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Kundenrezensionen

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Im puritanischen Neu-England Mitte des 17 Jahrhunderts wird Hester Prynne vor einer gaffenden Menge auf den Pranger gestellt. Auf ihrer Brust prangt - fast schon obszön - ein großes wunderbar verziertes rotes A, im Arm hält sie ein Baby. Hester ist alleinstehend, niemand kennt den Vater des Kindes, sie weigert sich ihn zu nennen, und wird aus der Gesellschaft ausgeschlossen. Das A steht für "Adultress" - Ehebrecherin

Vorboten für Unglück, persönlichen Verfall, ein Kind das in der Misere aufwächst und zum Schluß eingeht? Bei Hawthoren keineswegs. Erstaunlich modern sind Hester Prynne und ihre Tochter Pearl: Hester ist eine starke Frau, die zwar von der Gesellschaft geächtet wird und dies auch respektiert. Aber sie schämt sich ihres Kindes keineswegs! Der Name Pearl und der dominante, wunderschön gearbeitete Buchstabe A zeigen deutlich, daß sie - egal wie das Umfeld ist - ihr Muttersein als Zierde empfindet und daß sie vor nichts und niemandem die Augen senken muß. Sie drängt sich der Gesellschaft nicht auf, aber sie meidet sie auch nicht. Durch diese Haltung gewinnt sie langsam den Respekt der Gesellschaft zurück und schafft es immer, den Unterhalt für sich und ihre Tochter zu verdienen. Soviel Mut wünscht man manch alleinerziehenden Frauen heute! Dabei deckt Hester die ganze Zeit die Identität des Vaters, der im Vergleich zu ihr schwach ist und seine einzige Sorge nur darin besteht, daß seine Stellung in der Gesellschaft oder vor Gott geschwächt werden könnte. Sein Handeln und Tun sind niemals von Sorge um Hester und ihre gemeinsame Tochter geprägt, sondern nur von Sorge um sich selbst. Hester scheint diesen Mann so sehr zu lieben, daß sie ihm diese Sorge für den Preis der gesellschaftlichen Verbannung abnimmt. Schockierend, überraschend? Keineswegs! Wieviele Frauen gibt es denn heute, die ihre Kinder stark und alleine großziehen und den Vätern sämtliche Verantwortung abnehmen? Sehr, sehr viele. Das Umfeld hat sich geändert, das Muster nicht.

Pearl selbst ist ein Triumph des Menschen über die Moral. Mit einer starken Mutter wächst sie in einer Freiheit auf, die die puritanischen Kinder nicht kennen. Sie empfindet das Ausgestoßensein nicht als Stigma sondern nutzt es für ihre eigene Entwicklung. Das ist ein einfach grandioses Bild, wie es ein Charles Dickens, der zur selben Zeit geschrieben hat, nie erschaffen hätte. Seine benachteiligten Kinder sind Opfer, die Mitleid erregen und die entweder sterben oder durch eine wohlwollende Person gerettet werden. Pearl braucht das nicht, da sie niemals an sich und ihrer Mutter zweifelt und selbst extrem stark ist.

Mit dem "Scarlett Letter" war Nathaniel Hawthorne seiner Zeit deutlich voraus. Er hat mit diesem Buch einen psychologischen Roman verfaßt, lange ehe es diese Gattung gab. Den heute gängigen Methoden - innerer Monolog, Stream of Consciousness - konnte er sich noch nicht bedienen, er mußte seine Charactere in ihrem äußeren Umfeld agieren lassen und beschreiben, was zu einem leider nicht einfach zu lesenden Stil führt. Ich kann die mäßigen 2-sterne Rezensenten verstehen, denn im Vergleich zu einem Dickens, der zur selben Zeit zwar anspruchsvolle aber doch höchst unterhaltsame Romane verfasst hat, ist Hawthorne zäh, mit vielen Längen und häufig gekünstelt wirkenden Szenen. Ich denke aber, daß diese Leser den psychologischen Tiefgang der Geschichte nicht erfaßt bzw. daß er für sie einfach nicht wichtig war. Wer nach dieser Rezension thematisches Interesse entwickelt hat, sollte vor Hawthorne nicht zurückschrecken.

Anmerkung: ich habe das Buch im englischen Original gelesen, aber die Kritiken der anderen Leser sprechen dafür, daß die Übersetzung die Geschichte wirklich sehr gut transportiert. Das Englisch ist recht altmodisch, als "Easy Reading" nicht zu empfehlen"
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am 8. Oktober 2009
Sie kennen die Geschichte. Ich schildere hier nur, was mich besonders beeindruckt hat.

1. Einstieg in die Geschichte.

Schon die ersten Sätze der Geschichte sind von einer bedrohlichen Düsternis. Es ist ein genialer, eindrücklicher Einstieg in diese Geschichte der Hester Prynne.

2. Der geschichtliche Konnex

Was Hawthorne beschreibt, ist nicht nur erfunden. In puritanischen Gesetzen war vorgesehen, das fremdgehende Frauen eine grosses, rotes AD - das A steht für Adulteress: Ehebrecherin - auf ihrer Kleidung tragen mussten und das blieb nicht toter Buchstabe, das wurde verhängt.

3. Der Prediger und Kindesvater

Arthur Dimmesdale, der junge begnadete Prediger kann die Sündhaftigkeit so stark vermitteln, weil er selber sündig geworden ist, ohne das zugeben zu können. Sein Fehltritt ist die Basis seines Aufstiegs als Prediger und es ist sein Weg in den Tod, weil ihn das schlechte Gewissen zermürbt. Diese Zweischneidigkeit wird hinreissend durch den Roman getragen.

4. Das Ende, die Auflösung

Hester wird die vielgefragte Weise, ihre Tochter hat den Ehemann beerbt und hat gut ins alte Heimatland geheiratet. Hester geht ungebrochen aus den Zumutungen hervor und die phantasievolle, unerzogene Pearle trifft ein gutes Los. Das ist nach der puritanischen-aggressiven, engstirnigen, herzlosen Geschichte ein versöhnliches Ende.

5. Die Kritik

Die Kritik aus den noch theokratischen Kolonien war deshalb natürlich verheerend. Hawthorne wurde die Hölle angedroht, weil er eine unmoralische Geschichte geschrieben habe.Verwunderlich ist, dass sich Hawthorne vom weiterhin einflussreichen Puritanismus in manchen Detail beeinflussen liess, und das mehr als ein halbes Jahrhundert nach In-Krafttreten der revolutionären, amerikanischen Verfassung, die auch die letzten theokratischen Kolonien der strikten Trennung von Kirche und Staat unterworfen hatte.

6. Die heutige Parallele

Das puritanische Erbe ist bis heute nicht verschwunden. Hester Prynne stand auf dem Pranger, mit ihrem scharlachroten Buchstaben auf der rechten Brust. Heute werden Sexualtäter in den USA im Internet mit Namen veröffentlicht, so dass sie sich nirgends mehr unbehelligt niederlassen können.

Der scharlachrote Buchstabe, eine bedrohliche, schlimme Geschichte, spannend erzählt und bis heute aktuell.
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am 2. Juni 2000
Die Sprache in diesem Buch ist es, die fasziniert, die Bilder, vor dem Auge auftauchen. Ich habe den Film nie gesehen. Ich werde den Film nie sehen. Ich erfreue mich an meiner Phantasie, an den Bildern, die in meinem Kopf entstehen, wenn ich das Buch lese. Der Buchstabe, geschmückt und ausgestickt. Und das im puritanischen Neu-England. Das allein ist ein abendfüllendes Programm. Dann die Namen der Personen: Dimmesdale - altenglisch, bedeutet Dunkles Tal. Und hat er nicht etwas zu verbergen? Chillingworth, der Arzt - läuft es einem nicht kalt den Rücken hinunter, wannimmer der Mann auftaucht? Dann die Szene auf dem Marktplatz, ganz am Anfang: Dimmesdale steht auf einem Balkon über Hester und sagt zu ihr, sie möge den Namen des Mannes preisgeben, mit dem sie Ehebruch begangen hat. Er ist es selber. Er steht als Pastor im Stand hoch über ihr. Und im Moment auch physisch auf dem Balkon. Eine der besten Szenen aus dem ganzen Buch. Macht die Augen auf, wenn Ihr das Buch lest, solche Herrlichkeiten gibt es im ganzen Buch. Und achtet auf die Veränderungen, die sich bei allen drei Hauptpersonen im Laufe der Zeit einstellen - eine wahre Meisterleistung von Nathanial Hawthorne, ein Muß für jeden!
44 Kommentare|32 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 12. Oktober 2000
Ein Roman aus der Pionierzeit Amerikas, in der die Puritaner die gesellschaftlichen Normen errichteten und auch eng und nicht selten in heuchlerischer Art danach lebten. Im Mittelpunkt steht die Ehebrecherin mit Kind,die wegen ihres Vergehens an den Pranger gestellt und zu einem Leben außerhalb der Gemeinschaft verurteilt wird. Eher stolz und würdig nimmt sie die Strafe an, die sie zu einer Aussenseiterin macht. Durch die gesellschaftliche Isolierung wird ihr ein Leben nach eigenen Vorstellungen möglich und sie betrachtet ihre Mitbürger, für die der strenge Ehrenkodex zu gelten hat, eher mitleidig. All die Jahre über, bleibt sie die starke Frau, die genau weiss was sie will. Ganz anders geht es da dem Vater ihres Kindes - er zerbricht an dem Leben mit einer Lüge, das darüberhinaus durch die Zwänge, die im die anglikanische Kirche aufbürdet, beinahe unerträglich wird. Erlösung aus dieser zermürbenden Situation bringt ihm nur der Tod. Für ein Buch, das 1850 erschienen ist, werden die einzelnen Personen erstaunlich gut differenziert und der Erzähler dringt tief in die Psyche jedes Einzelnen ein. Besonders der Charakter der Hester ist geprägt durch Eigenständigkeit und Unabhängigkeit - Eigenschaften, die Jahrzehnte später für die Frauenbewegung so wichtig wurden. Sicher ist der Stil für heutige Leser etwas zu pathetisch, doch das Buch wird durch die psychologische Raffinesse, die darin steckt, lesenswert
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am 9. Dezember 2007
"Der scharlachrote Buchstabe" von Nathaniel Hawthorne ist dessen Debütroman und feierte zugleich große Erfolge- zurecht! Strotzt er doch von wunderbaren sprechlichen Bildern und zeugt von einer gewaltigen Sprachfertigkeit.
Der Roman spielt im Boston des 17. Jahrhunderts. Puritanisches Denken und Leben prägt den Lebenswandel der Bevölkerung. Inmitten lebt Hester, deren Mann auf eigentümliche Weise verschwunden ist. Während seiner Abwesendheit wird sie schwanger und wird als Ehebrecherin Verurteilt. Noch in der Haft gebärt sie ihre Tochter Perle. Nach der Haftentlassung muss sie drei Stunden am Pranger stehen und als lebenslängliche Strafe den Buch scharlachroten Buchstaben "E" für "Ehebrecherin" tragen.
Unterdessen kehrt ihr Ehemann in die Stadt zurück und ahnt sogleich, wer der Vater des unehelichen Kindes ist. Er nistet sich bei diesem ein und vergiftet seine Selle mit der Idee, sich der Öffentlichkeit zu stellen.
Es folgt ein sehr ergreifendes und zugleich dramatisches Ende, das bis zum letzten Satz spannend zu lesen ist.
Ich bewundere Hawthorne gleich in mehrfacher Hinsicht für diesen Roman. Zunächst war die Thematik dieses Romans zu damaliger Zeit eine Ungeheuerlichkeit. Er hält der moralisierenden Gesellschaft den Spiegel vor und verschafft dem Leser die Möglichkeit, mit den "Opfern" mitzufühlen und die Ereignisse aus deren Sicht zu sehen.
Zugleich ist der Roman gespickt mit Bildern mit hoher Symbolkraft. Die kleine Tochter wird Perle genannt, der Priester Dimmesdale, was soviel bedeutet wie "finsteres Tal", die angedachte Schifffahrt wird zum Symbol für die Überfahrt in den Tod und, und, und...
Ein herausragender Roman der Weltliteratur von einem viel zu wenig beachteten Schriftsteller.
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am 23. Juli 2013
Nathaniel Hawthorne erzählt die Geschichte von Hester Prynne, die im puritanischen Neuengland des 17. Jahrhunderts dazu verurteilt wird, aufgrund eines vollzogenen Ehebruchs fortan ein scharlachrotes "A" auf ihrer Brust als Zeichen ihrer Schande zu tragen. Während Hester Prynne mit ihrer Tochter am Rande der Gesellschaft lebt und das Mal der Schande mit Würde trägt, zerbricht der von ihr gedeckte Geliebte nach und nach an der Last der ungesühnten Sünde... Daneben treibt der rachelüsterne Ehemann sein eigenes Spiel... Hawthornes Werk ist voll von Symbolik und Kritik an Bigotterie und Puritanismus, verzichtbar ist hingegen das Vorwort des Autors, in dem er, in ödester Weise seitenlang seine Motive zum Verfassen des Werks beziehungsweise dessen Entstehungsgeschichte darlegt. Der potentielle Leser möge sich nicht von diesem Vorwort zermürben lassen, die Dreiecksgeschichte selbst ist zwar nicht immer leicht lesbar, aber dennoch spannend und flüssig verfasst und rechtfertigt die Stellung des Romans in der amerikanischen Literaturgeschichte.
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am 3. Januar 2012
Boston im 17. Jahrhundert: Die Ehebrecherin Hester Prynne wird zum Zeichen ihrer Schande öffentlich gebrandmarkt. Von der Gesellschaft verstoßen, führt sie ein Leben als Außenseiterin, doch das Geheimnis um den Vater des Kindes gibt sie nicht preis. Hawthornes dramatischer Roman über Schuld und Sühne zählt zu den Meisterwerken der amerikanischen Literatur.

Hester Prynne und ihr Mann sind unter den ersten SiedlerInen. Während er die Verpflichtungen in der alten Welt regelt, reist Hester voraus und übernimmt in Neuengland die Vorbereitungen für seine Ankunft und ihr späteres gemeinsames Leben.

Doch Hester ist nicht glücklich in ihrer Ehe und wird in der fremden Welt schwach. In der Welt der Puritaner begeht sie eine der schlimmsten Sünden - 'Ehebruch'. Aus der verhängnisvollen Beziehung geht ein Kind hervor. Hester verbringt einige Zeit im Gefängnis, wird öffentlich am Pranger von der Dorfgemeinde gedemütigt und dazu verdammt, bis zu ihrem Lebensende sichtbar ein Zeichen an ihrer Kleidung anzubringen, für alle sichtbar, ein Mahnmal der Tugend ' der scharlachrote Buchstabe.

Sie und ihre Tochter Pearl leben am Rande der Gesellschaft lediglich noch geduldet. Mit viel Anstrengung, Kraft und Mühe erkämpft Hester sich einen halb anerkannten Platz in der Dorfgemeinschaft als Näherin. Doch die für die Bewohner der Siedlung augenscheinliche Strafe der Sünderin ist in Wahrheit noch um einiges härter.

Ihr verschollener Mann folgte ihr wohl nach einiger Zeit nach Neuengland, aber angesichts der Schande, die sie über sich als auch ihn gebracht hatte entscheidet er sich einen anderen Namen an zu nehmen und im Geheimen finstere Rache üben zu wollen.

Der scharlachrote Buchstabe ist eine wortgewaltige Erzählung auf wenigen Seiten, die berührt, verwirrt, aufwühlt und Zorn schürt. Das Verharren mancher Charaktere in althergebrachten Traditionen, Scheuklappen-Denken, Heuchelei und falsche Gläubigkeit sind im Puritanismus allgegenwärtig. Die ersten Siedler des heutigen Amerika waren harte, disziplinierte Menschen und sie hielten sich rigide an ihre selbst auferlegten Dogmen um in der Wildnis nicht unter zu gehen.

Seit ich die Verfilmung mit Demi Moore gesehen hatte, wollte ich den Roman dazu lesen. Ich bin froh, dass ich es erst jetzt getan habe, denn das Buch ist bei weitem nichts für ein paar entspannte Stunden. Es braucht zum einen Zeit, sich in den Schreibstil um 1850 ein zu lesen, außerdem zieht sich durch die Geschichte kein deutlich erkennbarer Faden, wie es heute in vielen Erzählungen der Fall ist. Immer wieder tauchen Anmerkungen des Autors in der Geschichte auf, die den Lesefluss etwas behindern. Dennoch habe ich jede Stunde, die ich in dieses Buch investiert habe genossen, Hesters Mut und ihr Durchhaltevermögen haben mich beeindruckt, der Einblick in das Innere eines gebrochenen Herzens schockiert.
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Mit dieser Taschenbuchausgabe hat der Deutsche Taschenbuch Verlag Nathaniel Hawthornes Roman "Der scharlachrote Buchstabe" aus dem Jahre 1850 neu aufgelegt, welcher als eines der bedeutendsten Werke der amerikanischen Literatur gilt. Diesen Umstand hat er der Tiefe der Gefühle, die Hawthorne seinen Figuren zugesteht und die diese so einzigartig macht, zu verdanken. Noch bedeutender wird dieser Umstand dadurch, dass der Autor diese Gefühle, diese Aufmerksamkeit den Gefallenen der Gesellschaft widmet und den Leser an ihren Qualen teilhaben lässt und so Sympathie für sie entwickelt, während sich hinter der scheinbar makellosen Fassade anderer sich etwas Dunkles und Böses offenbart.
Außer dieser Geschichte hat diese Ausgabe noch einiges mehr zu bieten: Die Geschichte "Der scharlachrote Buchstabe" wurde durch das später vom Autor verfasste "Das Zollhaus" erweitert, welches die Intentionen des Buches dem Leser aus der Feder des eigenen Autors etwas näher bringt. Danach folgt erst die eigentliche Geschichte.
Hat man sich diese zu Gemüte geführt, folgt ein fast fünfzigseitiger Anhang zum Buch. Wortführend ist hier Binnie Kirshenbaum, eine amerikanische Autorin von Novellen und Kurzgeschichten, die ihre eigenen Gedanken zu "Der scharlachrote Buchstabe" zum Besten gibt. Anschließend werden dem Leser noch ausführliche Anmerkungen zu "Der scharlachrote Buchstabe" geboten, die zum besseren Verständnis des Buches genutzt werden und um auf die vielen Besonderheiten hinzuweisen. Abgeschlossen wird das Ganze durch eine Zeittafel, die dem Leser die historischen Hintergründe zu diesem Buch näher erläutert.

Tiefgründig und ergreifend, kombiniert mit einer Vielzahl von Informationen präsentiert sich diese Taschenbuchausgabe von "Der scharlachrote Buchstabe" als gelungenes Werk, um sich ein Stück Literaturgeschichte einzuverleiben.
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am 16. Mai 2016
Ein sehr interessantes Buch, das nicht mal so anstrengend zu lesen ist wie andere "altertümliche" Literatur. Vor allem sehr kurzweilig ;-)
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am 23. Juli 2014
Schuld und Sühne durch unmenschliche Strafen sind Thema dieses Romans, der im puritanischen Neuengland des 17. Jahrhunderts spielt und 1850 erschienen ist. Der Autor beschreibt sehr gut das Leiden der Ehebrecherin Hester Prynne, ihr Fügen in das Ausgestoßensein, die Gewissensbisse des Kindsvaters und sein beinahe Zusammenbrechen an der Last der Heimlichkeit, aber auch die Wut des betrogenen Ehemannes, dessen Schuld bald größer wird als die der beiden Ehebrecher, weil er Rache fordert, anstatt zu verzeihen.

Die Geschichte gefiel mir sehr gut. Leider konnte ich mich bis zum Schluss nicht an die monotone Lesung gewöhnen. Zwar hat die Sprecherin eine schöne Stimme und liest auch zumeist korrekt, trotzdem wirkt der Vortrag auf mich sehr ausdrucksschwach, was das Zuhören erschwert, besonders bei einem älteren Text, der vom Hörer wegen der ungewohnten Ausdrucksweise mehr Aufmerksamkeit verlangt. Deshalb 2 Sterne Abzug.

Wenn Sie genauso gerne lesen wie hören, empfehle ich Ihnen, das Buch zu lesen.
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