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am 24. Oktober 2002
Würde man mich nach einer guten Einstiegsliteratur zum Thema Nationalsozialismus und Hitler fragen, ich würde an erster Stelle " Anmerkungen zu Hitler " von Sebastian Haffner nennen.
Die prägnaten Thesen des Textes weisen den Autor als ausgezeichneten Analytiker und Kenner der Materie aus und es gelingt ihm schon beinahe beiläufig, mit den größten Irrtümern über Hitler, die auch heute noch weit verbreitet sind, gekonnt argumentierend aufzuräumen.
Sein Versuch, die Brüche in Hitlers Leben, die scheinbaren Widersprüche in seinen Entscheidungen und seine beinahe unerklärlichen Anfangserfolge, im Frieden wie im Krieg, aus einem Wirkungszusammenhang zwischen der zeitgenössischen Umwelt, auf die Hitler traf und dessen eigenen wahnhaften ideologischen Starrsinn heraus zu erklären, darf als geglückt gelten. Haffner löst die Fragestellung, warum dem ausgesprochen erfolgreichen, scheinbar instinktsicheren Reichskanzler der 30er Jahre, dem alles zu gelingen schien, auf einen Schlag alles mißlang, indem er sich dabei nicht der Person Hitlers, sondern dessen Umwelt zuwendet. Dies führt zu sehr interessanten Erkennnissen, welche die ausgesprochen unflexible Persönlichkeit Hitlers in den Mittelpunkt der Betrachtungen rückt. Biographische Brüche, scheinbare Fehlentscheidungen Hitlers sind für Haffner nur Konsequenz eines unflexiblen Starrsinns, dessen Taten je nach den Variablen der politischen Umgebung Hitlers zu Erfolg oder eben Mißerfolg führten.
Der Autor beschreibt dies folgendermaßen:
" Und damit haben wir plötzlich den Schlüssel in der Hand, der uns das Geheimnis der Hitlerschen Erfolgskurve erschließt. Dieser Schlüssel liegt nicht in irgendwelchen Wandlungen Hitlers. Er liegt in dem Wandel und Wechsel der Gegner, mit denen es Hitler zu tun hatte."

Besonderes Lob verdient Haffner für den von ihm gewählten Zugang zum Thema. Er nähert sich Hitler in sieben Kapiteln jeweils von einem anderen Gesichtspunkt aus: Leben, Leistungen, Erfolge, Irrtümer, Fehler, Verbrechen, Verrat.
Dieser Ansatz erweist sich als außerordentlich fruchtbar, vermittelt er dem Leser doch über die Taten ( und Untaten ) Hitlers einen schnelleren Erkenntnisgewinn als dies der oftmals angewandte biographische Ansatz zu tun vermag.
Die provokanten Thesen Haffners stehen zwar zuweilen etwas wagemutig im Raum, regen aber zu fruchtbaren Diskussionen an und sind im Ganzen schlüssig herausgearbeitet.
Die Lektüre dieses Buches kann ich jedem nur wärmstens empfehlen. Insbesondere zur Bearbeitung in einem Geschichts -Leistungskurs sollte " Anmerkungen zu Hitler" ganz oben auf der Literaturliste stehen.
Sehr empfehlenswert !
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am 7. Januar 2002
Ganz sicher kann dieses Werk nicht die Person Hitlers erschöpfend umschreiben. Es ist auch nicht "die" politische Biographie, wie sie Joachim Fest auf über 1000 Seiten vorgelegt hat. Doch genau dies macht den Charme dieses kleinen Werkes aus. Kompakt und doch genau treffend wird das Phänomen Hitler skizziert. Ohne zuviel Moralin zu versprühen, bereitet Haffner diese historische Figur auf. Er zeigt anzuerkennende Leistungen um dann den wirklichen Verrat an den Deutschen zu erklären. Als Einstieg in das weite Feld der Analyse Hitlers und des Nationalsozialismus empfehlenswert, gerade auch für junge Leute.
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am 24. September 2005
Was Haffners Hitler-Betrachtung von anderen Werken selbiger Thematik so wohltuend abhebt, ist seine Fähigkeit zum Ausdruck klarer Gedankengänge, welche sich durch inhaltliche Verdichtung und Präzisierung im Ausdruck herausbilden. Trotz oder gerade weil dem vergleichsweise kurzen Werk der wissenschaftlich-historische Fachjargon abgeht, öffnet es neue Perspektiven der Betrachtung, welche kritisch, aber trotzdem ausgewogen den „Politiker und Massenmörder Hitler", wie es Haffner ausdrückt, in seiner Bedeutung reflektieren. Es gehörte schon damals viel Mut dazu, neben der Kritik an Hitlers Verbrechen auch seinen „Erfolgen" - wie z.B. den wirtschaftlichen Aufschwung oder die geschickte Außenpolitik bis 1941 - ein eigenes Kapitel einzuräumen. Als Fazit bleibt bestehen, dass Hitler als politische Erscheinung keiner deutschen Tradition verhaftet ist und dessen langfristige Pläne (völlige Ausrottung der Juden in Europa, Weltherrschaft) - Gott sei Dank -
alle scheiterten, wenn er ihnen stellenweise auch schrecklich nahe rückte.
Diese Autorenlesung von 1979 bietet bei knapp fünfstündiger Spielzeit die ungekürzte Fassung der „Anmerkungen".
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am 28. September 2007
Haffner's Anmerkungen zu Hitler sind ein Versuch Deutschland und die Deutschen endgültig von Hitler zu befreien. Das heißt natürlich vom Komplex Hitler zu befreien.

Zu diesem Zweck legt Haffner eine möglichst emotionslose Aufstellung von Hitlers Leistungen, Erfolgen, Fehlern und Verbrechen vor, um schließlich zu Hilters Verrat an den Deutschen zu kommen. Der Ausspruch Hitlers, dass wenn das Deutsche Volk nicht stark genug ist, es eben vergehen müsse, ist zwar weithin bekannt, doch Haffner gelingt es darzustellen, dass dies Hitlers wirkliches Konzept war und nicht in einem Anfall von Wut und Enttäuschung gesprochen wurde.

Es gibt mittlerweile einen jährlich wachsenden Wald an Hitler-Literatur. Dennoch ist das Ergebnis das sprichwörtliche, dass nämlich nur Bäume sichtbar werden. Nicht so bei Haffner. Der hält Folgendes, Überraschendes, fest:

· Bis November 1941 sind alle Handlungen Hitlers als Teil eines Konzepts zur Erringung der Vorherrschaft Europas oder Weltherrschaft erklärbar. Nicht jedoch die Kriegserklärung an die USA, die vollkommen unnötig, ja kontraproduktiv war. Mit Treue gegenüber Japan ist das nicht erklärbar, da Japan Deutschland 1941 verraten hatte, indem es mit der Sowjetunion ein Neutralitätsübereinkommen traf, das dieser erlaubte die Fern-Ost Divisionen abzuziehen und gegen Hitler einzusetzen. Hier argumentiert Haffner, dass Hitler bereits Ende 1941 glaubte den Krieg verloren zu haben und jetzt nur noch wünschte in einer großen Kathastrophe unterzugehen.
· Weiters wollte Hitler nach 1941 nur noch Zeit gewinnen, um die Judenvernichtung durchzuführen. Dies wird von anderen Autoren als Nebenmotiv erwähnt, von Haffner aber als das Hauptmotiv der Hitlerschen Kriegsführung bezeichnet.
· Nachdem der Untergang unvermeidlich ist, will Hitler das gesamte deutsche Volk in den Abgrund reißen. Er entblößt die Ostfront und wirft die Divisionen sinnlos in die Ardennenoffensive. Dadurch rückt die Ostfront weiter ins Reich als die Westfront. Schließlich der Nero-Befehl.

Haffner will den Deutschen über die Beschäftigung mit dem wirklichen Hitler, nicht mit dem mythologischen, oder demonisierten, die richtigen Lehren aus der Geschichte ziehen lassen. Dieser Hitler kann auch Leistungen und wirkliche Erfolge erzielen. Erst diese erklären die Begeisterung seiner Zeitgenossen verständlich. Haffner hofft, dass sich die Deutschen mit dem richtigen Hiler im Blick wieder trauen Patrioten zu sein, wie er am Schluss des Buches formuliert.

Das Buch ist somit für jeden, der die Faktenlage der Hitlerzeit und des 2. Weltkriegs im Griff hat ein absolutes Muss. Inwieweit die Schlussfolgerungen Haffners auch wirklich zutreffen ist eine spannende Frage, der ich bei meiner weiteren Lektüre nachgehen werde, bei der nun endlich der Wald ins Blickfeld rücken muss.
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am 12. Dezember 2005
Anlässlich der Erinnerung an den 60. Jahrestag des Kriegsendes hielt ich es für geboten endlich einmal den, seit Jahren in meinem Bücherschrank befindlichen Klassiker Sebastian Haffners zu lesen. Der, bereits 1999 verstorbene Historiker, erregte auch mit seinen posthum veröffentlichten Erinnerungen 1914 – 1933 unter dem Titel „ Geschichte eines Deutschen“ große Aufmerksamkeit in der Presse und den Bestsellerlisten.
Nach der Lektüre bedauerte ich lediglich, die „Anmerkungen“ nicht schon längst gelesen zu haben. Auf knapp 158 Seiten der kleinen Taschenbuchausgabe erklärt Haffner in den Kapiteln „Leben“, „Leistungen“, „Erfolge“, „Irrtümer“, „Fehler“, „Verbrechen“ und schließlich „Verrat“ alles was man zum Thema Hitler wissen sollte und darüber hinaus in kurzer prägnanter Weise die großen Zusammenhänge die zum 2.Weltkrieg führten und dessen Verlauf.
Ohne Berührungsängste und auf unvergleichlich unorthodoxe Weise beschäftigt sich der Autor mit dem größten Menschheitsverbrecher.
Fazit: schnell gelesen, nie vergessen! Ein gewaltiger Bildungsschatz auf wenigen Seiten. Genial.
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am 22. März 2008
Zum Buch: es ließt sich gut und schnell, es ist leicht verständlich, da Haffner sich präzise und einleuchtend ausdrückt.
Sein Stil ist originell. Er arbeitet viel mit Bildern und Metaphern, hat stets Vergleiche aus der Geschichte parat.
Seinen Analysen über Hitlers Wirken auf die Deutschen muss man grundsätzlich zustimmen.
Die Psyche Hitlers betreffend arbeitet er haupsächlich mit Thesen, die teilweise fragwürdig erscheinen.
So behauptet er, Hitler wollte am Ende den "totalen Untergang", da er den "totalen Sieg" nicht mehr erreichen konnte;
Man weiß aber über Hitler, dass er noch in den letzten Tagen architektonische Pläne für deutsche Städte nach dem Endsieg entwarf und nicht mehr existierenden Armeen vom Führerbunker aus Befehle gab.
Das lässt eher darauf schließen, dass Hitler psychisch erkrankt war, worauf Haffner leider so nicht eingeht.
Trotzdem ist das Buch insgesamt sehr gelungen, das kleine Manko führt zu einem Stern Abzug.
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am 4. Juni 2006
Auch gut 30 Jahre nach ihrem ersten Erscheinen stellen Sebastian Haffners "Anmerkungen" eine gelungene Einführung zum Thema Hitler dar. In sieben verschiedenen, nach Aspekten im Wirken Hitlers gegliederten Kapiteln untersucht der Autor das Wechselspiel zwischen biographischen Eigentümlichkeiten des Diktators und der politischen Entwicklung. Dass dabei bestimmte Passagen auch auf zeitgenössische Rezipienten höchst provokativ wirkten, erschließt sich unter Berücksichtigung auf die Zeit des ersten Erscheinens dieses Werkes: In gewissem Sinne haben Haffners Thesen Eingang in das heutige Verständnis dieser Epoche gefunden und erscheinen daher vom gegenwärtigen Standpunkt aus etwas weniger provokativ und spektakulär.

Kapitel Eins - "Leben" - wirft einen Blick auf den Werdegang Hitlers, sein Erleben des ersten Weltkriegs und der Revolution von 1918, die für seine späteren Entscheidungen prägend werden sollte, und untersucht die seltsam anmutende innerliche Ereignislosigkeit, die für das Leben des späteren Diktators so charakteristisch war. Ein Vergleich mit anderen Führerfiguren des 20. Jh. demonstriert die Unterschiede in sowohl Denken, Selbstwahrnehmung, Beziehungen zu anderen Menschen als auch der spezifischen politischen Ideologie, die eine Gleichsetzung fragwürdig erscheinen lassen. Das Kapitel "Leistungen" stellt in den Augen vieler den wohl provokativsten Abschnitt des Buches dar, erweckt er doch, bei oberflächlicher Betrachtung, den Anschein des Versuchs einer stückweiten Rehabilitation Hitlers. Worauf es Haffner allerdings ankommt, ist zu zeigen, dass es gerade das Verhältnis zwischen Leistungen (z.B. die Beseitigung der Arbeitslosigkeit, wenngleich um den Preis einer freien Wirtschaft oder etwaiger Ansprüche der Arbeitnehmer) und dem "dosierten Schrecken" polizeistaatlicher Willkür war, der Hitlers politische Gegner und Kritiker zu Beginn seiner Herrschaft an sich selbst zweifeln lies. Kapitel Drei hingegen behandelt die Erfolge über andere. Haffners zentrale Frage lautet hier, weshalb die unflexible, stetig gleichbleibende Politik zu unterschiedlichen Zeitpunkten so verschiedenartige Resultate hervorrief. Eine Erklärung findet er in der Situation der Opponenten, mit denen es Hitler zu tun hatte: Nicht die Initiative des Diktators war demnach das ausschlaggebende Moment seines Erfolges, sondern der mal erstarkende, mal nachlassende Widerstand seiner Gegner. Hitler war kein Revolutionär. Er verstand es nur blendend, etwas bereits im Fallen Begriffenen - wie die Bestimmungen des Versailler Abkommens, die Weimarer Republik oder in letzter Konsequenz Deutschland 1945/46 selbst - den Todesstoß zu versetzen.

Bilden die ersten drei Kapitel eine thematische Einheit, die sich mit dem Aufstieg Hitlers beschäftigen, so widmet sich der Autor im folgenden dem Weg in die Katastrophe. "Irrtümer" behandelt das schon in sich widersprüchliche Weltbild Hitlers, das bereits zu frühen Zeiten, als an eine politische Karriere nicht zu denken war, die Basis für seine Rassenideologie und seinen mörderischen Judenhass legte. "Fehler" führt diese Überlegungen in ihrer politischen Konsequenz weiter. Hitler war ein Mann der Extreme, des "alles oder nichts", in dessen Denken die Möglichkeit einer Kompromisslösung nicht existierte. Dass auch seine Kriegspolitik von diesem Denken bestimmt war und ihn zu skandalösen Fehleinschätzungen verführte, erklärt seinen unvermeidlichen Niedergang. Doch nicht allein seine Unfähigkeit, sich als Friedenspolitiker und Reichsorganisator zu behaupten, bilden die Grundlage für den Terror, der vom Naziregime ausging: Zweifellos war Hitler auch ein Massenmörder, der seine Chance nutze, so wie er sie sich leisten konnte. So möchte Haffner unter "Verbrechen" auch weniger die im Krieg begangenen Gräuel verstanden wissen, die auf allen Seiten vorkamen, sondern vor allem den millionenfachen Mord an Juden, Zigeunern, Homosexuellen, Intellektuellen und Systemgegnern, die mit dem eigentlichen Kriegsgeschehen in keinerlei Zusammenhang standen. Die Kritik, der Autor würde hier für eine Entkriminalisierung der im Krieg begangener Gräueltaten einstehen, trifft allerdings nicht den Punkt: Zutreffend ist, dass Haffner Kriege als unvermeidliche Erscheinung im Konflikt zwischen Staaten betrachtet, solange es keine den Nationen übergeordnete Instanz gibt, die auf Grund ihrer allgemeinen Billigung und Durchsetzungskraft die Kriege verhindern könnte.

Das letzte Kapitel "Verrat" beschäftigt schließlich sich mit dem Versuch Hitlers, nach dem Scheitern seiner Eroberungs- und Vernichtungspläne wenigstens noch die vollständige Eliminierung des deutschen Volks, von dem er sich in seinem falsch verstandenen Heroismus und dem Kampf bis zum bitteren Ende im Stich gelassen sah, herbeizuführen und es den Grundmöglichkeiten seines Weiterlebens zu berauben. Mit dieser Maßnahme sorgte er für eine schnellere Abkehr der Deutschen von ihm und seiner Politik, als das den Befreiern wohl je möglich gewesen wäre. Die abschließend aufgeworfene Frage, weshalb der Nationalsozialismus sich gerade in Deutschland zu einer derartigen menschlichen Katastrophe entwickeln konnte, möchte Haffner nicht mit einer besonderen Affinität der Deutschen zu faschistischem und judenfeindlichem Gedankengut verstanden wissen: Gerade Deutschland galt bis zur Machtergreifung 1933 als ein Platz, an dem es sich als Jude relativ gut leben lies. Seine Antwort, die ein Augenmerk auf die politische Vormachtstellung Deutschlands in Europa und die sich daraus ergebenden Möglichkeiten zu der Zeit lenkt, als Hitler sich entschloss, seine Pläne hier zu verwirklichen, kann gleichzeitig als Warnung verstanden werden: Die hier begangenen Verbrechen sind keine notwendig singuläre Erscheinung, die vor der Gefahr einer Wiederholung an anderer Stelle sicher wäre. Die aus der Geschichte zu ziehende Lehre ist Wachsamkeit nach allen Seiten.

Die mediale Präsenz der Auseinandersetzungen mit der Thematik verleiten zu der Vorstellung, man wäre über die Zeit des Nationalsozialismus bestens informiert. Um so überraschender ist, dass das vorliegende Werk durchaus neue Sichtweisen bietet. Die Feststellung, es gäbe zu Hitler noch wesentlich mehr zu sagen, ist richtig, als Kritik jedoch ungeeignet, es sei denn man hielte die Formulierung "Anmerkungen" für eine bloße Bescheidenheitsfloskel. Haffner legt vielmehr Gewicht darauf, bestimmte Strukturen sichtbar zu machen; Fußnoten und Quellverweise sucht man hier vergeblich. Die sozialwissenschaftliche Wende in der Geschichtswissenschaft hatte die Bedeutung der gesellschaftlichen Zustände gegenüber der Entscheidung von Einzelpersonen herausgestellt. Die "Anmerkungen zu Hitler" demonstrieren perfekt durch die direkte Verknüpfung von Biographie und politischen Folgen, dass es trotz allem die Entscheidungen einzelner seien können, die historisch tiefgreifende Veränderungen bewirken. Die Struktur des deutschen Nationalsozialismus wird nur verständlich, wenn er in Beziehung zur Biographie seines Führers gesetzt wird.
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am 3. Mai 2004
Ganz im Haffnerschen Stil wird hier Hitlers wesentliche Biographie zusammengefasst: Objektiv, ohne ständige (und dadurch nervende) Verurteilung mit viel eigenem Geankengut auch für den Einsteiger geeignet.
Haffners Buch lässt sich locker als Gute-Nacht-Lektüre lesen (auf die einfache Satzstruktur bezogen!), dabei glänzt er im wesentlichen mit den eigenen, psychologisierenden Überlegungen (besonders im Kapitel Hitlers Verrat am eigenem Volk).
Haffner schafft es sich in die Hitlerschen Gedankengänge einzuschleusen und nimmt den Leser mit auf die Reise in die Logik eines Wahnsinnigen.
Übersichtlich teilt er seine "Anmerkungen" in aufschlussreiche, klar gegliederte Kapitel ein.
Auf jeden Fall selbst für den Historiker immer noch interessant zu lesen, hier werden nicht einfach Daten heruntergerattert, hier werden mit Präzision Behauptungen aufgestellt, die zu logischen Schlussfolgerungen führen.
Alles in allem, absolut zu empfehlen.
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am 10. März 2001
Nicht zu Unrecht zählt dieses Buch zu der Handvoll an Werken, die als wirkliche bedeutende Arbeiten über Hitler gelten können. Präzise und klar führt Haffner seine Leser in Hitlers Gedankenwelt ein. Dabei vermeidet es Haffner der Versuchung zu unterliegen, Hitler als böse Bestie der deutschen Geschichte zu mythologisieren, sondern verläßt sich ganz auf die Aussagekraft objektiver Fakten, um "den Führer" sowohl in seiner ganzen Schrecknis wie auch seiner Lächerlichkeit bloßzustellen. Der Autor sieht jedoch auch sehr klar, dass Hitler nicht der psychopathische, krakeelende Idiot ist, als der er in anderen Publikationen aufzuzeigen gepflegt wird; im Gegenteil : Die kühle Planung seines Terrors machte diesen Fanatiker erst so gefährlich für Deutschland und die Welt.
Ein unumgängliches Buch über die Schicksalsjahre des 20. Jahrhunderts.
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am 1. Oktober 2003
...und am Ende der Mann, um den sich die ganze Weltpolitik dreht. Wie reimt sich das zusammen?
Sebastian Haffner geht genau dieser Frage nach, indem er Hitlers Aufstieg von seiner gescheiterten Biographie her beleuchtet. Vorbildlich ist dabei v.a. Haffners Klarheit von Sprache und Argumentation, so dass sein Buch nachvollziehbar wirkt und zugleich kein fertiges Bild, sondern "Anmerkungen", also Thesen hergibt, über die man nachdenken, diskutieren, streiten kann. Ein Buch also, das eine Auseinandersetzung unbedingt lohnt.
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