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am 18. Dezember 2013
Das Buch beginnt seltsam und bleibt bis zum Ende seltsam. Die geheimnisvolle, scheinbar eigenen grammatischen Regeln folgende Sprache. Die vielen Ausrufezeichen und Kursivschreibungen im laufenden Text. Die gedanklichen Sprünge. Die oft unklaren, schwer zu fassenden Aussagen. Nach ein paar Seiten dachte ich: Das halt' ich nicht aus, das ist nichts für mich. Aber dann schlug mich dieser rätselhafte, hermetische Text immer mehr in seinen Bann, und ich entdeckte, dass die seltsame Form sehr gut zum Inhalt passt, zu den großen Dingen des Lebens, von denen der Autor erzählen will. Für diese Dinge gibt es keine passende Grammatik, keine passenden Vokabeln oder Zahlen. Über diese Dinge spricht man am besten in Gleichnissen. Denn der fast 80jährige Schwede Per Olov Enquist will uns etwas über den christlichen Glauben, über die erotische Liebe und über den Tod mitteilen. Das sind große, umfassende Themen, und besonders das mittlere hat er in diesem weitgehend autobiographischen Roman anschaulich und bewegend in Worte und "Gleichnisse" gefasst, deshalb m.E. passend der Untertitel "Ein Liebesroman".

Im "Gleichnis von der Frau auf dem astfreien Kiefernholzboden" S. 75-105 beschreibt Enquist sehr detailliert, sehr zart, sehr gefühlvoll, wie eine reife Frau von 50 Jahren einen 15jährigen Jungen in die Geheimnisse und Freuden der körperlichen Liebe einführt: "Und nach einer nahezu unermüdlich langen Weile des Hineinziehens und Hinausstoßens hatte sie ihren Kopf nach hinten gebogen und beide Augen geschlossen gehalten und war immer atemloser geworden ... " Die beiden reden nur wenig, am Ende sagt sie: "'Es war schön. Ich danke dir.' 'Dir selbst auch vielen Dank', hatte er erwidert. Sie hatte ihn da angesehen und gelächelt, als habe er genau das Richtige gesagt." Das ist sehr poetisch. Und danach, S.107, gibt Enquist uns eine Art Definition der Sexualität, die mir wirklich nachdenkenswert erscheint: "Er hatte, später, die Sexualität immer so aufgefasst, als sei sie die Öffnung der innersten Tür zu einem anderen Menschen. Es gab andere Türen, aber diese war die innerste, und die entscheidende. Er öffnete, sie öffnete, so traten sie ineinander ein, in einer vielleicht kurzen Begegnung, es konnte schön sein oder falsch, aber es war ein Eintreten in den innersten Raum." Diese Auffassung der Sexualität erscheint mir als sehr groß, sehr angemessen, sehr wertvoll im Blick auf all das, was menschliche Sexualität bedeuten und beinhalten kann. Weniger passend fand ich die Verknüpfung solcher erotischer Gedanken mit spirituellen Gedanken und Gefühlen im christlichen Glauben. Aber auch diese mir fremde, rätselhafte Verknüpfung hat der Autor mir zumindest ein Stück weit nahegebracht. Deshalb mein Fazit: Ein seltsames Buch, und doch eines mit einer gewissen Sogwirkung, das mich stellenweise gefesselt und fasziniert hat.
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Der Autor sagt es immer wieder in diesem Roman: Ich kann keine Liebesgeschichte schreiben. Auf die übliche Weise kann er es tatsächlich nicht. Aber hat man diesen Roman gelesen, denkt und spürt man: Was sonst als einen Liebesroman habe ich da gelesen, was anders als eine Liebesgeschichte? Der durch die Nichte der Geliebten übermittelten Kritik am Autor schließe ich mich vollinhaltlich an. Ihre Tante hat recht, wenn sie bemängelt, dass er so herum schreibt. Aber indem man das Wesentliche umkreist, gelingt es nicht selten, wenn der Autor Enquist heißt, sich dem im Grunde Unerklärlichen mehr anzunähern, als auf andere Weise.
Vielleicht eine Marotte von mir. Ich konnte mich deshalb eines Grinsens nicht erwehren, als ich als (Hier will das Wort, das die Vergangenheit von lesen ausdrückt einfach nicht stehen bleiben. Es wird immer wieder zu“als“. So lässt sich nun wirklich keine Rezension schreiben!) dass Tante Ellen sich manchen Roman ausgeliehen hat. Das empfiehlt sich bei Schriftstellern, die man gerne liest. Kaufen und es in den Bücherschrank stellen, kann man es bei Gefallen immer noch.
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am 12. September 2014
Man (ich) kann den Roman nur langsam, aufmerksam lesen. Aber der Stil und die besonderen Wörter sind soo gut. So hatte ich eine Vereinigung noch nie beschrieben bekommen. Ich bin total begeistert. Aber wie gesagt: langsam lesen und nachspüren.
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TOP 500 REZENSENTam 20. Oktober 2013
Die Erzählung von Enquist, eine erinnernde Rückblende auf ein langes Leben, kreist um die Grundfragen menschlichen Daseins: Liebe und Gott. Der fiktive Erzähler erinnert sich an der Schwelle zum Tod, wie er sich aus der puritanischen Sexualmoral seiner Kindheit befreien konnte, und zwar durch die einzigartige Erfahrung der erotischen Liebe. Ist die erotische Liebe vielleicht ein Ersatz für den verloren gegangenen Gott geworden? Kann es überhaupt eine Welt ohne den Glauben geben? Die eigenartige Verbindung dieser Fragen wird in folgendem schönen Bild klar: jemand war an Jesus angepflockt, war aber im Kreis gelaufen, mit der Lust als Zugkraft.

Die lebenslange Suche nach menschlicher Liebe und nach Gott, damit beschäftigt sich der schwedische Autor Per Olov Enqist in seinem Roman. Wozu treibt uns die mächtige Kraft der erotischen Liebe, der Lust und Begierde und was macht der Glaube, zumal in Gestalt des engstirnigen und puritanischen Glaubens mit uns?
Dreh- und Angelpunkt ist die vom Erzähler erfahrene erste geschlechtliche Liebe mit 15 Jahren - sein Damaskuserlebnis. Hierin erfährt er, dass erotische Liebe nichts unmoralisches ist, wie der prüde Glauben seiner Kindheit es ihm weismachen wollte, sondern eine Befreiung ins Leben bedeutete. Liebe, sagt der Erzähler, ist uns eingebrannt wie ein Brandzeichen in ein Tier.

Was prägt den Erzähler, seine Sicht des Todes und der Lust? Da gibt es etwa die Großkusine, die er, als sie eng im Schulkorridor zusammen standen, an der Brust berührt hatte. Und er erinnert sich, wie sie später von der strenggläubigen und ernsten Mutter ins Irrenhaus getrieben wurde, nachdem sie den ungläubigen, freigeistigen Bräutigam der Tochter aus dem Hause gejagt hatte. "Besser eine verrückte Tochter im Irrenhaus als eine sündige Tochter im Himmel." Was geschieht nicht alles böses im Namen des Herrn. Ein Leben - das der Tochter - wird verkauft an Christus. Die Großkusine als Gleichnis für das erste zarte, halbe Erwachen der Liebe in dem Erzähler, aber auch für die grausamen Folgen der puritanischen Sexualmoral der Kindheit.
Und dann gab es noch die Tante Valborg, die ein schweres und einsames Leben hatte. Von ihr hat der Erzähler den Mut gelernt, sich gegen die Unterwerfung an Jesus aufzulehnen. Er lernte durch sie die Leugnung Gottes. Denn immer wenn die Tante in ihrer Einsamkeit zu Gott betete, war eines sicher: das beharrliche Schweigen des Herrn. Immer. Immer. Warum sollte die Tante an den Erlöser glauben, der sie doch vergessen zu haben schien?

Geprägt wurde der Erzähler jedoch am entschiedensten von der 51-jährigen Frau, die ihn - den 15 jährigen - an einem heißen Sommertag auf einem "astfreien Kiefernholzboden" verführt und in die erotische Liebe eingeweiht hatte. Dem Autor gelingt eine wunderschöne Beschreibung dieses Hineinfallens zweier sich zufällig begegnenden Menschen in die "Sünde" fernab jedes neugierigen Voyeurismus. Auch die zweite Begegnung mit dieser Frau einige Jahre später sowie die Begegnung an ihrem Grab, wird sehr feinsinnig beschrieben. Die Sprache hält das Offene, Unausgesprochene, nicht Endgültige dieser Beziehung, die den Erzähler ein Leben lang begleitet, aus.

Sexualität ist keine Sünde, sondern die Öffnung der innersten Tür zu einem anderen Menschen. Es gibt andere Türen, aber dies ist, so der Erzähler, die innerste und entscheidende. Man tritt ineinander ein und hinterher ist es nie mehr wie vorher.
Die Erkenntnis des Buches: die erotische Liebe widerspricht nicht dem Glauben, es ist im Gegenteil das stärkste religiöse Erlebnis des Lebens. Am größten von allem ist die Liebe. Die Liebe und Gott kann man nie verstehen, aber wer wären wir, wenn wir es nicht versuchten. Vielleicht ist die Wahrheit des Lebens: Gott und Liebe sind dasselbe.

Leider liest sich das Buch manchmal etwas holprig, weil auf Späteres verwiesen wird oder Texte eingeschoben werden, die den Erzählfluss hemmen. Ironie und Leichtigkeit kommen zu kurz. Manchmal ist der Text von einer Schwere und Melancholie, von Grausamkeiten, Irren und unerfüllten Sehnsüchten.
Außerdem beschränkt sich die erzählerische Auseinandersetzung mit Gott zu sehr auf den strengen Glauben der Kindheit. Für diese Selbstbeschränkung von Enquist gilt daher auch das, wofür er im Buch selbst ein schönes Bild findet: jeder Mensch ist wie eine vom Fliegenfängerklebstoff festgehaltene Fliege. Jeder hat seinen Kreis an Vorlieben und Leidenschaften, die ihn gefangen halten, ein Leben lang.
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5 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 18. Oktober 2013
Enquist hat mit seinem Buch "ein anderes Leben vielleicht zu hohe Erwartungen geweckt. Beim Buch der Gleichnisse ist man weniger sicher über die Authentizität. Die Liebeszene ist umwerfend, in der Folge sackt die Spannung aber ab. Die religiöse Traumatisierung ist nachvollziehbar, aber etwas mehr Dialektik damit wäre wünschbar.
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0 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Der Schreibstil dieses Buches ist sehr schlecht. Viele Sätze nicht ausformuliert, Handlung nur schwer erkennbar bzw. zu folgen, vieles ist ohne erkennbaren Sin kursiv gedruckt. Kurzum, ich musste mich durch dieses Buch quälen. Ich hatte es bestellt aufgrund einer Buchrezension im Deutschlandfunk. Daneben gegriffen.
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