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141
4,6 von 5 Sternen
Kraniche (Standard Edition)
Format: MP3-DownloadÄndern
Preis:6,29 €
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26 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 8. März 2013
Ich erinnere mich noch an ein Bosse-Interview aus dem Jahr 2007/2008 (?) - noch lange vor "Taxi". In diesem sprach Meister Bosse über seine musikalische Zukunft: Schon damals liebäugelte er mit Streichern und vielen unterschiedlichen Instrumenten in seinen Songs. Der Wunsch war also schon lange da, die Kreativität ebenso.

Gut ein halbes Jahrzehnt später hat der Braunschweiger Jung nun endlich die Möglichkeiten, seine lang gehegten Gedanken ausleben zu können. Das nenne ich mal konsequent und bin überaus dankbar für den Schritt, den Bosse mit "Kraniche" geht. Er hätte auch alles so lassen wir vorher und sich selbst wiederholen können. Macht er aber nicht: Er bebt, er lebt, er spricht, er träumt, er malt, er erinnert, er reflektiert, er feiert, er tanzt, er kritisiert - und lässt uns an seinem Blick auf die Dinge teilhaben, als würden wir in einem Hamburger Café mit ihm an der Theke sitzen.

Disco-Tipp: Istanbul, So oder so
Nachdenk-Tipp: 4 Leben

Und bei einer Sache bin ich mir sehr sicher: Auf der nächsten Tour, auf dem nächsten Festival (egal wie groß), wird es Axel Bosse erneut gelingen, eine private Stimmung zu erzeugen, bei der jeder Besucher das Gefühl hat, Bosse würde nur für ihn spielen. Neben dem vielen Bombast, kann er nämlich auch sehr reduziert präsentieren, wie die Acoustic-Versionen auf der Bonus-CD der Limited-Edition beweisen. Ich freu mich auf ein tolles Bosse-Jahr!
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Diese Sätze. Keiner kann sie so wie Axel Bosse. "Ist immer jemand da", tröstet er im Titellied dieses Albums, "war immer jemand da, der dir tief in den Kopf sah." Für einen selbst als Hörer fühlt es sich mit jeder Platte mehr so an, als wenn Axel Bosse dieser Freund ist, der einem in den Kopf sieht und Gefühle so formuliert, wie man es niemals alleine gekonnt hätte. Gefühle. Und Trost. "Ich such’ nicht mehr und finde nur“, singt er im Refrain von "Kraniche" und dann, die größte Beruhigung überhaupt: "Kommt sowieso an den Start, was kommen mag." Was bei diesem Lied kommt, sind die Tränen. Emotional entwaffnend sind diese Songs, weise im Herzen. Zen-buddhistisch fast. "Kraniche" (der Song) als deutsche Version von Stings "All This Time" (thematisch, nicht musikalisch) und "Kraniche" (das Album) als perfekte Symbiose von Herz und Hirn. Denn: Bosse und seine Mitmusiker machen sich auch Gedanken darüber, was wann warum wie klingen sollte. In "Istanbul" hört man Saz und Kürbisgeige - authentische Klangkörper aus Bosses zweiter Wahlheimat. "Alter Affe Angst" handelt von derselben, klingt aber im absichtlichen Kontrast beschwigt und heiter. "Familienfest im Grünen" lässt ein Streichquartett aufspielen zu einem Fest, das nur von Kaputtheit erzählt. "Sophie" mischt Elektropop mit großer Geste a'la Coldplay. "Konfetti" schließt als Pianoballade wieder mit einer dieser herrlichen Zeilen, wie sie so klar und echt nur Bosse kann: "Seit ich dich kenne, regnet’s nie." Das ist nicht kitschig, sondern einfach nur schön. Das bislang größte, feinste, am meisten durchdachte, orchestralste Album ... und doch weiterhin so intim, als würde es beim Hören nur zu einem selbst sprechen. Einmalig.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 4. April 2013
Im Vergleich zu alten Alben werden die Texte teilweise immer flacher...Manche gehen in die Tiefe, regen zum Träumen und zum Phantasieren an...andere zum Nachdenken...Aber leider sind auch einige Lückenfüller dabei, die auf alten Alben nicht erschienen wären. Man merkt einfach den Versuch an krampfhaft die Zeit zu füllen, die noch zu füllen ist...Bosse wird alt, erwachsen, aber nicht schlechter...die Musik (Melodien, Rhythmen, Kompositionen, Instrumentalisierung) wurde seit dem letzten Album Wartesaal abwechslungsreicher und regt doch auch gerne mal zum Tanzen an...man bemerkt schnell den Mainstream Zwang der großen Plattenfirmen ...Erfolg heisst heutzutage eben ...Weg vom Speziellen, hin zum Allgemeinen...schade eigentlich, aber das kennen wir ja schon länger.
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10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 10. März 2013
Ich kann einen Teil meiner Vorredner/innen, die hier Kritik üben, schon ein Stück weit verstehen: Da gibt`s schon vereinzelte Programming-Schleifen, die too much sind und das Verlangen nach guter alter Handwerkskunst nähren, Stimm-Sirenen, die man sich wegwünscht. Auch meine 5 Sterne sind kaufmännisch gerundet. Aber ich lese hier zu viel Pathos: Bosse ist keine Religion, ich muss nicht exakt das fühlen, was Bosse fühlt und auch nicht in seiner Bettwäsche schlafen. "Kraniche" ist ein tolles Album, kreativ und facettenreich wie gewohnt (kein Titel gleicht dem anderen gemäß dem von Bosse selbst formulierten Anspruch). Songs, die wie immer Texte und Melodien im Gepäck haben, die einen packen und mitnehmen, unerwartete Momente, die stets zünden. Das mit "Wartesaal" gesetzte Denkmal steht stabil. "Vive La Danse" ist der einzige Track, den ich nicht vermissen würde, der "ganze Rest" wird mich noch ziemlich lange beschäftigen...
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 3. April 2013
Bosse ist zurück! Nach "Wartesaal" kommt jetzt das nächste, aufwendig und liebevoll produzierte Popalbum des Sprachkünstlers und Weltenbummlers mit dem vielleicht sympathischsten Gesicht der Branche.

Ich habe Bosse irgendwann vor einigen Jahren entdeckt, als ich in Köln (ich glaube beim Ringfest) vor einer Bühne stand und auf irgendeine andere Band wartete. Ich hatte keines seiner Lieder jemals vorher gehört, aber ich war begeistert von dem Typen, der da auf der Bühne sein Ding durchzog, sauber auskomponierte Songs mit tiefgründigen Texten, ohne dabei auf Tanzbarkeit zu verzichten. Die Beine wollten nicht still halten, die Stimmung hob sich... und heute erinnere ich mich noch an den Auftritt von Bosse, aber nicht mehr an das, worauf ich eigentlich gewartet hatte.

Entsprechend hoch waren meine Ansprüche an seine Alben. Und bei allen Alben, die ich bisher gekauft habe, war ich im ersten Moment enttäuscht. Um spätestens beim zweiten oder dritten Hören dann hellauf begeistert zu sein. So auch bei "Kraniche".

Die Texte, die Axel Bosse schreibt und singt, sind eine Wucht. Manches muss man mehrfach hören, um alle Sinnebenen zu erfahren, um alle sprachlichen Feinheiten zu erfassen. Das ist Musik, die man (zumindest beim ersten Mal) nicht nebenbei hören kann, sondern auf die es sich lohnt intensiv zu hören.

Viele Rezensenten werfen Bosse vor, spätestens mit Wartesaal und Kraniche zu poplastig geworden zu sein, zu weit weg von der direkten und persönlichen Art, die er auf der Bühne rüber bringt. Da ist was dran. Aber das ist für mich keineswegs ein Kritikpunkt. Auf Platte wirkt die liebevolle, wunderbar auskomponierte Instrumentierung auf eine Art und Weise, die live in einer normalen Konzerthalle nicht zu verwirklichen wäre. Klar ist das Popmusik nach allen Regeln der Kunst, nicht mehr der Liedermacher von der Straße, der allein mit seiner Gitarre sein Publikum in Bewegung bringt. Aber das ist gut umgesetzt, es ist nicht die 08-15 Rhythmusmaschine mit den immer gleichen Akkorden, die den Großen der englischsprachigen Musikindustrie Chartserfolge sichert. Charakteristisch ist, zumindest bei den schnelleren Songs, die treibende Bassdrum, dazu dann ein feines Arrangement, dass sich rund um eine einfache Klavier- oder Gitarrenstimme legt, oft kommen Streicher zum Einsatz. Insgesamt klingt die Sache rund und stimmig, jeder Song hat etwas eigenes und lohnt, mehrmals gehört zu werden.

Die Schallplatte kommt mit einem Downloadcode, mit dem man das gesamte Album, inklusive der 6 Akustik-Versionen von "Kraniche", "Schönste Zeit", "So oder so", "Istanbul", "Alter Affe Angst" und "Sophie", als mp3 herunterladen kann. Damit entspricht der Umfang dem der Limited Edition der CD, wobei die Bonus-Tracks nicht auf Platte gepresst sind. Das Artwork ist nicht weltbewegend, die Platte kommt im einfachen Pappschuber, der relativ rau und recycelt wirkt, also kein weißer Hochglanz, aber passend zum Zeitgeist mit ökologischem Anstrich. Die innere Papierhülle ist mit einigen kleinen Fotos und sämtlichen Texten des Albums bedruckt.

Kleiner Tipp für Sportler: Man kann zu "Kraniche" wunderbar laufen (oder sich anders bewegen), allerdings setzt ab "Müßiggang" (übrigens einer meiner Lieblingssongs) ein deutlicher Tempowechsel ein... mein Laufrhythmus hat sich von einer Sekunde auf die andere spürbar verändert. Beim nächsten Mal würde ich daher nur die ersten 9 Songs in der Playlist lassen.

Meine Songtipps:

Familienfest (keine leichte Kost), Müßiggang (hilft bei Stress), So oder so, Istanbul.
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50 von 63 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 8. März 2013
Unbändige Freude ergriff mich, als ich vom neuen Album hörte. Bosse und ich, das ist eine Liebe seit so langer Zeit, dass ich mich schon gar nicht mehr daran erinnern kann, wie die Band hieß, für die er damals die Vorband machte. Etliche Konzerte und tagelanges Hören der CDs haben mich seitdem geprägt.

Und nun sitze ich hier mit dem 5. Album auf den Ohren und spüre, dass es sich bei uns wie in einer langen Beziehung verhält. Man liebt sich, aber man merkt, irgendwas ist anders. Man kann es nicht richtig (be)greifen und schon gar nicht verstehen. Es liegt nicht nur an dir, es liegt auch an mir. Haben wir uns auseinander gelebt?

"Ich such nicht mehr und finde nur" singst du in Kraniche. Und ich kann dich verstehen. Du bist angekommen in deinem (beruflichen) Leben, ausverkaufte Touren, Plattendeal beim großen Label (nicht erst mit dem Album, ich weiß). Aber leider hört man es..

Alles klingt so sehr arrangiert. "Ja, hier noch 'ne Triangel. Hier legen wir nochmal deine Stimme drüber, dann klingt es mehr. Und hier als Lückenfüller noch ein "uuuhuuu, yeaaahaaa" " Bosse ist noch da, in den Texten. Doch der Sound hat sich für mich stark verändert. Zu glatt, zu einheitlich, zu "groß". Das Album düdelt so durch - es gibt keine Brüche, keine Kanten, an denen man stolpern würde und sich denkt: "Huch, was war das? Muss ich gleich nochmal hören."

Wir haben uns beide weiterentwickelt. Und auch wenn man die Trennung nach einer so langen Zeit nicht wahrhaben will, ist es vielleicht besser, wenn wir uns hier an der Weggabelung die Hände reichen und in verschiedene Richtungen gehen. Lass uns Freunde bleiben. Und von Zeit zu Zeit auf Konzerten die alten Gefühle & Erinnerungen aufleben lassen.
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9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 10. März 2013
Lange herbeigesehnt, brachte der erste Hörgenuss erst einmal Ernüchterung.
Wo ist der Schwung, wo sind die vielen tanzbaren Stücke, die ich bisher von Bosse gewohnt war? Von Lied zu Lied wartete ich auf den großen "Kracher", der sich jedoch nicht einstellte.
Also legte ich das Album beiseite, gab ihm kurze Zeit später aber eine zweite Chance.
Und dann geschah es. Die Musik ging ins Ohr. Und ja, sogar tanzen war kein Problem mehr! Bis in den letzten Ton ausgefeilt, lädt jeder Titel ein in seine eigene Geschichte. Musikalisch sehr schön und durch die vielen neuen Musikinstrumente abwechslungsreich und einzigartig. Und die Stimme unverändert sinnlich zum Wegträumen!
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am 24. März 2013
Nach zwei Wochen ausgiebigen Hören möchte ich nun meine Meinung zu diesem Album abgeben.
Bosse sagte in einem Interview letztes Jahr, dass er jedes Album etwas anders gestalten will, damit der geneigte Zuhörer nicht immer das Gleiche zu hören bekommt. Klingt nach einem schwierigen Unterfangen, zumal Kraniche nunmehr das fünfte Album ist und irgendwann die Variationsschatztruhe auch ausgeschöpft sein muss.
Denkste! Bosses Rechnung geht auf und so ist Kraniche wiedermals grundverschieden zu den vorangegangen.
Und doch ähnlich wie bei all den anderen Alben bekommt auch das das Attribut "typisch Bosse".

Das Album ist vollgepackt mit den Gefühlen Hoffnung, (Zukunfts-)Angst, Zufriedenheit, Unzulänglichkeit und Liebe.
Dieses zum Teil mehr als deutliche Kontrastprogramm macht diese Platte so extrem vielseitig und wer sich nicht in mindestens zwei oder drei Liedern wiederfindet, hat von der Achterbahn namens "Leben" noch nicht viel mitbekommen, nichts für ungut.

So ist mein derzeit Lieblingssong von der Platte "Vier Leben" voll mit Ängsten, seinen Anforderungen und Erwartungen nicht mehr gerecht zu werden und eben damit nicht alleine zu sein, teilweise tröstend aber auch in seinem Gefühl bestätigend.
Der Song "So oder so" der idealerweise genau darauf folgt antwortet aber gleich mit dem Gefühl, alles richtig zu machen und die Dinge eher entspannt auf sich zu kommen zu lassen.

Der Song "Familienfest" ist für sich allein schon nur so von Kontrasten geprägt, der recht positive Titel und die fröhlich entspannte Melodie, die sich durch das ganze Lied streckt, ist einem sehr traurigen und ernsten Songtext entgegen gestellt, sodass man sich nicht sicher sein kann, ob man lachen oder weinen soll.

Toll ist aber auch, dass das angesprochene "Familienfest" und der "Alte Affe Angst", der voll mit Wahnvorstellung, Zukunftsängsten und einem Loch, das einen zu verschlucken droht, ist, ein "Happy End" haben, in dem sich quasi selbst aus der Schlinge geholfen oder mit der Situation abgefunden wird.

Ich könnte jetzt noch zu jedem einzelnen Song etwas sagen, wie die "Tanzbarkeit" des Stückes "Vive la Danse", die komplette Entspannung in "Müßiggang", der Zuversicht in "Kraniche" und "Konfetti" und und und, um die Brillianz dieses Albums deutlich zu machen, aber es reicht zu sagen, dass dieses Album durch und durch perfekt ist.

Bosse übertrifft sich erneut selbst und würde ich seine Musik nicht schon von den vier vorangegangenen Alben zu schätzen wissen, dann hätte ich mich spätestens jetzt in seine Musik verliebt.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 9. März 2013
Ich bin kein Bosse-Fan der ersten Stunde und habe seine Musik mit "Wartesaal" schätzen gelernt. Gute Stimme, tolle Texte, aber (noch) nicht angepasst und kommerziell. Musik, die Erinnerung weckt und die zum Interpretieren einlädt. Musik, die auch nach dem hundertsten Hören noch Spaß macht und neue Details zum Entdecken bereithält, einfach ganz anders.

Entsprechend groß waren meine Erwartungen, als ich von dem dem neuen Album hörte. Enttäuscht wurden meine Erwartungen nicht, allerdings bin ich auch nicht völlig begeistert. Alles hört sich ein wenig runder, glattgemachter an, als Bosse es eigentlich nötig hat. Man hat das Gefühl, dass man es der breiten Masse gefällig machen wollte und dadurch wirken einige Songs zu gewöhnlich. Ich spare mir das klischeehafte kommerziell; nein, es ist nicht kommerziell, aber auch irgendwie nicht so naiv kreativ, wie im "Wartesaal".

Bosse ist angekommen im Musikgeschäft, wird wahrscheinlich professioneller beraten und tritt nicht mehr als Vorband auf, sondern füllt mittlerweile selbst mit einigen hundert Gästen die Clubs und Hallen. Nostalgie, Leidenschaft, Gefühle - Dinge, die wie selbstverständlich in vielen früheren Bosse-Songs mitschwangen, wirken jetzt ein wenig aufgesetzt und arangiert. Streicher, Orchester, Zweitstimmen machen die Musik gewaltiger und rundern; das Bosse-Feeling leidet ein wenig, die Musik geht nicht mehr so ins Herz, sondern wird beliebiger, ist einfach nicht mehr so kantig und eckig.

"Wartesaal" war unglaublich, "Kraniche" muss es bei mir noch werden", deshalb bis jetzt 4 Punkte,
"Schonste Zeit" bekommt 10, auch wenn ich nur 5 vergeben kann.
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Auf »Kraniche« präsentiert Bosse ein Dutzend ganz zauberhafter Indie-Pop-Lieder, die vorrangig emotionale Momentaufnahmen und alltägliche Gefühle und Probleme behandeln, die zwar stets nachdenklich, aber nicht traurig, sondern eher verträumt stimmen. Kann mir kaum eine aufrichtigere Form von Pop vorstellen; das Rockige geht im Vergleich zu den früheren Alben hier noch ein Stück weiter zurück, was nicht schlimm ist, da den Songs - insbesondere hinsichtlich der Texte - doch ein größeres Stück Singersongwriter-Handwerk mit Herzblut eigen ist.

»Schönste Zeit« liefert wirklich wunderbare Bilder, ebenso der Opener »Kraniche«. »Istanbul« merkt man deutlich an, dass der Ort, an dem einige der Lieder entstanden sind, nicht spurlos an Bosse vorbeigegangen ist. Wie nahe liegend ist das Wortspiel, Vater mit Fata Morgana in Verbindung zu bringen - nur wieso habe ich das vorher noch nie gehört, sondern erst hier in »Familienfest«, dem wohl trübsten Stück des Albums? »Sophie« - ich mag es wirklich sehr, wenn Lieder oder Bücher als Titel schöne Mädchennamen tragen. Wenn sie dann auch noch eine ebenso schöne Geschichte erzählen, gibt es wirklich nichts mehr zu nörgeln. Und das alles getragen von so beschwingten, aber niemals platten und oberflächlichen Melodien.

Als Bonus gibt es bei der Deluxe-Edition dann noch sechs der Albumtracks als angenehme Akustikversionen.

Ein sehr gelungenes Album ...
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