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48 von 49 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kompetent und gut verständlich
Kritische Bücher zur Eurorettung haben Konjunktur. Darunter sind auch einige, die von sehr bekannten Volkswirten geschrieben wurden. Da fragt man sich im ersten Moment, was ein Statistikprofessor noch Neues dazu beitragen kann. Allerdings ist Walter Krämer auch studierter Ökonom und Herausgeber der renommierten German Economic Review. Gemeinsam mit...
Vor 9 Monaten von Pietbull47 veröffentlicht

versus
2 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Monetaristen vereinigt euch!
Der letzte Kampf der Monetaristen hat begonnen.
Das Buch ist der neoklassische Versuch einer Analyse der Eurokrise und es ist bleibt nur ein Versuch.
Langsam müssen alle begreifen, daß Eurokrise ein hausgemachtes Problem ist. Deutsches Lohndumping ist die Ursache für Auseinanderlaufen der Inflation INNERHALB der Eurozone, zu niedrige deutsche...
Vor 2 Monaten von KK veröffentlicht


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48 von 49 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kompetent und gut verständlich, 14. Juli 2013
Kritische Bücher zur Eurorettung haben Konjunktur. Darunter sind auch einige, die von sehr bekannten Volkswirten geschrieben wurden. Da fragt man sich im ersten Moment, was ein Statistikprofessor noch Neues dazu beitragen kann. Allerdings ist Walter Krämer auch studierter Ökonom und Herausgeber der renommierten German Economic Review. Gemeinsam mit Hans-Werner Sinn hat er 2012 einen von immerhin 270 Ökonomen unterzeichneten Aufruf gegen eine europäische Bankenunion initiiert. Und wie sein neuestes Werk zeigt, ist er auch ein profunder Kenner der Materie. Selbst wer seine gewohnt pointiert vorgetragenen Argumente nicht teilt, wird in dem Buch eine solche Fülle von Fakten und gut dokumentierten Quellen finden, dass sich die Lektüre allemal lohnt.
Das Buch beginnt mit der aus Sicht des Autors fatalen Verabschiedung des ESM durch den Deutschen Bundestag, womit das „Tor zum Geld der deutschen Sparer“ aufgestoßen worden sei. Es folgen vier kurzweilig geschriebene Kapitel darüber, was überhaupt Geld ist, die „kurze Geschichte der D-Mark“ und über Geburt und vertane Chancen des Euro. In lockerem Plauderton, aber theoretisch gut fundiert geht Krämer sodann auf die allseits vertretene These ein, Deutschland sei wegen seiner Exporterfolge der eigentliche Gewinner des Euro. In Wirklichkeit, so Krämer, habe man im Austausch für die Exportgüter aber nur „Zaubertaler“, was er mit einer herrlichen Fabel vom Fuchs und den dummen Gänsen illustriert. Sollte Deutschland später einmal versuchen, reale Güter dafür zu bekommen, werde man ebenso wie die Gänse feststellen, dass diese gar nicht existieren.
Es folgen zwei Kapitel zur Finanzkrise und der wenig schmeichelhaften Rolle, welche Ökonomen dabei gespielt haben. Die letzten drei Kapitel widmen sich der EZB und ihrer expansiven Geldpolitik. Krämer erkennt darin die Fortsetzung der schon vor der Einführung in den südlichen Ländern – und Frankreich – geübten Praxis, sich bei Finanzengpässen einfach neues Geld zu drucken. Als mögliche Auswege aus dem Dilemma sieht er nur den Euroaustritt der Problemländer mit anschließender Abwertung oder den schweren Weg von Lohnkürzungen, wie ihn z.B. Estland und Lettland erfolgreich gegangen seien. Für wahrscheinlicher hält Krämer aber die Fortsetzung der jetzigen Politik und damit einen Schrecken ohne Ende, zumal die politische Interessenlage mächtiger Gruppen wie der deutschen Exportindustrie darauf ausgerichtet sei.
Das Buch ist offensiv und unterhaltsam, aber auch empirisch und vor allem theoretisch fundiert geschrieben. Auf einfachste Weise werden auch komplizierte Zusammenhänge wie etwa die Targetsalden erklärt, zahlreiche Tabellen, Grafiken und Literaturhinweise unterstützen die Argumentation. Nicht zuletzt findet man auch wichtige Dokumente im Wortlaut widergegeben, was mitunter zu erschreckenden Einblicken in die politische Realität hinter der Eurorettung führt.
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15 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Deutschland - ein großes Wettbüro für den Euro, 8. Juli 2013
Prof. Krämer gehört zu einer Gruppe renommierter Wirtschaftswissenschaftler, die wegen der Euro-Krisenpolitik im Frühjahr einen öffentlichen Brandbrief an die Regierung geschrieben haben.

In seinem kurzweiligen Buch erklärt der Ökonom nachvollziehbar und sachlich die dramatischen Folgen der laufenden Billionen-Risiken für die deutschen Steuerzahler. Die Politik hat der Finanzwirtschaft durch laxe Gesetze die Türen zum Spielsaison erst geöffnet. Zudem weist Herr Krämer die eigentliche Ursachen der Euro-Krise in Südeuropa nach: ein inflationärer Boom durch zuviel billige Kredite, Mißwirtschaft und Reformunwilligkeit.

Deutschland hat sich inzwischen durch seine milliardenschweren Vorleistungen und Bürgschaften in eine Art Geiselhaft der nicht-wettbewerbsfähigen Südländer begeben. Ein spannende, aber beängstigende Analyse des laufenden Roulette-Spiels um den Euro.
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21 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Besser gehts nicht - ein Klasse Buch!, 2. Juli 2013
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Der Autor beschreibt detailliert und nachvollziehbar, welch unheilige Allianz die "Großwirtschaft" zusammen mit Banken und Politik geschmiedet haben. Kommt noch dazu, dass die Verwobenheit der Halbstaatsbanken (Landesbanken) mit der Politik Milliarden an Fehlinvestitionen (AssetBackSecurities) verursacht hat, welche dem Bürger zur Tilgung auferlegt worden sind.

Es ist nur der politischen und wirtschaftlichen Ignoranz der Bürger geschuldet, dass dies quasi ungestraft durch den Bürgerwähler nicht nur vollzogen sondern auch noch weitergeführt werden darf.

Für das Experiment Europäische Union mit Währungsunion bleibt nur zu hoffen, dass es wenigstens zur friedvollen Entwicklung dient - macht es den Deutschen doch vom Wohlstandsbürger zum armen Mann Europas.
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31 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Jetzt müssen sie zahlen!, 21. Juni 2013
Von 
Falk Müller - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 50 REZENSENT)   
Das Buch bestätigt einmal mehr, was die meisten inzwischen ahnen: Durch die Gutgläubigkeit und das Wunschdenken der deutschen Bundesregierung, aber auch der Opposition drohen inzwischen gigantische Verluste für die deutsche Volkswirtschaft, die nicht nur Wohlstand, sondern auch die Demokratie gefährden werden.

Und dabei ändern die bis jetzt beschlossenen Rettungsmilliarden an den grundlegenden Problemen im Euro-Raum nichts, sondern sind nur ein Sedadivum, dass sogar extrem gefährlich ist. Der Autor zitiert hier den Ökonomen Hans-Werner Sinn, der die derzeitige Misere nach meiner Meinung genau auf den Punkt gebracht hat: "Die Krankheit wird unterdrückt und bricht vollständig wieder aus, wenn man die Mittel absetzt. Die Schmerzmittel verschleiern die Krankheit nur und verhindern die Therapie. Man wähnt sich gesund, aber ist es nicht. Man verliert nur Zeit bis zur notwendigen Operation, und während dessen breitet sich die Krankheit weiter aus." An welche Krankheit und an welche notwendige Operation hier gedacht ist, kann sich jeder Leser wohl selbst vorstellen.

Besonders interessant fand ich im Buch auch, was der Autor über die Gründe der Einführung des Euros schreibt. Er zitiert hier eine nicht für die Öffentlichkeit bestimmte Randbemerkung des damaligen französischen Präsidenten Mitterand: der verglich die Maastricht-Verträge mit dem Knebelvertrag von Versailles, nannte sie sogar ein "Super-Versailles". Bezeichnend auch eine Schlagzeile aus der französischen Zeitung "Le Figaro", die dem entsprechenden Kapitel des Buches vorangestellt wurde: "Jetzt müssen sie zahlen". Wer damit gemeint war und ist, braucht hier wohl nicht erwähnt werden.
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24 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kein Gute-Laune-Buch, 5. August 2013
Von 
Volker M. - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 10 REZENSENT)   
Der Autor Walter Krämer war Initiator des öffentlichen Ökonomenprotests zu den Risiken der Euro-Rettungspolitik. Wie nicht anders zu erwarten, wurde der offene Brief der Wirtschaftswissenschaftler von der Politikerkaste scharf zurückgewiesen, Finanzminister Schäuble titulierte ihn sogar als "empörend" und kanzelte die Warnung gewohnt oberlehrerhaft ab. Ein peinlicher Auftritt, aber was bleibt ihm übrig, als große Töne zu spucken: Deutschland ist längst nicht mehr Herr der Dinge und andere halten die Zügel in der Hand. Als die wahren Akteure sich kürzlich spöttisch äußerten, dass sie ihre Schulden niemals zurückzahlen werden und Deutschland seinen ausgestellten Blankoscheck hoffentlich gedeckt hat, da war unser handlungsunfähiger Finanzminister ebenfalls empört. Allerdings genauso folgenlos.

Krämer beschreibt in deutlichen Worten die Hintergründe der aktuellen Finanz- und Schuldenkrise. Bereits jetzt werden die Sparer in Deutschland durch negative Realzinsen enteignet. Nimmt man an, dass die 1,5 Billionen Euro Sparguthaben mindestens 1 Prozentpunkt weniger an Zinsen bringen, als sie ohne Euro erbringen würden, wird eine Zwangsabgabe von 15 Milliarden Euro erhoben - und das jährlich. Hinzu kommt die Bedrohung der Guthaben durch eine höhere Inflation sowie die Gefahr, dass die enormen Auslandsforderungen der Bundesbank (sog. Targetschulden) wertlos werden.

In den ersten der 12 Kapitel geht Krämer zurück in die Vergangenheit und erläutert die Tausch- und Wertaufbewahrungsfunktion des Geldes. Dass Geld nur auf Vertrauen beruht und fatalerweise beliebig vermehrbar ist, spiegelt sich täglich an den Börsen wieder. Zu D-Mark-Zeiten wachte die Bundesbank noch über die Preisstabilität, aber die EZB unterstützt mehr denn je die allgemeine Wirtschaftspolitik. Von einer Unabhängigkeit zur Politik kann keine Rede mehr sein. Sehr interessant fand ich das Kapitel zur Euroeinführung und den vielen Tricks, die angewandt werden mussten, damit einzelne Länder wie Griechenland direkt zu Beginn dabei sein konnten. Für die politische Klasse in Frankreich war der Euro eine Möglichkeit, die verhasste und stabile D-Mark loszuwerden. Und der Preis für die deutsche Wiedervereinigung war die D-Mark, wie bereits Richard von Weizsäcker feststellte. Da wundert auch die Überschrift des Le Figaro 1992 zu den Maastricht-Verträgen nicht: "Jetzt müssen sie zahlen." - in Anspielung auf den Knebel-Vertrag von Versailles. Dieser führte bekanntlich geradewegs in den Krieg.

Ausführlich und verständlich geht Krämer auch auf die Target-Salden der Bundesbank ein, die von Hans-Werner Sinn öffentlich thematisiert wurden. Inzwischen haben sich die Targetforderungen Deutschlands gegenüber den Südländern auf mehrere hundert Milliarden Euro angehäuft. Und im Falle eines Staatsbankrotts wären diese gigantischen Forderungen mangels Masse wohl kaum einklagbar.

Der Ökonomenprotest im vergangenen Jahr richtete sich nicht gegen die Schulden der Staaten, sondern gegen die Schulden der Banken innerhalb der Staaten. Diese Schulden führen in der öffentlichen Diskussion ein Schattenleben, sind aber höher und gefährlicher. Und mit Einführung des ESM werden selbst - wie der Autor es so treffend nennt - "komatöse" Geldinstitute am Leben gehalten, jetzt sogar ohne den Umweg über den Staatshaushalt des jeweiligen Landes. Warum werden für die aufgelaufenen Schulden nicht zunächst die Eigentümer zur Kasse gebeten, sondern der (deutsche) Steuerzahler? Warum zwingen die Politiker die Banken nicht, das Eigenkapital aufzustocken? Mittelständler, die in Schieflage geraten sind, werden ja auch nicht mit Steuermitteln gerettet.

Krämer stellt nachvollziehbar dar, dass die Bankenrettung nicht alternativlos ist und der Dominoeffekt gerne als Schreckgespenst herhalten muss. Er bedient sich dabei einiger Beispiele aus der privaten Wirtschaft und in den USA. Dort hat seit 2007 jede zehnte Bank zugemacht - in der Eurozone haben 99 Prozent überlebt.

Dann kommt Krämer nochmal zurück auf die EZB: Jedes der 17 Länder sowie das sechsköpfige EZB-Direktorium hat eine Stimme. Für Deutschland heißt dies: 2 von 23 Stimmen (Weidmann, Asmussen) bei einer Haftung von 27 Prozent. Nimmt man alle stabilitätspolitisch nahestehenden Länder zusammen, so kommen diese nur auf 30 Prozent und werden damit locker von den anderen Ländern überstimmt. Selbst beim IWF ist das Stimmrecht des Landes an seinen Kapital- und Haftungsanteil geknüpft. Wir werden ausgeplündert und das auch noch mit vollkommen undemokratischen Regeln.

In seinem letzten Kapitel spielt der Autor noch drei Möglichkeiten zur Lösung der Schuldenkrise in Europa durch und zieht hierzu erfolgreiche Beispiele aus der jüngeren Geschichte heran. Die für ihn wahrscheinlichste Lösung ist aber die "Schrecken ohne Ende"-Variante, bei der es so weiter geht wie bisher und die Südländer am Tropf des ESM hängen. Krämer vermutet sogar, dass dies "für viele Südländer von Anfang an das Ziel" war.

Jedes Kapitel schließt der Autor mit weiterführenden und sehr hilfreichen Literaturempfehlungen ab - meistens Weblinks, die man sofort nutzen kann. Vermisst habe ich allerdings ausführliche Quellenangaben, die seine Aussagen belegen.

"Kalte Enteignung" analysiert die Hintergründe der Schuldenkrise in Europa kompetent und verständlich aus deutscher Sicht. Es ist kein Gute-Laune-Buch, weil sehr deutlich wird, dass wir die Schlussrechnung bezahlen und damit selber in den Abgrund gerissen werden. Lösungen, wie man sein Vermögen einigermaßen über diese Krise retten kann, hat Krämer leider auch nicht.
Ein absolut lesenswertes Buch, das zukünftige Generationen wahrscheinlich zitieren werden, wenn es darum geht zu erklären, warum die Europäische Union zu Beginn des 21. Jahrhunderts unterging.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Walter Krämer, Kalte Enteignung, 4. September 2013
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Augenöffnend. Sehr empfehlenswert, um die Ursachen der Verwerfungen in unserem Banken- und dem Zinseszins-System zu verstehen, und zu verstehen, daß das aktuelle System keine Besserung zulassen wird, sondern geradewegs in die Katastrophe führt/führen muß!
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wer sich erpressbar macht, wird auch erpresst werden, 7. Januar 2014
Von 
Dr. R. Manthey - Alle meine Rezensionen ansehen
(#1 HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 10 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Am 4. Juli 2012 erschien in der FAZ ein gemeinsamer Aufruf von 277 deutschsprachigen Wirtschaftsprofessoren, der sich in klaren und eindeutigen Worten gegen den ökonomischen Irrsinn der sogenannten Eurorettungspolitik der Bundesregierung richtete. Walter Krämer zählte zu den Initiatoren dieses Aufrufs.

Wenige Tage vorher fand ein Eurogipfel in Brüssel statt, auf dem für Deutschland äußerst verhängnisvolle Beschlüsse gefasst wurden. Der deutsche Steuerzahler haftet nun inzwischen nicht nur für deutsche Banken, sondern auch für alle maroden Banken im Eurosystem. In seinem Buch erklärt Walter Krämer den Umfang der Risiken, die Deutschland von seiner eigenen Regierung aufgebürdet wurden. Er stellt die wahrscheinlich verheerenden Auswirkungen verständlich dar und erläutert verpasste Alternativen zu dieser angeblich alternativlosen Politik.

Dass die gemeinsame europäische Währung nicht funktionieren wird und sich zu einem enormen Spaltpilz entwickeln kann, sahen viele Ökonomen bereits vor ihrer Einführung. Doch auch solche Aufrufe blieben ungehört, weil es bei dieser Währung von Anfang an nicht um eine ökonomische Notwendigkeit, sondern um einen politischen Akt ging, bei dem völlig verschiedene Interessenlagen der europäischen Mächte zusammengebracht wurden, wobei jeder der Akteure hoffte, seine Ansprüche durchsetzen zu können. Der Einfluss Deutschlands in dieser Gemeinschaft entspricht jedoch überhaupt nicht seinem finanziellen Beitrag. Wer so etwas akzeptiert, muss sich nicht wundern, dass die Dinge hinterher nicht in seinem Interesse verlaufen. Außer in der EU gibt es eine solch unsinnige Konstruktion nirgendwo in der Welt.

Für Deutschland und seine Bürger stehen inzwischen riesige Summen im Feuer. Krämer erläutert in seinem Text, wie es dazu kam und wie sich diese Beträge zusammensetzen. Darüber hinaus beschreibt er das Prinzip der sogenannten Rettungspolitik. Wenn man nämlich erst einmal angefangen hat, zu bürgen und zu haften, dann kann man leicht zu immer größeren Beiträgen erpresst werden, weil man den vorherigen Einsatz nicht verlieren möchte. Wer sich in eine solche Situation manövrieren lässt, muss sich nicht wundern, wenn er aus dieser Falle nicht mehr entfliehen kann.

Nachdem Krämer diese Situation ausführlich beschrieben hat, kommt er zu den sich daraus ergebenen Angriffen auf den Wohlstand Deutschlands, den sich die Bürger dieses Landes schließlich nicht erarbeitet hätten, um ihn zu "notorischen Kreditbetrügern", wie Krämer die südeuropäischen Staaten nennt, unter dem Deckmantel einer angeblichen Solidarität zu transferieren. Dass die Empfänger dabei nicht die Bürger der jeweiligen Ländern, sondern Banken sind, macht keinen Unterschied. Allerdings zeigt dies, so Krämer, dass es nicht um Europa oder den europäischen Gedanken geht, sondern nur um eine Umverteilung von Vermögen zu den finanziellen Eliten, die letztlich gemeinsam mit verantwortungslosen Politikern das ganze Desaster erst verursacht haben.

Das Finanzvermögen der Deutschen (dazu zählen auch zukünftige Rentenansprüche) wird nach Krämer auf mindesten dreifache Weise bedroht. Zunächst frisst die von der EZB erzeugte Inflation (das enorme Geldmengenwachstum der letzten Jahre) auf kaltem Wege den Wert des Geldes. Der deutsche Bundestag hat diesem Treiben am 29. Juni 2012 ein Mandat erteilt. Wer weiß eigentlich noch, dass die Reichsbank die Preisinflation von 1923 auf ganz ähnliche Weise verursachte?

Der zweite Angriff auf deutsches Vermögen verläuft ebenfalls fast unbemerkt und ergibt sich aus dem wahrscheinlichen Wertverfall desjenigen Teils des deutschen Auslandsvermögens, der direkt oder indirekt aus nicht einklagbaren Forderungen der Bundesbank besteht, die beispielsweise durch deutsche Exporte entstanden. Und drittens droht eine heiße Enteignung, wenn nämlich die von der deutschen Bundesregierung eingegangenen Bürgschaften eingefordert werden.

Krämer erläutert all dies in einer klaren und einfachen Sprache. Darüber hinaus räumt er mit dem Mythos auf, dass Deutschland ein Euro-Profiteur wäre, wie immer wieder gerne entweder ahnungslos oder wissentlich falsch von der Politik behauptet wird. Und Krämer zeigt auch Alternativen auf. Beispielsweise erklärt er, dass man das Vertrauen der Finanzmärkte auch ganz anders hätte gewinnen können. Die Schuldnerstaaten hätten einfach Sicherheiten für ihre neuen Kredite bieten können, so wie das eigentlich im Geschäftsleben üblich ist. Aus der Weigerung, so zu handeln, schließt Krämer, dass die Schuldner nicht vorhaben, ihre Schulden jemals zurückzuzahlen. Finnland, so erläutert der Autor, befreite sich durch die Bereitstellung von Sicherheiten für neue Kredite einst aus einer ähnlich prekären Situation.

Walter Krämer hat mit diesem Buch sicher einen nicht unwesentlichen Beitrag dafür geleistet, dass jeder, der die verhängnisvolle deutsche Eurorettungspolitik der letzten Jahre durchschauen möchte, dazu nun in der Lage ist.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein sehr guter Aufklärer, 11. November 2013
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Ich habe schon viel über die staatlichen Hilfen der Bundesrepublik Deutschland für südeuropäische Länder gelesen. Dieses Buch von Walter Krämer ist aber die Krönung. Ich kann es einfach nur jedem Interessierten weiter empfehlen. Für bestimmte Menschen ist das auch ein gutes Geschenk.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wertvolle Lektüre im Gegensatz zu unserem Geld!, 6. September 2013
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Als Nicht-Ökonom finde ich den Teil in dem über die Entstehung und den Wertverlust unseres heutigen Geldes geschrieben wird sehr auffrischend und auf das wesentlich wichtige bezogen.
Die geschichtlichen Auszüge hierrüber verdeutlichen den Verlauf und die Probleme des heutigen Zahlungsmittels.
Ich kann das Buch nur empfehlen und werde nun auch für mich privat Konsequenzen daraus ziehen.

Vielen Dank!
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen So langsam kommt die Wahrheit ans Licht, 9. Juli 2013
Von 
Winfried Stanzick (Ober-Ramstadt, Hessen Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 50 REZENSENT)   
So langsam kommt die Wahrheit ans Licht. Über die Umstände der Einführung des Euro, über die lange von allen geduldete Misswirtschaft einiger Schuldenländer und vor allen Dingen über die katastrophalen Folgen der sogenannten Euro-Rettung für den aktuellen und vor allem dem zukünftigen Geldbeutel jedes einzelnen Bundesbürgers.

In seinem hier vorliegenden aktuellen Buch von Walter Krämer, der im letzten Jahr zu den Initiatoren des heftig diskutierten „Ökonomenaufrufs“ zu den Risiken der Rettungspolitik gehörte, erklärt und beschreibt er trotz der ziemlich komplizierten Materie außerordentlich verständlich, wie durch die extrem niedrig gehaltenen Zinsen und durch die Milliarden, die in die maroden Volkswirtschaften gepumpt werden, wo sich die Banken und Reichen nur immer weitere bereichern, die Bürger in Deutschland um ihr Erspartes gebracht werden. Auch die Vorsorgepläne von Millionen von älteren, aber auch jungen Menschen für ihre Altersversorgung stehen auf der Kippe, denn sie verlieren durch niedrige Zinsen jedes Jahr mehr Geld.

Krämer zitiert zustimmend einen Satz von Hans Werner Sinn, der seit Jahren unermüdlich gegen die Eurofinanzpolitik kämpft: "Die Krankheit wird unterdrückt und bricht vollständig wieder aus, wenn man die Mittel absetzt. Die Schmerzmittel verschleiern die Krankheit nur und verhindern die Therapie. Man wähnt sich gesund, aber ist es nicht. Man verliert nur Zeit bis zur notwendigen Operation, und während dessen breitet sich die Krankheit weiter aus." Vgl. auch dessen letzte Publikation „Verspielt nicht eure Zukunft!“, wo er genau beschreibt, welche offenen Baustellen in Deutschland er neben der Eurokrise noch sieht und auf wenigen Seiten und absolut verständlich so etwas wie eine neue Agenda entwickelt. Reformen, die eine neue Regierung spätestens im Herbst dringend angehen muss, sollen nicht der Wettbewerbsvorteil Deutschlands, der Wohlstand seiner Bevölkerung und die Chancen der nächsten Generationen aufs Spiel gesetzt werden.

Einen kritischen Hinweis möchte ich noch geben. Zu Beginn der Krise hatte der FAZ Journalist Rainer Hank in seinem Buch „Der amerikanische Virus“ 2009 gegen den übereinstimmenden Konsens aller am Diskurs Beteiligten, dass es die Gier der Investmentbanker und der Hedgefonds war, die die Weltwirtschaft in den Abgrund getrieben hat, eine überfällige Gegenstimme zu jener auf allen Kanälen formulierten Empörungsrhetorik erhoben, die immer außer acht lässt, dass es eben auch die sogenannten kleinen Leute waren, die sich mit billigen Krediten gerne verführen ließen, und mit dem Run auf die große Rendite für ihre Spareinlagen zu der Gesamtgier nicht unwesentlich beigetragen haben.

Daran hat sich, wenn man die Werbung der Banken anschaut, und den neuen Run auch von Kleinanlegern auf Aktien nicht viel geändert.
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