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TOP 1000 REZENSENTam 5. November 2013
Nach mich nicht sonderlich überzeugenden Abstechern in Gebiete außerhalb von Edinburgh kehrt der Boss der Undergroundliteratur wieder zu seinen beliebtesten Figuren zurück. Trainspotting dürfte durch die gelungene Verfilmung auch einigen Menschen ein Begriff sein, die sich nicht mit den Büchern von Irvine Welsh befassen.

Skagboys ist die Vorgeschichte zum Bestseller und der geneigte Fan darf sich auf ein Wiedersehen mit vielen alten Bekannten freuen.

Psycho Begbie, der hinterlistige Sick Boy, der konfuse Spud, der halbwegs vernünftige Tommy, der alte Süffel Second Price und natürlich der smarte, aber gleichzeitig schwer gestörte Renton erzählen auf über 800 Seiten, wie aus ein paar einfachen, in ärmlichen Verhältnissen aufgewachsenen Jugendlichen aus dem Dudelsackland, die wohl berühmteste Junkiecrew der Literaturgeschichte wurden.

Durch die Dreckkruste schimmern aber immer wieder Momente von großer Menschlichkeit und giftiger, aber berechtigter Sozialkritik.

Welsh zeichnet ein sehr gesellschaftskritisches Bild, wie die hausgemachte Drogen- und HIV-Epidemie, welche Edinburgh berühmt und berüchtigt machte, oder die mit Polizeigewalt niedergeschmetterten Streiks der Kohlekumpel.

Neben alten Bekannten rücken auch einige immer wieder normalerweise als Nebendarsteller auftauchende Figuren wie Allison, Matty oder Nicksy ins Rampenlicht. Da sich das Buch mit der Heroinsucht beschäftigt, gibt es leider etwas weniger vom allseits beliebten, aber cleanen General Franco zu lesen, seine Auftritte und die kleinen Anekdoten aus seiner Sicht sind aber wie immer sehr amüsant und sorgen für Lacher, blutige Nasen und angestochene Schwarten.

Das Buch ist sehr ähnlich geschrieben wie Trainspotting, was man auch an den Kapitelnamen merkt, die auch teilweise im besagten Werk verwendet werden. Gut dreimal so umfangreich lässt sich Skagboys aber vielmehr Zeit für seine Figuren, was den Fan erfreut, neue Leser aber eventuell langweilen könnte. So las ich in einer Rezension zu der englischsprachigen Version, dass nichts, aber auch gar nichts passiert. Letzteres kann ich nicht bestätigen, man sollte natürlich keinen Krimi oder gar Thriller erwarten, Skagboys bleibt nah am echten Leben und spart mit Slapstickeinlagen wie in Klebstoff oder auch Porno. Ich empfinde das als großen Pluspunkt, mag aber Geschmacksache sein.

Mir persönlich hat dieses Buch weitaus besser gefallen als alles, was Welsh nach Drecksau verfasst hat. Skagboys spielt für mich in der gleichen Liga wie sein Debut. Es hat wieder etliche schmutzige Höhepunkte, die mich so zum hemmungslosen Lachen brachten, wie es nur Werke von Onkel Irvine und Master Bukowski vermögen. Da das Buch aber von Armut, Ausbeutung der Arbeiterklasse, Verlust und verzehrender Drogensucht handelt, ist es natürlich eigentlich nicht zum Schmunzeln, aber so ist halt das Leben: Egal wie bitter es grad ist, es gibt auch immer was zu lachen, auch wenn das Lachen manchmal böse im Halse stecken bleibt.

Fazit: Wer Welsh mag, bekommt ein vorzeitiges Weihnachtsgeschenk, an dem er bestimmt mehr als einmal seine Freude haben wird. Wer seine Werke noch nicht kennt, sollte sich vielleicht erstmal eins seiner dünneren Bücher vornehmen, wie das oft erwähnte Trainspotting oder die ausgedehnte Kurzgeschichte Der Durchblicker.

Schwarzen Humor sollte man definitiv mitbringen und auch Freude an derber Sprache, deftigen Flüchen und gut getarnten Beleidigungen schaden nichts. Wer schon bei der Vorstellung von Sex bei Licht errötet, sollte einen Bogen um Skagboys machen. Die deutsche Übersetzung hat ihre Höhen und Tiefen: Manchmal genial und zu Lachanfällen führend, gibt es aber auch ein paar RTL 2 angehauchte Sätze, in denen die Figuren Geilo sagen. Das passt nicht so dolle, auch mal rein zeitlich gesehen. Wer allerdings erwartet, das jemand in der Lage ist, den Originalslang der Bücher zu übersetzen, kann einfach nur enttäuscht werden. Insgesamt hat der Übersetzer einen ordentlichen Job gemacht.

Ich habe das Buch verschlungen und werde es mir bald nochmal als Audible Hörbuch in den Kopf fließen lassen. Hart, rau, zärtlich, zynisch, brutal, weise, laut, leise und und und...

Für dieses leider wenig bediente Genre, für das es nicht mal einen Namen gibt, ist Skagboys ein Meisterwerk!
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am 27. April 2015
In seinem Roman Skagboys erzählt der schottische Autor Irvine Welsh die Vorgeschichte zu seinem Debütroman Trainspotting. Mark Renton sollte eigentlich glücklich sein, er hat Spaß am Studium, ist mit einer hübschen Freundin zusammen und auf dem besten Weg, dem harten Leben seiner Eltern zu entkommen. Alles scheint gut zu laufen, bis Mark, der Alkohol und anderen Drogen nicht abgeneigt ist, zum ersten Mal Heroin konsumiert. Nicht nur er, auch seine Freunde Sick Boy und Spud verfallen der Droge und schnell müssen sie einsehen, dass die Vorstellung, jederzeit wieder aussteigen zu können, nur eine Illusion ist und die Droge schon längst die Kontrolle gewonnen hat.

Skagboys ist ein sehr sozialkritischer Roman, der im Gegensatz zu Trainspotting auch die politischen Auswirkungen der Thatcher Regierung Ende der 80er Jahren in Schottland thematisiert. Im Mittelpunkt stehen wieder Mark Renton und seine Freunde, wie Sick Boy und Spud. Aber auch zu anderen Figuren, die in Trainspotting nur Nebencharaktere waren, wie Alison oder Matty, erfährt der Leser mehr. Die Charaktere stammen alle aus der Arbeiterklasse, leben in ärmlichen Verhältnissen und können ohne Drogen und Alkohol ihren Alltag und ihr Leben kaum ertragen. Dabei sind die Figuren nicht unbedingt das, was man als Sympathieträger bezeichnen würde, nichtsdestotrotz konnte ich ihre Handlungen nachvollziehen und ihren Absturz begleiten. Trotz der ernsten und düsteren Thematik gibt es auch humorvolle Stellen, die allerdings sehr schwarz gefärbt sind. Welsh wechselt immer wieder die Perspektive und zeigt so das Abgleiten einer jungen Generation, der die Zukunft genommen wurde und Zuflucht in Alkohol, Drogen, Kriminalität und Gewalt sucht. Der Schreibstil ist typisch für Welsh sehr umgangssprachlich und vulgär, was ich als passend für das beschrieben Milieu empfunden habe. Zu Welshs Stil gehören auch wieder viele explizite Sexdarstellungen und ekelhafte Szenen, die nichts für schwache Gemüter sind. Das Verhalten der Protagonisten beschreibt Welsh ohne Bewertung oder moralischen Zeigefinger, die Beurteilung und Interpretation des Geschehens überlässt er dem Leser.

Die Romane von Irvine Welsh gefallen mit Sicherheit nicht jedem und Skagboys macht da keine Ausnahme. Die vulgäre Sprache und der dargestellte Drogenkonsum machen es dem Leser nicht leicht, sich mit den Figuren zu identifizieren oder sie besonders sympathisch zu finden. Wer sich vom Stil und der Thematik nicht abschrecken lässt, den erwartet ein würdiger Nachfolger von Welshs Debüt, dessen Klasse hier fast erreicht wird
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am 27. Oktober 2013
Endlich ist er da, der neue Irvine Welsch Roman. Über 1 1/2 Jahre nach der englischen Erstveröffentlichung erscheint nun die deutsche Übersetzung und das sehnsüchtige Warten hat ein Ende.

Zur Handlung gibt es ohne zu Spoilern nicht viel zu erzählen: Sie spielt im Jahr 1984 und erzählt, wie die sympathischen Loser aus "Trainspotting" und "Porno" zum Heroin gekommen sind. In diesem Sequel sind sie natürlich alle dabei: Mark "Rents" Renton, Simon "Sick Boy" Williamson, David "Scruffy" Murphy, Francis "Franco" Begbie - um nur die wichtigsten zu nennen. Irvine Welsh's Entwicklung hin zur Auseinandersetzung mit dem politischen Klassenkampf der Thatcher-Jahre war ja bereits in seinen letzten Romanen wesentlicher Bestandteil und wird hier weiter entwickelt.

Ich persönlich halte Welsh für einen der größten Lyriker der letzten 20 Jahre, besonders seine überbordende Moralität im Sinne von "Am Ende bekommt jeder das, was er verdient" (wenn - das muss ich zugeben - auch ausnahmslos positiven Charakteren wie Spud Murphy selten etwas Positives widerfährt) ist für mich herausragend. Und natürlich sein unübertroffener Humor, der auch bei "Skagboys" dazu geführt hat, dass ich wiederholt vor Lachen beinahe aus dem Bett gefallen bin. Irvine Welsh ist sicherlich nicht jedermanns Sache, ich hingegen bin auch von Skagboys restlos begeistert.

Getreu der Weisheit "Es ist immer erst ein wenig bewölkt, bevor die Sonne raus kommt", die Sick Boy an einer Stelle im Roman äußert, gibt es aber auch Anlass zu leiser Kritik: Die Abkehr vom langjährigen Übersetzer-Duo Clara Drechsler und Harald Hellmann hin zu Daniel Müller gibt der deutschen Übersetzung einen faden Beigeschmack. Denn dieser hat das Buch sprachlich spürbar entschärft. So wird "C**t" inzwischen ausnahmslos mit "W****er" übersetzt, was dem Slang und der Wortwahl kranker Figuren wie insbesondere Frank Begbie schlicht nicht gerecht wird - das kostet Glaubwürdigkeit und fühlt sich - zumindest für langjährige Welsh-Leser unecht und unglaubwürdig an (wenn die Welsh-Romane im schottischen Original doch nur nicht praktisch unlesbar wären für Nicht-Muttersprachler). Und Worte wie "Mumu" und "Bammel" für die primären männlichen und weiblichen Geschlechtsorgane zu verwenden, ist einfach nur peinlich, Herr Müller, und wird dem harten Stil von Irvine Welsh nicht gerecht. Hier hat auch das Lektorat geschlafen.

Aber das ist Klagen auf hohem Niveau, denn alles in allem ist Welsh mit "Skagboys" ein weiteres Meisterwerk gelungen, welches zwar nicht "Porno" vom Thron verdrängen kann, in jedem Fall aber den Platz aufs Podium seiner Romane schafft und meiner Meinung nach auf einer Höhe mit "Klebstoff" einzuordnen ist.
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am 24. November 2013
nach (meiner meinung nach) etwas enttäuschenden vorangegangenen veröffentlichungen ("das liebesleben der meisterköche", "if you liked school, you'll love work" usw.) ist "skagboys" irvine welsh in bestform! schottische "assis", sozialbauten, drogen- und alkoholprobleme, fußball und frauengeschichten - wer irvine welsh mag, wird hier definitiv keinen fehlkauf tätigen! für alle die den autor noch nicht kennen: trotz oft heftiger handlung und derber wortwahl versteht es welsh feine charaktere zu zeichnen, bei deren höhen (eher seltener der fall) und tiefen (eher öfter der fall) man richtig mitlebt. für alle, die geschichten und charaktere "vom rande der gesellschaft" mögen, eine klare empfehlung.
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am 6. Dezember 2013
Als wären nicht Jahre vergangen seit „Trainspotting“ liest sich dieses neue Werk, die Vorgeschichte, aber auch Geschichte paralleler Entwicklung und ein stückweit doch auch Fortsetzung des damaligen Bestsellers.

Wieder erstehen die 80er Jahre in England vor den Augen des Lesers auf. Thatcherismus, sozialer Umbau (eher Raubbau) und, vor allem, immer stärker sinkende Aussichten für die junge Generation. Falls diese überhaupt was jene Figuren, die im Buch im Mittelpunkt stehen, angeht, Aussichten sucht.

Dreckig ist es da in England, im übertragenen Sinne auf jeden Fall. Orientierungslos und doch cool. Hart und doch suchend. Nur eben auf eine schon in „Trainspotting“ ohne Tabus in Sprache und Darstellung vorgelegte Art und Weise.

Zwar sind die „Helden des Abgesangs“ zu Beginn des Buches noch nicht ganz auf der Ebene des absoluten Kicks, der Sucht, des Abhängens, des „Trainspotting“, doch der Weg ist vorgezeichnet, erkennbar und wird Schritt für Schritt mit morbider Lust gegangen. „Bürgerliche“ Welten wie ein Studium oder Ausbildungen werden verlassen, gar nicht erst angetreten, was soll's.

Sex, Drogen, Sprüche, ein allgemeines „Scheiß-drauf“, kaum jemand vermag dies in solch vielerlei Varianten und Perspektiven schonungslos zu beschreiben wie Welsh.

Danny („Spud“), Mark („Rent Boy“), Simon („Sick“) und die anderen „Herumlungerer“, die schon vor 20 Jahren wie „abgesoffen“ durch das Leben taumelten nimmt sich Welsh noch einmal vor und zeigt aus mittels vielfacher Perspektivwechsel das Abgleiten nicht nur einzelner Personen, sondern einer ganzen Gesellschaft in jenen Jahren in bestens getroffener Atmosphäre im Buch.

„Das Problem mit dieser Wohnung ist nämlich, dass sie direkt neben der Müllrutsche liegt. Zu jeder Tages- und Nachtzeit poltern Flaschen, Dosen, Gläser und anderer Hausrat in dem bes*******Müllschacht nach unten“.

Nur eines der vielen Bilder, in denen Welsh das allgemein Lebensmoment dieser Zeit einfängt und nicht nur den Lärm in einer konkreten Wohnung.

Was Wunder, dass Schritt für Schritt die kleinen und großen „Fluchten des Alltages“ beginnen, eine Rolle zu spielen, bis der größte Teil der Jungs an der Nadel hängen wird. Und doch dies nicht nur aus innerer Haltlosigkeit, sondern auch aus äußerer Perspektivlosigkeit geschehen wird. Was der ein oder andere, vor allem Mark, durchaus mit klarem Blick sehen, wissen wird und dann doch lieber den Kopf im Drogenrausch nach hinten sinken lässt, so ernüchternd ist der Anblick und der Ausblick auf die „reale“ Welt. Denn überwiegend sieht er nichts, was ihm als bessere Alternative geboten werden könnte. Er schießt sich lieber heraus aus diesem Trauerspiel der Realität.

Da hilft auch der Anblick der „Puppen“ im Amsterdamer Rotlichtviertel nicht. Und man ist ja sowieso aus anderen Gründen vor Ort.

In der Sprache ist auch dieser Roman von Welsh nicht einfach zu fassen, trifft aber das Gefühl der Zeit und der Personen auf den Punkt.
Dialoge, Sprüche, hier und da wie nur in Stichworten dahineilende Passagen in Verbindung mit wirklich hartem Stoff, wenn man lesen muss, was man da alles auf Müllkippen finden kann.
Und sich ebenso gewahr ist, dass der Tod ein reger Begleiter dieser Szene Mitte der 80er Jahre (nicht nur) in England war. Aber irgendwelche Gedanken an „Morgen“, das dann doch nicht. Lieber drauflos, was soll's, so treiben die Protagonisten des Romans irgendwohin.

Ein überzeugender Roman mit treffender Umgangssprache, dreckig im Gefühl und der abgehärteten Sprache samt der ebenso harten Welt der „Skagboys“. Wobei durchaus irgendwann auch die Idee, der Zwang, irgendwas im Raume steht, um dem zu entkommen. Wenn das alles nicht so tief eingebrannt im Inneren wäre.
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am 15. September 2014
Skagboys ist das Prequel von "Trainspotting", welches auch vor "Trainspotting" gelesen werden kann.
Das Sequel "Porno" kann man meiner Meinung nach erstmal aussen vor lassen, da "Skagboys" und "Trainspotting" das definitiv Beste sind, was vom aus Edinburgh stammenden Autor Irvine Welsh bisher kam.

Es ist etwas näher an der Realität, politischer, und Erklärungen bringender als der Vorgänger. Es ist nachdenklicher
und nicht ganz so humorvoll wie "Trainspotting". Es ist quasi "ernster" und meiner Meinung nach noch besser als "Trainspotting"- und obwohl ich damals nach dem Lesen des besagten Erstlings dachte, es ginge auf gar keinen Fall besser, musste ich nun erneut meinen Hut vor Welsh ziehen. Skagboys zeigt auf sehr umfangreichen 830 seiten, dass Welsh der Godfather der Gosse ist.

Generell geht es in dem Werk um die bekannte Chaostruppe rund um Mark Renton, und wie die meisten der jungen Protagonisten dem Heroin (skag) verfallen. Das ist tief im Schottland der 80`er verankert und bietet eine echten Einblick in die arme, ewig gebeutelte Unterklasse ohne dabei Klischees abzufeiern.

Nicht so toll finde ich den hohen Verlagspreis, sowie die Dauer der (nicht schlechten) Übersetzung. Hat doch arg lang gedauert bis es hier erschien.
Lesen!
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Edinburgh, Schottland - 1983: Mark Renton ist als Sohn eines gewerkschaftlich organisierten Arbeiters in der Edinburgher Arbeitervorstadt Leith aufgewachsen. Demnächst wird er ein Studium in Aberdeen aufnehmen und ist damit der ganze Stolz seiner Eltern, deren jüngster Sohn unheilbar krank ist. Marks Freunde wuchsen in sozial verwahrlosten Elternhäusern auf, wie sie in der ab Mitte des 20. Jahrhunderts heruntergekommenen Stadt nahezu die Regel sind. Aus Neugier beschließt Mark, für den Drogen kein Neuland sind, auch Heroin ("Skag") zu probieren - aber nur EINMAL. Sein Freund Sick Boy schließt sich an. Und gerade zu dieser Zeit droht Marks Familie durch den Tod des kleinen Bruders zu zerbrechen. Der Beginn einer Abwärtsspirale ohne Ende ...

Beinahe 20 Jahre nach dem Sensationserfolg seines Debüt-Romans TRAINSPOTTING kehrt Irvin Welsh (*1958) mit SKAGBOYS zur Vorgeschichte seiner Anti-Helden zurück. Darin macht er die brutalen Sozial-Einschnitte der frühen Thatcher-Jahre maßgeblich mitverantwortlich für den totalen Abstieg einer jungen Generation, die als produktive Kraft nicht benötigt wird und sich daraufhin in Alkohol- und Drogenexzesse flüchet. Irwin Welsh's Stil ist schonungslos direkt - und die Sprache von schöngeistigen Einflüssen weit entfernt. "Die arbeitenden Zeitgenossen scheinen nicht zu verstehen, wie das bei Männern wie mir läuft, die Vollzeit mit Freizeitaktivitäten beschäftigt sind. Ich bin vollkommen freiwillig arbeitslos, ihr verdammten Vollidioten! Hab nichts mit diesen arbeitsgeilen Drohnen zu tun, die wie in Trance kreuz und quer durch die Stadt rennen und nach nicht vorhandenen Jobs suchen." (S. 35) Die Personen sprechen den Slang der Vorstädte ohne falsche Kompromisse. Die Erzählperspektiven wechseln von Kapitel zu Kapitel und ermöglichen dem Leser durch Vermittlung aus anderer Sicht vielfältige Reflexionen über das Geschehen. Zunehmende Paranoia in Marks Betrachtungen spiegelt den immer rasanteren Abstieg in den Drogensumpf beängstigend wieder.

Der HEYNE-Verlag legt das bereits 2013 erstmals in der adäquaten Übersetzung von Daniel Müller veröffentlichte Werk nun als preisgünstige Taschenbuchauflage in der HARDCORE-Reihe erneut vor. SKAGBOYS fasziniert den Leser von der ersten Seite an. Auch wenn mancherlei Schilderungen nur schwer erträglich sind, kann man das Buch nur schwer aus der Hand legen.
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TOP 500 REZENSENTam 2. Februar 2014
Wer erinnert sich nicht an "Trainspotting", den schockierenden, 1993 erschienenen Klassiker der Underground-Literatur? "Skagboys" der neue Roman des schottischen Autors Irvine Welsh, ist das dazugehörige Prequel und zeigt die Ursachen und Umstände auf, die die Protagonisten zu dem gemacht haben, was sie dann schlussendlich geworden sind.

Handlungsort ist das Schottland der achtziger Jahre, die Städte Leith und Edinburgh. Die Wirtschaft liegt am Boden, und die Premierministerin Maggie Thatcher, auch bekannt als die "Eiserne Lady" regiert mit harter Hand. Die Einschnitte ins soziale Netz werden immer tiefer und die Politik kümmert sich nur noch um die Besitzenden, die ihren Wohlstand auf Kosten derjenigen vermehren, die eh kaum etwas ihr eigen nennen können. Die Situation der jungen Erwachsenen ist verfahren, es gibt keine Perspektive, und trotz ordentlicher Ausbildung bleibt den meisten am Ende nur die Arbeitslosigkeit und Armut. Warum sich dann anstrengen?

Auch Mark Renton und seine Freunde Sick Boy, Spud und Franco gammeln herum und leben planlos in die Tage hinein, deren Eintönigkeit lediglich durch Alkoholexzesse und den einen oder anderen Joint unterbrochen wird. Ab und zu ein Bruch, damit die harten Drogen wie "Skag" (= Heroin), die allmählich ins Spiel kommen, finanziert werden können. Und damit ist der völlige Absturz dieser Clique bereits vorherbestimmt. Wie es dann mit den Freunden weitergeht, kann man in "Trainspotting" lesen.

"Skagboys" setzt sich aus einer Vielzahl verschiedener Einzelepisoden zusammen, in deren Mittelpunkt die Protagonisten stehen. Teils banal, teils tragisch, aber immer sehr intensiv. Offenbar erinnert sich Irvine Welsh noch gut an diese Zeit, die die Gesellschaft im Vereinigten Königreich nachhaltig geprägt und verändert hat und deren Auswirkungen noch bis in die Gegenwart zu spüren sind.

Der Roman ist mit 830 Seiten sehr umfangreich, und mit Sicherheit ist auch einiges Material eingearbeitet, das nicht unbedingt dem Fortgang der Erzählung dient. Aber der Autor hat sich mit Sicherheit etwas dabei gedacht, denn um den Zeitgeist und die Protagonisten mit all ihren Facetten zu erfassen, sind auch diese Passagen notwendig.

Irvine Welsh behandelt brisante Themen und gibt den gesellschaftlichen Außenseitern und denen, die ganz unten angekommen sind, eine Stimme. Ein beeindruckendes Buch und gleichzeitig ein gesellschaftspolitisches Statement. Eindringlich empfohlen!
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am 11. Dezember 2014
Skagboys ist ein wirklich authentischer Roman von Irvine Welsh. Die Geschichte handelt von ein paar Jungs im England der 80iger Jahre die immer tiefer in die Heroin(Skag)sucht abstürzen. Wirklich spannende und abwechlungsreiche Erzählung mit Emotionen, Sex, Musik und den Problemen von jungen Menschen die auf die schiefe Bahn geraten
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am 19. Januar 2014
Bei "Skagboys" handelt es sich um die Vorgeschichte zu "Trainspotting", Irvine Welsh hat darin viel Material verarbeitet, das er für seinen Bestseller von 1993 nicht verwenden konnte. Mark Renton und all die anderen bekannten Charaktere sind wieder mit dabei, leben allerdings zu Beginn des Buches ein noch eher normales Leben ohne Drogen. Mark geht zur Uni, führt eine Beziehung und kommt nur an den Wochenenden nach Edinburgh, wo er seine Freunde trifft. Erst nach und nach gerät er auf die schiefe Bahn, probiert zum ersten Mal Heroin und wird schließlich abhängig.

Auch wenn Mark die zentrale Figur in diesem Roman und auch in "Trainspotting" ist, gibt es viele andere Figuren, aus deren Sicht einige Kapitel geschrieben sind. Man liest also nicht nur eine Geschichte, sondern viele verschiedene Geschichten, die durch die darin vorkommenden Personen zusammenhängen. Irvine Welsh schafft es dabei, die verschiedenen erzählenden Figuren auch stilistisch voneinander abzugrenzen. Trotz der Fülle der Charaktere wächst einem im Laufe des Buches jeder einzelne ans Herz und ich habe alle Handlungsstränge mit gleichem Interesse verfolgt.

Im Gegensatz zu "Trainspotting", in dem alle Figuren schon drogensüchtig sind, schimmert in "Skagboys" immer wieder etwas Hoffnung durch. Mark und seine Freunde leben zeitweise ein relativ normales Leben mit dem ein oder anderen Alkoholexzess, könnten aber durchaus noch die Kurve kriegen. Leider rutschen sie im Laufe des Buches immer weiter ab und wer "Trainspotting" gelesen hat, weiß auch, dass es eigentlich keine Hoffnung gibt. So ist "Skagboys" natürlich auch ein trauriges Buch über eine Generation, die dank hoher Arbeitslosigkeit in Schottland keine andere Perspektive als Kriminalität, Drogen und Alkohol hatte.

Irvine Welsh nimmt kein Blatt vor den Mund und nennt die Dinge beim Namen. Daniel Müller hat das in seiner Übersetzung etwas abgeschwächt, bezeichnet das männliche Geschlechtsteil zum Beispiel als "Bammel". Damit bin ich auf Dauer nicht glücklich geworden und habe nach der Hälfte des Buches zum englischen E-Book gewechselt. Das ist zwar dank des schottischen Dialektes, in dem Irvine Welsh schreibt, nicht einfach zu lesen, aber man gewöhnt sich daran. Das Original hat mir dann viel besser gefallen als die etwas verklemmt wirkende Übersetzung.

Das Buch hat mich begeistert und über einen längeren Zeitraum begleitet. Wer "Trainspotting" mochte, dem wird bestimmt auch diese ausführliche Vorgeschichte gefallen. Ich würde aber jedem, der es sich zutraut, das englische Original empfehlen.
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