung des Films nicht – wie bei der Restaurierung von Metropolis – auf digitale Technik zurückgriff, sondern die klassische fotochemische Methode nutzte.

Ton:
Sprachen:
DTS-HD MA 5.1: Deutsch
DTS-HD MA 2.0: Deutsch

Bei „Die Nibelungen“ handelt es sich um einen reinen Stummfilm. Dieser wurde – wie damals üblich – orchestral begleitet. Das Besondere: Für die restaurierte Fassung wurde die Originalmusik von Gottfried Huppertz vom Sinfonieorchester des Hessischen Rundfunks unter der Leitung des Dirigenten Frank Strobel komplett neu eingespielt. Dies hört man dem Ton natürlich an. So beeindruckend klang „Die Nibelungen“ noch nie. (die ganze Review gibt es bei inn-joy.de)
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TOP 1000 REZENSENTam 22. Februar 2013
Wenn einem gleich einer der ersten Zwischentitel ein „Dem deutschen Volke zu eigen“ entgegendröhnt, möchte man natürlich am liebsten den Kopf einziehen. Die zumindest von Thea von Harbou beabsichtigte Aufrüstung des deutschen Volksgeistes legt dem Zuschauer zwar eine Deutung nahe, der er sich aber zum Glück nicht anschließen muss. Der Stoff selbst erweist sich als strapazierfähig und deutungsoffen, und mit ihm auch der zweiteilige Film.

Über den Inhalt der Filme muss man nicht viel sagen. Von allen Monumentalepen der Stummfilmzeit dürften „Die Nibelungen“ am besten gealtert sein. Das liegt teilweise daran, dass heute oftmals befremdliche Eigenheiten der frühen Stummfilmzeit (vor allem: expressives Spiel der Schauspieler und Statik der Einstellungen) hier als integrale Elemente eines Stils eingesetzt werden, der die mittelalterliche Vorstellungswelt erfahrbar machen soll. Das stets Überlebensgroße und Pathosgesättigte scheint die natürliche Atmosphäre der Götter- und Heldenwelt zu sein. Das passt einfach und wirkt niemals lächerlich, obschon der gesamte Film von einer entschlossenen Humorlosigkeit ist (bei "Metropolis" wird dies – anders als bei den "Nibelungen" – für eine unfreiwillige Komik sorgen).

Die Filme sind aufs Sorgfältigste restauriert. Die zeitgenössische Musik von Gottfried Huppertz ist neu arrangiert und der restaurierten Fassung angepasst worden. Alles ist ein Genuss.

Die Doppel-DVD wird für einen geradezu lächerlich günstigen Preis angeboten. Irgendwann wird es hoffentlich noch einmal so etwas wie eine Luxus-Edition mit Extras zum (film-)historischen Kontext und zur Restaurierung geben.
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am 18. September 2013
Die Nibelungen (1924) filmed at UFA (Read the book "The UFA Story"). Director Fritz Lang, the original story "Siegfried's Tod" I have seen it with German subtitles and other versions with English subtitles. Paul Richter (Siegfried) was in 45 other films, from 1921 to 1972.

Siegfried (Paul Richter) is the son of the King of Xnnetn (Sigmund). He forges his own sward so sharp that it cuts chicken feathers. He is told that near the Rhine at Worms the King of Burgundy (Gunter) and his sister, Kriemhild is at a castle. Siegfried, "On the hour I leave for Worms to win Kriemhild"..."Show me the way if you want to live!" He falls for the "I know a short-cut" routine. Die Nibelungen snickers when he is out of earshot; "Your way leads not to Worms, but to Death" Guess who lives in the heart of the forest? Yep it is Fafnir the Dragon. Poor Fafnir was minding his own business getting a drink when Siegfried gets that "What can I hack" look on his face. The dragon even wags his tail with the approach of Siegfried. I won't give you the blow by blow. I'll just say that smoking can kill you. Fafnir gets stuck for the drinks and dragon blood drinks allows you to understand the birds. A little birdie tells him that bathing in dragon blood will make him invulnerable. You guest it cover your eyes. Oops look real quick. "Dragon tail flicks linden leaf on Siggie's back." Can you say Achilles heel? Meanwhile back at the castle Volker von Alzey is already singing to Kriemhild of Siegfried' triumph over Fafnir. From here it goes on to deal with treasure, invisibility, and all the stuff that Teutonic mythology holds.
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am 15. Mai 2013
Wenn eine fast 90 Jahre alte Verfilmung des Nibelungen-Stoffes trotz einiger Nachfolger immer noch (zurecht) als die beste gilt, so spricht das nicht nur gegen die späteren Filmschaffenden, sondern vor allem für die Qualität von Fritz Langs Monumentalwerk. Von den schauspielerischen Leistungen über die Sets bis zur Kameraführung - besser kann man es nicht machen.
Das Drehbuch hält sich weitgehend an das mittelhochdeutsche Nibelungenlied, nur einige Stellen werden ausgespart (so wird etwa die unheilverkündende Reise der Burgunden/Nibelungen zur Etzelburg auf den Aufenthalt bei Rüdiger reduziert) oder aus der nordischen Sagentradition ergänzt (was insbesondere für Siegfrieds Jugendgeschichte gilt: Im Nibelungenlied wird z. B. der Drache nur in einem Vers erwähnt). Einige Widersprüche im Text (etwa Siegfrieds doppelte Jugend: Er wächst in Xanten auf, bis er nach Worms reist, um Kriemhild zu freien; in Worms wird berichtet, dass Siegfried den Drachen getötet und den Nibelungenhort errungen hätte) werden sinnvoll geglättet: Siegfried erringt sich das Königtum, indem er mehrere Könige im Kampf besiegt und sie so zu seinen Vasallen macht. Auch die tragischen Verwicklungen, die im Gemetzel enden, werden - wenn man wieder von Glättungen absieht - dem Text und dem mittelalterlichen Weltbild gemäß präsentiert: Dieses war von Standes- und Hierarchiedenken geprägt. Brunhild muss nach den Zeichen, die sie empfangen hat, annehmen, dass Siegfried ein Vasall Gunthers ist, genau diesen Eindruck hatten sie mit ihrem Schauspiel auch erwecken wollen. Daher ist es aus Brunhilds Sicht und mit dem hierarchisch geprägten Weltbild im Hintergrund nur folgerichtig, dass ihr der Primat vor Kriemhild gebührt. Siegfried wird letztlich Opfer seines eigenen Betrugs, den er für Gunther begangen hat. Und Gunther verstrickt sich in Verpflichtungen und die Notwendigkeit der Staatsraison - deshalb wird er an Siegfried schuldig. Hagen übernimmt als Machiavellist avant la lettre die Drecksarbeit und die gesamte Schuld, was ihm von Gunther durch ihre Treue vergolten wird. Brunhild ist Opfer der Betrügereien Siegfrieds und Gunthers, aber auch ihres eigenen Stolzes. Kriemhild schließlich wird von einem naiven jungen Mädchen zur kaltblütigen Massenmörderin. Niemand trägt die alleinige Schuld, doch schuldlos ist keiner.
Die visuellen Gestaltungen der Figuren und Orte sind zu ikonographischen Motiven geworden: Siegfried als blonder Held, der körperlich allen anderen überlegen ist und dies auch offen zeigt; Hagen als sein finsterer Gegenpart, immer dunkel gekleidet und einäugig (ein aus der Walthersage übernommenes Motiv) und mit einem riesigen Flügelhelm ausgestattet; Gunther als schwacher Herrscher, der mehr will, als er bewältigen kann (Brunhild) und daran zugrunde geht; Etzel, im Nibelungenlied der Inbegriff des höfischen Königs, in der nordischen Sagentradition blutrünstig und grausam, wird in diesem Film zu einer Mischung aus beidem: Er ist wild und ungesittet, stellt aber die Gastfreundschaft über alles und liebt seinen Sohn abgöttisch - beides wird ihm zum Verhängnis; Kriemhild, die an Siegfrieds Leiche kniend anklagend auf den Mörder Hagen zeigt und später mit versteinertem Gesicht vor der brennenden Etzelburg steht - man muss den Film nicht kennen, um diese Bilder zu kennen, die oft kopiert und doch nie erreicht wurden.
Die Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung hat dieses Meisterwerk der Filmgeschichte aufwändig restauriert, die Originalmusik neu einspielen lassen, fehlende Zwischentitel sowie Lücken im Filmmaterial rekonstruiert und die damalige Kolorierungstechnik eingesetzt, so dass die DVD dem Film relativ nahe kommt, den auch die Zuschauer im Jahre 1924 sehen konnten. Dafür vielen Dank an die Stiftung und ihre Mitarbeiter.
Zum Abschluss seien noch ein paar Worte über die Ideologie verloren, die in diesem Film transportiert wird. Am Anfang der beiden Teile wird jeweils der Widmung "Dem deutschen Volke zugeeignet" eingespielt. Damit wird der Anschluss an die Nationalisierung der Nibelungensage hergestellt, die im 18. Jahrhundert nach der Wiederentdeckung des Nibelungenliedes einsetzte (etwa durch Bodmers Rede von der "deutschen Ilias") und die ihren Höhepunkt in der Rezeption der künstlerisch bedeutsamsten Umsetzung des Stoffes in der Neuzeit, in Richard Wagners "Der Ring des Nibelungen" (wohlgemerkt: gegen Wagners Intentionen!) fand. Doch Fritz Lang lieferte keineswegs einen vorzeitigen Propagandafilm für die Nationalsozialisten ("Die Nibelungen" soll Hitlers Lieblingsfilm gewesen sein; man kann sich seine Fans aber nicht aussuchen), denn die im Film als besonders deutsch propagierte Tugend, die Treue, führt alle Beteiligten in den Untergang und wird damit massiv in Frage gestellt - eine Implikation, die den Nazis überhaupt nicht genehm sein konnte.
"Die Nibelungen" ist ein frühes Meisterwerk der Filmgeschichte, das in keiner Filmothek eines Cineasten oder Filmliebhabers, noch dazu eines, der sich für mittelalterliche Sagentraditionen interessiert, fehlen sollte.
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