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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein weiteres Meisterwerk, hoffentlich bald wieder auf CD, 30. März 2014
Von 
Stefan Weise (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Waterside: The Ghost of Sonny Hamm (MP3-Download)
David Munyon ist den meisten Menschen unbekannt, auch wenn es viele Musikbegeisterte gibt, die ihn verehren. Zum Teil mag das daran liegen, daß er wie kaum ein anderer großartiger Songwriter (mir fällt eigentlich nur noch Townes van Zandt ein) geradezu den Prototypen des Antistars zu verkörpern scheint.

Nachdem er erstmals in den 70ern als Contributor zu einigen Filmmusiken musikalisch in Erscheinung getreten war, erschien er erst in den 90ern mit zwei Folkrockalben wieder, die sich dermaßen gewaschen hatten, daß sie heute längst in Liebhabermusiksammlungen unter den Klassikern stehen. Seitdem führt er ein unstetes Leben in einem Wohnmobil in Alabama oder irgendwo in Europa auf Tour und bereichert die Musikwelt mit einem ungeheuer umfangreichen Output, nicht selten zwei Alben jährlich. Das besondere an dem mittlerweile riesigen Werk ist, daß die Lieder von gleichbleibend hoher, in den meisten Fällen überragender songwriterischer Qualität sind.

Wenn man "Davy" nur sieht, wie er in Konzerten, mit knapp 62 Jahren beileibe nicht mehr jung, mit vernarbtem Gesicht, zu großen Jeans, mißmutigem Gesichtsausdruck und allerlei religiösem Plunder behängt, seine Auftritte absolviert und dabei hinter dem Mikrofon und dem überdimensionierten Notenständer kaum sichtbar wird, hinter seinen dicken Songbooks, mithin seinen monumentalen Songs, förmlich zu verschwinden scheint, hält man kaum für möglich, was für eine immense songwriterische Kraft und welch große darstellerische Musikalität sich in diesem Mann verbirgt.

Auch wenn er sich mittlerweile in Konzerten vor fast jedem Song bekreuzigt und zwischendurch nicht mit Segenswünschen und Hinweisen spart, wie man durch diese oder jene Gottheit den Weg zum Heil finden kann, ist er als Musiker noch immer Rock'n'Roller.

Munyon ist jemand, der seine Songs immer mit einem Groove im Kopf schreibt. Man hört das an allen seinen Aufnahmen, auch auf den zahlreichen CDs, die er solo, nur mit Gitarre begleitet, oder mit sehr schmaler akustischer Band aufgenommen hat. Von den leisen CDs hat er viele, aber solche mit großer Band sind eher selten und immer ein Ereignis. So auch diese, denn die Lieder klingen noch viel runder, wenn der Hörer den Groove auch mitbekommt, den Munyon beim Schreiben im Kopf hatte.

Diese Produktion versammelt ältere und neuere Stücke, manche bekannt, die meisten unbekannt, aber alle von der Sorte, die einen in Ehrfurcht erstarren lassen. Er singt sie mit stark gealterter, rauher Stimme, irgendwo zwischen Bariton und Tenor, klanglich und vom Ausdruck zwischen J.J. Cale und Bruce Springsteen. Auch die Lieder selbst klingen wie irgendwo zwischen Cale und Springsteen, stark und melancholisch, zudem ist er mehr als Springsteen im Blues verankert, was auf dieser Produktion besonders deutlich wird.

Munyons Band-Klangvorstellung ist unüberhörbar dem Amerikana-Sound der frühen 90er Jahre verpflichtet, mit knackigen und rockigen Arrangements, etwas schwerer als Cale und etwas weicher als Springsteen. Von beiden ist er die beste Mischung.

Die Klangmischung der CD selbst ist etwas gewöhnungsbedürftig, weil mißlungen. Unter dem Kopfhörer ist sie gut annehmbar, oft hat man das Gefühl, ein Rough-Mix zu hören. Die Band groovt und stampft vor sich hin, keine Saxophone, keine süßen Backgroundgesänge wie zum Beispiel auf "Some Songs For Mary"; Munyons Akustikgitarre steht hier und da etwas zu sehr im Vordergrund, die E-Gitarren klingen oft zu dünn und zu weit weg, das Schlagzeug ist etwas zu dumpf und nicht präsent genug; zuweilen klingen die Signale zu direkt am Ohr, ab und zu klappert die Band ein wenig. Das ist eben keine saubere Mainstream-Produktion; Munyon, der vor allem bei Stockfisch geradezu audiophile Platten gemacht hat, liebt auch das kratzige, etwas Schiefe, hat aber ein unverwüstliches Gefühl für groovende Phrasierung und ohrwurmtriggernde Harmoniewechsel. Seine stimmlichen Möglichkeiten sind beschränkter als die Springsteens, aber er singt mit weniger Understatement als Cale, so daß die Lieder immer direkt berühren.

Der Opener "Are You Going Downtown Tonight, Baby" ist gleich ein Ohrwurm, und dann geht es auf der CD in langsamerem Tempo, aber gleichbleibend hoher Qualität weiter. "Jimmy Hoffa" ist ein Song, auf den auch der hier schon oft erwähnte Cale stolz gewesen wäre, aus dem schon auf früheren Produktionen hörbaren "Song For Danko" wird hier eine richtige Rock-Hymne. Die Songs auf der CD bewegen sich zwischen Folk und Blues, es sind auch ein paar Schnulzen dazwischen, und erzählen immer Geschichten.

Dem Vernehmen nach gab es bei der Produktion Probleme, die dazu führten, daß der Mix in der hier dargebotenen Gestalt vorliegt und die CD nur in verschwindenden Stückzahlen als CD-R verkauft wurde. Ich bin einer der wenigen glücklichen, die so eine CD haben, und wer zu einem der derzeit in Deutschland stattfindenden Munyon-Konzerte geht, wird die Waterside-CD, mit verändertem Cover, am Verkaufstisch erwerben können.

Ich wünsche mir und hoffe, daß dieser Wurf auch bald in größerer Stückzahl erhältlich und leichter zugänglich sein wird, denn er hat es verdient, von vielen Menschen gehört zu werden. Vielleicht gibt es ja demnächst auch eine remixte und remasterte Version.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Munyon at its best, 20. Oktober 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Waterside: The Ghost of Sonny Hamm (MP3-Download)
David Munyon ist seit vielen Jahren ein "Geheimtipp" in Europa. Hier beweist er wieder einmal, welch großartiges Potential seine Songs haben,, die er teilweise schon vor Jahren solo mit Gitarre eingespielt hat. Von seiner einmaligen rauhen Stimme ganz zu schweigen ...
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Waterside: The Ghost of Sonny Hamm
Waterside: The Ghost of Sonny Hamm von David Munyon & Mary's Band
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