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486 von 513 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Europa auf dem Weg in den Abgrund
Ein halbes Jahrhundert ist es jetzt her, dass Fritz Fischer die westdeutsche Geschichtswissenschaft mit seinen Thesen über die Schuld des Deutschen Kaiserreiches am Ausbruch des Ersten Weltkrieges in Aufregung versetzte. Ein entfernter Nachhall der von Fischer ausgelösten Debatte ist noch in aktuellen Darstellungen zur Vorgeschichte und Geschichte des Ersten...
Vor 10 Monaten von Irulan Corrino veröffentlicht

versus
2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen detailreich, ein bisschen unübersichtlich
Das Buch wirkt auf mich sehr detailiert. Ich hätte mir als Leihe ein bisschen mehr schematische Darstellungen / Karten der Zusammenhänge gewünscht. Gerade im mittleren Teil wo die Ereignisse in den einzelnen Ländern und die einzelnen Reaktionen der Akteure hin und herspringen braucht man einen langen Atem. Die Sprache wechselt zwischen streckenweise...
Vor 2 Monaten von I. Haferland veröffentlicht


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8 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das WELTKRIEGS-Rezept, 3. Mai 2014
Von 
Darauf, wie sich gesellschaftliche und politische Spannungen in einen die Kontinente übergreifenden Krieg entladen können, gibt Christopher Clark bestimmt nicht die einzig gültige Antwort. Aber - anhand der Vorgeschichte des 1. Weltkrieges - eine besonders sorgfältige und vielschichtige. Wollte man all das am Ende wieder verdichten zu einem monströsen "Weltkriegs-Rezept", dann ergeben sich in etwa diese Zutaten:

[01] DER GLAUBE, MIT EINEM KRIEG ETWAS GEWINNEN ZU KÖNNEN. Eine Zuversicht, die sich seit der der Entwicklung der Atombombe nur noch ganz wenige Akteure bewahrt haben. 1914 war ein "Armaggedon" noch nicht Teil der kollektiven historischen Erfahrung. Dazu stellte sich die politische Situation und Kultur in Europa wie ein ins Rutschen gekommenes Kartenhaus dar. Für jeden der Hauptakteure schien sich das gleiche, paranoide Dilemma abzuzeichnen: entweder zuwarten und begraben werden. Oder mit einem präventiven Schlag endgültig alles zum Einsturz bringen - und sich als der Schnellste mit den Trümpfen aus dem Staub machen ...

[02] EINE KOMPLIZIERTE UND UNÜBERSCHAUBARE SITUATION. Kompliziert genug, damit sich wirklich jeder der Hauptakteure im Recht der Notwehr sehen kann. Und damit jeder nur "reagieren" muss, um am Ende an der großen Spirale in den Schrecken kräftig mitgedreht zu haben. Wenn 2014 die paar politischen Nebelgranaten in der Ukraine schon einiges in Bewegung bringen, dann hat der gordische Polit-Knoten von 1914 allemal gereicht, um am Ende ganze Völker in die Apokalypse zu treiben.

[03] ES ENTSCHEIDEN WENIGE AKTEURE, DAFÜR DIE VERHÄNGNISVOLLSTEN. Clarks penible Aufbereitung der Julikrise von 1914 macht deutlich, wie wenige Politiker und Militärs unter großteils spät-monarchistischen bzw. früh-demokratischen Verhältnissen die Entscheidungen über Krieg und Frieden trafen. Dass sich unter diesen wenigen chauvinistische und militant gepolte Figuren häuften, war nicht nur das Ergebnis der vorangegangenen politischen Entwicklungen, sondern teilweise schlicht die Ungunst die Stunden - mithin Pech. Die solide Verankerung supranationaler Institutionen (UNO, EU, OSZE usw.) und Regelwerke wie das Völkerrecht in heutiger Zeit wirkt da doch beruhigend.

Im tiefsten Grund entrollt Christopher Clark für mein Empfinden die Mechanik einer humanitären Katastrophe, die sich an der Plattendrift einer Zeitenwende entzündet und sich im zweiten Weltkrieg ihr finales "Endspiel" gesucht hat: am Übergang von der aristokratisch geprägten, von militärischen Idealen des Landgewinnes getragenen Feudalgesellschaft zur Zivilgesellschaft modernen Zuschnitts. Am Übergang von konkurrierenden Nationalstaaten zum auf Gedeih und Verderb in sich verbundenen "Globalen Dorf" der Gegenwart.

Spannungen, Ängste, der Kampf um (zu) knappe Ressourcen haben sich in einer Welt von 8 Milliarden Menschen kaum verringert. Kriege nach dem Muster der Weltkriege des 20. Jahrhunderts werden vielleicht nicht mehr geschehen, weil die Bedingungen (und Illusionen) dafür nicht mehr existieren. Raum für destruktive und verheerende Wege der Problemlösung bleibt dennoch reichlich.
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5.0 von 5 Sternen Was für ein tolles Buch, 8. Juli 2014
Das Buch ist ein absoluter Hit. Hoch brisant und brandaktuell! Spannend erzählt wird Weltgeschichte aus einer ganz anderen Perspektive geschildert. Überzeugt kollossal!! Kaufempfehlung!
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5.0 von 5 Sternen eine neue, präzise Sichtweise des 1. Weltkrieges!, 9. September 2013
Von 
Jouvancourt (Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 50 REZENSENT)   
*

Der renommierte Autor Christopher Clark erklärt in diesem 900 Seiten starken Geschichtsbuch, warum der Erste Weltkrieg auf einer rationalen Entscheidung der damaligen Großmächte Österreich-Ungarn, Frankreich, Russland und Deutschland beruhte.

Es ist vor allem interessant, dass ein ausländischer Geschichtsexperte den Kriegsverursacher nicht im deutschen Kaiserreich sieht, sondern in einer Verkettung der damaligen Umstände und Interessen! Damit liegt er, als anerkannter "Preußen-Experte", in der Nähe seiner viel beachteten Sicht des damaligen Preußens, dem er eine Normalität im europäischen Zusammenhang bescheinigt.

Clark versteht es auf feinsinnige Weise, mit klaren Argumenten, und nebenbei sehr unterhaltsam geschrieben, die Geschichte des 1. WK neu aufzurollen. Er distanziert sich von der auslösenden Rolle des Sarajevo Mordes am Kronprinzen und an der Schuld des Kriegstreibers Deutschland. Es waren vielmehr viele Gründe die zum Krieg führten: die neue Stellung der Großmacht Deutschland, die maritime Aufrüstung des deutschen Reiches und Großbritanniens, die Stellung der russischen Aristokratie, das Machtschwinden des ottomanischen Reiches, die innenpolitischen, schwierigen Verhältnisse des österreich-ungarischen Kaiserreiches, die Rolle des Unruheherdes Serbien, das Machtvakuum im Balkan, die weltweite, rasante Wirtschaftsentwicklung der erste Jahre des 20. Jahrhunderts, die Kolonialpolitik, die neue Allianzen forderte und viele andere Gründe. Dafür werden seitenlang diplomatische Protokolle aufgeführt, man erfährt, was in den französischen und englischen Außenministerien vor sich gegangen war, wie wankelmütig der deutsche Kaiser war und welche Resultate die internationalen Verhandlungen hatten. Es waren innenpolitische Gründe einzelner Länder, außenpolitische Gründe von allen beteiligten Auslösermächten und natürlich auch wirtschaftliche Gründe. Deutschland war der Nachzügler in der Kolonialpolitik, es ging um Rohstoffe, Landerwerb und auch um den Absatz von Waffen und Kriegsgütern.

Der australische Geschichtsprofessor Clark zeigt auf, dass die Mächte damals wie Schlafwandler in den Krieg gestolpert seien. Der umfassenste Krieg der Menschheitsgeschichte, der 40 Staaten involvierte und 70 Millionen Soldaten unter Waffen sah, ist in Deutschland vom 2. WK überschattet. Dabei wird der 1. WK heute noch als "La Grande Guerre" in Frankreich bezeichnet und als "The Great War" in England. Es war der bislang größte Krieg der Geschichte und über die wirklichen Ursachen gibt es viele Mythen, mit denen Clark in diesem Standardwerk aufräumt!
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15 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sehr beeindruckend, aber für Österreicher nicht neu, 23. Oktober 2013
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Bereits mein Großvater, der den gesamten 1. Weltkrieg als Ulan miterlebt hat, vertrat die Meinung, dass Serbien nur der aggressive Pudel Frankreichs und Russlands war, der sich ein möglichst großes Stück aus der dahin modernden kuk Monarchie stehlen wollte. Den erheblich größeren Happen wollten Russland und Frankreich. Die Entente wollte den Krieg und bekam ihn. Und die Westmächte erreichten auch ihre Ziele. Russland blieb auf der Strecke, weil es sich maßlos überschätzt hatte. So einfach kann Geschichte sein. Und manch Franzose träumt heute noch vom Versailles ohne Krieg.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Schlafwandler, 2. Juni 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Wer sich für die Geschichte des Ersten Weltkriegs und die deutsche Geschichte im Allgemeinen interessiert, muß dieses Buch lesen.
Christopher Clark hatte natürlich nicht die Absicht einen Persil-Schein für Deutschland auszustellen, auch wenn das manchem so erscheint. Dennoch muß man feststellen, daß er - zumindest für die deutschen Leser - einen wichtigen Beitrag zur Geschichtsschreibung geleistet hat: Er hat - aus Sicht vieler Deutscher - dem Deutschen Reich Gerechtigkeit widerfahren lassen. Dafür gebührt ihm aufrichtiger Dank. Oder wie es ein enthusiastischer Leser kürzlich bei einem Vortrag in Frankfurt ausdrückte: Herr Professor Clark, Hurra, Hurra, Hurra!
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Chapeau!, 1. Juni 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Das Buch räumt endlich und sehr differenziert mit der unsinnigen behauptung auf, Deutschland wäre am ersten Weltkrieg Schuld gewesen. Sehr Gut!
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Nichts für Schlafwandler, 8. Mai 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Schlafwandler: Wie Europa in den Ersten Weltkrieg zog (Kindle Edition)
Viele zeitliche und örtliche Sprünge erfordern volle Aufmerksamkeit. Ohne Kenntnis der Abläufe nur schwer zu verstehen. Aber sehr gute Recherche. Viele neue Erkenntnisse. Die Geschichtsschreibung sollte diese Fakten aufnehmen.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen detailreich, ein bisschen unübersichtlich, 6. Mai 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Das Buch wirkt auf mich sehr detailiert. Ich hätte mir als Leihe ein bisschen mehr schematische Darstellungen / Karten der Zusammenhänge gewünscht. Gerade im mittleren Teil wo die Ereignisse in den einzelnen Ländern und die einzelnen Reaktionen der Akteure hin und herspringen braucht man einen langen Atem. Die Sprache wechselt zwischen streckenweise erzählerisch und dann wieder wissenschaftlich.
Mein Fazit: lehrreich aber keine leichte Kost.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Keine Schlafwandler, sondern Fatalisten, 28. Februar 2014
Die Botschaft des Buches ist nicht, dass sich die Staatsführer unversehens im Krieg befanden. Insoweit ist der Buchtitel irreführend. Es war vielmehr so - und Clark schreibt das ja auch - dass sich alle sehr bewusst darüber waren, dass der Krieg drohte. Man war sich so sehr darüber bewusst, dass man den Glauben verloren hatte, ihn noch abwenden zu können. Man war davon überzeugt, dass der große europäische Krieg kommen werde, wenn nicht jetzt, dann in ein oder zwei Jahren. Und deshalb gab man allseits (!) seine Vermeidungsstrategie auf und versuchte eine möglichst günstige Ausgangsposition zu erreichen, so wie Segelboote beim Start einer Regatta. Das ist eine Spielart von selbstbewahrheitender Prophezeiung. Und das ist, was wir von damals lernen können.
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4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Endlich mehr als eine Analyse deutscher Quellen, 21. März 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Endlich mehr als eine bloße Analyse deutscher Quellen wie bei F.Fischer und I.Geiss. Ein Blick über den Tellerrand mit einem deshalb differenzierteren Ergebnis. BRAVO.
Beispiel: Natürlich hatte Poincare' Angst, dass aus Frankreich eine unbedeutende größere Mittelmacht werden könnte, was ja auch ohne den 1. Weltkrieg so passiert wäre. Deshalb musste Deutschland amputiert und geteilt werden. In der Konsequenz so grausam wie die von Berlin aus geplante und in Brest-Litowsk vorläufig umgesetzte „Neupordnungspolitik“ des russischen Raums.
Damals wie heute ist ferner zu unterscheiden zwischen Serbien und den Serben. Die österreichischen Serben waren wie die Kroaten und Slowenen vor 1914 von westlichem Denken und Traditionen geprägt und an einer demokratischen Konföderation innerhalb eines habsburger Trialismus interessiert. Der religiös-byzantinisch geprägte vor-moderne Nationalismus aus Belgrad zielte von Anfang an auf ein großserbisches Supremat über die anderen Völker des westlichen Balkan. Was die Albaner und Makedonier seit 1878 in Serbien erdulden mussten, sollte nach 1918 auf die anderen Völker Südslawiens mit Macht und Gewalt zukommen. Dagegen war Österreichs (undemokratische!) Politik in Bosnien beinahe als modernisierende Aufbaupolitik zu verstehen. Das wusste das slowenische, kroatische und serbische aufgeklärte Bürgertum zwischen Ljubljana und Kotor nur allzu gut. Von daher ließ sich Belgrads Position 1914 nur mit Gewalt durchsetzen.
Danke Prof. Clark für das umfassendere Bild.
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