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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hammerfilm, den man gesehen haben muss, 26. Oktober 2013
Von 
Sascha Hennenberger "SasH" (Renchen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Brubaker [Blu-ray] (Blu-ray)
Das Gefängnis Drama “Brubaker” ist zweifelsohne ein herausragender Klassiker der 80er Jahre. Erzähltechnisch betrachtet noch deutlich in den 70er Jahre verwurzelt, bieten die beiden Regisseure Stuart Rosenberg („Amityville Horror“) und Bob Rafelson („Wenn der Postmann zweimal klingelt“ – der kurz nach Drehbeginn von Rosenberg abgelöst wurde) eine sehr authentische aber auch bedrückende Geschichte. Das Erstaunliche dabei ist die Tatsache, dass die Geschichte auf dem Buch „Accomplices to the Crime: The Arkansas Prison Scandal“ von Tom Murton und Joe Hyams basiert. Demzufolge haben sich diese Ereignisse im Jahr 1967 in Arkansas wirklich (wenn auch nur im Kern) in Arkansas so zugetragen. Zur besseren Authentizität wurde im Junction City Prison in Junction City, Ohio gedreht. Autor Thomas Murton war bei den Dreharbeiten übrigens auch als Berater vor Ort tätig.
In der heutigen Zeit ist es unvorstellbar, dass Menschen noch wie Vieh gehalten werden. Umso erschütternder ist es dann letztendlich, dass derartiges in den Vereinigten Staaten der 60er Jahre so passiert ist. Auch wenn manche Elemente schon etwas gerade gerückt wirken, bleibt der Unterhaltungsfaktur stets sehr hoch. An Spannung mangelt es zu keinem Zeitpunkt. Im Gegenteil: Obgleich der Film über 2 Stunden dauert, vergeht die Zeit wie im Flug, so dass man am Schluss ungläubig auf die Uhr schaut, dass der Film schon vorbei ist. Selbst nach über 30 Jahren hat „Brubaker“ nicht an seinem Charme eingebüßt. Auch wenn manche Bestandteile mittlerweile fast schon harmlos wirken und in aktuellen Filmen mit expliziterer Gewalt dargestellt werden, verfehlt dieses Gefängnis Drama seinen Effekt nicht.
Die herausragende schauspielerische Leistung von Robert Redford (“Sneakers – Die Lautlosen), Yaphet Kotto (Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt), Jane Alexander (Gottes Werk & Teufels Beitrag), Murray Hamilton (Der weiße Hai), David Keith („Ein Offizier und Gentleman“), Matt Clark (Die Brücke von Remagen) und M. Emmet Walsh (“Blade Runner”) ist ein wesentlicher Bestandteil, dass „Brubaker“ zu solche einem herausragenden Werk wurde. Im Übrigen sind auch Morgan Freeman (“The Dark Knight Rises”) und Nicolas Cage („The Rock“) in kleineren Rollen zu Beginn ihrer Karriere zu sehen.
Das Ausgangsmaterial zu diesem Film ist mittlerweile auch schon über 30 Jahre alt. Dessen ungeachtet ist der Blu-ray Transfer wirklich sehr gut ausgefallen. Vor allem Schmutzpartikel wie etwa Staub sind wirklich nur selten zu erkennen. Auf Zelluloid gedreht bleibt das Filmkorn über weite Strecken unauffällig im Hintergrund, auch wenn es etwas gröber ausgefallen ist. Lediglich in dunkleren Szenen wird es ein wenig stärker ohne jedoch negativ aufzufallen. Dabei bleibt die Schärfe stets hervorragend bei guter Detailzeichnung. Gerade bei Nahaufnahmen sind sehr viele Details wie feine Haare oder Hautporen zu erkennen. Doch auch in der Totalen werden viele Details wiedergegeben. Vereinzelt macht sich sogar gute Plastizität bemerkbar. Die Farben sind zwar leicht trist gehalten, aber dennoch sehr kräftig und natürlich. Der Kontrast wurde gut dargestellt und verspricht fließende Farbübergänge. Der Schwarzwert könnte zwar noch gerne etwas kräftiger sein, bildet aber ein solides Schwarz ab. Kompressionsspuren sind nicht vorhanden. Ein Upgrade von der DVD ist definitiv gerechtfertigt.
Zwar liegt der deutsche Ton in DTS 5.1 vor, seine Mono-Herkunft ist aber unverkennbar. Die Front bietet nur selten einen guten Stereoeffekt. Die hinteren Kanäle bleiben so gut wie unbemerkt. Nur sehr leise sind einige Hintergrundgeräusche zu hören. Die Musik tönt ebenfalls durchgehend aus den vorderen Kanälen. Allerdings bietet die deutsche Abmischung auch gewisse Vorteile. So sind Störgeräusche wie etwa Rauschen nicht vorhanden. Der Klang der Stimmen ist ebenfalls natürlich und klar, so dass die Dialoge jederzeit deutlich zu verstehen sind. Die Dynamik ist gut. Die Basswiedergabe ist zwar ebenfalls recht schwach auf der Brust, lässt aber zumindest im Ansatz einige Tieftonfrequenzen erkennen. Das englische Original bietet keinerlei Vorzüge. Im Gegenteil, denn hier ist sogar recht häufig Rauschen zu hören.
Das Bonusmaterial ist kaum der Rede wert. Lediglich der Original Kinotrailer wie TV Spots befinden sich auf dieser Disc. Schade. Ein Hintergrundbericht zu den Originalereignissen wäre sicherlich interessant gewesen.
Fazit: Auch wenn der Ton und das Bonusmaterial nicht erstklassig sind, bleibt immerhin noch das tolle Bild, das eine Anschaffung rechtfertigt. Wer „Brubaker“ bislang noch nicht kennen sollte, sollte das schleunigst nachholen, denn dieses Gefängnis Drama ist nicht nur ein Klassiker der 80er Jahre sondern darüber hinaus ganz großes Kino, das ohne jegliche Form von Effekthascherei ausgezeichnete Unterhaltung bietet.
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sehr intensives Gefängnisdrama, 7. Mai 2010
Von 
Rezension bezieht sich auf: Brubaker (DVD)
1968, Arkansas. Auf merkwürdige Weise nimmt der Gefängnisdirektor Henry Brubaker (Robert Redford) seinen Dienst auf : Als gewöhnlicher Häftling lässt er sich in das Gefängnis Wakefield einliefern und verbringt einige Tage mit ihnen und erlebt unmenschliche Zustände.
Er hat sich ein Ziel gesetzt : Das Gefängnis zu reformieren. Er stößt auf Widerstände, nicht nur bei den Häftlingen...

Eine tolle Umsetzung der Gefängnis-Thematik und deren Kritik am System.
In der ersten Hälfte des Film wird auf die elenden Zustände hingewiesen dann geht es über in das Verändern. Ohne Gefühlsduselei wird eine Analyse präsentiert wie eine Struktur entstanden ist, die weit über das Gefängnis hinausgeht. Gefangene werden als billige Arbeitskräfte gehalten, alles kostet, auch für die medizinische Versorgung zahlen die Häftlinge. Die Gefangenen werden schikaniert und drangsaliert nicht sozialisiert. Jedes Mal wenn Brubaker glaubt er hat was erreicht, stellen sich die privilegierten Häftlinge quer oder ihm werden bürokratische Steine in den Weg gelegt. Ein aussichtsloser Kampf; auch gegen seine Vorgesetzte.

Regisseur Stuart Rosenberg hat hier fast ein Meisterwerk kreiert, dass, nur am Ende, etwas übertrieben ist. (auch wenn es die Wahrheit sein sollte, denn der Film basiert auf realen Gegebenheiten) Vielleicht habe ich auch nur zu wenig Fantasie zu was Menschen fähig sein können.

Was den Film so einmalig macht sind die Darsteller, die bis in die Nebenrolle hervorragend besetzt sind :
Neben Robert Redford, Yaphet Kotto, Jane Alexander, David Keith sind unter anderem Morgan Freeman, Matt Clark, Everett Mc Gill sowie Wilford Brimley, Joe Spinell zu sehen.
Die erzeugen ein Sozialdrama das in der heutigen Zeit sicher nicht mehr zu realisieren sein dürfte. Neben einem hervorragenden Drehbuch, der Kameraführung und der Musik von Lalo Schiffrin entstand ein hervorragend fesselndes Werk das man gesehen haben sollte. Drehort war ein richtiges Gefängnis und das gibt dem Werk die richtige Authentizität.
Für mich jedenfalls ein Kaufempfehlung wert, denn das amerikanische Justizsystem hat sich seit dieser Zeit nicht wesentlich geändert, nur die Fassade wurde modernisiert.

Extras gibt es keine auf der Scheibe.
Bild und Ton sind ordentlich aber nicht weltbewegend, der Film ist immerhin 30 Jahre alt.
(9/10)
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11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein durchdachtes und spannendes Drama, 15. September 2013
Rezension bezieht sich auf: Brubaker [Blu-ray] (Blu-ray)
Der Film stellt eine gute Mischung aus einem Gefängnisdrama und einem Polit-Thriller da. Ein Gefängnisdirektor lässt sich Undercover auf einer Gefängnisfarm in Arkansas einweisen und muss schnell die schrecklichen vorherrschenden Verhältnisse kennenlernen. Ein sehr gut gedrehter und mutiger Film, der mit überzeugenden Darstellern glänzt (Morgan Freeman in seinen jungen Jahren ist auch zu sehen ;)). Gesellschaftskritisch und spannend bis zum Schluss!

Die Blu-ray hat hervorragende Bildqualität, die ich nicht unbedingt bei diesem alten Film erwartet hätte. Würde hier glatt 4,5 von 5 Sternen geben. Auch der Ton überzeugt und ist sauber und verständlich. Alles in allem eine durchaus gelungene und sinnvolle Blu-ray-Auffrischung im Gegensatz zur DVD!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einer der besten Filme von Robert Redford, 7. Mai 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Brubaker (DVD)
Der Film Brubaker wurde nach einer wahren Begebenheit Produziert. Er schildert die Begebenheiten, Korruptionen, Demütigungen, Bestrafungen und das unmenschliche Rechtssystem in einem Strafgefangenen Lager der USA. Ärzte dich sich von Gefangenen bezahlen lassen, damit Sie überhaupt mit der Behandlung anfangen. Gefangene die von "Sträflings-Wärtern" ermordet werden. Brubaker, der neue Leiter des Zuchthauses, begibt sich unerkannnt als Sträfling Ins Lager und erlebt wie Sträflinge tyrannisiert und brutall ausgepeitscht werden.

Als sich sie Lage im Zuchthaus zuspitzt, gibt er sich als neuer Gefängnis Direktor zu erkennen, und versucht gegen vielerlei Widerstand von verschiedenen Seiten, das Gefängnis zu reformieren .....

Ein Film, den man nicht nur als Fan von Robert Redford, gesehen haben muß
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19 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Erschütternder Blick hinter die Gitter, 12. Februar 2004
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Brubaker (DVD)
"Ich bin Brubaker". Früher als ihm eigentlich lieb ist, muss Häftling Nr. 29450 seine wahre Identität preisgeben. Der Neuzugang im "Wakefield"-Knast ist kein Krimineller, sonder der neue Chef der Anstalt. Um die dortigen Verhältnisse kennen zu lernen, ließ er sich inhaftieren. Seine Berichte sind erschütternd: Erpressung, Folter, Korruption und Mord - gegen das kommt auch ein Reformer wie Brubaker nicht ohne weiteres an ...
Ende der Sechzigerjahre scheiterete der Versuch, eine Gefängnisfarm in Arkansas zu reformieren. Das Drama mit einem glänzend aufspielenden Redford basiert auf diesem Fall.
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5.0 von 5 Sternen Top Film mit Robert Redford, 1. September 2014
Rezension bezieht sich auf: Brubaker [Blu-ray] (Blu-ray)
Der Gouverneur von Arkansas nominiert Henry Brubaker 1968 zum neuen Direktor des Wakefield-Gefängnisses. Er soll dort die neuen Gesetzesreformen durchsetzen. Zu diesem Zweck lässt sich Brubaker als Häftling in die Anstalt einschleusen. Der Kriminologe Brubaker erfährt am eigenen Leib, dass Korruption, Vergewaltigung und Folter zum Gefängnis-Alltag gehören. Auf den Feldern arbeiten die Häftlinge bis zu fünfzehn Stunden am Tag bis zum körperlichen Zusammenbruch. Fassungslos muss Henry Brubaker etwa feststellen, dass Häftlinge weiter im Gefängnis festgehalten werden, obwohl sie ihre Haftzeit bereits längst verbüßt haben. Daraufhin entschließt sich Brubaker, den Kampf gegen die Missstände - nicht nur in der von ihm geleiteten Haftanstalt, sondern des amerikanischen Strafvollzugs überhaupt - aufzunehmen.

Bei einer Geiselnahme gibt sich Henry Brubaker als neuer Anstaltsleiter zu erkennen und beginnt, den Kampf gegen die unmenschlichen Zustände auf seine Weise zu führen. Seine Maßnahmen und seine Enthüllungen erregen zusehends das Misstrauen des Gouverneurs und des Gefängnisgremiums, als Brubaker ein Massengrab von 200 ermordeten Gefangenen exhumieren lässt.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen „I Don’t See Playing Politics with the Truth.“, 11. Oktober 2014
Von 
Tristram Shandy - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Brubaker [Blu-ray] (Blu-ray)
[Vorsicht Spoiler!]

Henry Brubaker (Robert Redford), Titelheld des Gefängnisdramas “Brubaker” von Stuart Rosenberg aus dem Jahre 1980, ist ein Mann, der unbeugsam seinen Prinzipien anhängt. Als Brubaker 1969 als neuer Direktor für das Wakefield State Prison eingesetzt wird, läßt er sich zunächst inkognito, als Gefangener, in seine neue Wirkungsstätte einliefern. Schon vom ersten Moment an wird ihm klar, daß er eine Menge Arbeit vor sich haben dürfte, denn da der Staat Arkansas die Gehälter für Vollzugsbeamte einsparen möchte, hat man dort einige der Gefangenen zu sogenannten trusties gemacht, d.h. man gewährt diesen Männern gewisse Vorrechte, wofür sie auf der anderen Seite die Aufgaben von Schließern wahrzunehmen haben. Da die Gefängnisleitung selbst korrupt ist und die Gefangenen als Leiharbeiter in umliegenden Betrieben schuften läßt und auch noch die Ernte der gefängniseigenen Landwirtschaft den Häftlingen vorenthält, sondern gewinnbringend verkauft, arbeiten auch die trusties nicht regelkonform und nutzen ihre Macht eiskalt aus, um sich zu bereichern und um ihre sadistischen Triebe auszuleben. Besonders schlimm treibt es der „Vertrauensmann“ Huey Rauch (Tim McIntire), der an die Spitze seiner Guerilla-Wächter aufgestiegen ist und sich ein kleines Imperium der Vorteilsnahme aufgebaut hat, das er rücksichtslos verteidigt. Während einer Geiselnahme im Gefängnis, die aus der Verzweiflung eines in Isolationshaft sitzenden Häftlings (Morgan Freeman) entspringt, gibt sich Brubaker als der neue Leiter zu erkennen und beginnt in der Folge, Wakefield nach seinen Vorstellungen umzubauen, indem er beispielsweise körperliche Züchtigungen untersagt, das Gefängnis mehr und mehr zum Selbstversorgungshof umstrukturiert, die Praxis der Leiharbeit einstellt und weitere humane Maßnahmen umsetzt, was ihn nicht nur mit den trusties innerhalb des Gefängnisses in Konflikt geraten läßt, sondern auch die örtlichen Unternehmer gegen ihn aufbringt, die Druck auf den Lokalpolitiker John Deach (Murray Hamilton – ja, er spielt auch den korrupten Bürgermeister in „Jaws“), ein Mitglied des Gefängnisvorstandes, das sich nebenbei auch durch den Verkauf von nutzlosen Versicherungspolicen an die Anstalt persönlich bereichert hat, ausüben.

Als Brubaker infolge eines Geständnisses eines alternden Häftlinges annehmen muß, daß in den Jahren vor seiner Amtsführung mehrere hundert Gefangene zu Tode gequält und heimlich verscharrt worden sind, läßt er Exhumierungsarbeiten vornehmen, was John Deach und den Gouverneur des Staates dazu bringt, Brubaker mit Entlassung aus seinem Amt zu drohen, falls er weiter in der Vergangenheit herumstochern wolle. Der Direktor indes läßt sich nicht beirren und ist zu keinem Kompromiß bereit, was dazu führt, daß er schließlich seinen Hut nehmen muß, nachdem er noch Zeuge wurde, wie die von ihm gesammelten Beweise durch korrupte Sachverständige in einer öffentlichen Anhörung „entkräftet“ wurden. Auf seinem Weg aus dem Gefängnis zollen ihm jedoch die meisten Häftlinge, angeführt von dem inzwischen in seiner Haltung reformierten trusty Coombes (Japhet Kotto) ihren Respekt.

„Brubaker“ basiert zu einem großen Teil auf dem Fall Thomas Murtons, der Ende der 60er Jahre den Auftrag bekam, die Korruption in zwei Gefängnisfarmen in Arkansas zu beenden. Als er jedoch – wie im Film der Titelheld – den begründeten Verdacht entwickelte, daß in einer der Anstalten Morde an den Gefangenen begangen worden waren, und auch einige Leichen ausgraben ließ, wurde er den politischen Machthabern unbequem und kurzerhand aus dem Amt entlassen. Man zwang ihn zudem, den Staat zu verlassen, indem man ihm mit einer Anklage der Störung der Totenruhe drohte, einem Vergehen, für das in Arkansas mehr als 20 Jahre Haft verhängt wurden. Anders als sein filmisches Pendant Brubaker hatte sich Murton zuvor jedoch nicht als einfacher Häftling in die Anstalten einschleusen lassen.

Mit Brubaker hat Stuart Rosenberg eine sehr eigenwillige Figur geschaffen, einen unbeirrbar über den Dingen stehenden Helden, der es ablehnt, seine Prinzipien zu verraten, selbst wenn er dadurch materielle Vorteile für diejenigen, denen sein Kampf scheinbar gilt, eintauschen könnte. Als seine Kampfgefährtin Lillian Gray (Jane Alexander) ihn dazu drängt, den faulen Kompromiß – oder die die Mischung aus Zuckerbrot und Peitsche –, mit dem sich der Gouverneur weitere peinliche Nachforschungen ersparen möchte, anzunehmen, und ihm sagt: „You can’t reform the system if you’re not in it“, weist er sie mit den Worten zurück, daß er mit seinen Prinzipien keine Politik betreibe – und dies, obgleich er durch einen Verzicht auf weitere Nachforschungen über vertuschte Morde im Gefängnis die Situation der dort lebenden Gefangenen definitiv langfristig hätte verbessern können. Seinem Projekt, Wakefield in Richtung Selbstversorgung arbeiten zu lassen, und der Möglichkeit, seine Vorstellungen von einem humaneren und gerechteren Strafvollzug umzusetzen, wäre nichts mehr im Wege gestanden, hätte er sich bereitgefunden, den Mantel des Schweigens über jene 200 Leichen zu breiten, die dort auf einem Gefängnisacker verbuddelt worden sind. Den liberalen Unterstützern Brubakers, Lillian Gray und Leon Edwards (Nathan George), erscheint Brubakers Weigerung, das Spiel von der einen Hand, die die andere wäscht, mitzuspielen, als unverständlich und auch geradezu als arrogant, doch Brubaker offenbart an dieser Stelle seine tiefkonservative Vorstellung von Richtig und Falsch – was den Film eben zu einem sehr konservativen Film macht, auch wenn sich dies unter seinen Bewunderern noch nicht herumgesprochen haben dürfte –, wenn er sagt, man könne nicht mit zweierlei Maß messen, und wenn man diejenigen, die für die Morde verantwortlich sind, davonkommen lasse, weil sie sich in hohen gesellschaftlichen Positionen befinden, dann wäre es schwer, den Gefangenen begreiflich zu machen, warum ausgerechnet sie für ihre Taten im Gefängnis säßen.

Roger Ebert gesteht dem Film zu, in den ersten zwanzig bis dreißig Minuten zwar ein beklemmendes Bild vom Gefängnisalltag zu zeichnen, wirft ihm aber gleichzeitig vor, seine Figuren auf Standpunkte und politische Positionen zu verkürzen, ohne ihnen Menschlichkeit zukommen zu lassen. Eine solche Kritik vermag der Rezensent nur bedingt nachzuvollziehen, denn gerade der Verzicht darauf, Brubaker mit einer Vergangenheit in den Film kommen zu lassen und ihm gar noch eine Affäre mit Miss Gray an den Hals zu hängen, läßt die Aussage von „Brubaker“ so deutlich zutage treten und verleiht ihm, nebenbei bemerkt, sogar Züge eines Westerns: Brubaker ist der „lonesome hero“ à la Shane, vielleicht gar noch ein wenig grimmiger, weil abgeklärter, der es ablehnt, faule Kompromisse einzugehen, weil es schlichtweg falsch ist, sich einen Vorteil einzukaufen, wenn man dafür Unrecht ungesühnt lassen muß. Politisch gesehen ist eine solche Einstellung freilich keinesfalls zuträglich, doch Brubaker ist eben – und das macht ihn so sympathisch – kein Politiker. Diejenigen, die ihn als „bleeding heart liberal“, als emsigen Gutmenschen sahen, hätten spätestens in dem Moment eines besseren belehrt sein können, als er den Gefangenen in seiner Antrittsrede verkündet, sie müßten sich seinen Respekt und sein Vertrauen erst noch verdienen, und er glaube auch nicht, daß sie zu Unrecht inhaftiert sein. Hier erklingt es nicht, das wohlfeile Lied von der Gesellschaft und der verkorksten Kindheit, die an allem schuld seien, sondern für Brubaker sind die Entscheidungen eines Menschen einzig und allein moralischer Natur. Weil dem aber so ist, muß er diese Prämisse auch zum Grundstein seines eigenen Handelns machen und kann eben nicht das Spiel der Politiker mitspielen.

Eines der stärksten Zitate aus diesem an starken Zitaten reichen Film ist die Zusammenfassung von Brubakers Charakter, die der trusty Coombes abgibt: „I don‘t get men like you. You‘re all dangerous men. You start wars and you let other people fight them, you come in and say, ‘Do this, do that, think this way, walk this way’, you put a sign in some fool’s hand and say, ‘Follow me around; I've got the whole thing figured out, so you can change things for the better!’ Well that’s a lot of bulls***! There’s only one thing you do – that’s get people killed!” Diese Worte bezeichnen ziemlich genau das Handeln eines politischen Demagogen oder das eines überzeugten Missionars, und gerade deshalb sind sie bezüglich Brubakers eigentlich völlig fehl am Platze. Anders als der Demagoge und der weltverbessernde Missionar sieht sich Brubaker nämlich nicht zu Höherem berufen – und damit auch tendentiell berechtigt, den Zweck die Mittel heiligen zu lassen, sondern er handelt, ganz im Gegenteil, auf eigene Verantwortung und möchte die Menschen in seiner Umgebung dazu bringen, die Dinge zu tun, die nach ihrer Auffassung das Richtige sind, ohne ihnen seine Weltsicht aufzudrängen. Letzteres zeigt sich, als er die neugewählten Vertrauensleute der Gefangenen in ihrer ersten Sitzung einfach sich selbst überläßt, während sie noch darauf warten, daß er den Vorsitz in der Runde übernimmt.

Das Ende des Filmes mag frustrierend sein, wenn wir Brubaker dabei zusehen, wie er – aus seinem Amt entlassen – schweigsam seine Wirkungsstätte verläßt, während die Gefangenen, durch einen Zaun von ihm getrennt, dem neuen Gefängnisleiter bei seiner Antrittsrede zuhören, in der er die Rücknahme vieler von seinem Vorgänger eingeführter Maßnahmen verkündet – darunter auch die Wiedereinführung körperlicher Züchtigungen –, wird uns doch klar, daß zunächst einmal alle Verbesserungen, die Brubaker und die Gefangenen erarbeitet haben, verspielt sind. Auch der Respekt, den ihm die Gefangenen zollen, wobei sie den neuen Direktor einfach ignorieren, mag dem einen oder anderen Zuschauer eher als bittere Ironie erscheinen, ist er doch auch – aus liberaler, politischer Sicht – als Futter für Brubakers vermeintliche persönliche Eitelkeit lesbar, doch dann informieren uns Zwischentitel vor den Credits darüber, daß zwei Jahre später Coombes mit einer formalen Beschwerde eine erneute Untersuchung des Gefängnisses erreicht habe – dieses Mal mit nachhaltigerem Erfolg. Und wir wissen: Brubakers Beispiel hat Früchte getragen.

Zwar hat sich nicht die Welt als solche verbessert, doch dies war wohl auch nie das Ziel eines Mannes wie Brubakers, dem es in erster Linie darum ging, getreu seiner moralischen Überzeugung zu handeln. Die Welt zu verbessern, ist zudem etwas, das aus der konservativen Sicht dieses Filmes wohl auch von vornherein zum Scheitern verurteilt wäre, denn gewöhnlich tritt genau die Art von Mensch zu diesem vermessenen Projekt an, die Coombes in den oben zitierten Worten beschrieben hat, und ebenso häufig läßt sich diese Art von Mensch dann auch auf genau die Kompromisse ein, die Brubaker ablehnte. Ein Happy End bietet „Brubaker“ damit ganz sicher nicht, doch macht bereits der ganze Grundton des Filmes klar, daß es ein solches auch gar nicht geben kann, denn nicht nur diejenigen, die im Gefängnis sitzen, sind oftmals egoistisch, intrigant und grausam – und „Brubaker“ steht zu dieser Einschätzung, weigert sich der Film doch, die Gefangenen ausschließlich als Mißhandelte des Systems und Stiefkinder der Gesellschaft zu verklären –, sondern auch diejenigen, die für den Strafvollzug an diesen Menschen verantwortlich sind und die ihn politisch zu verantworten haben. Rosenberg macht dies auf subtile Weise deutlich, wenn er zeigt, wie die Intrigen von Männern wie Deach mit den brutaleren Maßnahmen von Schuften wie Huey Rauch und anderen, die auch vor Mord nicht zurückschrecken – ineinandergreifen, um Brubaker nach und nach zu demontieren.

Und doch entläßt uns dieser einzigartige Film nach mehr als zwei dramatischen Stunden, die wie im Fluge vergehen, trotz seines pessimistischen Gesellschaftsbildes mit einem guten Gefühl, zeigt er uns doch, wie die moralische Integrität einzelner Personen durchaus in bescheidenem Rahmen eine feuerfeste Stube in unser aller Hölle auskleiden kann.
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5.0 von 5 Sternen Berüchtigt der Film, 4. Januar 2009
Rezension bezieht sich auf: Brubaker (DVD)
Brubaker indem Robert Redford als neuer und fairer Gefängnisdirektor in den USA aufräumen will und endlich, die Bestechung und Korruption außerhabl und innerhalb des Gefägnisses stoppen will.

Der Film war zur damaligen Zeit sehr berüchtigt und löste einige sehr harte Diskussionen im Fernsehen aus, ob die amerikanische Justiz doch härter vorgeht, als man muss.

Spannend und hart zeigt Brubaker das Leben der Gefangen von alles Seiten ohne Kompromisse, einer der besten Filme von Robert Redford.
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5.0 von 5 Sternen Klassiker mit guter Bildqualität, 11. Mai 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Brubaker [Blu-ray] (Blu-ray)
Dieser Klassiker ist wirklich gut remastered und hat eine gute Bildqualität. Da wir ihn im Angebot bekommen haben ist der Film ein Schnäppchen. Einer der all time favior mit Robert Redford als Gefängnisdirektor in kognito. Der Film lohnt sich auf alle Fälle und die Blu-ray Version ist durch die gute Bildqualität auch nicht überflüssig. Ob man sie als Vollpreis Blue-ray kaufen will muss jeder für sich entscheiden.
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5.0 von 5 Sternen realistischer häfenfilm, 27. April 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Brubaker [Blu-ray] (Blu-ray)
ein film der natürlich schon in die jahre gekommen ist aber nichts von seinem reiz verloren hat.
über den inhalt sage ich gar nicht viel,nur daß hier schonungslos aufgezeigt wird wie`s im
richtigen leben eben so ist,mord,folter,korruption,die ganze palette und wenn man den hohen
tieren zu nahe kommt und sie sich bedroht und in die ecke gedrängt fühlen,fangen sie an sich
dafür zu rächen und jedes mittel ist diesen herrschaften recht.sie sind eigentlich nicht viel besser
als die,die eingesperrt sind.......
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Brubaker [Blu-ray]
Brubaker [Blu-ray] von Stuart Rosenberg (Blu-ray - 2013)
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