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5.0 von 5 Sternen Gelernt ist gelernt
Einmal Mafiosi, immer Mafiosi. Fred Blake steht nach einem Whistleblower-Job zwar im Zeugenschutzprogramm des FBI und wurde in einem Provinzkaff in der Normandie "versteckt", aber seine Wurzeln kann er doch nicht verleugnen. Wer ihm dumm kommt, dem verpasst er immer noch gerne eine Quittung nach Art des Hauses. Seine Gene hat er außerdem prächtig vererbt: Sohn...
Vor 10 Monaten von Volker M. veröffentlicht

versus
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Man muss es mögen
Das Buch fängt vielversprechend an. Am Ende wird es leider immer abstruser.
Als Zeitvertreib war es ganz gut zu lesen, ich hatte mir nach den vielen guten Kritiken (nicht nur hier) aber mehr erhofft. Daher war ich persönlich etwas enttäuscht...
Vor 3 Monaten von Bri veröffentlicht


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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gelernt ist gelernt, 27. Oktober 2013
Von 
Volker M. - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 10 REZENSENT)   
Einmal Mafiosi, immer Mafiosi. Fred Blake steht nach einem Whistleblower-Job zwar im Zeugenschutzprogramm des FBI und wurde in einem Provinzkaff in der Normandie "versteckt", aber seine Wurzeln kann er doch nicht verleugnen. Wer ihm dumm kommt, dem verpasst er immer noch gerne eine Quittung nach Art des Hauses. Seine Gene hat er außerdem prächtig vererbt: Sohn Warren kontrolliert nach kurzer Zeit das Schulleben und Tochter Belle ist so schön wie furchtlos. Ganz die Mama, die ihre Rache ebenfalls gerne heiß serviert.
Dennoch leben sich die "Blakes" (das ist natürlich nicht ihr wahrer Name) in der Provinz ganz gut ein, von einigen Reibereien mit den Nachbarn abgesehen. Das Leben könnte so schön sein, doch dann gelangt die Nachricht von Blakes Aufenthaltsort bis ins ferne Amerika und die Mafia sinnt auf Revanche. Es wird ein spektakulärer Showdown.

Tonio Benacquista spinnt eine raffinierte Story rund um die exilierte Mafiafamilie, mit herrlich schrägen Charakteren und einer Reihe göttlicher Einfälle, dass ich oft laut aufgelacht habe. Das passiert mir nicht oft. Die Dialoge sind wunderbar sarkastisch und auf den Punkt formuliert, die Wendungen der Geschichte ausgesprochen überraschend und einfallsreich. Keine Krimi-Meterware, sondern wirklich mal was ganz anderes. Ein Riesenspaß, ohne die moralischen Abgründe der Sopranos aber mit mindestens genausoviel Witz. Absolut filmreif: "Malavita" wird im November auch mit Robert de Niro in die Kinos kommen. Da kann man sich dann auch noch drauf freuen.

Beim Hörbuchsprecher musste ich mir zuerst mal die Ohren reiben: Ich muss gestehen, von Gordon Piedesack habe ich bewußt noch nie gehört. Vielleicht liegt es daran, dass seine Stimme der von Christian Brückner zum Verwechseln ähnlich ist - wenn er es darauf anlegt (z. B. CD 1 Track 17). Tonfall, Sprechrhythmus, Stimmführung: Don Corleone II. Bisher dachte ich, Christian Brückner sei nicht zu ersetzen. Ich war im Irrtum. Gordon Piedesack liest "Malavita" genauso eindringlich und fesselnd, wie es Brückner getan hätte, und für eine Mafiakommödie ist "die Stimme" natürlich eine Idealbesetzung. Jetzt also "die Stimme II". Auch eine Idealbesetzung.

"Malavita" macht einfach rundherum Spaß. Story und Hörbuch-Interpretation sind echt eine runde Sache.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Malavita (Hörbuch), 15. November 2013
Von 
Poldis Hörspielseite - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)   
Erster Eindruck: Ein Zeugenschutzprogramm der etwas anderen Art

Die amerikanische Familie Blake zieht recht überstürzt in eine Kleinstadt in der Normandie, Vater Fred will dort ein Sachbuch schreiben. Doch in Wirklichkeit steckt etwas anderes dahinter: Die Familie war einflussreicher Teil der New Yorker Mafia und steckt in einem Kronzeugenprogramm der Regierung. Doch so richtig kann keiner der Familie aus seiner Haut: Während sich Fred immer noch gern provozieren lässt und Mutter Maggie sich in Wohltätigkeitsaktionen organisiert, machen die beiden Kinder ihre Schule unsicher…

Tonino Benacquista – mit diesem Namen muss man einfach einen Namen über eine Mafia-Familie schreiben. Du während der Autor von „Malavita“ so heißt, als wäre er selbst aus seinem Werk entsprungen, ist dieses ziemlich sarkastisch, humorvoll und kurzweilig. Wer weder lesen noch sich die Hollywood-Verfilmung zu Gemüte führen möchte, kann auch die ungekürzte Lesung auf sieben CDs genießen. Malavita macht richtig Spaß, schon nach den ersten Sätzen wird man von dem sehr pointierten Humor des Buches völlig eingenommen. Die Dialoge sind dabei Dreh- und Angelpunkt und können den einen oder anderen lauten Lacher auslösen. Das funktioniert natürlich nur wegen der grandios beschriebenen Charaktere, die allesamt ihren ganz eigenen Charme entwickeln können. Der etwas stumpf wirkende Fred, dem man jedoch tunlichst nicht vor den Karren fahren sollte, die scharfzüngige und kalte Maggie, Tochter Belle, die den Jungen reihenweise den Kopf verdreht und sich auf ziemliche clevere Weise ihre Schönheit zu Nutze macht sowie Sohn Warren, der schnell an seiner Schule zum Anführer aufsteigt und jeden auf seine Seite ziehen kann – ein explosives Gemisch, das in der kleinen Stadt einschlägt wie eine Bombe, immer wieder für Chaos sorgt und die sich gegenseitig perfekt ergänzen. Doch auch die Nebencharaktere können ihren Reiz entfalten und sich bestens in die Geschichte einfügen. Diese ist immer wieder überraschend und sorgt mit zahlreichen Wendungen für sehr kurzweilige Unterhaltung, was aber an einigen Stellen auf Kosten der Glaubwürdigkeit geht. Besonders die unausweichliche Entdeckung von Familie Blake durch die Mafia wirkt zu konstruiert, was dem Unterhaltungswert aber keinen Abbruch tut. Die neunstündige Lesung ist amüsant, kurzweilig und voller bissigem Humor, sodass sie trotz ihres Umfangs wie im Fluge vergeht.

Gordon Piedesack, momentan ein sehr gefragter Hörspiel- und Hörbuchsprecher, liest die Geschichte sehr erheiternd und trifft mit seiner Stimme voll den dunklen Humor des Romans. Dabei kann er die verschiedenen Sprechweisen der Charaktere sehr gut umsetzen und kann ihnen jeweils einen sehr glaubwürdigen Ausdruck verleihen. Er spricht sehr dynamisch und greift den Spannungsbigen geschickt auf, liest diese Passagen dramatischer und legt auch mal eine gekonnte Kunstpause ein. Eine sehr überzeugende Leistung.

Kurzfristig wurde dem Hörbuch vom Audio Verlag ein neuer Look verpasst, der nun auch das Kinoplakat enthält, sogar der Titel wurde von „The Family“ in „Malavita“ umgewandelt. Die Grundfarbe der Gestaltung ist ein kräftiges Rot, das sich auch durch das Innere des dicken Digipacks zieht. Durch die kleinen Motive in kontrastreichen weiß und schwarz und die einfachen, stilisierten Formen erhält das Ganze einen sehr besonderen Eindruck.

Fazit: Deftiger, bissiger Humor ist das Kernelement dieses Buches, das besonders während der sarkastischen Dialoge für Lacher sorgen kann. Doch auch die Geschichte über die Mafia-Familie im Zeugenschutzprogramm kann mit dynamischen Wechseln und einem gelungenen Spannungsbogen überzeugen. Trotz der Länge gibt es kaum langwierige Passagen, dafür den einen oder anderen allzu konstruierten Zufall. Dennoch: Ein gelungenes und spannendes Machwerk!
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gelungener schwarzer Humor!, 27. Oktober 2013
Rezension bezieht sich auf: Malavita: Eine Mafia-Komödie (Broschiert)
Inhalt

In einem kleinen französischen Städtchen ist eine vierköpfige amerikanische Famile zugezogen. Familie Blake wirkt völlig normal und freundlich und wird schnell akzeptiert.
Was jedoch keiner weiss, ist, dass Familie Blake nicht ist was sie vorgibt zu sein. In Wirklichkeit handelt es sich um eine Familie im Zeugenschutzprogramm, denn Fred Blake, der Familienvater, ist eigentlich einer der größten Mafia-Bosse von New York.

Jedes Familienmitglied vermisst das alte Leben und insbesondere Vater Fred hat so seine Probleme, wenn es darum geht, sich an Regeln zu halten und nicht aufzufallen.
Aber auch die anderen haben so ihre liebe Not mit den Regeln und schliesslich kommt es zum Unausweichlichen...

Meine Meinung

Dieser Roman wurde verfilmt und kommt im Herbst 2013 in die Kinos. Mit dabei sind unter anderem Schauspieler wie Robert De Niro, Michelle Pfeiffer und Tommy Lee Jones.
Mit diesem Wissen machte ich mich ans Lesen und schon auf den ersten Seiten entwickelte sich vor meinem inneren Auge ein klares Bild von der Szenerie und den Protagonisten, das auch die genannten Schauspieler beinhaltete.

Die Story ist bildlich erzählt, sie ist kaltschnäuzig, rabenschwarz und dennoch total komisch und voller Witz. Seite um Seite lernt man die Familie Blake, ehemals Familie Manzoni, besser kennen und erfährt viel von ihrem Leben in New York, dem Leben als einflussreiche Familie in der Welt der Mafia.
Ganz anders stellt sich ihr Leben im Zeugenschutzprogramm dar. Schon oft mussten sie umziehen, weil Vater Fred es immer wieder geschafft hat, zu viel Aufmerksamkeit zu erregen.

Schert sich Fred eigentlich recht wenig um seine Familie und hängt seiner Vergangenheit nach, versucht seine Familie sich irgendwie zurecht zu finden und ihren Weg zu gehen.
Mutter Maggie, die sich engagiert wenn es um wohltätige Zwecke geht, Tochter Belle, die super in der Schule ist und vor Schön- und Reinheit nur so strahlt und Sohn Warren, der sich danach sehnt den Familiennamen reinzuwaschen und in die Kreise der Mafia zurückzukehren.

Der Weg der gesamten Familie ist äusserst holprig und steuert direkt auf die unausweichliche Katastrophe zu.

Ich hatte es nicht erwartet, aber dieser Roman hat mich köstlich amüsiert und hat mir sehr gut gefallen und ehrlich gesagt, warte ich gespannt auf die Verfilmung. Ob sie dem, was sich vor einem inneren Auge als "Film" zusammengefügt hat, ähnelt?

Ein gelungener Roman, der vor schwarzem Humor nicht zurückschreckt und eine ganz unbekannte Seite eines Zeugenschutzprogramms zeigt. Der Leser wird blendend unterhalten!
Das Finale ist ein echtes Meisterwerk...detailreich, endgültig und der Anfang einer immer wiederkehrenden Situation!
Absolut gekonnt!

Von mir gibt es 4 von 5 Sternen!
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mafioso im (Un-) Ruhestand, 17. Oktober 2013
Rezension bezieht sich auf: Malavita: Eine Mafia-Komödie (Broschiert)
Spätestens seit Tony Soprano weiß der geneigte Zuschauer, dass New Jersey, der „Hinterhof New Yorks“ ein Tummelplatz der der Mafia zumindest einmal war. Und auch Giovanni Manzoni gehörte dazu. Als einer der Bosse. Unangreifbar, skrupellos, reich.

Aber in gewisser Form ist Manzoni auch eine „ehrliche Haut“. Zumindest besitzt er genügend Arroganz, um auf Dauer gar keine Lust zu haben, sich hinter Büschen zu verstecken und sein Licht unter den Scheffel zu stellen. Das „Mala Vita“, das „böse Leben“, das steckt nun einmal in ihm drin. Von den Loyalitäten bin hin zu manchen „Arbeitssitzungen“, die per Hammer und Bohrer oder in Kühlhäusern mit unliebsamen „Geschäftspartnern“ vollzogen wurden.

Und da er gerne vor allem sich darstellt, was liegt näher, den eigenen Hund (aschgrauer australischer Schäferhund) „Malavita“ zu nennen und mit diebischem Vergnügen damals schon über die Straßen New Jerseys jeweils laut nach seinem Hund zu rufen.

Im Übrigen ein ruhiges Tier, der Hund. Wenn man ihn nicht reizt. Aber auch jene Figur in der Geschichte, die entscheidende Bedeutung für den Fortbestand der Familie erhalten wird.

Denn, Loyalität hin oder her, Manzoni ist am Fliegenfänger. Hatte sich als Kronzeuge zur Verfügung gestellt hat. Was dem ein- oder anderen Mafiosi mehrfach Lebenslänglich eingebracht hat. Was die „Familie“ natürlich nicht durchgehen lassen kann.

So befindet sich Manzoni mit seiner Frau und seinen beiden aufgeweckten Kindern aktuell innerhalb des Zeugenschutzprogramms des FBI in einem kleinen Ort in der Normandie. Aber auch hier wird Manzoni nicht lange wirklich an sich halten können. Was sich schon beim „Willkommens Barbecue“ der Familie andeuten wird. Der Mann findet sich einfach gut, höchstens ein wenig von der Welt missverstanden. Aber das kann man ja gerade rücken.

Wobei es dann letztlich ein doch arg konstruierter Zufall ist (der im Buch definitiv viel zu breit ausgewalzt wird), der dann doch die Jäger auf seine Spur bringen wird. (Hier allerdings wäre es schöner gewesen, diesen Part des Buches wesentlich zu straffen und lieber noch mehr an umwerfend charmanten „Verhaltensgeschichten“ der Familie auszubauen. Was dann aber auch die einzige Kritik an diesem flüssig zu lesenden Roman ist).

Bis dahin aber (und bis zum dann fast episch im Stile alter Western gestaltetem und plastisch geschildertem) Finale des Buches steht dem Leser eine höchst vergnügliche Lesereise mit trockenem, ironischem Humor und ausgefeilten Figuren gegenüber.

„Al Capone sagte immer: Mit einem netten Wort und einer Pistole erreicht man mehr, als mit einem netten Wort allein“.

Während Manzoni auch in Bezug auf die mangelnde Qualität des Trinkwassers vor Ort diesen Spruch beherzigt, beginnt er, in melancholischer Betrachtung, sich als Schriftsteller zu versuchen und den Chef seiner „Beschützer“, Agent Quintiliani, Tag für Tag zur Weißglut zu treiben. Wobei der ein oder andere Hammer gegenüber einem arroganten Handwerker ebenso heimlich geschwungen werden wird, wie ein „Familienbesuch“ eigentlich der Lösung des Wasserproblems gelten wird. Was natürlich keiner ahnt.

Manzoni Junior zeigt währenddessen in seiner stillen Weise, das er das „Gen“ in sich trägt. Wunderbar schildert Benacquista den Jungen auf der Bank an seiner Schule, der wie Marlon Brando mit leichtem Kopfnicken oder Kopfschütteln sich die Sorgen der Mitschüler anhört und „Gefälligkeiten“ erweist, zum „Boss der Schule“ wird.

Während Belle (nomen est omen), die Tochter, durch ihre Schönheit dem halben Dorf den Kopf verdreht und Maggie, seine Frau, sich doch so langsam auf innere Distanz begibt.

„Bitte Maggie“.
„Du kannst mich mal“.

Eine temporeiche, wunderbar trocken und mit treffendem Humor erzählte Geschichte, die bis auf das erwähnte „Indiz“ und seine „Reise durch die Welt“ bestens unterhält.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Man muss es mögen, 17. Juni 2014
Rezension bezieht sich auf: Malavita: Eine Mafia-Komödie (Broschiert)
Das Buch fängt vielversprechend an. Am Ende wird es leider immer abstruser.
Als Zeitvertreib war es ganz gut zu lesen, ich hatte mir nach den vielen guten Kritiken (nicht nur hier) aber mehr erhofft. Daher war ich persönlich etwas enttäuscht...
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4.0 von 5 Sternen Eine ganz normale Familie?, 2. Juli 2014
Rezension bezieht sich auf: Malavita: Eine Mafia-Komödie (Broschiert)
„Eine Hand, die sich auf seine Schulter legte, riss ihn aus seiner Träumerei. Sie gehörte weder einem Aufseher noch einem Lehrer. … Sie gehörte einem Jungen, etwa einen Kopf größer als er. Er hatte zwei Kumpel, die in zu großen Klamotten steckten, zur Verstärkung mitgebracht.

„Was wollt ihr von mir?“
„Du bist Amerikaner. Du hast Kohle.“
„Kommt zur Sache. Wie funktioniert euer Business?“
„Was machen deine Eltern?“
„Das geht euch einen feuchten Dreck an. Aber wer seid ihr? Schutzgelderpresser? Arbeitet ihr mit System oder eher wahllos? Wie viele seid ihr? Drei, sechs, zwanzig? In was reinvestiert ihr das Geld?“
„…?“
„Management und Organisation gleich null. Dacht‘ ich’s mir doch.““

Mit Warren legt man sich besser nicht an. Genauso wenig wie mit seiner Schwester. Oder seiner Mutter. Und erst recht nicht mit seinem Vater.

Dieser hat den größten Teil seines Lebens als Giovanni Manzoni gelebt und war einer der ganz großen Mafia-Bosse in den USA. Bis er eines Tages in die Fänge des FBI geriet und sich bereit erklärte, im Prozess gegen „den Boss der Bosse“ auszusagen. Seit dieser Zeit ist auf seinen Kopf ein Preis von 20 Millionen Dollar ausgesetzt und Manzoni, der nun Fred Blake heißt, kommt mit seiner Familie in den Genuss eines Zeugenschutzprogrammes. Tag und Nacht werden sie von FBI-Agenten bewacht. Diese sollen nicht nur die Blakes vor der Rache der Mafia schützen sondern möglichst auch die Bevölkerung vor den gelegentlichen Rückfällen Freds.

Ein Ding der Unmöglichkeit.

Ich hatte beim Lesen einen Riesenspaß! Herrlich geschrieben mit reichlich schwarzem Humor gibt es immer wieder Szenen, die an „echte“ Mafiabücher oder –filme erinnern. Nehmen wir mal folgende Stelle:
„Ungefähr zehn Jungs aus allen möglichen Klassen saßen auf einer weißen Linie, die ein Völkerball-Spielfeld markierte; sie warteten geduldig vor einer Bank. Auf der saß als Einziger Warren, die Arme auf der Rückenlehne ausgestreckt. Er wirkte ein wenig müde, war aber dennoch voll konzentriert. Der einzige Junge, der stand, war der Bittsteller. Er sah Warren nicht in die Augen, sondern blickte zu Boden. … Die anderen warteten darauf, auch an die Reihe zu kommen.“
Warren ist - nebenbei gesagt - erst 13 Jahre alt. Und das folgende Gespräch zwischen den beiden ist wirklich ein Brüller! Das trifft übrigens auch auf die Memoiren zu, die Fred in seiner neuesten Tarnung als Schriftsteller schreibt.

Das Ganze endet in einem furiosen Showdown und auch Malavita bekommt am Ende seine Vendetta. Wer Malavita ist? Am besten selbst nachlesen. Spaß ist garantiert.
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5.0 von 5 Sternen Von der Strafe, nicht man selber sein zu dürfen, 3. März 2014
Von 
Glimmerfee - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Malavita: Eine Mafia-Komödie (Broschiert)
Die Charaktere sind schräg und konnten mich schon nach kürzester Zeit für sich begeistern. Natürlich hatte ich beim Lesen den Filmcast mit Robert de Niro und Michelle Pfeiffer im Kopf, obwohl ich den Film bislang nicht gesehen habe und das verdoppelte das Lesevergnügen noch einmal. Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm und mit einem Mafiosi als Vater sind Frau und Kinder durchaus mit Vorsicht zu genießen. Interessant wie Sohn Warren in kürzester Zeit zum Mini-Mafiosi mutiert und die gesamte Schülerschar fest im Griff hat.
Erfreut haben mich immer wieder die amüsanten Wendungen und unvorhersehbaren Entwicklungen und Handlungen der Familie Manzoni. Es kommt beim Lesen keine Langeweile auf und das Tempo ist angenehm. Der Autor hat eine gute Menschenkenntnis und versteht es mit Humor, die Charaktere seines Buches, dem Leser näher zu bringen.
Die Handlungen, wenn auch etwas krass, waren immer nachvollziehbar, aber hier geht es nicht um den Streit der Gartenzwerge, sondern darum seine Identität, trotz allen zu wahren und zu überleben. Was bei einem ausgesetzten Kopfgeld von 20 Millionen Dollar mehr als unsicher ist.
Als nicht Mafia-Experte habe ich das Buch in vollen Zügen genießen können.

Positiv:
- Überzeugende Charaktere
- Amüsante Momente
- Interessante Wendungen
- Flotter Schreibstil

Neutral
- ---
Negativ
- ---

Fazit: Ich kann das Buch allen Lesern empfehlen, die Freude an schwarzem Humor und einer spannenden Geschichte haben.
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4.0 von 5 Sternen Bloß nicht auffallen!, 31. Januar 2014
Von 
HeikeM - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Malavita: Eine Mafia-Komödie (Broschiert)
Gemächlich beginnt Tonino Benacquista seine Geschichte um die Familie Blake/Manzoni. Sie erscheint dem Leser zunächst ganz normal, die netten Nachbarn von nebenan eben. Nach und nach wird aber immer deutlicher, dass sich hinter den Blakes eigentlich eine Mafia-Familie verbirgt. Mit viel schwarzem Humor und der Verwendung der hinlänglich bekannten Klischees nimmt die Handlung Fahrt auf ohne dabei platt zu wirken. Die Personen sind in ihrer Widersprüchlichkeit gut charakterisiert und in Szene gesetzt. Besonders Fred war für mich der große Sympathieträger.

Ich hätte nicht erwartet, dass ein Roman über eine sich im Zeugenschutzprogramm befindende Mafiosi-Familie, angerichtet mit einer guten Portion Witz, Ironie und fast schon an Slapstick grenzenden Aktionismus, mich so gut unterhalten würde. Ich habe mich bei der Lektüre sehr gut amüsiert. Dieser Roman ist sehr leicht und schnell zu lesen, man will einfach wissen, wie es mit der ehrenwerten Familie weitergeht, weil man ahnt, gut kann das nie im Leben ausgehen.

Mein Fazit: Dieser temporeiche, mit schwarzem Humor gespickte Roman hat mich durchgehend gut unterhalten. Er brachte genau das richtige Maß an Witz, gut konstruierter Geschichte und erzählerischem Können für genüssliche Lesestunden mit. „Malavita“ ist ein wirklich netter Roman um vom trockenen Alltagsgeschehen abzuschalten und den Feierabend zu genießen.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Legt euch nicht mit den Blakes an, 21. Dezember 2013
Rezension bezieht sich auf: Malavita: Eine Mafia-Komödie (Broschiert)
In einer Nacht- und Nebelaktion ziehen Frederick "Fred" und Maggie Blake mit ihrer 17-jährigen Tochter Belle, ihrem 14-jährigen Sohn Warren und ihrem Australischen Schäferhund Malavita nach Cholong-sur-Avre in der Normandie. Fred gedenkt ein Buch über die Landung der Alliierten in der Normandie zu schreiben, Maggie ist Hausfrau und Mutter, die sich ebenfalls in Wohltätigkeitsaktionen engagiert und die Kinder gehen noch zur Schule. Eigentlich eine ganz normale Familie - eigentlich.

Vor sechs Jahren mussten Giovanni und Livia Manzoni fluchtartig ihr heimatliches Domizil in Newark, New Jersey, verlassen, ja schlimmer noch, sogar aus Amerika mussten sie fliehen, denn Giovanni hat das noch nie dagewesene getan: der Mafia-Boss hat vor Gericht ausgesagt und somit die Cosa Nostra und deren Familien öffentlich bloßgestellt bzw. dafür gesorgt, dass viele von ihnen hinter Gittern landeten. Seitdem leben sie als Familie Blake in Frankreich, leider auch hier immer wieder an wechselnden Orten, da Fred das Zeugenschutzprogramm immer wieder mit seinen Aktionen unterwandert. Der für die Familie Blake zuständige FBI-Agent Thomas Quintiliani hat somit seit mehr als sechs Jahren alle Hände voll zu tun.

Die Blakes versuchen wirklich, sich in Cholong-sur-Avre zu integrieren, aber die Einheimischen machen es ihnen nicht unbedingt leicht. So kann es schon einmal vorkommen, dass nach einem Besuch im örtlichen Supermarkt das Schaufenster in Flammen steht (legt euch nicht mit Maggie an), Jungs mit gebrochenen Nasen zurückbleiben (legt euch nicht mit Belle an), Handwerker mit gebrochenen Armen in der Notaufnahme landen (legt euch bloß nicht mit Fred an) und mafiaähnliche Strukturen in der Schule herrschen (Warren hilft immer wieder gern). Wider erwartend gelingt es Familie Blake dann doch, sich einzuleben - doch wie lange kann eine Mafiafamilie wirklich unerkannt leben, ohne dass ihre Verfolger ihnen auf die Schliche kommen?

Legt euch nicht mit den Blakes an! Der Plot wurde ausgesprochen erfrischend und abwechslungsreich gestaltet und ganz ehrlich, ich kann verstehen, warum die Figuren so gehandelt haben, wie sie es taten, ich hätte es wahrscheinlich in deren Situation nicht anders gemacht. Die Figuren wurden facettenreich erarbeitet, wobei gerade die Figur des Fred sehr tiefgründig entwickelt wurde, was sicherlich auch damit zusammenhängt, dass dieser seine Memoiren schreibt. Den Schreibstil empfand ich als ausgesprochen angenehm zu lesen, sodass ich das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen wollte. Abschließend kann ich sagen, dass dieses Buch mir herrliche Lesestunden und ein vergnügliches Kopfkino bereitet hat. Jetzt bin ich am überlegen, ob ich mir nicht doch die entsprechende Verfilmung anschauen sollte.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen solider durchschnitt, 12. November 2013
Rezension bezieht sich auf: Malavita: Eine Mafia-Komödie (Broschiert)
hanebüchener, spaßiger jedoch unrealistischer mafia-jux nach schema f. wem die sopranos zu deep und die analyze filme mit de niro zu flach waren, findet hier die goldene mitte, keinesfalls erwarten sollte man jedoch einen neuen paten bzw ein neues goodfellas. liest sich nett und flüssig und ist schnell wieder vergessen.
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Malavita: Eine Mafia-Komödie
Malavita: Eine Mafia-Komödie von Tonino Benacquista
EUR 11,99
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