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4.0 von 5 Sternen Lesenswert
Brigitte Falkenburg zeigt, daß die Vorstellung, Bewußtseinsvorgänge auf materielle (insbes. neuronale) Vorgänge reduzieren zu können, reichlich kurz greift und letztendlich aussichtslos sein dürfte. Sie greift dafür tief ins philosophische und erkenntnistheoretische Arsenal. Begriffe wie Kausalität und Determinismus werden auch...
Veröffentlicht am 29. August 2012 von MM_Nürnberg

versus
34 von 47 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Mogelpackung voller Fehler
Ich muss zugeben: Zunächst, dh. über die ersten 30 Seiten, war ich sehr angetan von dem Buch. Doch dann merkte ich, was auch ein anderer Rezensent schon schrieb. Der Text geizt nicht mit Wiederholungen. Offenbar handelt es sich um ein Vorlesungsskript, das in Buchform gebracht worden ist. Weiter merkt man dem Autor an, dass er in einigen klassischen...
Vor 14 Monaten von Ceebulon veröffentlicht


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30 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Lesenswert, 29. August 2012
Brigitte Falkenburg zeigt, daß die Vorstellung, Bewußtseinsvorgänge auf materielle (insbes. neuronale) Vorgänge reduzieren zu können, reichlich kurz greift und letztendlich aussichtslos sein dürfte. Sie greift dafür tief ins philosophische und erkenntnistheoretische Arsenal. Begriffe wie Kausalität und Determinismus werden auch auf der Ebene jener Wissenschaft analysiert, die gerne als Paradepferd für naturwissenschaftliche Erkenntnis angesehen wird: der Physik. Als promovierte Physikerin bringt sie die besten Voraussetzungen hierfür mit.
Bei zweien ihrer Standpunkte fällt es mir jedoch schwer, mich damit einverstanden zu erklären: zum einen, dass ein reversibles physikalisches Gesetz keine Kausalverknüpfung ausdrücken könne - eine Idee, die wohl auf Bertrand Russell zurückgeht. Zum anderen die Aussage, dass die Bereiche des Mentalen und des Physischen - man könnte auch sagen, des Geistigen und des Materiellen - strikt verschiedene Bereiche seien. Beide Einwände habe ich weiter unten (im Bereich `Kunden diskutieren`) noch genauer ausgebreitet.
Was mich an dem Buch etwas gestört hat, ist die Redundanz der Darstellung. Ein paar Wiederholungen weniger könnte man, denke ich, verkraften. Alles in allem jedoch ein lesenswertes und anregendes Buch, wenn man sich für die Grundlagen des menschlichen Erkennens interessiert. Es ist insbesondere sehr hilfreich, wenn es darum geht, die Erkenntnisse der Neurowissenschaft auf einer soliden Grundlage zu bewerten und keine vorschnellen Schlüsse daraus zu ziehen - z.B. hinsichtlich der Frage des freien Willens.
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53 von 68 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein ausgezeichnetes und wichtiges Buch, 30. Mai 2012
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Die Verfasserin kennt sich in den Naturwissenschaften ebenso aus wie in der Philosophie, was leider nicht allzu häufig ist. Sie argumentiert sehr klar und kenntnisreich. Ihr Buch ist so reichhaltig und detailliert, dass es leider nur sehr bruchstückhaft besprochen werden kann; dem ganzen Buch gerecht werden kann man so nicht. Sein Hauptthema ist die Behauptung sehr vieler Neurowissenschaftler, unsere geistige Tätigkeit sei durch Gehirnprozesse lückenlos determiniert. Falkenburg untersucht dazu u.a. die von sehr vielen Neurowissenschaftlern und Philosophen als selbstverständlich vorausgesetzte These (K), die physische Welt sei kausal geschlossen - und daher sei es unmöglich, dass das menschliche Bewusstsein auf das Gehirn einwirken (eine Kausalkette initiieren) könne. (K) ist aber kein physikalisches Gesetz, sondern eine vorwissenschaftliche Überzeugung, die als methodisches Prinzip sehr fruchtbar ist, d.h. zu unzähligen Erkenntnissen geführt hat, selbst aber keine gesicherte Erkenntnis ist. Dazu kommt, dass die Physik gar kein eindeutiges Konzept von Kausalität besitzt: In der Newtonschen Mechanik sind die Gesetze deterministisch und zeitsymmetrisch (d.h. alles Geschehen in der Welt könnte genauso gut rückwärts ablaufen), in der Thermodynamik und im quantenmechanischen Messprozess indeterministisch und zeitasymmetrisch (d.h. das Geschehen ist irreversibel). Die landläufige Auffassung von Kausalität als einer zeitasymmetrischen und deterministischen Gesetzlichkeit entspricht den physikalischen Gegebenheiten nicht. Man kann wohl nicht beides haben, einen physikalischen Zeitpfeil und eine determinierte Welt, sondern nur Determinismus plus Zeitlosigkeit oder Zeitpfeil plus Indeterminismus. Die Zeitrichtung entzieht sich bis jetzt jeder physikalischen Erklärung, ist aber für unser Handeln und Planen äusserst wichtig. Wenn unser Gehirn deterministisch arbeitet, lässt sich demnach kein erlebter Unterschied von Früher und Später erklären. Somit ergibt sich eine krasse Reduktionslücke. Der These (K) wird der Boden unter den Füssen weggezogen: Entweder gibt es Kausalitätslücken in der physischen Welt, oder unser Zeiterleben hat keine physische Basis. Aber wie könnte denn ein Zeitbewusstsein ohne physische / physikalische Basis überhaupt entstehen? Was die These der kausalen Geschlossenheit überhaupt bedeuten soll, ist also unklar. Wir sollten wieder auf Kant hören und das Kausalprinzip als Verfahrensregel betrachten. Determinismus ist "keine empirisch testbare wissenschaftliche Hypothese (...),sondern eine blanke Glaubensangelegenheit."
Dazu kommt noch, dass der biochemische Mechanismus der Signalübertragung an den Synapsen und der Freisetzung von Neurotransmittern gar nicht deterministisch, sondern stochastisch ist. "Das wird bei der Programmierung der künstlichen neuronalen Netze berücksichtigt, indem statistische Gewichte gesetzt werden. Die kausalen Mechanismen, nach denen das neuronale Geschehen abläuft, müssen ihre Wirkungen demnach noch nicht einmal mit hoher Wahrsch. hervorbringen." Das neuronale Geschehen ist letztlich indeterminiert.
"Nirgends liegt eine vollständige Erklärung vor, die eine mentale Leistung komplett von den neurona-len Grundlagen her erklären würde." (S. 338).
Um mentale Phänomene zu Explananda wissenschaftlicher Erklärungen machen zu können, müsste man sie als stabile, reproduzierbare Naturerscheinungen in den Griff bekommen. Das aber geht nicht. Die Hirnforschung bleibt angewiesen auf die Auskunft der Versuchspersonen über ihr subjektives Erleben. Mentale Phänomene sind also nur begrenzt objektivierbar; sie sind mit physischen Phänomenen inkommensurabel.
Was die Determiniertheit sämtlicher mentaler Ereignisse durch Gehirnprozesse bedeuten soll, ist ebenfalls nicht richtig geklärt, denn das Gehirn ist erstens so plastisch bei der Vertretung ausfallender Gehirnareale, dass es den Neurowissenschaften nicht gelingt, bestimmten Arealen eindeutig spezifische mentale Fähigkeiten zuzuordnen. Ferner: Was Versuchspersonen bei Experimenten der Hirnforscher erleben, lässt sich - wenn überhaupt - nur ansatzweise durch Messverfahren prüfen. Die Objektivierung des Mentalen stösst an Grenzen. Jeder Hirnforscher ist darauf angewiesen, von seinen Versuchspersonen nicht angelogen zu werden. Ferner: Wir erleben unser Bewusstsein als etwas Einheitliches, während Hirnverletzungen dazu führen können, dass Menschen gewisse mentale Fähigkeiten verlieren, andere aber behalten (z.B. ihre Mutter nur noch an der Stimme erkennen können, nicht aber, wenn sie sie hören). Das bedeutet aber noch lange nicht, dass, wie Neurowissenschaftler behaupten, unser Bewusstsein gar nicht existiert, sondern nur seine Teilfunktionen. Ebensogut könnte man behaupten, wir hätten keinen Körper, sondern nur Arme, Beine, etc., da man ja einen Arm verlieren kann. "Wer bindet die mentalen Phänomene denn zusammen - wenn nicht das Selbst? Und wenn niemand es zusammenschnürt: warum fällt es dann nicht auseinander?" (S.209).
Wie gesagt - all dies sind nur einige Teilaspekte dieses reichhaltigen Buches. Wenn Sie es wirklich kennenlernen wollen, müssen Sie es lesen; es lohnt sich.
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34 von 47 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Mogelpackung voller Fehler, 15. August 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ich muss zugeben: Zunächst, dh. über die ersten 30 Seiten, war ich sehr angetan von dem Buch. Doch dann merkte ich, was auch ein anderer Rezensent schon schrieb. Der Text geizt nicht mit Wiederholungen. Offenbar handelt es sich um ein Vorlesungsskript, das in Buchform gebracht worden ist. Weiter merkt man dem Autor an, dass er in einigen klassischen philosophischen Theorien zu Hause ist - etwa Kant - aber in anderen nicht oder zumindest deutlich weniger, etwa Spinoza. Und je aktueller die Philosophen, desto weniger kommt von Falkenburg. Wittgenstein und Heidegger kommen fast gar nicht, Quine, Searle oder Penrose überhaupt nicht vor. Wichtige Forscher im Bereich des Bewußtseins wie Ryle oder Dennett werden allenfalls am Rande erwähnt.

Nun kann man einwenden, Falkenburg ginge es nicht ums Bewußtsein, sondern nur um den Determinismus und der Untertitel diene nur der Auflagenhöhe. Aber gerade darin liegt dann wirklich die eigentlich Schwäche des Buches: Seine Beschränktheit auf diesen kleinen Aspekt. Dabei wird eine strikt deterministische - oder auch funktionale - Sichtweise in der heutigen Diskussion des Zusammenhangs von Geist und Materie praktisch nicht mehr vertreten. Falkenburg schießt also im gewissen Sinne auf Pappkameraden. Entsprechend zitiert sie aus dem "Manifest" einiger Hirnforscher von 2004 nur sehr einseitig, dh. genau einen Autor, der tatsächlich sagt, es gäbe keine Freiheit der Entscheidung, sondern alles wäre determiniert, lässt die anderen, vorsichtigen Stimmen aber außen vor. Falkenburg zielt eben nur auf den Determinismus, sozusagen die schwächste Bastion der Hirnforschung.

Und dann geht dieser Angriff auch noch richtig nach hinten los. Denn Sätze wie: "Deterministische Naturgesetze beschreiben umkehrbare oder reversible Vorgänge." Solch ein Satz ist schlicht falsch. Determinismus bedeutet Bestimmtheit oder auch "etwas arbeitet funktional", dh. gleiche Ausgangsbedingungen führen zu gleichen Ergebnissen. Das kann man in jedem Buch zB. zur deterministischen Turing-Maschine nachlesen. Aber die Umkehrung muss überhaupt nicht gelten. Ich kann die Turing-Maschine nicht rückwärts laufen lassen und komme an einen eindeutigen Anfang. Dafür müsste die Rückrichtung ebenfalls eindeutig bestimmt, dh. deterministisch sein. Die meisten Naturgesetze sind zwar in beiden zeitlichen Richtungen deterministisch. Aber das ist eben nicht schon im Begriff Determinismus enthalten. Was aber habe ich von einem Buch über den Determinismus zu halten, in dem nicht einmal der titelgebende Begriff korrekt erklärt ist?

Ebenso problematisch ist der Text dann ausgerechnet bei einem Thema, das die Autorin besser kennen sollte, weil sie promovierte Physikerin im Bereich Teilchenphysik ist: Bei der Quantenmechanik. Hier spricht sie fortwährend von Quantenprozessen, wo es eigentlich Quantensystem heißen muss. Damit meint sie die einzelne Messung, deren Ergebnis bekanntlich nicht vorhergesagt werden kann. Richtig, dass spricht gegen deterministische Erklärungen. Aber dass Quantensysteme als ganzes betrachtet werden müssen und dann sehr wohl determiniert sind, ficht die Autorin nicht an. Auch nicht, dass Hawking genau aus diesem Grund die Quantenmechanik determinstisch nennt. Offenbar hat Frau Falkenburg keine Ahnung. Damit wird dann auch deutlich, warum Penrose oder auch Bohm bei ihr praktisch nicht vorkommen. Beide Autoren sind wichtige Denker auf diesem Feld und dem Bereich Geist und Bewußtsein und definitiv keine Deterministen. Sie werden auf Seite 282 in einem Halbsatz "keine Ignoranzdeutung mit verborgenen Parametern oder vielen Welten kann hier nach meiner Auffassung den Determinismus retten" abgefertigt. Der polemische Ton verrät, dass Falkenburg hier die Argumente ausgegangen sind, und sie nur noch eine Auffassung vertritt, die sie aber nicht mehr begründet. Dass es unter anderem Einstein war, der diese verborgenen Parameter vermutete, sei nur am Rande erwähnt. Und auch, dass es mit Experimenten gelang, das Nicht-Vorhandensein dieser Parameter zu beweisen. Auch davon weiß Falkenburg nichts.

Kurz: Falkenburg widerlegt einen theoretischen Ansatz, den so kaum einer ernsthaft vertritt. Dabei geht sie zwar immer wieder als rhetorische Siegerin vom Platz. Nur ist das für die aktuelle Diskussion vollkommen belanglos. Da ihre Verwendung der beiden Grundbegriffen Determinismus und Quantenmechanik zudem mit groben Fehlern gespickt sind, kann man vor dem Buch eigentlich nur warnen. Da fallen die zahllosen Rechtschreibfehler kaum noch ins Gewicht.

Peinlich, Peinlich.
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7 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Enttäuschend, 27. September 2013
Die Autorin bezeichnet sich als Wissenschaftstheoretikerin und hat den Anspruch darzustellen, wieviel die Hirnforschung erklärt. Das gelingt ihr jedoch nur ansatzweise. Zwar liefert sie einen umfassenden Überblick über die neurowissenschaftliche Forschung, bleibt in Details aber meist recht schwammig. Auch in Ihrem eigenen Gebiet Physik, in das sie immer wieder abschweift, formuliert sie häufig zumindest sehr unsauber, wenn nicht sogar falsch. Ihre Argumentation ist dabei durchweg nicht überzeugend, da sie entweder Begrifflichkeiten vermischt oder die Beispiele teilweise mit Gewalt in ihre Schemata presst.
Besonders schlimm ist auch die Attacke gegen die Behandlung von Gemüts- und Geisteskrankheiten, die so beginnt: "Als Wissenschaftstheoretikerin vermute ich, dass die Behandlung auf einem Amalgam von verlässlichen bottom-up- Erklärungen und Herumdokterei nach Versuch und Irrtum beruht." Und das war es dann auch schon. Dieser schwere Vorwurf gegen die medizinische Methode wird nicht einmal ansatzweise angemessen untermauert - was eigentlich auch nicht sein muss, es ist ja als Vermutung formuliert. Aber was soll das dann?
Im Kapitel über Ursachen und Erklärungen (6) wundert es mich etwas, dass die Autorin als Wissenschaftstheoretikerin es versäumt, Carl Gustav Hempel zu zitieren. Dass der Titel des Buches von Heisenberg im Text (S. 328) falsch, im Literaturverzeichnis richtig wiedergegeben wird, mag dagegen auch am schlechten Lektorat liegen.
Lesenswert ist meiner Ansicht nach lediglich das erste Kapitel, in dem die philosophischen Fragestellungen zum Verhältnis von Gehirn und Geist herausgearbeitet werden. Fazit: Für Kenner der Materie ergeben sich keine neuen Erkenntnisse, Nicht-Kenner werden mit der Darbietung des Materials überfordert und teilweise irregeleitet.
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6 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wohltuend präzise und kenntnisreich, 4. März 2013
Von 
Juergen Schwab (Tübingen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Man merkt es der Autorin an, dass sie sowohl in der philosophischen als auch der naturwissenschaftlichen Diskussion zu diesem Thema zu Hause ist.
Zwar hat das Thema "Hirnforschung und Willensfreiheit" heute schon etwas Patina angesetzt, dennoch handelt es sich keineswegs einfach nur um "noch ein Buch zum Thema". Es ist vielmehr eine gründliche Auseinandersetzung mit den philosophischen und naturwissenschaftlichen Grundpositionen und Einsichten zu diesem Thema. Bezüglich Klarheit, Präzision und Kürze sind die Darstellungen der unterschiedlichen philosophischen Positionen meines Wissens unerreicht! Wohltuend auch die nüchterne Darstellung dessen, was die "Hirnforschung wirklich erklärt" (und nicht nur behauptet).
Besonders hervorzuheben sind meines Erachtens die Ausführungen zum Determinismus und zur Kausalität aus physikalischer Sicht. Das Thema ist einigermaßen komplex und dennoch schafft es die Autorin, die wesentlichen Kernpunkte verständlich darzustellen, so u.a. die Einsicht, dass in der Physik sich Determinismus und Kausalität ausschließen, da deterministische Gesetze immer zeitsymmetrisch sind, Kausalität jedoch einen "Zeitpfeil" impliziert. Spätestens hier wird die von Hirnforschern oft vorgetragene Aussage "Willensfreiheit sei eine Illusion, da unser Gehirn nach deterministischen Naturgesetzen funktioniert" ad absurdum geführt.
Wohltuend natürlich auch das Fehlen der in diesem Buchgenre leider allzu oft erlebten "Schlag die Materialisten" - Haltung. Da Frau Falkenburg in guter philosophischer Tradition alle Kernbegriffe sorgfältig analysiert und (soweit möglich) gegeneinander abgrenzt, sind derartige dogmatische Ausfälle völlig überflüssig.
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9 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine absolut wichtige Lektüre, 25. Februar 2013
Wenn eine Frau mit Sinn und Verstand an der Grenzlinie zwischen Physik und Philosophie arbeitet, kann nur gut Durchdachtes herauskommen. Dieses Buch ist ein Beispiel dafür. Brigitte Falkenburg räumt mit dem neuronalen Determinismus ebenso auf wie mit klassischen, aber überholten Ansichten aus der etablierten Wissenschaft. Sie zeigt auch die Sackgasse, in die sich eine zu mechanistische Anwendung der Neurowissenschaften manövrieren kann. Dieses Buch beantwortet viele Fragen und lässt erfreulicherweise diejenigen offen, auf die wir noch keine befriedigende Antwort gefunden haben. Offen für eine spirituelle Sicht hält sie sich dennoch frei von allem esoterisch-verquastem Geraune. Eine absolut wichtige, wenn auch nicht leichte Lektüre.
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4 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kompetente Zerstörung "wissenschaftlicher" Glaubenssätze, 28. Juli 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Falkenburgs Buch zeichnet sich durch hohe Verständlichkeit aus. Interdisziplinär deckt Falkenburg die erstaunlichen Lücken und Verkürzungen der Gehirnforschung auf, jedenfalls wenn es um deren weltanschauliche Konsequenzen geht. Deutlich wird, dass der Anspruch viele HIrnforscher, einen Beweis für den Determinismus geliefert zu haben, völlig unbegründet ist und letztlich auf unsauberem Denken und der Vernachlässigung von Fakten beruht. Ganz unpolemisch zerstört Falkenburg auch darüber hinaus die heute gängige und an Hochschulen schon fast verbindliche Mythologie des Naturalismus. So zeigt sie zum Beispiel, dass es um den Begriff der Kausalität keineswegs so einfach bestellt ist, wie das von der HIrnforschung oft unterstellt wird und das noch nicht einmal in der Physik. Falkenburg ist Physikerin und Wissenschaftstheoretikerin, weshalb ihr Analyse sehr ernst genommen werden sollte.
Die E-book-Version ist allerdings absolut unmöglich, voller Fehler und für wissenschaftliche Arbeit unbrauchbar!!
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2 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine auch für medizinische Laien verständliche Zusammenfassung!, 21. Oktober 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Falkenburg holt weit aus und stellt große begriffsgeschichtliche Kontexte her. Sie zeigt, wie auch eine sich "objektiv" gebende Wissenschaft in semantische Fallen geraten kann.
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3 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Absolut empfehlenswert!, 9. Juli 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Es geht mir nicht darum, die Thesen und Argumentationsstränge des Buches in gekürzter Form darzustellen. Das wäre auch kaum möglich, ohne Wesentliches wegzulassen.

Brigitte Falkenburg ist mit mir einen Weg gegangen, der meine bisherige Sicht auf das Gebiet der Neurowissenschaften deutlich verändert hat. Dabei besticht, wie sie es schafft, ihr philosophisches wie physikalisches Handwerkzeug gleichzeitig einzusetzen, um bisherige Erklärungsmuster grundsätzlich in Frage zu stellen. Sie beantwortet die Frage nach der Determiniertheit nicht mit einer eigenen Lösung. Vielmehr zeigt sie, dass die bisherigen Erklärungen einer philosophischen und physikalischen Überprüfung nicht standhalten. Das ist eine enorme Leistung, die allen Respekt verdient!

Schlüsselstelle für mich war die vermittelte Erkenntnis, dass die Signalübertragung an den Synapsen ein thermodynamischer und damit nicht deterministischer probabilistischer Prozess ist, der sich der üblichen Auffassung von Kausalität entzieht.
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Mythos Determinismus
Mythos Determinismus von Brigitte Falkenburg
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