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71 von 83 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen sehr empfehlenswert
Viele Millionen Menschen haben in dem Spielfilm "Schindlers Liste" Amon Göth gesehen, der von seinem Balkon aus zum Zeitvertreib jüdische Lagerinsassen erschießt. Wie Amon Göth seinen Sadismus und seine Bestialität als Lagerkommandanten des Lagers in Plaszow hemmungslos auslebt, hat sich den meisten Zuschauern tief ins Gehirn gebrannt...
Vor 11 Monaten von Dienina Casta veröffentlicht

versus
10 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Starker Beginn, dann Enttäuschung
Als ich erste Ankündigungen über das Buch in der Presse las, war ich mehr als gespannt.
Der Anfang ist auch wirklich gut, die Fakten geschichtlich interessant, aber dann zerfließt Frau Teege
leider in Selbstmitleid und man beginnt querzulesen, um es schnell zu beenden. Schade.
Vor 8 Monaten von gathosiru veröffentlicht


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71 von 83 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen sehr empfehlenswert, 22. September 2013
Viele Millionen Menschen haben in dem Spielfilm "Schindlers Liste" Amon Göth gesehen, der von seinem Balkon aus zum Zeitvertreib jüdische Lagerinsassen erschießt. Wie Amon Göth seinen Sadismus und seine Bestialität als Lagerkommandanten des Lagers in Plaszow hemmungslos auslebt, hat sich den meisten Zuschauern tief ins Gehirn gebrannt.

Jennifer Teege entdeckt 2008 zufällig bei einem Bibliotheksbesuch mit 38 Jahren, dass Amon Göth ihr Großvater ist. Diese Erkenntnis wirft sie aus der Bahn, ihre schon früher auftretenden Depressionen brechen wieder hervor. Dieses Buch schildert, wie sie ihre Biographie vor diesem Hintergrund aufarbeitet.

Täter- wie Opferfamilien ist in den meisten Fällen gemein, dass sie in der ersten und zweiten Generation das Thema totgeschwiegen und/oder bagatellisiert haben. Erst die dritte Generation fängt zaghaft mit einer Aufarbeitung an. Doch die zweite und dritte Generation ahnten, dass etwas nicht stimmte, sie spürten das Schweigen, die Spannungen und oftmals war auch bekannt, dass der eigene Angehörige in die Verbrechen in irgend einer Weise verstrickt war, doch thematisiert wurde es auch dann nicht.

Bei Jennifer Teege ist das anders, sie kam einen Monat nach ihrer Geburt in ein Kinderheim und mit drei Jahren in eine Pflegefamilie. Sie war nicht nur ahnungslos, sie war zudem den Familieneinflüssen weitgehend und ab ihrem siebten Lebensjahr durch ihre Adoption ganz entzogen.

Teege beschreibt in diesem Buch, wie sie die Entdeckung erlebt, wie es ihr dadurch geht und wie sie Schritt für Schritt um die Aufarbeitung kämpft. Dabei kommt ihre gesamte Lebensgeschichte, die sehr stark geprägt ist, dass ihre Eltern sie verlassen und sie adoptiert wird, zur Sprache. Die gut geschriebenen Abschnitte von Teege werden durch Erklärungen der Stern- Redakteurin Nikola Sellmair unterbrochen.

Diese Unterbrechungen habe ich an den meisten Stellen als störend empfunden. Die sehr persönlichen Abschnitte von Teege waren sehr bewegend und wurden häufig durch die sachlichen Einschübe von Sellmair zerhackt. In den Momenten wollte ich einfach wissen, was Teege zu sagen hat.
Die Ausführungen von Sellmair sind äußerst interessant, zumal wenn sie auf die Person Teege oder die Menschen eingehen, die eng mit Jennifer Teege verbunden sind. Dann sind sie auch an den jeweiligen Textstellen angebracht. Alles andere hätte man etwas mehr vom fließenden Text trennen sollen. Die Beschreibungen über die Lage in Israel fand ich regelrecht störend, nicht dass es nicht interessant wäre, doch in dem Buch geht es um Jennifer Teege und ihren Weg, auch wenn der mit Israel stark verbunden ist.

Die Beschreibungen von Teege fand ich äußerst interessant und bewegend. Die transgenerationelle Weitergabe von Traumata, Taten und Erlebnissen der Vorfahren ist ein höchst wichtiges Thema. Nur die Aufarbeitung verhindert die Weitergabe an die folgende Generation. Gerade da Teege so lange ahnungslos und von ihrer Familie weitgehend isoliert war. Sie sagt, sie habe immer gespürt, da ist noch etwas, was ihr Leben negativ beeinflusst, etwas Unbekanntes, etwas Großes. So zeigt diese Lebensgeschichte besonders deutlich, wie stark das Leben der Vorfahren auf uns wirkt.

Doch es ist in diesem Fall vermutlich auch schwer zu trennen, was wie gewirkt hat, denn Jennifer Teeges Leben ist durch seit frühster Kindheit durch dramatische Ereignissen und Traumata schon schwer belastet. Was gibt es schlimmeres für ein Kind, von den Eltern im Stich gelassen zu werden. So ist nicht leicht zu trennen, was hat damit zu tun und was mit der Zugehörigkeit zu einer Täterfamilie.

Teege schafft es, ihre Lebensgeschichte aufzuarbeiten. Ihr Weg dahin ist sehr beeindruckend und äußerst lesenswert. Die Auseinandersetzung mit den eigenen Erfahrungen und die Analyse ist höchst interessant. Auch die Auseinandersetzung mit der Großmutter, der Geliebten von Ammon Göth in Plaszow, ist sehr berührend, zeigt sie doch wie groß der Konflikt ist, dass ein Mensch den man liebt (Teege hatte bis zu ihrem siebten Geburtstag Kontakt zur Großmutter) Dinge getan hat, die einem selbst zutiefst zuwider sind und die man nicht nachvollziehen kann.

Die Auseinandersetzung mit der Mutter, die als Nachgeborene ebenfalls mit der Bürde versucht zu leben und oft genug daran verzweifelte, ist insofern weitaus schwieriger, weil diese Auseinandersetzung durch die Tatsache belastet ist, dass die Mutter ihr Kind verließ. Mutter und Tochter leiden an den Taten ihres Vaters/Großvaters und können doch nicht zusammenfinden.

Amon Göth schwebt durch seine unmenschlichen Taten über der Familie. Sellmair beschreibt ihn detailliert, doch Teege setzt sich im Buch nur sehr wenig mit ihm und ihren Gefühlen ihm und seinen Taten gegenüber auseinander. Sie betont, wie sehr sie seine Taten verabscheut, aber wie sie lernt, mit diesem Großvater zu leben, hat sich mir nur sehr begrenzt erschlossen. Ich akzeptier, wenn jemand über diesen schweren Prozess nicht im einzelnen sprechen kann. Doch wenn Teege eine Weg gefunden hat, damit umzugehen und es für sich zu klären, wäre es sicher eine große Hilfe für andere Betroffene.

Das Buch zeigt wie die anderen auch zu diesem Thema deutlich, wie schwer sich Nachfahren von Tätern tun, ihr Leben zu meistern, mit den Taten ihrer Vorfahren zu leben und die von ihnen übernommene Schuld zu bewältigen. Sie leben mit dem eigenen Impuls und dem Impuls der anderen, die Täter waren die Verbrecher und so hätten die Nachkommen kein Recht auf Leiden oder Verständnis. So tragen die meisten an der vom Täter übernommenen Schuld, kämpfen mit schweren Problemen im Leben und begeben sich selbst in eine Art Sippenhaft der Täterschaft.
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Dritte Generation, 27. November 2013
„Was ist Familie, das, was wir erben, oder das, was wir miteinander teilen?“ Jennifer Teege weiß es nicht mehr, sie distanziert sich zunächst von ihrer Adoptivfamilie als sie in ihrem achtunddreissigsten Lebensjahr durch reinen Zufall erfährt, dass sie die Enkelin von Amon Göth, dem Kommandanten des Arbeits- und Konzentrationslagers Plaszów in Polen ist, von Amon Göth, dem Schlächter, einem psychopathischen und sadistischen Mörder: so ist er in die Geschichte eingegangen.

Sie reagiert verstört und vorwurfsvoll, warum hat man ihr die Familiengeschichte verschwiegen? Als Kind hat sie, vierwöchig in ein katholisches Kinderheim, mit drei Jahren in die Pflegefamilie gegeben, mehrmals engste Bezugspersonen verloren, die Mutter, die Großmutter, Schwester Magdalena, sie alle haben sich in Luft aufgelöst, sind wortlos verschwunden. Zwar haben die Adoptiveltern den Kontakt zur leiblichen Mutter und zur Großmutter nicht sofort und vollständig unterbunden, aber zum vermeintlichen Wohl des Kindes auch nicht gern gesehen oder unterstützt. Erklärungen gab es nicht. Es war nicht die Zeit der Erklärungen, die Menschen und die Psychologie waren noch nicht soweit.

Jennifer geht nach dem Abitur nach Paris, dort lernt sie junge isralische Frauen kennen, sie besucht Israel, bleibt und studiert in Tel Aviv Afrikanistik und die Geschichte des Mittleren Ostens, hebräisch lernt sie auch. Sie ist unbefangen, denn sie weiss noch nichts davon, dass sie zu der dritten Generation der Täter gehört.

Jennifer leidet unter Depressionen. Sicherlich hängt ihre Krankheit, die sie sich nicht erklären kann, auch mit den Verlusterfahrungen ihrer Kindheit zusammen. Aber da ist noch mehr: das Schweigen, das sie belastet, eine dunkle sie umgebende Wolke: diesem angstmachenden Nebel will Jennifer nachgehen, ihn auflösen, sie macht sich an den quälenden Weg der Aufarbeitung: besucht die Orte des Schreckens, spricht mit Zeitzeugen, spürt die leibliche Mutter auf und erzwingt Gespräche. Den Vater hat sie schon viel früher gefunden, er kommt ihr nicht nahe, sie fühlt sich überfordert von seiner zahlreichen Familie.

Jennifer Teege hat sich die Zeit genommen, die sie brauchte, um sich zu nähern, um zu verstehen, wenigstens ansatzweise, um ihre eigenen Gefühle zu spüren, zuzulassen, zu akzeptieren, um die Schuldfrage zu klären. Ist da eine Schuld, die auch sie betrifft? Um sich zu versöhnen? Um authentisch zu werden, authentisch bleiben zu können, gerade auch im Umgang mit ihren israelischen Freunden.

Und um zu wissen, wohin sie gehört. Letztendlich. Und um weiterzuleben, ohne dass der Nationalsozialismus das Leithema des Lebens wird, wie es bei der Mutter der Fall war.

Die Autobiografie Jennifer Teeges und deren Verarbeitung durch Nikola Sellmaier zeichnet sich durch eine hohe Sach- und Sprachkompetenz aus, die es ermöglicht, die schmerzhafte und schuldhafte Geschichte des Holocaust, - seines Schreckens, seiner Grausamkeit, seiner Unmenschlichkeit -, dessen Auswirkung bis in die heutige Generation hinein spürbar ist , ohne emotionale Überzeichnung, ohne Rührseligkeit und ohne künstliche Zerknirschung, jedoch mit grosser Betroffenheit und tiefer Einsicht anhand eines Einzelschicksals zu vermitteln. Dafür gebührt Jennifer Teege Respekt. Denn nie dürfen wir vergessen!

Den einzigen Kritikpunkt bildet der reißerische Untertitel, ihn hätte es wirklich nicht gebraucht, das Buch spricht für sich.

Fazit: Dieses Buch ist sehr leicht lesbar, lesbar für jedermann, und doch stehen die Autoren meiner Meinung nach thematisch beinahe in einer Reihe mit Herta Müller. Daher gebe ich eine unbedingte und hundertprozentige Leseempfehlung.
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20 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Intelligent und anrührend, 11. Oktober 2013
Intelligent, anrührend, spannende Themen: Adoption, Holocaust, Familie, Schuld, Freundschaft
Ich hatte schon den Stern-Artikel von Frau Nikola Sellmair über Frau Teege kopiert und im Unterricht verwendet, denn ein solches Schicksal, das den Holocaust noch einmal ganz nah an die jetzige Generation heranrückt, ist auch für die Jüngeren faszinierend. Auch in ihrem Buch hat die Stern-Journalistin die Geschichte der Frau Teege gründlich recherchiert und anrührend aufgeschrieben, und das immer im Wechsel zweier Erzählstile. Ich fand das eine gelungene Abwechslung. Es ist kein Buch nur über Frau Teege oder ihren Großvater, den KZ-Kommandanten Amon Göth: Es geht auch um Themen wie Familie, Adoption, Geheimnisse, das heutige Israel und das Wesen von Freundschaft.
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16 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Im Feuer des Traumas..., 16. Oktober 2013
Von 
A. Zanker (CH) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Jennifer Teege hat ein ausserordentliches, ehrliches, authentisches, Buch geschrieben, das beeindruckt und dieses Buch so lesenswert macht. Da dieses Buch verschiedene Facetten hat, verschiedene Blickwinkel, verschiedene Themenbereiche, kann man es auch völlig unterschiedlich lesen. Was mir persönlich an diesem Buch so besonders gefällt, dass hier eine Frau, sich mit der Wahrheit konfrontieren will, hier schreibt eine Frau, darüber wie sie mit einem erlebten Trauma umgehen will und muss, auch wenn es ihr dabei alles andere als gut geht. Hier will jemand wirklich wissen wer er ist, wo er herkommt, und welche Bedeutung die eigene Herkunft für das eigene Leben spielen kann. Jennifer Teege tut dies auf eine Art und Weise, die anrührt, betroffen und traurig macht, doch sie lässt den Leser auch an ihrer eigenen Auseinandersetzung, dem eigenen Leiden, der eigenen Suche und dem was ihr zu schaffen macht, teilhaben. Insofern hat für mich dieses Buch auch etwas sehr Persönliches und Intimes. Wenn man weiss, dass ihre Kindheit mit Verleugnen, banalisieren und schweigen gepflastert war, erstaunt es umso mehr, wie unerbittlich, hier jemand auf der Suche ist, vor allem dann, wenn das bisherige Leben, aufgrund eines Buches, das sie zufällig entdecken sollte, völlig aus den Angeln gehoben wurde. Wir leben in einer Gesellschaft, in der immer wieder Traumen erzeugt und geschaffen wurden. Hier wuchs eine junge Frau in einer traumatisierten Familie und Umgebung auf, in der gleichzeitig, alles totgeschwiegen wurde, was natürlich zu der damaligen Zeit und zu dem Thema passte und so war, wie es eben war.

Als die Autorin in einer Hamburger Bibliothek auf das Buch "Matthias Kessler: Ich muss doch meinen Vater lieben" stösst, wird sie mit der Biographie über Ihre Mutter konfrontiert und erfährt dabei, die Enkelin von Amon Göth zu sein, einem ehemaligen Nazi-Kommandanten in Polen. Sie wird in Depressionen fallen, wird die Vergangenheit beginnen auszugraben und Fragen zu stellen. Die Ahnung, dass etwas in ihrer Familie nicht stimmte, wird plötzlich bestätigt! Doch schnell wird für sie klar, wie wenig sie von ihrer Mutter, deren Mutter und jenem Mann wusste, der Hunderte von Häftlingen im damaligen Lager in Plaszow / Polen selbst tötete. Jennifer Teege wurde zunächst in ein Kinderheim gesteckt das von Nonnen geführt wurde, später wurde sie in einer Adoptionsfamilie aufgenommen und hat auch deren Namen angenommen. Was bedeutet es für ein kleines Mädchen, von der Mutter weggegeben zu werden und adoptiert zu werden? Über lange Strecken hatte sie keinen Kontakt zu ihrer Mutter, der bis heute nie ein richtiger wurde, zu ihrer Grossmutter hatte sie schon fast eine nähere Beziehung, der Frau von Amon Götz, Ruth Irene Kalder. Für Jennifer Teege wird ihre Suche in der eigenen Familie, in der vieles verschwiegen wurde, eine Reise ins Grauen. Sie konfrontiert sich mit der Grausamkeit ihres Grossvaters, dessen Leben auch im Film "Schindlers Liste" einen recht wichtigen Platz einnahm. Ein Mädchen, das man von der Wahrheit abblockte, die in Israel zu leben begann und sogar hebräisch zu sprechen begann...Was mit 20 schon latent spürbar war, kommt dann mit 38 Jahren voll zum Ausdruck, was schon vorher intuitiv spürbar war, findet durch ein Buch seinen Weg zur Wahrheit, die für Jennifer Teege immer wichtiger wird.

All das Unausgesprochene, sucht einen Weg der Auseinandersetzung, Schindler wird ein Thema, wie Juden damals im dem Lager und unter welchen Bedingungen leben mussten, je mehr sie sich in die verschwiegene Vergangenheit stürzt, desto mehr traut sie sich gar nicht mehr, anderen Menschen ihre Identität zu offenbaren. Sie fährt nach Krakau, lässt sich alles zeigen, sieht sich Filme an, liest Bücher, trifft Menschen, wie eine Welle rollt die ganze Informationsflut über sie hinweg. Doch ist dieses Buch nicht nur eine Auseinandersetzung, mit dem Leben eines Nazi-Kommandanten, sondern eben auch was bedeutet es von der Mutter wegegeben zu werden, keinen Kontakt mehr zu ihr zu haben, welche Kraft haben Freundschaften und vor allem: Welche zerstörerische Kraft haben sorgsam gepflegte Familiengeheimnisse??? Jennifer Teege bricht auf, geht in Therapie, stellt sich dem eigenen Familientrauma, möchte genau das ihren beiden Söhnen ersparen. Sie begibt sich im wahrsten Sinne in das Feuer des Traumas. Für den Leser bringt das eine hohe Leseintensität mit sich, dass man dieses Buch gar nicht mehr aus der Hand geben möchte, zumindest mir ging es so. Gleichzeitig wird in diesem Buch wie von einer dritten, sachlichen Position aus, das persönlich erzählte, auf eine sachliche Ebene gebracht, die vermutlich von Nicola Sellmair verfasst wurde, da sie beide dieses Buch ja zusammen geschrieben haben.

Das kann zwar anfangs ein wenig stören, doch gibt es dem Ganzen auch eine gesunde Distanz, und eine Ordnung die gut tut. Wir erfahren in diesem Buch, wie eine Zweit- und Drittgeneration eines Nazi-Verbrechers umgeht. Nicht selten haben sich Nazi-Angehörige, ehemaliger Kriegsverbrecher suizidiert, auch die Grossmutter von Jennifer Teege wird dies tun. Vielleicht kann man das als ein Zeichen werten, dass das alleinige Totschweigen von erlebtem das traumatisch war, Menschen innerlich auffressen konnte...Jennifer Teege will dies jedoch weder für sich, noch für ihre Familie zulassen. Man bekommt viele Informationen und Hinweise in diesem Buch, erfährt vielleicht Dinge, die man noch gar nicht wusste. z.B. kann man sich heute noch immer die Exekution von Aman Göth auf youtube ansehen, so makaber das klingen mag. Hier wird wirklich eine Ausandersetzung von Opfer und Täteridentitäten reflektiert, hier erfährt man wirklich wie es diesen Menschen ging, wie etwa ihrer Mutter Monika oder ihrer Grossmutter Ruth. Trotz aller Schwere, Betroffenheit, Trauer, und Anrührung, macht dieses Buch trotz alledem so etwas wie Mut und Hoffnung, was dieses Buch zu einer faszinierenden Lektüre macht, weil hier Jennifer Teege etwas durchlebt und die Vergangenheit hinter sich lassen möchte, um das eigene Leben leben zu können. Daneben geht dieses Buch auch auf die Kraft von Freundschaften ein. Hier geht eine Frau entschieden, gegen die angestammte Verschwiegenheit und das Besondere: Zusammen mit Anderen! Das finde ich beachtlich und bereichernd, volle Punktzahl für dieses starke Buch, das viel mehr ist als eine Holocaust-Verarbeitung einer Nachgeborenen! Für mich hat Jennifer Teege nicht nur Lebensgeschichte, aufgearbeitet, sondern sie hat sich mit dem Feuer des Traumas mit aller Konsequenz konfrontiert, und sich damit auch befreit. Befreit von gebundener Energie, die wieder für das jetzige Leben zur Verfügung steht. Das ist doch genau das, was wir heute brauchen. Das ist konkrete Heilarbeit, mit dem Bewusstsein, Altlasten nicht an unsere Kinder weitergeben zu wollen. Ich persönlich, kann darin nur meine tiefste Wertschätzung und Berührung darin ausdrücken, was für eine Frau, was für ein Leben, was für eine Entschiedenheit, was für ein Buch!!!

Empfehlung.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Geschichte Holocaust, 17. Juni 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Amon: Mein Großvater hätte mich erschossen (Kindle Edition)
Dieses Buch sollte in der Schule als Beispiel unserer Vergangenheit in Deutschland von allen Jugendlichen gelesen werden. Das besondere dieses Buches ist der beispielhafte Umgang der Autorin mit der unfreiwilligen Bürde, den sie als Nachkomme zu tragen hat. Menschliche Größe hat hier einen besonders wertvollen erzieherischen Wert, ohne missionarische Tendenzen. Ein Meisterwerk!
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10 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Starker Beginn, dann Enttäuschung, 20. Dezember 2013
Als ich erste Ankündigungen über das Buch in der Presse las, war ich mehr als gespannt.
Der Anfang ist auch wirklich gut, die Fakten geschichtlich interessant, aber dann zerfließt Frau Teege
leider in Selbstmitleid und man beginnt querzulesen, um es schnell zu beenden. Schade.
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16 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sehr beeindruckend, 27. September 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Amon: Mein Großvater hätte mich erschossen (Kindle Edition)
Ich fand das Buch sehr beeindruckend. Was für ein Schock, diese Wahrheit über die eigene Familie zu erfahren.
Nein,ich fühle mich nicht "schuldig" am Holocaust oder anderen Verbrechen im Krieg. Dazu bin ich zu jung. Aber als Deutsche bin ich dennoch anders "betroffen" als z.B. eine Dänin oder eine Neuseeländerin. Und ich bin sehr froh, dass meine Eltern keine Täter waren. Meine Mutter war Engländerin und mein Vater Sozialdemokrat. Ich kenne eine Frau, deren Großeltern Täter waren und sich 1945 aufgehängt hatten. Obwohl sie die Großeltern nicht einmal persönlich kennengelernt hatte, hat sie lange Zeit wie unter einem Leichentuch gelebt. Unter unerklärlichen Depressionen gelitten, bis dann endlich ihre Mutter ihr erzählt hat, was gewesen ist....
Seit dem Film "Schindlers Liste" habe ich mich sehr mit der Frage: "Warum kann jemand zum Täter werden?" beschäftigt. Und bin zu keiner Lösung gekommen. Durch dieses Buch übrigens auch nicht.
Aber die Frage, die mich natürlich am meisten umtreibt, ist: "Und ich? Wie hätte ich gehandelt in dieser Zeit? Hätte ich auch wie besoffen: "Sieg Heil" geschrieen? Ich weiß es nicht!!! Vermutlich kann diese Frage niemand beantworten.
Aber, falls Amon Goeth aus der Hölle zuguckt, dann hoffe ich, dass er erfährt, dass er eine farbige Enkelin hat, die auch noch hebräisch spricht und in Israel studiert hat.
Doch, dies ist ein beeindruckendes Buch. Ich bin froh, dass ich diese Schuld meinen Eltern nicht anlasten muss.
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9 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Fesselnd, 28. September 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Amon: Mein Großvater hätte mich erschossen (Kindle Edition)
Ich habe das Buch in einem vormittag durchgelesen und es hat mich überrascht, wie eine Vergangenheit ein Leben beeinflussen kann. Ich bin aus derselben Generation wie
Jennifer Teege aufgewachsen. Holocaust ist immer ein Thema hier in Deutschland und ich war immer der Meinung, das wir heute nicht für die Fehler unserer Eltern/ Groß-
eltern büßen sollten, aber ich denke das es anders aussieht, wen man persönlich betroffen ist. Die Autorin hat die innere Zerrissenheit sehr gut beschrieben und man konnte
die problematik unheimlich mitfühlen, das Buch hat mir sehr gut gefallen, auch das die heutigen Hintergründe über Israel erläutert wurden.

Wieder einmal macht es klar, das man nicht immer vor der Vergangenheit wegrennen kann, aber das die Zukunft das ist was man sich selbst gestaltet Wunderschönes Buch!!!
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9 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Leseempfehlung, 25. September 2013
Rezension bezieht sich auf: Amon: Mein Großvater hätte mich erschossen (Kindle Edition)
Die Erzählung liest sich wie ein Schicksalsroman und ist sehr emotional geschrieben. Wohl jeder, der einmal adoptiert wurde, möchte mehr über seine Herkunft erfahren. Vielen kann dieser Wunsch leider nicht erfüllt werden. Manchmal ist es jedoch besser es nicht zu wissen. Man weiß dadurch nicht mehr, zu wem man wirklich gehört.
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5.0 von 5 Sternen Anrührend, 11. Juni 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Amon: Mein Großvater hätte mich erschossen (Kindle Edition)
Es gelingt mir nur das Buch in Teilen zu lesen. Ich bin oftmals so berührt, dass ich schlucken muss uns das Buch beiseite legen muss.
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Amon: Mein Großvater hätte mich erschossen
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