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31 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine Liebeserkärung an uns Menschen, 9. September 2013
Wenn ein Meisterkoch und ein Biogärtner sich zusammen tun und ein Essen kreieren, dann wird es ein gesundes, liebevoll zubereitetes, einmaliges, schmackhaftes Essen. Kurz, ein Gedicht - wie dieses Buch auch.
Rückblick, Gegenwart und Zukunft der Menschheit, in gekonnt vernetzte und mit ausdrucksstarken Sätzen gelungenen 8 Kapiteln beschrieben.
Ein Märchenbuch im pädagogischen Dschungel ist entstanden. Ein liebevolles Resümee. Dieses Buch fordert nicht und greift nicht an. Ganz nach dem Motto:
"Wenn nichts mehr geht, bleibt immer noch die Wahrheit."
Sachlich und transparent beschreiben uns die 8 Kapitel, wie wir Menschen heute sind. Warum wir so sind, wie wir sind und was verloren gegangen ist. Mit wunderschönen Beispielen aus der Natur stellen die Autoren Vergleiche her. Das z. Bsp. dünne, aber elastische widerstandsfähige Äste in Baumkronen nur dann bei Stürmen nicht brechen, wenn sie Jahrelang gute Informationen und Nahrung aus dem Baumstamm erhalten haben. Sie orientieren sich an dem dicken, erfahrenen Stamm und der gibt für die täglichen neuen Rahmenbedingungen (Sturm, Gewitter, Sonne, Trockenheit) Informationen, an dem sich der dünne Ast orientieren kann, um wachsen zu können.

Das Buch liegt wunderbar in der Hand. Es hat schönes Papier und wirkt trotz verschieden farbiger Buchseiten nicht aufdringlich. Nichts in diesem Buch erscheint gleichgültig ausgesucht. Die Sprache ist nicht akademisch, die Zielgruppe sind Eltern, die die Verantwortung für ihre Kinder nicht abgeben wollen. Doch ist auch für Fachleute absoluter Lesegenuss garantiert.
Empfehlenswert auf der ganzen Linie.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein muss für Eltern und Pädagogen, 26. November 2013
Es gibt viel Bücher auf dem Markt die sich mit dem Thema Kinderentwicklung, Kindeserziehung und Verhalten von Kindern befassen, dass man leicht den Überblick verlieren kann. Viele suggerieren uns Eltern und Pädagogen, dass es nur einen richtigen Weg gibt und sie zeigen den Weg auf, wie man Kinder am besten erzieht, damit sie "funktionieren". Dabei verlieren sie oftmals die Eckpfeiler, die für die Entwicklung so wichtig sind, damit aus den Kindern ein selbstständiges und starkes Individuum wird.

Herbert Renz-Polster und Gerald Hüther zeigen in ihrem Buch "Wie Kinder heute lernen", wie die Entwicklung in der Vergangenheit lief und wie sie heute läuft. Sie vergleichen und führen einen die Unterschiede auf und teilweise gehen sie eher zum Nachteil des Kindes, weil die Natur, ein wichtiges Klassenzimmer, in den Hintergrund gerückt ist und die mediale Welt einen großen Teil die Entwicklung beeinflusst. Wo die Kinder damals als Forscher durch die Natur zogen, sitzen sie heute vor der Flimmerkiste oder dem Computer und verpassen vieles. Dabei geht es ihnen nicht, Computer und Co abzuschaffen, aber sie plädieren dafür, dass man mit den Kindern wieder viel mehr nach draussen geht. Es muss halt ein gesunder Mittelweg gefunden werden.

Eine wichtige Aussage ist auch die, dass man den Kindern was zutrauen soll, Zeit lassen, um Dinge zu erfahren, zu begreifen und daraus zu lernen.

Die Autoren geben jede Menge Tipps und Vorschläge und zeigen bei allen Dingen die besprochen werden, wie wichtig diese sind und was das Kind daraus lernt, wenn man sie dann auch lässt.

In 8 Kapiteln geht der Leser auf eine spannende Reise, die durch eine amüsante Schreibweise ihn auch ab und zu schmunzeln lässt. Das Buch habe ich gelesen, als sei es ein Roman und es ist nicht nur für Pädagogen geschrieben, sonder auch sehr empfehlenswert für Eltern. Es ist ein Buch, welches nachdenklich stimmt und das soll es auch, denn ohne ein Nachdenken über das jetzige Verhalten, kann man keine Änderungen schaffen.

Fazit:

"Wie Kinder heute wachsen" lässt sich lesen wie ein Roman. Zu keiner Zeit hat man das Gefühl, einen trockenes Sachbuch zu lesen. Durch viele Details wird der Leser nicht nur einmal zum Nachdenken angeregt.
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13 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen großartig!, 17. September 2013
Von 
Martina Huemer "Mutter" (Vöcklabruck, Österreich) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Ich habe das neue Buch von Gerald Hüther und Herbert Renz-Polster nahezu "verschlungen". Aus vielen verschiedenen Blickrichtungen wird die Natur als optimaler Entwicklungsraum für Kinder betrachtet. Dabei wird immer wieder auf vorangehende Betrachtungsweisen eingegangen und so gibt es einen wunderbaren roten Faden durch das Buch. Und so findet man keine Schwarz-Weiß-Malerei, sondern es gibt ein - sowohl als auch ... zB auch im Kapitel 5, wo es um "das große Drinnen - von Computern und Kinderspielen" geht. Acht Kapitel, die sehr informativ sind, die mich berührten, die mich weiter wachsen lassen.
Für mich ist es eines der besten "Erziehungsbücher", die ich je gelesen habe. Für mich ist "Wie Kinder heute wachsen" bereits jetzt ein absoluter Bestseller und höchst empfehlenswert.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein ganz tolles Buch!, 10. November 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ich habe dieses Buch mit großem Genuss gelesen und meine eigenen Ansichten darin größtenteils wiedergefunden. Es war für mich eine Bestärkung, da ich mich manchmal als Mutter mit meinem Erziehungsstil in meiner Umgebung ein bisschen auf verlorenem Posten fühle - obwohl ich sicher nicht die Einzige bin, die so denkt und fühlt. Hier findet jemand mit jahrelanger Erfahrung als Kinderarzt die passenden Erklärungen für die "artgerechte Haltung" (meine Worte, kein Zitat) von Kindern, die mit den vollgepackten und durchstrukturierten Tagen, wie sie heute üblich sind, überhaupt nicht zusammenpasst. Ein Plädoyer für ein ganz normales Zusammenleben mit den Kindern - so schwierig das in unserer Zeit auch sein mag. Auch Erwachsene - selbst ohne Kinder - können mit diesem Buch ihr eigenes Leben überdenken. (Den Titel finde ich nicht besonders ansprechend und der Untertitel kann auf die falsche Fährte lenken. Ich habe das Buch gekauft, weil ich den Artikel in der F.A.S. gelesen hatte.)
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12 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen eine Kindheit im Einklang mit der Natur.. ein sehr guter Ratgeber, 23. September 2013
Ein Sachbuch über Kindererziehung geschrieben von 2 Autoren. Herbert Renz-Polster ist Kinderarzt und forscht an der Universität Heidelberg über die Entwicklung von Kindern. Gerald Huther ist Professor für Neurobiologie in Göttingen. Das ist hier meine erste Rezension eines Sachbuches, deshalb vermische ich einfach mal den Inhalt und die Bewertung ein wenig.
Das Buch greift immer wieder wissenschaftliche Beobachtungen auf und erklärt das Verhalten von Kindern. Ich habe beruflich nichts mit der Kindererziehung zu tun, sondern bin einfach ein interessierter Laie, eine Mutter. Ich gebe es zu, ich stehe diesen Ratgebern normalerweise auch eher skeptisch gegenüber. Allerdings hat mich das Buch hier gepackt. Es ist sehr anschaulich geschrieben, mit Beispielen, die jeder der ein Kind aufwachsen sieht nachvollziehen kann oder auch schon beobachtet hat. Es wurde zwar von Experten geschrieben, aber das Buch kann ich wirklich jedem Interessierten Laien empfehlen.
Kinder beobachten die Großen. Das weiß jeder Erwachsene, der Kinder hat. Kinder ahmen uns nach und bekommen alles mit. Einige Thesen in diesem Buch fand ich superklasse. Kinder wollen die Welt begreifen. Sie brauchen starke Wurzeln, wie ein Baum, der sie sicher macht im weiteren Leben, der ihnen Halt gibt. Aber trotzdem darf man sie nicht einengen. Ein großes Thema ist ja die Natur. Denn das Leben spielt sich immer mehr drinnen ab. Es sind so kleine Themen, die den Leser nachdenklich machen, gegenseitiges Lernen, altersgemischte Gruppen, der Wald als Entdeckungsraum. Unsere Welt wird immer komplexer, durch Internet, Technik usw. Aber wie sollen Kinder sich darin zu Recht finden. Und darum lautet die Botschaft dieses Buches. Kinder sollten so viel wie möglich draußen sein, ab in die Natur. Erleben und Begreifen der direkten Umwelt. Natürlich wird es im Leben nicht ohne Computer gehen, da stimmen auch die Autoren zu, aber ich finde diese Sichtweise des Buches, einfach mal mit allen Sinnen nach draußen gehen und ein Abenteuer erleben, richtig klasse. Dieser Zustand der Kohärenz, ein Verschmelzen mit etwas, das Phänomen wird hier sehr gut erklärt und dargestellt. Ich fand die Bespiele der Autoren, die führen einem als Elternteil auch mal vor Augen. lass das Kind doch einfach mal machen, gib ihm die Zeit, die Freiheit. Lass das Kind einfach eine Ameisenstraße zu beobachten… und nimm auch dir selbst diese Auszeit vom Alltag. Was nehme ich aus diesem Buch mit? Kinder brauchen Freiheiten, das Gefühl einfach Zeit zu haben, sie selbst zu sein, ohne Zwänge einfach nur spielen können und dadurch sich zu starken Menschen zu entwickeln.
Toll fand ich auch die vielen farbigen Fotos, die vor allem glückliche Kinder beim Spielen in der Natur, im Wald oder auf Wiesen, einfach draußen zeigen.
Die Themen im Buch gehen von der Entwicklung von Kindern, über den Lebensraum Natur, bis über die Spiele, Computer drinnen. Aber auch ob die Natur an sich gefährlich ist, wird angesprochen.
Gut gefallen hat mir auch der Anhang, in dem noch Tipps gegeben werden, Literaturhinweise und einige Thesen noch einmal mit Text Bezug im Buch genauer besprochen werden.
Fazit
Ich fand ein gelungener, wirklich sehr guter Ratgeber über die Kindererziehung und was dabei eigentlich wirklich am wichtigsten ist. Das Kind und das es ihm gutgeht. Anschaulich geschrieben und voller nachvollziehbarer Thesen und Tipps rund um unsere Umwelt und vor allem das Leben und Erleben einer Kindheit im Einklang mit der Natur. Vor allem auch ein tolles Buch mit vielen Tipps für Eltern, nachvollziehbar und gut verständlich.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine Entdeckung, 10. Mai 2014
Die Begeisterung der bisherigen Rezensenten teile ich voll und ganz - mindestens zehn Sterne für dieses zutiefst inspirierende Buch! Was so wohl tut ist vor allem der Perspektivwechsel - nicht mit dem Ziel des "Fit-machens" für moderne Lebens- und Arbeitswelten werden die Kinder betrachtet, sondern von ihren Ursprüngen her. Denn nur, wenn sie auf ihrem evolutionär geprägten Weg Wurzeln ausbilden können, werden sie die Herausforderungen meistern können, die ihnen bevorstehen, so die Autoren. Und diese werden weit über das hinausgehen, was wir heute unter Funktionieren in der Wirtschaftswelt verstehen. "Die Welt wird sich ändern, weil sie sich ändern muss. Unsere Kinder und deren Kinder werden die Antworten finden müssen, die wir ihnen heute nicht geben können. Sie werden so manche Schuld begleichen müssen, die wir ihnen aufgebürdet haben. Und das in einer Welt, die ohne Illusionen wird auskommen müssen - etwa der, dass es fortwährendes Wachstum gäbe."

Viele Sätze haben diese Wucht:
"Wir Erwachsenen reden heute viel von Freiheit. Wie wichtig sie ist und wie wir sie den anderen wünschen - anderen Ländern zum Beispiel. Im Umgang mit Kindern aber ist Freiheit selten das Thema, im Gegenteil - da herrscht im Grunde eine gut gemeinte Diktatur."

"Wer immer an einer Leine aus Warnungen und Verboten gehen muss, erlebt die Welt als einen Ort voller Gefahren, voller Bedrohung. Und sich selbst als schutzbedürftiges Opfer, nicht als aktiven Gestalter. (...) Wir müssen uns bewusst werden, dass die Risikovermeidung selbst ein Risiko darstellt."

"Nicht Beschleunigung, sondern Entschleunigung, Verlangsamung heißt die wichtigste Erfindung der Evolution, die uns und unser hochkomplexes Gehirn hervorgebracht hat. (...) Selbstverständlich kann man durch gezielte Frühfördermaßnahmen erreichen, dass (das Kind) bestimmte Fähigkeiten früher erwirbt als normalerweise. Aber ein besser, also ein komplexer vernetztes Gehirn bekommt es dadurch nicht."

... um nur ein paar Beispiele zu nennen.

Was ich besonders wichtig finde: auch das, was wir bereits erreicht haben, sehen die Autoren: Beziehungs-Land nennen sie es. Kinder sind heute sicherer, selbstsicherer, meist auch bindungsfähiger als früher. Wir haben mehr Freiheitsgrade im Denken und Gestalten unseres Lebens. Diese Chancen sollten wir nicht verspielen. "Weil diese wunderbare Generation im PISA-Test die Kreuzchen nicht dort gemacht hat, wo sie sollte, wird die Kindheit umgebaut, neu vermessen und eingehegt. (...) Aus Angst vor der Zukunft zeichnen wir an einem Kinder- und Menschenbild, in dem wieder die Funktionalität, die Verwertbarkeit im Mittelpunkt stehen."

Fazit: Dieses Buch lohnt sich unbedingt - es ist dazu noch sehr schön gestaltet und gesetzt - eine Freude!
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen wie Kinder heute wachsen, 13. April 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ein muß für jeden Haushalt mit Kinder!

Öffnet Augen und Herz des Lesers und sein Bewusstsein für das wesentliche im Leben!
Kinder können wieder Kinder sein, weg von ständigem erklären, das eigene ich des Kindes wird gestärkt!
Die Wichtigkeit der Natur, das Wesentliche kommt zur Geltung!
"Weg von jeglichem Haben wollen und Materialismus"
Soziales und menschliches haben hohen Wert!
Wünderschönes wetvolles kompaktes Buch!
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Es ist nie zu spät, mit etwas Neuem anzufangen, 21. November 2013
Von 
Marc Hoettemann "Ostwestf4le" (Rheinland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Die Welt, in der Kinder heute heranwachsen, war noch nie zuvor so behütet und straff durchorganisiert.

Noch bevor die Babies die ersten Worte nachplappern können, haben emsige Eltern Lernpläne konzipiert, frühkindliche Erziehungskurse belegt und bilinguale Krabbelgruppen gebucht. Und das alles nur, damit es dem Kind in der Zukunft gut geht, damit es auf dem Stellenmarkt der Zukunft gut dotierte Jobs bekommt und damit sich die Eltern mit den Lernfortschritten ihres Nachwuchses brüsten können.

Schöne neue Welt? Weit gefehlt. Die emotionale Vereinsamung der Kinder ist in unserer Zeit genauso Thema wie die Segmentierung in High Potential Kids und Versager-Kids. Die Bewegungsarmut und damit einhergehende Adipositas ist noch nie so groß gewesen wie heute. Dazu kommen Computer- und Video-Spielsucht und Cyber-Mobbing.

Herbert Renz-Polster und Gerald Hüther haben diese aktuellen Themen im Hinterkopf, wenn sie in ihrem Buch Wie Kinder heute wachsen: Natur als Entwicklungsraum. Ein neuer Blick auf das kindliche Lernen, Denken und Fühlen den Weg zurück zur Natur propagieren. Doch bei diesem Ruf handelt es sich nicht um die Aufforderung, die Natur für die Kinder zurückzuerobern (was aufgrund der Urbanisierung ohnehin nicht mehr möglich ist).

Cover Wie Kinder heute wachsen Herbert Renz-Polster Gerald Hüther RezensionVielmehr geht es dem Kinderarzt und dem Neurobiologen darum, das Kind im ganzheitlichen Ansatz zu verstehen, seine Bedürfnisse zu erkennen und ihm von Beginn an ein standfestes Fundament in Form von festen Wurzeln zu vermitteln, um im Leben und dessen Herausforderungen zu bestehen.

Nach Ansicht von Renz-Polster benötigen die Kinder zur Entwicklung Gestaltungsmöglichkeiten und ihren eigenen Raum, um die Kompetenzen zum Wachsen zu entwickeln, die essenziell sind: Unmittelbarkeit, Freiheit, Widerständigkeit und Verbundenheit.

Der Begriff "Natur" umfasst für Herbert Renz-Polster aber nicht nur die klassische, unberührte Natur mit offenen Feldern, saftigen Wiesen und dunklen Wäldern sowie plätschernden Bächen. Er subsumiert darunter auch Gärten, Spielstraßen, Hinterhöfe, Baugruben und verlassene Fabrikgelände und alte Dachböden. Also Orte, die Freiräume und Entfaltung für Kinder bieten, selbstbestimmtes Handeln fördern und nicht in engen Räumen stattfinden.

Auch (elektronische) Medien können solche Räume bieten. Das Fernsehen und noch viel mehr die Computer- und Videospiele bieten Freiheitsgrade und eine Welt, die offen ist. Allerdings mit Einschränkungen und damit nicht unmittelbar, wie es die klassische Natur bietet. Das fünfte Kapitel setzt sich mit Videospiel, Computer, Internet und Smartphone auseinander. Allerdings nicht mit dem erhobenen Zeigefinger, sondern wohltuend angemessen und die verschiedenen Blickrichtungen betrachtend.

Denn die Medien, die in direkter Konkurrenz zur klassischen Natur treten, bieten ebenfalls Raum zum Spielen, zum Ausprobieren und zum wirksam sein für Kinder. Dennoch gibt es die negativen Seiten wie Vereinsamung, Spielsucht und andere Symptome. Allerdings sind die wissenschaftlichen Erkenntnisse noch nicht ausgeprägt genug, um nachhaltig belastbare Ergebnisse zu liefern.

"Licht und Schatten, eng beeinander.", so lautet denn auch das Fazit von Herbert Renz-Polster. Ohne "ja und nein, vielleicht"-Meinung ist der Kinderarzt aber im Hinblick auf die Frage nach elektronischen Medien für die Kleinen. Das Leben außerhalb der Natur, also in geschlossenen Räumen, verteufelt Renz-Polster nicht.

Stattdessen geht es ihm darum, die Natur als Quelle und zum Erlernen wichtiger Kompetenzen für das Leben zu nutzen. Die Freiheit und Unmittelbarkeit der Natur sowie die Verbundenheit mit den Elementen zu erleben und zu spüren. Am Ende geht es nicht um die Frage Drinnen oder Draußen und reale oder virtuelle Welt, sondern um die passende Balance zwischen Drinnen und Draußen sowie realer und virtueller Welt.

Die beiden Autoren geben Eltern, Pädagogen und thematisch Interessierten einen Kompass für den Umgang mit der Frage nach dem Wie an die Hand. Die Ausgestaltung der richtigen "Dosis" von Natur und Virtualität müssen die Eltern bestimmen. Und das immer mit dem Bewusstsein, den Nachwuchs auf die Herausforderungen des Lebens vorzubereiten.

"Wir reden von Selbstvertrauen und hätten gern Kinder, die das haben - aber woher sollen sie es nehmen, wenn wir selbst kein Vertrauen haben?" Mit dieser Frage macht Renz-Polster deutlich, dass die Eltern maßgeblich Teil des Problems sind.

Und zielt damit nicht nur auf die sogenannten Helikopter-Eltern ab, die ihre Sprößlinge behüten, beschützen und viele Tätigkeiten abnehmen - ohne dass die Kinder auf die Suche nach Abenteuer und Entdeckungsreisen gehen dürfen, weil es "ja super gefährlich dort draußen ist" und Angst vor Verletzungsgefahren haben.

Nur die Eltern können - gemeinsam mit den involvierten Pädagogen - diesen Umdenkungsprozess in Gang setzen. Sie müssen lernen, loszulassen, den Kindern Vertrauen schenken und bewusste Freiräumes schaffen und nutzen lassen.

Das Buch "Wie Kinder heute wachsen: Natur als Entwicklungsraum. Ein neuer Blick auf das kindliche Lernen, Denken und Fühlen" aus dem Beltz-Verlag ist in diesem Zusammenhang eine Pflichtlektüre für alle, denen Kinder und ihre Entwicklung am Herz liegen.

Denn: Es ist nie zu spät, um mit etwas Neuem anzufangen.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sollte jeder gelesen haben!, 10. Oktober 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Egal ob Eltern, ErzieherInnen, LehrerInnen oder PolitikerInnen: auch dieses Buch von Herbert Renz Polster kann ich allen nur wärmstens empfehlen!

Endlich mal jemand, der nicht einem neuen Erziehungstrend folgt und einem kluge Ratschläge gibt, wie man seine Kinder erziehen sollte, sondern ein fantastischen Hintergrund gibt, um sich im Dschungel der Ratgeberliteratur nicht zu verirren! Der Blick auf die Evolutionsgeschichte der Kindheit als Grundlage hat mich einfach überzeugt! Ich habe zuerst das Buch "Menschenkinder" gelesen und habe es förmlich verschlungen. Deshalb habe ich auch sofort Renz-Polsters weiteres Buch "Kinder verstehen" gelesen und mir auch "Wie Kinder heute wachsen" direkt nach dem Erscheinen gekauft.
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5.0 von 5 Sternen Was Kinder brauchen, 13. Juli 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Wie Kinder heute wachsen: Natur als Entwicklungsraum. Ein neuer Blick auf das kindliche Lernen, Denken und Fühlen (Kindle Edition)
Über eine Zeitschrift bin ich auf dieses Buch gestoßen und hab mir nach kurzem Überlegen (ich habe schon sehr viele Fachbücher) die Kindle-Version gekauft. Als Kindergartenpädagogin habe ich einen großen Bildungs-und Erziehungsauftrag den Kindern und Eltern gegenüber. Schon immer mache ich regelmäßige Ausgänge in die Natur, damit die Kinder frei spielen können und damit meine ich keine Spielplätze, sondern kleine Waldlichtungen, Wiesen mit Sträuchern und Bäumen, Erdhügeln,... Die Erfahrungen, die die Kinder in der Natur machen können, sind mit nichts zu vergleichen. Und wenn ich beim Zurückgehen in den Kindergarten in die zufriedenen Gesichter der Kinder blicke, geht mir das Herz auf. Die Kinder sind glücklich und bereit, sich auf neue Bildungsangebote einzulassen. Kinder gehören in die Natur, damit sie sich gesund und zufrieden entwickeln können, so wie es im Buch von beiden Autoren beschrieben wird. Darum möchte ich dieses Buch jedem/r Pädagogen/in, aber in erster Linie allen Eltern ans Herz legen.
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