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5.0 von 5 Sternen Grandioser Beitrag zur Alkan-Discographie, 2. August 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Alkan; Le Festin D'esope, 3 Morceau (Audio CD)
Schon in seiner ersten Alkan CD hat Maltempo bewiesen, das er auf dem besten Weg ist zu den Top-Alkan interpreten zu gehören.
In dieser CD wird diese Meinung mehr als bestärkt. Bietet er hier wohl noch bessere Interpretationen, wobei hier beachtet werden muss, dass gerade bei den 3 Morceaux und er Ouverture die Konkurrenz leider im Moment noch aus deutlich weniger Interpreten besteht. Das Programm dieser CD macht sie um so mehr lohnend. Diese CD ist sehr ausgewogen zusammengestellt: Neben den frühen Trois Morceaux Op. 15 (komponiert in 1837, Alkans erstes großes zusammenhängendes Werk) finden sich zwei Etuden aus Op. 39 (Die wohl bekannteste Le Festin d'Esope und eben die gigantische Ouverture, veröffentlicht in 1857) und zuletzt die Sonatine Op. 61 (komponiert 1861) Alkans letztes großes Werk. Man sieht also: ein Querschnitt durch Alkans Leben.
Die Interpretation des genialen Variationszyklus Le Festin d'Esope finde ich sehr gelungen. Selbst in den unmöglichsten Pasagen beherrscht Maltempo die Dynamik und vermag das Tempo "senza licenza quantunque" durchweg einzuhalten. Besonders Variation 19 gefällt mir hier sehr gut. Währedn die meiste hier viel zu laut und gar nciht "Lamentevole"(=wimmernd) spielen, setzt das Maltempo wunderbar um. Einzig die Arpeggios in der Coda lässt er scheinbar weg. Ansonsten perfekt!

Maltempo liefert die erst zweite Einspielung (erste von Hamelin) der genialen Trois Morceaux dans le genre pathetique, die man in ihrer Richtung die sie vorgeben von Liebe/Leben nach Tot und ihren gigantischen an eine Sonate errinernde Form schon fast als kleine Grande Sonate Le quatre âges bezeichnen kann.
Da Alkan dieses Werk komplett ohne jegliche Vortragsbezeichnungen schrieb und veröffentlichte ( wahrscheinlich eine Prüfung für Liszt dem sie gewidmet sind) kann man hier wenig sagen ob eine Einspielung perfekt ist. Die von Maltempo ist, wie auch die von Hamelin grandios, technisch perfekt und musikalisch äußerst durchdacht; Eine wahre Bereicherung!
Besonders Le Vent ist bei Maltempo einzigartig, durch gekonntes Setzen von Akzenten, konstantes Tempo und einen ganz wunderbar zarten perlenden Anschlag.
Morte zeigt wie virtuos und zugleich lyrisch Maltempos Spiel ist. Den langsamen choralartigen Rahmen rund um das Dies irae Motiv spielt er noch bedächtiger als Hamelin und äußerst bedacht und im zentralen Sonaten-Allegro spielt Maltempo fast noch schneller als Hamelin und bietet Dramatik pur.
Diese Trois Morceaux gespielt von Maltempo sind unverzichtbar für jeden Liebhaber Alkans Musik, aber auch allgemein jeden Liebhaber von Klaviermusik!

Ich bin Maltempo sehr dankbar, dass er die Ouverture eingespielt hat. Oft wird ihr das Konzert oder die Sinfonie, die ohne weiteres zu Alkans bedeutensten und großartigsten Werken zählen, vorgezogen, wobei die Ouverture doch mindestens gleichwertig ist.
Ihre gigantisch komplexe Form und ihre großartigen Temen, die nicht gegensätzlicher sein könnten und nicht zuletzt die wohl großartigste Coda der Klaviermusik machen diese Ouverture zu einem besonderen Erlebnis.
Die Einspielung von Maltempo ist technisch perfekt und auch sonst einwandfrei. Sein Tempo wählt er sehr gut und bietet eine majestätische grandiose Ouvrture. Einzig zu bemängeln ist hier, das der Yamaha-Flügel der zur Aufnahme verwendet wurde, nicht den orchestralen Klang eines Steinways zu produzieren vermag (wie schon bei Hamelins erter Aufnahme des Konzertes zu höre war). Vielleicht hören wir ja Maltempo schon bald auf einem Steinway in naher Zukunft.

Bei der Sonatine ist die Konkurrenz wiederum größer. Hier gibt es zwei Ansätze, sie zu spielen. Zum einen in einem gemäßigten Tempo, wie etwa in Ringeissens perfekter Interpretation im von Alkan selbst geliebten style sévère. Zum anderen rasend, wie es Hamelin in seiner perfekten Interpretation macht.
Maltempo entschied sich eher für die erste Variante, wobei sein Finale eher mit dem Tempo von Hamelins Einspielung vergleichbar ist und liefert eine sehr einfühlsame, brillante Interpretation, die mit der Ringeissens (Sätze 1-3) vergleichbar ist, aber emotionaler. Die Interpretation Maltempos übertrifft finde ich allerdings nicht die von Ringeissen. Für mich bleiben Hamelin und Ringeissen hier die Referenz, wobei Maltempos zu den sehr guten Einspielungen der Sonatine zählt und für den ein oder anderen sicherlich einen Referenzstatus erreichen kann.

Das der CD beiligende Booklet enthält eine sehr ausführliche Analyse und Einordnung der Werke von Maltempo selbst, die äußerst lesenswert ist und außerdem noch eine ausführliche Biographie des Interpreten. (alles in Englisch)

Insgesamt würde ich diese CD zu den esentiellen der Alkan-Discographie zählen, wobei diese Liste (der essentiellen Alkan-Aufnahmen) Gott sei Dank so langsam lang wird.
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Alkan; Le Festin D'esope, 3 Morceau
Alkan; Le Festin D'esope, 3 Morceau von Vincenzo Maltempo (Audio CD - 2013)
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