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18 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Im besten Sinne "unspektakulär", 22. Oktober 2013
Von 
opernfan - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Sinfonien 1-9 & 5 Ouvertüren (Audio CD)
Böhm ist zunächst einmal nicht so sehr als Beethoven-Dirigent in Erinnerung - auch wenn er bemerkenswerte (Live-) Aufnahmen des Fidelio hinterlassen hat. Aber diese Gesamteinspielung stand immer schon im Schatten des anderen großen österr. Dirigenten: Karajan, der spektakulärer sein mag in seiner Dirigierhaltung.
Nun also nach langer Zeit wieder aufgelegt diese Gesamtaufnahme mit den Wiener Philharmonikern: kann sie sich auch heute noch behaupten, gerade auch angesichts Origninalklang-Bewegung und Co.?
Auf ihre Art schon: es ist eine ungemein klangschöne, eher transparent gestaltete Interpretation, die wir hier hören (Karajan ist opulenter im Klang). Es ist ein eher schlanker, strenger Beethoven, der Fokus liegt mehr auf dem "schweren" Aspekt der Musik, besonders auffällig in der 7. Symphonie, die weniger als "Apotheose des Tanz", denn als schwermütig herüberkommt. Böhm erreicht nicht die diesbezügliche Intensität von Furtwängler, rückt die Symphonie aber in dessen Richtung (und ist damit weit entfernt von Kleiber). In der dritten Symphonie unterstreicht er den tragischen Gehalt der Musik, die 5, Symphonie ist spannend und herb dirigiert, erreicht jetzt aber nicht die Qualität von Kleiber. Die 6. Symphonie Böhms' ist seit langem bekannt für ihre ungemein lyrisch-poetische Stimmung und gehört zu den besten Aufnahmen überhaupt. Die 8. Symphonie gefällt in ihrer pointierten Rhythmik und drängenden Vorwärtsbewegung. Und die hier aufgelegte 9. Symphonie ist noch deutlich straffer und dramatischer dirigiert als seine späte Aufnahme, die er kurz vor seinem Tod realisierte. Auch hier fällt auf, dass Böhm Beethoven eher nicht als (Musik-) Revolutionär versteht, sondern dem Prinzip des "per aspera ad astra" verpflichtet war.
Im Vergleich zu neueren Aufnahmen kann man natürlich sagen, hat Böhm nichts "Neues" zu sagen. Aber im Gegensatz zu mancher Neuaufnahme, bei der man den Eindruck hat, dass (allzu) viele Pointierungen gesetzt werden müssen, um sich abzuheben vom (angeblich falschen) Interpretations-Kanon, bleibt Böhm "klassisch": es sind orchestral wunderbar ausgeleuchtete Interpretationen, dem Ausdrucksgehalt verpflichtete Aufnahmen, die nicht "gefallen wollen müssen", sondern traditionell sind. Und das ist durchaus auch als Kompliment gemeint. Man kann Beethoven natürlich anders spielen, aber auch so hat er uns noch viel zu sagen.
Ebenbürtig zu den Gesamtaufnahmen unter Karajan, Bernstein, weniger spektakulär, dafür vielleicht inniger, poetischer, auch schwerer.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wunderbare Aufnahmen, 18. März 2014
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Sinfonien 1-9 & 5 Ouvertüren (Audio CD)
Beethovens Sinfonien brauchen keine musikalischen "Geschmacksverstärker". Viele Dirigenten sind der Versuchung erlegen, bei Beethoven "ein Schäuferl zuzulegen" und das Dramatische überzubetonen. Nicht so Karl Böhm. Er dirigiert sehr klar und mit sorgsamer Liebe fürs Detail. Zusätzlich ist es ihm gelungen, die Wiener Philharmoniker zu einer Spitzenleistung zu motivieren. Das alles wird durch die legendäre Aufnahmetechnik der Deutschen Grammophon abgerundet. Die Aufnahme ist makellos und souverän.

In einer Rezension steht, dass Böhm hier "ernst, schwer, streng" dirigiert. Das kann ich nicht nachvollziehen. Für mich ist ein freundlicher und heiterer Grundton zu hören - kein Wunder, lag ein wichtiger Schwerpunkt von Böhm doch bei der Musik Mozarts.

Von der DGG wurden leider immer die Aufnahmen mit Karajan und Bernstein in den Vordergrund gestellt - die Einspielung mit Böhm und den Wiener Philharmonikern war unverständlicherweise Weise jahrelang sogar aus dem Katalog gestrichen.

Für mich persönlich ist diese Aufnahme von 1970 Referenz (für den Aufführungsstil der 60er und 70er-Jahre).
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2 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen böhms wiener beethoven-statement, 25. November 2013
Von 
Rezension bezieht sich auf: Die Sinfonien 1-9 & 5 Ouvertüren (Audio CD)
>oldies but goldies< möchte man meinen zum grad klassischer verbindlichkeit,
die böhms alte aufnahmen auszeichnen, deren solidität durchaus überzeugen
kann.
vor allem seine längst als >dgg-original< ausgekoppelte pastoral-sinfonie,
die mit einer wirklich architektonisch-geschlossenen formalen disposition
überzeugt. mehr als die bekenntnishaften grossen, ausdrucksmächtigen 3-5-7er-
sinfonien, die böhm auf klassizistisch-moderatem niveau klangschön verfehlt.
überhaupt, die klangtechnische seite dieser aufnahmen ist auch heute noch
allemal überzeugend, auch musikalisch meist auf hohem niveau.
insgesamt und interpretationshalber jedoch auf einem moderat-verbindlichem
konventions-level, was nicht mehr erkenntnis- bzw. zeitgemäss ist.
also, kein 'muss', jedoch ein vergleichsweise hörenswertes 'auch'.
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