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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen grossartig und mutig
Die Einspielung ist hinsichtlich Qualität der Sänger und Orchester sowie der Interpretation beeindruckend. Das Besondere an ihr ist der Versuch, die zwei Chöre und Orchester "originalgetreu" aufzustellen - den zweiten Chor und das zweite Orchester in etwas grösserer Entfernung "hinter" dem Zuhörer. Das funktioniert teilweise sehr...
Vor 6 Monaten von DANIEL THYSSEN veröffentlicht

versus
15 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Klangliche und interpretatorische Schwächen
René Jacobs muss sich sicherlich nicht rechtfertigen, eine weitere Einspielung auf den Markt zu bringen - im Gegenteil: Jacobs hat bereits mit anderen Einspielungen gezeigt, dass er mit seinen hervorragenden Ensembles neue Wege zu gehen imstande ist (mein persönliches Highlight ist hier seine Einspielung des Weihnachtsoratorium ...).

Von Bach's...
Vor 8 Monaten von Aurelian Caesar veröffentlicht


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15 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Klangliche und interpretatorische Schwächen, 28. Januar 2014
Rezension bezieht sich auf: Bach: Matthäus-Passion BWV 244 (Audio CD)
René Jacobs muss sich sicherlich nicht rechtfertigen, eine weitere Einspielung auf den Markt zu bringen - im Gegenteil: Jacobs hat bereits mit anderen Einspielungen gezeigt, dass er mit seinen hervorragenden Ensembles neue Wege zu gehen imstande ist (mein persönliches Highlight ist hier seine Einspielung des Weihnachtsoratorium ...).

Von Bach's Matthäuspassion gibt es seit den 80er Jahren immer wieder hervorragende Einspielungen in der historisch informierten Aufführungspraxis - angefangen vermutlich mit der ersten Herreweghe-Aufnahme (mit Jacobs als Alt-Solist); in den letzten Jahren ragen aus meiner Sicht vor allem die Einspielungen von Masaaki Suzuki sowie die neue Herreweghe-Einspielung heraus, die beide Maßstäbe setzen und eigentlich auch keine Wünsche offen lassen.

Jacobs hat nun offenbar versucht, nicht einfach mit dem RIAS-Kammerchor eine gleichermaßen hervorragende Einspielung nach gleichem Muster vorzulegen. Vielmehr ist Jacobs bemüht, neue Akzente zu setzen. Dies tut er in zwei Richtungen, und beide scheitern:

Aufnahmetechnik: Man mag es gar nicht für möglich halten, aber dies ist der wichtigste und ärgerlichste Punkt. Diese Aufnahme ist auf einer guten und am weitesten verbreiteten 2-Kanal-Stereoanlage schlicht nicht auszuhalten. Das mag jetzt sehr übertrieben klingen, aber ich habe mir wirklich Mühe gegeben: Ich habe die CD im Wohnzimmer, mit sehr guten Kopfhörern und auch nochmal im Auto gehört - es ist schwer, bis zum Ende durchzuhalten. Die Tonmeister platzieren den 1. Chor konventionell; der 2. Chor hingegen steht abseits, und seine Mikrophone stehen so entfernt, dass er stets aus der Ferne klingt, quasi dem Geschehen entrückt. Falls hier mal ein Tonmeister oder Verantwortlicher mitliest: Das war NICHT gut!!! Das Argument, dass die Chöre in der Thomaskirche so gestanden hätten, zieht nämlich nicht! Denn der Zuhörer sitzt in der Thomaskirche nicht (!) direkt vor Chor 1, während Chor 2 entfernt ist, sondern beide Chöre sind auf Emporen und der Zuhörer ist von beiden Chören gleich weit entfernt. Hier wird nicht der Klangeindruck der Thomaskirche simuliert, sondern ein untauglicher Versuch unternommen, etwas Neues zu probieren. Wohlgemerkt: Ich habe dies nicht auf einem Dolby-Surround oder 5.1-System testen können. Hinzu kommt, dass das Orchester natürlich immer präsent ist, was klanglich dazu führt, dass das Orchester beim 2. Chor immer viel präsenter klingt als der Chor, was auch nicht zusammen passt. Klanglich ist mir noch aufgefallen, dass die verwendete Orgel insbesondere im Einganschor sehr scharf und schrill klingt. Ich kann nicht sagen, ob dies an der Platzierung der Mikrophone liegt oder an dem Instrument, aber ich fand es ebenfalls eher störend.

Interpretation: Jacobs phrasiert anders als gewohnt, das wissen und erwarten wir, und das macht seine früheren Aufnahmen zu meinen Highlights. Aber hier greift er nach meiner Ansicht daneben. Dies mag teils mit der Aufnahmetechnik zusammen hängen - so zB. bei "Kunstpausen" innerhalb von Arien (zB. bei "Geduld! Wenn mich falsche Zungen stechen"). Diese Pausen kommen nicht schlüssig im Metrum der Musik, sondern es klingt fast so, als hätte der Tonmeister beim Schneiden 1-2 Sekunden reingeschnitten: Völlig statisch! Am wenigsten gefallen haben wir aber die vielen Fermaten in den Chorälen, die hier nicht als Stilmittel, sondern inflationär verwendet werden. Schlimmer noch ist, dass die Fermaten schlicht auf den letzten Ton und damit ausschließlich auf die letzte (meist unbetonte) Silbe eines Wortes gesetzt werden, ohne wenigstens minimalstes organisches Ritardando auf der Silbe davor, oder wenigstens ein Absetzen des Wortes. Das klingt dann so:

Was mein Gott will, das g'scheh allzeit, Sein Will, der ist der bestäääääääää,
Zu helfen den'n er ist bereit, Die an ihn gläuben festäääääääää.

Ich übertreibe, aber weniger, als mir lieb wäre! Ach ja, und mal wieder im Ernst zur Aufführungspraxis: Nach fast einhelliger Meinung wurden bei der Matthäuspassion - ebenso wie bei den Kantaten - die Choräle von der ganzen Gemeinde mitgesungen. Die Thomaskirche war vom Klang des Chorals erfüllt. Das lässt sich auf einer CD nicht so gut realisieren. Aber es zeigt, dass Jacobs' Lösung auch nicht der Weisheit letzter Schluss sein kann ...

Zur den Ausführenden: Klasse! Der RIAS-Kammerchor und die Akademie für Alte Musik sind in Hochform (beim RIAS-Kammerchor klingen die Bässe teilweise etwas inhomogen, aber das liegt vermutlich an den Mikorphonen ...). Es ist fast ärgerlich zu hören, wie gut die Musiker musizieren, und zu ahnen, wie schön es hätte werden können. Ich schiebe die meisten gestalterischen und klanglichen Probleme auf die Aufnahmetechnik: Die Solisten sind gut, aber wie auch schon andere vor mir festgestellt haben auch nicht überragend. Vielleicht waren die Musiker aber auch selbst ein wenig irritiert?
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen grossartig und mutig, 13. April 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Bach: Matthäus-Passion BWV 244 (Audio CD)
Die Einspielung ist hinsichtlich Qualität der Sänger und Orchester sowie der Interpretation beeindruckend. Das Besondere an ihr ist der Versuch, die zwei Chöre und Orchester "originalgetreu" aufzustellen - den zweiten Chor und das zweite Orchester in etwas grösserer Entfernung "hinter" dem Zuhörer. Das funktioniert teilweise sehr gut, unterstreicht die Dramaturgie der Handlung und gibt ihr mehr Tiefe und Abwechslungsreichtum. Zeitweise allerdings geht dadurch auch etwas von der Präzision und Transparenz verloren, die wir heute von anderen Aufnahmen in "links-rechts-Aufstellung" gewöhnt sind. Auf jeden Fall ist diese Neuinterpretation eine Bereicherung.

Auch bei dieser Aufnahme würde ich mir manchmal etwas mehr Lebendigkeit und Leichtigkeit wünschen, etwas weniger Ehrfurcht vor der grossartigen Musik Bachs und der wohl in Gedanken mitschwingenden grossen Akustik der Thomaskirche. Aber das ist eine Frage des persönlichen Geschmacks. Trotzdem gehört diese Aufnahme zusammen mit der von Herreweghe zu meinen Lieblingen.
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12 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Mit Schwächen, 24. Dezember 2013
Rezension bezieht sich auf: Bach: Matthäus-Passion BWV 244 (Audio CD)
Es lässt sich theologisch trefflich argumentieren, warum die Chöre nicht rechts und links auf einem Balkon, sondern weit entfernt vorne und hinten aufgestellt sein sollten, doch ist immer noch die Praxis der Maßstab: Die Turbae-Chöre können auf solch eine Distanz wegen der Schalllaufzeit nie zusammen sein, bzw. nur für die in der Mitte der Kirche platzierten Zuhörer. Dieses Argument wird im Beiheft sogar erwähnt, aber sogleich vom Tisch gewischt. Leider wird auch ein anderes Argument nicht weiterverfolgt: Es sei eine solche Vorne-Hinten-Aufstellung mit einer Stereoaufnahme nicht darstellbar, daher wird eine Mehrkanalaufnahme angeboten. Die Mehrzahl der Käufer dieser CD wird sich aber wohl die Stereoabmischung abhören, und die beweist in der Tat, dass eine zufrieden stellende Darstellung so nicht möglich ist. Ganze Arien dringen mit verminderter Dynamik, eingeschränktem Frequenzband und einer Portion Hall wie aus einem Tunnel zu uns. Glücklicherweise ist die Klangqualität grundsätzlich sehr gut und detailreich.
Die Stärken der Aufnahmen sind zweifellos: die differenziert ausgearbeitete Darstellung, die zuweilen aber akademisch und konstruiert wirkt, der exzellente, hoch motivierte Chor, das durchsichtig spielende Orchester und Werner Güras hervorragender Evangelist. Leider sind die Vokalsolisten ansonsten bestenfalls mittelmäßig, mit einigen Ausnahmen, wie dem erfreulich "gesunden" Pilatus. Immerhin ist angenehm, dass die Alte-Musik-Szene offenbar die Phase der vibratolosen, schülerhaften, festen Stimmen überwunden hat; Sängerpersönlichkeiten sind allerdings weiterhin nicht zugelassen, und es müssen natürlich junge, kleine Stimmen sein (kaum vorstellbar, damit die Thomaskirche zu füllen, - dies ist übrigens auch ein Aspekt, wenn man über die originale Aufführungspraxis nachdenkt...). Die Damen neigen leider zum Forcieren und kämpfen zuweilen mit Registerbrüchen, die Herren neigen zum Knödeln. ein Ärgernis ist der schwache Jesus, der nicht nur knödelt und eine gefärbte deutsche Aussprache hat, sondern auch noch ein unruhiges Vibrato. So gerät ausgerechnet die Abendmahlsszene zum Tiefpunkt der Aufnahme, die Orchesterbegleitung ist hier zudem noch merkwürdig banal. Der "Meister" ist zum Gesellen degradiert. Schade.
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19 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Menschliche Meisterleistung, 2. November 2013
Von 
Rezension bezieht sich auf: Bach: Matthäus-Passion BWV 244 (Audio CD)
Man wird sicherlich viel diskutieren ueber die Matthaeus Passion Fassung von Rene Jacobs der es gelingt erstmalig die Bruecke zu schlagen zwischen den grossartigen hoch emotionalen Aufnahmen eines Karl Richter und der modernen Bewegung der originalen Auffuehrungspraxis.

Jacobs geht dabei ueberzeugt seinen eigenen Weg. Seine Idee der raeumlichen Dimension zweier gegeneinander stehender Ensemble (vorne und hinten statt links und rechts), sein durchgaengiger Einsatz einer Laute als weiteres, fuehrendes Continuo Instrument, seine Rueckkehr zum innehaltenden meditativen Choral - all diese Dinge sind neu und alt zugleich - man kann sie moegen oder nicht - immer sind sie jedoch schluessig.

Eines ist unbestritten - die wahrhaft beeindruckende menschliche Meisterleistung die Jacobs hier vorlegt ist (und sicherlich bleibt lange Zeit) wohl unerreicht. Er versteht es das menschliche ewige Drama des Todes Jesu und seine Bedeutung fuer das einzelne Leben hautnah darzustellen, seine Musiker, Chor und Solisten sind so intensiv, das man vermutlich Tage braucht nach dem Hoeren um das zu verarbeiten.

Ich habe seit meinem 10. Lebensjahr wahrhaft hunderte von Mathhaeus Passion Auffuehrungen und Aufnahmen erlebt und 'erlitten' - so etwas bisher noch nicht. Diese Passion ist ein Monolith. In jeder Hinsicht. Sie wird zu den bedeutensten Bach Einspielungen aller Zeiten zaehlen - da bin ich mir sicher.
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4.0 von 5 Sternen Mathäus-Passion !, 11. Dezember 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Bach: Matthäus-Passion BWV 244 (Audio CD)
Chor, Orchester und Güra klingen exceptionell schön - Gänsehaut, auch Johannes Weisser finde ich gut, aber die Frauensolisten haben für meine Ohren zuviel metall und vibrato und sie texten auch nicht verständlich, die Fink singt da am besten, obwohl ...
Ich höre oft verschiedene Einspielungen mit Ericson, Harnoncourt, jetzt auch Jacobs und Helmuth Rilling dessen Mathäus-Passion ich am allra schönsten durch und durch finde !
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5 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Pure Beglückung, 24. November 2013
Rezension bezieht sich auf: Bach: Matthäus-Passion BWV 244 (Audio CD)
Schon das Trailer-Video der Plattenfirma machte Lust auf mehr, aber die komplette Aufnahme übertrifft alle Erwartungen. Hier stimmt alles: Die musikalische Vorstellung ist auf dem gleichen Niveau wie ihre Umsetzung; Orchester, Chor und Solisten stehen René Jacobs um nichts nach. Hervorragend aufgenommen ist diese Matthäus-Passion wirklich "passionate": leidenschaftlich himmelhochjauchzend und zu Tode betrübt. Kaufen und immer wieder hören!
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10 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Eigensinniger Ausflug eines eigensinnigen Menschen, 23. Dezember 2013
Rezension bezieht sich auf: Bach: Matthäus-Passion BWV 244 (Audio CD)
Aufnahmen der Matthäuspassion gibt es viele. Und es gibt viele Aufnahmen, die musikalisch keine Wünsche offen lassen. Ob großer Chor, kleines Ensemble, oder OVPP, für jedermanns Geschmack ist eine Version mit Referenzstatus dabei. Klemperer, Richter (1958), Harnoncourt, Gardiner, Koopman, Rilling, Herreweghe, van Veldhoven, McCreesh, Rattle....etc. haben die Matthäuspassion wiederholt mit unterschiedlichen Herangehensweisen beleuchtet und musikalisch alles gesagt, was uns die Passion sagen könnte.

Und jetzt kommt ein ernstzunehmender, mit etlichen Auszeichungen seiner Mozart-Operneinspielungen bedachter und erfahrener Bachinterpret auf die Idee, dass es unbedingt nötig wäre, die (umstrittenen) historischen Gegebenheiten der Thomaskirchenarchitektur auf Platte nachbilden zu müssen, indem er den zweiten Chor akustisch in den Hintergrund rückt?

WOW!! Wie revolutionär!

Wenn die Einspielung außer dieser doch eher peinlichen Idee Substantielles zu bieten hätte, könnte ich mir den unverständlichen, dumpfen zweiten Chor gefallen lassen. Hier kann Herr Jacobs aber auch musikalisch rein gar nichts Erwähnenswertes bieten. Klar, Werner Güra ist toll, aber ist das Mark Padmore etwa nicht? Und die anderen Solisten? Haben diese irgendetwas zu bieten, was nicht schon auf CD zu haben ist?

Was bringt dieser ganze museale Historismus, der versucht, die Matthäuspassion so aufzuführen, wie sie damals wohl geklungen haben müsse? Wenn schon historisch korrekt, hätte Jacobs konsequenter sein und auch auf Frauenstimmen verzichten müssen.
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