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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Salzburger Erlösung: ein glühender Parsifal
Gleich mit dem ersten Auftritt der Staatskapelle Dresden bei den Salzburger Osterfestspielen zeigten die Musiker unter ihrem Chef, Christian Thielemann, was in ihnen steckt. Nach 45 Jahren lösten sie das "Stammorchester", die Berliner Philharmoniker, ab. Und ihr Einstand kam einer Erlösung gleich.

Nicht, weil die Berliner als Ausnahmeklangkörper...
Vor 8 Monaten von Klassikfreund veröffentlicht

versus
3 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Muss man nicht haben
Die Rezension wurde auf Basis der Fernsehübertragung verfasst. Dass Thielemann ein großartiger Wagnerdirigent ist steht außer Frage. Schade ist, dass wie schon eine Reihe von Aufnahmen voher auch dieser Mitschnitt kein Dokument von dauerhaften Belang sein wird. Waren es beim Tristan, Parsifal aus Wien oder dem Ring aus Bayreuth zum Teil fragwürdige...
Vor 9 Monaten von Martin Kastner veröffentlicht


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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Salzburger Erlösung: ein glühender Parsifal, 28. Juli 2013
Von 
Klassikfreund (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Wagner: Parsifal [2 DVDs] (DVD)
Gleich mit dem ersten Auftritt der Staatskapelle Dresden bei den Salzburger Osterfestspielen zeigten die Musiker unter ihrem Chef, Christian Thielemann, was in ihnen steckt. Nach 45 Jahren lösten sie das "Stammorchester", die Berliner Philharmoniker, ab. Und ihr Einstand kam einer Erlösung gleich.

Nicht, weil die Berliner als Ausnahmeklangkörper in Salzburg nicht geglänzt hätten, nein, es war die gespannte Erwartungshaltung, was die Dresdner, Wagners "Wunderharfe", mit ihrem Chef, dem gefeierten Wagner-Dirigenten, wohl bieten würden. Für Thielemann selbst schloss sich der Kreis, hatte er doch zu Ostern 1980 als Assistent Karajans an dessen Salzburger Parsifal mitgewirkt.

Musikalische Brillanz

Dem klaren Spiel der Staatskapelle entlockt Thielemann ein intensives Glühen, einen Klang von solcher Wahrhaftigkeit, eine Farbpalette von solcher Reichhaltigkeit, daß man sich kaum vorstellen kann, wie diesem Werk passender gedient sein könnte. Das berauschende Klangbild unterfüttert er mit einem vitalen Ausdruck von unbeschreiblicher Natürlichkeit. Man hat das Gefühl, es könne nur einen Parsifal geben, nur eine Sicht der Oper, die Sicht dieses Abends. Musikalisch ein wirklich singuläres Ereignis

Thielemann und das Orchester haben aber auch das Glück, mit hervorragenden Sängern musizieren zu können. Dabei erweist sich der Maestro abermals als geschickter Begleiter. So ausdrucksstark das Orchester auch spielt, die Sänger werden niemals überdeckt. Vielmehr mischen sich Musik und Gesang zu einer musikalischen Einheit, die handwerklich nicht selbstverständlich ist.

Bestechende Sängerriege

Gurmenanz, der ruhende Pol im Parsifal, wird von Stephen Milling sehr passend ausgefüllt. Gesanglich wie darstellerisch bietet er Stabilität in dieser Aufführung. Als nächstes betritt Michaela Schuster die Bühne. Sie ist in ihrer Darstellung eine perfekte, in sich zerrissene, leidende Kundry von herber, aber betörender Weiblichkeit. Stimmlich macht sich ihre Sache ebenso mitreißend, ihre Verständlichkeit leidet jedoch etwas im Verlauf des zweiten Akts. Dann erscheint Parsifal - optisch: ein singender Busch. Johan Bothas Körperfülle verleiht dem Sänger bedauerlicherweise eine sehr statische Präsenz auf der Bühne. Eine Präsenz die nicht nur in ihren Gesten und Mimiken einschränkt ist, sondern auch Bothas Sangesleistung ein wenig karikiert. Die ist wie immer herausragend. Gleich doppelt tritt Wolfgang Koch auf, er ist Amfortas sowie Klingsor. Stimmlich glänzt der Bariton in beiden Rollen, aufwühlend und bestechend ist sein Spiel. Er läßt Amfortas wahrlich leiden. Hinreißend auch die Blumenmädchen. Schließlich zeigt der Chor der Bayrischen Staatsoper sein überzeugendes Können und rundet die gesangliche Erfahrung mit diesem Parsifal ab.

Szenische Überladung und Widersprüche

Was sich zunächst zu Beginn der Oper mit zahlreichen Säulen als interessanter bühnenbildlicher Ansatz darstellt, bleibt jenseits des ersten Aufzugs ungenutzt. Michael Schulz' Regie hilft dem Zuschauer nicht sonderlich beim Erschließen des Bühnenweihfestspiels, das textlich nicht gerade als leichte Kost bezeichnet werden kann. Vielmehr wurde die Inszenierung inhaltlich überladen: zwei Tänzerinnen bei der Gralsenthüllung im ersten Aufzug, Jungen und junge Männer, die Parsifal zu doppeln scheinen, ein zweiter Klingsor, ein doppelter Heiland – einer schmutzig, einer sauber. Doch was soll das heißen? Dem Genuß der Musik, dem einige Konzentration forderndem Folgen des Gesangs gesellte sich das Rätselraten "Was mag das nun bedeuten?" hinzu.

Ergreifenden Momenten, wie der während der bewegenden Verwandlungsmusik, als die träumend und leidend zuckende Kundry, am Boden liegend, vom "schmutzigen" Heiland tröstend die Hand auf die Stirn gelegt bekommt, stehen seltsam aggressive Momente gegenüber: Da stopft beispielsweise Amfortas grundlos einem der Gralsritter ein zusammengeknülltes Papier in den Mund. Kein einheitliches Bild auch bei den Kostümen, besonders die Gralsritter durchbrechen das künstlerisch Konzept mit ihrer Maler-Gesellen-Kleidung, die sich nicht wirklich ins Bild fügt.

Am Ende honorierte das Publikum den szenischen und qualitativ hochwerten Aufwand wenig: Der Buh-Sturm, der Schulz und sein Team entgegenschlug, war aussagekräftig genug. Bei der Veröffentlichung ist die Deutsche Grammophon dann auch den diplomatischen Weg gegangen und hat das, was man bei der Fernsehübertragung noch erleben "durfte", durch einen vorzeitigen Übergang in den Abspann ausgeblendet.

Fazit

Ein musikalisch frenetisch gefeierter Parsifal, der szenisch nicht unbedingt überzeugt. So muß man leider sagen, daß die Veröffentlichung als CD es auch getan hätte, denn das, was dem Ohr an sinnlichem Rausch geboten wird, entbehrt das Auge. Dennoch bleibt auch festzustellen, daß das, was dargeboten wurde, bei allen geschmacklichen Differenzen in sich sehr hochwertig und professionell war.

Dirigat und Orchesterleistung: 5/5
Sänger und Chor: 5/5 Sterne
Inszenierung: 3,5/5 Sterne (Den halben Stern gibt es ausnahmsweise für den faszinierenden Einsatz der Röhren im ersten Aufzug.)

Die DVDs

Laufzeit: 242 Minuten (DVD 1: 1. Aufzug, DVD 2: 2. & 3. Aufzug)
Bild: 16:9, NTSC, Farbe
Audio: PCM Stereo, DTS 5.0
Sprache: Deutsch / Menü: Englisch
Untertitel: Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch, Chinesisch, Koreanisch, Japanisch

(Das Begleitheft ist in englischer, französischer und deutscher Sprache.)
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14 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Endlich: Michael Schulzes Hauptwerk, leider mit Musik, 8. August 2013
Rezension bezieht sich auf: Richard Wagner - Parsifal [Blu-ray] (Blu-ray)
Die hier vorliegende, maßstabsetzende Inszenierung des Werkes "Die Frittöse" von Michael Schulz wird in ihrem Rang nur dadurch beeinträchtigt, dass die ganze Zeit jemand singt und eine ganze Bande von Unruhestiftern auch noch irgend etwas fiedelt.

Intensive Recherchen (Wikipedia) haben ergeben, dass als Verursacher dieses Lärmes ein gewisser Richard Wagner festzumachen ist. Allerdings hat sich dieses Subjekt der strafrechtlichen Verfolgung durch Wegsterben entzogen. Daher ließe sich allenfalls sein Komplize, ein gewisser Thielemann, belangen. Doch auch hier dürfte der Ruf nach Gerechtigkeit ungehört verhallen. Soviel zum angeblichen Rechtsstaat.

Aber kommen wir zum Kern dieser Blue Ray, der epochalen Frittöse von Schulz. Sie gilt zurecht, neben dem Literaturklassiker "Feuchtgebiete" der Nobelpreiskanidatin Charlotte Roche, als herausragende Repräsintantin des vakuonösen Bürokratismus. Diese ganz unserer Zeit entsprunge Kunstrichtung vernetzt genialisch die bezaubernd stille Hohlheit des Nichts mit der zart monetären Faszination des Vakuums. Das grobe Nichts der Existenzialsten wird entlarft, indem man ihm einen federleichten Spiegel vorhält. Verkehrt herum, aus Prinzip.

Schulz Meisterwerk handelt von den Nöten einer Gruppe nach den Dreharbeiten arbeitslos gewordener Spermiendarsteller aus Woody Allens Fim "Was Sie schon immer über Sex wissen wollten". Diese lustigen weißen Kerlchen vernetzen sich mit einem gewissen Gurnemanz. Herr Gurnemanz befindet sich auf der Flucht vor seinem Kostümschneider, da dieser, die Nadel noch in der Hand, beim Sterben vor Langeweile, auf Gurnemanz zu stürzen drohte. Zunächst war Gurnemanz noch der Meinung gewesen, es sei zu seinem Schutz ausreichned, sich Blechplatten auf den Second Hand Anzug (Kleiderkammer, sehr preiswert) zu kleben. Dann jedoch erkannte er, dass nur sofortige Flucht Rettung versprach. Schulz weiß wohl, was er uns empfiehlt.

Auf ihrem Weg durch ein Geflecht von Glasröhren (Schulzes Anklage gegen die konventionelle rundheit von Kreisen?) treffen Gurnemanz und seine Gonaden-Gang keinen Geingeren als - Papageno! Dieser hat infolge der Kochkünste seiner Papagena erstens das Stimmfach zum Tenor gewechselt und zweitens geringfügig Gewicht zugelegt. Außerdem ist besagter Vogelfänger, der rechtsirrümlichen Meinung, der bloße Besitz eines Schwanes berechtige zur Tierquälerei. Als er von Gurnemanz eines Besseren belehrt wird, steht eine Weile lang unmotiviert herum, um sich dergestalt den Tatbestand der Verjährung zu erschleichen. Außerdem gibt er wahrheitswiderig an, sein Name laute Parsifal und überhaupt wisse er von nichts. Man vergleiche diese müden Schutzbehauptungen mal mit der genialen Versterbetaktik des flüchtigen Wagner. Eine Alternative im übrigen, die auch bei Hennig mit zunehmender Betrachtungsdauer dieser Blue Ray immer verlockender wurde.

Sei es drum. Während gerade auch Gurnemans und seine Keimdrüsen-Sprösslinge mal wieder versuchen, ob die alte Standbein-Spielbeinnummer noch funktioniert, erscheint eine - Frau. Und jetzt zeigt sich Schulzes ganze Genialität, das Spiel mit Erwartungshaltungen. Bislang bewegte sich das Gezeigte nämlich absichtlich auf dem darstellerischen Niveau gewisser Filme aus dem Bereich der Erwachsenenunterhaltung. Das Publikum denkt ergo, jetzt ginge es endlich zur Sache. Man erwartet den Auftritt etwa eines stattlichen Klemtners. Und warum auch nicht, der Entzug vom Inzest wiegt schwer auf der Bühne seit dem letzten ersten Walkürenakt. Ein Opernbesucher ist doch auch nur ein Mensch, irgendwie...

Nichts da! Schulz lässt einfach weiter herumstehen und schreiten und reisst so nicht nur dem Sexismus zusammen mit den Theaterkonventionen die Maske vom Gesicht, er betreibt virales Gender Mainstreaming. Herrlich.Das trennt den wahren Komatösen vom Pöbel.

Der zweite Aufzug. Pure Ökologie. Claudia Roth soll hinterher geweint haben und das macht die sonst nie. Statt der Wegwerfgesellschaft zu fröhnen, stellt Schulze endlich alles, was in der Requisitenkammer zu finden war, auf die Bühne. Dann geht es auch gleich handlungsmäßig weiter. Neben Papageno und der Roten treten weitere Herren auf. Einer ist Jesus. Er war auch schon im ersten Aufzug zugegen, da aber nicht weiter von Relevanz. Jetzt aber plädiert er nachdrücklich für hygienische Toleranz, indem er ungewaschen Joga macht.

Nachdem einige unerfreulich schnieke Damen in Stiefeln aus der Beatles-Aera sich erfolglos um Papageno bemühten, muss gleich wieder die Rothaarige ran. Sie versichert dem angeblichen Parsifal, ihre Zuneigung grundsätzlich unabhängig vom Body Mass Index zu verschenken. Außerdem weisst sie darauf hin, dass bei all dem Gerümpel auf der Bühne Übergewicht sowieso nicht weiter auffalle. Die Beiden kommen sich näher, sollte vielleicht jetzt? Nein, im allerletzten Augenblick fällt Papageno ein, dass Gurnemanz ja noch von seinem Kostümbildner bedroht wird. Er enteilt zu dessen Rettung.

Im dritten Aufzug ist der World War Z ausgebrochen und deshalb liegen überall Zombies herum. Sie sind aber ziemlich träge, weil es kein Hirn zu essen gibt und im weiteren Verlauf auch kein Hirn mehr erwartet werden kann. Gurnemanz ist dem Bühnenschneider entkommen. Er vergewissert sich mit einem Blick auf den Kalender: Mist, Ostern naht. Konkret ist es gerade zufällig Karfreitag und dieser Tatbestand gibt zu schlimmsten Befürchtungen Anlass. Eine radikale Sekte namens Wagnerianer bedroht, dem Grabe zombifiziert entstiegen, die Welt mit Vegetarismus. Gottseidank naht Papageno und hat auch noch im zweiten Akt einen Speer aus der Requisite mitgehen lassen. Die beiden Jungens eilen, noch immer die aufdringlche Rote im Schlepptau, zu einem gewissen Amfortas, der schon im ersten Aufzug nicht weiter auffiel. Vorsicht, ein kleiner Spoiler: wer sich fragt, wo Woodys Spermiozyten aus dem ersten Aufzug hin sind, hat den (zu unappetidlichsten Mutmaßungen Anlass gebenden) weissen Flecken auf Amfortas Stirn übersehen. Schön ist das jetzt nicht, aber wer die ganzen Sauigeleien in der Walküre beklatscht, dem darf zu Recht aberkannt werden, sich überhaupt noch zu entrüsten.

Also. Am Ende wird alles gut. Amfortas hat nämlich nicht nur einen Fleck, sondern auch eine alte Frittöse. Diese nutzt Parsifal alias Papageno nun, um dem Wagnervegetariertum endgültig den Garaus zu machen. Und auch Jesus ist wieder da! Da Papageno jetzt ganztägig mit der Frittöse zugange ist, verlustiert sich die Rothaarige als selbstbestimmtes Wesen alternativ nicht nur mit dem attraktiven Migranten aus dem nahen Osten, sondern auch noch mit zwei von Gurnemanz Keimlingen, die den Gang an irgendjemandes Stirnen nicht mitmachten. Als es die drei Burschen jedoch übertreiben und sich Jesus, inspieriert von Kim Basinger im Filmklassiker 9 einhalb Wochen mit Ketchup aus Papagenos Fritöse beschmieren lässt, hat selbst die rothaarige Dame keinen Bock mehr auf Beten. Und das kann ich verstehen.

Wann fragt man sich, kommt Schulz endlich im Serie auf RTL? Wenn dann nur nicht dieser Thielemann mit seinen Kumpanen Wind von der Sache bekommt, und wieder mitmachen will, dann wird es ein Erlebniss, genau so, wie es die Schulz-Fans verdienen. So schön kann Oper sein.
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6 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen viel besser als die TV-Übertragung!, 19. Juli 2013
Von 
Andreas Ziem (Uhlerborn) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Richard Wagner - Parsifal [Blu-ray] (Blu-ray)
Auch ich habe die TV-Übertragung gesehen und war sehr enttäuscht.
Aber die Blue-Ray (gestern bekommen) ist echt der Wahnsinn! Der Klang, besonders Mehrkanalton: Erste Sahne! Ich dachte ich bin direkt im Kontzertsaal, eine plastische Räumlichkeit, so noch nicht gehört. Und was Christian Thielemann aus diesem Klangkörper hervorzaubert ist wirklich (für mich) hervorragend. Habe da neue Details gehört, es haben sich mir neue Zusammenhänge erschlossen, die mir vorher noch nicht aufgefallen waren. Auch die Kameraführung ist anders (als TV, hab ich noch auf Rekorder:konnte vergleichen), hier wirken die einzelnen Scenen stimmig und dem Werk angemessen. Mir persönlich gefällt die Inszenierung sehr gut, würde sagen modernisiert-traditionell im positiven Sinne. Nicht ganz so überfrachtet wie Herrheim, (aber auch diese habe ich sehr genossen und warte schon sehnsüchtig darauf: sollte doch dieses Frühjahr erscheinen?).
Das Bild der Bue-Ray: gestochen Scharf, tolle Farben. Der Ton: mit das beste was ich auf Klassik-Blue-Ray habe (ähnlich gut wie Strauß, Salome (Nadja Michael/ Royal Opera House, Covent Garden in March 2008/ Blue-Ray 2010).
Also von mir 5 Sterne, Kaufempfehlung
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5 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Großartiges Thielemann Dirigat in assoziativ vernetzem Inszenierungskonstrukt mit Fragezeichen, 27. Juni 2013
Von 
Hans-Georg Seidel "opera" (Düsseldorf) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Wagner: Parsifal [2 DVDs] (DVD)
Die Rezension erfolgt von der Fernsehaufzeichnung dieser Aufführung.

Parsifal hat in der wissenschaftlichen Literatur die konträrsten Deutungen erfahren, von der rassistischen Blutreligion bis zum buddhistischen Epos. Wie immer bei Wagners Wähnen, bietet jedes Werk viele Möglichkeiten der optischen Umsetzung. Dieses Werk ist in seiner Rezeptionsgeschichte primär christlich überformt worden, dient es doch als Karfreitags-Ritus für fromme Gemüter. Dabei wird verkannt, daß hier das Gegenteil der christlich liturgischen Wandlung vollzogen wird. Nichtsdestotrotz wollen es viele in einer religiös zentrierten optischen Form erleben und halten diese für zwingend. Diesem Anspruch genügt diese Inszenierung keineswegs, sie hat in der Presse auch herbe Ablehnung erfahren, allerdings mit der üblichen journalistischen Schwadroniererei, keinesfalls abgestellt auf die Intentionen des Regisseurs Michael Schulz.

Ich erspare mir aber hier das Konzept zu erläutern, die traditionellen Wagnerianer wollen das ohnehin nicht wissen, sie stellen auf greifbar konkrete Optik ab und verdammen jede andere Annäherung an ein Werk, das Suche im Nebulösen ist, aber keine Konkretisierung. Dabei wird verkannt, das dieses Werk eine Anhäufung von kruden Vorstellungen beinhaltet, von scheinbarer Erlösung, die Negation sinnlicher Lust, die ja evolutionär nötig ist, um Leben zu gebären, trotzdem verteufelt wird. Allein durch Mitleid ändert sich keine Welt zum Besseren, erst die organisierte Tat schafft Veränderung. Das organisierte "bessere" Bewußtsein" des Mitleidens ist aber mehrheitlich völlig illusionär. Parsifal ist insofern auch keine weltverbessernde Initialzündung sondern eher ein Rohrkrepierer, ein Elysium für religiöse Schwarmgeister.
Der rein gläubige Wagnerianer rekrutiert nur aus dem nebulösen Wähnen, verweigert Wissen, die kritische Hinterfragung, den analysierenden Zugang, der Voraussetzung ist, daß Wagners Werke nicht in Instrumente des Terrors verwandelt werden können.

Diese Aufführung führt in eine assoziativ vernetzte Bilderwelt, die weit ab vom Traditionellen ist.

Getragen wird sie von dem großartigen Thielemann Dirigat mit der Sächsischen Staatskapelle Dresden, eine "Offenbarung", rein subjektiv natürlich.
Chorisch hervorragend.

Sängerisch insgesamt durchaus überzeugend. Johann Botha singt den Parsifal sehr überzeugend. Keine Frage, seine Optik, sein Agieren, spricht wenig an.
Stephen Milling ist ein herausragender Gurnemanz.
Michaela Schuster eine stimmige Kundry.
Wolfgang Koch singt Klingsor und Amfortas überwiegend hervorragend. Die Personenidentität symbolisiert zwei Seiten einer Medaille. Beide Rollen von einem Sänger gestalten zu lassen, ist sicher ungewöhnlich, aber aus meiner Sicht vertretbar. Auch hier erspare ich mir die Erläuterung zur Idee.

Wer das Bedürfnis nach "Wagner - Religio" hat, dem ist von dieser Inszenierung abzuraten, wer Parsifal als Orientierungssuche eines Künstlers begreift, die durch veränderte inszenatorische Zugänge, die keinerlei Anspruch auf das nur theoretische Absolutum haben, immer wieder anders umgesetzt werden wird, findet seinen Weg zu der optischen Darstellung.
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3 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Muss man nicht haben, 30. Juni 2013
Rezension bezieht sich auf: Richard Wagner - Parsifal [Blu-ray] (Blu-ray)
Die Rezension wurde auf Basis der Fernsehübertragung verfasst. Dass Thielemann ein großartiger Wagnerdirigent ist steht außer Frage. Schade ist, dass wie schon eine Reihe von Aufnahmen voher auch dieser Mitschnitt kein Dokument von dauerhaften Belang sein wird. Waren es beim Tristan, Parsifal aus Wien oder dem Ring aus Bayreuth zum Teil fragwürdige Sänger, so kommt hier dazu, dass die Sächsische Staatskapelle weit hinter den Wiener Philharmonikern zurück bleibt.
Insgesamt ist somit auch diese Aufnahme eine Aufnahme, die man nicht haben muss, zumal die Inszenierung nicht stört (immerhin etwas) aber bei weiten nicht den Rang von Herrheims Parsifal hat.
In Hinblick auf das für einen Dirigenten jugentliche Alter von Herrn Thielemann bleibt zu hoffen, dass er ggf. noch etwas sorgfältiger produzierte Aufnahmen nachliefern wird, die seinem Können gerecht werden.
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