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Kundenrezensionen

4,8 von 5 Sternen13
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am 13. September 2013
Farinelli ist sicherlich mit guten Grund von allen Kastratensängern der eine legendäre, dessen Ruhm bis in die Gegenwart strahlt. Der Countertenor Philippe Jaroussky singt auf dieser CD ausschließlich Arien (und Duette), die von Nicola Porpora für seinen herausragendsten Gesangs-Schüler komponiert wurden. Jaroussky bewältigt dabei die technische Herausforderung dieser Arien, die offensichtlich Farinellis herausragende Fähigkeiten bis an die Grenze ausloteten, stimmlich souverän und hörbar mühelos. In den extrem anspruchsvollen Bravourarien zeigt sich Jaroussky hochvirtuos und mit bis in die Höhe kraftvoller, stets kristallklarer, klangschöner Stimme; so in "Nell'' attendere" gegen die Trompeten und Hörner sowie in dem extrem schwierigen "Come nave" mit seinen langen Koloraturen über einen Stimmumfang von zwei Oktaven hinweg (diese Arie erinnert in der Schwierigkeit sehr an Händels "Dopo notte"). Insgesamt erstaunt Jaroussky mit einer geradezu unfassbaren Beweglichkeit der Stimme, die es ihm ermöglicht, die bereits unglaublich schwierige Musik mit komplexen, differenziertesten Koloraturen und Ornamenten zu verzieren.

Jarousskys Stimme war schon immer unter den Countertenören die natürlichste, mit einem wunderschönen, lieblichen Timbre. Inzwischen ist sie offensichtlich in der Höhe noch stärker und klarer geworden. In allen, besonders natürlich in den langsamen, pathetischen Arien dieser Einspielung beeindruckt Jaroussky zudem mit makelloser Phrasierung, vielfältiger Schattierung der Stimme und intensivem emotionalem Ausdruck. Jaroussky belebt jeden Ton, macht sich jeden Moment der Musik zu eigen und verwandelt ihn in einen höchst persönlichen, zeitlosen Ausdruck menschlicher Emotionen und menschlichen Schönheitsgefühls.

Und obwohl man vielleicht dachte, die wichtigsten Farinelli-Arien seien bereits bekannt, präsentiert diese CD 7 musikalisch hochinteressante, hervorragend komponierte Weltersteinspielungen. Es zeigt sich, dass Porpora eben nicht nur technisch schwierig komponierte, sondern auch ein enormes Gespür für die Möglichkeiten der hochausgebildeten Singstimme sowie für wirkungsvolle, emotional berührende Musik hatte. Dies zeigt sich auch in den beide Duetten, für die Cecilia Bartoli gewonnen werden konnte, und in denen man musikalisches, aufeinander hörendes Duettieren auf allerhöchstem Niveau genießen kann.

Insgesamt ein Recitalprogramm, wie es mit Sicherheit seit der Zeit Farinellis in dieser Qualität von keinem Mann gesungen wurde, wobei es Jaroussky gelingt, nicht nur die erstaunlichen technischen Fähigkeiten Farinellis zu kopieren, sondern mit seinem Gesang, wie Farinelli es tat, zu faszinieren und zu berühren.
Die technische Qualität der Aufnahme ist glücklicherweise dem Musizieren angemessen perfekt ausgefallen, und auch die optische Gestaltung ist sehr ansprechend gelungen.
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am 28. November 2013
In London war er der gefährlichste Konkurrent Händels während dessen zweiter Opernakademie; im Herbst seines Lebens beschäftigte er den jungen Joseph Haydn als Diener und musikalischen Assistenten. Wenn es danach ginge, in wie vielen bedeutenden Lebensläufen Nicola Porpora eine Rolle spielte, säße er unter den Großen der Musikgeschichte in der ersten Reihe. Sein Ruhm als größter Gesangslehrer in den Annalen der Oper ist bis heute unverblasst. Die gängigen Urteile über seine Bedeutung als Tonschöpfer jedoch lassen sich in etwa auf die Formel bringen, für einen Gesangslehrer sei er auch noch ein ganz passabler Komponist gewesen.

Auffällig ist immerhin die Tatsache, dass Porporas Karriere als Opernkomponist erst wirklich in Fahrt kam, nachdem er seine beiden ersten privaten Gesangsschüler in die Öffentlichkeit entlassen hatte: die Kastraten Antonio Uberti (der sich seinem Lehrer zu Ehren Porporino nannte) und Carlo Broschi, der unter dem Künstlernamen Farinelli zur Legende wurde. Auch Caffarelli alias Gaetano Majorano stammt aus Porporas Gesangsschule, deren Absolventen offenbar der Erfolg garantiert war. Die Erfolge seiner Schüler verschafften auch dem Maestro zahlreiche Aufträge als Komponist von Opern, in denen natürlich eben diese Schüler in für sie maßgeschneiderten Rollen glänzen konnten. Als Kenner der menschlichen Stimme dürfte Porpora kaum zu übertreffen gewesen sein. Er wusste seine Gesangslinien jedem seiner Zöglinge so individuell in die Kehle zu legen, dass man heute noch anhand der Partituren etwa die für Farinelli geschriebenen Arien ohne Weiteres von denen für Caffarelli unterscheiden könnte, selbst wenn die Besetzungszettel nicht überliefert wären.

Daher ist es ein spannendes Konzept, einmal ein Recital ausschließlich mit Arien zusammenzustellen, die Porpora für Farinelli komponiert hat, und so den gemeinsamen Werdegang von Lehrer und Schüler zu verfolgen. Die vorliegende, opulent und liebevoll präsentierte Auswahl bietet manches Bonbon, aber auch manches Stück, das denen Recht zu geben scheint, die Porpora eher in der zweiten Komponistengarnitur sehen. Jedenfalls ist die kompositorische Qualität der hier versammelten Arien sehr unterschiedlich. Neben einem Jahrhunderthit wie dem zu Recht berühmten "Alto Giove" aus "Polifemo" (einer Oper, die der Londoner "Opera of the Nobility" ein brechend volles und Händels konkurrierender "Royal Academy of Music" ein gähnend leeres Haus bescherte) stehen Nummern, deren Gehalt sich lediglich in skurrilen Läufen, Trillern und Sprüngen erschöpft. Viele der überlieferten Arien aus Porporas Feder spiegeln eher die speziellen Fähigkeiten der Interpreten wider, für die sie bestimmt waren, als dass sie den Stempel der Persönlichkeit ihres Schöpfers trügen. Ausnahmen nicht ausgeschlossen: Dazu gehören die beiden Duette aus "Polifemo" und "Mitridate", für die sich Cecilia Bartoli mit hörbarem Vergnügen als "zweite Stimme" zur Verfügung gestellt hat.

Nach seiner bisherigen Diskographie zu urteilen, hätte es keinen geeigneteren Sänger für dieses Projekt geben können als Philippe Jaroussky. Doch das Ergebnis erfüllt die hoch gesteckten Erwartungen nicht ganz. Dies ist zwar ein sehr gutes Album, aber nicht sein bestes. Ein Sänger vom Karat eines Jaroussky muss sich nicht zuletzt an den Maßstäben messen lassen, die er mit früheren Veröffentlichungen wie der fantastischen "Carestini"-CD selbst gesetzt hat. Im direkten Vergleich mit Letzterer ist nicht zu überhören, dass auf dem neuen Farinelli-Album nicht mehr Alles so mühelos gelingen will wie früher. Jarousskys Stimme hat ihren unverwechselbaren warmen Klang und die Koloraturgeschmeidigkeit in der mittleren Lage behalten, aber die feine Lasur seines Timbres wird ein wenig spröde, sobald die Vollhöhe gefordert ist. Möglicherweise ein Indiz dafür, dass sein Instrument sich von einem auch die Altlage umspannenden Sopran nun zu einem reinen Mezzosopran bzw. Alt entwickelt. Das bedeutet beiliebe keine "Krise", erfordert in dieser Phase aber einen besonders pfleglichen Umgang mit solch einem kostbaren Organ. Bezeichnenderweise ist auf der jüngst veröffentlichten Aufnahme des "Stabat Mater" von Pergolesi, wo Jaroussky die Altpartie singt, von den erwähnten Problemen nicht das Geringste zu spüren. Auch der Sesto in Mozarts "La clemenza di Tito", mit dem Jaroussky unlängst live brillierte, ist eine Mezzo-Rolle (zwischen Mezzosopran und Alt machte man im 18. Jahrhundert noch keinen Unterschied). Man darf also gespannt sein, wohin sich die Karriere dieses - man verzeihe das inflationär gebrauchte, aber berechtigte Prädikat - Ausnahmesängers entwickeln wird. Und darf sich hoffentlich noch auf viele Entdeckungen freuen.
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TOP 1000 REZENSENTam 17. September 2013
Die vor 5 Jahren erschienene Carestini-CD von Philippe Jaroussky gehört für mich zu den wenigen Cds für die einsame Insel. Mit Sorge sah ich daher, welch ungeheures Arbeitspensum der junge Countertenor seit Jahren auf sich genommen hat, unterstützt (oder besser ausgenützt) von einer gnadenlosen Medienpräsenz und Vermarktungsmaschinerie. Sein Händel-Sesto bei den letztjährigen Salzburger Festspielen (eigentlich keine besonders schwere Partie) machte dann klar, dass der Star stimmlich ziemlich angestrengt war. Seine längere Auszeit, die er sich schließlich nach den Artaserse-Aufführungen nahm, ließ eine veritable Stimmkrise befürchten- das Schreckgespenst Villazon tauchte am Horizont auf.
Umso gespannter durfte man auf die neue CD des mittlerweile 35-jährigen sein (ein kritisches Alter besonders für Countertenöre), die ausschließlich Farinelli-Arien von Porpora enthält. Um es gleich vorweg zu sagen: Ein glänzendes Comeback auf alter Höhe ist es nicht geworden, allerdings auch kein trauriges Dokument vokalen Verfalls, was zu befürchten war.
Zunächst fällt auf, dass sich der nie besonders große Stimmumfang des Sängers noch etwas verkleinert hat. Die tiefe Lage ist matt und dünn, Töne oberhalb des e2, also die genuine Sopranlage, werden schnell hart und eng. Der höchste Spitzenton as2 wird zwar innerhalb von schnellen Läufen sauber erreicht, aber man hört deutlich, dass Jaroussky (anders etwa als die etwas jüngeren Konkurrenten Fagioli oder Hansen) keine wirkliche Kontrolle über das hohe Register hat. Innerhalb der Mittellage gelingen nach wie vor schöne und teils berührende Leistungen, besonders in den sanften und zurückhaltenden Stücken wie den beiden Orfeo-Arien, die auch kompositorisch im Gegensatz zu manch anderer recht schablonenhaft geschriebener Dacapoarie auf höchstem Niveau sind. Martialisch-heroische Stücke wie die von Blechbläserfanfaren begleitete Aci-Arie oder virtuose Sturmesarien sind für seine Stimme denkbar ungeeignet. Sehr bedauerlich ist außerdem, dass sich bei den langen pathetischen Arien schnell eine gewisse Gleichförmigkeit, wenn nicht gar Langeweile einstellt, was auch an der reichlich uninspirierten Begleitung des venezianischen Barockorchesters liegen mag.
Warum mußte es also gerade der legendäre Farinelli sein, der besonders für seinen immensen Stimmumfang von drei Oktaven berühmt war? Es gibt genug allerbeste, weniger anspruchsvolle Musik für andere Kastraten , die Jarousskys Stimme in ihrer momentanen Verfassung besser zur Geltung gebracht hätte. Offenbar wollte man vermarktungstechnisch mit Hansen und Fagioli im Sinne von "Wer kommt dem berühmteren Kastraten nahe" gleichziehen, was m.E. nicht funktioniert hat. In direktem Vergleich mit den beiden Kollegen kommt Jaroussky, der früher zu meinen absoluten Topfavoriten zählte, leider nur auf Platz drei. Wenn es derzeit einen Countertenor gibt, der sich in Nachfolge der großen Kastraten des 18. Jahrhunderts sehen darf, dann ist das Franco Fagioli. Es bleibt zu hoffen, dass der hochbegabte und sympathische Philippe Jaroussky in den nächsten Jahren klug der Versuchung zu widerstehen vermag, sich von einer erbarmungslosen und profitgierigen Marketingmaschinerie verheizen zu lassen und einen Weg findet, der für seine immer noch schöne Stimme optimal ist.
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am 19. September 2013
Nach acht Monaten ist Jarousskys Sabbatical zu ende, und es war es wert, so lange zu warten!!! Die Ferien haben sich gelohnt. Jaroussky ist zurück, und wie! Sein neues Album ist nicht nur ein enthusiastischer Tribut an Farinelli und seinen Lehrer Porpora, es ist auch das Ergebnis einer intellektuellen Unternehmung eines wirklichen akademischen Forschers. Die CD enthält einen herrlichen Schatz gut ausgewählter Arien, von dem bekannten Polifemo bis zu gänzlich unbekannten Opern wie Ifigenia in Aulide, Semirami riconosciuta etc. Philippe Jaroussky überrascht uns weiterhin immer wieder mit neuen aufregenden Entdeckungen, tatsächlich sind die meisten dieser Arien seit Porporas Zeit nicht mehr gesungen worden. Es ist wirklich aufregend, die Möglichkeit zu haben, diese Arien erstmals zu hören, seit Farinelli sie gesungen hat, ein Schatz, den Jaroussky für alle hebt, schon allein dafür ist die CD ein "Muss".

Die Musik betreffend, was kann ich sagen? … Jaroussky ist in Bestform. Seine Stimme ist rund, flexibel und einfach berauschend. Das messa di voce in Alto Giove ist ausgesprochen eindrucksvoll, und obwohl wir diese Arie schon als ein "Erkennungsstück" von ihm kennen, hätte ich mir vorher niemals eine Version wie diese vorstellen können, die Verzierungen sind erstaunlich und die Technik ist erneut atemberaubend. Aber die ganze CD ist voller Juwelen, die reine Schönheit von "Se pietoso il sui labbro" ist an manchen Stellen geradezu unerträglich. "Mira in ciel" ist ein wunderbares Beispiel für seine makellose Technik und die Fähigkeit seiner Stimme, das Publikum im Herzen zu berühren. Hinzu kommen zwei Momente reiner Freude mit den beiden Duetten mit Cecilia Bartoli, besonders mag ich "Placidetti Zefiretti", in dem sich die beiden Stimmen in einer hypnotischen Arie in reiner Harmonie verinigen...

Dieses Album anzuschaffen lohnt sich auf jeden Fall, und ich kann es kaum abwarten, bis Jarousskys Farinelli-Tour beginnt, sie wird legendär werden!
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am 1. Oktober 2013
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Die neue CD "Arien für Farinelli" ist ein Muss und ein besonderes Juwel.

Philippe Jaroussky' s "Alto Giove" geht in die Geschichte ein.
Warum? Seine Interpretation ist die Hingabe an die Ästhetik! —

Feinste Intensität spiegelt sich in jedem Ton: Voll, rund, sensibel, mal "leise" und dann wieder "anschwellend"...
mit dem gelungenen Ziel eine Spannung zu erzeugen, die dem Zuhörer die Seele öffnet.
Ich habe großen Respekt vor seinen Interpretationen.

Das Duett "La gioia ch'io sento" (Nr. 6) zusammen mit Cecilia Bartoli wirbelt erfrischend:
Freudige Harmonie zweier Stimmen:
"Sprudelndes Temperament" verführt "samtige Leichtigkeit" !

Ein krönender Abschluss ist Porpora's: "Sente del mio martir" (Nr.11).
Der Anfang und der Schluss kommen dem musikalischen Charakter Händel`s sehr nahe.
Doch Porpora ist das Genie! Individuell. Sooo schön!!!
Philippe Jaroussky' s Sensibilität und einzigartige Harmonie bringt es zum Leuchten.

Diese CD wurde mit dem Dirigenten Andrea Marcon und dem Venice Baroque Orchestra erarbeitet. Spitze!

Für Neuentdecker und alle, die das "Barock-Fieber" gepackt hat,
empfehle ich persönlich diese Philippe Jaroussky CD`s:
1. – The Voice –
2. – Carestini: The Story of a Castrato– > le Concert d`Astree
3. – Heroes– · Vivaldi > Ensemble Matheus
4. – La Dolce Fiamma– · Bach > Le cercle de l`harmonie
5. – Caldara in Vienna: Forgotten Castrato Arias– > Ensemble: Concerto Köln !
6. – Vinci: Artaserse > Ensemble: Concerto Köln !

Viel Freude beim Entdecken...
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am 19. September 2013
Ich finde die neue CD von Philippe Jaroussky fantastisch, meiner Meinung nach ist sie seine bislang beste. Was seine musikalische Sensibilität anbelangt, ist er auf dem Zenit seines Könnens, sängerisch haben wir sicherlich noch Einiges zu erwarten. Er zeigt alle Facetten und Farben seiner Stimme und seine Technik ist makellos. Die Duette mit Bartoli sind zum Niederknien.
Eigentlich kaufe ich Klassik CD’s lieber direkt. Ich lasse mich aber gerne von den hier zu lesenden, sehr fundierten Rezensionen beraten. Dieses Mal bin ich beim Lesen jedoch auf etwas gestoßen, was mich gelinde gesagt stutzig macht.Ich möchte hier eine Lanze für Jaroussky brechen. Eine solche Sammlung von Behauptungen und Andeutungen wie hier von einem anderen Rezensenten verbreitet kann ich fairnesshalber nicht unkommentiert lassen, obwohl ich normalerweise keine Rezensionen schreibe und, wie ich betonen möchte, keinem Fanlager angehöre. Es drängt sich der Eindruck auf, dass hier jemand mithilfe von pseudofundierten Aussagen einen großen Künstler zu demontieren versucht und dabei Krokodilstränen weint.
Die Interpretation des Sesto durch den Franzosen in Salzburg im vergangenen Jahr hat ohne Einschränkungen sowohl bei „Laien“ als auch bei Kritikern für einhellige Begeisterung gesorgt. Es wurde von einer Zäsur gesprochen und dass nachfolgende Interpreten sich an seiner Interpretation werden messen lassen müssen. Von beobachteten „Angestrengtheiten“ habe ich nichts gelesen.Es hat auch niemand das „Gespenst Villazon“ heraufziehen sehen. Es heißt weiter, 35 sei ein „kritisches Alter für einen CT“ ach ja? M-E Cencic ist 37, hat‘s wohl verpasst, und der wunderbare Christophe Dumaux feiert mit 34 Erfolge als Tolomeo an der MET, da müssen wir wohl 2014 eine Krise erwarten! Das Sabbatical 2013 wurde durch Jaroussky bereits 2011 angekündigt. Ich möchte hier nicht auf die Behauptungen zum schwindenden Stimmumfang eingehen. Auch werde ich keine Vergleiche mit Hansen oder Fagioli ziehen. Chacun à son goût. Ich bin überzeugt, die CT’s arbeiten allesamt hart. Es erschienen nahezu zeitgleich zwei andere CD's.Welches Label hier mit welchem gleichziehen wollte, gehört in das Reich der Spekulation. Jaroussky ist dafür bekannt, dass er seine Projekte selbst auswählt und stets von langer Hand vorbereitet. Dies zum Thema "Vermarktungsmaschinerie" Im französischen Fernsehen hat er bereits vor der Auszeit über ein Projekt gesprochen, welches er aus naheliegenden Gründen nicht näher beschreiben wollte. Ein Blick ins Booklet verrät, dass die Aufnahmen zu der vorliegenden CD Anfang Oktober 2012 abgeschlossen waren.
Wer sich selbst ein Ohr von der Verfassung Jaroussky’s machen möchte, kann es in der kommenden Woche in Berlin tun. Denken Sie daran: Die Krise lauert überall.
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am 27. Dezember 2013
Philipp Jaroussky ist ein wunderbarer Countertenor. Die Stücke sind wunderschön und der Klang einmalig.
Sehr zu empfehlen für alle Liebhaber dieser Musik
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am 11. Juli 2014
Die Geschichte Farinellis und Porporas , alle Texte und ein beeindruckendes Vorwort von Philippe Jaroussky - alles auch in deutscher Sprache - einfach super !
Die wunderschöne, klare Stimme Philippe Jarousskys, seine eindrucksvolle Interpretation der Arien, es ist ein Genuss. Danke an Philippe Jaroussky, der die Arien für einen der berühmtesten Kastraten der Vergessenheit entrissen hat und es versteht, sie uns nah zu bringen. Ich bin stark beeindruckt und kann die DeLuxe Edition nur empfehlen.
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am 17. September 2013
als, die Töne zu singen, die in den Noten stehen. Philippe Jaroussky beweist dies sehr eindrucksvoll auf dieser CD mit Arien von Nicola Porpora. Zufällig wurden diese Arien alle von Farinelli gesungen. Auch eher nebenbei gehören diese Arien mit einem Stimmumfang von zwei Oktaven und aberwitzigen Läufen und Koloraturen sowie enormen Intervallsprüngen zu den virtuosesten, die je für einen Sänger komponiert wurden, und Jaroussky singt sie hörbar perfekt und mühelos. Kein Zufall ist es hingegen, dass von Jaroussky gesungen jede Note den Zuhörer ins Herz trifft, man jedes Wort versteht, ob man Italienisch kann oder nicht, sich die Bedeutung der Arien direkt auf einen überträgt. Die Sensibilität, mit der Jaroussky jeden einzelnen Ton gestaltet, die Feinheit seiner Phrasierung, durch die die Musik so sprechend wird, sind zumindest unter den Countertenören einzigartig. Andere Counter haben für jede Tonhöhe nur eine erzwungene (oft geqetschte oder gequälte) Klangfarbe; Jaroussky hat ein ganzes Farbspektrum frei fließender, schwereloser Töne und gestaltet die Musik, so dass sie uns berührt. Das ist das Entscheidende.
Erfreulich außerdem, zu hören, dass Jarousskys Stimme in den letzten ein oder zwei Jahren in der Höhe noch stärker und klarer geworden ist. Und die Beweglichkeit, die der Sänger in dieser CD mit feinsten Verzierungen und Ornamentierungen zeigt (in zwei Duetten im zärtlichen Wettbewerb mit Cecilia Bartoli), ist schlicht frappierend. Vermutlich die beste CD von Jaroussky, und sicherlich besser, als die, die von geschickten Marketingstrategen gerade als vermeintliche Rivalen aufgebaut werden. Man wird sich auf Jarousskys Tournee mit diesen Arien im Herbst 2013 davon überzeugen können.
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am 14. September 2013
Ich mag Barockmusik. Bei manchen Veröffentlichungen habe ich den Eindruck, die Beteiligten handeln ausschließlich frei nach dem olympischen Motto "höher, weiter, schneller". Da werden zirzensische Leistungen geboten. Jedem das Seine. Mir sind andere Dinge wichtig. Nach dem "Caldara"-Projekt 2010 hat Philippe Jaroussky wieder eine Solo-CD herausgebracht. Er widmet sie dem berühmten Kastraten Farinelli und seinem Lehrer Porpora. Diese CD ist das Schönste, was ich seit langem gehört habe. Seine Stimme ist verglichen mit älteren Aufnahmen hörbar gereift und rund. In den tieferen Lagen klingt sie weich und warm, ohne dass dem Franzosen die strahlenden Höhen abhanden gekommen wären, bei denen man spontan die Assoziation hat, die Sonne käme gerade hinter den Wolken hervor...Philippe Jaroussky führt die Stimme sicher und scheinbar mühelos auch in virtuosen Arien. Es gibt keine gepressten Töne, keine Schärfe. Er wirkt vollkommen frei. Die Highlights der CD sind für mich zum Einen die Duette mit Cecila Bartoli, bei denen sich die große Kunst der beiden Sänger zeigt. Sie nähern sich wunderbar an, so dass die Stimmen einander umgarnen, wie Vogelzwitschern. Und dann sind da noch die getragenen Arien. Niemand anders kann Gefühle so über Gesang transportieren. Die Texte werden überflüssig. Freude, Sehnsucht, Trauer, Verliebtheit, Jaroussky nimmt den Hörer ohne jede Theatralik mit auf eine emotionale Achterbahnfahrt. Das Aussteigen fällt schwer. Im Oktober tritt der Sänger mit diesem Programm in Deutschland auf. Ich bin dabei.
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