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am 19. Oktober 2013
Wer Motörhead bestellt, bekommt Motörhead. So einfach ist das. Dieses simple Prinzip wird erneut durch den vorliegenden Tonträger bestätigt.

Bei dem Werk handelt es sich um eine konsequente Fortsetzung Cameron Webbs' Konzeptes des "ehrlichen, dreckigen Rock'n'Roll der Marke Motörhead".
Was macht sie erfolgreich? Keine Experimente, keine Überraschungen, kein Tamtam. Und das ist gut so. Motörhead und allen voran Frontfibrom Lemmy ist inzwischen so etwas wie der Fels in der Brandung, der von der Zeit gezeichnet wird. Und dabei seinen Feinschliff erhält.

Dennoch unterscheidet sich das Album zu den meisten anderen. Es ist zur Abwechslung mal abwechslungsreich.

Der Opener "Heartbreaker" eröffnet das Fest mit einem Kaliber der Sorte "Runaround Man" auf dem Album Motörizer. Wunderbarer Kickstart, womit dieses Album direkt an den beiden Vorgängern anknüpft.

Kaum angefixt, wird es schon fast unverschämt. Wozu lange um den heißen Brei rocken, wenn es auch direkt auf die Zwölf geht?!? Und so kann das Trio Infernale mit "Coup de Grace" den Ofen schon mit der zweiten Schippe zum Glühen bringen.

Eine kurze Verschnaufpause gibt es mit "Lost women blues", was zwar zunächst zum Kopf-ins-glas-hängen einlädt, aber dann doch mit ordentlich Schmackes abschließt.

Kaum am Chillen, wird man wieder wachgerüttelt durch den rollenden Brecher "End of time".
Spätestens hier offenbart sich dem geneigten Motörhead die Qualität des Albums in Gänze. Dieser Song und sogleich der darauf Folgende reihen sich stolz in die seit "Inferno" anhaltende kreative Hochphase dieser alten Hasen ein.

"Do you believe" gebärt sich ein wenig wie "Bye, Bye, bitch, bye, bye" oder "Get back in line". Wer hier nicht die Stirn abwechselnd gen Himmel und Erde führt, leidet an Genickstarre.

Kein Motörhead Album ohne einen mittelmäßigen bis schlechten Song. An der Stelle würde ich klar "Death Machine" als jenen welchen benennen. Zündet einfach nicht wirklich und rangiert erst mal als Lückenfüller Nummer eins.

Als nächstes steht "Dust And Glass" auf dem Programm. Definitiv ein klasse Song für diejenigen, die sich auch mit Balladen auseinandersetzen können und wollen. Ich tue das jedenfalls nicht so gerne, schon gar nicht bei Motörhead. Umso überraschender, dass ich inzwischen diesen Titel ins Herz schließen konnte - hat aber einige Tage gebraucht.

Mit "Going To Mexico" werde ich nicht enttäuscht. Kurzweilig, flott, typisch. Fans von Lemmy's Rickenbacker kommen hier auf ihre Kosten. Donnert der doch bei diesem musikalischen Erguss volles Rohr im Einklang mit den Stimmbändern des Bassisten. Großartig!

Im Midtempo geht es mit "Silence When You Speak To Me" weiter, allerding erweist sich der als zweiten Lückenfüller, mit dem ich mich auch einige Durchläufe später nach wie vor nicht anfreunden kann. Das Ding hätte das Reissbrettt nicht verlassen dürfen.

Viel schneller wird's mit "Crying Shame" zwar nicht, dafür kommt aber gute Laune auf. Nette Grooves, und es ist sogar ein Klavier zu hören.

Unbeschreiblich geht es mit Song 11 zur Sache. DEM SONG auf dem Silberling. Als wäre er der "Ace of Spades" entsprungen. Sehr fein hin gerotzt! So muss Technik! Ein echter Meilenstein. Es gibt keine Worte dafür, was diese alten Säcke da auf die Scheibe geklatscht haben. Dieses Stück Motörheadgeschichte verdient den goldenen WasWeißIch.

Es folgt Hausmannskost. Keine Brecher, aber die beiden Stücke haben es aber auch nicht leicht nach dem Knaller in der elften.

"Keep your powder dry" darf man getrost als Lückenfüller drei bezeichnen. Damit ist leider die Chance zum Knalleralbum schlechthin vertan..
"Paralyzed" lässt die etwas bräsige Schlussphase eines ansonsten gelungenen Album würdevoll abschließen.

Fazit: Dank an Lemmy. Auch wenn diesmal die Scheibe (bis jetzt) (und an ganz wenigen Stellen) nicht ganz so rund läuft wie der ein oder andere Vorgänger -
für den Wert eines Fläschchens Bourbon halte ich hier einen Output in Händen, der mich wie fast alle Alben dieses Gespanns den nächsten Winter überstehen lässt.

Die weniger starken Nummern überhören wir galant und die Vierkommazwo Sterne runden wir großzügig auf fünf auf.
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am 18. Oktober 2013
Da ist er nun also, der neue Longplayer aus dem Hause Motörhead: AFTERSHOCK. Im Vorfeld waren ja einige Leute sehr skeptisch, was die weitere Existenz von Motörhead angeht. Das lag neben den vielen gestrichenen Shows im Sommer vor allem an Lemmy's Konzertabbruch beim Wacken Open Air. Ich war selber vor Ort und hatte auch meine Sorgen, denn Lemmy sah auf der Bühne ganz und gar nicht gut aus. Musikalisch natürlich über jeden Zweifel erhaben, merkte man Herrn Kilmister besonders bei den Ansagen zwischen den Songs an, wie anstrengend die ganze Show für ihn ist. Umso größer natürlich die Erleichterung, als Doro bei dem folgendem Auftritt klärte, dass es Lemmy gut gehe. Dennoch blieb die Stimmung angespannt, da Lemmy schon einen deutlichen Schlag mitgenommen hatte.

Um es vorwegzunehmen: Auf AFTERSHOCK hört man der alternden Legende namens Motörhead keine Anzeichen von Schwäche an. Das Album geht gleich zu Beginn in die Offensive: Mit dem klasse Song HEARTBREAKER geht es mit vollem Tempo los, anschließend mit COUP DE GRACE eine typische Motörhead Nummer mit ordentlich Dampf unter dem Kessel. Rock n Roll à la Motörhead, wie es sich gehört! Danach wird jedoch erst einmal der Fuß vom Gaspedal genommen. Mit LOST WOMAN BLUES gibt es eine (, wer hätte das anhand des Titels gedacht,) Bluesnummer, wie es die Veteranen des Genre wohl kaum besser machen könnten. Aber man wird mit END OF TIME auch schon wieder aus der Verschnaufpause gerissen. Die Doublebass dampft und Lemmy röhrt, wie man es kennt und liebt. Es bleibt schnell, aber Rock n Roll-lastiger bei DO YOU BELIEVE. Zu diesem Song muss man kaum was sagen: Man will Motörhead, man kriegt Motörhead, ganz einfach. Auch der anschließende Track DEATH MACHINE überzeugt mit den typischen Trademarks, die sich im Lauf der Motörhead-Diskografie angesammelt haben, bevor es mit DUST AND GLASS noch eine Bluesnummer gibt. Das Ganze bringt natürlich Abwechslung rein, ist qualitativ gesehen auch gut, hätte meinetwegen aber auch verkürzt als Part von LOST WOMAN BLUES gepasst. Trotz der Ähnlichen Titel fällt GOING TO MEXICO, wesentlich härter und zeitgemäßer aus als GOING TO BRAZIL vom Album „1916“. Gefällt mir persönlich sehr gut, wie auch alle nachfolgenden Songs, vor Allem aber die bereits länger bekannten CRYING SHAME und QUEEN OF THE DAMNED (bei Letzterem Querverweise auf glorreiche OVERKILL- und ACE OF SPADES-Zeiten, unbedingt drauf achten) und das bärenstarke PARALYZED welches genau da das Album beendet, wo es mit HEARTBREAKER begonnen hat: Schnell, Heavy, Motörhead!

Insgesamt bin ich mehr als zufrieden mit diesem Album, ich halte es sogar für eines der besten von Lemmy & Co. AFTERSHOCK kann dank Hits, wie PARALYZED, GOING TO MEXICO, END OF TIME oder COUP DE GRACE, aber auch dank einem runden Gesamtpaket mit den Alben der jungen Motörhead-Ära ab HAMMERED mithalten. Ich kann noch nicht genau sagen, ob es vielleicht besser oder doch schlechter ist als diese Alben, allerdings sehe ich sie auf Augenhöhe miteinander. Ich werde sehen, ob sich neue Favoriten herauskristallisieren oder ob ich neue Erkenntnisse über die Einordnung von AFTERSHOCK in die Motörhead-Diskografie erlange, werde in den nächsten Tagen die Rezension dementsprechend weiter ergänzen. Mein aktuelles Bild von AFTERSHOCK jedoch ist ein sehr gutes und der Name ist Programm: Wer hätte schon gedacht, dass Lemmy und Co es schaffen, die Klasse der letzten Jahre trotz der Vorkommnisse in den vergangenen Monaten zu halten und in dem Alter ein Album veröffentlichen, wie man es wohl unter diesen Voraussetzungen am wenigsten von ihnen erwartet hätte? Motörhead zeigt erneut, was in ihnen steckt und ich freue mich bereits auf die im Herbst folgende Tournee, wenn es einmal mehr heißt: „We are Motörhead and we (still) play Rock n Roll!“
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am 21. Oktober 2013
1991 war ich, damals 17 jahre alt, das erste mal auf einem motörhead-konzert. besessen von motörhead war/bin ich seit meinem 12ten lebensjahr. nach initialem durcharbeiten des frühwerkes und dann der "1916" als erweckungserlebnis war ich der band verfallen und bin es bis heute. 16x live gesehen, in jeder bisherigen lebensphase stets den passenden motörhead-sound dabei gehabt. warum schreibe ich das jetzt vorweg? um zu verdeutlichen, dass eine rezension eines motörhead-albums durch mich natürlich nicht objektiv sein kann, sondern immer subjektiv verklärt sein wird.

ein wirklich bleibendes, epochales album der derzeit 3 herren darf und wird niemand mehr ernsthaft erwarten. nach einigen echten tiefschlägen in den letzten jahren und dann mit "motörizer" der wiederauferstehung ist man froh, wenn nicht wieder ein lieblos produziertes und mehr oder weniger hingerotztes werk erscheint. mit dem vorgänger "the wörld is yours" war eine respektable leistung erbracht, hierzu verweise ich auch gern auf meine damalige rezension.
und nun "aftershock". nach diversen hördurchgängen gibt es hierfür von mir 3 sterne. insgesamt ein sauber produziertes, druckvolles stück motörhead. mikkey dee erweist sich einmal mehr als glücksfall, was der mann an der double-bass und seinem sonstigen arbeitsgerät abliefert ist grosser sport. philthy animal taylor, der damals jedes konzert durch sein muppet-show-drummer-performance-geklöppel belustigte (und seinen job dabei angesichts seiner polytoxikomanen dauerbreitheit durchaus beachtlich erledigte) wäre mit den nun abermals herausragenden rhythmen überfordert gewesen.

bedenkt man aber, dass motörhead-stücke sich über die jahre im live-setting als klassiker und vom publikum eingeforderte dauer-setlist-stücke entwickeln müssen, um zu funktionieren, wird bei "aftershock" schnell klar, dass hierauf allenfalls 2 titel, nämlich "end of time" und "do you believe" eine chance haben. woran liegt das? meiner meinung nach daran, dass diese band einfach für jede denkbare art ihres stiles bereits die ultimativen klassiker vorgelegt hat: neben den allseits bekannten stücken wie "bomber", "ace of spades", "killed by death" etc. sind das titel wie "ramones" als speedy fast-punk-stück, "orgasmatron" als dissonanter schocker, "you better run" als blues-kracher, "whorehouse blues" als reminiszenz an verschwitzte, versoffene, verhurte südstaaten-nächte, "love me forever" und "lost in the ozone" als balladen ohne schmalz und kitsch (beide live imho zu selten gespielt). der opener schlechthin ist für mich weiterhin "doctor rock", rock and roll at it`s best gibt es bei "going to brazil" und "angel city", mitgrölen geht ja immer super, besonders schön aber bei "one night stand".

auf "aftershock" werden nun titel in durchaus hörbarer, unterhaltsamer art serviert, das album langweilt beim hören nicht, die langsamen "lost woman blues" und "dust and glass" sind sehr okay, aber man wird das gefühl nicht los, irgendwie all das schon mal irgendwie ein paar nuancen besser gehört zu haben.
muss man das album haben? als fan auf jeden fall, ansonsten eher nicht.
muss man zur aktuellen tour? selbstverständlich. wer weiss wie lange lemmy noch lebt...

das artwork von "aftershock" ist auch annehmbarer als oftmals zuvor, erinnert mich ein wenig an bilder aus dem irak (wenn die fahrzeuge wohl auf die deutsch armee unter rommel anspielen). das bandfoto im booklet ist gewohnt mittelmässig, phil campbell sieht im alter immer besser aus, lemmy ist eh gott, kann er rumlaufen wie er will, und das mikkey dee ein camp david-shirt trägt ist ihm (und auch nur ihm) zu verzeihen.

ich glaube, die herren haben das album einfach für sich gemacht, und unter diesem gesichtspunkt sollte man es sehen. dass sie spass hatten hört man, ich freue mich auf hamburg am 3. dezember und bleibe motörhead-addicted for life!
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am 8. August 2014
Das Album gefällt mir richtig gut, von Speed bis Blues alles dabei. Lemmys Stimme besser denn eh und je. Der Sound stimmt hier einfach. Einen Stern ziehe ich hier ab, weil die einzelnen Stücke nicht zu 0 gemischt wurden, was sehr schade ist und der Titel 5 total übersteuert ist, was überhaupt nicht zum Rest paßt.
Freue mich schon auf das nächste Album.
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am 25. Oktober 2013
Über Lemmy konnte man dieses Jahr ja nicht so viel Gutes lesen. Auch wenn man es kaum glauben mag, muss selbst eine so widerstandsfähige Natur wie Lemmy dem jahrzehntelange Leben auf der Überholspur Tribut erweisen. Aber dies durfte noch nicht das Ende sein. Denn mit "Aftershock" melden sich motörhead wieder standesgemäß zurück. Bereits die Ankündigung eines neuen Albums überraschte mich angesichts der vergangenen gesundheitlichen Probleme des Motörmeisters, trotz der Verspätung im Zwei-Jahres-Turnus der Band, was Studioalben betrifft. Die Überraschung wurde aber sehr schnell durch die Vorfreude verdrängt.

Ein weiteres Mal produziert von Cameron Webb, liegt "Aftershock" klanglich auf der stahlharten Schiene der modernen motörhead, die mit "Inferno" begann und den folgenden Alben bis zum heutigen Tage fortgesetzt wurde. Insoweit ich das beurteilen kann, offenbart Aftershock ein differenziertes, kaum getrübtes Klangbild, das nicht ganz so knüppelhart wie die Vorgänger ist. Das Album bildet diesbezüglich keinen Vergleich zu dem Matsch von dem (dennoch sehr guten) "Motörizer", und greift da wieder auf, wo "The Wörld Is Yours" aufhörte. Motörhead fräsen sich sauber durch ihre dreckige Musik.

Musikalisch hat sich bei motörhead da auch nichts geändert. Das Album besteht überwiegend aus schmutzigen Heavy Rock N'Rollern, die mal abwechselnd flotter, getragener oder auch härter ausfallen. Viele dieser Songs werden von zackigen Riffs angefeuert, die ich in dieser Form vielleicht eher mit einer Band wie Skew Siskin in Verbindung gebracht hätte. Motörhead und Lord Axesmith scheinen halt immer noch die Riffmeister zu sein. Die Lieder gehen dadurch sofort locker und flüssig durch die Gehörgänge in die Seele und versetzt sie ein weiteres Mal ordentlich mit motörhead.

Aber selbst wenn man sich das Album auf Anhieb locker geben kann, machte sich bei mir zu Beginn doch etwas Ernüchterung breit. Motörhead haben ein solide und routiniert gefertiges Album aus einem Guss rausgehauen, das einen motörisierten Musikfan kaum enttäuschen wird, aber trotzdem scheinen etwas die richtigen Höhepunkte im Songwriting zu fehlen. Die Lieder sind meines Erachtens von ziemlich einheitlicher Motörqualität. Es gibt für mich keine Ausfälle, aber auch keine totalen Überflieger. Manche Lieder kommen etwas besser als andere, und welche das sind, muss man wohl selbst entscheiden. Nach einigen Durchläufen kristallisieren sich bei mir langsam die ersten Favoriten heraus. Denn ja, da ist es ja doch, das ganz besondere motörhead-Feeling! Diese Band kann einfach nicht schlecht. Mir persönlich gefällt da das aufgewühlte, turbulente "Knife" am Besten. Aber auch die harten, pfeilschnellen "End Of Time", "Queen Of The Damned", und "Paralyzed" kommen mit jeder Umdrehung besser und besser. Auch ein etwas eindimensionaler, ganz gering von Funk angehauchter Song wie "Death Machine" wirkt beim ersten Hinhören eher unscheinbar, kommt dann aber hart entgegen. Die etwas getragene Nummer klingt wie eine schwere Lokomotive, die kurz vor dem Entgleisen steht und schon ordentlich Funken schlägt.

Mit der rockigen Hymne "Keep Your Powder Dry" (eine textliche Hommage an "For Those About To Rock"?) wildern motörhead in ihrer ureigenen Manier ordentlich im Revier von AC/DC, und das stampfende "Going To Mexico" erinnert mich durch das primäre Riff und den trampelnden, harten Rhythmus an einen Song ähnlichen Namens der US-Amerikanischen Power-Sleazer von McQueen Street. Rock N'Roller wie "Do You Believe" und "Crying Shame" offenbaren dagegen die direkten Wurzeln der motörhead-Musik bei Musikern wie Chuck Berry oder auch The Rolling Stones. Für ein Werk, das aus einem einzigen Stahlblock gefertigt worden zu sein scheint, ist es doch auch erstaunlich abwechslungsreich, wie ich finde. Aber Assoziationen mit der Musik anderer Bands bedeuten nicht, dass "Aftershock" es in irgendeiner Form an dem einzigartigen, typischen motörhead-Charakter vermissen lassen würde. Im Bereich der harten Musik gehören motörhead zu den Originalen, und sie bleiben sich ein weiteres Mal vollkommen treu und experimentieren nicht in der Gegend herum. Mit "Lost Woman Blues" gibt es allerdings einen melodischen und entspannten Blueser, bei dem Lemmy sehr ruhig und klar klingt. Auch "Dust And Glass" geht in dieselbe Richtung, und ist fast schon eine Ballade geworden. Beide Nummern lockern den Verbund an bärbeißigen Heavy Rock N'Rollern etwas auf.

Vielleicht ein kleines Manko ist da doch, dass die Texte der Lieder für motörhead-Verhältnisse fast schon banal sind. Aber das ist eben der Rock N'Roll in seiner Anfangszeit. Angesichts des gelungenen Covers, das im Hintergrund zerstörtes deutsches Kriegsgerät aus dem II. Weltkrieg zeigt, habe ich mich dazu hinreißen lassen, einen Haufen sprachlich elaborierter Lyrics zu erwarten, die sich mit der von Lemmy typischen Art und Weise mit den Gräueln des Krieges, der Zerstörung der Natur, der Verlogenheit der Politiker, dem Missbrauch der Menschen, und der unaufrichtigen Frömmigkeit der Kirche auseinandersetzt. Dem Anhören der Musik tut dies jedoch keinen Abbruch.

Motörhead machen weiterhin Laune und gehören für mich ganz einfach zum kompletten Leben mit dazu. Ich kann mir kaum vorstellen, wie es sein sollte, wie die Welt ist, wenn Lemmy tot von der Bühne fallen sollte. Die Welt, und ganz besonders das Universum der Rockmusik, dürften bedeutend ärmer sein. Bleibt daher zu hoffen, dass Lemmy noch eine ganze Weile 'on the road' sein kann und mit seinen Motörhead-Mannen noch ein paar Alben aufnimmt. Meine unheimliche Vorfreude auf "Aftershock" wurde zwar nicht zu 100 % entsprochen, aber enttäuscht hat es mich auch nicht. Im Gegenteil, das Teil dreht sich gerade erst warm. Ich schätze, die Band macht ganz einfach die Songs die sie selbst machen möchte. Und so sollte es auch sein.
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am 1. September 2015
Nun begleiten mich Motörhead seit meiner frühesten Jugend und als treuer Fan der Band kann ich natürlich auch alle regulären Alben mein Eigen nennen. Nun ist "Aftershock" im Vergleich - selbst zu den "Nicht-Klassikern" - ein höchstens durchschnittliches Album, welches zwar alle Motörhead-typischen Soundarrangements und Kompositionen beinhaltet, jedoch durch keinen Song wirklich hervorsticht. Einzig hevorstechender für mich persönlich ist der Song "Lost Woman Blues", der rockig-bluesig überzeugt. Ansonsten gibt es noch einige schnellere Kaliber wie "End of Time", "Going to Mexico" oder "Queen of the Damned" - alles in allem jedoch zu wenig, und zu viel Einheitsbrei, um wirklich hängen zu bleiben!
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am 10. Januar 2016
Habe mir die Scheiben nach Inferno nicht mehr gekauft,und bin leider durch Lemmys Tod erst auf den Trichter gekommen mir die aktuelleren Sachen auch mal zu geben. Warum nicht gleich? Natürlich ist alles glattgebügelter und gleichgeschalteter geworden,aber kaum eine andere Band schafft es wohl daß man es sich trotzdem immer noch mit der gleichen Begeisterung reinziehen kann wie einst 1916 oder Rock'n'Roll. Auffällig ist,daß immer wenn die Songs sich zu Ohrwürmwern des Jahrhunderts aufschwingen,plötzlich alles über den Haufen geschmissen wird und auf völlig anderen Akkorden weitergeschrubbt wird,zumindest bei den ersten beiden Songs ist das so. Das ist wohl einerseits die Motörheadsche Weiterentwicklung und andererseits auch wieder typisch Motörhead,und trotz dieses Hakengeschlage gibts trotzdem 5 Punkte,weil die Songs nichtsdestrotrotz Ohrwürmwer bleiben die andere Bands erstmal nachmachen müssen. Wer will einen Ohrwurm-Refrain schon bis zum gehtnichtmehr ausschlachten,und keine andere Band beherrscht die Kunst aus einem Ohrwurm gleich drei zu machen so wie Motörhead!
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am 23. April 2014
Irgendwann, glaubt man, müßten sich die Ideen erschöpfen und die Melodien von "neuen" Songs sich immer mehr ähneln, aber Motörhead schafft es immer wieder neue und frische Ideen in Musikform zu gießen. Wer auf der Suche nach authentischem Hardrock und echten Charakteren ist, die sich von einem Jahrtausend ins nächste nicht verändert haben, der liegt hier richtig. Wer super ist, der muss sich auch nicht ändern. Trotz dem Alter der Musikanten immer noch erfrischend in einer immer gleicher werdenden Musiklandschaft mit kurzlebigen Retortenbands. Bereits nach 2 Jahren fragte sich so mancher (zu Recht) "Lena-Meyer Landrut"? Wer soll das sein? Motörhead dominiert bereits seit 40+ Jahren ihr Genre und selbst Bands wie Metallica schämen sich nicht, Motörhead als Einflußfaktor ihrer Entwicklung zu nennen. Bleibt zu hoffen, dass Motörhead noch viele "Nachbeben" auslösen wird.
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am 5. November 2013
Nach fast 10 Jahren endlich wieder ein gutes Album von Motörhead.
Es erreicht zwar nicht ganz das Niveau von Inferno, läßt aber Motörizer, Kiss of Death und The Wörld is Yours um Längen hinter sich.
Insgesamt gut hörbar mit ausreichend Power und Abwechslung, nicht das verzweifelte Notfallgeschrummel der Vorgängeralben.
Bleibt zu hoffen, daß es nicht das letzte Aufbäumen vor dem Untergang gewesen sein wird.
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am 20. Juli 2014
Irgendwie habe ich keine Info gefunden, was die RSD Variante von der "Normalen" unterscheidet Also: 180 Gramm! (Geschätzt, nicht gewogen. :-)) Und 'ne hübsche Bild-Pressung.
Sound super!

Ja und inhaltlich? Da tu ich mich immer schwer, bin ja kein Musikjornalist.
Mir gefällt die Scheibe gut! Sie reiht sich hervorragend in die Discographie ein, ist harmomisch als Gesamtwerk und bietet auch den erwarteten "Ausreißer"! "Lost Women Blues", wie der Titel schon sagt, eine richtig gelungene Blues-Nummer, die sofort in die Top 100 meiner persönlichen Playlist gefunden hat!

Bitte, bitte lasst Lemmy und seine Jungs STEINALT werden, (und mich auch;-)), dann freu ich mich jetzt schon auf ein Gesamtwerk von ca. 40 Scheiben! :-)
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