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5.0 von 5 Sternen Endlich ein gutes Buch zu einem der wichtigsten Zukunftsthemen., 12. August 2011
Nicht erst seit der eingeläuteten Energiewende rückt auch das Thema Energieeffizienz wieder mehr in den Fokus. Neben der Vermeidung unnötigen Energieverbrauchs (korrekter wäre natürlich der Begriff Energieumwandlung) und der bevorzugten Verwendung erneuerbarer Energien ist die effiziente Nutzung der Energie eine der Hauptsäulen einer zukunftsfähigen und nachhaltigen Energiestrategie. Denn wenn man für eine Aufgabe weniger Energie benötigt, so schont das nicht nur den Geldbeutel, sondern hat auf den großen Maßstab bezogen auch positive Einflüsse auf die Netzauslegung und Planung von Kraftwerkskapazitäten.
Auf diesem Gebiet wird jedoch noch viel zu wenig aufgeklärt und noch weniger bereits aktiv getan. Da ich mich auch beruflich mit dem Thema befasse, habe ich lange nach einem Buch über das Thema Energieeffizienz gesucht. Doch den meisten Büchern des Fachbereichs Energietechnik war das Thema Effizienz allenfalls einige Seiten oder ein oft nur mageres Kapitel wert. Umso erfreuter war ich, das nun beim Springerverlag ein Buch erschienen ist, welches den Anspruch hat, ein Lehr und Handbuch zum Thema Energieeffizienz zu sein.
Untergliedert in insgesamt 11 Kapiteln widmen sich die ersten Seiten des Buches der Terminologie, also den Begriffsbestimmungen und Definitionen. Hier wird z.B. auch der Reboundeffekt erklärt, der zwar schon vor über 140 Jahren definiert wurde, aber erst jetzt verstärkt in den Focus gerät. Grob gesagt beschreibt dieser, wie durch den Einsatz effizienter Geräte zwar der einzelne Energiebedarf reduziert wird, durch den verstärkten Einsatz dieser Geräte (z.B. Unterhaltungselektronik) der ursprüngliche Einspareffekt aber wieder zunichte gemacht wird. Kapitel zwei, welches vielleicht das trockenste und theoretischste von allen ist, befasst sich mit den wichtigen Fragen, wie man die Idee der Effizienz sowohl nach Marktgesetzen als auch politisch steuern kann. Jeder der auf diesem Gebiet tätig ist, wird vielleicht schon folgende Feststellung gemacht haben. Kurzfristig lässt sich fast alles umsetzen, und genauso lange funktioniert das dann auch. Aber möchte man, dass etwas in 6 Monaten immer noch erfolgreich angewendet wird, benötigt man dafür geeignete Steuerungs- und Kontrollinstrumente. Die Kapitel 3 und 4 beschäftigen sich mit der Verbesserung der Effizienz konventioneller Kraftwerke. Sowohl Bestandsanlagen als auch neue Konzepte werden erläutert, wobei die wichtige Kraft-Wärme Kopplung ein eigenes Kapitel darstellt. Für mich am wichtigsten war Kapitel 5 in dem die rationelle Energienutzung in elektrischen Anwendungen beschrieben wird. Das umfasst elektrische Antriebe, Beleuchtung, Druckluft, Kältetechnik, RLT Anlagen und Informations- und Kommunikationstechnologien. Auch der private Sektor mit seinen sogenannten Weißgeräten bleibt nicht unerwähnt. Die Kapitel 6-8 befassen sich mit dem Energieeffizienz von Gebäuden sowie der Technik, die in Gebäuden verwendet wird. Das umfasst u.a. Themen wie die Energieeinsparverordnung, Wärmedämmung, die Entstehung und Berechnung von Wärmeverlusten sowie ein Vergleich unterschiedlicher Heizsysteme und den mittlerweile berühmten Hydraulischen Abgleich. Passivhäuser nehmen wiederum ein eigenes Kapitel ein. Ein weiteres wichtiges Thema wird in Kapitel 9 behandelt. Hier geht es darum, wie gigantische Abwärmepotentiale bei industriellen Wärmeprozessen nutzbar gemacht werden können. Wärmespeicher und ORC Anlagen sind hier nur zwei der Möglichkeiten. Im vorletzten Kapitel geht es um Energieeffizienz im Bereich Transport und Mobilität. Den Abschluss bildet ein umfangreicher Anhang mit Literaturverweisen und Sachverzeichnis.
Ohne Frage hat Martin Pehnt mit diesem Titel das bislang umfangreichste und beste Buch zum Thema Energieeffizienz zusammengestellt. Es ist fachlich auf hohem und vor allem aktuellem Niveau (z.B. Norm für elektrische Antriebe) und behandelt die wichtigsten Themen umfangreich und profund. Wer sich mit dem Thema Energieeffizienz befassen möchte, wird mit diesem Buch eine exzellente Grundlage schaffen und ist gut gerüstet für vertiefende bzw. spezialisierende Literatur. Kurzum: Ein zukünftiges Standardwerk!
Ebenfalls positiv und leider nicht selbstverständlich: Druck- und Rechtschreibfehler finden sich nur sehr wenige, was für eine gute Lektorarbeit spricht. Ein paar Kritikpunkte gibt es dann aber doch noch. Viele Grafiken sind durch die durchgängige schwarz-weiß Darstellung wenig aussagekräftig und die Formatierung vieler Tabellen ist suboptimal oder gar ungeeignet. Von einem Buch, welches ein Lehr und Handbuch zum Thema Energieeffizienz sein möchte dürfte man diesbezüglich sicher etwas mehr Aufwand erwarten. Den positiven Gesamteindruck schmälert es jedoch nur wenig, es würde ein gutes bis sehr gutes Buch in der nächsten Auflage aber nahezu perfekt machen.
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Energieeffizienz: Ein Lehr- und Handbuch
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