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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Kürzlich ist der vierte und letzte Teil der sehr erfolgreichen Serie des amerikanischen internationalen Meisters John Watson mit dem Titel Mastering the chess openings" im renommierten Gambit Verlag erschienen.

Band eins bis drei, welche mehrfach und ausschließlich positiv in der Europa Rochade besprochen wurden, sind bereits auch in deutscher Sprache unter dem Titel Geheimnisse moderner Schacheröffnungen" erschienen.
Während sich der erste Teil mit den Königsbauerneröffnungen und Nummer zwei mit den Eröffnungen auseinandersetzt, die nach 1.d4 entstehen können, behandelt das dritte Buch die Englische Partie bzw. die Flankeneröffnungen. Nummer vier schließlich ist mit "Gambits, Vorbereitung, Fianchettos und Symmetrie" betitelt.

Watson unterteilt diesen abschließenden Band in 10 Kapitel

- Reti Eröffnung - offene und geschlossene Variante

- Reti Eröffnung - slawische Variante

- Modernes Königsfianchetto

- Modernes Damenfianchetto

- Gambits

- f Bauern Spiele und Eröffnungen mit vertauschten Farben

- Symmetrie und ihre Abkömmlinge

- Unregelmäßige Eröffnungen und Anfangszüge

- Auswahl und Vorbereiten von Eröffnungen

- Die Zukunft der Eröffnungen

Um es gleich vorweg zu nehmen, John Watson knüpft auch in Band vier - zumindest meistens - an die hohe Qualität an, die bereits die ersten drei Teile dieser Reihe ausgezeichnet hat!
Das heißt dass der Autor wieder den Ansatz verfolgt, die Eröffnungstheorie, oder besser die Ideen und Pläne der jeweiligen Systeme, hauptsächlich anhand kommentierter Partien vorzustellen. Fast jeder Zug wird ausführlich in Textform behandelt, wobei Watson eine Verständlichkeit bei seinen Anmerkungen erreicht, die ihresgleichen sucht!

Die Arbeit mit allen vier Bänden dieser Reihe ist ein reines Vergnügen und der Rezensent, der auch die anderen Teile besprochen hat, ist versucht sich wortwörtlich zu wiederholen.
Denn was Watson auch im abschließenden Band abliefert, ist einfach nur bemerkenswert, insbesondere was Verständlichkeit, Materialauswahl und Übersichtlichkeit angeht.

Von den zehn Abschnitten seien exemplarisch, die in dieser instruktiven Form wirklich selten anzutreffenden Erklärungen zur Reti Eröffnung, sowie die Abhandlungen zum Damenfianchetto genannt. Manch einer wird gerade bei letzterem System eine wertvolle Anregung für eine neue Waffe im Eröffnungsköcher finden, denn Watson stellt auf über 30 Seiten die Strukturen dieses wenig bekannten Systems anhand glänzend ausgewählten Partienmaterials sehr lehrreich dar.

Selbstverständlich hat dieses Werk - was auch für die ganze Reihe gelten kann - kleine Schwächen zu verzeichnen. Wie John Watson bereits im ersten Band anführte, geht es ihm nicht um Vollständigkeit, sondern um Verständnis - d.h. um Anschaulichkeit anstelle von Variantenauflistung im Enzyklopädiestil, wie man sie gerade immer wieder bei modernen Eröffnungswerken findet. Kurz gesagt lautet sein Credo Lernen durch Verstehen anstelle von Pauken.

Dass manche Systeme nur gestreift werden können, erklärt sich selbst bei einer vierbändigen Reihe mit weit über tausend Seiten fast von selbst, denn das Gros des Platzbedarfes ist nun mal den Erläuterungen in Textform gewidmet. Etwas gewöhnungsbedürftig mag für manchen Schachfreund sein, dass man erst im vierten Teil unter Symmetrie und ihre Abkömmlinge" die Systeme Russisch und Vierspringerspiel findet. Außerdem werden die Gambits leider nur in ausgewählten Beispielen behandelt. Richtig enttäuscht werden aber wohl nur die Anhänger der in den letzten Jahren wieder an Popularität gewonnenen Skandinavischen Verteidigung sein, die nur in wenigen Zeilen und kurzen Hinweisen erwähnt wird. Damit sind aber bereits alle Schwächen, wenn man sie denn so nennen will, aufgeführt. Was John Watson insgesamt mit dieser Reihe geschaffen hat, ist für jeden Schachfreund vom fortgeschrittenen Anfänger bis zum ambitionierten Clubspieler lesenswert und lehrreich.

Ein Highlight gegen Ende von Band vier ist das sehr interessante, etwa zwanzig Seiten umfassende Kapitel, welches sich mit Auswahl und Vorbereitung von Eröffnungen auseinandersetzt. Auch wenn der Ansatz von Watson, das Eröffnungsrepertoire an der jeweiligen Spielstärke auszurichten und seine entsprechende Einteilung in vier Kategorien sicher nicht Jedermanns Sache ist, enthält dieser Abschnitt des Buches immer noch genügend wertvolle Hinweise und Tipps für Spieler beinahe jeder Spielstärke.

Neben der im Gambit Verlag obligatorischen hervorragenden optischen Aufmachung ist vor allem noch ein Spieler- sowie ein Variantenverzeichnis - letzteres erstreckt sich sogar über alle vier Bücher - zu nennen.

Für das Verständnis der in diesem Band im Vergleich zu den drei anderen Teilen noch ausführlicheren Textteilen ist zwar möglicherweise hin und wieder ein Wörterbuch hilfreich, aber gängiges Schulenglisch reicht zum Textverständnis insgesamt völlig aus.

Fazit: Ein guter Abschluss dieser überaus empfehlenswerten Reihe, die jedem Schachfreund nur wärmstens ans Herz gelegt werden kann.
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