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am 20. März 2007
philip seymour hoffman kann man ja nicht wirklich attraktiv nennen, trotzdem macht er diesen film durch sein überragende schauspielerische leistung zu einem außergewöhnlichen ereignis.

1959, truman capote, gefeierter, allürenreicher, offen homosexueller, schillernder star der partyszene hollywoods, beschließt nach seinem rauschenden erfolg mit "frühstück bei tiffany" eine true story in romanform zu schreiben. er stößt auf einen artikel in der new york times, der von einem brutalem mord an einer farmersfamilie in kansas berichtet. er gewinnt das magazin new yorker, ihm den auftrag für eine reportage über die morde zu erteilen. capote macht sich mit seiner langjährigen freundin harper lee (cathrine keener),autorin des ebenfalls verfilmten romans "wer die nachtigall stört", auf den weg nach kansas.

mittlerweile werden zwei junge männer unter dringendem tatverdacht verhaftet...

erschütternd wird die geschichte, als capote den mutmaßlichen mörder perry smith (clifton collins) kennenlernt. statt eines brutalen killers, findet der schriftsteller ein elendes häufchen mensch mit künstlerischer veranlagung vor, das langsam zu dem excentriker capote vertrauen fasst und immer mehr bereit ist, details aus seinem verpfuschten leben preiszugeben. er vermeidet allerdings über den mord selber zu sprechen..

kaltblütig nützt capote !! das vertrauen des verstörten häftlings für seinen eigenen erfolg aus und entwickelt gleichzeitig eine tiefe beziehung zu dem mutmaßlichen mörder.

langsam und unerbittlich rückt der tag der execution näher, capote hat für sein buch noch immer keinen passenden titel...

leute, wem dieser film nicht unter die haut fahrt, dem ist wirklich nicht zu helfen !

für mich einer der besten filme der letzten jahre !
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am 27. Februar 2013
Ich habe den Film gesehen und war den restlichen Tag in einer eigenartigen, düsteren Stimmung. Sowas schaffen, meiner Meinung nach, nur gute Filme.

Obwohl der Film sehr dunkel ausgestattet ist, ist alles stimmig. Vorallem die schauspielerische Leistung von P.S.Hoffman ist beeindruckend. "Kaltblütig" wird direkt bestellt!
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am 16. Februar 2013
Die Leistung von Philip Seymour als Truman Capote ist absolut brillant.Ein Mordfall in 1959 inspirierte Capote zu dem legendären Roman "Kaltblütig" ("In Cold Blood") . "Capote" ist ein faszinierendes Porträt über einen der schillerndsten Autoren des 20. Jahrhunderts. Sehr sehenswert!!
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TOP 1000 REZENSENTam 8. Oktober 2006
Das Buch "Kaltblütig" ist genial, auch die brooks Verfilmung aus den 60s war eine sehr gelungene Verfilmung dieses Stoffes.

So waren meine Erwartungen auch sehr hoch, noch dazu, weil ja Philip Seymour Hoffman auch noch den Oscar für seine Rolle als Truman Capote gewinnen konnte.

Durch diese sehr guten Kritiken hab ich den Film "Blind" gekauft.

Leider hat mich der sehr um einen künstlerischen Anspruch bemühte Film die ganzen langen 110 Minuten durchweg irre gelangweilt.

Es will überhaupt keine Stimmung, kein Tiefgang aufkommen. Dazu ist das Script zu dürftig, auch der Director setzt keine markanten Akzente und so gerät dieser Film zu einer selbstverliebten, aufgeblähten "One Man Show". Hier zeigt sich eindrucksvoll die Perfektion des "method Actings" im Guten wie im Bösen.

Da sitzt jede Einstellung, jede Geste ist perfekt...formvollendet.

Wahrscheinlich hat Hoffman auch monatelang nichts anderes getan, als die Figur Capote in sämtlichen Facetten und vor allem Manierismen zu studieren. Was auf der Strecke bleibt: Das "Innere" des Autors. Zu sehr gefällt sich Hoffman in seiner Rolle als eitler Selbstdarsteller. Gut: Man kann jetzt argumentieren, dass Capote tatsächlich so war.

Allerdings frag ich mich, ob so eine Darstellung mit "Hi""Kicher"..."Mantel schwenk" "Schwuppe raushängen"...es wirklich verdient hat, beste Darstellung des Jahres zu werden.

Was gänzlich auf der Strecke bleibt, ist die emotionale Sichtweise auf die Beziehung von Capote zum Täter und umgekehrt. Der Film wird jedenfalls seiner sapnnanden Augangslage und Herausforderung nie gerecht. Auch hat man die grosse Chance verspielt, den spektakulären Mordfall auch in seiner ganzen Kaltblütigkeit zu zeigen. Und damit meine ich in keinem Falle brutale Blutorgien. Aber vor allem der Zuschauer, der weder Buch noch den Fall kennt, hätte sich eher mit der Thematik anfreunden können und es wäre vieles plausibler gewesen. Man hätte nachvollziehen können, warum die beiden Täter in diesem Haus so kaltblütig agierten.

Capote wartet lange vor dem Schluss des Films darauf, dass der Täter ihm seine Tat schildert. Wir warten auch...

sie kommt dann in einer "eine Minute-Rückblende". Das wars dann.
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Als Truman Capote 1959, inspiriert durch eine Zeitungsmeldung, die von der Ermordung der Farmerfamilie Clutter in Kansas berichtete, beschloß, über den Umgang der kleinen Gemeinde mit dem ihr widerfahrenden Grauen zu schreiben, wußte er noch nicht, daß diese Entscheidung ihn dazu bringen würde, mit der Nonfiction Novel “In Cold Blood” den Höhepunkt seines literarischen Schaffens zu erreichen, aber auch die Grundlage zu ihrer Zerstörung zu legen. Denn nach diesem Buch vermochte Capote es nicht mehr, längere Werke zu einem Abschluß zu bringen und fiel insgesamt nur noch durch seinen exzentrischen Lebensstil auf.

Bennett Miller hat sich mit seinem Biopic „Capote“ aus dem Jahre 2005 auf genau jene sechs Jahre im Leben des Truman Capote beschränkt, in denen der Autor begann, sich für die Ereignisse in Holcomb zu interessieren, er schließlich die beiden Mörder Smith und Hickcock kennenlernte und zu ersterem eine besondere Beziehung aufbaute, die ihn einerseits dazu brachte, den Verbrechern zu helfen, gegen ihr Todesurteil Berufung einzulegen, wobei er andererseits aber nicht wirklich zu wollen schien, daß ihr Ritt durch die Instanzen von Erfolg gekrönt sein möge. Dabei muß man Millers Mut bewundern, sein Debüt im Spielfilm ausgerechnet anhand eines so schwierigen Stoffes zu geben, der die Gefahr in sich barg, im Falle des Mißerfolges den Ruf des Regisseurs arg zu belasten, die Erwartungen an zukünftige Filme bei einem Erfolg allerdings so stark anwachsen zu lassen, daß sie Miller ebenfalls unter nicht geringen Druck stellen würden. Zweifellos hat die Rezeption von „Capote“ wohl eher in Richtung des Letzteren gewirkt [1], denn es gelingt dem Regisseur, hier ein eindrucksvolles psychologisches Drama zu entfalten, bei dem sich der Zuschauer fragt, ob er den namengebenden Hauptdarsteller nun verachten oder vielleicht doch mit ihm mitfühlen sollte. Zu einem bedeutenden Teil dürften hierzu sicher auch die schauspielerischen Leistungen Philip Seymour Hoffmans, eines alten Freundes Millers, beigetragen haben, der ja auch in „Doubt“ (2008) sein Talent für ambivalente Rollen unter Beweis gestellt hat. Ein bißchen überzeichnet mag Hoffmans Art, als Capote zu sprechen, durchaus erscheinen, wenn man sie einmal mit Originalaufnahmen Truman Capotes vergleicht, doch abgesehen davon, läßt der eine Schauspieler den anderen hier auf überzeugendste Weise auferstehen.

Hoffmans und Millers Capote wird in den Film eingeführt als ein selbstbewußter und egozentrischer Partylöwe, der die Aufmerksamkeit und Bewunderung, die er mit seinen flinken Bonmots auf sich zieht, in vollen Zügen genießt. Seine Selbstsucht kommt immer wieder zum Tragen, wenn er beispielsweise seinen Lebensgefährten Jack Dunphy (Bruce Greenwood) ungerührt telefonisch hinhält, um Zeit für seine Arbeit in Holcomb zu haben, oder wenn er sich wie selbstverständlich der Hilfe seiner Freundin Harper Lee (Catherine Keener) bedient, um sich lästige Recherchen zu ersparen oder das Vertrauen der stockkonservativen Menschen in Holcomb zu gewinnen, die ihn zunächst einmal nicht mit offenen Armen empfangen. Selbst auf einem Fest zu Ehren Lees, als deren Roman „To Kill a Mockingbird“ verfilmt worden ist, bringt er es fertig, an der Bar zu sitzen – isoliert von all den anderen Gästen – und Lee von seinem Problem – was, wenn Smith und Hickock mit ihrem Vorstoß vor das Oberste Bundesgericht Erfolg haben und ihr Todesurteil kassiert wird? – vorzujammern. An manchen Stellen jedoch wird deutlich, daß dieser auf sich selbst fixierte Mann in seiner Kindheit schwere Traumata erlitten haben muß. So zeigt er durchaus Verständnis für die Identitätsprobleme von Teenagern und weist damit auch auf die Schwierigkeiten, die er als Heranwachsender mit seiner Umwelt hatte, hin, wenn er einem jungen Mädchen sagt: „Ever since I was a child, folks have thought they had me pegged because of the way I am, the way I talk. And they are always wrong.“ Auch Perry Smith (Clifton Collins Jr.) scheint Capote sich mit mehr als nur Kalkül zu nähern, denn er erkennt in der Vernachlässigung, die Smith in seiner Kindheit erfahren hat, durchaus eine Parallele zu seinem eigenen Leben, und so mag er wohl auch aufrichtiges Mitleid für den Gefangenen empfunden haben. So ist es bezeichnend, daß Capote den zwischendurch erkrankten Smith mit dem gleichen Bananenbrei eigenhändig wiederaufpäppelt, den er später selbst – freilich mit Alkohol verfeinert – ißt, als seine Nerven wegen des ausstehenden Berufungsverfahrens blank liegen.

In seiner Darstellung der Beziehung zwischen Capote und Smith – Hickock (Mark Pellegrino) taucht in dieser Version der Geschehnisse nur am Rande auf – liefert Miller indes keine Anzeichen für die These, nach der sich Capote in den Häftling verliebt und mit ihm sogar eine Beziehung unterhalten haben soll – oder er tut dies so subtil, daß es mir entgangen ist. Statt dessen unterstreicht Miller Capotes manipulatives Vorgehen, etwa wenn er Smith mehrfach eindringlich darum bittet, ihn auf die Besucherliste für das Staatsgefängnis zu setzen, und dabei die Möglichkeit besseren rechtlichen Beistandes in Aussicht stellt, oder wenn Capote in einem Gespräch mit Harper Lee Smith als eine Goldmine bezeichnet. Auch belügt Capote Smith über den Fortgang der Arbeit am Buch und über dessen Titel. Entgegen einer Interpretation, nach der der Titel „In Cold Blood“ eigentlich eine Anklage gegen die Todesstrafe sein solle, weil ja hier der Staat kaltblütig morden lasse, scheint der Capote in Millers Film mit diesem Titel eher sensationsheischend den seelischen Zustand der zwei Mörder ansprechen zu wollen. [2] Smith gegenüber verschweigt er jedenfalls den Titel, hält dann vor zahlendem und zahlreichem Publikum eine Lesung aus seinem (noch unvollendeten) Buch und behauptet Smith gegenüber später, der Verlag habe diesen Titel im Hinblick auf seine Werbewirksamkeit für die Lesung vorgeschlagen. Alles dicke, fette Lügen von einem Herrn, der seiner Freundin Harper Lee bei der Fahrt nach Kansas noch gesagt hat, er lüge nie. Neben Lügen bedient sich Capote außerdem der emotionalen Erpressung sowie der Schmeichelei, um aus Smith die Informationen herauszubekommen, deren er für sein Buch bedarf.

Vollends unsympathisch mag einen Capote dann wegen seines inneren Zwiespalts im Hinblick auf Smiths Schicksal erscheinen: Im Film wird suggeriert, Capote benötige endlich einen klaren Abschluß der Angelegenheit, damit er sein Buch beenden könne, und auf sein selbstmitleidiges Geseiere, er habe ja nun wirklich nichts für die beiden Mörder tun können, wird er von der scharfsinnigen Harper Lee korrigiert, er habe vielleicht auch nie wirklich etwas für sie tun wollen. So kann man aus dem Film gehen mit dem Bild, Capote habe hier als ein berechnendes, heuchlerisches und absolut selbstsüchtiges Monstrum gehandelt und Smith genauso kunstvoll manipuliert, wie es ihm gelungen war, innerhalb weniger Tage alle Herzen in Holcomb zu erobern. Allerdings kann man Capotes Seelenzustand auch ein wenig differenzierter sehen und eben darum verstehen, warum seine Arbeit an „In Cold Blood“ seine Sichtweise von nahezu allem geändert hat. Gehen wir davon aus, daß nicht nur Berechnung und kaltblütige Manipulation auf seiten Capotes waren, sondern daß er wirklich Mitleid mit Smith hatte und sich bis zu einem gewissen Grade in ihm wiedererkannte, dann mochte vielleicht gerade das ihn erschreckt und auch abgestoßen haben. So konnte er gleichzeitig wollen und auch nicht wollen, daß Smith und Hickock mit ihren Berufungsverfahren Erfolg hätten, weil er einerseits eine persönliche Bindung zu Smith aufgebaut hatte, aber andererseits ein anderer Teil von ihm sich nur noch danach sehnte, endlich mit Smith abschließen zu können … vielleicht sogar auf die endgültige Weise seiner Hinrichtung. So kann Capote denn auch Tränen vergießen bei einer Exekution, über die er doch auch erleichtert gewesen sein dürfte.

Allerdings hat die Erkenntnis dessen, was sich in ihm abgespielt hat, ihn dann psychisch so mitgenommen, daß er mit „In Cold Blood“ auch schlagartig den Zenit seines künstlerischen Schaffens überschritt. Millers Film bezieht hier nicht eindeutig Stellung, zeichnet allerdings insgesamt ein sehr kritisches Bild von Capote.

Dank überzeugender schauspielerischer Leistungen, vor allem seitens Hoffmans, Keeners und Collins‘ – aber auch in vielen Nebenrollen – sowie dank eines stimmigen, auf endloses Psychologisieren verzichtenden Drehbuches ist „Capote“ ein Film, der zum Nachdenken und Diskutieren anregt.

[1] Millers zweiten Spielfilm, „Moneyball“ aus dem Jahre 2011 [!], habe ich allerdings noch nie gesehen, so daß ich nicht weiß, ob Miller die hohen Erwartungen hat erfüllen können.

[2] Als mögliches Gegenargument freilich bietet sich die Unterhaltung zwischen Capote und Sheriff Alvin Dewey (Chris Cooper) an, während der Capote scharfzüngig bemerkt, der Titel müsse Dewey doch gefallen, weil er so schön maskulin klinge.
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am 29. Juli 2006
---Capote---

Mit dem Biographie-Drame erhielt Philip Seymour Hoffman den Oscar für seine Darstellung des amerikanischen Bestseller Autors Truman Capote.

Plot:

Wegen gemeinschaftlich begangenen heimtückischen Mordes an einer Familie werden zwei junge Männer vom Staate Kansas zum Tode verurteilt. Von diesem Geschehen erhält Capote Kenntnis. Er sieht in dem begangenem Verbrechen die für ihn eröffenete Möglichkeit, ein Buch über das Geschehen zu schreiben. Capote - freundet- sich mit einem der beiden Täter an, vermittelt ihnen für ihre Berufung einen neuen RA. Als Gegenleistung aber verlangt Capote die Erzählung des Geschehen, die Beweggründe desselbigen aus täterschaftlicher Sicht.

Capotes Buch -kaltblütig- wird einer internationaler Erfolg. Problematisch aber erweist sich Capotes mentale Beziehung zu einem der beiden Täter; gar fühlt er sich in einer gewissen Weise zu ihm verbunden. Ein Erfolg in der Rechtsmittelsache erweist sich derweilen als aussichtslos; ihre Anträge wurden vom Surpreme Court abgelehnt. Damit steht der Vollstreckung des Urteils nunmehr nichts im Wege. In gewisser Weise fühlt sich Truman für diesen Fehlschlag verantwortlich, wegen seiner gefühlsmäßigen Beziehung zu dem Täter; auf der anderen Seite aber, verlangt er für das begangene Verbrechen Gerechtigkeit und hütet sich davor, der Gerichtigkeit und der Öffentlichkeit bezüglich des Todesiurteils dazwischen zu stellen.

Finale des Films ist die persönliche Anteilnahme Capotes bei der Vollstreckung des Todesurteils - dem Erhängen der Täter, seiner Erkenntisquelle.

Facit:

Der Film fährt auf zwei Gleisen. Teils Biographie, teils Drama und Krimi. Eine überzeugende Verquickung beider Elemente. Filmmusik Mychael Danna. Laufzeit ca. 114 min.

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In Kansas wird eine von allen geachtete Familie auf ihrer Farm "kaltblütig" ermordet. Panik ergreift die Bürger der nahen Kleinstadt. Die beiden Täter werden schnell gefasst. Der Autor besucht sie im Gefängnis und notiert alles, was sie ihm berichten. Sein aufregender Tatsachenroman ist ein Beitrag zur Psychologie des Verbrechens.

So lautet der Klappentext des rororo-Taschenbuchs "kaltblütig" aus dem Jahr 1969. Der Autor und "Erfinder" des Tatsachenromans ist Truman Capote. Dieser Film handelt im Wesentlichen von den Verstrickungen eines in vielerlei Hinsicht herausragenden Schriftstellers in ein zwar sehr bedauerliches, aber letztendlich doch nur brutales und sinnloses Verbrechen in den fünfziger Jahren.

Das Filmdebüt von Bennett Miller ist daher keine umfassende Biografie über Capote. Diese müsste mit einer einfachen und lieblosen Kindheit in den Südstaaten beginnen. Die Mutter, die ihn nicht wollte oder nicht fähig war, ihn großzuziehen, schob ihn zu Verwandten ab. Eine zentrale Figur seiner Kindheit war Nelle Harper Lee (mit Catherine Kenner sehr gut besetzt), die ihm bei den Recherchen zu den Morden an der Farmersfamilie Clutter in der amerikanischen Provinz begleitet. Sie hat ein Verhältnis zu T.C., wie es nur Menschen haben dürfen, die bereits Vertraute der Kindheit waren. Nach überwiegend trostlosen Jahren der Kindheit, in der bereits das Schreiben eine Tür in eine interessantere Welt öffnete, änderten sich die Lebensverhältnisse Capotes durch die zweite Ehe der Mutter zum Besseren. Sie führte den Jungen nach New York und brachte ihm den Namen ein, unter dem er einst gefeiert werden sollte. Dass er ein bedeutender, berühmter Autor werden würde, war ihm da schon lange klar. Selbst Menschen, die Capote mochten, hielten ihn "für nicht nett" und für einen, "der über Leichen ging", wenn es ihm nützte. Er war eher klein, sein Äußeres wenig anziehend und seine gequetschte Südstaatenstimme quälte die Ohren der vielen geneigten Zuhörer. Dass er bekennend homosexuell war, hielt ihm nicht davon ab, sich liebend gerne geziert mit den schönsten und berühmtesten Frauen seiner Zeit fotografieren zu lassen Sie überragten ihn meist deutlich. Er war egozentrisch, narzisstisch, unhöflich, arrogant und über alle Maßen eingebildet. ("Es hat niemals einen Menschen wie mich gegeben, und es wird auch niemals wieder einen Menschen wie mich geben.") Dennoch wurde er wegen seines bahnbrechenden Talents ein "Star" und seine literarische Bedeutung wäre womöglich noch größer, wenn er dem Ruhm nicht gar so sehr verfallen gewesen wäre. Außer dem Ruhm liebte er den Alkohol, dem er mit den Jahren ebenfalls nachhaltig verfiel. Drogen beschleunigten den körperlichen und geistigen Verfall. Ca. 20 Jahre nach dem Erscheinen von "kaltblütig" starb er, tief gefallen, noch relativ jung. Die wenigen Jahre, die der Film umfasst, zeigen ihn jedoch auf dem Höhepunkt seines Schaffens. 1948 war sein erster, auf Anhieb erfolgreicher Roman "Other Voices, Other Rooms" erschienen. "Breakfast at Tiffany's" und seine regelmäßige Mitarbeit beim renommierten "New Yorker" hatten ihn zu einem finanziell unabhängigen Mann gemacht. Er konnte schreiben, worüber er wollte. Die gehobene New Yorker Gesellschaft lag ihm zu Füßen und deren dünne Luft war sein natürliches Element. T. C. passte zu dieser Stadt; er war ein Teil davon. Als er in der kleinen Stadt Holcomb, im Bibelgürtel des Mittelwestens der USA gelegen, aus dem Zug stieg, verband ihm nichts mit diesen Leuten. Philip Seymour Hoffman, der Capote im Film spielt und dessen Erwähnung schon lange fällig ist, schafft es, diese historische Person auf der Leinwand wieder lebendig werden zu lassen. Er hat jede Auszeichnung und Ehre verdient, die mit seiner Rolle in diesem Film verbunden sind. Geckenhaft gekleidet mit Schal und zierlichen Schuhen, sich affektiert benehmend und mit quäkenden, hartnäckigen und ständig fordernden Stimmchen kommt er, wie einst das reale Vorbild, den Menschen in Kansas wie ein Außerirdischer vor. Dennoch schafft er es, nicht nur die Einheimischen und die ermittelnden Polizisten für sich einzunehmen, sondern auch die beiden bald gefassten Täter. Besonders mit einem der Mörder, Perry Smith (Clifton Collins Jr.), wird er im Lauf der Jahre ein nahezu freundschaftliches Verhältnis aufbauen. Das ändert jedoch nichts daran, dass er auch ihn benutzen, belügen und verraten wird. T. C. merkt sehr bald, dass er nicht, wie anfangs geplant, eine Reportage für den „New Yorker“ über diese Ereignisse schreiben wird. Ein Buch soll es werden, der erste Tatsachenroman und eine Goldgrube dazu. Das Buch beginnt mit den Morden und muss zwangsläufig mit dem Tod der Mörder enden. Qualvolle Jahre vergehen für ihn und die Täter. Eingaben, Gouverneursentscheidungen und Anwaltsstrategien verhindern die Hinrichtungen. Die Mörder hoffen und setzen auf Capotes Hilfe. Dieser weiß, dass sein Buch zum großen Erfolg zwingend auf den Tod der Männer angewiesen ist. Eine Zwickmühle, die selbst für einen Menschen vom Schlage Capotes nervenaufreibend gewesen sein muss. Der Weltruhm winkt ihm erst nach dem Tod zweier Menschen, zu denen er eine komplizierte Beziehung unterhält. Am 22. Juni 1965 ist es endlich so weit. Capote ist bei der Hinrichtung dabei. Noch während er auf die Gehängten blickt, lesen wir in seinen Zügen, wie er mit unendlicher Genugtuung im Kopf bereits die Sätze formuliert, mit denen er die Hinrichtung beschreiben wird.

Damit endet ein überragender Film, der sich streng an historische Figur und Ereignisse hält, und ein berühmtes Werk. In Capotes Büchern ist von seiner quengelnden, fordernder und zugleich zimperlichen Art nichts zu spüren. Er formuliert präzise und elegant. So wie das eben herausragenden Schriftsteller zu eigen ist. Fazit: Film anschauen, Buch lesen. Oder umgekehrt.

Helga Kurz

P.S. Harper Lee hat nur einen Roman in ihrem Leben veröffentlicht. Es gibt Stimmen, die den Erfolg von "To kill a Mockingbird", oder "Wer die Nachtigall stört" (verfilmt mit Gregory Peck) ebenfalls Capote zuschreiben. Er soll Harper Lee beim Verfassen des Buches sehr geholfen haben. Auf diesem Roman bezieht sich eine Episode des Films.
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am 2. Oktober 2006
Um es vorwegzunehmen: JA, ich schließe mich meinen Vorrezensenten an: Phillip Seymour Hoffman ist ein großartiger Truman Capote und NEIN der Film ist trotzdem keine One-Man-Show.

Kritiker die dies behaupten, sollten sich einmal die 2 Making-of's auf der DVD anschauen, erst dann wird einem bewusst wie schön der Film in Szene gesetzt wurde und das Regiseur, Editor und vor allem auch der Kameramann ihren Teil zum Oscar-Erfolg beisteuerten. Mit dem Verzicht auf die Farben rot und blau, von Camera-Movements und dem Einsatz gefühlvoller Musik wird die Leistung von P. S. Hoffman noch brillanter unterstrichen als sie ohnehin schon ist. Wunderschöne Kameraeinstellungen von der schwermütigen spätherbstlichen Landschaft Winnipeg's (diente als Drehort für das Kansas der 50er) TOLL !

Jedoch kann selbst eine erstklassige schauspielerische Leistung von Philip Seymour Capote nicht über die doch meist langwierige Story hinwegtrösten. Keine wirklichen Höhepunkte hat der Film aber er bringt einem Truman Capote's Leben sehr Nahe, zeigt wie seine charismatische Ausstrahlung (trotz Piep-Stimme) und seine Beliebtheit es ihm ermöglichten seinen Tatsachenroman 'kaltblütig' zu schreiben indem er Zugang zu allen wichtigen Menschen (einschließliche den Mördern) findet und wie er an diesem Roman über 4 Morde in der westlichen Prärie von Kansas letztendlich zu Grunde geht.

Ein schöner 3-Sterne-Film den man sich nicht entgehen lassen sollte !
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am 8. Mai 2014
Schauspielerisch eine Riesen Leistung. Es ist schade um diesen großartigen Darsteller. Er vertieft sich in die Rolle des Ich - bezogenen, kindlichen Schriftstellers wirklich einmalig. Sehenswert.
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am 2. April 2016
Harper Lees Freund seit Kindertagen
Capote verkörpert in dieser Verfilmung eine geniale Mischung aus dekadentem Narzismus und bewundernwerter Fähigkeit zur Empathie.
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