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am 10. Dezember 2013
Ich muss gestehen, dass mich der Titel zunächst abgeschreckt hat. Denn ich finde, der Comedy-Bereich hat wahrlich genug auf den kleinen Schakkelines, Schantalles und Kevins herum geritten. Die armen Mädels und Jungs können ja nichts für ihre Namen. ...aber ich wusste ja, dass das Buch gut sein soll und dass es eben kein Schmalspur-Comedy-Buch ist. Also habe ich es gelesen.

Und was soll ich sagen? Es ist ein bisschen wie nach Hause kommen. Das sind alles Geschichten, die ich so oder ähnlich von Kunden gehört oder selbst erlebt habe. Allerdings hat die Autorin dabei einen deutlich schöneren Schreibstil als die Realität. Ganz besonders gut hat mir die Geschichte vom lieben MISCHAEL gefallen. :-) Die Autorin spielt mit den Erwartungen und bringt den Leser dazu laut aufzulachen, wenn er feststellt, dass seine Vorstellung ihn in die Irre geführt und nunmehr ein äußerst schräges Bild erschaffen hat.

Die Autorin macht das, was meine Kollegen und ich damals im Jobcenter schon immer machen wollten, uns aber nie trauten: Sie berichtet aus ihrem Leben. Und sie zeigt dabei, dass jene, die dem Staat auf welche Weise auch immer dienen (in diesem Falle eben als Familienpsychologin für das Gericht), keinesfalls kalte mechanische Hüllen sind, sondern dass auch diese Menschen über Humor und (noch viel wichtiger) sehr viel Herz verfügen. Ich finde es mutig und schön, dass die Autorin uns an ihrem Leben teilhaben lässt und dies auf humorvolle aber auch liebevolle und besorgte Weise macht.

Insbesondere finde ich gut, dass Frau Seeberg uns nicht im Dunkeln lässt hinsichtlich des weiteren Verlaufs der Geschichten. Denn ich neige sehr dazu nicht schlafen zu können, wenn mich etwas mitnimmt und ich nicht weiß, ob es gut ausgegangen ist. Auch dies ist etwas, das mich bei dem Buch fasziniert hat: Es ist kein Krimi, es ist kein Thriller (...obwohl...), und doch fesselt es einen und beschäftigt einen auch noch, wenn das Buch bereits wieder auf dem Nachttisch liegt.

Rein technisch ist es ein flüssiger Schreibstil, lebendig und kurzweilig.

Von mir die volle Anzahl Sterne.
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am 4. März 2014
Eine Freundin hat mir vor wenigen Tagen von diesem Buch erzählt und mich sofort neugierig gemacht. Sie hat es mir geborgt und an zwei Abenden habe ich es regelrecht verschlungen. Alleine der Titel des Buches brachte mich zum Schmunzeln! Leider ist das Thema nicht halb so lustig. Es geht um die Erfahrungen/Erlebnisse einer Psychologin die für das deutsche Gericht Gutachten über Familien erstellt. Keine Sekunde zweifelte ich die Geschichten in dem Buch an! Sofort konnte ich jeder beschriebenen Person ein Gesicht geben, denn sie begegnen mir tagtäglich im beruflichen Umfeld, in Einkaufszentren, in öffentlichen Verkehrsmitteln, in Schule und Kindergarten, am Spielplatz. Mütter, denen der Vorrat an Zigaretten oder die Optik ihrer künstlichen Fingernägel scheinbar wichtiger sind, als das leibliche und seelische Wohl ihrer Kinder. Männer, in Jogginghosen und schickem feinripp Hemd, die der Meinung sind "Ein Klaps auf den Po hat noch keinem geschadet!" Ich könnte niemals Hausbesuche machen in denen ich darauf gefasst sein muss, dass mich ein verwahrlostes Kind an der Hand nimmt und mich bittet es mitzunehmen. Alle würde ich sie sofort mitnehmen! In den Arm nehmen und halten. Aber das wäre natürlich der falsche Weg und daher bin ich unheimlich froh, dass es Menschen gibt wie Frau Seeberg! Menschen die diesen Job professionell machen, weil sie die notwendige Distanz wahren um objektiv zu urteilen und dadurch den betroffenen Kindern (hoffentlich) langfristig helfen. Ich bedanke mich für dieses Buch und dass ich dadurch an diesen teilweise witzigen, teilweise traurigen, aber (für mich) immer schockierenden Erfahrungen teilhaben konnte. In der Realität würde ich das nicht schaffen und wahrscheinlich Amoklaufen. Leider wird dieses Buch wohl nur von Leuten gelesen werden die eher nicht kognitiv suboptimiert sind und alle anderen wird der Sachverhalt des Themas nur peripher tangieren. *gg* Von mir 5 Sterne!
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am 24. November 2013
Dieses Buch ist das erste Vorab-Exemplar meines Lebens. Das muss doch mit einer Rezension vor Erscheinen gefeiert werden.

An dieser Stelle, lieber Leser, muss ich vorgreifen. Ich mag das Buch. Wirklich. Daher lies bitte auch bis zum Ende, auch wenn ich etwas ausholen muss.

Denn auch hier handelt es sich nicht um ein Buch, in dem nur alles lustig ist. Wer das erwartet, wird enttäuscht - aber wer bei der Thematik einer psychologischen Sachverständigen am Familiengericht nur lustige Situationen erwartet, lebt wohl eh hinter'm Mond.

Nun, was soll ich sagen? Lustig gibt es. Definitiv, wenn auch eher durch das Kopfkino der Autorin, das sehr lebendig beschrieben wird. Aber der Hintergrund sind doch immer Fälle von zerrütteten Familien (oder zumindest mutmaßlich zerrütteten.) Und man kann noch so abgehärtet vom Fernsehen sein, diese Fälle erreichen einen doch. Und wenn sie einen nur nachdenklich machen. Oder wütend. Traurig?

Im Gegensatz zu anderen Büchern des Genres wird hier aber nichts verallgemeinert. Natürlich gibt es Menschen, die Klischees erfüllen und hier auch auftauchen, aber die Autorin schreibt erfrischend unvoreingenommen, schildert ihre Eindrücke sehr detailiert (bei manchen Gerüchen vielleicht zu detailliert) und räumt mit einigen Klischees bezüglich ihrer Kollegen auf, beschönigt aber auch keine Missstände.

Also, warum sollte man es jetzt lesen? Und wer? Generell jeder, der kein zu schwaches Nervenkostüm hat und sich deshalb von der Realität fernhalten sollte. Und dann jeder, der gerne in das Leben Anderer reinschnuppert - auf die gute, nicht voyeuristische Art. Jeer der gerne nachdenkt. Jeder, der eine wunderbare Schreibweise liebt, gern gut unterhalten wird, aber auch nicht vor eher unschönen Tatbeständen wegrennt. Der könnte Gefallen an diesem Buch finden und es genauso 'wegatmen' wie ich.
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am 7. August 2015
Cover und Titel des Buches wirken eher abschreckend und lassen ein reißerisches Buch über sozial Schwache erwarten. Ich habe daher lange überlegt, ob ich mir mir dieses Buch kaufe. Doch nachdem ich die Leseprobe gelesen hatte, habe ich mir dieses Buch sofort auf mein iPad geladen. Der Inhalt ist völlig anders.

Feinfühlig beschreibt Sophie Seeberg Fälle aus ihrer Arbeit als Sachverständige für Familiengerichte. Es ist teilweise erschreckend, unter welchen Bedingungen Kinder aufwachsen müssen und welche hohe Verantwortung auf eine Sachverständigen für Familiengerichte lastet. Sophie Seeberg ist sich dieser hohen Verantwortung bewusst. Sie versucht immer, die Entscheidung zu treffen, die für die Kinder die beste ist. Doch das ist nicht immer leicht. Es gibt Eltern, denen nur ihr eigenes Wohlergehen wichtig ist, denen das Wohlergehen ihrer Kinder unwichtig ist, die überhaupt nicht sehen, dass ihre Kinder leiden. Und das sind nicht nur sozial Schwache, sondern dieses Problem findet sich in allen Gesellschaftsschichten.

Berührend waren für mich Fälle, in denen es Eltern gelang, über ihren eigenen Schatten zu springen. Diese Eltern begriffen, dass ihre Kinder unter der gegenwärtigen Situation litten und sie bemühten sich, ihr Leben so zu verändern, dass es den Kindern besser ging, und die dankbar waren für die Hilfe, die ihnen angeboten wurde.

Schockiert hat mich, dass Sophie Seeberg von Eltern auch bedroht wurde. In einem Falle so massiv, dass sie nahe daran war, ihren Beruf an den Nagel zu hängen. Es wäre schade gewesen, denn ich glaube, Sophie Seeberg hat das Schicksal vieler Kinder zum Positiven gewendet.

Dieses Buch ist absolut lesenswert.
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am 22. Februar 2014
Ich hatte eigentlich gar keine Lust auf den Schantall, Kevin, Schakkeline-Zug aufzuspringen, aber durch Empfehlungen habe ich mir doch dieses Buch gekauft - zum Glück!

Ich kann dieses Buch wirklich nur empfehlen! Im Buch steht der Humor im Vordergrund (das Leben ist ja auch ernst genug), aber man merkt sofort, das für die Autorin das Wohlergehen der Kinder im Vordergrund steht. Hut ab vor jedem, der diesen Job macht und meinen größten Respekt, was mir wieder einmal klar wurde, als ich begonnen habe dieses Buch zu lesen.

Zu Beginn gibt es eine Vorwarnung - denn dieser Job und die Familientragödien sind ja eigentlich nichts, was zum lachen anregt, aber jeder sollte sich fragen, ob dieser Job ohne Humor überhaupt zu ertragen ist?! Ich glaube nicht und trotz aller Ernsthaftigkeit des Berufs, wird dieses Buch "leicht" gehalten (was überhaupt nicht negativ gemeint ist, denn ich bin mir sicher, man hätte noch viel emotionalere Geschichten erzählen können, deren Ausgang keinesfalls schön ist).

Die Autorin schafft die Waage zwischen einer humorvollen Erzählweise und kann doch die ernste Situation des Kindes und seiner Familie rüberbringen. Ich konnte, kaum hatte ich eine der Geschichten zu lesen begonnen, das Buch nicht aus der Hand legen - zu interessiert war ich, wie sich die Geschichte für das Kind entwickelt und welche Absurditäten die Autorin noch alles erlebt hat.

Ich gebe 5 von 5 Gerichtsgutachten!
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am 24. November 2013
Der Titel "Schakkeline ist echt hochbegabt, ey!" klingt vordergründig nach Comedy. Dies impliziert auch der auf lustig getrimmte Buchumschlag. Doch der Untertitel "Aus dem Leben einer Familienpsychologin" sollte zu denken geben. Denn dort ist wenig lustig. Wer mit Schicksalen von möglicherweise vernachlässigten Kindern zu tun hat, hat üblicherweise wenig zu lachen.
Außer man sieht die ganze Situation mit entsprechendem Galgenhumor.

Sophie Seeberg schreibt in ihrem Buch sehr locker und flüssig lesbar über ihren Berufsalltag und die Erfahrungen mit Eltern und Kindern, die sich meistens in Krisensituationen befinden. Der Humor erschließt sich häufig aus der Skurrilität und Absurdität der geschilderten Lebensumstände und Verhaltensweisen. Besonders das Kopfkino der Autorin in den Familiengesprächen lädt zum Schmunzeln oder Kopfschütteln ein. Doch machen die Geschichten auch nachdenklich, betroffen, berührt oder auch wütend.
Dass in einem einzigen Buch die gesamte Klaviatur der Emotionen in verschiedenen Episoden geweckt werden kann, ist schon bemerkenswert.

Wer also über Kinder- und Familienschicksale, ebenso wie den manchmal wiehernden Amtsschimmel, aber auch engagierte Kämpfer für das Kindeswohl lesen will und bereit ist neben lustigen Episoden auch traurige und bestürzende Momente auf sich wirken zu lassen, ist mit diesem Buch gut bedient.
Für MitarbeiterInnen der Jugendfürsorge, Familientherapeuthen und Anwälte für Familienrecht sollte dieses Buch Pflichtlektüre sein. Für alle Anderen eine wichtige Erfahrung, die einen dankbar für seine eigenen Eltern hinterlässt.
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am 8. Dezember 2015
Ich hab mich teilweise weggeschmissen vor lachen. Einige Passagen waren aber auch sehr herzergreifend und gingen mir nahe. Der Erzählstil ist frisch, flott und flüssig zu lesen. Wer in seinem Leben auch nur ansatzweise mit diesem Metier je zu tun hatte(Scheidung, Gutachten ect.) darf einen kurzen Blick hinter die Kulissen eines Gerichtsgutachters werfen. Grausam, wie wenig Infomaterial diese stellenweise zur Verfügung bekommen, und wie wenig die Behörden zusammenarbeiten. Und das in einem Bereich der sehr personenbezogen arbeitet.
Mit Humor geht vieles besser, sagt der Volksmund. Aber es bleibt ein kleiner bitterer Nachgeschmack.
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am 28. Juni 2015
Wirklich ein sehr gelungenes Buch zu einem schweren Thema. Allerdings finde ich die Beschreibung nicht ganz passend. Von den ganzen Fällen finde ich keinen richtig witzig. Sondern alte zutiefst erschreckend oder schockierend! Das Buch ist toll geschrieben und fesselnd, keine frage. Aber der Titel sowie das Cover sind sehr irre führend. Daher die 4 Sterne.
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am 29. März 2015
Allen, die über Lehrer und Behörden herziehen empfehle ich dieses Buch ganz inniglich: Was oft witzig daher kommt, ist Alltag im Umgang mit Familien, die überzeugt sind, dass ihre Kinder besser sind als der Rest der Welt, dass sie ohnehin Anspruch auf alles haben und alle, die sich um sie zu kümmern versuchen, letzte Trottel ansehen.
Risiken und Nebenwirkungen: Alle, die es müde sind, Menschen zu betreuen, denen ein Elefant auf der Leitung steht, sollten wegen drohenden Burn-outs die Finger von diesem Buch lassen. So humorvoll es geschrieben ist: Es entspricht der Wahrheit im Segment der Menschen, die immer Rech zu haben glauben.

ich habs gern gelesen, aber das Lachen ist mir ab und zu vergangen. Fast zu realistisch.
Danke der grossen Mehrheit, die nicht auf die genannten Beispile zutrifft.

Eine sozusagen Betroffene
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am 24. November 2014
Manchmal dauert es etwas länger bis ich mich entschließe, ein Buch welches mir empfohlen wurde, auch zu lesen.
So war das auch bei diesem hier. Der Einband und der Titel sprachen mich einfach nicht an.
Bei kaum einem Buch passt der Spruch, dass man ein Buch nicht nach seinem Einband beurteilen sollte, so wie bei diesem hier.
Lassen Sie sich davon nicht beeinflussen!

Viel treffender ist der Untertitel: "Aus dem Leben einer Familienpsychologin"

Doch worum geht es eigentlich genau?
Die Autorin begutachtet im Auftrag von Gerichten Familien.
Meist geht es dabei um die Frage, wie es den Kindern dort geht, und was getan werden sollte, um die Situation für die Kinder zu verbessern.
Dabei begibt sich Frau Seeberg notgedrungen in die "Höhle des Löwen", nämlich in das Zuhause der zu begutachtenden Familien.
Alleine schon die Darstellungen dessen was ihr dort an Eindrücken widerfährt sind bemerkenswert.

Im Buch berichtet sie in Episoden aus den Erfahrungen die sie in Ihrem Beruf machen musste, aber auch durfte!
Gleich zu Anfang warnt sie ihre Leser/innen, dass die Episoden nicht immer "leichte Kost" sind, und das es sich um eine "emotionale Achterbahnfahrt" handelt.

Diesen Hinweis sollte man durchaus ernst nehmen.
Für mich war es so, als würde ich in ein Wellenbad der Emotionen geworfen, und zwar mit verbundenen Augen!
In einem Moment schmunzelt man, und im nächsten wird man ohne Vorwarnung nachdenklich.
Nach jeder Episode habe ich das Buch zugeschlagen, nachgedacht, und Textpassagen noch einmal gelesen.

Das ist übrigens etwas was mir sehr gefallen hat.
Es sind in sich abgeschlossene Episoden, man muss nicht wie in einem Roman "mittendrin" aufhören.

Dabei hat die Autorin einen wunderbaren Schreibstil.
Zu keinem Zeitpunkt musste ich überlegen was gemeint ist, nie ließen Formulierungen sich fehlinterpretieren.
Trotz des schwierigen Themas ein Buch, welches sich sehr leicht und flüssig lesen läßt.
Dafür sind natürlich auch die humorvollen Momente mitverantwortlich.
Und die Passagen, wo selbst in scheinbar ausweglosen Fällen, durch die Beteiligten (die Autorin, Gerichte, Anwälte, das Jugendamt, ..), sinnvolle Lösungen gefunden wurden.

Das ist es, was das Buch meiner Meinung nach am stärksten in einem hinterlässt:
Der Gedanke das es Menschen gibt, die sich berufsbedingt tagtäglich in Umgebungen (und manchmal auch Gefahren) begeben, in die man selbst nie gelangen möchte, um den Kindern zu helfen.
Es macht Hoffnung, dass es so mutige und engagierte Menschen gibt.

Ein Buch welches einen beschäftigt, berührt, zum Nachdenken anregt, und mit einem positiven Gefühl zurück lässt.
Danke an die Autorin, gerne mehr!
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