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16 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Abbados Bruckner 1 - in der selten gespielten Wiener Fassung, 4. Juli 2013
Rezension bezieht sich auf: Sinfonie 1 (Wiener Fassung 1891) (Audio CD)
Ich habe mich bereits andernorts über die wunderbare Aufnahme von Abbado mit den Wiener Philharmonikern ausgelassen, die für mich zu den absoluten Höhepunkten der Bruckner-Interpretation gehört. Bis heute ist diese Aufnahme für mich unerreichte Referenz für das "kecke Beserl" Bruckners geblieben, da sie die Partitur ernst nimmt und zeigt, dass Bruckner bereits zu diesem Zeitpunkt ein grosser Symphoniker war.
Nun also liegt seit kurzem diese weitere Aufnahme der Ersten vor, wieder mit Abbado, aber dieses Mal nicht in der üblicherweise gespielten Linzer Fassung von 1866, sondern in der Wiener Fassung von 1891. Beide Fassungen haben ihre Fürsprecher. Die Linzer Fassung wird als ursprüngliche Idee des Komponisten interpretiert, während andere argumentieren, dass der Reifungsprozess des Komponisten auch der bearbeiteten Ersten zuträglich war. So haben beispielsweise Wand, Rozhdesvensky und Chailly diese spätere Fassung eingespielt. Für den Kenner der Symphonie ergeben sich durchaus wesentliche Abweichungen, nicht nur in der Instrumentation, sondern auch in der Konzeption der thematischen Gedanken und ihrer Durchführung, insbesondere im dritten Satz, wo das Trio und die Reprise durch eine Überleitung verbunden werden.
Insgesamt gelingt Abbado - dieses Mal mit dem Lucerne Festival Orchestra - noch einmal eine grossartige Interpretation, wiederum mit einem ausgezeichneten Orchester. Dass sowohl der Komponist als auch der Interpret gereift sind, ist eine interessante Note, die es darauf anlegt, dass beide Aufnahmen gehört werden. Und siehe da: es lohnt sich wirklich! Abbado ist für diese Symphonie geschaffen, in welcher Fassung auch immer.
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5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen faszinierende Neugeburt!, 7. Februar 2014
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Sinfonie 1 (Wiener Fassung 1891) (Audio CD)
43 Jahre nach seiner Einspielung der Ersten Sinfonie Bruckners in der Linzer Fassung liegt von Claudio Abbado nun ein Livemitschnitt der Wiener Fassung (herausgegeben von Günter Brosche) vor.
Abbados Musizieren hat sich in diesem langen Zeitraum seines Lebens (es handelt sich ja um eine seiner letzten Einspielungen von seinem Tod am 20.Jan.2014) stark verändert. Plakativ aber nicht ganz falsch könnte man sagen: Abbado gab alles jugendliche Feuer in Bruckners erste Fassung (Zitat: „da hab' i mi ka Katz g'schert und komponiert, wie i wolln hab'!“), in der späten Fassung dann alle Erfahrung und transzendentale Weisheit. Breitere Tempi, ein konstanterer Fluss der Musik, das Vorausschauende und Nachhörende, der große Bogen: Das alles passt wunderbar zu der Rückschau des alten Bruckners auf seinen offiziellen sinfonischen Erstling (bei dessen Schreiben er schon über 40 war, aber dennoch am Anfang seiner wahren Komponisten-Karriere stand).

Folglich möchte ich dem (sehr oberflächlichen, wenig informativen) Text der „accentus musik“ CD widersprechen. Dort steht:
„Die ganze Radikalität des Werkes legte Abbado in etlichen faszinierenden Steigerungen und plötzlichen Brüchen offen …“ DAS mag im ersten und letzten Satz für die erste Einspielung von 1969 zutreffen, in der neuen von 2012 ist es (angelehnt an den Titel des Filmportrait Abbados von 2003) tatsächlich mehr das „Hören der Stille“ oder das Hören vor, hinter und über die Harmonien hinaus. Das ist für mich auch das Faszinierende dieser Aufführung. Die erwähnte „Radikalität“ steckt in der späten Fassung selbst. War es in der Erstfassung das Feuer, das phantastisch Wechselnde, die Vielzahl an Einfällen, so ist es in der späten Fassung das Beleuchten in neuen „Klangräumen“ und das Visionäre - z.B. im Kopfsatz ab Buchstabe V (thematische Verarbeitung in den Hörnern im Takt 269 bis 274!) (9:30) und in der Final-Coda (dort leider von Abbado etwas die schauerlichen „Katastrophen-Schmirgelpapier-Reibeisen-Harmonien“ verschenkt). Der Hauch von Schumann oder Tschaikowsky (öfters!) mancher Stellen der Linzer Fassung ist hier eindeutig ganz und gar Bruckner gewichen. Der Akkord (2:50) im Takt 89 des Finales oder mancher Harmonieverlauf des Schlusses ab Buchstabe X (ab 14:42) könnten auch der Neunten entstammen…

Abbado erlaubt sich durchaus kleine (anscheinend eigene) Abänderungen der Partitur: Z.B. steht im Kopfsatz von Takt 80 bis 93 (Buchstabe F) (2:36) ein „poco a poco cresc“. Doch Abbado baut im Takt 86 nochmals ein „subito mp mit Crescendo“ ein (ebenso in den letzten Takten dieses Satzes) und hebt in dieser gesamten Stelle die Holzbläser deutlich hervor. In den vier Takten (ab Takt 171) (6:22) von Buchstabe Q sind die ff-Akzente (Jochum sagte mal, dass das bei Bruckner im Blech „marcato“ seien) so schwach, dass sie kaum hörbar sind. Manches davon mag natürlich durch den Tonmeister verursacht sein – immerhin entsteht eine CD durch viele Ohren… Die zwei Beispiele sind aber bezeichnend dafür, dass das Bestechende nicht im Äußeren (z.B. abrupte Dynamik, Akzente, Tempo), sondern in den kleinen harmonischen Veränderungen der späten Fassung (Bruckner schrieb ja bereits an seiner Neunten!), den neuen Vorbereitungen, Übergängen, der farbigeren Instrumentierung steckt. Abbado findet die meditativen Stellen, lässt hie und da die Zeit stillstehen (z.B. Takt 20 bis 31 im zweiten Satz) (1:45) und macht „stille Abgründe“ hörbar – z.B. im zweiten Satz, Buchstabe E (7:37) und später die deutlich liegende Horn-Oktave Takt 128, 290 (8:49) in der „Harmonie“ mit den Streichern). Unglaublich ist im Finale Buchstabe H bis M (6:00-9:35): Wie Bruckner hier einen „Themensplitter“ (finde ich hier treffender als das Wort „Motiv“) über Minuten hinweg transformiert, ist atmen beraubend – auch die Umsetzung in dieser Aufführung. Da steckt ebenso etwas vom Mysterium des Finales der Neunten drin wie von der Leere und Verlassenheit des zweiten Satzes der Fünften.

Das Lucerne Festival Orchestra spielt makellos und „hört mit“ Abbado. Die Aufnahmetechnik unterstützt das sehr gut in einem klaren ruhigen Klang mit manchmal ein wenig durch die Einbeziehung des Raums eingeebneter Dynamik. Im Finale hätte ich mir am Ende doch etwas mehr Biss im Klang gewünscht (vielleicht etwas weniger „Entfernung“: Tuttis gehen manchmal mehr in den Raum als direkt hörbar ins Mikro) und gern gehört, dass dieses Orchester auch einen vollen strahlend großen Tuttiklang erzeugen kann. Angesichts des vielen Feinen, was sonst zu hören ist, lässt sich das aber verschmerzen.

Wer nun die Erste von 1969 mit Abbado hat: Hier hören sie ein völlig anderes Dirigat und letztlich auch ein anderes Stück Musik. In der Wand / WDR Aufnahme der „Wiener Fassung“ ist von dem Besonderen der neuen Fassung nicht so viel zu hören wie bei Abbado.

Drei Dinge freuen mich an dieser Aufnahme besonders: Abbado findet ein wunderbares Tempo und Charakter für das Scherzo (im Gegensatz zu 1969), die Verdurung des Themas im Finale (Buchstabe R) (11:45) tönt im Blech endlich mal nicht wie die Feuerwehr und die „Wiener Fassung“ bei ihm klingt absolut überzeugend! Es ist für mich ein großes Geschenk, diese Neufassung der Ersten fortan nicht mehr schmerzlich mit dem nicht vollendeten Finale der Neunten in Verbindung bringen zu müssen. Diese Aufführung zeigt die Wiener Fassung als ein eigenes Stück!

Das Beste im Textheft ist übrigens dieses Zitat:
„Entscheidend ist nicht, was ein Dirigent in den Proben erzählt, sondern ob er im Konzert seine Seele öffnen kann.“ Wolfram Christ (Mitglied des Lucerne Festival Orchestra – das ist der Mann mit der Frisur *g*)

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Über ein JA bei "hilfreich" würde ich mich freuen, wenn meine Besprechung eine Anregung für Sie war
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5.0 von 5 Sternen Der frühe Bruckner in später Vollendung, 29. Juni 2014
Von 
opernfan - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Sinfonie 1 (Wiener Fassung 1891) (Audio CD)
Ich maße mir hier nicht an, zu ergründen, warum Abbado hier die späte Version der ersten Symphonie eingespielt hat - er wird seine Gründe gehabt haben. Letztlich hat sie wie die frühe Version auch ihre Gültigkeit, denn auch Bruckner wird (gute) Gründe gehabt haben, sie noch einmal zu überarbeiten. Umso spannender ist für uns Nachhörende nun die Möglichkeit des Vergleichs.
Abbado erweist sich hier wieder einmal als großer Bruckner-Dirigent. Er dirigiert diese 1. Symphonie sehr feurig, an manchen Stellen hört man fast so etwas wie "Italianità". Er vergisst bei aller Transparenz und Durchhörbarkeit der Interpretation nie den großen Bogen, unterscheidet hier aber gegenüber den "wahren" späten Symphonien deutlich: diese 1. Symphonie ist die Symphonie eines Feuerkopfs, eines "Neutöners" - und man frägt sich schon, wie diese neuen Töne für die Zeitgenossen geklungen haben müssen, wenn es selbst für uns heutige Hörer (immer noch) nicht einfach ist, den Verästelungen der Bruckner'schen Klangsprache zu folgen. Umso mehr erfreut diese brillante, sehr spannende Interpretation mit dem hervorragenden Lucerne Festival Orchestra, der die Genialität von Bruckner hören lässt und ihn quasi in seinen Anfängen zeigt, auch hier schon überwältigend in seiner Klangsprache und -gewalt. Auch in seiner überarbeiteten Version, die sich nicht hinter dem Linzer Original verstecken muss.
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4.0 von 5 Sternen die wiener fassung aus luzern, 16. Juni 2014
Von 
Rezension bezieht sich auf: Sinfonie 1 (Wiener Fassung 1891) (Audio CD)
ist nicht die originale "kecke" linzer, bruckners erster grosser sinfonien-wurf, sondern die zig-jahre später und zu zeiten der umarbeitungen an seiner komplexen achten sinfonie eine von ihm revidierte, ohne wirkliche musikalische wie gestalterische notwendigkeit.
abbado hat bruckners erste sinfonie zweimal eingespielt mit den wienern in der originalen linzer fassung, die zweite
einspielung mit der grösseren musikalischen souveränität, gelassenheit und auch klangtechnischem fortschritt.
warum er in einem seiner letzten luzerner konzerte das "kecke beserl" weniger keck in der späten fassung aufführte,
wissen wohl eher die pr-und marketing-strategen - musikalisch ist das jedenfalls keinesfalls zwingend, zumal der wiener bruckner ein andrer war als der frühe, erstmals in linz sinfonisch erfolgreiche.
diese späte wiener fassung, letzte aus abbados hand, ist also eine durchaus überflüssige "offenbarung", die musikalisch keine neuen perspektiven zum spätwerk öffnet.
die linzer (original-fassung) war ein sinfonischer wurf, der schon annähernd den gesamten bruckner umriss - allen altgeweihten brucknerianern als provokation - und alle grossen dirigenten spielten nur sie.
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1 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sinfonie 1, 12. Oktober 2013
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Rezension bezieht sich auf: Sinfonie 1 (Wiener Fassung 1891) (Audio CD)
Der Mann auf der linken Seite sollte dringend mal wieder zum Friseur gehen.
Seine Frau schimpft bestimmt schon.
Die Musik ist einmalig. Sinfonie 1 (Wiener Fassung 1891)
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