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92 von 104 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Auf hohen Niveau, aber no surprises
Ich hatte mir vorgenommen mich kurz zu fassen, aber was solls :-). Anbei ein Versuch meine vielen Gedanken ein wenig zu sortieren.

Zur Band: Keine allzu großen Überraschungen. John Petrucci frickelt wie gehabt auf höchstem Niveau und in seiner eigenen Liga. Er ist und bleibt ein Virtuose, spielt sich aber wie schon auf „A Dramatic Turn of...
Vor 15 Monaten von ROTT veröffentlicht

versus
16 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen geteilter Meinung
Ok, nach mehreren Durchgängen vorweg (hatte die Double-CD schon letzten Donnerstag im Briefkasten), denke auch ich nun eine Rezension veröffentlichen zu können.
Dem voraus gegangen waren bereits der Meinungsaustausch wie Mike Mangini sich nun in DT positioniert hat, welche Trademarks er setzt und wie er die Band nach vorne bringt. Ich selber...
Vor 15 Monaten von Christian veröffentlicht


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92 von 104 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Auf hohen Niveau, aber no surprises, 20. September 2013
Von 
ROTT - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 100 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Dream Theater (Deluxe Edition) (Audio CD)
Ich hatte mir vorgenommen mich kurz zu fassen, aber was solls :-). Anbei ein Versuch meine vielen Gedanken ein wenig zu sortieren.

Zur Band: Keine allzu großen Überraschungen. John Petrucci frickelt wie gehabt auf höchstem Niveau und in seiner eigenen Liga. Er ist und bleibt ein Virtuose, spielt sich aber wie schon auf „A Dramatic Turn of Events“ nicht zu sehr in den Vordergrund. Was allerdings auffällt, ist, dass John Myung und Jordan Rudess insgesamt mehr Platz gegeben wird. Myung darf sich austoben, sein Bassspiel ist variabler als bisher, an manchen Stellen zischt es förmlich, an anderen knallt es recht heftig in den Vordergrund. Vor allen aber gibt es dem Album für meine Ohren etwas mehr Groove als bei den Vorgängern. Die Keyboards von Rudess tragen vor allen die ruhigeren und melodischeren Parts des Albums, unterbricht sie aber immer wieder mit unerwarteten Wechseln. Ich kann mir gut vorstellen, dass viele Fans diesmal bei den Keyboards „too much“ denken werden. James La Bries Vocals sind die weitere große Konstante, sein Spektrum bleibt dasselbe, Ausflüge in neues Terrain wie auf seinen Soloalben finden sich hier keine. An manchen Stellen wirkt sein Gesang allerdings etwas wenig zu vertraut. Bitte einfach mal THE BIGGER PICTURE mit „Strange Deja Vu“ vergleichen, im letzten Part vor allen. Wer da in den Gesangsparts große Unterschiede findet, bekommt einen Preis ;-). Etwas eindruckslos bleibt Mike Mangini. Guter Job wie schon auf dem Vorgänger, allerdings gelingt ihm nicht wirklich – bis auf seine Parts in ENIGMA MACHINE – dem DT Sound etwas Neues hinzuzufügen.

Zum Album im Vergleich zum Backkatalog: Nicht so einfach einzuordnen. „Self Titled“ führt eigentlich den Sound von „A Dramatic Turn of Events“ fort, das ja von vielen Fans als angenehmer Schritt zurück empfunden wurde und setzt genau wie der Vorgänger wieder sehr viel Gewicht auf Melodien. Vielleicht ist „Self Titled“ am besten einzuordnen mit dem Sound von DT um die Jahrtausendwende, und damit steht es dann im Regal direkt neben „„Scenes from a Memory“. Umrahmt auf der anderen Seite von „Awake“, wegen seiner hohen Anteile an einfachen und eingängigen Refrains und Melodien.

Die Songs: Im Einzelnen, einfach überlesen, wenn es zu langatmig wird.

FALSE AWAKENING SUITE eröffnet das Album orchestral. Ein deutlicher Fingerzeig zu der „Scenes from a Memory“ – „Six Degree of Inner Turbulence Phase“

THE ENEMY INSIDE war schon als Single bekannt. Der Song ist großartig, ein wahrer Stromschlag, sehr heavy. Er beginnt mit einem Riff, das gut eine Minute dauert ;-), erst dann setzen Keyboards und Gesang ein.

THE LOOKING GLASS ist der klassische radiotaugliche „Hit“, der sich auf fast jedem DT Album befindet. Ich sage das, weil ich weiß, dass gerade diese Songs einigen DT Fans übel aufstoßen. Also einfach weiterskippen, wenn Du zu dieser Fraktion gehörst ;-). Wer sich diese schönen melodiösen Nummern immer wieder gerne gibt, wird hier seine wahre Freude haben, bei mir werden Assoziationen zu „Images and Words“ wach. Das Bassspiel und das schöne Gitarrensolo machen den Song zu einem Kandidaten in meiner DT Favoritenliste.

ENIGMA MACHINE ist ein Instrumental. Es beginnt sehr sehr zäh, nimmt dann aber immer mehr an Fahrt auf. Die Harmonien und Stimmung ist sehr düster, die Songstruktur ständigen Wechsel unterzogen. Wie oben schon erwähnt, ist ENIGMA MACHINE der einzige Song, dem Mangini wirklich einen Stempel aufdrücken kann. Besonders sein kurzes halsbrecherisches Solo bei Minute 5 zeigt sein Potential. Spannend!

THE BIGGER PICTURE ist das pure Gegenteil zum vorhergehenden Song. Es wird episch und melodisch. Die Klavierparts von Rudess sind sehr gelungen und tragen die Stimmung des Songs. Eine typische DT Ballade, die erst im letzten Teil des Songs einen kleinen Tempowechsel bietet.

BEHIND THE VEIL kommt einem schon etwas arg bekannt vor, „Awake“ lässt grüßen. Der Song beginnt schön mit einem Keyboardintro, dass dann schnell auf erdige Metallica Riffs trifft. Danach passiert aber nicht mehr allzuviel aufregendes, obwohl die Melodie sehr gelungen ist.

SURRENDER TO REASON ist ein für DT Verhältnisse ziemlich straighter und trockener Song, der sehr an die sehr geschätzten Rush erinnert. Myung Bassspiel ist herausragend aggressiv. Sehr schön!

ALONG FOR THE RIDE ist die zweite Ballade des Album und ich finde etwas besser gelungen als THE BIGGER PICTURE.

ILLUMINATION THEORY hat mir schon beim Lesen des Beihefts das Wasser in Mund zusammenlaufen lassen, 5 Chapter und insgesamt 22 Minuten Länge, das fällt natürlich sofort ins Auge und schürt ziemlich große Erwartungen noch vorm Hören der ersten Takte. Und tatsächlich ist der letzte Song der progressive Höhepunkt des Albums. Alle bekannten Facetten werden neu aufgegriffen und mit einander kombiniert. Petrucci hat ausreichend Platz für seine Solis, Rudess kann an einigen Stellen seinen Hang zu den 70er Vorbildern zeigen und im Mittelteil nimmt sich die Band komplett aus dem Spiel und macht Platz für ein Orchester, das alle zuvor gespielten Themen noch einmal aufgreift und weiterführt. Bevor sich dann der Endteil zu einem wahren Feuerwerk entwickelt, musikalisch, aber auch melodisch. Der Song ist ein deutliches Signal, wie sehr DT ihren Status und die Freiheiten, die er mit sich bringt, genießen.

Fazit: Ein gutes Album, aber diesmal kein sehr gutes Album. Vielleicht war das aber auch einfach der Spannung vor zwei Jahren geschuldet, als noch niemand genau wusste, ob DT den Abgang von Portnoy verdauen wird. Herausragende Songs sind ILLUMINATION THEORY, THE ENEMY INSIDE, SURRENDER TO REASON sowie auf der Balladenseite ALONG FOR THE RIDE. Alle bekannten Elemente sind vorhanden. An manchen Stellen fehlen aber ein wenig die Überraschungen. Ich höre „Self Titled“ und erwische mich dabei, dass mir der Sound natürlich vertraut verkommt, dass ich mich aber auch gleichzeitig frage, ob ich wirklich auf einem neuen Album gelandet bin, oder gerade ein Altes höre. Allerdings ist diese Einschätzung natürlich mit einem großen „aber“ verbunden, den sowohl die Band wird älter, als auch die Hörer. Vielleicht ist es langsam Zeit, einfach etwas dankbarer zu sein, dass DT noch spielen und gute Alben auf hohen musikalischen und kompositorischen Niveau herausbringen, ohne noch weitere Quantensprünge zu erwarten …
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Altbewährtes neu verpackt, 13. Dezember 2013
Rezension bezieht sich auf: Dream Theater (Deluxe Edition) (Audio CD)
Die Erwartungen zum zwölften, selbstbetitelten Album waren – wie bei fast jeder Neuveröffentlichung – groß. „Dream Theater“, hierzulande erschienen am 20.9.2013 und veröffentlicht durch Roadrunner Records, ist das zweite Album mit Mike Mangini an den Drums, der nach Mike Portnoys Ausstieg 2010 als neues Bandmitglied die auch dadurch bedingte Selbst(wieder-)findung der Gruppe begleitet.
Technisch gibt es, dem Genre entsprechend, nichts auszusetzen. Die fünf als „Götter des Prog-Metal“ gehandelten Musiker spielen nach wie vor auf allerhöchstem Niveau, sowohl technisch als auch kompositorisch wird hier Meisterarbeit geleistet. Bei letzterem fällt jedoch positiv auf, dass wieder einen Schritt nach vorn gedacht wurde, nachdem man auf dem Vorgängeralbum „A Dramativ Turn of Events“ das Gefühl nicht loswurde, es mit lediglich technisch hoch aufgemotzten Popsongs zu tun zu haben.
Schon das rein instrumental gehaltene Eröffnungsstück lässt auf wirklich neues hoffen. Erinnerungen an das hochgelobte, schon elf Jahre alte Konzeptalbum „Six Degrees of Inner Turbulence“ werden wach, allerdings fällt schon jetzt auf, dass sich eine Sache ganz erheblich unterscheidet: bereits beim letzten Album wurde deutlich, dass Mangini im Vergleich zu Portnoy einen sehr „straighten“ Drumstil pflegt. Dieser wird auf dem hiesigen Album noch stark unterstrichen von der Mischung. Richard Chycki, Engineer und Mixer, lässt die Drums sehr perfekt klingen; für manche Ohren wohl zu perfekt. Vielfach wird bemängelt, dass Mangini der Groove fehlt, den Portnoy immer wieder zwischen harte Stellen als Auflockerung brachte. Doch noch viel mehr wird in den einschlägigen Dream Theater Foren über den Sound der Snare debattiert. Sie erscheint – im Vergleich mit anderen Produktionen der Band – wesentlich weiter im Vordergrund. Auch erscheint sie oft lauter als die Basedrum, was vielerorts zu Unmut führt.
Doch damit nicht genug, wird auch eine vor Erscheinen des Albums getätigte Äußerung von Gitarrist John Petrucci sehr genau unter die Lupe genommen und kritisiert. In einem YouTube-Video verglich er seine neuen Gitarrensounds mit einem „dicken Stück Schokoladenkuchen“. Vielen Hörern ist der vorliegende Sound jedoch zu wenig schokoladig, ihnen fehlt oftmals die Tiefe und Wärme.
Ansonsten wird bewährte Handarbeit geleistet, die in einem 22-minütigen Epos endet, welches den Namen mehr als verdient hat. Viel Abwechslung, viel gute Unterhaltung. Man verbleibt nach Ausklingen der letzten Töne mit einer positiv-nachdenklichen Stimmung und ist gespannt, was da als nächstes kommt.
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Da ist sie ja, die Scheibe des Jahres!, 4. Dezember 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Dream Theater (Deluxe Edition) (Audio CD)
Es ist immer wieder das gleiche mit mir. Kaum wird ein neues Dream Theater Album angekündigt, mache ich mich auf und verfolge jedes Detail, dass über das Album im Internet veröffentlicht wird. So bekam ich auch relativ frühzeitig mit, dass das mir nun vorliegende 12. Studioalbum auf den Namen "Dream Theater" hören wird.
Natürlich steigern solche PR-Aktionen die Erwartungen der Fans ins unermessliche. Da hätte man das Album auch gleich "Images & Words Pt. II" oder "Metropolis Pt. III" nennen können.
Nach nun wirklich vielen, vielen Rotationen in meiner heimischen Anlage, Autoradio, Smartphone und Lap-Top, erlaube ich mir ein abschließendes Urteil abzugeben.

Das Album wird mit einem orchestralen, hollywoodreifen Intro eröffnet. Dieses besteht aber nicht nur aus Orchester, sondern auch aus Gitarren, Bass und Drums. Die "False Awakening Suite" eröffnet das Album somit mehr als amtlich und steigert die Vorfreude ins unermessliche. Darauf folgt der erste reguläre Albumtrack "The Enemy Inside". Die Jungs zeigen natürlich gleich mal was sie als Musiker so auf dem Kasten haben. Sämtliche Musikschüler werden ihre Entscheidung ein Instrument zu lernen mal wieder überdenken :). Das ist natürlich nichts neues. Virtuosität gehört zu DT wie das Bier zu Bayern. Nach knapp 1 1/2 Minuten steigt dann ein hervorragend singender James LaBrie ein. Gleich an dieser Stelle muss ich eine Lanze für den Mann brechen. Er ist häufig einer der großen Kritikpunkte bei DT. Wenn man das hier hört, fragt man sich, WARUM? Er singt hervorragend und seine Stimme ist so markant, dass sie eins der wichtigsten Trademarks von DT ist. Ohne einen James LaBrie könnte ich mir kein Dream Theater vorstellen. Dazu aber später mehr. Zurück zu "The Enemy Inside". Der Song kracht recht heavy aus den Boxen und erinnert sehr an den härteren Stoff ab der "Six Degrees Of Inner Turbulence". Veredelt wird der Song durch einen geilen und eingängigen Refrain, der sich sofort
in die Ohrmuscheln festbeißt. Zusammen mit "Enigma Machine" und streckenweise "Illumination Theory" gehört "The Enemy Inside" zu den härtesten Tracks von diesem Album. Weiter geht es mit "The Looking Glass". Hier wird härtetechnisch etwas zurückgefahren. Das ganze erinnert an "Images..." Zeiten. Wunderschöner Song mit Rush Vibes und einem tollen Chorus.
"Enigma Machine" ist ein hartes und düsteres Instrumental welches wieder härtetechnisch an "Train Of Thought", "Systematic Chaos" und "Black Clouds..." anknüpft. Es ist auf jeden Fall gelungen, kommt aber nicht an die eigene Königsklasse im Bereich Instrumental, namentlich "Ytse Jam" und "Stream Of Consciousness" ran. "The Bigger Picture" erinnert wieder sehr an die Zeiten vor "Six Degrees...". Eine schöne Halbballade. Was sich auf "A Dramtic Turn Of Events" andeutete, fällt auch hier auf. Petrucci hat anscheinend wieder richtig Freude an gefühlvollen und melodischen Soli, anstatt auf bloße Skalenschwurbelei und Griffbrettonanie.
Auch Jordan Rudess hält sich mit seinen nervig, quietschigen Spaceshuttle Commander Sounds zurück und verlässt sich mehr auf Fusionartige Leadsounds und Pianos, Streicher, Chöre und Orgeln. Insgesamt ist "The Bigger Picture" ein sehr gefühlvoller Song, ohne zu schmalzig zu wirken. Daran haben auch James LaBries unkitschige Gesangsmelodien einen Riesenverdienst. Generell ist das Album wesentlich songorientierter und mehr auf den Punkt auskomponiert als die Vorgängeralben. Hier hat man bei keinem Song das Gefühl, dass eine virtuose Instrumentalpassage nur eingefügt wurde, damit man den Song künstlich auf eine gewisse Länge schraubt. Bei "Behind the Veil" erklingen erstmal sanfte, epische Töne und dann geht die Post ab. Allein durch den tollen, sich in den Kopf bohrenden Ohrwurm-Chorus. Der Song fängt sehr atmosphärisch an steigert sich aber dann zu einem schönen Rocker der sich nach nur wenigen Durchläufen direkt im Ohr festbeißt. "Surrender To Reason" fängt erstmal sehr getragen an, bis sich das Intro in eine nur aus Gesang und Akkustikgitarre begleitende Strophe auflöst. Wo man anfangs noch eine Ballade vermutet, bringt das Interlude zur zweiten Strophe die Härte ins Spiel. Deep Purple artige Orgelsounds veredeln diesen Übergang bevor es in die 2te, härtere Strophe geht. Der Song ist dadurch natürlich nicht heavy wie "The Enemy Inside" aber auch keine Ballade. Ein gefühlvoller Song der in eine ähnliche Richtung wie auch "The Bigger Picture" geht. Mit "Along For The Ride" folgt schließlich die erste und einzige richtige Ballade.
Die erschien mir bei dem ersten Hördurchlauf etwas unspektakulär. man hat das Gefühl hatte die Melodien schon mal gehört zu haben. Nach einigen Durchläufen zündet aber auch dieser Song und die anfängliche Skepsis verfliegt. Eine schöne und interessante arrangierte Ballade die aber nicht an Meisterwerke wie "The Spirit Carries On" oder ein "Beneath The Surface" rankommt.

Der letzte Track "Illumination Theory" dürfte wohl der sein, auf den die DT-Fans am meisten hingefiebert haben, schließlich stellt ein Longtrack oft das absolute Highlight auf jeder DT-Platte dar. Der Einstieg ist sehr bombastisch und die Melodie die vom Keyboard getragen wird, könnte aus einem Soundtrack zu einem Film stammen. Das Intro macht Platz für ein cooles instrumentales Interlude mit einigen technischen Spielereien aller Musiker. Ein Drumfill leitet anschließend zum absolut arschgeilen Main-Riff des Songs über wo dann auch James LaBrie zum Mikro greifen darf. Ein eingängiger Chorus veredelt das ganze und dann wird alles auf einmal leiser und klingt aus. Was dann folgt, kann man nicht in Worte fassen. Ein wunderschöner, epischer Streicherpart, wie man ihn bis dato noch nie bei Dream Theater gehört hatte, ertönt aus den Boxen. Mein Gott, was habe ich jedesmal Gänsehaut wenn dieser Part ertönt. Beim ersten Hördurchlauf war ich überhaupt nicht auf so etwas vorbereitet und mir flossen ein, zwei Tränen über die Wange. So herzergreifend ist dieser Part. Danke, danke, danke Jordan Rudess für diesen wundervollen musikalischen Moment. Das war das musikalisch ergreifendste, was ich in den letzten Jahren gehört habe. Dann kommt ein abrupter Übergang wo alle Instrumente wieder einsteigen. Ach ja, ich hatte weiter oben ja beschrieben das James LaBrie der perfekte Sänger für Dream Theater ist. Warum, hat er ja über das ganze Album schon gezeigt. Warum er aber zu den besten Sängern im Hard Rock/Metal Sektor gehört, zeigt er in den folgenden Minuten. Auch das hier kann man nicht in Worte fassen und jegliche Beschreibung wird nicht mal im Ansatz dessen Gerecht was James hier abzieht. Eine ausladendere Prog-Solo-Passage leitet über zum Hauptthema des ganzen Songs, dass schon im Intro und auch im Streicherpart angespielt wurde. Das Grande Finale ist genau so schön wie die Streicherpassage und treibt einem die Tränen des Glücks in die Augen. Nach einer kurzen Unterbrechung folgt ein kurzer Hidden-Track der nur von Piano und Gitarre getragen wird und wohl das in "Illumination Theory" gebotene einen erstmal verdauen lassen soll. Noch nie war ein Longtrack von den Jungs ausgefeilter. Jeder Part, jedes Solo, jedes Riff ist in diesem Song unverzichtbar und man kann die Freude von ihnen in jeder gespielten Note spüren. Das ist verdammt nochmal Musik. Das ist Dream Theater! Das restliche Album ist schon auf einem konstant hohen Level aber mit dem Abschlusstrack überstrahlen sie alles, mehr Hörgenuss geht nicht mehr.

Noch ein kurzes Wort zur Produktion! Fett, zeitgemäß, glasklar. Alleine wenn man das Ding über Kopfhörer hört und einem Manginis rasante Tomläufe durchs Gehirn prügeln, ist es ein unbeschreibliches Gefühl.

Fassen wir also nochmal kurz zusammen was dieses Album für Dream Theater bedeutet. James liefert die beste Gesangsleistung seiner Karriere ab und das in einem Alter wo andere Gesangskollegen mittlerweile ganz schön nachlassen; Jordan konzentriert sich wieder auf die wichtigsten Keyboardsounds und hat sich mit dem Streicherpart in Illumination Theory ein Denkmal verdient :); John Petrucci geht weg von bloßem Skalengeschrubbe zurück zu melodischen und eingängigen Soli; Myung spielt genial wie eh und je, schreibt wieder regelmäßiger Texte und geht nicht im Mix unter wie noch auf der Black Clouds..; Mike Mangini ist ein absolut würdiger Ersatz für Portnoy, gibt den Songs Drummäßig genau das was sie brauchen und ist unbestritten der einzig richtige Mann an den Drums. Darüber hinaus haben sie ein abwechslungsreiches Album ohne Ausfälle eingespielt und das nach einer fast 30-jährigen Bandgeschichte. Als ob das alles eh nicht reicht, haben Dream Theater mit "Illumination Theory" nochmal schnell den besten Longtrack ihrer Karriere veröffentlicht, womit ich, mit Sicherheit niemals gerechnet hätte. Das ganze veredelt durch eine hervorragende Produktion. Für mich landet das Album definitiv in den TOP 5 von DT wenn nicht sogar in die TOP 3. Thumbs Up!
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zum 12ten Mal im Theater der Träum, 17. Oktober 2013
Rezension bezieht sich auf: Dream Theater (Deluxe Edition) (Audio CD)
Auf DREAM THEATER ist eigentlich immer Verlass, sowohl was die Releases betrifft, als auch die Qualität der Alben und Live-Auftritte. Es ist gerade mal zwei Jahre her seitdem die amerikanische Prog-Maschinerie mit „A Dramatic Turn Of Events“ verzauberte, da servieren sie mit dem selbstbetitelten zwölften Album ein neues Werk und veröffentlicht kurz darauf mit „Live At Luna Park“ eine neue Live-DVD, die bereits in diversen Kinos gezeigt wurde. Wenn eine Combo ein Album schlicht nach dem Bandnamen benennt, dann will man im Normalfall etwas Bestimmtes damit aussagen. Im Falle von DREAM THEATER wage ich zu behaupten, dass man auf das neue und gefestigte LineUp mit Mike Mangini, der seit 2011 in der Band ist, hinweise möchte. Kann mich aber natürlich auch irren.

Gut, kommen wir zur Musik von „Dream Theater“, denn die hat es, wie immer, wirklich in sich. In der letzten Dekade überraschten DREAM THEATER immer wieder den Hörer, kein Album glich dem anderen, aber doch waren immer alle wichtigen Trademarks vorhanden. Dieses Mal sind die Änderungen zum Vorgänger nicht so gravierend ausgefallen und große Überraschungen gibt es leider auch nicht, sondern einfach genau das, was auf dem Album fett drauf steht – DREAM THEATER. Bei dem Können von den Meistern John Petrucci, Jordan Rudess, John Myung und Mike Mangini, weiß man, dass der Fan trotzdem zufrieden sein kann. Es gibt ausgedehnte, aber nicht zu sehr ausschweifende Insturmentalparts in denen sich jeder einzelne austoben darf, es gibt Verweise auf die Klassik, dann wird es mal wieder spaceig, aber auch düster, melancholisch und traurig kann es auf dem Album zugehen.

Das fast 3-Minütige Intro „False Awakening Suite“ ist gleich in drei Teile gespalten und erzeugt komplett verschiedene Gefühle. Part 1 „Sleep Paralysis“ ertönt fett, fast hollywoodreif, „Night Terrors“ wirkt böse und bedrohlich und „Lucid Dream“ wie das große Finale einer Oper. Zwischendrin blitzt die Klassik durch – ich weiß zwar nicht, ob man wirklich jemanden zitiert, doch fühlt man sich an Edvard Grieg erinnert. Es folgt die erwählte Single „The Enemy Inside“, welcher hektisch und auch eher düster beginnt. Es wird anfangs noch etwas herumgespielt, ehe man nach einer Minute den eigentlichen Song einläutet. Schöne Melodien, knackige Riffs und ein James LaBrie in Bestform geben den Ton an. Im Chorus wird es dann auch recht eingängig. Neben Strophe und Refrain, gibt es natürlich in der zweiten Hälfte noch instrumentale Pasasgen, Soli und einige andere Parts. Trotzdem ein recht schlichter Song, wenn man bedenkt, mit wem man es hier zu tun hat. „The Looking Glass“ versprüht eine lockere AOR-artige Atmosphäre und ist mit seinen knapp fünf Minuten einer der kürzeren Songs.

Auch wenn es paradox klingt, die Songs sind aufgrund ihrer Kürze von fünf bis sieben Minuten weniger eingängig, was an der Komplexität liegt. Wären die Tracks länger, so könnten gewisse Elemente und Textpassagen öfter verwendet werden und so schneller zünden, aber das ist nicht der Weg den DREAM THEATER einschlagen und das ist auch gut so. Man hat mit „Dream Theater“ so viel länger Spaß. Mit „Enigma Machine“ bekommt man sechs Minuten Gefrickel spendiert. Das Ganze bleibt aber dank eines vorhandenen roten Fadens und einem musikalischen Themas durchgehend spannend. „The Bigger Picture“ ist sowohl lyrisch als auch musikalisch eines der größeren Highlights des Werkes. Die Melodien sorgen für Gänsehaut, der Aufbau ist überaus spannend und man legt die Latte für Intensivität sehr hoch. „Behind The Veil“ ist das härteste Stück des Albums uns spielt mit verschiedenen Tempi und Stimmungen.- auch dieser Refrain ist grandios. „Surrender To Reason“ als Ausfall zu bezeichnen wäre übertrieben, aber irgendwie wirkt er neben den anderen Nummern trotz guter Parts etwas blass. Das ändert sich natürlich mit dem obligatorischen Longtrack „Illumination Theory“, der nach dem wunderschönen „Along For The Ride“, welches mit akustischen Gitarren punkten kann, den Abschluss bildet. In 22 Minuten, unterteilt in fünf Parts, zeigen die fünf Männer ihr ganzes Können und führen durch alle Trademarks von DREAH THEATER, die sie sich in den letzten Dekaden und Stärken erspielt haben. Dennoch, es mangelt einem trotz allen Könnens etwas an der Originalität eines „Train Of Thought“ und Abwechslungsreichtum eines „Octavarium“ oder „Metropolis“.

DREAM THEATER liefern mit ihrem neuen Werk nicht das erhoffte Meisterwerk ab und können nicht ganz an den Vorgänger anschließen. Dennoch ist „Dream Theater“ ein musikalisches Schmuckstück und zeigt erneut einige der besten Musiker unserer Erde. Was fehlt also dem zwölften Album? Es ist nicht das gewisse Etwas, denn das hat jeder einzelne der Songs – aber es ist einfach das gewisse DREAM THEATER-etwas, das dieses Mal zu kurz kommt.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Groove of Perfection, 15. Oktober 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Dream Theater (Deluxe Edition) (Audio CD)
28 Jahre im Geschäft und weiterhin das Maß der Dinge.
Auch das 12. Album der Prog-Könige ist ein absolutes Meisterwerk. "Dream Theater" ist sehr Abwechslungsreich und erinnert an eine Mischung aus "When Dream & Day Unite" & "Awake" mit eine sehr Moderne "Wall of Sound" Produktion.

Einfach nur Spitze und klar das Album des Jahres 2013 !
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Melodisch, verschachtelt und atemberaubend!, 27. Oktober 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Dream Theater (Audio CD)
Dream Theater zeigen auf diesem Album endlich wieder die gesamte Bandbreite ihres Könnens. Verzettelten sie sich unter Mike Portnoy zuletzt innerhalb von Krawallo-Brachial-Gedröhne ohne viel musikalische Tiefe, so besinnen sie sich jetzt wieder auf ihre wahren Qualitäten - ohne sich dabei zu kopieren. Und Mr Mangini lässt - bei allem Respekt vor Mr Portnoy - seine Vorgänger glatt vergessen. Bärenstarke CD!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Leider geil, 3. Oktober 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Dream Theater (Audio CD)
Seit ich in den 90ern 'Images and words' (immer noch der Megahammer von denen und das wird sich auch nicht ändern) gehört habe, bin ich, man kann, das glaube ich, so sagen, ein Fan. Natürlich können sie auch nicht das Rad neu erfinden und komplett den Stil ändern... nee. Es ist eben unglaublich schwer, nach eigentlich ausnahmslos guten Tonträgern, immer noch einen besseren zu machen. Wobei dieser hier ziemlich weit oben steht. Teilweise sehr verfrickelt (Hallo? Das ist progressive :-) aber immer wieder lommen eben sehr melodische Parts.
Über die musikalische Performance zu reden, wäre wie Wasser in den Rhein tragen...
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Zurück zu altem Glanz, 26. September 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Dream Theater (MP3-Download)
Wie bei jeder neuen DT Scheibe, habe ich auch dieser monatelang entgegen gefiebert und wurde natürlich nicht enttäuscht; die ganze Platte erinnert an die großen drei (Images and Words, Awake und Falling into Infinity) ohne an die Genialität von Scenes from a Memory heran zu kommen und ohne die härtere Gangart späterer Platten (bis auf das zweite Lied).
Wie immer hatte ich eine Gänsehaut als ich die ganze Platte zuerst gehört habe, wobei dann beim dritten oder vierten anhören sich bei ein oder zwei Songs so etwas wie Langeweile einstellt - einige Stücke sind austauschbar, klingen etwas zu "gefällig" und einfach (ich werde keine Titel nennen damit sich jeder selber ein Bild machen kann)
Alles andere ist gute, alte DT Kost, welche jeder Fan zu schätzen wissen wird - zumindest die Fans der älteren Platten.
Die vier Sterne rühren eben daher weil mich eben nicht jedes Lied in seinen Bann zieht, und weil die Drums zu sehr im Hintergrund sind; der zweite Mike drischt zwar auf alles ein was sich nicht wehren kann und macht dabei einen hervorragenden Job aber trotzdem fehlt die Aggressivität des Schlagzeugs, welche von Portnoy so sehr zelebriert wurde und den DT Sound jahrelang geprägt hat.
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13 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unberechtigt abgestraft, 24. September 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Dream Theater (Deluxe Edition) (Audio CD)
Nach dem ersten Durchlauf war ich auch skeptisch. Nur ein Song, der einen direkt packt: The Enemy Inside. Nach mehreren Durchläufen hat sich dieser Eindruck jedoch fundamental geändert: Dream Theater legen mehr Wert auf die Songs als auf dem vorherigen Album. Auch auf Experimente wie Muse-Einschlag oder Thrash wird hier verzicht (passt bei DT einfach nicht (und ich steh sehr auf Thrash!)). Es wird weniger gefrickelt, dafür zünden die Gesangsmelodien mehr. Anspruchsvoll ist das Ganze genug. Tolles Album, dass ich von vorne bis hinten uneingeschränkt empfehlen kann. Gute Musik muss nicht jedes Mal neu erfunden werden!
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24 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen DREAM THEATER - Neuer Atem ins alte Feuer, 20. September 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Dream Theater (Deluxe Edition) (Audio CD)
Dream Theater sind die eine große musikalische Liebe meines Lebens. 1997 lernte ich die Band kennen, als 14-jähriger von Schlagzeug und Gitarre begeisterter Teeny konnte ich nicht fassen, was ich da hörte und auf was für einem Lichtjahre weit entfernten Niveau-Stern Dream Theater strahlten. Besonders John Petrucci (Gitarre) und Mike Portnoy (Drums) entwickelten sich zu meinen musikalischen Idolen und Leitfiguren, was sich über die vielen Jahre immer gehalten hat, auch wenn andere Trends und Einflüsse kamen und gingen.
Mit dem Bruch zwischen Mike Portnoy und der Band Anno 2010 zerbrach für mich, als eigentlich erwachsenen Mann, der über so etwas stehen müsste, eine musikalische und ideelle Welt, ein ganzes musikalisches Lebensgefühl. Natürlich blieb ich weiterhin bei DT am Ball und kaufte mir, genauso wie all die Male vorher, „A Dramatic Turn of events“ am Erscheinungstag und gab dem Album eine Chance.

Bis zuletzt allerdings war das ECHTE Dream Theater für mich an dem Tag gestorben, an dem MP’s Ausstieg publik wurde. Für mich, als sehr loyalen Fan und Nostalgiker, sitzt Mike Mangini schlicht und ergreifend auf dem Stuhl, der nur Mike Portnoy gehört – so kindisch dieses Denken auch sein mag. Dabei ist zu jeder Sekunde klar, dass Mangini ein Virtuose ist, der – wenn man schon einen Ersatz für MP sucht – ein mehr als würdiger Vertreter ist.

Trotzdem waren meine Erwartungen an das Album „Dream Theater“ eher gedämpft. Vorbei die Zeiten von früher, als ich schon Wochen vor dem Release eines neuen DT Albums aufgeregt war und es nicht abwarten konnte. Dann jedoch sah ich beiläufig, dass man sich auf rollingstone.com völlig legal das ganze Album anhören konnte… und das Tat ich… wieder und wieder und wieder.

Dream Theater haben es tatsächlich geschafft, das alte Feuer nochmal anzuheizen. Wie schon einer meiner Vorredner treffend bemerkt hat, wird man auf diesem Album kaum völlig „neues“ finden können, allerdings werden die alten Pfade durchaus ansprechend beschritten. Dream Theater suchen wieder mal den Spagat zwischen Epischen Bombast Songs, technisch verwinkelten Progressive Ausführungen mit den traditionellen komplexen Time Signatures aber auch melodischen und eingängigen Songs, die nur durch die gewohnte technische Finesse gewürzt werden. Dieses Konzept ist gut, und es geht auf diesem Album auch wieder wesentlich besser auf, als auf ADTOE, das mir persönlich wirklich viel zu steril und „clean“ daherkam. Wenn ich mir eine CD mit meinen persönlichen DT Lieblings-Songs zusammenstellen würde, würde es wohl kein Song von ADTOE auf diese Sammlung schaffen… Bei „Dream Theater“ sieht das etwas anders aus.

Besonders hervorheben möchte ich hier insbesondere 3 Songs:

1.) „The Looking Glass“ ist ein stark Rush inspirierter, positiver Uptempo Song mit einem flotten Beat und einer eingängigen Melodie und Struktur. Besonders James Labrie, dem ich im Gegensatz zu vielen Die Hard Fans von Anfang an die Stange halte glänzt hier, glänzt hier, da diese Art frischer Uptempo Rock meiner Meinung nach auf den Leib geschnitten ist. Highlight dieses Songs ist für mich die melodische und positiv „seichte“ Bridge, die dann den perfekten Bogen zurück in das Dynamische Hauptriff findet. Dieser Song hätte auch auf Awake sein können, erinnert mit seiner frischen Art leicht an „Innocence Faded“.

2.) „The Bigger Picture“ ist eine epische Proghymne, beschränkt sich aber nicht auf die Bombast Elemente, sondern nimmt abwechslungsreiche Wege zum Ziel. Der Refrain ist sehr eingängig, während die Strophe Butter-weich daherkommt. Dieser Song erinnert mich an die Era rund um Octavarium und ich denke, dass der Song besonders live sein volles Potential entfalten wird.

3.) „Illumination Theory“ hat bei mir etwas erreicht, was ich schon seit vielen Jahren nicht mehr erlebt habe: Ich musste mir diese eine magische orchestrale Passage ab 08:40 Minuten einfach immer und immer wieder hören. Wie ich mir sagen ließ, ist dieses Stück stark an ein klassisches Werk angelehnt, dass ich zu meiner Überraschung jedoch nicht kenne. Das nimmt dem ganzen jedoch nicht den Reiz. Dieser „Song“ ist das, was wohl jeder klassische DT Fan als die Königsdisziplin der Band ansieht – eine über 20 Minütige musikalische Reise durch mehrere „Kapitel“, die am Ende ein großes, bombastisches musikalisches Epos ergeben, in dem man sich verlieren kann. „A Change of Seasons“ hat es 1995 vorgemacht. Seitdem haben Dream Theater immer wieder zu diesem Mittel gegriffen, und dabei mit Werken wie „Six Degrees of inner Turbulence“ oder „Octavarium“ echte Meilensteine gesetzt. “Illumination Theory“ hat alles, um sich in diese Hall Of Fame einzugliedern.

Natürlich stehen bei einer Band wie Dream Theater die Akteure und deren Handwerk weiter im Vordergrund als bei anderen Bands. Auch wenn diese „Solo-Sucht“ bei mir, gemäß dem natürlich Lauf der Dinge, etwas nachgelassen hat… ein gutes neues Petrucci Solo lässt mir immer noch die Nackhaare zu Berge stehen. Auch hier muss ich allerdings beobachten, dass ich nicht mehr so paralysiert bin, wie ich es damals, Anno 1997 von dem war, was JP sowohl auf den Alben, als auch Live auf der Gitarre geboten hat. Petrucci gehört für mich, auch wenn er immer noch DAS musikalische Idol für mich ist, zu den Gitarristen, denen ihr Drang, immer innovativer und moderner zu werden, nicht gut getan haben. Der rauhe, wilde, spektakuläre und fauchende Petrucci der 90er ist meines Erachtens irgendwie in dem Perpetuo Mobile aus neuen, immer fetteren Gitarren Sounds und Effekten in bisschen in seinem eigenen Soundbrei untergegangen. Ganz abgesehen von der Tatsache, dass ich die einsame Meinung vertrete, dass Petrucci sich mit dem Wechsel zu Music Man keinen Gefallen getan hat. Den John Petrucci, der 1993 „Live in Japan“ und „Live at the Marquee“ gespielt hat, oder der im Video zu “Lie” Anno 1995 mit der schwarzen Ibanez 7-string in einem Offenen Cabrio eines der Soli seines Lebens spielte, höre ich wesentlich lieber als den heutigen.

James Labrie hat sich meiner Meinung nach ebenfalls nicht weiterentwickelt, er macht „sein Ding“ und das ist für mich die einzig echte und passende Stimme von Dream Theater. Seinen Stil, geprägt von teilweise sehr hohem Gesang und starkem Vibrato kann nicht jeder ertragen… ich bin damit groß geworden und finde ihn absolut brillant.

John Myung ist als Bassist nicht ganz so weit im Focus wie die übrigen Akteure, schafft es aber auf diesem Album etwas mehr als vorher, sich ins Spotlight zu bewegen. Seine Bass-Sounds sind knackig und omni-präsent, ohne sich dabei unangebracht in den Vordergrund zu spielen.

Etwas härter ins Gericht gehen muss ich mit Jordan Rudess, der seit 1998 die Keyboards bei Dream Theater beherrscht. In der „Scenes From A Memory“ Era hat mich JR überwältigt. Seine Lead Sound Soli, sein unglaublich perliges und verträumtes Piano Spiel und seine 70s Einflüsse waren und sind für mich der absolute Standard für einen Rock Keyboarder. Dann allerdings, ich würde sagen ab den Octavarium Tagen gegen 2006 hat Rudess eine Wandlung genommen, die mir nicht gefällt. Immer wichtiger wurde es anscheinend, die Töne auf eine ungewöhnliche Weise zu erzeugen. Es wurde und wird für meinen Geschmack mehr der Sound an sich zelebriert, als dass er im Sinne eines musikalisch hochwertigen und ansprechenden Solos eingesetzt wird. Jordans ausufernde Solo Shows, bei denen er mit einem Umhänge Keyboard auf die Front der Bühne läuft und mit verzerrtem Gesicht immer dieselben Töne in schneller Reihenfolge, mit einem eiernden, abgespaceten Sound nudelt sprechen mich gar nicht an. Zum Glück kommt das auf „Dream Theater“ eigentlich nicht vor, aber ich finde es dennoch schade, dass Rudess mit den immer gleichen Solo und auch Hintergrund Sounds um die Ecke kommt. Besonders das Keyboard Solo von „Along for the Ride“ ist so ein Beispiel. JR verwendet hier den Solo Sound von „Beneath the Surface“. Bei diesem Song war der Solo Sound ein A-ha Erlebnis, bei dem man die Augenbrauen hochzog, weil es so neu und charakteristisch klang. Aber den selben Sound und denselben Solo Stil auf dem nächsten Album noch mal zu bringen? Dies bezieht sich auch auf seine Streichersounds. Mit seinem Arrangement in der oben angesprochenen Orchestral Passage in „Illuminationn Theory“ macht Rudess das allerdings wett und hat damit bei mir auf Jahre neuen Kredit.

… Und Mangini? Der wirbelt und drischt souverän auf die Drums und macht seien Sache gut. Das muss selbst der in die Jahre gekommene Fan-Boy, wie ich einer bin, offen zugeben. In reiner technischer Finesse ist Mangini wirklich in der Championsleague des aktuellen Drum Geschäfts… und dennoch so richtig packen und mitreißen kann er mich trotz seiner atemberaubenden Technik nur in wenigen Momenten. Zum einen, da sein Stil für mich zu mechanisch und zu steril ist. Ihm fehlt einfach das dreckige, rauhe Element, dass Mike Portnoy in jeden seiner Drumbeats gelegt hat, dieses nicht in Worte fassbare lebendige und atmende Spiel, bei dem man praktisch vor Augen hat, wie beim Schlag auf das Crash Becken eine leichte Staubschicht davon abfliegt…

Das Fazit zu diesem Album: Wirklich gut! Dream Theater sind seit fast 30 Jahren unterwegs, ich auch. Da ist es irgendwann kein Wunder, dass man nicht zum 12. Mal das Rad neu erfindet, zumal man heutzutage bei einem 2 stündigen Besuch auf Youtube locker 5 neue Bands täglich entdecken kann, die ebenfalls genial sind in dem was sie tun. Dennoch gebe ich nur 4 von 5 Punkten. Mitunter habe ich den Eindruck, dass DT sich und ihr tun schon ein wenig selbst zelebrieren – wie ein Weltklasse Sportler, der nichts mehr zu beweisen hat, und gar nicht mehr versucht, einen neuen Weltrekord aufzustellen, sondern lieber noch eine weitere Ehren-Runde durch das Stadion geht, um sich in der Menge zu baden und einfach die wohlverdienten Lohrbeeren für sein Schaffen zu ernten…

Carpe Diem,
JS
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Dream Theater
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