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Kundenrezensionen

21
4,7 von 5 Sternen
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23 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 6. Februar 2002
Ich bin erst vor kurzem, genauer im September 2001, durch das Lied "Fifteen feet of pure white snow" auf "Nick Cave and the Bad Seeds" gekommen. Nach dem Kauf seiner neuesten Platte bin ich in einen wahren Rausch verfallen, so toll fand ich "no more shall we part". Beinah jeden Monat hab ich eine weitere CD bestellt - "Murder Ballads" war meine Dritte. Da ich davor nur das jüngste Album und "The boatman's call" gehört hatte, bekam ich einen kleinen Schreck wegen der "härteren Gangart". Das lag jedoch nur an meiner damaligen Unwissenheit bezüglich dieser Gruppe.
Nur kurze Zeit später hab ich "Murder Ballads" wie alle anderen bisher gehörten Platten auch in mein Herz geschlossen. Sicher ist sie gewöhnungsbedürftig - nichtsdestotrotz aber auch eine beinah ideale Platte für den "gewillten neuen Anhänger".
Teils sehr melancholisch und bedrückend ("The Kindness of Strangers"), dann aber auch wieder mit ungeahnter Freude und mitreißendem Rhythmus ("The Curse of Millhaven") besingt Nick Cave in jedem der 10 Lieder das Thema Tod uns Sterben.
Die Schilderung eines Familiendramas ist ebenso auf der Platte zu finden wie auch die Geschichte des unheilvollen Schicksals einer kleinen Stadt und der Mutmacher "Death is not the end". Ein besonderes Sahnehäubchen ist auch das Duett mit Kylie Minogue - wirklich ein herzzerreißendes Stück Musikgeschichte (für echte Fans unentbehrlich!!)
Im Großen und Ganzen kann sich "Murder Ballads" ohne Abstriche in die Reihe der Meisterwerke von "Nick Cave and the Bad Seeds" stellen und ist wahrlich ein El Dorado für all jene, die dem Tod nicht nur mit Tränen entgegenblicken.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 28. Februar 2009
"Mothers keep your girls at home" heißt es mal in "The Kindness of Strangers"; ein gutes Motto fürs gesamte Album. Ein Konzept-Album (dass es sowas noch gibt!) über außergewöhnliche Morde in vielen, vielen Versionen, jeweils in die passende Musik gepackt wie die zerstückelte Leiche in den Koffer: Mal minimale Instrumentierung und mal schmelzender Geigenklang; mal Punk, mal Folk-Balladen und mal beides auf einmal, mal Ska und mal der Beweis, dass sogar Swing-Rhythmus so düster klingen kann, dass dagegen der nebelumwaberte Friedhof bei Neumond der passende Ort für den Kindergeburtstag scheint.
"Song of Joy" -- wenn's nicht auf dem Cover geschrieben stünde, also, auf den Songtitel wär ich im Leben nicht gekommen: Eine düstere Ballade über ein ehedem unschuldig' Kind, ein "Le Fanu"-würdiger Text in ein typisches Balladenmotiv eingeflochten. Nicht nur hier passt Nick Caves unglaublich tiefer Bass wie vom Sargschreiner angemessen. Düsterer Punk im Balladenton -- das sowas geht, hätte ich auch nie geglaubt, bevor mir's Cave nicht vorgesungen hätte: Eine "Lovely Creature" wird en passant über Nacht kommentarlos gemordet, in romantisch assoziierter Umgebung, in atemlosem British-Ska-Ton.
Nicht nur die Musik, nein, auch die Texte lohnen das genaue Hinhören, und alles stimmt zusammen, ohne je zum Klischee zu verkommen -- und zwar nicht nur, wenn einem in dieser "Stagger Lee"-Version tatsächlich die Kugeln nur so um die Ohren pfeifen. Nicht nur in P.J. Harveys Duett mit Nick Cave in trügerisch sanftem Balladenton als trügerische Moorhexe ("Henry Lee"), und nicht nur bei einer Kylie Minogue, die als Elisa Day in "Where the Wild Roses Grow" umworben wird -- ein Traditional traditionell und zu Herzen gehend instrumentiert. Schließlich heißt's ja auch romantisch und ergreifend: "all beauty must die".

Düster geht's also zu im Text und in der Musik, quer durch die imaginären Jahrhunderte und ihre verruchten Ecken, immer im haargenau passenden Stil: "Stagger Lee" hardboiled, und tiefmelancholisch das phantastische "Henry Lee" zeitlos die windgefegten Hochland-Moore durchgeisternd. "The Curse of Millhaven" besingt in bester Pogues-Nachfolge mit viel Folk, rotzigem Punk und allerschwärzestem Humor eine sinistre zarte Loretta, und in "O'Malleys Bar" tobt gut 14 Minuten lang ein Massenmörder, kaltschnäuzig, größenwahnsinnig, durchgeknallt -- das Ganze in provozierendem Minimal-Stil.

Am Ende dann natürlich Dylans "Death Is not the End" als tröstliches (oder ironisches?) Schlusswort, sparsam instrumentiert. Es lebt ganz vom Können der vielen hier versammelten Sänger, vom unverwechselbaren Shane McGowan bis zur ebenso unverkennbarer Kylie Minogue (warum nur singt die nicht immer so?).

Es passt halt einfach alles zusammen bei diesem Album, finstere Morde in (fast) allen denkbaren Versionen; Liebe, Wahnsinn, Größenwahn, durchgebrannte Sicherung. Die Texte bis zum Stehkragen voll mit schwarzem Humor, die Musik so abwechslungsreich wie die Möglichkeiten, vor der Zeit hingemäht zu werden. Alles hält Nick Caves düsterer unverkennbarer Bass zusammen, diese Kriegserklärung an jeden Strahlemann-Tenor. Die Höhepunkte hier nennen, bei all diesen musikalisch ergründeten Abgründen -- lieber nicht. Oder vielleicht doch: P.J. Harvey & Nick Cave mit "Henry Lee", und Cave solo mit "The Curse of Millhaven". Ohne Gewähr.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Lieder über Mord und Totschlag gab es in der Folktradition schon immer - aber im Fall dieses Albums bekommt man den Eindruck, Nick Cave sei für diese Art Musik geradezu bestimmt. Das Album "Murder Ballads" ist wohl der zentrale Fixpunkt in seiner schillernden Biographie. Cave und seine Band verbinden auf unnachahmliche Weise Tradition und Moderne, Folk und Gothic zu einem augenzwinkernden Panoptikum des Grauens. Caves spröde Stimme, Klavier, Gitarre, Bass, Drums, bittersüße Klangteppiche und gelegentliche Noise- Attacken intonieren Symphonien von Tod und Verderben, bei zwei Stücken unterstützt von P.J.Harvey und Kylie Minogue als Duettpartnerinnen. Hervorzuheben ist die Produktion: Harmonische und disharmonische Elemente umspielen einander, halten sich aber stets die Waage, so dass weder ein poppiges noch ein experimentell- avantgardistisches Album entsteht. Dass alle Instrumente transparent und nah klingen, versteht sich von selbst.

Das Songspektrum reicht von der Spoken Word- Performance "Song of Joy" über das zum obszönen Gangsta- Blues modernisierte "Stagger Lee" und das hektische "Curse of Millhaven" bis zum Radio- Hit "Where the wild Roses grow", dem sanften "Kindness of Strangers" und der narzisstischen, fünfzehnminütigen Gewaltorgie "O'Malley's Bar" - und in jedem Stück werden zwischen einer und zwanzig Personen bestialisch umgebracht. Wenn dann zum Abschluss Bob Dylans "Death is not the End" wie ein Chor der untoten Moorleichen erklingt, fragt man sich selbst, warum eine solche Anhäufung unaussprechlicher Brutalitäten so unterhaltsam sein kann. "Murder Ballads" ist politisch inkorrekt, bitterböse, obszön, zynisch und zutiefst amoralisch - und dennoch ein absolutes Meisterwerk.

Leider kommt auch die Remaster- Version mit zehn Tracks aus und verzichtet auf die vier Bonussongs von den "Wild Roses"- und "Henry Lee"- Singles. Die stehen hinter den regulären Albumtracks nämlich kaum zurück. Trotzdem fünf Sterne.
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 13. Mai 2003
Bei den Murder-Ballads handelt es sich um ein Konzeptalbum, bei dem es um Mord und Totschlag geht. Da wird Kylie Minogue am Fluss von Nick Cave mit einem Stein erschlagen und Nick Cave von PJ Harvey erdolcht und in einen Brunnen geworfen. Da versetzt ein vierzehnjähriges Mädchen die Gemeinde Millhaven in Angst und Schrecken. Da findet ein Mann, nachdem er einen kranken Freun besucht hat, seine Frau und seine drei Kinder ermordet zu hause vor. Da wird in 9 Titeln (fast) jede Grausamkeit beschrieben. Höhepunkt ist für mich das 14minütige "O Malley's Bar". I diesem Stück wird in Echtzeit beschrieben, wie ein Mann alle Gäste und die Wirte einem nach dem anderen umbringt, bevor er von der Polizei gestellt werden kann. Zum Abschluss folgt dann tröstend Dylan's "Death is not the end", das von den einzelnen Mitgliedern der Bad Seeds und Gästen wie PJ Harvey oder Shane MacGowan gesungen(?) wird. Für mich ist "Murder Ballads" "das" Meisterwerk des australischen Songwriters.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 22. November 2014
bringt uns Cave in Form eines Märchenerzählers a la Brüder Grimm näher. Hier sind die psychoanalytischen Inhalte von Verführung und Moral, von abgründiger Gewaltbereitschaft im Menschen, dem ausgeliefert sein von Gefahr und Tod das Hauptthema von Caves Konzeptalbum. Die Märchen der Grimm-Brüder sind ja nur ein Fingerzeig auf das Verhängnis von leichtfertiger Gutgläubigkeit und zu großem Vertrauen. Im Stile eines romantischen Hits wird uns der Text eines Frauen-Mörders untergejubelt (where the wild roses grow). Caves suhlt sich in den Fiesheiten des Lebens und passt seine Stimme den Vorkommnissen subtil aggressiv an. An seiner Stimmlage erkennt man buchstäblich was gerade abläuft. Da man ja schon am Titel des Albums erkennen kann worauf man sich einlässt, ist man also vorgewarnt. Jedes Lied ist mehr oder weniger ein Thriller und diese Gegebenheiten sollen wahren Vorkommnissen aus der Kriminalistik entlehnt sein. Diese Fiesheiten werden von den Bad Seeds entsprechend sperrig und bedrohlich musikalisch untermalt. Wie Blixa Bargeld mit seiner Gitarre das hysterische Ermordungsgeschrei einer Frau imitiert, ist schon phänomenal. Ich empfehle das Werk am Kaminfeuer in einer schneebedeckten Hütte mitten im Wald.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 14. Dezember 1999
Viele Jahre lang war Nick Cave der King der Independentszene. Er brachte viele Alben raus, die von den Kritikern hoch gelobt wurden, die aber den kommerziellen Durchbruch nie ganz schafften. Trotzdem besitzt Cave eine grosse Fangemeinde, die jedes Album des Meisters mit Freude aufnahm. Dann brachte Nick Cave sein Murder Ballads-Album raus, und dieses Mal wurde es auch kommerziell erfolgreich. Dieses Album hat nur ein Thema, es geht hier nur um Mord und Totschlag. Es ist kaum zu glauben, dass man dieses Thema eindrucksvoll musikalisch verpacken kann, Meister Nick schafft es. Herausgekommen ist ein Album, das neben diversen Eigenkompositionen, auch verschiedene Bearbeitungen alter Traditionals bereithält. Cave läßt sich auf einigen Stücken stimmlich von musikalischen Gästen begleiten. So hört man auf dem Stück "Henry Lee" die wunderbare Stimme von P.J. Harvey (mit der ja Nick Cave in einer besonderen Beziehung stand, wovon das Album "The Boatmans Call" Auskunft gibt). Den grössten Erfolg brachte aber natürlich die Single-Auskopplung "Where the wild roses grow". Dieses Duett mit Kylie Minogue schaffte es sogar in die Top Tenn der Charts und wurde bei Viva in der Heavy Rotation gespielt. Für Cave-Fans doch sehr gewöhnungsbedürftig. Das aussergewöhnlichste Stück auf diesem Album ist wohl "O'Malleys Bar". Hier erzählt Cave in atemberaubenden 12 Minuten die Geschichte eines Amokläufers. Musik und Stimme sind so hervorragend auf einander abgestimmt, dass es einem kalt den Rücken runterläuft. Den Abschluss dieses Albums bildet das Cover eines alten Dylan-Klassikers "The death is not the end". Beim grossen Finale sind noch einmal zu hören, die bei dieser Platte mitgearbeitet haben: Harvey, Minogue, Lane, Bargeld und als Überraschung Shannen MacGowan (Ex-Pogues).
Diese Platte ist nicht nur Freunden morbider Kultur zu empfehlen. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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am 5. August 2015
Nachdem das meiste eigentlich schon geschrieben wurde, hier noch ein gut gemeinter Hinweis von jemandem, der zwar nicht alles, aber doch einiges von Herrn Cave kennt:
Nick Cave kann melancholisch, zynisch, traurig, witzig und vor allem bitter böse sein. Und auf diesem Album ist er alles! Lasst Euch also bitte nicht vom Erfolg dieser Platte abschrecken, sie ist aus meiner Sicht das mit künstlerisch Wertvollste, was die 90er zu bieten hatten.
Mein Anspieltipp ist 'The curse of Milhaven'. Musikalisch im Prinzip eine schnelle Version von 'Henry Lee'. Textlich geht es um eine Massenmörderin im Teenie-Alter, die so genial dargestellt wird, dass man sie am liebsten adoptieren würde. Naja, vielleicht lieber doch nicht... Das geilste ist, dass sie im Prinzip nur erzählt: Den hab ich getötet, die auch, den anderen sowieso... aber mit dem toten Hund hab ich nichts zu tun! Das waren zwei Psychos von der High School...
Wenn man sich mit kranken Texten plötzlich identifiziert, sie romantisiert oder zumindest urkomisch findet, hat das schon etwas von Kunst. In Horror-Filmen immer wieder erlebt, aber auf musikalischer Ebene hat es bisher nur 'Murder Ballads' bei mir geschafft. Volle Punktzahl!
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4 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 29. März 2002
Murder Ballads ist definitiv die beste aller Nick Cave CDs. Bis auf Crow Jane sind restlos alle Songs wuchtige Wortgebilde, die eine unglaubliche Dynamik mit phantastischer Experimentierfreude vereinen. Hervorzuheben bleibt wieder einmal die hypnotisch-einfache Art, die Nick Cave bei den Kompositionen seiner Lieder anwendet - so werden auch Songs mit deutlich höheren Lauflängen nie langweilig.
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2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 17. September 2013
Das stimmt natürlich nicht. Früher war vieles früher, ja. Aber es gab Dinge, die waren früher gut - und sie wären es auch heute noch. WENN MAN DIE FINGER DAVON GELASSEN HÄTTE!!

Himmel, was ist aus diesem düsteren Meisterwerk geworden. Musste man daran herum fuhrwerken?
Es sind immer noch die guten alten Lieder, aber sie klingen einfach nicht mehr schön abgrundtief boshaft wie damals(tm).

Meine Empfehlung ganz klar: wenn die alte Scheibe noch aufzutreiben ist: lieber die gebrauchte alte nehmen, auch wenn (oder gerade weil!) sie nicht ganz so nüchtern-brilliant abgemischt ist.
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2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 11. März 2003
Gefühl, Dramatik und einfach gute Musik liefern Nick Cave und seine Bad Seeds.
Diese CD erscheint anfangs etwas schwer zu hören, wenn man sich jedoch eingehört hat kann man kaum aufhören ihr zu lauschen. Ich empfehle dieses Meisterwerk einfach durchlaufen zu lassen und nicht zwischen den Titeln gezielt hin und her zu zappen- man muß das Gesamtwerk an einem Stück hören.#
Anspieltipps: Titel 1,6,9.
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