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4,6 von 5 Sternen
Preachers Of The Night
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 30. Dezember 2013
Zwei Jahre ist es her, dass Powerwolf mit ihrem Album Blood of the Saints die Massen begeisterten. Die Power-Metal-Band preschte nach vorne und direkt in die Gehörgänge zahlreicher neuer Fans, die von der Kraft der Songs und den ausgefeilten Melodien überwältigt waren. Hinzu kamen die Auftritte, die wie Messen anmuteten. Wenn Attila Dorn die Bühne betritt, schwebt ein leichter Nebel, der an Weihrauch erinnert, über die Bühne, Choräle erklingen, und er schreitet so erhaben voran wie der Papst. Powerwolf schaffen es aber trotz aller Parodie, ihre Auftritte und Musik nicht als billigste Blasphemie darzustellen. Im Gegenteil, gibt Gitarrist Matthew Greywolf doch zu, regelmäßig in der Bibel zu lesen. Vielleicht ist das auch ein Grund dafür, dass in vielen Songs Anlehnungen an die Heilige Schrift zu finden sind.Mit ihrem neuen Album Preachers of the Night geht die Formation den bereits beschrittenen Weg weiter und festigt ihren Stil. Die Vorab-Single „Amen & Attack“ hat bereits gezeigt, dass es kraftvoll, schnell und mit den typischen choralartigen Klängen weitergehen wird. Schon alleine „In nomine veritas …“ erinnert an die Liturgie der katholischen Kirche – manch einen auch an das gleichnamige Pen-and-Paper-Rollenspiel.
Die Melodien sind eingängig und schnell. Die Gebrüder Greywolf schrubben einmal mehr über die Saiten von Bass und Gitarre, mal schnell, mal etwas langsamer, mit der Leidenschaft, die ein Musiker braucht, um mitzureißen. Dabei sind die Instrumente mal im Hintergrund und begleiten den Gesang, mal stehen sie absolut im Vordergrund, überzeugen durch rasche Tempowechsel und gekonnte Riffs, die sich vor allem in den kurzen Soloparts zeigen, beispielweise gegen Ende von „Secrets of the Sacristy“
Immer wieder hört man Organist Falk Maria Schlegel, der nicht einfach nur ein Keyboard unter seinen Fingern hat, sondern wie schon beim vorherigen Album auf einer richtigen Orgel spielt. Dadurch erscheint der Klang dem Kenner voller und dem Fan authentischer. Das Instrument Orgel wird gerade bei dieser Band in ein ganz neues Licht gerückt, und Schlegel zeigt deutlich, was man aus ihr alles herausholen kann und wie vielseitig sie ist.
Neben all den scheinbar blasphemischen Texten gibt es doch immer wieder Einschübe, die anderes sagen und deutlich machen, dass Powerwolf nicht einfach verteufeln und der Institution Kirche mit den gleichen Vorurteilen begegnen, die diese selbst anderen entgegenbringt. Sicherlich sind Zeilen wie „Gott hat uns den Wahn gebracht“ aus „Kreuzfeuer“ nicht gerade das beste Beispiel, aber auch vor allem dieses Lied – auf Deutsch gesungen – führt eben deutlich vor Augen, dass sich die Band wirklich mit dem Thema Religion, Christentum und Kirche auseinandersetzt.
Wer aber glaubt, es ginge nur um Religiöses, der irrt. Zum einen ist Religion zwar omnipräsent und in allen Lebensbereichen zu finden, zum anderen gibt es aber auch Songs, die diesen Aspekt in den Hintergrund rücken.
„In the Name of God we got to Heaven“ ist der Beginn von „In the Name of God“ und hat das typische Mitsingpotential, das man von Powerwolf in fast jedem Lied präsentiert bekommt. Zwischendurch gibt es immer wieder lateinische Einschübe, die nicht fehlen dürfen und die den Kirchenlied-Charakter verstärken. Es ist wie eine liturgische Feier, das Beten eines Psalms, bei dem der Prediger beginnt und die Gemeinde schließlich antwortet.
Attila Dorn mit seiner ausgebildeten Stimme kann beides: Die harte und die zarte Schiene, die zum einen die Wucht hinter einem Song herausbrüllt, zum anderen aber fast schon liebevoll und voller Glauben die Konfessionen ins Mikro singt.
Auch rumänische und russische Einschläge sind deutlich, und dem Fantasyfan wird bald ein Song ins Auge stechen, der an einen bekannten Fünfteiler erinnert – wenngleich die Verfilmung leider nur aus zwei Teilen bestehen durfte. „Nochnoi Dozor“ (dt. Wächter der Nacht) ist aber hauptsächlich auf Englisch gesungen.
Den Abschluss bildet „Last of the Living Dead“. Langsam und majestätisch schreitet die Melodie voran, hervorragend hier auch wieder Sänger Attila Dorn, der stimmlich einem Pavarotti das Wasser reichen kann. Zwischendurch gibt es dann Rufe einer Meute – perfekt für den Liveauftritt, bei dem dann das Publikum „Living Dead, pray for Living Dead“ rufen wird. Hier gibt es einen genialen Gitarrenpart, der gerne länger hätte ausfallen dürfen. Der Song dauert 7:43 Minuten, nicht wundern, wenn er nach knapp vier Minuten schon vorbei ist. Einfach die Anlage aufdrehen und lauschen. Hier wird Stimmung aufgebaut, die das Lied und dessen Worte abrundet.

Ein tolles Album, das ein würdiger Nachfolger zum hochgelobten Vorgänger Blood of the Saints geworden ist. Mitreißend und stimmungsvoll powern die Wölfe einmal mehr richtig rein und begeistern mit ausgereiften Songs und einem guten Sound.
Sehr schön ist auch die Limited Edition für Hardcorefans. Wer 129 € hinblättert, bekommt neben dem Album einen kleinen Altar mit Kerzen, vier LPs, einem Patch, einer Bonus-CD und vier weiteren Songs.

Anspieltipp: Amen & Attack
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7 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 19. Juli 2013
Als ich die Vorveröffentlichung hörte war ich mir zunächst nicht sicher, ob das Lied neu ist. Spricht dafür, dass sie sich treu geblieben sind. Muss nichts schlechtes sein. Preachers of the Night steht seinem Vorgänger in nichts nach und Powerwolf servieren mir das, was ich erwartet habe: Spaß, Fighter-Powermetal, heilige Extase, latainische Einschübe in klösterlicher Manier und Lieder, die ganz nah an früheren Hits - vielleicht auch anderer Komponisten - entlang schwappen, aber genug Eigenleben und musikalische Abweichungen haben, um eine vollkommene Daseinsberechtigung zu haben. ZB Der Refrain von Cardinal Sin. An welches Lied aus den 80ern erinnert er mich? Ich weiß es nicht. Es ist ein Lied aus den 80ern, eins mit verhalltem Sänger...Egal. Das aus den 80ern hat mir definitv nicht so gefallen wie Cardinal Sin. Und so gehen sie alle gut ins Ohr, ohne Ausnahme. Die CD ist perfekt durchhörbar, hat kein Lied, das extrem heraus sticht. Weder nach unten noch nach oben. Sie ist wie eine bunte, von Luftschlangen und Feuerwerk untermalte 200-kmh-Fahrt durch ein juchheizendes Rockland. Mit erhöhtem Puls. Ich hoffe, ich habe sie nicht zu schnell über - die Gefahr von solch einem Rausch. Nur aus Sorge davor gibt es vorsichtig einen Punkt Abzug. Ich Schwarzseher. Und verdammt, ich darf sie nicht ins Auto packen. Flensburg hat genug zu tun.

Zur Bonus-CD. Ein Orchester mit Interpretationen von 4 Liedern aus der CD. Mit großem Chor, ohne Lead-Gesang. Wer auf Trailer-Musik mit Pathos steht mag das. Wer mit Klassik nichts anfangen kann, für den ist die Bonus-CD nichts. Ich fand die Idee sehr gut, den Lead-Gesang weg zu lassen, so kommt die Musik noch tragender.

Ähnliche Interpreten. Inhaltlich: (aber deutlich lieber) Orphaned Land. Musikalisch: The Other, Misfits, Blind Guardian
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9 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 20. August 2013
Zunächst: Ich bin trotz relativ fortgeschrittenem Metal-Alter beileibe keiner, der bei Bands wie Powerwolf sofort "Hype!" oder gar "Schlager!" schreit. Grundsätzlich finde ich die älteren Outputs der deutsch-rumänischen Truppe sogar gut bis sehr gut. Auch live machen die Wölfe meiner Ansicht nach hervorragend Stimmung, auch wenn es sicher nicht jedermanns Sache ist, wenn auf dem Metal-Festival zum Kirchgang gerufen wird...

Bei "Preachers Of The Night" war ich im Vorfeld skeptisch. Auch wenn zum (sehr guten) Vorgänger "Blood Of The Saints" der übliche 2-Jahres-Abstand eingehalten wurde, war die Erinnerung an diese Scheibe noch sehr frisch. Ein gewisses Gefühl der Übersättigung also, das sich beim Anhören des vorab veröffentlichten "Amen & Attack" noch verstärkte. An sich ist der Opener von "Preachers Of The Night" beileibe kein übles Stück, aber leider auch vollkommen mit bekannten Hits (speziell: "Sanctified With Dynamite" und "We Drink Your Blood") der Band austauschbar. Um es kurz zu machen: Der erste Durchlauf von "Preachers Of The Night" bestätigte meine Befürchtungen. Man spürt förmlich bei jedem Song, wie er nach bewährtem, mittlerweile aber leider auch ausgereiztem Powerwolf-Konzept am Reißbrett entstanden sein könnte. Auf den ersten drei Platten klang das alles noch frisch und neu, hatte Wiedererkennungswert und machte Lust auf mehr. Beim 2013er-Output fehlt mir dieses Gefühl fast vollständig. Egal ob der erwähnte Opener "Amen & Attack", "Coleus Sanctus" (ein thematischer quasi-Nachfolger des Gassenhauers "Resurrection By Erection") oder "Lust For Blood" (warum auch nicht, gab ja bisher schon "In Blood We Trust", "We Drink Your Blood" und "All We Need Is Blood"...) - praktisch jedem dieser Stücke fehlt meiner Meinung nach der eigene Charakter. Ebenso geht es dem eingängig-flotten, ein wenig zu sehr nach "Catholic In The Morning...Satanist At Night" klingenden "Sacred & Wild". Außerdem lassen Tracks wie das prinzipiell gute "Secrets Of The Sacristy", "Cardinal Sin", "In The Name Of God (Deus Vult)" sowie "Extatum Et Oratum" einen wirklich starken Refrain vermissen und rauschen dementsprechend am Hörer vorbei. Diese Lieder klingen in meinen Ohren eher wie Überbleibsel aus alten Recording-Sessions aus denen man noch schnell Songs zusammen gestückelt hat. Leidenschaft und Spielfreude sscheinen hier durch stures Wiederholen von Altbewährtem ersetzt worden zu sein. Der Tiefpunkt ist der stinklangweilige Rausschmeißer "Last Of The Living Dead", in meinen Ohren ein echter Totalausfall.

Wirklich zu gefallen wissen - weil sie aus der Masse herausstechen - eigentlich nur die Stücke "Kreuzfeuer" (sehr düster, mit deutsch-lateinischen Lyrics und echt cooler Gesanglinie) und die lässig hingeriffte, großartige Sergej Lukianenko-Verbeugung "Nochnoi Dozor". Übrigens hat sich das bei mir erst nach mehrmaligem Hören herauskristallisiert, ein Prozess, der bei den anderen Songs leider nichts genützt hat.

Generell kann man die Songs auf "Preachers Of The Night" als das übliche sakrale, englisch-lateinische Konglomerat bezeichnen, das hauptsächlich von Sangeswunder Attila Dorn und der mächtigen Kirchenorgel lebt. Wobei man auch hier konstatieren muss, dass der Rumäne sich zwar innerhalb des Powerwolf-Konzeptes sehr gut bewegt, man aber auch das Gefühl hat, jede Gesangslinie schon hundert Mal gehört zu haben. Speziell bei den Chören denkt man sich wiederholt: "Das kenn' ich doch..." Textlich bleibt man im Bereich von Sagen und Religion, wobei letztere mittlerweile sehr deutlich dominiert. Es gibt also wieder viel "Halleluja", "Amen", "Sanctus" usw. zu hören. Dass sich an dieser Thematik die Geister scheiden ist klar - für mich ist die Konzentration auf Religion und religionskritische Themen kein Grund für eine schlechte Bewertung. Im Gegenteil, das kann man schon als Alleinstellungsmerkmal sehen.

Fazit: Man kann den Wölfen nicht nachsagen, dass sie eine schlechte Band wären. Vor allem technisch hat es das Rudel wirklich drauf - schade, dass die gute Gitarrenarbeit, die man beispielsweise in "Secrets Of The Sacristy" zu hören bekommt, nicht von einem ebenso starken Refrain gekrönt wird. Auch im Sympathie-Bereich kann die Truppe durchaus punkten - das alles steht außer Frage. Meiner Ansicht nach funktioniert "Preachers Of The Night" einfach deshalb nicht, weil es zu routiniert, zu abgeklärt und letztlich zu gewollt klingt. Ich bin - nebenbei bemerkt - eigentlich auch ein Freund von "schönen" Produktionen, in vorliegendem Fall haben sich Powerwolf mit dem allzu glatten Mix aber keinen Gefallen getan. In meinen Ohren ist jedoch speziell in punkto Songwriting der Qualitätsunterschied zu den letzten drei Alben eklatant und es reicht damit nur für magere zwei Sterne.
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2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Powerwolf sind schon ein eigenwilliger Haufen. Sie geben sich, auch von ihren Texten her, als eine Mischung aus Werwölfen, gottesfürchtigen Priestern und Klischee-Teufelsanbetern aus. Klingt merkwürdig und paradox, aber irgendwie funktioniert es. Dass das alles mit einem ordentlichen Schuss Humor zu verstehen ist, haben Songs wie "Saturday Satan" oder "Resurrection By Erection" in der Vergangenheit bereits gezeigt. Damit hat die Band nicht nur relativ großen Erfolg, sondern auch Nörgler auf den Plan gerufen, die irgendwo in den tiefen 80ern stecken geblieben sind und meinen, Metal dürfe nicht ein kleines bisschen witzig sein. Dabei übersehen sie allerdings, dass sie selbst oftmals wandelnde Klischees sind; unfreiwillige Komik ist meist am besten. Zurück zur gewollten Variante: Trotz des offensichtlichen Augenzwinkerns sind Powerwolf nicht als Spaßband zu verstehen. Sie setzen auf ihr bewährtes musikalisches Rezept: traditioneller, bewusst nicht allzu komplexer, dafür umso eingängigerer Metal, garniert mit den Klängen einer Kirchenorgel. Das Aushängeschild bleibt aber Attila Dorn, dessen tiefer Gesang zwar pathetisch, jedoch niemals übertrieben klingt. (Kleiner Tipp am Rande: Ich kann übrigens auch die sehr coole Band Red Aim empfehlen, in der der "Rumäne" (hüstel) unter seinem anderen Pseudonym Doc Don Rogers einst gesungen hat.) Natürlich sind die Texte von Powerwolf ein wenig bescheuert, aber das muss halt einfach so sein. Und ganz ehrlich: Die Lyrics von Bands wie Manowar, Saxon oder Anvil sind keinen Deut weniger albern. Neu ist auf "Preachers Of The Night" ein Text, der komplett in deutscher Sprache verfasst wurde. "Kreuzfeuer" fügt sich tatsächlich harmonisch ins Gesamtbild ein, ohne negativ aufzufallen; ich mag es nämlich normalerweise nicht, wenn deutsche und englische Texte auf einem Album vermischt werden. Der einzige Ausrutscher ist "Secrets Of The Sacristy", das einfach zu sehr nach europäisch-cheesigem Power Metal mit Kinderliedmelodien klingt. Ansonsten ist aber alles im grünen Bereich, obwohl die Vorgängeralben ein paar Hits mehr in petto hatten. Wer die Band bisher mochte, kann auch diesmal blind zugreifen, und wer Powerwolf aus metallisch-orthodoxen Gründen ablehnt, der soll halt weiterhin zum Lachen in den Keller gehen und da seine Uralt-Platten von Mercyful Fate und Judas Priest hören. Die finde ich übrigens lustiger als Powerwolf.
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am 27. Juli 2013
Ich war vom ersten Lied an hellauf begeistert vom neuen PW-Album! Hat wirklich das Potential ihr bisher bestes Album zu sein. Bleibt natürlich – wie immer bei Musik – individuelle Geschmacksache. Aber man merkt, dass sich das Wolfsrudel weiter entwickelt hat. Besser oder schlechter, das muss jeder selbst beurteilen. Auf jeden Fall anders.
Waren die bisherigen Lieder oft am Anfang etwas ruhiger und haben sich langsam gesteigert (z. B. Intro mit Orgel oder Vocals), so steigen die meisten Lieder jetzt direkt ein und Attila legt sofort los. Das mag man einerseits etwas schade finden, auf der anderen Seite verleiht es eine interessante, ungewohnte Dynamik. Die wenigsten Lieder der Vorläuferalben steigen so zügig ein. "Demons & Diamonds" oder "Die, Die, Crucified" sind zwei dieser wenigen Titel.
Allgemein sind die Lieder auch durch die Bank flotter. Oder wirken zumindest so. Die Gitarre wurde in den Riffs deutlich abgespeckt, rückt mehr in den Hintergrund, fokussiert sich jetzt mehr auf die Begleitung und räumt dem Gesang mehr Raum ein. Gerade "Secrets Of The Sacristy" hat aber noch ein wundervolles Gitarren-Intro, hat mir super-gut gefallen! Es gibt durchschnittlich weniger (deutlich abgesetzte) Solo-Zwischenspiele, weniger abwechslungsreiche Sequenzen im Lied, dafür entschädigen die neuen Lieder durch die Bank mit mitreißenden Melodien, sehr ansprechendem Gruppengesang und allgemein mehr Gesang pro Lied.
Aber keine Angst: man hört trotzdem noch, dass es Powerwolf ist. Die Jungs sind sich trotzdem sehr treu geblieben. ;-)

Am meisten Lob verdient für mich das Lied "Kreuzfeuer". Nicht unbedingt musikalisch, aber ich finde es sehr gut, dass Powerwolf nun auch den ersten Song auf Deutsch raus gebracht hat. Finde, die Musik hat doch noch mal einen ganz anderen Effekt als mit englischem Text. War sehr interessant und spannend aufs erste Hören. Zumal das Lied gesanglich auch viel "düsterer" gehalten ist. Gutes Lied für positive Gänsehaut.
Und es passt mit Deutsch auch besser zu den lateinischen Versen. Deutsch & Latein haben halt doch mehr gemein als Latein und Englisch. Die meisten Englischsprachigen haben – unter uns – ja nicht mal den leisesten Schlimmer von korrekter Lateinischer Aussprache. Bei Powerwolf gibt's aus der Richtung natürlich keine Gefahr, aber ansonsten bin ich selbst immer bemüht die lateinische Sprache möglichst fern von Beschmutzung durch Englisch zu halten. Wenn man unfähig ist eine Sprache richtig auszusprechen, sollte man es bleiben lassen. Ich bin Biologe und wenn ich unter den englischen Kollegen höre, was die dem Latinum antun ... läuft's mir kalt den Rücken runter.

Darum: hoffentlich bleibt "Kreuzfeuer" kein einmaliges Experiment und es werden künftig noch mehr Wolfsgesänge in Deutsch erscheinen. So gut die englischen Texte auch sind, als deutsche Band sollte es Ehrensache sein auch die deutsche Sprache mehr einfließen zu lassen. Deutsch wird im Metal-Bereich sowieso sehr hoch geschätzt.
Ich bin gespannt, wie das Lied und das neue Album allgemein ankommen wird. Auf die EMP-Titelseite haben sie es ja schon geschafft. Das war ein stolzer Moment für mich als Wolfsjünger. =) Jetzt muss Attila nur noch einen Song auf Rumänisch schreiben. Wäre ich genauso begeistert von.

Mein absolutes Lieblingslied von der neuen Platte ist übrigens mit Abstand "Coleus Sanctus". Einfach nur eine geniale Melodie und sehr viel Latein, genau wie ich es liebe. Hat mich ein wenig an E Nomine erinnert das Lied. Super! Das Preview-Lied des Albums – "Amen & Attack" – ist auch richtig klasse. Hält auch absolut was es verspricht.
Entäuscht bin ich dagegen von "Lust For Blood" ... sehr vielversprechender Titel, aber das Lied dazu ... naja. NAJA! Geschmacksache ...
Mich hat das Lied weder vom Hocker gehauen noch fand ich es generell besonders hörenswert. Selbiges gilt für den Text.
Aber ansonsten muss ich sagen: bisher das PW-Album, bei dem mir auf Anhieb die meisten Lieder extrem gut gefallen. Bei den älteren Platten tat ich mich da schwerer und viele Lieder höre ich quasi so gut wie nie, weil sie mir nicht zusagen.
So gesehen trifft "Preachers Of The Night" bei mir fast 100% ins Schwarze.

Was viele schreiben, stimmt zwar – es gibt auf dem neuen Album keine wirkliche, musikalische Revolution – ABER ich persönlich habe lieber eine Band, die meinen Geschmack genau trifft und einige Lieder hat, die doch sehr ähnlich klingen, als eine Band, die ich nach ein paar Alben überhaupt nicht mehr wieder erkenne und mich dann traurig und enttäuscht von ihr abwende ...
Ich finde es erstrebenswerter, wenn man es als Band geschafft hat eine musikalische Lücke zu füllen – und ich finde schon, dass sich Powerwolf in der Hinsicht etablieren konnte – diese auch zu halten und sich und den Stil, mit dem man sich die Fangemeinde der ersten Stunde aufgebaut hat, nicht irgendwo auf der ewigen Jagt nach neuen Ideen und Experimenten zu verlieren.
Ich höre Powerwolf, weil sie beim guten Alten bleiben und gerade nicht, weil sie ständig mit Neuem daherkommen. Darum bin ich auch kein Mensch, der alle Tage lang eine neue Lieblingsband hat. Es dauert bei mir seeeehr lange, bis ich mich an neue Musik heranwage und neue Bands für mich entdecke, dafür bleibe ich der einmal liebgewonnenen Musik lebenslang treu.
"Kreuzfeuer" war für mich daher Experiment genug auf dem neuen Album. Mehr habe ich weder erwartet noch mir gewünscht.

Ich für meinen Teil erhoffe mir doch, dass meine Wölfe mit den zukünftigen Alben ihre Fellfarbe nicht wechseln oder in etwas mutieren, was einfach kein Wolf mehr ist.

In diesem Sinne.

LG

DANKE POWERWOLF UND MACHT SO GEIL WEITER!
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3 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Mit ihrem fünften Album in gut zehn Jahren Bandgeschichte, legt die Combo aus Deutschland, Rumänien und den Niederlanden einen neuen Silberling ab, der den Stil des Powerquinttets festigt.
Liegt es am Label?
"Preachers Of The Night" ist das erste Album der Band, dass über das österreichische Label Napalm Records erscheint, welches schon anderen Bands zu Ruhm verholfen hat.
Oder ist es einfach die Erfahrung, die Leidenschaft und der Intusiasmus, der dahinter steckt?
Sicherlich ein Mix aus beidem, denn wie viel Herzblut in dem Long Player steckt, hat man schon gesehen, als das Video zu dem Track "Amen & Attack" erschien und die Erwartungen, die durch das Video geschürrt wurden, waren wohl mehr als gerechtfertigt.
Ich lobe also grad das Album in den Himmel, aber was ist da so interessant drann?
Powerwolf hat sich mit der Art von Power Metal, wie sie ihn spielen, eine eigene Niesche erschaffen.
Und bei Bands mit mangelnder Fantasie und fehlendem Einsatz, wäre diese Niesche als bald ausgeschöpft und jedes Album würde wie ein Abklatsch vom vorherigen klingen.
Aber Powerwolf sind in der Lage, ihr Repertoire aus zu bauen, zu erweitern und setzen nochmal einen drauf, ohne ihrem Stil zu vernachlässigen oder sich selbst untreu zu sein.
Und das ist es, was heut in der Szene fehlt bzw. was selten geworden ist, der Einfallsreichtum lässt nach und dann wundert man sich, dass die CD Verkäufe zurück gehen...
Und auch wenn ich weiss, dass die Jungs mit ihrer Musik die Fans erreichen wollen und eine hohe Platzierung in den Media Control Charts ihnen egal ist, so gönne ich ihnen diesen Erfolg, denn es soll ruhig mal gezeigt werden, wozu Heavy Metal Bands aus Deutschland (und Rumänien/ Niederlande) fähig sind!
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3 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 20. Juli 2013
für mich erschließen sich hier einige Bewertungen nicht, wo bewusst drauf hingewiesen wird dass man die anderen Alben nicht in die Bewertung einschließt.

Es ist legitim, da man ein Produkt unvoreingenommen angehen sollte, aber sollte z.B. ein Philips Fernseher nicht viel Erneuerungen bringen aber deutlich teurer sein da wird ein Stern gegeben ;)

Nun aber zum Album an sich, und nein ich bin keiner der mit superlativen um sich schmeißt oder gar mythische Wörter nutzt um dieses Hörerlebnis zu beschreiben....

Das Album an sich ist gut bis sehr gut, aber im Vergleich zum vorgänger leider etwas arm bzgl. der Abwechslung. Musikalisch machen sie meiner Meinung nach sogar einen Fehler das Album etwas überproduziert zu haben. Versteht mich nicht falsch, es klingt alles gut , bombastisch...abert wenn man sich die einzelnen instrumente mal explizit zu Gemüte Führt wird einem doch klar dass hier das Handwerkliche etwas zurück geschraubt wurde. Mehrere Lieder sind nicht ansatzweise auf dem Ohrwurm UND Musikwurm level der beiden Vorgänger, hier wird doch eher mit dem Mischpult gemacht.

Ich persönlich vergebe 4 Sterne und im Vergleich zu den Vorgängern eher 3,5

P.S. beim Vorverkauf wurde mit einem 24 seitigem Booklet geworben, was ich dadurch als besonders empfunden habe....diese "Werbung" steht jetzt nicht mehr im Titel des Produktes, für mich zu recht, da 08/15 . Komisch nur dass vorher damit geworben wird und nun nicht mehr ;)
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am 2. August 2013
Sie haben es getan! Die Frage ist nur: Wie??
Die saarländischen Über-Metaller von Powerwolf haben ihr Potential seit "Blood of the Saints" noch weiter ausgeschöpft. Alleine der Opener "Amen and Attack" kracht richtig rein.Weiter geht es mit dem "heiligen Hodensack" (Coleus Sanctus), ein Song der sich trotz lateinischem Refrain im Kopf festsetzt und nicht mehr rausgeht.
"Kreuzfeuer" ist das Debut überhaupt. Ein deutscher Song von Powerwolf, gab es noch nie. Und auch dieser setzt sich im Gehörgang fest. Und genauso geht es weiter, bis zum Ende der Platte. Danach wandert der Finger direkt zum Repeat-Knopf, versprochen!

Wer die letzte CD schon mochte, wird diese LIEBEN! Ein Hit trifft den nächsten und man darf gespannt sein, welche es in die Live-Auswahl schaffen. Das Zeug dazu haben sie alle!
mein Anspieltipp neben den oben genannten Liedern ist noch "Lust for Blood", sooo blutrünstig und sooooooooo genial gemacht.
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2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 6. Oktober 2013
Zuerst mal Vorab - jeder Powerwolf Fan muss das Album haben.
Leider bin ich ein bischen enttäuscht.
Die Lieder fangen immer super an. Man ist total hin und weg. Und dann......... "nur" die übliche Kost.
Damit man mich nicht falsch versteht.. die Titel sind super, aber man merkt dass da einfach noch mehr drin war!
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am 21. August 2013
Das Album ist Spitze!
Wer auf guten Powermetal steht wird hier voll bedient.
Powerwolf sind auch live zu empfehlen, im Herbst gibt es die Wolfsnächte Tour auf der neben Powerwolf auch noch einige interesante Vorbands spielen.
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