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Imitations
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Mark Lanegan ist ein Arbeitstier! Das grandiose Album „Blues funeral“ ist kein Jahr alt und erneut legt der Sänger mit der charakteristischen Baritonstimme aus Seattle nach. Ich habe einige Platten von Lanegan und ich war im Vorfeld gespannt, ob er die Qualität des letzten Werkes erreicht, auch in Hinblick auf die 1999 veröffentliche Platte „I'll take care of you“, der erste Scheibe vom ihm mit Interpretationen von Liedern aus gänzlich fremder Feder.

„Imitations“ setzt dieses Konzept fort greift aber (erfreulicherweise) komplett anderes Liedgut als 1999 auf. Auch gehorchen die aktuellen Titel keiner musikalischen Strömung bzw. Tendenz. Zumindestens ich tue mich schwer bei Werken von Nancy Sinatra, Hall&Oates, John Cale und Kurt Weill größere Gemeinsamkeiten zu identifizieren. Kurz zucken mußte ich auch bei dem vermeintlich ausgespielten Jazz Standard „Autumn leaves“.

Die gute Rezension von „Rott“ bringt die wichtige Botschaft auf den Punkt: Reduktion, Entschlackung, Vereinfachung sind die Schlagworte die für „Imitations“ meist Anwendung finden.

Zugleich muß ich Lanegan ein glückliches Händchen bescheinigen, denn er weiß genau bei welchen Versionen er diese Einfachheit verlassen muss und Streicher, Bläser oder Chor hinzuzieht so z.B. bei Cales Pop-Song "I'm Not The Loving" oder bei „Autumn leaves“.

Material aus neuerer Zeit gibt es auch und „Brompton Oratory“ erachte ich daher als musikalischen Gruß (und Hommage) an Nick Cave, denn bei seinem Stil haben wir doch die eine oder andere Gemeinsamkeit. Dieses Cover gewinnt mit einer famosen gespielten Tropete noch einmal an Qualität.

Über die Version von „Mack the knife“ läßt sich vortrefflich diskutieren. Genau dieses Lied ist nämlich keine Neuinterpretation von Lanegan sondern die auf dem Album einzige „1:1 Übernahme“: Dave van Ronk brachte den Gassenhauer bereits in identischer Tonart, ähnlichem Gesang und sogar das Fingerpickingmuster der Gitarre wird übernommen.

Fans von Lanegan werden mit dem Album Freude haben. Hier und da ist der schmale Grat zwischen Kitsch und Kunst sichtbar, der Musiker rettet aber viel mit seiner wirklich famosen Stimme.
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
TOP 500 REZENSENTam 20. September 2013
Lanegan bleibt ein getriebener kreativer Kopf. Während „Black Pudding” zusammen mit Duke Garwood neues Material im Petto hatte, gönnt sich Lanegan mit „Imitation“ zum zweiten Mal in seiner Karriere nach „I’ll take care of you“ ein Album mit Coverversionen. Hört sich nach Rudis Resterampe und eher langweilig an, ist es aber keineswegs. Es fällt ihm weiter schwer, bei aller Vielfalt seines Katalogs und seiner Umtriebigkeit, ein schlechtes Album abzuliefern :-).

Die Songs auf „Imitation“ wirken im Vergleich zu den Originalen entschlackt und auf das wesentliche reduziert. Diesmal stürzt sich Lanegan aber nicht auf Soul und Singer-Songwriter Material wie im ersten Cover Album, sondern auf Künstler und Songs, die man weitestgehend am ehesten in der Easy Listening Ecke auffinden kann. SOLITAIRE von Neil Sedaka, YOU ONLY LIVE TWICE von Nancy Sinatra und PRETTY COLOURS von Nancy’s Dad sind schöne Beispiele und Anspieltipps. Lanegan hat sich Alben herausgesucht, die seine Eltern zu Hause hörten und er gibt diesen Songs eine ganz eigene Note. Und es gelingt ihm natürlich mit seiner tiefen rauchigen Whiskey geschwängerten Stimme und seiner Paraphrasierung, ihnen neues Leben einzuhauchen und die Stücke so mit magnetischer Kraft in seinen eigenen tiefdunklen musikalischen Orbit zu ziehen. Das gelingt auch bei anderen Songs, wie dem Jazz Standard AUTUMN LEAVES oder Nick Cave’s BROMPTON ORATORY, dem „aktuellsten“ Cover. Vor meinem inneren Augen erscheint ein schummriger verrauchter C-Klasse Club in Vegas, auf der Bühne eine ehemals populärer Crooner, der schon lange abgeschrieben war, sich dann aber noch einmal auf die Bühne wagt nach einer Serie von Schicksalsschlägen. Gänsehaut.

Alle Cover sind für mich allerdings nicht so gut geglückt. Bei MAKE THE KNIFE fragen ich mich, ob die gefühlt tausendste Version wirklich nötig war, und auch Cale’s NOT THE LOVING KIND zündet nicht. Lanegan kann dem an sich schon majestätischen Song nichts mehr hinzufügen. Trotzdem ist „Imitations“ natürlich ein Album, dass Lanegan Fans hören müssen. Wie gesagt, es gelingt ihm auch diesmal nicht, ein schlechtes Album abzuliefern .
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 11. November 2013
Wäre dies die erste Lanegan-Scheibe, die ich höre, würde ich das Werk als durchschnittlich bewerten.
Sehr auf Blues getrimmt. Eine Stimme, bei der man nach Vergleichen sucht und irgendwo zwischen Tom Waits und Joe Cocker hängenbleibt. Interpretationen von Songs, nicht einfach nachgesungen, sondern den Blues draufgelegt. Der Mann versteht seinen Job. Hat auch anscheinend immer das Quäntchen Glück und die richtigen Begleitmusiker bei der Hand. Live letztens beim Berlin-Konzert eine souveräne Performance, hat einen tieferen Eindruck hinterlassen, als die Scheibe vermuten liess. Neulingen,denen ich Mark Lanegan-Musik schmackhaft machen will, empfehle ich aber "Bubblegum". Da steckt weit mehr Leben drin.
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