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5.0 von 5 Sternen "Ein ewig Rätsel will ich bleiben mir und anderen" - LUDWIG II. auf Blu-ray
1864. Ohne Lebens- und Politikerfahrung besteigt Ludwig II. nach dem plötzlichen Tod des Vaters Maximilian II. eher widerwillig den bayrischen Thron. Er ist dabei den Machenschaften der intriganten Hofschranzen ausgesetzt, nutzt aber die neu gewonnene Macht, um seine Vorstellungen von einer friedlichen Welt umzusetzen, indem er sich Kunst und Architektur widmet und...
Vor 6 Monaten von j.h. veröffentlicht

versus
6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Schöne Aufnahmen, aber ansonsten eine große Enttäuschung
Da der Film nur sehr kurz im Kino gezeigt wurde, stellt die DVD nun eine Möglichkeit dar, ihn doch noch zu sehen. Auf diese Möglichkeit kann man nach unseren Erfahrungen getrost verzichten.

Mit 137 Minuten ist der Film viel zu lang (und zu langatmig). Die teils prominenten Schauspielernamen versprechen wesentlich mehr als sie halten. So ist...
Vor 7 Monaten von Sternenhimmel veröffentlicht


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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Schöne Aufnahmen, aber ansonsten eine große Enttäuschung, 15. Januar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Ludwig II. (DVD)
Da der Film nur sehr kurz im Kino gezeigt wurde, stellt die DVD nun eine Möglichkeit dar, ihn doch noch zu sehen. Auf diese Möglichkeit kann man nach unseren Erfahrungen getrost verzichten.

Mit 137 Minuten ist der Film viel zu lang (und zu langatmig). Die teils prominenten Schauspielernamen versprechen wesentlich mehr als sie halten. So ist beispielsweise Hannah Herzsprung als Kaiserin Elisabeth (Sissi/ Sisi) von Österreich eine glatte Fehlbesetzung und bleibt äußerst blass und unglaubwürdig in ihrem Spiel. Sabin Tambrea als junger Ludwig II. weiß zu keiner Zeit zu überzeugen. Selbst als tiefsinnig angelehnte Szenen bleiben bei ihm ausdruckslos. Heimlich wünscht man sich einen O.W. Fischer oder einen Helmut Berger in die Rolle zurück.
Gegen Ende des Films, als Sebastian Schipper als älterer Ludwig II. die Hauptrolle übernimmt und verstärkt die prächtigen Schlossräume und Bergkulissen eingesetzt werden, bessert sich der Film dann doch noch.
Aber auch dann bleibt der Gesamteindruck, dass der Film mit seinen beiden Vorgängern in keinem Punkt mithalten kann. Wie immer bei Neuverfilmungen wird auch dieser Film an seinen Vorgängern gemessen - und scheitert deutlich.
Zahlreiche historische Ungenauigkeiten, die teilweise zu unglaubwürdigen kitschigen Szenen führen, tragen zu diesem Gesamtbild bei.
Es ist schade, denn hier wäre sicherlich mehr möglich gewesen.
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19 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Zerrbild ohnegleichen, 23. September 2013
Von 
Rezension bezieht sich auf: Ludwig II. (DVD)
Gleich, als ich den mir bisher unbekannten Schauspieler Sabin Tambrea in dem Film sah, dachte ich er könnte von seiner Ausstrahlung und seiner Physiognomie eine ideale Besetzung für diese Rolle sein und dieser Überzeugung bin ich vor wie nach, doch was hat man daraus gemacht?
Die meisten die sich bisher ernsthaft mit Ludwig II. beschäftigt haben, werden erschreckt die Haare raufen.

Bereits zu Beginn aber wurde uns, um es überspitzt auszudrücken, ein tuntig-schwuler, verkitschter Depp präsentiert. Ich habe weder etwas gegen Schwulsein, im Gegenteil, noch gegen Kirtsch, da wo er hingehört, aber war recht empört wie repektlos und veralbernd man die Figur Ludwigs zu Beginn karikierte, dann wurde er äußerlich aufgemotzt und ähnelte einem Verschnitt aus jungfräulicher Kaffeetante und aufgestyltem Transvestiten.

Etliche Ereignisse stimmten chronologisch nicht, die Ergüsse wilder Fantasie nahmen ihren Lauf.
Bald schon tauchte Richard Wagner auf, von dem bekannt ist, dass er ein recht ungestümes Temperament hatte, doch in dieser respektlosen unverschämten Art wäre er niemals seinem König und Gönner begegnet.

Auch Ludwigs tiefe Religiosität, die ihm in seiner äußerst strengen Erziehung vermittelt wurde und wohl mitverantwortlich war für sein Handeln und Denken wurde eher dadurch abgehandelt, dass man sie ins Lächerliche zog.
Ähnlich wurde mit Ludwigs Auffassung von seinem Selbstverständnis als König umgegangen, er der sich in alter Traditon als Herrscher von "Gottes Gnaden" ansah und auch diese Grundeinstellung war maßgeblich für viele seiner Entscheidungen, diese Aspekte aber wurden nur mit Schmunzeln beleuchtet.
Sein Bruder, Prinz Otto, wurde völlig verzeichnet.

Trotz der ständigen Anspielung durch Gestik, Mimik, Frisur, etc. auf König Ludwigs Schwulsein wurde dieses Thema in einer unwirklichen Traumsequenz und einer verklemmten Kussszene mit einem Lakaien abgehandelt. Da lobe ich mir doch Viscontis realitätsnahe und glaubwürdige Darstellung mit der Nacktszene am Wasser.

Schade und völlig unnötig fand ich es auch, dass der ältere Ludwig von einem anderen Schauspieler dargestellt wurde, Ludwig wurde ja keine 90 Jahre alt, so dass Maske und Visagisten in Verlegenheit gekommen wären.

Was im Film gut herüberkam war Ludwigs Abneigung gegen Krieg und auch sehr deutlich kam zum Ausdruck wie sehr er darunter litt, als es Bayerns Souveränität preis geben musste.
Viele Aspekte und Themen, die mit Ludwig in Verbindung standen wurden im Film angesprochen, waren aber nicht mit einander verwoben, so dass der Film ein festes Gefüge geworden wäre.

Wer sich bisher nur oberflächlich mit König Ludwig beschäftigt hat, wird einen wunderbaren Film vorfinden, mit vielen schönen Bildern und großen Emotionen.
Wer jedoch mit Ludwig II. etwas vertrauter ist, kann lediglich einen Film wahrnehmen, der in Anlehnung an das Leben Ludwig II. produziert wurde.
Wesentlich authentischer wirkt auf mich da der jüngst erschienen Film "Richard Wagner", der ein relativ realistisches Bild von Ludwig II. zeichnet.
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27 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Gut gespielt, aber historisch ungenau, 3. Juli 2013
Rezension bezieht sich auf: Ludwig II. (DVD)
Ich habe den Film im Kino dreimal gesehen, kenne die anderen Verfilmungen über Ludwig II. und habe etliche Bücher über den König gelesen. Hier meine persönliche Filmkritik:

Der Film ist bis in die kleinste Nebenrolle hochkarätig besetzt. Man kann garnicht alle aufzählen. Nur die Hauptrolle wird von einem bislang unbekannten Darsteller verkörpert und er macht seine Sache sehr gut. Der junge Sabin Tambrea begeistert durch seine Präsenz und sein schauspielerisches Potenzial, Edgar Selge ist hervorragend, Tom Schilling zieht alle Register, Samuel Finzi, Friedrich Mücke, Hannah Herzsprung, Justus von Donányi, der Burgschauspieler Peter Simonischek, alle sind hervorragend.

Die Filmmusik ist zurückhaltend, passend und teilweise sehr schön (besonders im Abspann). Die Kostüme sind aufwendig gemacht, aber nicht opulent. Die Filmkulissen und Drehorte sind eher etwas langweilig; von der Schönheit der Königschlösser sieht man kaum etwas.

Aber:
Die Charaktere sind teilweise überzogen und unglaubwürdig. Und der Film nimmt es mit einigen historischen Fakten leider auch nicht so genau.

König Ludwig II. wird als schwächlicher, übersensibler, mit seiner Aufgabe überforderter und menschenscheuer Jugendlicher dargestellt. Zum Beispiel wurde seine Reise nach Franken 1866 kurz in Szene gesetzt, in dem man ihn einige wenige Bürgerhände hat schütteln lassen, ihn einer Massenbeisetzung von gefallenen Soldaten beiwohnen und danach in seiner Kutsche sagen ließ, dass er auf keinen Fall zu einem Tanzball gehen würde (belegt ist lediglich, dass er deshalb den Besuch einer für den Abend angesetzten Mozartoper absagte).

Historische Tatsache ist, dass die Reise von König Ludwig II. nach Franken ein großer Triumph für ihn war, er von vielen tausend Menschen bejubelt und empfangen wurde, er es sich nicht hat nehmen lassen, auf mehreren Festen ausgiebig das Tanzbein zu schwingen und die Damen durch seine gesellige und liebenswerte Art zu beeindrucken, er erst Monate nach dem Krieg die Schlachtfelder besichtigte, er auf den Gräbern der längst beerdigten Soldaten (auch bei den preußischen) Blumen niederlegte und er trotz einer heftigen fieberhaften Erkältung wochenlang bei nasskaltem Wetter unterwegs war (hauptsächlich mit dem Zug, nicht mit der Kutsche), viele Empfänge gab, etliche Ansprachen hielt und sehr großzügig Geld, Orden und Geschenke verteilte.

Dies ist nur ein Beispiel historischer Ungenauigkeit. Der Film hat leider die Tendenz, König Ludwig II. eher negativ darzustellen und dies wird ihm absolut nicht gerecht. Auch Richard Wagner benimmt sich daneben und behandelt den König respektlos, was bestimmt in Wirklichkeit nicht so war. Die Freundschaft und Verehrung des Königs zu Wagner und seiner Frau hielt übrigens bis zu dessen Tode an. Dass der Film nicht auf historische Genauigkeit ausgerichtet ist, wird spätestens dann deutlich, wenn es plötzlich heißt: "14 Jahre später". Wie sich der König zu dem verzweifelten, einsamen und etwas seltsamen Menschen am Ende seines Lebens entwickelt hat, bleibt im Dunklen.

Auch am Filmende wird der König als aufsässiger, gestörter und listiger Geisteskranker gezeigt, der vor dem Spaziergang mit Gudden an den Starnberger See seinen Schirm an der Pforte mit den Worten zurücklässt, er brauche ihn nicht mehr. Dies ist Unsinn. Es regnete in Strömen und sein Schirm wurde neben dem von Gudden am See gefunden. Der Tod des Psychiaters bleibt im Film unklar und bevor Ludwig in den Fluten versinkt, gibt es eine Kamerafahrt über Schloss Neuschwanstein.

Die Filme mit O.W. Fischer und Helmut Berger sind viel aussagestärker und näher an der Realität. Der Visconti-Film lässt die Umstände des Todes des Königs ganz offen und man kann aufgrund eines Schusses sogar die Erschießung Ludwig II. annehmen.

Fazit:
Der Film ist auf ein junges Publikum zugeschnitten, soll die Zerrissenheit eines homosexuell empfindenden, realitätsfernen und sensiblen Königs zeigen, und sollte wohl durch sein Überangebot an bekannten Schauspielern zum Kassenerfolg werden. Leider wurde er aber ein finanzieller Flop.

Emfehlen und kaufen möchte ich die DVD trotzdem. Das hat auch damit zu tun, dass ich ein Fan von König Ludwig II. und den im Film mitwirkenden Schauspielern bin. Über den Aufenthalt König Ludwig II. in Nürnberg und Fürth, werde ich bald selbst an den Originalschauplätzen einen kleinen Amateurfilm drehen.
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1.0 von 5 Sternen Wird seinem Anspruch nicht gerecht – verschleudertes Film-Budget!, 5. August 2014
Rezension bezieht sich auf: Ludwig II. (DVD)
Das Budget, das für diesen Film wohl zur Verfügung stand, ließ ein Meisterwerk erwarten. Was der Zuschauer jedoch zu sehen bekommt, ist mehr als enttäuschend. König Ludwig II. von Bayern, sein Leben und seine Zeit werden nicht in ihrem historischen Kontext wiedergegeben. Den Darstellern werden Dialoge aus unseren Tagen in den Mund gelegt, was keinesfalls authentisch wirkt. Was die Rollenverteilung anbetrifft, so kann man bei nahezu allen Protagonisten von einer eklatanten Fehlbesetzung sprechen. Kaiserin Elisabeth von Österreich muss man lächerlich klischeebehaftet vermeintliche Diamantsterne ins Haar flechten, um sie als diejenige, welche sie darstellen soll, überhaupt kenntlich zu machen. Die Königinmutter mutiert zum Mannsweib und Richard Wagner müsste ob seiner Darbietung wegen Majestätsbeleidigung angeklagt werden. Die Darstellung König Ludwigs hinterlässt bei denjenigen, welche mit dem Leben und Wirken des Königs nicht vertraut sind, einmal mehr den fehlerhaften Eindruck, einen schwachsinnigen Idioten vor sich zu haben! Der Zuschauer wird völlig wirr und ohne erkennbar ‚roten Faden‘ von einer Lebenssituation des Königs zu einer anderen verfrachtet, ohne die Chance zu haben, die historisch korrekten Zusammenhänge zu ergründen, was in der Folge zwangsläufig dazu führen muss, ein vollkommen falsches Gesamtbild zu erlangen, sofern man die dargestellten Einzelsituationen nicht korrekt in einen historischen Kontext einordnen kann. Die Kulissen mögen einer Theaterbühne gerecht werden, wirken im Film jedoch schlicht billig und plump. Dieser Film hätte die Chance gehabt, an das Meisterwerk von Visconti anzuknüpfen. Tatsächlich reicht er diesem bei Weitem nicht das Wasser und muss eher zu den Billigproduktionen privater TV-Sender kategorisiert werden. Nach den verfälschenden Historienfilmen der Nachkriegsjahre sollte man meinen, zwischenzeitlich an einem Punkt angekommen zu sein, die Geschichte authentisch und frei von Missverständnissen wiederzugeben. Die geschichtliche Wahrheit – insbesondere auch in Bezug auf König Ludwig II. von Bayern – ist spannend und aufregend genug. Den Machern dieses Filmes ist das leider nicht gelungen…
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5.0 von 5 Sternen "Ein ewig Rätsel will ich bleiben mir und anderen" - LUDWIG II. auf Blu-ray, 2. Februar 2014
Von 
j.h. "corleone29" (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 500 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
1864. Ohne Lebens- und Politikerfahrung besteigt Ludwig II. nach dem plötzlichen Tod des Vaters Maximilian II. eher widerwillig den bayrischen Thron. Er ist dabei den Machenschaften der intriganten Hofschranzen ausgesetzt, nutzt aber die neu gewonnene Macht, um seine Vorstellungen von einer friedlichen Welt umzusetzen, indem er sich Kunst und Architektur widmet und den von ihm verehrten Komponisten Richard Wagner an den Hof bringt. Durch die Niederlage im Krieg 1866 mit dem Königreich Preußen wurde er in die Rolle eines Vasallen seines preußischen Onkels gezwungen. Nach der Erkenntnis, dass ihn mit seiner Verlobten Sophie nicht mehr als Freundschaft verbindet, sagt er die vom Volk ersehnte Hochzeit ab. Gewissermaßen als Kapitulation vor der Realität widmete Ludwig sich künftig nur noch dem kostspieligen Bau immer neuer Schlösser und verlor jeden Bezug zu Realität. Sein Tod im Starnberger See 1886 wurde nie zweifelsfrei aufgeklärt.

Peter Sehr (1951-2013) und Marie Noelle inszenierten das faszinierende Filmdrama mit sehr hohem Ausstattungsaufwand. Ludwig II. wird von zwei Schauspielern dargestellt (Sabin Tambrea und Sebastian Schipper), um die auch auf zeitgenössischen Porträts sichtbare große Veränderung des Königs innerhalb der 20 Jahre noch deutlicher zu machen. Dem jungen Theaterschauspieler Sabin Tambrea gelingt eine faszinierende Darstellung des innerlich zerrissenen jungen Königs, der die von ihm erwartete Rolle einfach nicht ausfüllen kann und so an seiner Umgebung scheitert. Auch alle anderen Rollen sind hochkarätig und sehr überzeugend besetzt - besonders zu erwähnen sind noch Justus von Dohnányi als Johann von Lutz und Edgar Selge als Richard Wagner.

Bisher war das cineastische Bild Ludwig II. vor allem durch Helmut Berger in dem 1972 uraufgeführten Meisterwerk von Luchino Visconti geprägt, das in 4 Stunden Laufzeit ein opulentes Panorama der Dekadenz entfaltete. Peter Sehr setzt in seinem letzten Film deutlich andere Akzente, so dass beide Filme nicht direkt zu vergleichen sind. Die Blu-ray von Warner bietet den Film in hervorragender Bild- und Tonqualität. Die Dokumentation "Hinter den Traumkulissen" (35 min) verdeutlicht nochmals den außerordentlich hohen Produktionsaufwand und lässt zahlreiche Mitwirkende zu Wort kommen.

Ein in seiner Bilderpracht für die heutige Zeit sehr erstaunlicher Film, der insbesondere für historisch interessierte Zuschauer sehr zu empfehlen ist.
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3.0 von 5 Sternen Teilweise gut, teilweise Mainstream, 10. August 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Ludwig II. (DVD)
Obwohl ich kein Freund des zeitgenössischen Kinos bin, wollte ich diesem Film aber eine Chance geben. Klar habe ich Viscontis Version aus den 1970er Jahren gesehen und diese prägt den Blick auf den Film entscheidend. Visconti legte Wert auf schöne Menschen, prunkvolle Kostüme, monumentale Musik. Das fehlt hier ein wenig. Aber diese Version des Themas ist ein Stück ernster, es umfasst aber auch alle wichtigen Stationen im Leben und Wirken des "Märchenkönigs". Tambrea sieht dem jungen Ludwig nicht ganz so ähnlich wie Helmut Berger in der Version von Visconti. Aber das ist nicht so relevant. Der Film setzt an, als König Max von Bayern noch lebt, er deutet die Seelennöte des jungen Kronprinzen bereits an, dem das hohe Amt zuviel erscheint. Offen geht der Film auch mit der (nachgewiesenen) Homosexualität des Königs um. Gut ist also an dem Film, dass er nüchtern die Geschichte eines von seinem Amt überladenen Menschen zeigt, offen alles anspricht und nicht so sehr auf Effekte wie Visconti bedacht ist. Mainstream ist klar die Reverenz an Wagner, die hier deutlicher hervorkommt als bei Visconti und auch die Liebesversuche mit der Sophie von Österreich, der Schwester von Sisi. Das wirkt manchmal wie der Versuch aus einem deutschen Liebes- oder Heimatfilm der 1950er Jahre. Zum Schluss lässt sich sagen: Für einen ersten Überblick über Leben und Wirken des "Kini" ist das Werk ok, für tiefergehende bzw. psychologische und seelische Studien sollte man auf Visconti zurückgreifen.
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5.0 von 5 Sternen Ein Genius erschafft sich selbst, 4. August 2014
Von 
Lothar Hitzges (Schweich, Mosel, Germany) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Ludwig II. (DVD)
Nach dem Tod von König Max II. von Bayern tritt sein Sohn Kronprinz Ludwig die schwere Nachfolge an. König Ludwig II. Ist gänzlich anders als sein Vater und seine Mitregenten in Europa. Er spricht sich offen für Kunst, Bildung und Frieden aus. Er holt den Komponisten Richard Wagner an seinen Hof und arbeitet an der Realisierung seiner Visionen.

Leider verfolgen seine europäischen Nachbarn andere Interessen und rasseln allzugerne mit den Säbeln. Widerwillig lässt sich Ludwig II. an der Seite von Österreich auf einem Krieg mit Preußen ein und unterliegt. Weitere Rückschläge folgen: So muss Ludwig II seinen Bruder Otto in eine Nervenheilanstalt einweisen lassen. Seine Frankophilie zerbricht an dem Machthunger Preußens. Weder im Lager der Frauen, noch in dem der Männer findet Ludwig II. einen beständigen Partner.

Letztendlich tut er das einzige was ihm bleibt und zieht sich aus der realen Welt zurück und erschafft sich seinen eigenen Kosmos.

Die semi-dokumentarische Geschichte wird mit Starbesetzung erzählt. Dialoge und schlüssige Handlungen loten Höhen und Tiefen der Protagonisten aus, ohne sie ihrer innersten Geheimnisse zu berauben. Überraschende Ansichten werfen Licht auf bisher vernachlässigt geglaubte Seiten des Nonkonformisten. Pittoreske Szenenbilder mit zahlreichen Eyecatchern verwöhnen das Auge des Betrachters und generieren Atmosphäre. Regie und Schauspieler liefern ein sehenswertes Epos ab, dass sich eher zu kurz als lang anfühlt.
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5.0 von 5 Sternen Klasse Film!, 26. April 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Ludwig II. (DVD)
Wer Filme über Könige und Königshäuser liebt ist mit dieser Neuverfilmung hervorragend beraten. Es lässt den "Kini" in einem sehr persönlichen Licht erscheinen und gibt einen sehr guten Eindruck über das Seelenleben des Monarchen.
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14 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Fünf Sterne, denen ein paar kleine Zacken fehlen...., 15. Juli 2013
Rezension bezieht sich auf: Ludwig II. (DVD)
Achtung: Spoiler!

Zunächst einmal: ich war und bin von dem Film begeistert, auch wenn ich an Konstruktion und Umsetzung gelinde Kritik üben möchte.

Meine Begeisterung gilt der schauspielerischen Leistung des jungen Hauptdarstellers Sabin Tambrea, der mich als Ludwig überzeugen konnte, wie es weder O.W. Fischer noch Helmut Berger geschafft haben. Das liegt vor allem an der Frische, die Tambrea als selbstverliebter, aber auch in sich zerrissener Prinz und später König austrahlt. Seine nie ganz ausgelebte homophile Neigung, die in seiner trunkenen Schönheits-Sehn- und -Sucht ihren ventilhaften Ausdruck findet - so jedenfalls die Behauptung des Films - ist von einer Leidenschaft und gleichermaßen Reinheit des Strebens, dass es mitreissend war und ich den Film schon seit längerem auf DVD für die Heimsammlung erhofft habe.

Weder, dass im Film keine "korrekte Wiedergabe der historischen Realität" geboten werde, noch, dass es sich um eine zusammenhanglose Klitterung des Ludwigschen Lebens handele, kann ich nachvollziehen. Erstens kann ein Film m.E. niemals den historischen Fakten entsprechen, denn diese sind immer Gegenstand der Interpretation, durch Historiker, aber in noch viel weiterem Maße selbstverständlich durch Künstler, die in einer anderen Zeit, als der, welche sie darstellen, leben. Mir scheint die Deutung, die der Drehbuchautor und Regisseur Peter Sehr dem Leben des noch heute vom Faszinosum umgebenen Bayernkönigs gibt, sehr schlüssig und als Erklärungsansatz für dessen maßlos erscheinende künstlerische Gestaltungs- und Bauwut, die verschwenderische Ausstattung dieser irren Schlösser, die noch heute für den Staat Bayern ein Haupt-Touristenmagnet sind, hinreichend.

Wir sehen einen jungen, ätherisch schönen Mann, der von seinem groben Vater unverstanden, als Schöngeist alles "Niedere" ablehnt, also auch jede Form roher Gewalt. Ein Pazifist, der in seiner Welt nur Hehres und Einzigartiges dulden möchte und sein eigenes Leben als Gesamtkunstwerk zu begreifen scheint. Dies alles in der wirklich großartigen Kulisse der Voralpenwelt, in der ich persönlich das Glück habe zu leben, und die ich daher in diesen opulenten und gleichzeitig transzendenten Bildern wiedererkenne.

Ein amüsanter Kunstgriff Peter Sehrs ist da, ausgerechnet Herrn Bismarck als Fürsprecher für die nicht enden wollenden Bauabsichten Ludwigs zu bemühen: der verhasste Preuße äußert, dass die Bayern gut daran täten, den König gewähren zu lassen, denn sein Schaffen werde Bestand haben und noch sehr von Nutzen sein. Wer just an dieser Stelle meint, dies sei doch wieder einmal unhistorisch, dem sei eine neuere Ludwig-Dokumentation empfohlen, die ich nach dem Film sah, und die 1 zu 1 alle Äußerungen und Sachverhalte, welche im Film behauptet werden, belegt!

Wenn ich meine postive Bewertung eingangs auf Sabin Tambrea, der den jungen Ludwig bis zu einem Zeitsprung von 14 Jahren spielt, bezog so komme ich nun zu einer tiefgreifenden Kritik: dieser Zeitsprung ist gleichzeitig ein tiefer Riss und ein ziemlicher Absturz. Nicht etwa, dass der ältere Ludwig von Sebastian Schipper nun nicht mehr glaubwürdig gespielt würde, ist mein Einwand. Nein, es handelt sich vielmehr um einen zweiten Teil des Films, der besser nicht nur wie ein Wurmfortsatz an die Geschichte angehängt worden wäre sondern der durchaus gleich als komplett in sich vollständiger zweiter Teil hätte konzipiert werden sollen, dann wäre es eine runde Sache geworden. So hetzt der Film schließlich durch ein sich dem Ende zuneigendes Leben, das in Pathologie und Düsternis versinkt und mit dem "ersten Leben" quasi nicht mehr in Verbindung zu bringen ist. Der Film erzählt zwar interessanterweise genau jene Teile von Ludwigs Leben, die in dem Film von Visconti ausgespart sind, aber der Zeitraum von 14 Jahren erscheint derb willkürlich. (Randbemerkung: wie man allerdings über den Visconti-Film urteilen kann, er sei "realistischer" als der Film von Peter Sehr, bleibt mir schleierhaft, ist er doch an manirierter Künstlichkeit nicht zu überbieten.) Sehr schade also meiner Meinung nach, dass Peter Sehr nicht gleich zwei angemessen gleich lange Teile gedreht hat. Nun ist es für eine solche "Nachbesserung" zu spät, leider ist Peter Sehr im Mai verstorben. Er hinterlässt trotz gewisser Einschränkungen mit "Ludwig II." ein Meisterwerk, das ich mir auf DVD sicher gönnen werde.
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5 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Falschdarstellung der Persönlichkeit, 29. September 2013
Rezension bezieht sich auf: Ludwig II. (DVD)
Ich finde, ein Film über eine historische Figur muss wahrheitsgetreu sein, und wegen der krassen historischen Falschdarstellung der Persönlichkeit gibt's von mir nur zwei Punkte.

Allein der Tod von Ludwig erscheint richtig dargestellt, ansonsten nimmt der Film es mit der historischen Figur und der ganzen Geschichte nicht so genau und verfolgt wohl andere Ziele. "Bismarck plant Frankreich anzugreifen" heißt es im Film, dabei hat Frankreich 1870 Deutschland den Krieg erklärt und seine Truppen zuerst mobilisiert und vorwärts geschickt, als Preußens König noch zur Kur in Bad Ems war. Der Film präsentiert Bayerns König Ludwig II als krankhaften Paranoiker, die Darstellung des Wahnsinns steht im Mittelpunkt der meisten Szenen. Vielleicht will der Film so den Sturz des Monarchen exkulpieren, vielleicht gilt auch noch die US-Vorschrift für das Nachkriegsdeutschland, dass alle Deutschen in Filmen vorzugsweise als Wahnsinnige, als Dummköpfe, als Charakterschwächlinge, Trinker und/oder Schwule darzustellen sind, denn ähnlich werden Humbold und Gauss in "Die Vermessung der Welt" falsch dargestellt und Bismarck wird stets dämonisiert.

Die für mich wertvollste Stelle erreicht der Film, als König Ludwig die Frage aufwirft, ob die Investition in Kunst nicht besser als die in Gewehre sei. Wenn man begreift, dass ein Cruise Missile ' bis 1 Mio $ kostet und davon hunderte auf Libyen und Jugoslawien verschossen wurden, so fliegt da jedes Mal eine ganze Schule durch die Gegend, die man irgendwo hätte bauen können. Ludwigs Frage wäre deswegen durchaus aktuell, und um das Thema "Kunst anstatt Krieg" herum anstatt um unbewiesenen Wahnsinn hätte man einen Film machen können, der Ludwigs wirklicher Persönlichkeit wohl näher gekommen wäre.
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Ludwig II.
Ludwig II. von Sabin Tambrea (DVD - 2013)
EUR 4,97
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