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27
3,0 von 5 Sternen
The Grandmaster [Blu-ray]
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11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Wenn Wong Kar Wei einen Kung Fu Film dreht, dann darf man sich sicher sein, dass ein besonderer Film dabei raus kommt. "The Grandmaster" ist nach "Ashes in Time" auch bereits sein zweiter Martial Arts Film und basiert auf der Lebensgeschichte des Wing Chun Großmeister Ip Man und geht als Honkongs Beitrag für den besten fremdsprachigen Film bei den 86. Academy Awards ins Rennen, die im März 2014 verliehen werden. Er zeichnet den Lebensweg des Großmeisters in den 30er Jahren in Foshan bis zu seinem Tod. Ein Glück, dass Wong Kar Wei kein typisches Biopic iinzeniert, sondern in magischen bis hynotischen Sequenzen ein Leben, dass dem Kampf und der Tradition gewidmet war Reuve passieren lässt. Wenn gegen Ende das Thema der Vergänglichkeit zu offensichtlich in Sergio Leone Manier zelebriert wird, dann ist dies die einzige Schwäche eines ansonsten großartigen Meisterwerks seines Genres und das hat er vor allem seiner hervorragenden Choreographie zu verdanken, die synchron zum Drehbuch konzipiert wurde und wegen seiner beiden charismatischen Hauptdarsteller Tony Leoung als IP Man und vor allem Zhang Ziyi als Gong Er, der eine oscarreife Darbietung gelingt.
Der Anfang ist geprägt von einem friedlichen Leben, das IP Man (Tony Leoung) mit seiner Frau Cheung Wing (Song Hye-kyo) führt. Durch die Ankunft des Kampfkunstmeisters Gong Yutian (Wang Qingxiang), der noch nie besiegt wurde und seinen Ruhestand verkündet, kommen große Veränderungen auf die traditionellen Werte zu. Der Großmeister stellt den brutalen und unberechenbaren Ma San (Zhang Jin) als seinen Nachfolger vor, räumt aber ein das der Süden ebenfalls eigene Erben der großen Kampfkünste haben müsste. Ein letzer Kampf soll stattfinden: Ein Mann vom Süden soll gegen den großen Gong Yutian kämpfen. IP Man wird gebeten dessen Gegner zu sein. Der "Kampf" wird eher zu einem Austausch philosophischer Ideen, am Ende wird IP Man von Gong Yutian zum Sieger erklärt. Dessen Tochter Gong Er (Zhang Ziyi) will aber einen richtigen Kampf und einen richtigen Sieg für ihre Familie.
Auch dieser Kampf wird stattfinden und steht unter dem Motto der Präzision. Wer als erster im Kampf ein Möbelstück im Haus zerbricht, der ist Verlierer. Am Ende gewinnt zwar die geheimnisvolle Gong Er und IP Man sagt, dass er irgendwann eine Revanche möchte. Eine respektvolle Freundschaft beginnt aber dadurch und die Lebenswege der beiden kreuzen sich immer mal wieder....
Wong Kar Wei hat ein betörend schönes Epos mit großartigen Bildern geschaffen, der Film erinnert an Sergio Leone (irgendwann am Schluß hört man sogar Ennio Morricones Filmmusik aus "Es war einmal in Amerika" und ist in weiten Strecken von großen meditativer Kraft. Die Themen sind "Rache" und der Übergang von Tradition ins Moderne. Dabei sind die Protagonisten in großem Maße der Vergangenheit verpflichtet, auch wenn die Lehrsätze, die propagiert werden, anders aussehen. Der Weg in die Zukunft ist schmerzhaft, genauso das Verharren in der Tradition - manchmal sogar zerstörerisch. In der besten Szene des Films wird klar, dass Sieg und Niederlage ganz dicht beieinander stehen. Die Gewinnerin des Kampfes Gong Er spuckt Blut, als der Verlierer schon lange den Platz verlassen hat, der Sieg hatte einen großen Preis.
Die Musik von Shigeru Umebayashi, Nathaniel Mechaly und des Italieners Stefano Lentini passt hervorragend dazu. Dem Filmemacher gelingt wieder eine prachtvolle Symbiose zwischen Philosophie und Körperlichkeit, man kann auch Kung Fu goes Arthaus dazu sagen. Bei den 50. Golden Horse Awards siegte Zhang Ziyi als beste Darstellerin, auch die Preise für beste Kamera (Philippe le Sourd), Visuelle Effekte (Pierre Buffin), Bestes Make up und Kostüme (William Chang), sowie beste Art Direction (William Chang) wurden ausgezeichnet.
Ein aufregender und eindrucksvoller Genrefilm, der zu den besten Filmen des Jahres gehört.
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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 28. Dezember 2013
Der Regisseut Wong Kar Wai nimmt sich in seinem neusten Film, den Traditionen der chinesischen Kampfkünste an und bricht eine Lanze für die hierzulande unbekannteren, aber sehr wirkungsvollen Kampfkünste, Bagua, Xingyi und Baji, die zur Zeit Ip Mans, ( auch Taiji gehörte zu der Zeit zu den herausragenden Kampfkünsten und wird im Film durch das Tuishou im Kampf zwischen den beiden Grossmeistern dargestellt ) die wichtigsten waren. Zudem beschreibt er deren Verbreitung, verursacht durch die wechselvolle Geschichte Chinas. Darüberhinaus aber auch den Verlust von wertvollem Wissen in den Kampfkünsten, durch das Aussterben wichtiger und hervorragender Familienstile, im Film beispielhaft, die Künste der Familie Gong. Wong hat diesen Film zehn!! Jahre geplant und excellent vorbereitet, indem er durch China reiste und authentische Kämpfer der verschiedenen Stile befragte und auch als Ausbilder für die Schauspieler gewinnen konnte. Dies könnte man durchaus auch als eine Kritik an heutigen Zuständen in China begreifen, wo die Kampfkünste in künstliche Systeme ( Sanda, Wushu ) gezwängt werden und deren ursprüngliche Bestimmungen ( u.a. des Kämpfens auf Leben und Tod ) immer mehr beraubt werden, weil nicht gewünscht.
Dies ist ein Film, indem die Ästhetik, Eigenheiten und Stärke der einzelnen Stile im Vordergrund steht, mit einem tragfähiger Plot ( Ausschnitt aus der Biographie Ip Mans ), aber nicht wie bei Tiger und Dragon z.T zu übertrieben dargestellt wird und sich somit von den meisten anderen Produktionen in diesem Genre abhebt.
Fazit: ein hochästhetischer, atmosphärischer Film über die Kampfkünste Chinas, mit hervorragenden Schauspielern und mit authentischer Darstellung der einzelnen Stile.
Sehr empfehlenswert!!!!
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22 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 29. November 2013
Grundsätzlich stehe ich Filmen von Wong Kar-Wai neutral gegenüber: nachdem mir In the Mood for Love gute Unterhaltung bereitet hat, empfand ich 2046 [Special Edition] [2 DVDs] als zu langgezogen und durchwachsen. Somit war ich bei The Grandmaster auf alles Mögliche gefasst und wurde schlussendlich nicht zuletzt aufgrund der Schauspielerei von Tony Leung und Zhang Ziyi positiv überrascht. Unpassend finde ich höchstens die Vermarktung im deutschen Raum, denn wie bereits in einer anderen Rezension erwähnt, handelt der Film weder ausschließlich noch primär von Ip Man, sondern konzentriert sich maßgeblich auf die Familie Gong und deren Geschichte. Marketingtechnisch mag dies durchaus Sinn machen, da der Name Ip Man spätestens seit den Filmen mit Donnie Yen das Interesse eines breiteren Publikums zu wecken vermag. Unglücklicherweise schürt eine solche Verkaufsstrategie unweigerlich auch eine Erwartungshaltung, die angesichts der Tatsache, dass The Grandmaster den Fokus nicht auf rasante Action legt, nur enttäuscht werden kann. Von daher kann ich die Unzufriedenheit manch anderer Konsumenten durchaus nachvollziehen, wenngleich ich sie nicht teile.

Was mir persönlich an dem Film sehr gefällt, ist die Detailverliebtheit des Settings. Stilsicher reiht sich eine gemäldeartig präsentierte Szene an die nächste, gewürzt mit einem stimmigen, zeitgemäßen Soundtrack und garniert mit Dialogen, die kurz und prägnant die Gefühlswelt der Charaktere wiederspiegeln. Zeitlupe wird in den verschiedenen Kampfszenen nicht zu knapp angewendet - allerdings wird hier nicht wie in anderen Martial Arts-Filmen die imposante Schlagkraft in Szene gesetzt, sondern vielmehr die schlichte Eleganz der jeweiligen Kampfstile hervorgehoben. Dies ist zwar aufgrund des daraus resultierenden Tempoverlusts in der Kampfdynamik recht ungewohnt, hat mir jedoch aufgrund des schönen Zusammenspiels mit der Musik gut gefallen. Die Handlung an sich ist ab einem gewissen Punkt Mittel zum Zweck, da sie den Zuschauer nur punktuell durch die Szenerie begleitet und wiederholt hinter den Lebensumständen der Charaktere zurücktritt, um den bloßen Sinneseindrücken den Vortritt zu lassen.

Kurzum, ich halte den Film für sehr gelungen, aber er ist sicher nichts für zwischendurch und als Anknüpfungspunkt an die Ip Man-Filme mit Donnie Yen nicht geeignet.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 27. Juli 2014
Kann mich den Vorezensenten, die den Film ähnlich gut bewerten, nur anschliessen. Der Film strotzt nur so vor Detailverliebtheit beim Arrangement des Sets wie auch bei der Art der Kameraführung und des Schnitts. "Beim Kung Fu geht es um Präzision.." wird im Film an einer Schlüsselstelle des Films gesagt. Diese Weisheit hat sich Wong Kar Wei wohl auch bei der künstlerischen Umsetzung des Projekts zu Herzen genommen. Dies fällt spätestens bei den Kampfszenen auf. Noch nie war Kung Fu so schoen und inspirativ. Ich empfehle hier besonders auf die Beinarbeit zu achten, welche auf höchstfiligrane Art und Weise choreographiert wurde. Für die Kampfszenen wurde auch kein geringerer engagiert als Yuen Woo Ping - Kenner kennen ihn.

Also kann den Film allen ans Herz legen, die von asiatischen Filmen gelegentlich auch mal etwas mehr erwarten als nur dröge Martial Arts Action. Dieser Streifen bietet eine interessante Handlung flankiert von sehr ästhetischer Action.

Holt ihn euch Jungs!

P.S.: Die Leutz, die von asiatischen Filmem eigentlich nur unreflektierte Eastern Action erwarten, sollten hier eher aufpassen! Empfehle hier eher zu Jackie Chan oder zu Chuck Norris oder zu anderen Hollywood Produktionen zu greifen, von denen es auch einschlägig gute Fillme gibt.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 22. Januar 2014
The Grandmaster [Blu-ray]
Mit „The Grandmaster“ ist Wong Kar-Wei nach seinem meiner Meinung nach verunglückten Ausflug in amerikanisches Terrain („My Blueberry Nights“) zu seinen chinesischen Wurzeln zurückgekehrt. Man muss kein Kung-Fu-Fan sein, um die bildgewaltige Story um den Wing-Chun-Großmeister Ip Man (Tony Leung) zu mögen. „The Grandmaster“ ist ein Film über Kung-Fu, aber kein expliziter Kampf-Film, auch wenn viele Kampfszenen enthalten sind.
Wong Kar-Wei haben neben den reinen Kampf-Techniken vor allen Dingen auch die philosophischen Grundlagen und die Einbettung in die chinesische Kultur und Historie interessiert.
Und so entfaltet er einen fast schon enthemmt zu nennenden Bilderrausch über die chinesischen Zeitläufe von den 30iger Jahren bis hin zu den späten 60igern in Hongkong mit allen bildästhetischen Mitteln, die er so gerne extensiv nutzt (Zeitlupe, jump cut, viele Großaufnahmen von Details, viele Details).
Obwohl Ip Man eine reale Gestalt war (Bruce Lee war sein bekanntester Schüler), dient er Wong Kar-Wei doch auch als Projektionsfläche für die philosophische und kulturelle Natur des Kung-Fu. Ihm zur Seite stellt er mit Gong Er (Ziyi Zhang) eine sehr starke weibliche Figur, die entgegen den Gesetzen nicht nur des Kung-Fu ebenfalls eine große Kung-Fu-Kämpferin ist. Mit Gong Ers Lebensgeschichte erhält der Film sein Quantum an Melancholie und so unausgesprochener wie unausgelebter Liebesgeschichte, die Wong Kar-Weis Filmen ebenfalls so immanent ist.
Mit Tony Leung als schauspielerischem Wegbegleiter seit rd. 20 Jahren und der immer gereifter werdenden Ziyi Zhang hat Wong Kar-Wei darüber hinaus die perfekten Darsteller für die Hauptrollen gefunden. Meine Hochachtung nicht nur für die exzellenten darstellerischen Leistungen, sondern auch dafür, dass beide die körperlichen Herausforderungen so herausragend gemeistert haben.

Ergänzend einige Anmerkungen zur Blu-ray:

1. Ich hatte den Film zum Glück bereits im Kino gesehen. Auch die Blu-ray kann leider nicht vergessen machen, dass dieser Film für eine sehr große Leinwand konzipiert ist und daher mit seiner höchst ausgefeilten Bildsprache im Medium Fernsehen nur verlieren kann.

2. Die Blu-ray könnte im Bild viel mehr leisten, vor allen Dingen in den dunkleren und dunklen Sequenzen - von denen es im Film viele gibt – die oft sehr grobkörnig und zum Teil etwas „schlierig“ wirken. Der Verleiher „Universum Film“, der auch schon öfter mal an der Bildqualität von DVDs gespart hat, hätte hier mehr herausholen können.

3. Die Extras der Blu-ray umfassen etwas mehr als 2 Stunden Material, das viel über die verschiedenen Techniken des Kung-Fu, über Wing Chun im Besonderen, über die Reise von Wong Kar-Wei in das Reich des Kung-Fu und über die physischen Vorbereitungen der Darsteller enthält. Wer also vorher nichts bis wenig über Kung-Fu wusste, kann sich als Vorbereitung für den Film hinreichend informiert fühlen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 15. Februar 2014
Ein Feuerwerk von Bildern. Ein "Muss" für Menschen,
die Zugang zu China haben! Der Film wird für mich
Kult-Charakter haben, ich werde mich nicht satt sehen
können.
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am 6. April 2015
Südchina in den Jahren von 1930 bis in die 50er. Das "alte" China mit seinen Traditionen und Gebräuchen existiert noch, hat aber bereits erkennbare Risse. Die Invasion Japans steht bevor. In dieser Kulisse erzählt der Film eine Geschichte über Kung Fu, die Rivalität der verschiedenen Stile, von Ehre, Liebe, Verzweiflung, Ehrgeiz und Rache.
Von Beginn an zeichnet sich ab, dass hier nicht die Story, sondern die Macht der Bilder im Vordergrund steht: in ( nicht erreichter ) "Hero"-Manier wird alles aufgefahren, was visuelle Stimmungen erzeugt - Wasser, Licht, SloMo, Beleuchtung, Kameraeinstellungen... ohne Frage erzielt das alles auch die gewünschte Wirkung. Im Gegensatz zu Klassikern wie dem schon erwähnten "Hero", aber auch "Tiger & Dragon" oder "House of flying daggers" hat man hier aber des Öfteren das ungute Gefühl, das so schon mal gesehen zu haben. Manches wirkt kalkuliert aufgesetzt.
Eine Story, die auf Höhepunkte zuläuft, gibt es ebenfalls nicht. Der Film nimmt uns mit durch viele Jahre, wir begleiten die Personen, erfahren, was ihnen widerfährt ... aber Story? Nein, eher eine lose Geschichte, die erzählt wird, mal hier, mal dort etwas aufgreift und immer wieder auf rein visuelle Highlights zusteuert.
Ob es die Personen selbst sind, die Traditionen des Kung Fu, die vielen weisen Sprüche, die Kriegsjahre: alles bleibt an der Oberfläche, nichts wird wirklich vertieft. Keinen Charakter lernt man wirklich kennen.
Dennoch übt der Film seine ganz eigene Faszination aus. Fast kammerspielartig fesselt er das Auge, die Sinne. Ab und an gibt es gar Wuxia-Einlagen, in denen die Regeln der Physik außer Kraft gesetzt werden und die richtig nett anzusehen sind.
Fazit: ganz klar ein Film für Liebhaber asiatischer Kampfkünste und schöner Bilder. Ohne viel Tiefgang bietet er ein opulentes Festmahl für die Augen und bleibt über die gesamte Länge interessant.
By the way: ich fand es sehr schön, mal wieder Ziyi Zhang zu sehen!
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
TOP 1000 REZENSENTam 28. November 2013
Die Figur des Kung-Fu Großmeisters Ip Man wurde in den letzten Jahren gleich mehrfach beleuchtet. Nicht weil er der Lehrer von Kampfsport-Ikone Bruce Lee gewesen ist, das wurde in den Filmen "Ip Man", "Ip Man 2" und "Ip Man Zero" nicht beachtet. Vielmehr ging es um knallharte Wing Chun Fights, in denen in den ersten beiden Filmen Donnie Yen, und dann Yu-Hang To die Hintern diverser Gegner versohlen durften, und am Rande etwas Einblick in das Leben des Meisters gegeben wurden. Des Weiteren steht uns bald auch Anthony Wong in einer weiteren Episode als Ip Man gegenüber, diesmal als "Ip Man: The Final Fight".
Allerdings erscheint nun hierzulande auch "The Grandmaster", in dem sich Regisseur Wong Kar-Wei dem kampferprobten und legendären Mann angenommen hat. Wie in den anderen Werken spielt die Geschichte auch hier in der chinesischen Stadt Foshan, in der Ip Man vom nördlichen Meister des Kung-Fu, Gong, zu einem Abschiedskampf herausgefordert wird. Er besiegt Gong, was dessen Tochter Gong Er auf Rache sinnen lässt. In einem Kampf schafft sie es tatsächlich Ip Man zu bezwingen, allerdings scheint Liebe zwischen den beiden aufzukeimen, die jä von den Wirren des Weltkrieges unterbrochen wird.
Wer Werke von Wong Kar-Wie kennt, dem dürfte klar sein, dass es sich hier nicht lediglich um ein weiteres Kampfsportsspektakel mit hohem Haudraufanteil handelt. Natürlich darf Ip Man auch hier die Hände kreisen lassen, aber das Hauptaugenmerk liegt eher auf philosophischen Anleihen und Dramatik. Optisch präsentiert sich "The Grandmaster" außerordentlich stilisiert mit Zeitlupen, Nahaufnahmen und sonstigen Kameraspielereien. Auch die eher behäbige Inszenierung schielt hier eher auf Fans des asiatischen Kinos, die den leisen Tönen angediehen sind. Darstellerisch gibt es hier nichts auszusetzen. Selbst Tony Leung, der im Grunde mit Kampfsportfilmen bisher nichts am Hut hatte, weiß in der Rolle von Ip absolut zu überzeugen. Wer sich von der optischen und inszenatorischen Seite cineastisch verwöhnen lassen möchte, und der philosophischen Seite des Kung-Fu nicht abgeneigt ist, der dürfte hier goldrichtig liegen.
Technisch macht die Blu-ray in Bild und Ton ordentlich was her, und auch was das Bonusmaterial angeht lässt man sich nicht lumpen! Making-Of, Interviews, Wing Chun Demonstration, Special Effects und Dokumentation. Hier ist wirklich alles an Bord, was das Herz begehrt. Hinzu kommt noch ein Gutschein für zwei Wochen kostenloses Wing Chun Schnuppertraining in einer Schule in der Nähe. So kann eine gelungene Veröffentlichung aussehen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 19. Juli 2014
Eine andere Verfilmung von Ip Man, sehr sehr gut gemacht was die Kämpfe und die Action angeht. Nicht zu vergleichen mit der Ip Man (Trilogie) weil es eben komplett anders Verfilmt wurde, wer aber auf Kampfkunst steht sollte ihn sich ansehen.
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5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Das ist Ip Mans(Tony Leung) eiserne Regel für das Kung Fu. Mit seiner Erzählstimme bringt uns der Kung Fu Meister des Südens in Wong Kar-Weis Martial-Arts-Epos, das im Jahr 1936 beginnt und Jahrzehnte fortschreitet, hinein. Ich weiß nicht, wieso -The Grandmaster- hier nicht besonders gut bei den Rezensenten wegkommt, ich fand den Film jedenfalls unterhaltsam und hervorragend fotografiert. Wer auf gute Kung-Fu Kampfszenen steht, die Philosophie dieses Kampfes liebt und Spitzenmimen wie Tony Leung oder Zhang Zhiyi(Gong Er) bei der Arbeit zuschauen möchte, der liegt hier richtig. Wong Kar-Wai überzeugt, wie schon bei -In the Mood for Love, 2046 oder My Bluberry Nights- mit einer hinreißenden Kameraarbeit. Niemand zeigt Wassertropfen und Rauchschwaden in so vollendeter Schönheit wie er. Seine Slowmotion Arbeit und die Close-Ups in den Kampfszenen sind traumhaft schön und wirken dabei wie Bilder aus einer anderen Zeit.

Gong Baosen(Qingxian Wang) hat die Stile des Kung Fu zusammengeführt. Der Meister aus dem Norden ist auf der Reise nach Süden, um einen Nachfolger für sein Amt zu finden. Die Schule der Gongs ist legendär. Als Baosen entscheidet, dass ausgerechnet Ip Man, ein Kämpfer aus dem Süden, ihn beerben soll, entstehen Konflikte. Basosens Tochter Gong Er will die Schule nicht an den Süden abgeben. Baosens erster Schüler Ma San(Jin Zhang) hält sich selbst für den legitimen Nachfolger des Lehrers. So muss die Nachfolge in Kämpfen zwischen den Konkurrenten entschieden werden. Der Krieg mit Japan sorgt dafür, dass der Streit um Baosens Nachfolge sich über viele Jahre hinzieht. Im Mittelpunkt dabei steht der schier unschlagbare Ip Man, der mit Ruhe und Geduld das Kung Fu seiner Heimat erhalten will...

Bei mir bekommt -The Grandmaster- einen Punkt Abzug, weil sich die Drehbuchautoren ab Minute 50 ein wenig verzetteln und der Plot, jedenfalls für mich, an Klarheit und Struktur verliert. Aufgewogen wird dies jedoch von Wong Kar-Wais grandioser Kamera. In punkto dieser Kameraarbeit gibt es nicht viele Regisseure, die dem Chinesen das Wasser reichen können. Das gleiche gilt, meiner Ansicht nach, für die Darstellungskraft von Tony Leung. Er glänzt in der Rolle des Ip Man.

Mir hat -The Grandmaster- gut gefallen. Gerade, weil es kein dumpfer "Haudrauf-Film" ist, sondern die Geschichte der Familie Gong und die Verbreitung des Kung Fu storytechnisch gut aufgearbeitet werden. Über allem stehen jedoch die Kampfszenen und brillanten Kamerasequenzen, mit denen Wong Kar-Wai seinem Film eine wirklich edle Note verleiht. Probieren sie einfach aus, ob ihnen das auch gefällt...
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