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Kundenrezensionen

21
4,7 von 5 Sternen
Die Nibelungen [Blu-ray]
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60 von 64 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 26. Juni 2012
Lange hat es gedauert: Vor rund 90 Jahren war die Uraufführung der "Nibelungen" von Fritz Lang. Vor etwa 20 Jahren wurde der Film erstmals durch das Filmmuseum München restauriert; danach gab es die einzige, längst vergriffene VHS-Ausgabe in Deutschland. Seit fast 10 Jahren sind englische und spanische DVD-Ausgaben auf dem Markt, welche der Stummfilmliebhaber aus obskuren Online-Shops oder als überteuerte Importware beziehen musste. Vor zwei Jahren schon fand die Premiere der zweiten restaurierten Fassung in Berlin statt. Und nun feiert dieses absolute Meisterwerk des deutschen Stummfilms der 1920er Jahre endlich, endlich, endlich DVD-Premiere in Deutschland. Still und leise und bescheiden in der SZ-Edition, aber zu einem hervorragenden Preis-Leistungsverhältnis.

Einige Worte zur DVD selbst, insbesondere im Unterschied zu den bisherigen DVD-Importversionen (siehe "Los Nibelungos") die auf der alten, vom Filmmuseum München restaurierten Version basieren: Man bekommt den Film hier auf zwei DVDs, ohne Extras, ohne Bonusmaterial, dafür in einer wirklich guten Qualität. Insgesamt gibt es hier ein ruhigeres, klareres Bild mit viel weniger Laufschrammen und Unschärfen. Die neue (alte) Viragierung des Films mag authentisch sein, ich finde sie zumindest gewöhnungsbedürftig, aber ich habe wohl die alte schwarz-weiße DVD-Version zu oft gesehen. Die Tonqualität mit der Originalmusik von Huppertz (eingespielt vom HR-Symphionieorchester) ist absolut hervorragend. Was mich etwas irritiert hat ist die unterschiedliche Lauflänge im Vergleich zu "Los Nibelungos". In dieser SZ-Edition ist der erste Teil 5 Minuten länger, der zweite aber ganze 22 Minuten kürzer. Bei einem Direktvergleich hat sich dann gezeigt: Die neue Restaurierung verwendet teils ganz andere Negative, die offensichtlich mit einer anderen Kamera aus einer anderen Perspektive gedreht wurden (meist besser, mehr Nahaufnahmen, also wohl das UFA-typische Verfahren mit mindestens zwei Kameras, um ein Exportnegativ zu bekommen). Diese Sequenzen unterscheiden sich hüben wie drüben um wenige Sekunden auch in der Länge. Neu dabei ist das wiederentdeckte und ergänzte (nur wenige Sekunden lange) eigentliche Ende des zweiten Teils (Kriemhilds Rache), welches Kriemhilds Tod zeigt.

Insgesamt würde ich sagen: Wer eine Importversion wie "Los Nibelungos" besitzt und liebt, wird mit dieser Ausgabe nur einen geringen Mehrwert bekommen. Denn viel stärker als das Bild sind die Bilder dieses Films, die Geschichte. Die Stärke dieser Ausgabe ist der neu eingespielte Original-Soundtrack. Aber der wahre Fritz-Lang-Fan wird wohl trotzdem zugreifen, keine Frage, erst recht bei diesem Schnäppchenpreis. Bleibt nur die eine Frage: Warum kommt dieser Film erst jetzt als DVD in Deutschland auf den Markt, während er in andern Ländern seit fast 10 Jahren in der erstrestaurierten Fassung erhältlich ist? Darauf ist mir die Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung als Rechteinhaberin bis heute eine Antwort schuldig geblieben.
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50 von 54 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 4. Januar 2014
Der Film ist ohne jeden Zweifel einer der wichtigsten deutschen Filmklassiker. Die vierjährigen Restaurierungsarbeiten waren mit Kosten in Höhe von 750.000 € die teuersten in der Geschichte der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung. Was man dort geleistet hat kann sich sehen lassen. Die vorliegende Fassung ist von der Vollständigkeit und der Bildqualität her allen anderen zuvor erschienenen deutlich überlegen.

Wieso also nur 3 Sterne?
Weil man fast 6 Stunden Filmmaterial (281 min. für den Hauptfilm plus 70 min. Doku) auf EINE Blu-ray Disc presst. Da "Die Nibelungen" als Zweiteiler konzipiert wurde, drängt sich eine Zwei-Disc-Fassung förmlich auf. So ist der Film auch in Großbritannien und den USA erschienen, auf ZWEI Discs aufgeteilt und dazu noch ein Jahr früher!
Die GB-Fassung von Eureka glänzt zudem mit einem tollen Cover und einem 56-seitigen Booklet.
Dass die deutsche Fassung keinerlei Mehrwert bietet (bei Metropolis waren zumindest mehr Extras dabei), sondern im Gegenteil, eine deutlich geringere Datenrate, ist traurig und absolut unverständlich.
Ohne direkten Vergleich fällt dem Durchschnittsgucker wahrscheinlich nichts Negatives auf, in der direkten Gegenüberstellung sieht man aber, wie bei der deutschen Blu-ray Details und Schärfe verloren gehen. Es fehlt einfach der "letzte Knack" in der Durchzeichnung.
"1-Disc-Sparversion" und "Prestigeprojekt" passen für mich überhaupt nicht zusammen. Da muss man sich nicht wundern, wenn auch deutsche Filmfans zu ausländischen Veröffentlichungen greifen und erst gar nicht mehr warten, bis die Murnau-Stiftung und Universal endlich mit monatelanger Verspätung in die Gänge kommen.

Die Doppel-Disc aus GB hat die originalen deutschen Zwischentitel, optionale Untertitel und die sehenswerte Dokumentation "Das Erbe der Nibelungen" liegt dort ebenfalls im deutschen Originalton vor. Wer verstärkt Wert auf die Bildqualität legt, kann also dort unbesorgt zugreifen.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
TOP 500 REZENSENTam 20. Februar 2014
So langsam wird auch in Deutschland die eigene Filmgeschichte aufgearbeitet und Klassiker in angemessener Form auf DVD und Blu-ray veröffentlicht. Zu danken ist hierfür nicht nur den diversen Film-Museen und der Murnau-Stiftung sondern auch dem TV-Senders arte. Dort lief aktuell gerade eine restaurierte Fassung von Robert Wienes Stummfilm-Klassiker “Das Kabinett des Dr. Caligari“ (1924) und dort wurde 2011 erstmals eine sorgsam restaurierte viereinhalbstündige Fassung von Fritz Langs Zweiteiler “Die Nibelungen“ gezeigt, die zwei Jahre später endlich auch auf Blu-ray veröffentlicht wurde.

Sehr kompliziert bei der Rekonstruktion des Filmes gestaltete sich die Suche nach verschollen geglaubten Filmszenen in internationalen Archiven sowie die Auswahl der optimalen Szenen, da die einzelnen Sequenzen seinerzeitgleichzeitig mit mehreren Kameras sowie in unterschiedlichen Versionen aufgenommen wurden. Sehr erfreulich ist auch, dass die Partituren von Gottfried Huppertz’ Filmmusik gefunden wurden und der Soundtrack vom Frankfurt Radio Symphony Orchester neu eingespielt wurde. Wer mehr dazu wissen möchte, dem sei die auf dieser Blu-ray enthaltene 68-minütige Dokumentation “Das Erbe der Nibelungen“ empfohlen, die ebenfalls 2011 auf arte ausgestrahlt wurde. Hier ist auch zu erfahren, wie mit Fritz Langs “Die Nibelungen“ im Dritten Reich, in der BRD und in der DDR umgegangen wurde. Weitere Infos sind außerden noch im 12-seitigen Booklet zu finden.

Zeitgleich mit dem Stummfilm-Klassiker erschien bei Universum Film auch noch eine Blu-ray mit dem “Die Nibelungen“-Zweiteiler, der 1966 und 1967 unter den Titeln "Siegfried von Xanten" und “Kriemhilds Rache“ in die Kinos kam. Ursprünglich war hier ebenfalls Fritz Lang für die Regie vorgesehen, die dann jedoch beim "Winnetou"-Regisseurs Harald Reinl landete.
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14 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 3. November 2012
Man kann von Fritz Lang halten was man möchte, aber seine Version der Nibelungen ist UNSCHLAGBAR (Shame on you, Benno Fürmann xD - Wie kann man es nur wagen so einen grottigen Abklatsch zu inszenieren?). Mit einer bombastischen Länge von etwas mehr als 4 1/2 Stunden erzählt uns Lang die Geschichte um Verrat, Intrige, Liebe, Magie und Macht, die so alt wie die Menschheit selbst zu sein scheint. Für die damalige Zeit wunderbare Effekte, gegen die so manche Hollywood-Produktionen einknicken, was die Wirkung angeht (und in den 20ern gab es keine digitalen Wischi-Waschi-Effekte, sondern: Eine Kamera!)und gerade die Kameraarbeit ist herrlich! Hut ab dafür
Für alle Cineasten und die, die es noch werden wollen nur zu empfehlen!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Fritz Langs Film "Die Nibelungen" entstand in den Jahren 1923 und 1924. Der Film gilt als eine der aufwendigsten Monumentalverfilmungen der Weimarer Dekade und besticht vor allem durch seine stilistische Geschlossenheit, durch sehr innovative Tricktechniken und effektivster Lichtgebung. Der opulente Film besteht aus den beiden Teilen "Siegfried" (144 Minuten) und "Krimhilds Rache" (125 Minuten). Das Drehbuch wurde von Langs damaliger Ehefrau Thea von Harbou verfasst, die neben Leni Riefenstahl sicherlich die bedeutendste Filmemacherin des frühen deutschen Films war. Harbou wählte bewusst die nordische Sage gegenüber der populären Wagneroper.

Obwohl die Macher mit "Die Nibelungen" ein erfolgreiches Export- und Prestigeobjekt "deutscher Kultur" im Sinne hatten, tat ihnen Lang nicht den Gefallen ein offensichtlich nationalistisches Heldendenkmal zu schaffen, sondern sein Film ist ein durchweg düsteres Fresko mit einem sich schicksalhaft vollziehenden Untergang und Verfall. Nicht Liebe und Treue sind die Triebfedern der Figuren, sondern sie werden von Hass und Rache getrieben. In den europäischen Metropolen lief der erste Teil wochenlang vor ausverkauften Häusern, die Kritiken waren geradezu euphorisch. Der zweite Teil hatte es da etwas schwerer. Er ist auch stärker von einer destruktiven Energie getragen.

Beide Teile sind in jeweils sieben Gesänge unterteilt. Im ersten Teil, der etwas märchenhafter ist hat der blonde und starke Recke Siegfried (Paul Richter) das Schmiedehandwerk erlernt und wird von seinem Meister Mime (Georg John) auf die Reise des Lebens geschickt, da der Schüler den Lehrer überflügelt hat und dieser ihm nun nichts mehr lernen kann. Siegfried hört von einem Knecht, der die Schönheit von Kriemhild (Margarete Schön), Schwester des Burgunderkönigs Gunther (Theodor Loos) beschreibt. Er entschließt sich spontan nach Worms zu ziehen und die schönen Frau für sich zu gewinnen. Sein Meister Mime lockt ihn aber absichtlich in die Richtung, wo ein riesiger Lindwurm sein Unwesen treibt. Unterwegs erschlägt er diesen gefährlichen, großen Drachen an einem Fluß und badet anschließend in seinem Blut, woraufhin er unverwundbar wird. Nur eine Stelle an seinem Rücken bleibt ungeschützt, da es von einem Lindenblatt bedeckt wird. Es folgt Siegfrieds Begegnung mit dem heimtückischen Zwergenkönig Alberich (ebenfalls Georg John), der ihn zunächst mit seiner Tarnkappe auf dem Kopf angreift. Doch Siegfried kann ihn besiegen. Als Preis für Alberichs Leben bekommt der Drachentöter von ihm die Tarnkappe und den Nibelungenhort sowie das unbesiegbare Schwert Balmung geschenkt. Nun versucht der Zwergenkönig ein zweites Mal, Siegfried zu überlisten. Der blonde Held tötet Alberich, woraufhin alle übrigen Zwerge versteinern. In Worms wird er von den König Gunther, seinen Brüdern Gernot (Hans Karl Müller) und Giselher (Erwin Biswanger) freundlich aufgenommen, obwohl Hagen von Tronje ((Hans Adalbert Schlettow), der dunkle Ritter und rechte Hand des Königs eher die Empfehlung gab, den Besucher gar nicht zu empfangen. Das Herz von Kriemhild erobert er im Sturm, aber um sie heiraten zu können, muss Siegfried Gunter zuerst noch bei dessen Vorhaben helfen, die starke und unnahbare Brunhild (Hanna Ralph), Königin von Island zu gewinnen.

Diese gitl als unbesiegbar und es kann nur der ihr Gemahl werden, der sie in den drei Disziplinen Steinwerfen, im Weitsprung und im Speerwerfen besiegen kann. Dem Verlierer winkt der Tod. Bisher war noch keiner siegreich und auch Gunther wäre verloren, wenn da nicht Siegfried wäre, der unsichtbar unter der Tarnkappe den Sieg für Gunther davonträgt. Brunhilde kann ihre Niederlage nicht fassen. Es folgt die Blutbrüderschaft von Siegfried und Gunther, die Doppelhochzeit in Worms und ein weiteres Eingreifen von Siegfried in Tarnkappe, da er Brunhild in der Hochzeitsnacht für seinen Freund Gunther bändigen muss. Bald bahnt sich aber Verrat an, den das Geheimnis wird gelüftet. Siegfried stirbt durch eine List und durch Hagens Speer tödlich getroffen. Kriemhild löst sich von ihren Brüdern und schwört den Mördern ihres Mannes bitterliche Rache. Doch erst nach Jahren des Wartens - und als Ehefrau des Hunnenkönigs Etzel (Rudolf Klein-Rogge) ist es ihr möglich die Täter zur Rechenschaft zu ziehen...

Mit den 'Nibelungen' komponierte auch der vielseitig begabte Gottfried Huppertz seine erste Filmmusik. Mit fünf Stunden Musik für sinfonisches Orchester hatte er eine große Herausforderung zu meistern. Zunächst hatte er gezögert, den Auftrag anzunehmen. Er fürchtete, dass seine Musik nie unabhängig von Richard Wagner wahrgenommen würde. Huppertz gelang aber ein wuchtiger Sound, der die Geschichte suggestiv vergrößert. Mit über vier Jahren war die Arbeit an den 'Nibelungen' das bislang umfangreichste Restaurierungsprojekt der Murnau-Stiftung. Dafür wurden von Montevideo bis Moskau Filmmaterialien zusammengetragen. Erst mit dieser Restaurierung wurde es möglich, das Meisterwerk in Licht und Schatten in einer fotografischen Qualität zu zeigen, die die ästhetischen und visuellen Leistungen des Films wieder nahe bringt.

Die in schwarz-weiß hergestellten Kopien wurden in einem Farbbad gefärbt, wodurch alle transparenten Teile farbig erscheinen. Die erhaltenen Verleihkopien sind in einem orangen Farbton gefärbt. Nur Kriemhilds Falkentraum, eine Animation, für die Walther Ruttmann beauftragt wurde, ist die Färbung heller und anders. Der in Scherenschnitt-Technik inszenierte Traum ist eine ästhetische Besonderheit des Films. Anhand von zwei schwarzen Adlern, die einen weißen Falken attackieren, wird Kriemhilds Vision von Siegfrieds Tod dargestellt.

Der Film ist ein großes Epos, das zu Zeiten des Dritten Reiches von den Nazionalsozialisten für deren Zwecke vereinahmt wurde. Geblieben ist ein Film, der wohl in der stärksten Phase des deutschen Films entstanden ist und der nur wenige Jahre vor seinem 100. Geburtstag so gut wie nie zuvor aussah. Lang gelang es durch diese riesigen Bauten, die die Leinwand beherrschen, die Menschen seiner Geschichte - obwohl alle überlebensgroß mit Legendenbildung - als Verlorene darzustellen, die einem unerbittlichen Schicksal ausgeliefert sind, von einer Macht angeordnet, die viel größer ist als der Mensch. Die beiden Teile unterscheiden sich vom Stil her sogar erheblich voneinander. Während der erste statisch und monumental erscheint mit vielen schönen Bildern, ist Teil 2 um ein vielfaches chaotischer, aber auch dynamischer. 1966 wagte Artur Brauner ein Remake des Stoffes, das von Harald Reinl verfilmt wurde. Auch diese volsnahe Version - beinahe schon in enger Verwandtschaft mit den Karl May Filmerfolgen der 60er und mit Hammerwerfer Uwe Beyer in der Hauptrolle des Siegfrieds wurde im Kino ein großer Erfolg. Er kann sich aber qualitativ mit dem großen Fritz Lang Meisterwerk nicht messen.
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8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 5. Oktober 2012
Erst einmal bedanke ich mich bei Amazon für den ERSTKLASSIGEN Vorbestellservice bei dieser DVD. Heute kam der Film an. SPITZENKLASSE!
Absolut sehenswert. Diese Fassung wurde laut Wikipedia doch erst 2010 fertiggestellt???

[...]

...Am 29. Mai 1933 gelangte eine gekürzte Tonfilmfassung des 1. Teils unter dem Titel Siegfrieds Tod zur Aufführung. Diese wurde von Franz B. Biermann bearbeitet und Theodor Loos fungierte als Sprecher.

Die erste Restaurierung (beide Teile) durch das Filmmuseum München wurde in den 1980er Jahren fertig gestellt. Die Originalmusik von Gottfried Huppertz wurde aus diesem Anlass vom Münchner Rundfunkorchester unter der Leitung von Berndt Heller eingespielt. Eine DVD-Edition des Films ist bislang nur im Ausland erschienen. Es gibt spanische, englische, französische und US-amerikanische Veröffentlichungen.

Die zweite Restaurierung durch die Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung wurde nach vierjähriger Arbeit im Jahr 2010 abgeschlossen. Mit 750.000 Euro handelte es sich um das bislang umfangreichste und teuerste Restaurierungsprojekt der Stiftung. Dabei konnten erstmals Kameranegative sowie zahlreiche Kopien aus insgesamt 17 Ländern verwendet werden. Am 12. und 13. März 2010 wurde eine teilrestaurierte Version erstmals gezeigt. Das hr-Sinfonieorchester unter Leitung von Frank Strobel begleitete die Aufführung unter Verwendung der von Marco Jovic rekonstruierten und neu herausgegebenen Filmmusik nach dem Original von Gottfried Huppertz. Die vollständig restaurierte Neufassung Die Nibelungen (1924/2010) feierte am 27. April 2010 in der Deutschen Oper Berlin ihre Premiere. Die Restaurierung der Murnau-Stiftung unterscheidet sich von der Münchner Fassung durch die orangefarbene Viragierung, einzelne Einstellungen, wie der Tod Kriemhilds, konnten wieder eingefügt werden. Dank der zahlreichen Originalmaterialien ist die Bildqualität deutlich besser. Im Gegensatz zu Metropolis (1927/2010) setzte man nicht auf digitale Technik, sondern eine traditionelle fotochemische Restaurierung. Auch die Einfärbung erfolgte im Originalverfahren der Stummfilmzeit. Eine DVD-Veröffentlichung soll folgen. Beide Teile der zweiten Restaurierung wurden erstmals am 3. Oktober 2011 auf arte im Fernsehen gezeigt...

Wieso schreibt da jemand 10 Jahre?

Jedenfalls ein absoluter Klassiker und ein wertvolles Stück deutscher Filmgeschichte! KAUFTIPP!!!
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7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 22. Dezember 2013
Bild:
Als „Die Nibelungen“ 1924 erstmals aufgeführt wurde, muss das Publikum wohl ähnlich gestaunt haben, wie heute bei einer Vorführung von „Der Hobbit“ und Co. Denn das, was das Regie-Genie Fritz Lang hier in knapp vier Stunden und zwei Teilen bot, war für die damalige Zeit ein filmisch-technisches Meisterwerk ohne Gleichen. Die Trickeffekte, die natürlich heutzutage nur noch ein Schmunzeln bei den meisten Zuschauern hervorrufen können, waren das absolute Non plus Ultra, die schauspielerischen Leistungen grandios, wenngleich natürlich mit ziemlich viel Pathos und auch das aufwendige Bühnenbild zeigte, dass Lang keine Kosten und Mühen scheute, um seinen Ideen Taten folgen zu lassen. Neben dem drei Jahre nach „Die Nibelungen“ erschienene „Metropolis“ sind „Die Nibelungen“ DAS Meisterwerk des Regisseurs schlechthin und bilden einen Meilenstein deutscher Filmkunst.

Dass auch 90 Jahre nach der Uraufführung der Film nichts von seinem Zauber verloren hat, liegt aber auch an der unglaublich tollen Restauration des Materials, welches aus unterschiedlichen Quellen und Ländern stammt. Wie beim 2011 veröffentlichten „Metropolis“, das nahezu vollständig auf Blu-ray vorliegt, haben sich auch hier die Verantwortlichen bei Universum Film und der Friedrich Wilhelm Murnau Stiftung extrem viel Mühe bei der Neuabtastung des Materials gegeben. Das Ergebnis kann sich sehen lassen! Noch nie erstrahlten die beiden Filmteile in derartiger Klarheit. Die schwarz-weiß und orangefarbenen (bis auf eine lavendelfarbene Szene) Nuancen kommen noch deutlicher zum Vorschein, als zuvor, das Bildflackern wurde auf ein mögliches Minimum reduziert, Filmkorn, Bildrauschen und Bildverschmutzungen so weit es ging eliminiert und insgesamt somit ein recht ruhiges, stabiles und klares Bild erzeugt. Auch die aufwendigen Lichteffekte kommen nun viel besser zur Geltung. Interessant zu erwähnen ist, dass man bei der Restaurierung des Films nicht – wie bei der Restaurierung von Metropolis – auf digitale Technik zurückgriff, sondern die klassische fotochemische Methode nutzte.

Ton:
Sprachen:
DTS-HD MA 5.1: Deutsch
DTS-HD MA 2.0: Deutsch

Bei „Die Nibelungen“ handelt es sich um einen reinen Stummfilm. Dieser wurde – wie damals üblich – orchestral begleitet. Das Besondere: Für die restaurierte Fassung wurde die Originalmusik von Gottfried Huppertz vom Sinfonieorchester des Hessischen Rundfunks unter der Leitung des Dirigenten Frank Strobel komplett neu eingespielt. Dies hört man dem Ton natürlich an. So beeindruckend klang „Die Nibelungen“ noch nie. (die ganze Review gibt es bei inn-joy.de)
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9 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
TOP 1000 REZENSENTam 22. Februar 2013
Wenn einem gleich einer der ersten Zwischentitel ein „Dem deutschen Volke zu eigen“ entgegendröhnt, möchte man natürlich am liebsten den Kopf einziehen. Die zumindest von Thea von Harbou beabsichtigte Aufrüstung des deutschen Volksgeistes legt dem Zuschauer zwar eine Deutung nahe, der er sich aber zum Glück nicht anschließen muss. Der Stoff selbst erweist sich als strapazierfähig und deutungsoffen, und mit ihm auch der zweiteilige Film.

Über den Inhalt der Filme muss man nicht viel sagen. Von allen Monumentalepen der Stummfilmzeit dürften „Die Nibelungen“ am besten gealtert sein. Das liegt teilweise daran, dass heute oftmals befremdliche Eigenheiten der frühen Stummfilmzeit (vor allem: expressives Spiel der Schauspieler und Statik der Einstellungen) hier als integrale Elemente eines Stils eingesetzt werden, der die mittelalterliche Vorstellungswelt erfahrbar machen soll. Das stets Überlebensgroße und Pathosgesättigte scheint die natürliche Atmosphäre der Götter- und Heldenwelt zu sein. Das passt einfach und wirkt niemals lächerlich, obschon der gesamte Film von einer entschlossenen Humorlosigkeit ist (bei "Metropolis" wird dies – anders als bei den "Nibelungen" – für eine unfreiwillige Komik sorgen).

Die Filme sind aufs Sorgfältigste restauriert. Die zeitgenössische Musik von Gottfried Huppertz ist neu arrangiert und der restaurierten Fassung angepasst worden. Alles ist ein Genuss.

Die Doppel-DVD wird für einen geradezu lächerlich günstigen Preis angeboten. Irgendwann wird es hoffentlich noch einmal so etwas wie eine Luxus-Edition mit Extras zum (film-)historischen Kontext und zur Restaurierung geben.
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9 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Wenn eine fast 90 Jahre alte Verfilmung des Nibelungen-Stoffes trotz einiger Nachfolger immer noch (zurecht) als die beste gilt, so spricht das nicht nur gegen die späteren Filmschaffenden, sondern vor allem für die Qualität von Fritz Langs Monumentalwerk. Von den schauspielerischen Leistungen über die Sets bis zur Kameraführung - besser kann man es nicht machen.
Das Drehbuch hält sich weitgehend an das mittelhochdeutsche Nibelungenlied, nur einige Stellen werden ausgespart (so wird etwa die unheilverkündende Reise der Burgunden/Nibelungen zur Etzelburg auf den Aufenthalt bei Rüdiger reduziert) oder aus der nordischen Sagentradition ergänzt (was insbesondere für Siegfrieds Jugendgeschichte gilt: Im Nibelungenlied wird z. B. der Drache nur in einem Vers erwähnt). Einige Widersprüche im Text (etwa Siegfrieds doppelte Jugend: Er wächst in Xanten auf, bis er nach Worms reist, um Kriemhild zu freien; in Worms wird berichtet, dass Siegfried den Drachen getötet und den Nibelungenhort errungen hätte) werden sinnvoll geglättet: Siegfried erringt sich das Königtum, indem er mehrere Könige im Kampf besiegt und sie so zu seinen Vasallen macht. Auch die tragischen Verwicklungen, die im Gemetzel enden, werden - wenn man wieder von Glättungen absieht - dem Text und dem mittelalterlichen Weltbild gemäß präsentiert: Dieses war von Standes- und Hierarchiedenken geprägt. Brunhild muss nach den Zeichen, die sie empfangen hat, annehmen, dass Siegfried ein Vasall Gunthers ist, genau diesen Eindruck hatten sie mit ihrem Schauspiel auch erwecken wollen. Daher ist es aus Brunhilds Sicht und mit dem hierarchisch geprägten Weltbild im Hintergrund nur folgerichtig, dass ihr der Primat vor Kriemhild gebührt. Siegfried wird letztlich Opfer seines eigenen Betrugs, den er für Gunther begangen hat. Und Gunther verstrickt sich in Verpflichtungen und die Notwendigkeit der Staatsraison - deshalb wird er an Siegfried schuldig. Hagen übernimmt als Machiavellist avant la lettre die Drecksarbeit und die gesamte Schuld, was ihm von Gunther durch ihre Treue vergolten wird. Brunhild ist Opfer der Betrügereien Siegfrieds und Gunthers, aber auch ihres eigenen Stolzes. Kriemhild schließlich wird von einem naiven jungen Mädchen zur kaltblütigen Massenmörderin. Niemand trägt die alleinige Schuld, doch schuldlos ist keiner.
Die visuellen Gestaltungen der Figuren und Orte sind zu ikonographischen Motiven geworden: Siegfried als blonder Held, der körperlich allen anderen überlegen ist und dies auch offen zeigt; Hagen als sein finsterer Gegenpart, immer dunkel gekleidet und einäugig (ein aus der Walthersage übernommenes Motiv) und mit einem riesigen Flügelhelm ausgestattet; Gunther als schwacher Herrscher, der mehr will, als er bewältigen kann (Brunhild) und daran zugrunde geht; Etzel, im Nibelungenlied der Inbegriff des höfischen Königs, in der nordischen Sagentradition blutrünstig und grausam, wird in diesem Film zu einer Mischung aus beidem: Er ist wild und ungesittet, stellt aber die Gastfreundschaft über alles und liebt seinen Sohn abgöttisch - beides wird ihm zum Verhängnis; Kriemhild, die an Siegfrieds Leiche kniend anklagend auf den Mörder Hagen zeigt und später mit versteinertem Gesicht vor der brennenden Etzelburg steht - man muss den Film nicht kennen, um diese Bilder zu kennen, die oft kopiert und doch nie erreicht wurden.
Die Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung hat dieses Meisterwerk der Filmgeschichte aufwändig restauriert, die Originalmusik neu einspielen lassen, fehlende Zwischentitel sowie Lücken im Filmmaterial rekonstruiert und die damalige Kolorierungstechnik eingesetzt, so dass die DVD dem Film relativ nahe kommt, den auch die Zuschauer im Jahre 1924 sehen konnten. Dafür vielen Dank an die Stiftung und ihre Mitarbeiter.
Zum Abschluss seien noch ein paar Worte über die Ideologie verloren, die in diesem Film transportiert wird. Am Anfang der beiden Teile wird jeweils der Widmung "Dem deutschen Volke zugeeignet" eingespielt. Damit wird der Anschluss an die Nationalisierung der Nibelungensage hergestellt, die im 18. Jahrhundert nach der Wiederentdeckung des Nibelungenliedes einsetzte (etwa durch Bodmers Rede von der "deutschen Ilias") und die ihren Höhepunkt in der Rezeption der künstlerisch bedeutsamsten Umsetzung des Stoffes in der Neuzeit, in Richard Wagners "Der Ring des Nibelungen" (wohlgemerkt: gegen Wagners Intentionen!) fand. Doch Fritz Lang lieferte keineswegs einen vorzeitigen Propagandafilm für die Nationalsozialisten ("Die Nibelungen" soll Hitlers Lieblingsfilm gewesen sein; man kann sich seine Fans aber nicht aussuchen), denn die im Film als besonders deutsch propagierte Tugend, die Treue, führt alle Beteiligten in den Untergang und wird damit massiv in Frage gestellt - eine Implikation, die den Nazis überhaupt nicht genehm sein konnte.
"Die Nibelungen" ist ein frühes Meisterwerk der Filmgeschichte, das in keiner Filmothek eines Cineasten oder Filmliebhabers, noch dazu eines, der sich für mittelalterliche Sagentraditionen interessiert, fehlen sollte.
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18 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 9. April 2013
Liebe Freunde, heute rezensiere ich für Euch einen echt krassen Film!
Er heißt "Die Nibelungen", und vorweg: Sowas hab ich echt noch nie gesehen. Der Film ist sowas von komisch und sonderbar, daß ich gar nicht weiß, wo ich beginnen soll.
Zunächst mal, der Schinken ist so an die 90 Jahre alt und stammt aus einem fremden Land. Aber das kann ja nicht der einzige Grund dafür sein, daß das Ding sämtlichen Sehgewohnheiten, die man so hat, total widerspricht. Der Film besteht aus zwei Teilen von jeweils über zwei Stunden Spielzeit. Der erste heißt "Siegfried", der zweite "Krimhilde". Ich werde jetzt hier nur den ersten Teil besprechen, da ich den zweiten noch nicht geguckt habe. Ich muß erstmal den ersten verdauen, und da ich also nicht weiß, wie es weitergeht, kann ich auch das Ende nicht spoilern. Auf den Inhalt von Teil 1 werde ich aber eingehen, weil das Drehbuch so abgefahren ist.

Wie der Titel schon sagt, geht es um Siegfried. Das soll, wie immer wieder betont wird, ein Königssohn sein. Aber er lebt halbnackt in den Wäldern bei irgendwelchen behaarten Hutzeln. Er ist einigermaßen stark und ebenso arrogant. Zudem ist er komplett hohl in der Birne und ein echter Raufbold und Schwertfetischist (Phallus-Ersatz, alles klar!?).
Dieser Typ zieht nun erstmal mordend und plündernd durch die Lande. An einer Quelle trifft er ein friedlich trinkendes exotisches Reptil, das er wild niedermetzelt; den Zwergen klaut er ihren Goldschatz. Dieser ganze Anfang des Films ist wirklich gute Fantasy-Action, leider fällt der Film diesbezüglich zur Mitte hin etwas ab. Ich hatte den Eindruck, daß man da irgendwie die Kurve von einem Fantasy-Märchen hin zu einer Shakespeare-Tragödie kriegen wollte. Jedenfalls hat der Film in der Mitte einige Längen, bevor es zum finalen Showdown kommt.

Dieser Siegfried also landet letztlich in einem fremden Königreich namens Wurms. Dort leben nicht etwa die Wurmser (das klänge dann doch etwas zu komisch), sondern die Burgunder. Ob man sich da von dem leckeren französischen Wein hat inspirieren lassen, kann ich nicht sagen, besonders französisch kamen mir die Leute da jedenfalls nicht vor. Der König dort ist Günther und ein erbärmlicher Waschlappen. Er hat aber auch nichts drauf, ein kompletter Versager: Auch hier greift wieder die Phallus-Symbolik. Während zum Beispiel sein Vasall Hagen (zu dem komme ich später) mit einem Mordsteil neben ihm steht, trägt Günther ein kurzes Stummelschwert. Ich hab mich echt schlapp gelacht.
Dieser Günther nun hat eine Schwester, das ist die Krimhilde. Und die will der Siegfried heiraten, obwohl er sie überhaupt nicht kennt. Er hat nur von ihrer umwerfenden Schönheit gehört, und tatsächlich verhalten sich im ganzen Film alle so, als ob diese Krimhilde die wiederauferstandene Venus höchstselbst sei. Dabei ist sie häßlich wie die Nacht! Das ist auch eines der großen Rätsel, die mir der Film aufgab: Wieso besetzt man eine Prinzessin, die wunderschön sein soll, mit so einer unattraktiven Schauspielerin? Will man damit sämtliche Männer im Film als Deppen entlarven? Ich könnte diesbezüglich noch viel spekulieren, aber vielleicht ist es einfach nur ein gelungener Gag. Krimhilde, wie sich sehr schnell herausstellen wird, ist nicht nur häßlich sondern auch strohdoof, also genau die Richtige für diesen Siegfried. Der ist von ihr dermaßen hin und weg, daß er von da an nur noch mit dem denkt, was er zwischen den Beinen hat.
Das nutzt der feige Günther aus: Siegfried soll seine Tusse erst bekommen, wenn er dem Burgunder-König die Brunhilde besorgt hat. Ein weiterer genialer Schachzug von den Machern dieses Films, denn diese Brunhilde ist eine wahre Amazone. Damit meine ich nicht, daß sie ihren Krimskrams bei amazon.de kauft :-b , sondern daß sie ein kriegerisches "Mann-Weib" ist, die irgendwo in der Ferne in einer lesbischen Gemeinschaft lebt. (Die Beantwortung der Frage, wie sich diese reine Frauenkommune fortpflanzt, überläßt man der Phantasie des Zuschauers.)

Tatsächlich gelingt dank Siegfrieds Hilfe, wie genau werde ich hier nicht verraten, das Unmögliche: Schlaffi Günther besiegt die Titanin in einem Turnier. Hier hat sich im Drehbuch ein kleiner Logikfehler eingeschlichen, denn es gibt drei Wettkämpfe und Günther hat die ersten beiden überraschend gewonnen. Er liegt also bereits uneinholbar mit 2:0 vorn, wodurch der dritte sich eigentlich erübrigt, denn er steht ja schon als Sieger fest. Trotzdem wird der dritte mit allem Ernst durchgeführt. Sinnvoller wäre es daher wohl gewesen, optimale Spannung durch ein zwischenzeitliches 1:1 zu erzeugen.
Aber egal, noch ein Wort zu Brunhilde. Man sieht sie zu Anfang in voller Kriegerinnen-Tracht. Ich habe erst in der darauffolgenden Szene geschnallt, daß sie kein Kerl ist (wobei wir wieder bei der Frage nach attraktiven Schauspielerinnen wären). Und der Helm, der Helm... über manche Dinge sollte man schweigen...
Wie bereits erwähnt, lebt diese Brunhilde weit weg, so daß "unsere Helden" mit einem Ruderboot das Meer überqueren mußten. Davon wird, und das muß ich leider kritisieren, enttäuschender Weise nichts gezeigt. Ich hätte mir schon eine Einstellung gewünscht, die das wilde Meer zeigt und eventuell einen seekranken Günther.

Mit den beiden Frauen, Krim- und Brunhilde, handelt sich die Männerriege jedenfalls nichts als Probleme ein: Mit der besiegten Amazone im Schlepptau kehrt man nach Wurms zurück und feiert erstmal Doppelhochzeit. Doch Günther (welch Überraschung) ist impotent, so daß Siegfried "einspringen" muß. Das ist natürlich ganz nach dessen Geschmack; klar, daß er dann nicht mal vor seiner geliebten Krimhilde die Klappe halten kann. Und weil sich der Prahlhans verplappert hat, zoffen sich die zwei Frauen schon bald bis aufs Blut. Gerade in diesem Teil fand ich es schon recht schwer, die Motive der einzelnen Protagonisten nachzuvollziehen und warum der eine das will und der andere jenes. Ich überspringe diese zähe Passage einfach mal, denn am Ende wird's wieder spannend.

Aus irgendeinem Grund entschließt sich König Günther, seinen Vasallen Siegfried zu töten. Klar, daß er das wieder nicht selbst machen kann, und so heuert er Hagen Tronje an. Der Typ ist ja soooo cool! Ich liebe ihn! Hagen ist groß und finster und finster und schwarz. Und er hat auch ordentlich was auf dem Kasten. Fragt mich nicht, weshalb so einer sich in den Dienst von Jammerlappen Günther und seiner Brut stellt; der Kerl sollte selbst ein Königreich regieren! Hagen nimmt sich also vor, es Strahlemann Siegfried zu zeigen. Er will ihn mit einer Lanze niederstrecken. Damit das besser klappt, bittet er Krimhilde, ihm zu zeigen, an welcher Körperstelle Siegfried besonders verwundbar ist. Krimhilde hat daraufhin die kongeniale Idee, ein Kreuz auf das Hemd ihres Göttergatten zu sticken, genau an jenen Ort, der Siegfrieds empfindlichste Stelle bedeckt. Ich erwähnte ja schon, die Dame ist nicht besonders helle, und so zur Zielscheibe verwandelt, dürfte wohl nicht mehr viel schief gehen...

Um die Spannung nicht zu nehmen, sei nur noch gesagt, der erste Teil endet mit einem Racheschwur, als Krimhilde ihrer Dämlichkeit gewahr wird. Doch wie will sie sich rächen? Wird sie sich mit ihrer Cleverness einen tüfteligen Plan zurechtlegen? Oder wird sie einen triebgesteuerten Deppen, einen Siegfried 2, finden, den sie mit ihrer "Schönheit" bezirzt? Oder werden ihr die Zwerge zu Hilfe kommen? Das wäre ja meine Vermutung, denn weshalb sollte der Film sonst "Die Nibelungen" heißen? Die Nibelungen sind nämlich jene Zwerge, denen Siegfried zu Beginn den Schatz mopst. Nach dieser frühen Szene tauchen sie im ersten Teil aber überhaupt nicht mehr auf, dabei ist der Film doch nach ihnen benannt! Da wird also im zweiten Teil diesbezüglich noch was kommen, denke ich.

Es muß noch erwähnt werden, daß das hier ein Schwarz-weiß-Stummfilm ist. Aber eigentlich ist er weder schwarz-weiß noch stumm. Er ist stattdessen schwarz-gelb; warum man dann nicht gleich auch rot, grün und blau dazugenommen und das Ding farbig gemacht hat, kann ich nicht sagen. Das gleiche mit dem Ton: den ganzen Film über spielt Musik, man hört das Läuten der Glocken, das Schlagen des Schmiedehammers usf. Dann hätte man doch genauso gut auch die Stimmen der Darsteller aufnehmen können! Aber irgendwie scheint es so, daß jene Dinge, die uns heute sofort in den Sinn kommen und die uns so naheliegend erscheinen, damals nicht selbstverständlich waren und erst jemand drauf kommen mußte.
Da die Figuren also nur ihre Lippen bewegen und heftig gestikulieren, muß man vieles an der Handlung schlicht erraten, aber das ist ganz lustig. Das Notwendigste wird allerdings als Text eingeblendet. Dabei hat man sich zum Glück nicht für Untertitel entschieden, sondern für separate Textbilder. Das hat den Vorteil, durch Lesen nicht vom Schauspiel abgelenkt zu werden. Die Texte selbst sind klasse gedichtet, sehr literarisch und trotzdem leicht verständlich. Wenn man sich nur für eine andere Schriftart entschieden hätte, ich hab manchmal ein völlig falsches Wort gelesen und erst am ganzen Satz gemerkt, daß da irgendwas nicht stimmen kann! Ganz süß fand ich die Tierchen zu Beginn jedes Textes. Sie zeigten immer an, wer gerade spricht, zum Beispiel stand ein Einhorn für Krimhilde, ein Wolf für Hagen oder eine Schlange für Brunhilde.

Meine hohe Wertung gebe ich auch wegen der Bauten und Requisiten. Die Teile der Wurmser Burg, die Innenräume, ja die ganze Ästhetik der Bilder hätte sich manch ein Science-Fiction-Regisseur mal ansehen sollen. So mußte ich immer an den Planeten Vulkan in Star Trek 3 denken, und was man da noch hätte rausholen können, hätte man sich ein bißchen an diesem Streifen hier orientiert. Einen spaßigen Effekt ergab die Musterung der Kleidungsstücke. Die war oft mit den Tapeten-, Gardinen- und Bettwäsche-Mustern identisch. Da wirkten die Figuren, als hätten sie sich ihre Anziehsachen aus dem nächstbesten Vorhang oder Teppich zurechtgeschneidert.
Alles in allem aber absolut beachtlich, was man hier hinbekommen hat. Und deshalb auch fünf Sterne von mir, selbst wenn man wahrscheinlich einem Drehbuchschreiber selbiges heutzutage um die Ohren hauen würde, käme er mit so einer hanebüchenen Story daher.

PS: Die FSK-Freigabe ab 0 Jahren ist wieder mal schierer Blödsinn. Erstens blutet die Echse am Anfang als käme sie frisch aus einem Splattermovie. Zweitens bekäme ich als Kind schon bei einem Blick in Hagens Gesicht des Nachts furchtbare Alpträume. Drittens ist die Handlung für unter Zehnjährige zu schwierig, an manchen Stellen habe ja selbst ich gegrübelt, obwohl ich nicht der Unintelligenteste bin.
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