Kundenrezensionen


18 Rezensionen
5 Sterne:
 (9)
4 Sterne:
 (5)
3 Sterne:
 (2)
2 Sterne:
 (2)
1 Sterne:    (0)
 
 
 
 
 
Durchschnittliche Kundenbewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel
Eigene Rezension erstellen
 
 

Die hilfreichste positive Rezension
Die hilfreichste kritische Rezension


23 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Es geht hauptsächlich um die bewegte Geschichte und das gespannte Verhältnis zwischen Griechen und Türken -ein tolles Buch !
In seinen bisherigen Kriminalromanen um den Athener Kommissar Kostas Charitos hat sich dessen Schöpfer, Petros Markaris, einer der bedeutendsten Autoren des gegenwärtigen Griechenlands, schon des Öfteren mit aktuellen und auch historischen politischen Fragen befasst. Diese Bücher haben Petros Markaris nicht nur einen Kultstatus unter einer gewissen...
Veröffentlicht am 25. April 2009 von Winfried Stanzick

versus
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ahnlvertilgen
Als Kommissar Charitos mit Ehefrau Adriani eine Pauschalreise nach Istanbul absolviert, deutet alles darauf hin, dass ein bald neunzigjähriges nordgriechisches Kindermädchen, ursprünglich Pontusgriechin, sich auf einen Rachefeldzug aufmacht, um jene zur Rechenschaft zu ziehen, die sich vor fünfzig und mehr Jahren im Spannungsfeld der...
Vor 18 Monaten von Dr. Peter Joham veröffentlicht


‹ Zurück | 1 2 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

23 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Es geht hauptsächlich um die bewegte Geschichte und das gespannte Verhältnis zwischen Griechen und Türken -ein tolles Buch !, 25. April 2009
Von 
Winfried Stanzick (Ober-Ramstadt, Hessen Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
In seinen bisherigen Kriminalromanen um den Athener Kommissar Kostas Charitos hat sich dessen Schöpfer, Petros Markaris, einer der bedeutendsten Autoren des gegenwärtigen Griechenlands, schon des Öfteren mit aktuellen und auch historischen politischen Fragen befasst. Diese Bücher haben Petros Markaris nicht nur einen Kultstatus unter einer gewissen Schicht der Krimileser verschafft, sondern auch das Bild Griechenlands bei ihnen geprägt. Ähnlich wie manche italienischen Autoren wie Camilleri ("Petros Markaris gefällt mit außerordentlich") und auch zuletzt immer stärker Gianrico Carofiglio, kritisiert Markaris mit viel Witz und hintergründigem Humor die Verhältnisse. Seine Analyse ist zuweilen scharf und beißend, und dennoch scheint er die griechischen Verhältnisse auch zu lieben und wirbt zwischendurch immer wieder um Verständnis beim Leser.

In seinem neuen Roman geht es nicht nur wie immer um Charitos' Verhältnis zu seiner Tochter und seiner starken und selbstbewussten Frau Adriani, sondern hauptsächlich um die bewegte Geschichte und das gespannte Verhältnis zwischen Griechen und Türken.

Nachdem Charitos' Tochter Katarina nur standesamtlich geheiratet hat und damit nicht nur ihre eigenen, sondern auch die Eltern ihres Mannes brüskiert hat, sucht Kostas zusammen mit Adriani mit einer Städtereise nach Istanbul Abstand zu gewinnen von diesem familiären Stress. Ein echter Genuss ist die Reise nicht, denn die anderen Mitglieder der Reisegruppe sind fast ausnahmslos schwierige Personen, in ihrer Art kaum zu ertragen, doch in der Schilderung durch Markaris ein geradezu köstlicher Lesegenuss.

Nach kurzer Zeit schon wird Kostas von einem Reisenden aus einer anderen Gruppe angesprochen und um Hilfe gebeten. Vassiliadis, so heißt der Mann, ist auf der Suche nach seiner früheren, mittlerweile 90 Jahre alten Kinderfrau namens Maria Chambou, eine Frau, die am Schwarzen Meer geboren wurde, also eine Pontusgriechin ist, die viele Jahre in Istanbul gelebt hat, wo sie wieder hin wollte, dort aber wahrscheinlich nie angekommen st.

Als sich kurze Zeit später herausstellt, dass Maria Chambou vor ihrer Abreise nach Istanbul ihren Bruder, mit dem sie zusammenlebte, mittels einer mit E 605 vergifteten Käsepitta, die sie herstellen konnte, wie keine zweite, vergiftet hat, bekommt Charitos von seinem Chef Gikas den Auftrag von griechischer Seite her zu ermitteln.

Als in Istanbul kurze Zeit später eine Angehörige der aussterbenden griechischen Minderheit auch mit einer durch E 605 angereicherten Käsepitta vergiftet aufgefunden wird, zeigt sich auch die türkische Polizei interessiert. Die Zusammenarbeit mit seinem türkischen Kollegen Murat Saglam gestaltet sich zunächst normal, was bedeutet, dass sie tiefstes, historisch begründetes Misstrauen gegeneinander hegen.

Doch zwei Dinge, die Markaris sensibel und eindrucksvoll beschreibt, verändern ihr Verhältnis ins Positive. Zum einen ermittelt Kostas wie gewohnt auch auf eigene Faust und Murat zeigt sich beeindruckt . Zum anderen entwickelt Murat durch die Reflexion seiner eigenen Geschichte als fremder Gastarbeiter in Deutschland ein Gespür und ein Verständnis für das Schicksal der griechischen Minderheit in der Türkei, die Kostas beeindrucken und die beide schließlich fast so etwas wie Freunde werden lässt.

Die Handlung des Buches ist spannend, auch wenn die Mörderin von Anfang an feststeht. Markaris greift mit diesem Roman die geschichtlichen und die aktuellen Konflikte zwischen Griechen und Türken auf, benennt die Tatsachen historischen Unrechtes, bedient aber keine Vorurteile, sondern versucht sie abzubauen. Niemals überdecken die historischen Informationen aber die Handlung des Romans, sodass man ihn zügig mit großem Genuss lesen kann, und am Ende dennoch etwa gelernt hat nicht nur über die Geschichte des Verhältnisses zwischen Griechen und Türken, sondern über die Situation von Minderheiten in verschiedenen Ländern überhaupt.

Das Buch ist, wie auch die anderen der Charitos -Reihe, nur zu empfehlen. Man greife auch zu seinem letzten Essayband "Wiederholungstäter" der leider wenig bekannt ist.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Griechisch-türkisches Teamwork, 11. Mai 2009
Von 
Regina Karolyi - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Kommissar Kostas Charitos hat mit seiner Frau Adriani eine Städtereise nach Istanbul gebucht. Als sich ein Reisender aus einer anderen Gruppe an ihn wendet, weil er auf der Suche nach seiner früheren, mittlerweile neunzigjährigen Kinderfrau ist, hält sich Charitos' Begeisterung in Grenzen: Wie soll er in Istanbul eine Greisin aus der griechischen Provinz finden, die am Schwarzen Meer geboren wurde, viele Jahre in Istanbul gelebt hat und nun zu einem Besuch dieser Stadt aufgebrochen, aber offensichtlich nie dort angekommen ist?
Alles ändert sich, als sich herausstellt, dass die alte Maria Chambou vor ihrer Abreise nach Istanbul offensichtlich ihren Bruder mit E 605 in einer ihrer wundervollen Käsepittas vergiftet hat. Charitos soll nun von griechischer Seite her ermitteln. Doch die türkischen Kollegen beginnen sich erst zu interessieren, als in Istanbul eine alte Angehörige der griechischen Minderheit tot aufgefunden wird: mit E 605 vergiftet, das in einer Käsepitta verabreicht wurde. Die Chambou ist allem Anschein nach sehr wohl in Istanbul eingetroffen.

Besonders reizvoll ist im vorliegenden Roman das Flair Istanbuls, bereichert um die speziellen Eigenheiten der winzigen griechischen Minderheit, das einen bunten Rahmen für den Roman bildet. Aber es geht bei diesem Rahmen auch um die Situation von Minderheiten in unterschiedlichen Ländern.
Die Handlung ist spannend gestaltet, auch wenn die Mörderin praktisch von Anfang an feststeht. Markaris hat authentische Charaktere kreiert, er weiß Stimmungen und Orte anschaulich und lebendig darzustellen und Spannung zu erzeugen.
Ein packender Krimi mit viel Lokalkolorit!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Offene Rechnungen vs. köstliche Käsepitta, 22. Mai 2009
Von 
Klara Fall "Die nackten Hausfrauen im Wind" - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 100 REZENSENT)   
Kostas Charitos, griechischer Polizeikommissar mit zahlreichen allzu menschlichen Schwächen, ist gemeinsam mit seiner Frau Adriani in den Urlaub nach Istanbul geflohen. Zuhause in Athen gibt es Ärger mit der Tochter, die partout nicht kirchlich, sondern standesamtlich heiraten will. Welch ein Skandal!
Und so verbringt Kostas seine Urlaubstage mit seiner zänkischen Gattin und einem Haufen schnatternder Touristen. Im Bus wird die Reisegruppe quer durch Istanbul gekarrt und muss auch noch langweilige Führungen über sich ergehen lassen.
Da ist es dem Kommissar ein mehr als willkommener Zufall, dass ihn ein Fremder aus Griechenland anspricht. Dieser ist auf der Suche nach seiner ehemaligen Kinderfrau, der mittlerweile 90-jährigen Maria Chambou. Bald kommt heraus, dass die Dame sich auf ihre alten Tage vorgenommen hat, alte Rechnungen zu begleichen - mit vergifteter Käsepitta. Zuerst musste der gemeine Bruder dran glauben, dann hat sich die Alte auf den Weg nach Istanbul begeben um dort als Racheengel in Erscheinung zu treten - oder gerade dies nicht zu tun, denn Maria Chambou scheint ein Phantom zu sein. Schnell steckt Kostas Charitos während seines Urlaubs tief in der Ermittlungsarbeit. Dabei treten einige "Altlasten" aus der Vergangenheit zu Tage. Konfliktlinien der griechisch-türkischen Vergangenheit werden offenbar und auch der griechische Kommissar braucht einige Zeit, bis das Verhältnis zu seinem türkischen Kollegen sich bessert. Schließlich entwickelt sich ein sehr fruchtbares Miteinander und sowohl die griechische als auch die türkische Seite nimmt die Chance wahr, sich mit Problemen aus der Vergangenheit aktiv auseinander zu setzen.

Das Buch bietet interessante Einblicke in die türkisch-griechischen Beziehungen und greift auch die Konfliktlinien auf. Markaris geht in meinen Augen recht behutsam vor. Er verurteilt nicht und versucht möglichst unterschiedliche Menschen zu Wort kommen zu lassen. Da gibt es den türkischen Kommissar, der lange Jahre in Deutschland gelebt hat und daher weiß, wie mit Minderheiten umgegangen wird. Es gibt die Griechen in Istanbul u.v.m.

"Die Kinderfrau" war mein erster "Kostas Charitos"-Krimi und ich bin mir sicher, dass ich auch noch weitere Bücher um den sympathischen Griechen mit dem leichten Hang zur Verfressenheit lesen werde. Sehr zu empfehlen!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schnitzeljagd nach einem neunzigjährigen Racheengel, 27. Juli 2010
Von 
Ulf Borkowski (Bremen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Kostas Charitos, Kommissar der Athener Polizei, macht eigentlich mit seiner Frau Adriani Urlaub in Istanbul, um Abstand von den familiären Problemen mit der gemeinsamen Tochter zu gewinnen, die es 'entgegen der Tradition- gewagt hat nicht kirchlich zu heiraten. Doch durch eine zufällige Begegnung mit einem Schriftsteller, der als Pontos-Grieche in Istanbul lebt, wird der Kommissar in eine bilaterale Mordermittlung hinein gezogen.

Die Kinderfrau des Schriftstellers wird in Griechenland des Mordes an ihrem Bruder verdächtigt und scheint nun einige alte Rechnungen in ihrer alten Heimatstadt Istanbul bzw. Konstantinopel, wie es die Griechen immer noch nennen, zu begleichen. So macht sich Kommissar Charitos 'zwischen Besichtigungsterminen mit seiner griechischen Reisegruppe- als offizieller Kontaktbeamter der griechischen Regierung, zusammen mit seinem in Deutschland geborenen türkischen Kollegen Murat auf die Suche nach einem neunzigjährigen Phantom, dass eine Spur von Käse-Pittas 'zum Teil mit Rattengift verfeinert- durch Istanbul legt. Während Charitos als Grieche bei der türkischen Polizei misstrauisch beäugt wird, schafft es der türkische Kollege nicht, Zugang zu der griechischen Minderheit in Istanbul zu finden. So ergänzt sich das ungewöhnliche Ermittler-Duo langsam bis zum Showdown am Schwarzen Meer.

'Die Kinderfrau' ist nicht nur ein hervorragender Krimi aus Petros Makaris' Charitos-Reihe, sondern auch ein sehr tiefgründiges, teilweise biographisches Buch. Makaris ist selber als Pontos-Grieche in Istanbul geboren und verarbeitet die Geschichte der griechischen Minderheit 'insbesondere nach dem Pogrom von 1955- sehr gekonnt in einer lakonischen Schnitzeljagd nach einem neunzigjährigen Racheengel. Ein lesenswerter Krimi, der dem Leser -ohne anklagend zu wirken- hierzulande weniger bekannte Hintergründe des griechisch-türkischen Verhältnises der Gegenwart näher bringt.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kurztrip nach Istanbul, 15. Mai 2010
Markaris' fünfter Roman um Kommissar Charitos ist eindeutig sein bester. Die Kriminalstory bleibt zwar eher unauffällig im Hintergrund, aber das macht nichts - viel spannender sind der historische Hintergrund und die Beschreibung Istanbuls. Man gleitet durch die Story wie ein Boot auf ruhiger See. Und fühlt sich danach, als hätte man gerade einen Kurztrip nach Istanbul und in die Vergangenheit gemacht. Für alle Liebhaber Istanbuls ist "Die Kinderfrau" nur zu empfehlen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine Vergangenheitsbewältigung, 14. April 2010
Wer sich eine Fortsetzung der drei vorangegangenen Kostas-Charitos-Krimis erwartet, der möge dieses Buch nicht kaufen. Der Autor, Petros Markaris, 1937 in Istanbul als Grieche geboren, in einer damals 1-Millionen-Stadt mit mehr als 100.000 Griechen (heute hat die Stadt mehr als 15 Mio. Einwohner und ca. 1.000 Griechen) hat das dortige österr. Gymnasium besucht (gibt's immer noch), dann u.a. in Wien studiert (ist also im türkischen, griechischen und deutsch-sprechenden Kulturkreis heimisch) hat sich mit diesem Buch offenbar einen Herzenswunsch erfüllt.

Die Handlung ist dürftig: eine 90-jährige, total verkrebste Pontos-Griechin bäckt wunderbare Topfenkolatschen (tyrópites) - teils vergiftet, teils nicht - that's it. Markaris geht es vor allem um die Aufarbeitung der schrecklichen Septemberpogrome von 1955. Bewundernswert, wie er - als Betroffener! - beinah leidenschaftslos an dieses Thema herangeht.

Ich hatte den Roman schon vor 2 Jahren im Original gelesen und war nun gespannt, was das 30. Kapitel, das speziell für die deutschsprachige Ausgabe verfasst wurde, bringen würde: wir lernen darin hauptsächlich, wie ein türkischer Polizist das Thema "Übergepäck" beim Einchecken am Airport in Istanbul löst (!!!). Wo blieb da das Lektorat?

So wie in diesem Buch über der Stadt (die Griechen nennen sie immer noch so - i Póli) immer Nebel hängen, so weht über dem ganzen Werk eine leise Melancholie - ein einziges Mal schwingt sich eine alte Istanbul-Griechin zu einer flammenden Anklage auf - aber gegen die Griechenland-Griechen. Gleichfalls ist der türkische "Bulle" ein - Deutscher!

Ein wunderschöner Roman, der gleichwohl die Hoffnungslosigkeit aufzeigt, dass der tiefe Graben zwischen Griechen und Türken in den nächsten 100 Jahren oder so zugeschüttet werden kann.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Melancholischer Krimi, 27. Oktober 2009
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Petros Markaris bleibt ungeschlagen, was Griechenlandkrimis angeht. Er versteht es wie kein anderer, die Griechen so zu beschreiben, wie sie in Wirklichkeit sind: Mürrisch, machohaft, chauvinistisch, aber auch mitfühlend, menschlich und engagiert.
In seinem neuen Buch befasst sich Markaris mit drei für Griechen wichtigen Themen: Den Umgang mit Minderheiten, die Aufarbeitung der griechisch-türkischen Geschichte vor dem Hintergrund der "kleinasiatischen Katastrophe" und die Beziehungen zwischen Türken und Griechen, wenn es eben nicht um Politik und Religion geht, sondern "nur" um Menschen und ihre alltäglichen Sorgen und Probleme.

Eingebunden in eine Geschichte um Schuld und Sühne, in der Kostas Charitos gemeinsam mit dem türkischen Polizisten Murat hinter einer mordenden, greisen Pontusgriechin her jagen, entpuppt sich die griechisch-türkische Zusammenarbeit als äusserst effizient, was wohl beide Seiten, behaftet in ihren gegenseitigen Vorurteilen, nie zu träumen gewagt hätten. Und so findet die Jagd ihr Ende in einer türkischen Provinzstadt am Pontus, d.h. am Schwarzen Meer, in der der türkische Polizist das Kapitel so enden lässt, wie es sein griechischer Kollege auch getan hätte, nämlich mit Nachsicht, Menschlichkeit und Respekt vor der gemeinsamen Geschichte, die die beiden Völker bis heute leider voneinander trennt, statt sie zu vereinen.

Ein melancholischer Krimi, der über belastende Beziehungen - im Grossen, wie im Kleinen - erzählt, und Herz erwärmend versöhnlich endet. Bravo, Petros!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Sehr gutes Buch - wenn man Istanbul kennt., 16. Mai 2009
Von 
L. Ticmanis "a reader from Europe" (Saarbrücken, Germany) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Wie bei Makarios üblich, ist "Die Kinderfrau" mal wieder ein schöner, mal lustiger, mal nachdenklicher und insgesamt sehr erfreulich zu lesender Krimi geworden - wenn man denn den Handlungsort Istanbul ein wenig kennt. Wäre ich nicht letztes Jahr zwei Wochen dort gewesen, würde ich sicher den vielen Ortsangaben und mehr oder minder philosophischen Betrachtungen über die Stadt weitaus weniger abgewinnen können. So aber ergibt sich ein sehr plastisches Leseerlebnis (und Charitos bekommt endlich mal reichlich von seinen geliebten, aber in Griechenland aus der Mode gekommenen, Sesamkringeln).
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Petros Markaris hat mich auch diesmal nicht enttäuscht, 8. Juni 2009
Wieder ein Krimi aus der Feder von Petros Markaris, das Thema nahm mich sofort gefangen, weil einmal eine andere Sicht auf die für Griechenland und die Griechen Kleinasiens so traumatische Zeit nach dem 1. Weltkrieg.
Wer über diese zeit nicht informiert ist und sich nicht für Geschichte interessiert, dem wird vieles an der Handlung unverständlich bleiben. Aber ein gutes Buch, sehr gut und locker geschrieben.
Aber das doch versöhnliche Ende verlangt nach mehr, ich konnte einfach nicht zur Tagesordnung übergehen, das Buch bzw das Thema beschäftigte mich gedanklich noch länger.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ahnlvertilgen, 2. Februar 2013
Von 
Dr. Peter Joham "pjoham" (Klagenfurt, Kärnten) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Als Kommissar Charitos mit Ehefrau Adriani eine Pauschalreise nach Istanbul absolviert, deutet alles darauf hin, dass ein bald neunzigjähriges nordgriechisches Kindermädchen, ursprünglich Pontusgriechin, sich auf einen Rachefeldzug aufmacht, um jene zur Rechenschaft zu ziehen, die sich vor fünfzig und mehr Jahren im Spannungsfeld der türkisch-griechischen Krise vorsätzlich bereichert haben. Ihre Tatwaffe ist vergiftetes Pittabrot. Ein Fall also für Kostas Charitos vor dem Hintergrund der türkisch-griechischen Beziehungen und der neueren Geschichte und wohl auch eine kleine Liebeserklärung an des Autors Geburts- und Heimatstadt in der - wie stets - sehr ordfentlichen Übersetzung Michaela Prinzingers. Wegen doch deutlicher dramaturgischer Mängel nicht das beste Werk des Autors.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


‹ Zurück | 1 2 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

Dieses Produkt

Die Kinderfrau
Die Kinderfrau von Petros Markaris
EUR 9,99
Auf meinen Wunschzettel Zahlungsmöglichkeiten ansehen
Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen