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4.0 von 5 Sternen Sieben frühe Kurzgeschichten von McEwan, 17. Juli 2009
Sammlung von sieben routiniert und gekonnt erzählten Geschichten McEwans, von denen drei (Zwei Fragmente, Hin und Her und Psychopolis) bereits zuvor bei Diogenes veröffentlicht worden sind. Der Band hat kein wirklich einheitliches Thema, wenn sich auch die meisten mehr oder weniger zentral um das Thema Sexualität drehen. Sie umfassen stilistisch eine deutliche Bandbreite, so dass kein geschlossenes Bild der Sammlung entsteht. Die Übersetzungen scheinen - soweit sich das vom deutschen Text ablesen lässt - anspruchsvoll und sorgfältig gearbeitet zu sein.

Pars pro toto hier ein paar inhaltliche Hinweise: Pornographie erzählt von einem jungen Mann, der im Sexshop seines Bruders arbeitet. Nebenher hat er Verhältnisse zu mindestens zwei Frauen, die aber nichts voneinander wissen. Nun zwingt ihn eine Geschlechtskrankheit, sich für einige Zeit zurückzuziehen, und als er wieder Kontakt zu seinen Damen aufnimmt, erwartet ihn eine Überraschung ...

Der kleine Tod erzählt von einem sehr erfolgreichen Londoner Geschäftsmann, der sich eines Tages in eine Schaufensterpuppe verliebt und mit ihr einige glückliche Wochen verbringt. Dann allerdings schöpft er Verdacht, dass sie ihn mit seinem Fahrer betrügen könnte und verfällt einer zunehmend tiefen Verzweiflung. So absurd die Grundkonstellation auf der einen Seite zu sein scheint, so realistisch gerät die aus ihr entwickelte Beziehungsgeschichte. Diese Erzählung stellt sicherlich das humoristische Prunkstück der Sammlung dar.

Die Titelerzählung erzählt von einem geschiedenen Schriftsteller, den die beginnende Pubertät seiner bei seiner Frau lebenden Tochter in einige Verwirrung stürzt. Der Titel In Betwen the Sheets stammt übrigens aus dem Rolling-Stones-Song Live With Me, der in der Erzählung auch zitiert wird
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Zwischen Lust und Frust, 22. August 2008
Zwischen Lust und Frust, unter diesen Titel könnte man diese Kurzgeschichtensammlung stellen. Denn fast immer spielen sexuelle Bezüge eine Rolle. Sei es, dass sich in der ersten Geschichte zwei Krankenschwestern an ihrem untreuen Liebhaber rächen, der sie mit Tripper infifiert hat. Sei es, dass der Ich-Erzähler in einer anderen Geschichte das Verhältnis seiner Tochter ein Verhältnis mit einem anderen Mädchen entdeckt. Aber auch der Frust über ungelebtes Leben spielt eine Rolle, sei es bei Psychopolis, dass der Protagonist mit seiner Lebenszeit nichts anzufangen weiß oder dass bei den beiden Fragmenten mit dem eigenen Lebensentwurf gehadert wird.

Was mir gut an den Geschichten gefallen hat, war einerseits die Sprache. Ian McEwan textet nie abgedroschen, die Metaphern sind ungewöhnlich und orginell, die Sprache wird mit höchster Kunstfertigkeit verwendet. Auch gibt es viele versteckte Bezüge und Andeutungen zwischen den Zeilen, insofern kann ich es verstehen, dass er viele literarische Preise (für sein Werk insgesamt, nicht für diesen Band speziell) erhalten hat. An der Metaphorik stört mich allerdings, dass er oft in analen Niederungen rumkreist. Sei es, dass eine Frau von ihrem Verehrer im Lokal fordert, sich in die Hosen zu machen, dass eine Geliebte auf ihrem Lover uriniert oder der Ich-Erzähler eine Suppe vorgesetzt bekommt, in der Fäkalien treiben, diese Motive ziehen sich durch fast jede Geschichte des Bandes. Ist wohl Geschmackssache, taugt mir aber überhaupt nicht.

Von der Qualität der Geschichten her sind einige höchst gelungen, wie z.B. Pornographie oder die Nouvelle in der sich der Ich-Erzähler eine Schaufensterpuppe zur Geliebten wählt. Andere dagegen gefallen mir überhaupt nicht. Schuld daran war das Gefühl beim Lesen, dass viele kunstvolle Worte bemüht werden, um nur sehr wenig Berichtenswertes zu erzählen. Als ich mit Psychopolis fertig war und vergeblich nach einer faden Geschichte auf ein überraschendes oder originelles Ende gewartet hatte, dachte ich nur enttäuscht: "So, und das war's dann? Soviele Worte um sowenig Konsistenz?"
Wahrscheinlich ist das Teil des hohen Anspruchs. Ich als Leser bin dabei aber etwas verhungert und hatte das Gefühl, dass der Berg kreist, um eine Maus zu gebären. Richtig schlecht fand ich die beiden Fragmente. Ich frage mich, warum er sie nicht noch überarbeitet hat, ehe sie zur Veröffentlichung freigegeben wurden.

Da Ian McEwan unbestreitbar einer der Großen der Literaturlandschaft ist, was vor allem die gelungenen Geschichten unzweifelhaft transportieren, gebe ich dem Band vier Sterne. Es sind aber auch schwächere Werke in dem Band enthalten, die mich auf gut Deutsch nur gelangweilt haben. Darum kann es keine fünf Sterne geben.
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Zwischen den Laken
Zwischen den Laken von Ian McEwan
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