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14 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Höhenflug von 1979, 7. Mai 2007
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Nie und Nimmer (Audio CD)
Es ist seine letzte mit Studiomusikern aufgenommene LP. Danach spielt er nur mehr mit seiner No. 1 vom Wienerwald, der Peter Koller, Helmut Pichler, Günter Dzikoiwski und Helmut Novak angehören. Ambros hat seine "Depressionsphase" überwunden und widmet sich vermehrt seiner eigenen Einsicht oder sollte ich sagen Erkenntnis. Gut zu hören auf dem aggressiven Stück ' I hob a bissl zvü dawischt-Unschuld vom Land' was gleichzeitig mit 'De Swoboda' zum Besten gehört was Ambros auf Platte verewigt hat.

Texte, die im Grunde traurig stimmen müssten, wie im Lied 'I mog di ned' werden ins Ironische gezogen. Ebenso bei 'I bin a Weh'. Der Titelsong 'Nie und nimmer' ist eine Abrechnung mit der immer stärker aufkommenden Discowelle.

Diese CD zählt neben 'Weiß wie Schnee', '19 Class A Numbers' und 'Alles andere zählt net mehr' zu seinen stärksten und besten. Also: anhören und begeistert sein :-)
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Es erinnert ein wenig an manche Mädchen, 10. September 2013
Von 
Christian Günther - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 100 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Nie und Nimmer-Remastered Deluxe Edition (Audio CD)
Sollten Sie aufgrund der Überschrift jetzt intensiv Ihr Hirn durchforsten, an welche junge Damen Sie Wolfgang Ambros erinnern könnte - wenn auch der damals noch sehr junge, im für Musiker gemeingefährlichen Alter von 27 Jahren (remember: Kurt Cobain, Amy Winehouse, Jim Morrison, Janis Joplin, Robert Johnson, Alexandra, Brian Jones...) noch dazu in Wien, dem Epizentrum der romantischen Suizid-Verklärung - stellen Sie den Suchauftrag in der Kategorie >real existierende Personen< jetzt bitte wieder ein und starten einen neuen in der Kategorie >legendäre Alben<.

Es gibt auffällig viele Parallelen zwischen Ambros '79er Album "Nie und nimmer" und dem im Jahr zuvor veröffentlichten Rolling Stones Klassiker "Some girls", dem meistverkauften Stones-Album überhaupt. Ambros hat nicht einfach eine Blaupause bemüht und eine plumpe Kopie erstellt, doch die Rezeptur ist schon auffällig nah beieinander.

Mit "Miss you" feuerte das Album der Stones als erstes Lied der Platte (das auch Vorab-Single war) eine wahres Disco-Inferno ab. Ende der 70er Jahre, als auch Pop noch mit richtigen Instrumenten eingespielt wurde, überschlugen sich Newcomer und altbekannte Popstars im Wetteifern der gleichzeitig sing- und tanzbarsten Nummern. Handwerklich gut gemacht und ohrwürmig bis zur Belästigung, klang alles irgendwie nach Abba. Das nun ausgerechnet auch die Stones in diesem Kontext auftauchen, war nicht unbedingt zu erwarten. Aber sie brachten den Dreck der Straße mit in den glitzernden Tanztempel und "Miss you" zeigte, dass man als reine Herren-Combo, um im Abba-Zeitgeist einen Hit zu landen, nicht mit eingeklemmten Erlebnis-Organen "Ha-ha-ha-ha Staing alive, staying alive" singen musste, sondern auch weiterhin auch auf der Tanzfläche ein Kerl bleiben kann (auf Jaggers Bühnen-Outfit zu der Zeit möchte ich an dieser Stelle nicht eingehen, es würde meine Argumentation etwas konterkarieren).

Ambros mochte diesen Disco-Sound mit all seinen glitzernden Auswürfen nicht sonderlich und bringt dies im Text von "Nie und nimmer" großartig zum Ausdruck. Aber an den Disco-Hasen fand er durchaus Gefallen und um die Auserwählte ins Bett zu kriegen (Ende der 70er durfte man diese Absicht auch noch klar so benennen, heute dürfte das dank Alice Schwarzer und ihren Kampfgruppen wohl mindestens als Chauvinismus geächtet werden) begab er sich auf gefährliches Terrain. "Nie und nimmer", ebenfalls Vorab-Single und erstes Lied der Platte, geriet jedenfalls zu genau dem, was Ambros wortreich ablehnt: eine auf Anhieb mitsingbare und tanzbare Disco-Nummer, ein unverschämter Ohrwurm, dampfend produziert, ein vorhersehbarer Hit. Allerdings ohne das Ambros (wie auch Jagger bei "Miss you") dabei sein Gesicht verliert oder es anmutet, als würde er sich bei den Bee Gees um das Tragen zu enger Hosen bewerben. Er bleibt ganz Ambros - und wohl auch darum wird das nichts mit dem Hasen und dem Bett und den Absichten, nie und nimmer.

Wäre der große Hit im für beide ungewöhnlichen Klanggewand die einzige Gemeinsamkeit, wäre das für ein Zusammenrücken der beiden Alben etwas dürftig. Doch auch der Rest birgt zahlreiche Gemeinsamkeiten. Denn für beide Alben ist der Flirt mit dem Zeitgeist im ersten Stück ganz und gar nicht repräsentativ. Durch das starke Abweichen vom eigentlichen Stil im Opener, scheinen die Stones wie auch Ambros (Achtung: Spekulation) den Gedanken reizvoll gefunden zu haben, ein ganzes Album zu kreieren auf dem beinah jedes Stück einer anderen Stilistik zuzuordnen ist, kein kohärentes Werk, wie sowohl für Ambros als auch die Rolling Stones sonst eher üblich, auf dem alle Songs auf einem recht breiten gemeinsamen Fundament stehen. "Nie und nimmer" ist, wie auch das "Some girls" Album für die Rolling Stones, wohl das facettenreichste seiner bisherigen Karriere.

Die Platte bietet amtlichen Blues (Cocain-Blues), klassische Songwriter-Nummer mit unbedingt hinhörenswerten Texten (De Swoboda), experimentell, hart und sperriges (I hob a bissl z'vü dawischt), in ein federleichtes Arrangement á la J.J. Cale verpacktes lakonisch melodisches Genöle, wie es auch Keith Richards hätte nicht besser nölen können (I mog di ned, i kann di ned leiden, du hast bei mir einen Freiflug ums Haus...), auch eine Nummer zum Mitschunkeln mit gewürztem Text ist vertreten (Chanson Toilette), sowie auch eine Prise Punk Einfluss, der damals aufkommenden musikalischen Anti-Bewegung zum Disco-Sound im Mainstream (Hey listen", für Ambros ungewöhnlich tatsächlich mit englischem Text) und natürlich auch etwas typischen, klar definierten Straßenrock (De Nr.1 vom Wienerwald).
All diese Zutaten findet man auch auf dem damals aktuellen Rolling Stones Album - auf "Nie und nimmer" aber mit eindeutiger Ambros Handschrift.

Die nun dieser Tage veröffentlichte Neuauflage der letzten Ambros LP der 1970er Jahre gewinnt, neben dem für die Remaster-Reihe all seiner Alben zwischen 1973 und 1981 inzwischen gewohnten hohen klanglichen Niveau und der liebevollen optischen Ausgestaltung, wieder durch die Bonustracks.
Auf dem originalen Master des Albums befanden sich elf Stücke, zehn waren dann aber nur auf der Platte. Das siebeneinhalbminütige "Fußballade" verschwand im Archiv und verblieb dort ein gutes Dritteljahrhundert. Verständlich, die Nummer hätte das Album nicht in eine andere Liga gehoben. Sie versucht zu viel (wenn auch lustigen) Text mit zu wenig musikalischen Überraschungen zu transportieren, das wird dann nach spätestens fünf Minuten doch etwas öd - nur da ist sie halt noch lange nicht um. Kürzen wäre nur zum Preis der Textverstümmelung möglich gewesen und so war es vernünftig den Song damals nicht mit aufs Album zu nehmen. Heute als Bonus ist er ein Gewinn, weil man ihm so mit einer anderen Haltung begegnet. Und wenn man noch nicht genug hat, ist "Fußballade" auch noch in einer weiteren Version enthalten, die nur von einer Akustik-Klampfe begleitet immer noch knapp sieben Minuten auf den Zähler bringt.
Wirklich schön ist die ebenfalls rein akustische Demo-Fassung von "De Swoboda". Ein typischer Prokopetz Text über zwei in einen Streit geratenden Hausbewohner, über den Verbleib der alten im selben Haus lebenden Swoboda. Darüber, ob sie womöglich gestorben sei und wem denn nun die letzte Rente zustünde, die bereits treuhänderisch bei einem der beiden abgegeben wurde, bis die Gute plötzlich um die Ecke kommt...

Alles in allem ein sehr vielschichtiges Album. Ambros gelang es dennoch alles mit einem roten Faden zu verbinden, es wirkt nicht zerhackt, wie so mancher Sampler, wo Unvereinbares aufeinanderprallt.
Klare Empfehlung also auch zu diesem Album. Und wenn ich hier schon lang und breit den Vergleich bemühte: Auch klare Empfehlung zum "Some girls" Album der Stones, was ebenfalls vor nicht allzu langer Zeit (November 2011) in einer Neuauflage als Doppel-CD mit ganzen zwölf wirklich lohnenden Bonustracks aus den Sessions erschien - also noch eine Parallele. Nur die weltweiten Verkaufszahlen, die gingen doch recht empfindlich auseinander.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ambros remastered, 30. Oktober 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Nie und Nimmer-Remastered Deluxe Edition (Audio CD)
Die remasterte Neuauflage der frühen Werke von Wolfgang Ambros begeistert durch Qualität und zusätzlichen Bonustiteln. Für mich eines der besseren Alben, da zu guten Texten die Musik etwas rockiger ist.
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