Kundenrezensionen


17 Rezensionen
5 Sterne:
 (14)
4 Sterne:
 (3)
3 Sterne:    (0)
2 Sterne:    (0)
1 Sterne:    (0)
 
 
 
 
 
Durchschnittliche Kundenbewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel
Eigene Rezension erstellen
 
 
‹ Zurück | 1 2 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

54 von 61 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Jugend unter Hitler, 15. Oktober 2011
Von 
Paul Richter "Gucker" (Waldshut Bad) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Blut & Ehre

Meine Bewertungen meiner Mit - Rezensenten möchte ich im modus grosso hinsichtlicht der atmosphärischen und der authentischen
Dichte so stehen lassen. Dennoch sehe ich die Serie nicht so blauäugig und kritikfrei wie es wohl die meisten hier empfinden und
bei denen nur Zustimmung zu finden ist.

Ich möchte an dieser Stelle einmal ein wenig Nachdenklichkeit einstreuen und etwas den Agent provocateur spielen.

So unterteile das Thema hier in drei Teile:

1: Warum war unter einem grossen Teil der Jugendlichen die Begeisterung tatsächlich so groß?

2. Der Unterschied der Großstadtjugend zur Landjugend.

3. Zur Verführbarkeit der Jugend.

Zu 1. Es schimmert bei allen Schilderungen über das Phänomen der Hitlerjugend die etwas irrige Auffassung durch >allein der
elitäre Gedanke (a la Welle Experiment) sowie die Aufmärsche und die Propaganda, hätten sich in den Köpfen der Jugendlichen bis zum
Fanatismus festgesetzt.<

Das mag auf einen Betrachter von aussen tatsächlich so wirken. Schaut man aber auf die tatsächlichen Ursachen dieser Begeisterung,
so erhält mein ein völlig anderes und wohl auch verständlicheres Bild der Kausalitäten.

Die staatliche Jugend in der DDR verfolgte im Grunde die gleichen Ziele und arbeitete auch mit den gleichen Mitteln nämlich:
Propaganda, pompöse Aufmärsche, wehende Fahnen, Jugendlager,Indoktrination, eine Menge Nimbus und dergleichen mehr.
Doch es war zum Unterschied zur ehemaligen HJ stets ein billiger Abklatsch der bis auf wenige unter den Jugendlichen
keine wahren Begeisterungsstürme hervorgerufen hat. Auch der elitäre Gedanken - diesmal von unten her - wurde von den Kommunisten gepflegt.

Wir sehen also, daß auf diesem Wege sich kaum eine Jugend begeistern läßt - es muß also bei der Hitlerjugend einen oder mehrere andere
Gründe gegeben haben, daß viele sich so uneingeschränkt und kompromißlos mit der Hitlerjugend identifizierten.
Das Elend der Massen und die Arbeitslosigkeit nach dem 1. Weltkrieg, die noch immer bestehenden Standesdünkel aus der Kaiserzeit,
die gegenseitigen Zerfleischung der Parteien und der Riss durch das Volk - oft mitten durch die Familie ob nun das Heil in einem internationalen
Sozialismus oder einem nationalen Sozialismus zu suchen sei - die heutzutage unvorstellbaren Wohnverhältnisse und die Enge in lichtlosen
Wohnungen, das alles schuf eine Atmosphäre von >wir verkommen hier und die da oben leben in Saus und Braus< übrigends nicht ganz
ohne Analogien zur heutigen Zeit.
Plötzlich unter der NS Regierung hatten die Väter wieder Arbeit. Das schuf Vertrauen in der Jugend. Die jungen Mädchen und Frauen
die nun den eigenen Mief ihres Stiegenhauses und die verkommenen Hinterhöfe kannten,fuhren plötzlich mit dem BDM aufs Land,
lernten Land und Leute kennen, waren mit anderen jungen Leuten zusammen.Gerne erfüllten sie später ihr Pflichtjahr um den häuskichen
Verhältnissen noch etwas fern bleiben zu können. Und die Jungen: "Jugend führt Jugend!" Diese Aussage Hitlers an seine Jugend wurde mit
Begeisterung umgesetzt. Von gleichaltrigen geführt und die Alten endlich aussen vor gelassen die eh nicht die neue Zeit verstehen - so die
Meinung der meisten damals.Alles zusammen - nicht zuletzt aber auch die Fürsorge an einer bedürftigen Familie eines Kameraden oder
auch soziale Verantwortung gegenüber anderen Menschen(damals Volksgenossen genannt) Einrichtung wie die der Blinden HJ, das alles
waren ausser den Freihzeit und Sport Erfolgen Erlebnisse eines neues Zeitgeistgefühls in der jeder das Gefühl hatte
zuerst einmal an die eigene Stärke zu glauben, dann an die der Gruppe und schließlich die des Volkes.
Heute würde man sagen: man verstand zu motivieren.,daß in alle dem die Nazis es verstanden ihre Ideologie einfliessen zu lasse ist
eigendlich nur logisch.

2. Ich persönlich ging bis Mitte 1942 in einer Großstadt in die Schule. Dort waren die Verhältnisse in etwa so wie in der Serie dargestellt.
1942 nach grauenhafeten Bombenteppichen, zogen wir aufs Land in ein kleines Dorf, daß zwar seit Mitte zwölfhundert die Stadtrechte
besaß, aber dennoch ein Dorf war. Die dortige Schule die ich besuchte, bot ein anderes Bild.
Kein Bild des Führers schmückte das Klassenzimmer sondern ein Kruzifix. Ein Führerbild gab es nur im Zimmer des Rektors.
Doch falls dorthin ein Schüler zitiert wurde, hatte er dafür bestimmt keinen Blick übrig denn der Reetstock und die Anzahl der zu
erwarteten Hiebe galten das einzigste Interesse des Deliquenten.

Von Mitte 1942 bis Kriegsende habe ich dort unter den ca.120 Kinder nicht einen einzigen Hitlerjungen oder ein BDM Mädel gesehen.

Zu 3. und Letztens:

Das Monieren heutiger Generationen über die ach so leichte Verführbarkeit der Jugendlichen von damals klingt doch recht merkwprdig,
wenn man den kritischen Blick von der Vergangenheit löst und stattdessen in die Gegenwart blickt.
Eine Jugend, jedem Trend nachspringend, modische Torheiten bis zur sklavischen Affinitäten von Lebensgewohnheiten die sie an ihren
sogenannten Idolen ausrichten - meistens aus der sogenannten Popkultur. Kritik - und willenlose Opfer von Industrie und Werbung.

Damals zur Zeiten der HJ hatten zumindest viele der jungen Leute handfeste Gründe für ihre Zustimmung zum System die da hießen:
vorwärtsgerichteter Zukunftsglaube die Alten die alles abgewirtschaftet haben vom Neuen zu überzeugen und aus eigener Kraft etwas
besseres schaffen. An einen Krieg dachte damals gewiss keiner am allerwenigsten die Angehörigen der Hitlerjugend die übrigends
beim Kriegsverbrecherprozess von Nürnberg ale einzigste NS Organisation in allen Punkten freigesprochen wurde.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Äußerst Empfehlenswert!, 17. April 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Bereits für eine 80er-Jahre Produktion sehr facettenreich und detailtreu. Zudem befasst sich der Vierteiler mit einem Thema, welches vielen oberflächlich sicher nicht fremd vorkommt, doch zeigen die behandelten Inhalte die Sache auch einmal aus einem ganz anderen Blick. Zu empfehlen für jeden, der sich mit dem Thema bereits auskennt und sich schon intensiv damit beschäftigt hat, doch auch für absolut "Ahnungslose" ein Kauf wert.
Die Bildqualität und das -format (4:3) sind leider nicht mehr zeitgemäß, jedoch handelt es sich bekanntlich um eine 30 Jahre alte Verfilmung.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Blut und Ehre - Jugend unter Hitler, 1. März 2014
Rezension bezieht sich auf: Blut und Ehre - Jugend unter Hitler (inkl. Blood and Honor - Youth under Hitler) + Bonus (Fernsehjuwelen) [5 DVDs] (DVD)
Dokumentation über den Zweiten Weltkrieg (1939 – 1945) gibt es viele. Ich habe Archivaufnahmen gesehen, mir Berichte angeschaut, mit Zeitzeugen gesprochen. Und es war teilweise erschütternd, was ich da erfahren habe. Teil, weil die Schicksale mir unter die Haut gingen, dann wieder, weil der eine oder andere die Zeit unter Hitler lobte. Für mich recht verwirrend, da ich die Zeit, die die Menschen mitgemacht habe, nicht nachvollziehen konnte.

Nun hat Filmjuwelen die TV-Miniserie Blut und Ehre – Jugend unter Hitler auf DVD herausgebracht. Für das Drehbuch zeichnet sich Helmut Kissel verantwortlich, die Dreharbeiten fanden von August 1980 bis ungefähr Januar 1981 in Baden-Baden statt. Jede Szene wurde zweimal aufgenommen, einmal in deutscher Sprache und einmal in englischer Sprache. Im Juni 1982 kann die Serie dann ins westdeutsche Fernsehen und erreicht auf Anhieb einen Zuschaueranteil von 50 %. Im November des gleichen Jahres wurde die Serie auch in Amerika und später auch in Holland, England und Österreich gezeigt.

Die Serie zeigt die Zeit von 1933, kurz bevor Hitler an die Macht kam, bis 1939. Es werden verschiedene Schicksale gezeigt, die sich um die Jugendlichen und ihre Familien drehen. Unter ihnen ist auch der junge Hartmut Keller, dessen Vater gegen Hitler und für die SPD ist. Erst als er wegen Volksverhetzung ins Gefängnis kommt, arrangiert er sich mit den Nazis. Hartmut wird dagegen schon von klein auf in der Schule gedrillt. Er tritt der Hitlerjugend bei und gibt das wieder, was ihn vorgetragen wird. Des Weiteren ist auch ein wenig die Geschichte der Familie Kuhn zu sehen, die allerdings später ins Leere läuft, weil die Familie ins Konzentrationslager muss.

Ich fand viele Szenen schockierend. Die Kinder bekamen eine Gehirnwäsche verpasst, ihnen wurde immer wieder eingebläut wie gut Hitler und seine Armee für die Menschheit wären. Es ist zu sehen, wie „leicht“ sich Kinder anpassen wenn die den richtigen – oder in diesem Fall, den falschen – Umgang haben.

Auch wird hier nicht wirklich der Unterschied zwischen Stadtkindern und Landkindern gezeigt. Denn auf dem Land wurden die Kinder zwar auch im Sinne Hitlers erzogen, aber nicht so gedrillt wie in der Stadt, wo die Menschen viel dichter zusammen lebten. Wobei ich persönlich keine Erfahrungswerte habe, da der Krieg glücklicherweise vor meiner Zeit stattfand.

Was mir auf jedem Fall im Gedächtnis geblieben ist, ist die Begegnung zwischen Vater und Sohn, als der Vater nach sieben Monaten und drei Tagen aus dem Gefängnis entlassen wird. Ich fand diese „schlimm“, denn für mich steht meine Familie ohne wenn und aber an erster Stelle. Es ist zu sehen, wie der Vater die Wohnung betritt, wie sich seine Frau und seine Tochter freuen und ihn in den Arm nehmen, während sein Sohn Hartmut weiterhin am Küchentisch sitzt und nicht weiß wie er reagieren soll. Er ist hin- und hergerissen zwischen der Freude seinen Vater zu sehen, aber er hat nicht vergessen, aus welchem Grund dieser im Gefängnis gelandet ist. Auch wenn sich der Vater fortan mit den Nazis arrangiert bleibt erst einmal eine Kluft zwischen Vater und Sohn. Das sein Vater so gesehen gegen seinen eigenen Willen handelt, seine Familie schützen will und mit seiner Situation nicht glücklich ist, bekommt Hartmut nicht mit.

Ich finde, dass die Serie wirklich sehr authentisch ist. Viele der Szenen regen bei einem normal denkenden Menschen zum Nachdenken an. Sehr empfehlenswert ist auch die Diskussionsrunde „Jugend unter Hitler – War es wirklich so?“, die in mehreren Teilen auf den DVDs vorhanden sind. In dieser Runde sind unter anderem Zeitzeugen und junge Menschen vorhanden, die über die damalige Zeit sprechen und Fragen stellen. Sehr interessant! Ich kann für diese Perle einen reinen Kauftipp aussprechen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine Möglichkeit, zu Begreifen und besser zu Verstehen., 23. Dezember 2013
Von 
Larissa "Larissa" (Köln) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Grosse Geschichte 45: Blut und Ehre - Jugend unter Hitler [4 DVDs]

Ich bin eine Sammlerin der Reihe "Grosse Geschichten" - Ausstrahlungen von in der ARD gesendeten Fernsehsendungen, die es auf DVD im Handel gibt. Neben vielen anderen Titeln, gehört zu meiner Sammlung auch die Nr. 45 dieser Reihe "Blut und Ehre - Jugend unter Hitler". In drei Familien, zwischen deren Jungen es bisher keine Differenzen gegeben hat, bricht nun die Ideologie der Nationalsozialisten ein.

Es gibt wohl viele Menschen, so wie ich, nach dem 2. Weltkrieg geboren, die als junge Menschen, oder später, auch als Erwachsene, einfach nicht verstehen konnten "wie alles soweit hatte kommen können". Jetzt, im dritten und letzten Teil meiner Lebensreise, kann ich Einiges verstehen - und verstehen, heißt: Verzeihen.

Der Film (ein Vierteiler aus dem Jahr 1980/81) erzählt auf eindringliche, aber ganz undramatische Weise, wie es den Nationalsozialisten gelingt, junge Menschen für ihre Idee zu begeistern, sie aber nicht nur zu begeistern und ja: Sie zu fanatischen Anhängern des Hitler-Regimes zu machen! Jedes eigenständige Denken und Empfinden musste der Idee eines "Großen und Ganzen", für "Ein deutsches Volk und einen Führer" weichen.

Dass es neben einer Idee und einer Meinung auch noch andere geben kann - das durfte, das konnte nicht sein. Die katholischen und freien Jugendverbände, die es anfangs der NS-Zeit noch gab, wurden bespitzelt, boykottiert und, Jungen wie Mädchen -das hat mir meine Mutter erzählt- mussten dem BDM oder der HJ beitreten, wenn sie oder ihre Familien keine Repressalien befürchten wollten.

Und dann kam noch hinzu (sogar als ältere Frau kann ich mir das heute gut vorstellen): ich hätte sicher gerne Freundinnen gehabt und mit-gemacht, wäre mit-marschiert und hätte mit-gesungen, wenn es hieß: "Die Fahne flattert uns voran"...
Denn wir sind alle nur Menschen! Und Menschen fühlen sich nun einmal in einer Gruppe wohler, als alleine. Das ist heute nicht anders, als es damals war.

Und ich denke mir, nur wenige der damaligen Pimpfe, Fähnlein- oder Bannführer haben auch nur geahnt, wohin die Reise geht und was der Krieg tatsächlich für eine grausame Fratze hat.

Ich finde es gut, das es jetzt möglich ist, durch DVDs wie z.B. "Blut und Ehre", einen Einblick in die "Jugend unter Hitler" zu bekommen. Vieles kann ich jetzt besser verstehen. Man kann keine Pauschal-Verurteilungen, wie das so gerne getan wird, fällen. Da möchte ich die, die am lautesten schreien, gerne einmal fragen: Was hast DU damals gemacht, wie hast Du gelebt-, überlebt - gut gelebt - oder bist DU nur mitgelaufen, wenn es hieß "Die Fahne flattert uns voran..."?

Das Recht, ein Urteil zu fällen, würde ich mir nie anmaßen. Die DVDs der Reihe "Grosse Geschichten" der ARD, Nr. 45, sind aber, meiner persönlichen Meinung nach, sehr sehenswert.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


15 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Sehr empfehlenswerte Geschichtslektion!, 18. Juli 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ich sah mir diese vierteilige Serie mit einer Zeitzeugin(Jahrgang 1922) an, die mir
bestätigte, daß die damalige Stimmung praktisch unverfälscht dargestellt wird, sie
sich sehr gut mit der Handlung selbst identifizieren konnte, eigene Erinnerungen an
diese Zeit zu neuem Leben erweckt wurde. Eine Zeit, wie sie heute sagt, sich niemals wieder wünschen möge.
Im Gegensatz zu anderen geschichtlichen Filmen wird nach jeder ausgestrahlten
Sendung eine Diskussionsrunde zwischen Jugendlichen und Zeitzeugen zwischenge-
schaltet. In meinen Augen eine vortreffliche Idee. Nur: Vielfach bleiben Fragen
im Raum stehen, oder gehen im Geschwafel unter, sodaß die Ergebnisse der vier
Diskussionsrunden nicht voll befriedigen. In meinen Augen hätte auch eine ein-
malige Diskussionsrunde nach Ausstrahlung aller 4 Folgen völlig ausgereicht.
Warum sollte man sich mit diesem Thema beschäftigen? Heute heißt es doch nur: Wie konnte man sich damals nur so einfangen lassen? Eine Frage, die in den Dis-kussionsrunden nur bruchstückhaft beantwortet wird. Einige jugendliche Teil-
nehmer gaben sogar zu, daß sie wahrscheinlich auch mitgemacht hätten, was sie
allerdings nicht unbedingt überzeugend zu begründen vermögen. Fakt ist ja, daß
sie auch nicht in dieser Zeit gelebt und vor allem herangewachsen sind. Auch
wäre es wohl vermessen, die Zeitzeugen ihres damaligen Handelns "anzuklagen",
denn dazu muß man sich wohl die Ausgangssituation im Jahre 1933 verdeutlichen:
Die Schmach des 1. Weltkrieges beherrschte noch immer das allgemeine Denken,
dazu gesellte sich die Weltwirtschaftskrise. An der Spitze des Staates stand
ein Mann, der kein Demokratieverständnis besaß und innerlich froh war, daß
plötzlich der "Spuk von Weimar" ein Ende fand. Mit unserer heutigen Verfassung
wäre das wohl nicht so einfach möglich gewesen(zumindest daraus haben wir eine
Lehre gezogen). Ab 1933 war man plötzlich wieder wer. Ein neues Zukunftsselbst-
bewußtsein wurde geboren, wobei man mehr oder weniger über die dunklen Seiten
des neuen Systems hinweg sah, sofern man sich derer überhaupt richtig bewußt
war, oder werden konnte. Meine Zeitzeugin - aufgewachsen in einer Kleinstadt -
hat sich von den Grausamkeiten des Dritten Reiches erst nach 1945 einen voll-
kommenen Überblick verschaffen können. Und so ging es wohl vielen Deutschen in
diesen 12 Jahren .... Auch diesen Eindruck vermittelt dieser Vierteiler!
Erschreckend allerdings, daß sich auch in diesem Film die Paralellen zur nach-
folgenden DDR-Epoche mehr als sehr deutlich widerspiegeln. Die Denunzierungs-
szene Vater - Sohn im 3. Teil(1938) kann man fast in gleicher Szenerie im
Film "Durchbruch" von 1963(DDR 1961) nochmals miterleben. Zumindest in der
damaligen DDR erlebte der Grundgedanke - wenn auch unter anderen Idealen -
leider eine Fortsetzung, was man im Vergleich noch ebenso eindrucksvoll dokumentieren könnte, beispielsweise in einer dokumentarischen Gegenüberstellung mit dem 1992 veröffentlichten Film über die DDR-Jugend: "Kinder-Kader-Kommandeure".
Die Bilder gleichen sich fast!
"Blut und Ehre" wurde 1981 produziert. Also zu einer Zeit, wo man noch den
Vergleich Drittes Reich und DDR scheute(oder scheuen mußte?), denn sobald
einmal das Wort DDR in der Diskussionsrunde angesprochen wurde, wurde auch
sogleich abgeblockt. Aus heutiger Sicht wohl mehr als sehr verständlich.
Aus diesem Vierteiler sollte man Lehren ziehen, daß sich solch eine Zeit,
die der individuellen Entwicklung des Einzelnen keinen Raum zuerkennt, sich
dazu noch anmaßt etwas Besseres als Andere zu sein, niemals wiederholen darf!
Somit kann man sich diesen Film, insbesondere als Jugendlicher, nicht oft ge-
nug ansehen und daraus Lehren für sein eigenes gesellschaftliches Handeln
ziehen. In meinen Augen ist der Film "Blut und Ehre" ein Mußprogramm!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sehr guter Film, 1. August 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Blut und Ehre - Jugend unter Hitler (inkl. Blood and Honor - Youth under Hitler) + Bonus (Fernsehjuwelen) [5 DVDs] (DVD)
Der Film ist sehr vielschichtig, da er die Entwicklungen des Nationalsozialismus vor dem Ausbruchs des zweiten Weltkrieges aus verschiedenen Perspektiven zeigt. Dadurch beschreibt er ein vielfältigeres Bild von der deutschen Bevölkerung als manch anderer Film mit dieser Thematik. Man kann sich in die Situation der Figuren gut hineinversetzen und ihre Motive und Handlungsweisen verstehen. Außerdem zeigt der Film, wie Kinder und Jugendliche durch Die HJ oder den BDM (nur am Rande)in die Fänge der Nazi-Propaganda gerieten. Der Film ist in drei Teile aufgeteilt, von denen jeder ca. eine Stunde geht. Man kann den Film also auch ausschnittsweise in der Schule zeigen, zumal die Protagonisten Jugendliche sind, also im Alter der Schüler. Ich kann diesen Film nur empfehlen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Erschütternd..., 18. März 2014
Rezension bezieht sich auf: Blut und Ehre - Jugend unter Hitler (inkl. Blood and Honor - Youth under Hitler) + Bonus (Fernsehjuwelen) [5 DVDs] (DVD)
"Blut und Ehre – Jugend unter Hitler" ist ein vierteiliger TV-film aus den 80er Jahren.

Der Vierteiler vermittelt historisch korrekt (davon gehe ich aus) das Lebensgefühl und die persönlichen Beweggründe der damaligen Zeit. Umso besser und wichtiger ist es, dass dieser tolle Fernsehfilm endlich in einer hochwertigen Edition erhältlich ist. Packend und erschütternd erfährt man hier so viel über die damalige Zeit, was man hoffentlich nie selbst erleben muss. Eine Miniserie zum Nachdenken und Mitfühlen. Für geschichtsinteressierte Zuschauer kann ich diese DVD einfach uneingeschränkt empfehlen. Mir ging es zumindest so.

Zudem hat man sich mit der Veröffentlichung sehr viel Mühe gegeben. Die DVDs werden in einer tollen Box geboten. Enthalten ist ein hochwertiger Schuber, für Sammler bestens zu empfehlen. Ein umfangreiches Booklet mit Hintergrundinfos rundet dies ebenso ab wie die vierteilige Diskussionsrunde zum Thema. Wer auch nur im Ansatz geschichtlich unterhalten werden will kriegt mit "Blut und Ehre" ein dickes Paket, welches sich lohnt.

Fazit:

Besser als jede Dokumentation. Mit "Blut und Ehre - Jugend unter Hitler" wird dem geschichtsinteressierten Zuschauer etwas so nahe gebracht, wie es eine Dokumentation wohl nie vermögen würde. Absolut zu empfehlen!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Great series - wish it came in the US-dubbed version, too - and on blu ray., 29. Oktober 2011
Von 
Jesper W. Rasmussen (Copenhagen, DENMARK) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
I remember seeing this series in my German class in the early 80's. It made a huge impression and I have been looking for it on DVD/blu ray for quite some time. Glad it's finally out - it has stood the test of time well and the DVD extras are interesting. The extras are mainly comprised of a series of television programs that followed the original broadcast and discussed the reality behind the series and viewer reactions from week to week. The series itself nor the extras are subtitled, so you do need to speak/understand German in order to enjoy this version. The DVD is handsomely packaged with an informative non-removable booklet inserted in the packaging. I would have preferred a blu ray release but the DVD looks quite good. I would also have liked German and English subtitles - and since each scene in the series was actually shot in two versions during production (a German and an English version), I would have liked to have seen the US English language version, too. Maybe a future release of the series on blu ray will address these issues.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


16 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Drastische und anschauliche Zeitgeschichte der HJ, 4. Mai 2011
Ich habe mir schon lange gewünscht, dass ich den Film noch mal sehen könnte, besonders wegen Jeffrey Frank( Hartmut Keller)!
Ich habe den Film das erste und letzte Mal in vier Teilen gesehen, da war ich 16.
Die Geschichte verschiedener politisch aufgewachsener Jugendlichen wird sehr anschaulich und drastisch erzählt und die Wandlung der Jungs wie Hans und Günther Mönkmann zu skrupellosen Nationalsozialisten, wie auch Hartmut und Theo Gruber, Söhne von Demokraten! Hartmut hat sich meiner Meinung nach zu leicht beeinflussen und manipulieren lassen! Nur dieser blinde Glauben und Gehorchsam war schockierend und ekelhaft und die schleichende Veränderung!
Wer sich für diese Epoche der Geschichte interessiert ist es sehr zu empfehlen, auch wenn man denkt, wie krank das doch damals war und manche Szenen verhaltensmässig total widerlich sind.
Aber ich fand damals den 17 jährigen Jeffrey Frank eben total klasse in der Rolle des Hartmut und ich konnte ihn bis heute nie vergessen, besonders eben mit der dt. Synchronstimme von Oliver Rohrbeck( Julian - Fünf Freunde)!:-)
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


5.0 von 5 Sternen Unterschied Version 2011 versus 2014?, 10. Januar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Blut und Ehre - Jugend unter Hitler (inkl. Blood and Honor - Youth under Hitler) + Bonus (Fernsehjuwelen) [5 DVDs] (DVD)
Also ich kenne den Film schon seit der Austrahlung von ARD in den 80igern und habe mir seinerzeit dann die vor 3 Jahren unter "Grosse Geschichte 45" von der ARD produzierte Fassung gekauft mit 4 DVD's auf dem Cover auf der Rückseite ist die Laufzeit mit ca. 240m angegeben, auf der Amazon Seite ist diese nun als Spieldauer von 420m (Verschreib?) angegeben, der Clou kommt aber erst jetzt: die neue Herausgabe von "Fernsehjuwelen" welche am 10.1. also heute erschienen ist, steht eine Spieldauer von 860m als mehr als das doppelte gegenüber der ARD Version und fast 4 x so lang wie auf dem Cover auf der Rückseite angegeben, kann mir irgend jemand mitteilen - als Kommentar - was da stimmt oder eben nicht stimmt?? besten Dank!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


‹ Zurück | 1 2 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

Dieses Produkt

Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen