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27 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Wir müssen keine Freunde sein. Wir sind Familie."
Ein Thriller, in dessen Mittelpunkt die gefährlich enge Beziehung zwischen einem jungen Mädchen an der Schwelle zum Erwachsensein und seinem zwielichtigen Onkel Charlie steht - halt, war da nicht was?
Richtig, Hitchcocks "Im Schatten des Zweifels" lässt deutlich grüßen in Park Chan-Wooks "Stoker - Die Unschuld endet" und neben der...
Vor 15 Monaten von Berlinoise veröffentlicht

versus
3.0 von 5 Sternen Visuell stark, aber zu vorhersehbar
Ein Film, der mit wenigen DarstellerInnen auskommt; im Grunde eine Dreiecksgeschichte zwischen Mutter, Tochter und dem ominösen Onkel Charlie. Das Tempo ist gemächlich. Der hinter beherrschten Mienen liegende Horror wird langsam aufgebaut. Die Atmosphäre wirkt bedrohlich, das Innenleben der Hauptcharaktere steht kurz vor der Explosion. Grundsätzlich...
Vor 2 Monaten von the_clairevoyant veröffentlicht


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27 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Wir müssen keine Freunde sein. Wir sind Familie.", 24. Juni 2013
Rezension bezieht sich auf: Stoker - Die Unschuld endet (DVD)
Ein Thriller, in dessen Mittelpunkt die gefährlich enge Beziehung zwischen einem jungen Mädchen an der Schwelle zum Erwachsensein und seinem zwielichtigen Onkel Charlie steht - halt, war da nicht was?
Richtig, Hitchcocks "Im Schatten des Zweifels" lässt deutlich grüßen in Park Chan-Wooks "Stoker - Die Unschuld endet" und neben der personellen Grundkonstellation gibt es auch noch diverse andere Anleihen beim Master of suspense:
Das Frigiditätsthema aus "Marnie", eine Duschszene à la "Psycho", ein mehrbödiges Spiel mit Identitäten, Persönlichkeiten und Realitäten wie in "Vertigo" -
ja, Chan-Wook bedient sich wirklich freigiebig bei seinem Vorbild Hitchcock und hat dennoch einen ganz eigenen, überaus fesselnden und stilvollen Psycho-Thriller geschaffen.

Richard Stoker ist tödlich verunglückt.
Auf seiner Beerdigung taucht unerwartet sein jüngerer Bruder Charlie (Matthew Goode) auf, der viele Jahre lang in Europa gelebt hat, und nistet sich bei Witwe Evelyn (Nicole Kidman) und der achtzehnjährigen Halbwaise India (Mia Wasikowska) in ihrem abgelegenen Landhaus ein.
Eine seltsame Wohngemeinschaft voll unterschwelliger sexueller Spannung entwickelt sich zwischen dem geheimnisumwitterten Eindringling und den beiden Frauen.
Evelyn findet rasch Gefallen an dem jüngeren Mann, aber auch die verschlossene India, die aus der Ferne schon immer ein wenig für den fremden Onkel, der ihr zu jedem Geburtstag ein Paket geschickt hat, geschwärmt hat, und die sonst jeglichen körperlichen Kontakt vermeidet, zeigt ein mehr als nur verwandtschaftliches Interesse an dem Onkel, zu dem sie seit jeher eine seltsame Verbundenheit spürt, und beäugt die sich anbahnende Beziehung zwischen Evelyn und Charlie voller Misstrauen...

Viel mehr soll hier zum Inhalt auch gar nicht verraten werden (schade genug, daß schon der Trailer eine ganze Menge vorwegnimmt; wenn Sie diesen noch nicht kennen sollten, empfehle ich, ihn vor dem Sehen des Filmes auch nicht anzuschauen), wenngleich dies eine ausführliche Rezension natürlich erschwert.
Wer ein Problem mit symbolträchtigen Bildern, teilweise recht explizit dargestellter Gewalt und einem Drehbuch, welches sich traut, auch am Ende einige Fragen offen zu lassen, hat, der dürfte mit "Stoker" womöglich nicht ganz glücklich werden.
Alle anderen jedoch erwartet hier ein wunderschön fotografierter, geradezu albtraumhafter Thriller, der mich von der ersten Szene an in seinen Bann gezogen hat.
Dabei ist die Geschichte eigentlich in keiner Weise wirklich "neu":
Ein junges Mädchen auf dem Weg zur Frau, das, wie wir in diversen Rückblenden erfahren, seit jeher eine starke Bindung zu seinem Vater hatte, während die Beziehung zur Mutter offenbar schon immer problematisch war, ein geheimnisvoller Eindringling, an dem Mutter und Tochter gleichermaßen Interesse entwickeln, eine Kleinstadtatmosphäre voller Klatsch und Tratsch, in der jeder jeden kennt oder zumindest zu kennen glaubt, eine sich unerbittlich schneller drehende Spirale von Spannung und Gewalt - natürlich hat man das alles irgendwo schon mal gesehen, aber selten so stimmungsvoll, bildgewaltig und symbolträchtig wie hier.
Einige Szenen wie die kaum merkliche Überblendung von Nicole Kidmans Haar in ein Weizenfeld oder das in Großaufnahme gezeigte Anspitzen eines blutigen Bleistiftes sind schlichtweg großartig gemacht und haben sich mir spontan ins Gedächtnis gebrannt, es gibt ungewöhnliche Perspektiven und Bildkadrierungen in bester Noir-Manier und zu all dem ertönt ein sehr stimmungsvoller Soundtrack von Clint Mansell, der unter anderem schon für Darren Aronofskys "The Fountain" einen ebenso schönen wie ungewöhnlichen Soundtrack geschrieben hat und hier Eigenkompositionen mit einigen älteren Stücken wie "Summer Wine" von Lee Hazlewood und Nancy Sinatra effektvoll verbindet.

Im Mittelpunkt des Geschehens steht dabei Mia Wasikowska als India, die ihre deutlich leinwanderfahrenere Filmmutter Nicole Kidman problemlos an die Wand spielt und sich ein spannungsgeladenes Psychoduell mit Filmonkel Matthew Goode liefert.
Obwohl weder eine blendende Schönheit noch eine schon auf den ersten Blick besonders wandlungsfähige Darstellerin, hat Mia Wasikowska mich in den letzten Jahren immer wieder aufs neue verblüfft, sei es als Charlotte Brontës "Jane Eyre", als todkranke Krebspatientin in "Restless" oder eben hier als undurchsichtige junge Frau, die einen atemberaubenden Wandel von der verhuschten Jugendlichen mit Zügen eines Vaterkomplexes zur gefährlich-faszinierenden femme fatale hinlegt.
Diesen Wandel bebildert Chan-Wook auf eine Weise, die symbolschwangerer kaum sein könnte und trotz ihrer teilweise schon etwas plakativen Deutlichkeit ihre Wirkung nicht verfehlt:
So sehen wir India sitzend auf ihrem Jungmädchenbett, umringt von den vielen Paketen, die ihr Onkel Charlie ihr aus der Ferne zu jedem ihrer Geburtstage geschickt hat und die jedes Mal Schuhe (!) enthielten, eine Auseinandersetzung auf dem Schulhof, bei der sie sich mit einem eigentlich doch so unschuldig wirkenden Gegenstand wie einem Bleistift unerwartet aggressiv zur Wehr setzt, eine Annäherung zwischen ihr und einem Klassenkameraden auf einem nächtlichen Spielplatz (!) und schließlich den endgültigen auch äußerlichen Wandel vom jungen Mädchen zur Frau, wenn Charlie ihr ihre flachen Schnürschuhe aus- und stattdessen ein Paar rote (!) Krokodilleder-Louboutins anzieht.
Mit der letzten Szene schlägt Chan-Wook schließlich den Bogen zurück zum ersten Bild des Filmes - ein Stilmittel, welches ich, wenn es denn gut gemacht ist, immer wieder sehr gerne mag und welches mich aus einem der am schönsten anzusehenden und sogartigsten Psychothriller entlassen hat, die ich in letzter Zeit gesehen habe.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Augenschmaus, 18. Juli 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Stoker - Die Unschuld endet [Blu-ray] (Blu-ray)
Zugegeben, die Symbolik in "Stoker" ist zum Schneiden dick. Kidman trägt Maske statt Mimik zur Schau und inhaltlich hat man das alles so oder so ähnlich schon mal gesehen.
Aaaaaber: visuell ist dieser Film ein Traum. Angefangen von erlöschenden Kerzen bis hin zu verderbenden Nahrungsmitteln, Haarsträhnen und Rauch - alles ist so wunderbar magisch gefilmt, dass es einem den Atem verschlägt. Dazu kommt der ätherisch schöne Matthew Good und die großartige Mia Wasikowska, deren chemische Reaktion aufeinander ein Genuss ist.
Wer wert auf spannende Handlung und gute Dramaturgie legt, liegt hier falsch. Wer sich auch mal zurücklehnen und schöne Bilder genießen kann, der liegt hier goldrichtig.
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17 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Ich kann es kaum abwarten zu sehen , wie das Leben dich zerreisst.", 21. September 2013
Rezension bezieht sich auf: Stoker - Die Unschuld endet [Blu-ray] (Blu-ray)
"Stoker" ist grandios. "Stoker" ist exzentrisch und "Stoker" ist einer der brillantesten, gefährlich verführerischen Filme , die in der letzten Zeit auf der Leinwand zu sehen waren.
Selten genug sieht man so eine Perfektion der Kameraführung, der Anordnung von Bildsequenzen, Einstellungen, die in jeder Kleinigkeit die Atmosphäre mit schwebender, gefährlicher Spannung aufladen.
Ein raffiniertes, arabeskes Puzzlespiel in dem man irgendwie alles ahnt, dennoch nichts weiß und mit einer schwer zu beschreibenden Bildermagie in schwebende Verstörung gerät.
Atemlos kann man den Blick nicht von dem Bildschirm wenden, so traumwandlerisch gut ist Park Chan-Wooks erster amerikanischer Film geworden.
Die Luft in jeder Szene zum Schneiden gespannt. Jede Tischzene, jeder Augenaufschlag, jede Geste, jedes Einschenken eines Weinglases, jede Grossaufnahme von an sich harmlosen Gegenständen hält den Zuschauer in erwartungsvoller Aufgeregtheit.
Der Regiseeur hat sehr genau bei Altmeistern wie Hitchcock, Chabrol abgeschaut, schafft aber seine ganz eigene, sinnliche Filmkomposition, die vollkommen eigenständig daherkommt.
Mysteriös und exzentrisch, verschachtelt und unberechenbar wie Park Chan-Wook hier manipuliert, gemeinsam mit einer überragenden Mia Wasikowska,deren innere Einsamkeit, Ängste,aber auch die Abgründigkeit eines adoleszenten Teenagers hervorragend umgesetzt wird.
Worum geht es in "Stoker". Schwer in Worte zu fassen,wenn man Ihnen lieber Interessent nicht die Freude an einem morbiden, verschlungenen Schauerstück verderben will.
Wenn kleine Spinnen an weißen Jungmädchen-Strümpfen hochlaufen, wenn in phantastischen Überblendungen von immer kleiner werdenden Kinderschuhen der Fluß der Jahre rückblickend verdeutlicht wird, wenn hier in Detailaufnahme Haare gekämmt werden, die in genialer Weise sich in ein riesiges Weizenfeld verwandeln, wenn hier ein bizarrer Tötungsakt in sexuelle Phantasien unter der Dusche münden, eine blutige Bleistiftmine zerbricht, dann ist das sinnliches, immer gefährlich ruhiges, und jederzeit unberechenbares Kunstkino, wie es in der Geschlossenheit selten ist.
An ihrem 18. Geburtstag verliert India Stoker ihren geliebten Vater bei einem mysteriösen Autounfall.
Das Mädchen mit den langen schwarzen Haaren und dem verschlossenen Blick lebt von Anfang an wie in einem Kokon.
Vor Berührungen schreckt sie zurück, zu ihrer Mutter (wundervoll die anscheinend immer ätherisch schöne Nicole Kidman) hat sie ein distanziertes Verhältnis.
Einzige Bezugsperson war ihr nun toter Vater, mit dem sie jahrelang eine leidenschaftliche Passion für den Jagdsport verband. Familienbande sind unauslöschlich. Und all diese kleinen Details in ihrer Person, werden sich erst gegen Ende hin zu einer flüsternden, finsteren Gewissheit verdichten.
Fürwahr "Stoker" ist ein Mysterium, das obwohl am Ende sich alles zusammenfügt gerade von der Faszination seiner ungeklärten, nie ganz durchschaubaren Andeutungen, atmosphärischen Schwingungen lebt. Die Oberfläche des Sumpfes können wir am Ende erfassen, die in dunklen Abgründen lauernden Gefahren können wir nur erahnen.
Aus Indias verschlossener, absonderlichen Sichtweise werden wir den Film erleben.
Als sie bei der Beerdigung des Vaters in den hellen Sonnschein hochschaut sieht sie am Horizont eine Gestalt, die nun ihr Leben verändern wird.
Der Bruder ihres Vaters,Onkel Charlie(ein augenzwinkernder Verweis auf einen nur allzu gut bekannten anderen Onkel Charlie der Filmgeschichte) steht dort hochaufgerichtet.
Lange Jahre war er auf Reisen.Nun wird er sich in hypnotischer, charismatischer Weise immer mehr in das Leben des Teenagers und der verwitweten Mutter einnisten.
Wie eine Spinne, die ihr Netz errichtet so wirkt dieser betörende Fremde auf uns.
Gefahr aber auch erotische Faszination scheint von ihm in jedem Dialog, jedem Blick auszugehen. Hinreissend wie hier mit der Magie kleinster Mimikveränderungen gespielt wird. Unterstützt von perfekt komponierten Toneffekten,in schneidender, räumlicher Stille.
Stück für Stück wird seine Schwägerin, als auch seine Nichte seinem sardonischen Charme erliegen.
Nur was will er in diesem Haus?
Mehr darf nicht verraten werden. Sie erleben lieber Interessent ein vibrierend, nervenstrapazierendes Mysterium,in dem sie glauben alles zu ahnen,und doch ständig in Verunsicherung schweben.
Was hat es mit dem Inhalt einer Kühltruhe auf sich, was mit den Wesensveränderungen von Nicole Kidmann, ein verborgener Schlüssel existiert, der zu einer Schreibtisch- Schublade mit verhängnisvollen Briefen gehört.
Alles ein Komplott,oder eine Traumphantasie des Mädchens?
Ist am Ende vielleicht alles eine Ausgeburt schizophrener Phantasmagorien. Stück für Stück zieht uns der Film den Boden unter den Füssen weg. Elegant, lauernd wie eine Eidechse, verschnörkelt bis zum Ende jagt der Film, denkt man seine Ansätze weiter eine eiskalte Gänsehaut über den Rücken.
Doppelbödig,poetisch jedes Element. "Jede Blume hat von der Schöpfung ihre eigene Farbe bekommen, dafür kann sie nichts."
Doch ist die Blume im ersten Bild wirklich purpurrot? Am Ende erkennen wir, sie ist vielmehr blutbespritzt.
Fazit: Ein bizarr gefährlich schöner, schillernder Traum, phantastisch umgesetzt führt er uns auf eine ganz eigene schwarz poetische Reise.
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13 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die zeitlose Ästhetik des Bösen, 10. November 2013
Von 
OldboY - Alle meine Rezensionen ansehen
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Rezension bezieht sich auf: Stoker - Die Unschuld endet (DVD)
Der südkoreanische Regisseur Park Chan Wook (Revenge Trilogie: Sympathy for Mr. Vengeance / Oldboy / Lady Vengeance [3 Blu-rays], Durst - Thirst) verfügt über eine äußerst seltene Gabe, die einen wirklich guten Regisseur vom blassen Rest trennt: Die Bilder seiner Filme prägen sich ein, wie bei kaum einem anderen. Der Film Oldboy (2003) ist dafür ein geniales Beispiel, der aus so vielen grandiosen Bildern besteht, die sich im Gedächntis des Zuschauers eingraben und dort für immer bleiben. Wer erinnert sich nicht an das Messer im Rücken, den lebenden Tintenfisch, den Pudel und natürlich den Hammer. Das erreichen nur wirklich große Regisseure, wie Alfred Hitchcok (Psycho) und Quentin Tarrantino (Pulp Fiction, Jackie Brown [Blu-ray] [Special Edition]), mit dem Park immer wieder (zu Recht) verglichen wird. Bei "Stoker" ist es ähnlich. Fast alle Szenen sind hervorragend stilisiert, ästhetisch auf höchstem Niveau umgesetzt, einfach zeitlos schön anzusehen. Der Ort des Geschehens, ein einsames Landgut am Rande einer amerikanischen Kleinstadt, könnte auch irgendwo in England stehen. An diesem Ort scheint die Zeit stillzustehen. Über allem schwebt der Geist einer längst vergangenen Epoche, die entfernt an das viktorianische England erinnert. Das Ergebnis: An mehreren Stellen des Films droht man zu vergessen, wo und wann die Handlung angesiedelt ist. Man reibt sich verblüfft die Augen, dass es sich um das Amerika der Gegenwart handelt. Die Hauptfigur India Stoker (Mia Wasikowska) kleidet und verhält sich wie ein junges Mädchen, das ganz offensichtlich aus der Zeit gefallen ist. Vor dem grausamen Unfalltod ihres Vaters ging sie mit ihm auf Fasanenjagd, trägt "geisterhafte" Kleider, ist blaß wie der Tod und ihre Schuhe könnten aus den 50ern stammen. Die ganze Symbolik der Kleidung in "Stoker" erinnert ein wenig an David Lynch's geniale Mysterie-Serie Twin Peaks - Definitive Gold Box Edition [10 DVDs]. Die geheimnisvoll-durchtriebene Audrey Horne hatte exakt dieselben Schuhe, ein Zufall? Bei Park Chan Wook eher nicht! Der ganze Film besteht aus derart vielen symbolistischen Anspielungen und Andeutungen, die dazu führen, dass dem Zuschauer die Realität nach und nach aus den Fingern rinnt. Gibt es den bösen Onkel Charlie wirklich, oder ist er nur ein Alter Ego von India? Einiges deutet darauf hin (der Schneeengel, den India auf dem Bett und der junge Charlie auf dem Grab seines Bruders macht, den Gürtel des Vaters, den India in der letzten Szene trägt und den Charlie zuvor als Mordwerkzeug einsetzt, die Szene am Klavier). Der Film spielt gekonnt mit diesen und anderen Unklarheiten. Fast die gesamte Handlung spielt sich so im schummrigen Zwielicht zwischen Wissen und Ahnen, Glaube und Wahrheit ab. Was Park hier geschaffen hat ist die langsame Entwicklung einer symbolischen Ästhetik des Bösen, gekonnt verpackt im geheimnisumwitterten Innenleben einer ganz und gar nicht gewöhnlichen Familie.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Onkel Charlie kehrt zurück..., 26. Oktober 2013
Von 
Ray "rayw260" (Rheinfelden) - Alle meine Rezensionen ansehen
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Rezension bezieht sich auf: Stoker - Die Unschuld endet (DVD)
Fans von Hitchcocks "Im Schatten des Zweifels" sollten mal einen Blick auf "Stoker" wagen, der ersten internationalen Produktion (USA, Großbritannien) des Südkoreaners Park Chan Wook, der mit "Old Boy", "Lady Vengeance", "Sympathy for Mr. Vengeance" oder "I'm a Cyborg, but thats ok" allesamt Spitzenfilme des letzten Kinojahrzehnts schuf. Und auch mit "Stoker" trifft er bei mir voll ins Schwarze - der mysteriöse Streifen ist poetisch und immer wieder schimmert der Thriller durch. Denn möglicherweise kommt das Böse in die Stadt in der Gestalt von Onkel Charlie (Matthew Goode), der nach vielen Jahren Weltreisen zur Beerdigung seines älteren Bruders wieder im Familienkreis auftaucht. Ich liebe Filme, in denen ein Onkel Charlie mit einem schrecklichen Geheimnis wieder im Kreis der Lieben auftaucht. Und was mit Joseph Cotten und Teresa Wright funktionierte, klappt auch hier bestens. Matthew Goode wirkt charismatisch, aber vor allem der jungen Mia Wasikowska ist es zu verdanken, dass sich "Stoker" ein kleines Filmjuwel nennen kann.
Dieser Onkel Charlie hat Geheimnisse, aber auch Töchterchen India (Mia Waskikowska9 ist schwer durchschaubar. Das stille Mädchen ist Klassenbeste und wird eigentlich von den Jungs auf dem College (Lucas Will/Alden Ehrenreich) begehrt, doch sie gilt als nicht berührbar und unnahbar. Den toten Vater hat das Mädchen geliebt, gemeinsam gingen sie immer zur Jagd. Aussen vor stand immer die Mutter Evelyn (Nicole Kidman), die ständig mit der Tochter in Konflikten steht. Pltözlich taucht auch Tante Gin (Jacki Weaver) auf, doch die verschwindet auch bald wieder. Überhaupt ist sie nicht die einzige, die einfach so verschwindet...
Mit grandiosen poetischen Bildern von Chung Chung-hoon ist dieser Film für mich eines der besten Werke dieses Kinojahres. Die Story mündet immer wieder in andere Richtungen, einerseits ist es ein Thriller, dann tauchen zunehmend Horror- und Mysteryelemente auf, auch die neue Dreiecksbeziehung im opulenten Anwesen der Stokers ist von einigen Interesse. Nach und nach erst erfährt der Zuschauer mehr von der Anziehung zwischen Onkel und Nichte. Doch am Ende bleibt das Mysterium und die subversiven Elemente wüten weiter.
Ein Spitzenfilm...
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5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schrecklich schöne Bilder, 27. Dezember 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Stoker - Die Unschuld endet [Blu-ray] (Blu-ray)
Hauptsächlich habe ich den Film aufgrund des Regisseurs gesehen, die Darsteller waren für mich nebensächlich. Trotzdem eine sehr gute schauspielerische Leistung. Definitive Empfehlung.
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5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Feiner Mystery-Thriller der anderen Art, 27. September 2013
Rezension bezieht sich auf: Stoker - Die Unschuld endet (DVD)
In mehreren Rezensionen wurde schon ausführlich die Geschichte erzählt und interpretiert, ich werde dies jetzt nicht wiederholen.

Für einen neuen Film, ist dieser Hollywood untypisch inzeniert, was sicher auch am Regisseur Park Chan-wook lag. Die minimalistische, ruhige Erzählweise ist ein cleveres Stilmittel, welche die Thrill-Momente des Filmes bis zum furiosen Finale noch besser zur Geltung kommen lassen. Perfekte Bilder, Kamera und Musik - dazu eine tolle Bildsprache und Symbolik, welche Lust machen, den Film ein weiteres Mal zu schauen. Es fallen einem dann sicher noch kleinere Details auf. Der Film ist einfach liebevoll und genau inzeniert. Kein Dialog, keine noch so stille Szene ist unwichtig - alles wurde auf das Wesentliche reduziert, was ein gutes Drehbuch und Storyboard voraussetzt.

Was wäre ein Film ohne gute Darsteller. Mia Wasikowska und Matthew Goode spielen sehr überzeugend und sind die Highlights des Filmes. Nicole Kidman spielt gut mit - aber ihre Rolle hat weniger Raum. Noch ein Wort zu Matthew Goode, der sicher weit weniger bekannt ist, als die beiden Hauptdarstellerinen. Schaut man sich unter IMDB mal seine Filmographie an, so fällt neben den vielen TV Produktionen auf, dass die Kinofilme fast allesamt recht hoch bewertet wurden.

Alles in allem ein runder Film - auch die kläglichen Einspielergenisse ändern daran nichts. Untermauert es doch die These eines untypischen Hollywood Filmes - welcher wohl nicht den breiten Geschmack des US Puplikums getroffen hat. Aber das sehe ich eher als Vorteil.
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7 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Grandios!, 18. September 2013
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Stoker - Die Unschuld endet [Blu-ray] (Blu-ray)
In einem Wort: grandios. Park Chan-Wook's Beitrag ist ein audiovisuell unfassbar präsizer und liebevoll durchdachter Psycho-Family-Thriller, der in seiner Schnitt- und Kamera-technischen Erzählweise unglaublich genial stilisiert ist - und dabei sogar die Story maximal ausschöpft. Grandiose Übergänge, geniale Bilder, perfekte Farbgebung, bombastisch-guter Soundtrack, hier passt alles wie gemalt. Und grundsätzlich steht die Geschichte auch weniger im Mittelpunkt, als das Ausspielen leidenschaftlicher Abneigung und erotischer Sehnsüchte. Cineastische Perfektion in Reinform.

Parks streng-kalkulierte Inszenierung, bei der die Wirkung jedes Kameraschwenks auf den Zuschauer genau durchdacht ist, ist dabei nicht die einzige Parallele zum Master of Suspense, Alfred Hitchcock. Nach heutiger Recherche kam ich folgendes: einen Onkel Charlie gab es in „Im Schatten des Zweifels", in dem Joseph Cotton den höflichen, aber verschlagenen Witwenmörder spielte. Und dass Park bei der Duschszene mit den Erinnerungen des Publikums an die Ermordung von Janet Leigh in „Psycho" jongliert, dürfte auch fast sofort auffallen.

Darstellerin Wasikowska brilliert als sensible Seele, die im Schatten ihres Onkels langsam aus ihrem Schneckenhaus herauskriecht, bis sie der versammelten Verwandtschaft zeigt, wo der Hammer hängt. Kidman erträgt ihr Leben als schon vor dem Tod ihres Mannes vereinsamte Evelyn mit eiskalt-aristokratischer Eleganz. Und Goode verkörpert Onkel Charlie so charmant und zuvorkommend, dass man vor ihm einfach Angst bekommen muss! Spannend, großartig gespielt und noch großartiger inszeniert – Kultregisseur Park Chan-wook liefert mit seinem Hollywoodeinstand „Stoker" sein Meisterstück ab.
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5.0 von 5 Sternen Brillianter Psychothriller (kein Spoiler), 30. Juli 2014
Rezension bezieht sich auf: Stoker - Die Unschuld endet [Blu-ray] (Blu-ray)
Sehr guter Psycho-Thriller. Neben der brilliant gestrickten Story wird die Frage aufgeworfen was in der Menschlichen Natur schwerer wiegt: Sozialisation bzw. Prägung oder genetische Veranlagung.
Wenn man sich gerne mit tiefgründigeren Begebenheiten auseinandersetzt und Filme wie - Sieben / Inception / We need to talk about Kevin - nicht wegen ihren Gewaltdarstellungen, sondern den aufgezeigten Abgründen der Psyche schaut, dann wird man Stoker lieben.
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3.0 von 5 Sternen Visuell stark, aber zu vorhersehbar, 10. Juli 2014
Rezension bezieht sich auf: Stoker - Die Unschuld endet (DVD)
Ein Film, der mit wenigen DarstellerInnen auskommt; im Grunde eine Dreiecksgeschichte zwischen Mutter, Tochter und dem ominösen Onkel Charlie. Das Tempo ist gemächlich. Der hinter beherrschten Mienen liegende Horror wird langsam aufgebaut. Die Atmosphäre wirkt bedrohlich, das Innenleben der Hauptcharaktere steht kurz vor der Explosion. Grundsätzlich ist „Stoker“ gut konzipiert, mit einem Flair von Hitchcock.

Was fehlt ist das Element der Überraschung. Von Anfang an scheint durch, welche Richtung die Geschichte einschlagen wird. Maria Wasikowska als wortkarge Tochter mit innerem Abgrund oder Nicole Kidman als eifersüchtige, vernachlässigte Witwe machen ihre Sache gut. „Onkel“ Matthew Goode wirkt von Anfang an aalglatt und soziopathisch – auch gut! Dennoch: „Stoker“ ist weniger ein Film, eher ein düsteres Theaterstück, das man glaubt so ähnlich schon mal gesehen zu haben.

Was ins Auge springt ist die Ausdruckskraft der Bildsprache. Die Kameraführung geht gerne auf Details ein. Eine Spinne, die ein Bein hochkrabbelt, oder Nicoles rotes Haar beim Kämmen wird so zu einem Akt der visuellen Kunst.

Am Ende tut man sich schwer, „Stoker“ zu bewerten: Er hebt sich durch augengefällige Ästhetik aus der Masse ähnlicher Thriller ab, fällt aber durch die Vorhersehbarkeit wieder genau dorthin zurück.
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Stoker - Die Unschuld endet [Blu-ray]
Stoker - Die Unschuld endet [Blu-ray] von Park Chan-wook (Blu-ray - 2013)
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